Ich wette aber nicht! (photocase.de © Franzis Fotos)Meine Liebste und ich schauen am Montagabend mal wieder Big Brother auf RTL2. Vielmehr meine Liebste, ich selbst kenne die Hälfte der derzeitigen Bewohner schon gar nicht mehr. Aber heute fliegt einer raus, soviel ist sicher…

„Das ist aber auch wieder spannend!“
„Liebste, das ist jetzt nicht dein ernst, oder?“

„Wieso? Hassan oder Marcel S., einer muss heute raus.“
„Das ist doch wohl ganz klar, wer geht.“

„So? Wer denn??“
„Marcel S. natürlich.“

„Warum das denn??“
„Weiß ich auch nicht, aber da bin ich mir ganz sicher.“

„Nee, Hassan fliegt raus.“
„Marcel S.“

„Hassan!“
„Marcel!“

„Woher willst du das wissen, du kennst dich doch gar nicht aus!“
„Wollen wir wetten?“

„Nee. Ich wette nicht. Vor allem mit dir nicht!“
„Aber wenn du dir so sicher bist, dann können wir doch wetten?“

„Nee.“
„Ich wette, dass Marcel S. rausfliegt.“

„Ich wette aber nicht!“
„Komm schon, wetten wir um einen Kuss.“

„Hm…“
„Na? Was ist? Obwohl wir ja eigentlich nicht wetten bräuchten.“

„Wieso?“
„Weil Marcel S. sowieso rausfliegt.“

„Also gut, Wette gilt. Ich telefoniere dann jetzt.“
„Was? Mit wem!“

„Ich rufe jetzt so lange für den Marcel an, bis die Leitungen geschlossen werden.“
„Du spinnst wohl!“

„Wir haben gewettet und ich tue das nur, um zu gewinnen.“
„Das tust du nicht! Das kosten 50 Cent pro Anruf!“

[Meine Liebste hat unser Telefon bereits in der Hand und wählt.]

„Bestandteil der Wette war nicht, dass ich nicht telefonieren darf.“
„Gib sofort das Telefon her!“

„Nein!“
„Schatz, das läuft noch cirka eine Stunde, das kostet uns ein Vermögen!“

„Das ist mir ein gewonnener Kuss von dir wert!“
„Gib das Telefon her!“

[Meine Liebste hält das Telefon in der Hand und springt unerwartet vom Sofa auf. Noch bevor ich richtig begreife, was passiert, ist sie durch die Tür um die Ecke verschwunden. Dann höre ich die Badezimmertür zuschlagen…
Kurze Zeit später stehe ich vor der verschlossenen Tür und höre, wie die Liebste im Inneren die Tasten auf unserem Funktelefon drückt…]

„Geh weg!“
„Liebste! Mach sofort die Tür auf!“

„Nein!“
„Mach sofort auf und gib mir das Telefon!“

„Nö! Marcel S. muss im Haus bleiben!“
„Du kriegst den Kuss auch so, vielleicht sogar zwei!“

„Hau ab, du wolltest unbedingt wetten, also lass mich!“
„Wenn du nicht raus kommst, ziehe ich den Telefonstecker raus!“

„Na und? Mach doch.“
„Dann kannst du nicht mehr telefonieren!“

„Wer sagt das!“
„Das ist eine einfache Konsequenz, keine Verbindung, kein Telefon!“

„Zieh doch raus!“
„Und was bringt dir das dann??“

„Dann telefoniere ich mit deinem Handy weiter, das habe ich nämlich auch mitgenommen!“

Kopfschüttel…