Immer ist es dasselbe – kaum rollt die Kugel über den Rasen ist mein Freund nicht mehr ansprechbar. Und wehe, ich laufe durch´s Bild! Männer und Fußball schauen – eine Verbindung der besonderen Art! Egal, ob Bundesliga, Pokal, Champions League oder Großereignisse wie EM oder WM, ja sogar wenn der FC Timbuktu gegen den VfB Buxtehude spielt – alles muss gesehen (und kommentiert) werden.

Fußball

Das Runde ins Eckige: Ein Fußballtor weckt ungeahnte Emotionen. (Bild: creativedoxfoto – Fotolia)

Dazu trifft man(n) sich natürlich bestenfalls mit Kumpels und genügend Bier, um dann in gänzlicher Faszination den Bildschirm nicht aus den Augen zu lassen. Solange das nicht bei uns zu Hause stattfindet – von mir aus! So kann ich wenigstens an meinem Samstag den Shoppingqueen-Marathon gucken.

Das Runde entlockt dem (sonst so) Eckigen Emotionen

Aber manchmal kommt Fußball ja auch wochentags und da gibt es dann kein entrinnen. Jeder Spielzug wird kommentiert, ich bin tödlichst gelangweilt und genervt, aber das Schlimmste: Er weiß ja noch alles dazu und meint, er müsse es mir mitteilen! Der weiß, wie die ganzen Spieler heißen, kennt ihre Lebensgeschichte, aber kann sich partout nicht die Namen meiner Freundinnen merken! Ich bin immer wieder erstaunt über das Gefühlsspektrum, dass mein Liebster plötzlich aufweisen kann: von manischer Freude über lautstarke Wut bis zu depressivem Weinen – und das manchmal sogar in der Öffentlichkeit!

Fussballspieler

Fußball ist für Männer kein Hobby, sondern Lebenseinstellung. (Bild: Andrey IURLOV – Fotolia)

Doch warum sind die Männer eigentlich so versessen auf den Rasenball? Es ist ja anzunehmen, dass es an den einfachen Regeln liegt, die versteht jeder – und das sogar noch nach einigen Bieren. Oder aber am starken Zusammengehörigkeitsgefühl – mit anderen Fans und dem Verein selbst, unterstützt durch kultische Gegenstände wie Schals und rituelle Fangesänge. Die fallen sich ja bei jedem Tor vor Freude in die Arme als hätte Gucci einen Sonderrabatt von 75% angekündigt.

Ladies: Lieber Vorteil laufen lassen, als abpfeifen

Wahre Liebe gibt es eben wahrscheinlich doch nur unter Männern und zum Fußball – oder wie ist es zu erklären, dass er sich bereits weit im Vorfeld auf einen Verein festlegt und für Unsummen eine Dauerkarte oder das Bundesliga-Paket bei Sky erwirbt, es aber nicht schafft, mir einen Verlobungsring zu schenken? Nun ja, gnädig wie Frauen nun mal sind, gönne ich ihm seine Freude, so spiele ich mich auch nicht ins Abseits. Denn mein „Verbot“ wird seine Leidenschaft auch nicht mindern. Aber wenn er dann fröhlich nach Haus kommt und sagt „Schatz, WIR haben gewonnen!“, dann kann es doch noch ein guter Tag werden. Und wenn ich doch mal gezwungener Maßen mitschauen muss: Einige Spieler sind ja schon ziemlich schnucklig und wenn frau dann brav durchgehalten hat, gibt es zur Belohnung den Trikottausch.