Es ist gewiss nichts Neues, über die Unterschiede zwischen Mann und Frau zu diskutieren. Gerade hinsichtlich geschlechtsspezifischer Begabungen und Fähigkeiten ist dieser Vergleich jedoch besonders interessant, da er verschiedene Rückschlüsse zulässt. Ob diese im Endeffekt repräsentativ sind und welche weiteren Faktoren bei der Beurteilung eine Rolle spielen, soll sich im Folgenden zeigen.

Eine Frage der Definition: Kreativität und ihr Wirkungsbereich

Der kreative Geist ist ein komplexes Wesen, der sich der rationalen Forschung weitestgehend entzieht. Kreativität wird landläufig mit Einfallsreichtum gleichgesetzt, was in vielen Fällen auch korrekt ist. Ein Blick in die Geschichte zeigt jedoch, dass die erfolgreichsten kreativen Schöpfer verschiedener Bereiche, sei es in der Wirtschaft, in der Kunst oder in der Wissenschaft, zum größten Teil Männer waren. Es muss allerdings bedacht werden, dass Frauen aufgrund der politischen und gesellschaftlichen Umstände kaum die Möglichkeit hatten, solche Leistungen zu erbringen. Ein sinnvoller Vergleich scheint also, wenn überhaupt, bloß in Bezug auf die aktuelle Zeit möglich, in der die Möglichkeiten für beide Geschlechter praktisch gleich sind.

Das perfekte Beispiel: die Geschenkesuche zu Weihnachten

Es weihnachtet, es schneit, es ist Zeit für die Geschenkesuche. Im Durchschnitt betrachtet fallen hier schnell große Unterschiede zwischen Mann und Frau auf. Diese sind zu gewissen Teilen auch in Interessen und Neigungen begründet. So kommt es nicht von ungefähr, dass Männer auch in der Vorweihnachtszeit recht häufig in Elektronikfachmärkten zu finden sind, in der Hoffnung, dort die perfekten Geschenke für alles und jeden zu finden. Frauen dagegen begnügen sich nur selten mit dem Kauf von Fertigprodukten. Deutlich sichtbar wird das im Umgang mit Fotos, die zum Weihnachtserlebnis beitragen sollen. Fotocollage, Fotokissen oder Fototasse werden in den meisten Fällen von Frauen verschenkt, während der Mann, der es natürlich ebenso gut meint, sich nicht vorstellen kann, was an einem digitalen Fotobuch verkehrt sein sollte. Tatsächlich soll an dieser Stelle gar kein Urteil darüber gefällt werden, ob eine Fotocollage nun „besser“ ist als ihr technisches Gegenstück; Fakt ist allerdings, dass die Fotocollage zweifellos das kreativere Geschenk ist. Dieses Muster lässt sich im Übrigen in vielen anderen Bereichen fortsetzen, was zu einer vermeintlichen Lösung der Anfangsfrage führen kann – aber eigentlich nicht sollte.

Ursache und Wirkung nicht verwechseln

Der Eindruck, dass Frauen kreativer sind, entsteht also relativ häufig, was eigentlich kein Zufall sein kann. Dabei muss jedoch ein wesentlicher Punkt beachtet werden: Frauen sind vor allem deswegen kreativer, weil sie es auch sein wollen – wohingegen Männer sich häufig an bequemeren oder auch technischeren Lösungen orientieren. Inwiefern dieser Vergleich nun Rückschlüsse auf die kreative Begabung zulässt, sei dahingestellt. Fest steht angesichts des kommenden Weihnachtsfests bloß, dass von weiblicher Seite zumindest die einfallsreicheren Geschenke zu erwarten sind.