Meine Liebste und ich gehen heute ganz normal unseren beruflichen Tätigkeiten nach. Das hält die Liebste allerdings nicht davon ab, zwischendurch mal bei mir anzurufen.
Heute allerdings bekommt sie nur meinen Anrufbeantworter dran, den ich eine Viertelstunde nach ihrem Anruf abhöre…

„Schatz!“
„Warum bist du denn jetzt nicht da?“
„Ich rufe dich an und nie bist du da!“
„Was machst du denn gerade??“
„Bist du etwa wieder in einem Meeting??“
„Das kann eigentlich nicht sein, denn es ist erst Viertel vor Zwei!“
„Deine Meetings fangen doch immer erst zur vollen Stunde an!“
„Ich wollte doch jetzt mit dir reden und du bist wieder nicht da!“
„Was wäre, wenn ich dich jetzt dringend brauchen würde??“
„Wenn ich einen Unfall gehabt hätte oder sonst was??“
„Mich kannst du auch immer erreichen, warum ich dich nicht??“
„Naja.“
„Das ist ja sowieso immer das Gleiche, das kenne ich ja.“
„Hm.“
„Mann!“
„Ich hätte auch bei euch in der Zentrale anrufen können.“
„Wäre dir das lieber??“
„Aber du hast ja gesagt, ich soll nicht in der Zentrale anrufen!“
„Also mache ich das auch nicht, und jetzt??“
„Jetzt bist du nicht da!“
„Nie bist du da!“
„Schaaatz!“
„Ich hasse Anrufbeantworter, und besonders deinen!“
„Wieso hast du den eigentlich an, du rufst ja eh nie zurück!“
„Oder hast du mich vielleicht weggedrückt??“
„Du hast bestimmt meine Nummer gesehen und weggedrückt!“
„Hast du??“
„Ich wollte doch jetzt mit dir reden!“
„Hmmmhhmhmmhhmmhmhmhmmmm….“
„Tja… Also ruf mich mal an, ja?“
„Aber nicht erst heute Abend, gleich!“
„Ich muss um Zwei los, also eine Viertelstunde hast du noch!“
„Ruf mal an, ja? Ich muss mit dir reden!“
„Tschüss, Schatz! Lieb haben! Und ruf mich an, ja?“
„Tschüss! Tschüss! Lieb haben! Tschüss! Und anrufen!“

[Mein Daumen schwebt bereits über der Taste 3 meines Handys, mit der man den letzten Anruf auf dem Anrufbeantworter löschen kann, ich beschließe dann aber, es doch nicht zu tun und stattdessen die Speichertaste zu drücken. Man weiß ja nie…
Anschließend suche ich im Telefonbuch die Handynummer der Liebsten und bereits einige Sekunden später klingelt es auch schon bei ihr.]

„Hallo? Schatz?“
„Ja Süße, ich bin´s.“

„Was ist denn?“
„Ähm… Das frage ich dich??“

„Mich?“
„Ja, dich! Und?“

„Was und?“
„Was wolltest du denn, es hörte sich dringend an??“

„Wieso dringend??“
„Na weil du dich total aufgeregt hast, dass ich nicht sofort…“

„Warst du wieder in einem Meeting?“
„Nein, war ich nicht, aber…“

„Ach so, naja, ich dachte. Und? Was machst du so?“
„Ich mache nichts, also was denn nun?“

„Wieso? Was?“
„Schatz! Was ist denn nun passiert??“

„Aber ich wollte doch nur mit dir reden!“
„Schön! Und worüber?“

„Och, nichts Besonderes, wieso? Ist irgendwas?“
„Nichts Besonderes?? Und warum machst du dann so einen Wind??“

„Ich?? Wer ist denn hier nie zu erreichen??“
„Das bin dann wohl ich.“

„Genau!“
„Schatz! Was willst du denn jetzt!“

„Ich verstehe gar nicht, warum du mich jetzt so anmaulst!“
„Ich würde nur gerne zur Sache kommen!“

„Du rufst mich an, ich freue mich und dann meckerst du nur!“
„Schatz! Würdest du mir jetzt bitte sagen, worum es eigentlich geht??“

„Was weiß ich! Du hast MICH doch angerufen!“

Kopfschüttel…