Zum Glück ist es bei uns ja noch nicht so weit, aber man kann sich schon jetzt vor der Krankheit fürchten, die unsere Männer in einigen Jahren befallen könnte: Die Midlife-Crisis! Meist im Alter zwischen 40 und 50 Jahren ereilt sie einige Männer und veranlässt viele unter ihnen dazu, sich komische neue Hobbys zuzulegen, ihren Kleidungsstil drastisch zu ändern oder sich noch idiotischer, als sonst, aufzuführen.

Wenn schön macht: Männer in der Midlife-Crisis entdecken sogar Yoga für sich. (Bild: Yuri Arcurs - Fotolia)

Männer in der Midlife-Crisis entdecken sogar Yoga für sich. (Bild: Yuri Arcurs – Fotolia)

Man(n) befindet sich so in der Lebensmitte und meint, Bilanz ziehen zu müssen, um dann – ach du Schreck – festzustellen, dass man eigentlich ganz anders leben wollte. Plötzlich ist das geliebte Faulenzer-Wochenende im Garten öde und langweilig, der Job ist „voll nervig, ey“ und auch so ist das Familienleben viel zu unspektakulär für den Junggeist. Da verspüren sie den Drang, auszubrechen und wieder „sie selbst“ zu sein.

Eine Krankheit mit unterschiedlich stark ausgeprägten Symptomen

Wenn ich das Wort „Selbstfindung“ schon höre, steigt mein Adrenalinspiegel. Ganz schlimm wird es dann, wenn sie der Meinung sind, mit der Kündigung und einer Geliebten wird alles besser – wie dumm kann man(n) sein? Männer sind Kinder und das sollten sie bleiben. Wenn sie Jugendliche sein wollen, dann wird’s gefährlich.

Beim Großteil kommt es ja aber glücklicherweise meist nicht zum Äußersten und es bleibt bei den weniger schlimmen Symptomen wie lächerlichen Sweatshirts, einem Motorradführerschein, Yoga und Polohemden mit hochgeklapptem Kragen – wenn ich das schon sehe, da rollen sich mir die Fußnägel hoch! Da möchte ich hingehen und denen das runterklappen! Ehrlich, das sieht auch bei 20-jährigen schon beschissen aus, aber bei älteren Männleins ist das einfach nur erbärmlich… Glücklicherweise ist davon bei meinem Liebsten (noch) nichts zu merken. Er benimmt sich wie immer – also wie ein Kind. Und das kann ja bekanntlich keine Midlife-Crisis haben.

Klassischer Anzug

Haben Männer die 40 hinter sich gelassen, sollten sie sich auf den klassischen Chic besinnen. (Bild: Werner Heiber – Fotolia)

Midlife-Crisis in freier Wildbahn

Auch, wenn es bei uns noch nicht ausgebrochen ist, sieht man ja so einiges… Eine meiner liebsten Beschäftigungen: Mit meiner Freundin im Café sitzen und Leute beobachten. Und dann auswerten. Da kommt einem ja sämtliches unter die Nase, unter anderem auch neulich erst gesehen: die fleischgewordene Midlife-Crisis! Männer mit langem grauen Haar, rotem Jackett und Schuhen sowie weißer Hose. Ach, nicht zu vergessen: Das Goldkettchen als wichtigstes Accessoire! (Könnte so im Duden stehen.)

Denen möchte man sagen: „Kleider machen nicht immer Leute“! Nur wenn sich eine Frau einen Minirock und ein ausgeschnittenes Oberteil anzieht, ist sie auch nicht plötzlich wieder 20. Die ist und bleibt dann auch 45 und so ist das bei den Herren auch – das sollte man vielleicht auch mal Kai Ebel sagen. Auch wenn das Haar lichter, der Bauch runder und der Testosteronspiegel niedriger wird: Männer, reißt euch mal zusammen! Denn mit eurem dämlichen Verhalten weist ihr ja alle erstmal darauf hin, dass bei euch was nicht stimmt! Meist sehen sie das ja auch selbst nach einer mehr oder weniger langen Zeit ein und werden wieder zum zufriedenen Männlein… Und man kann ja hoffen, dass man(n) verschont wird – immerhin steckt sich nicht jeder mit dem Virus an.