Karneval ist bei sehr vielen Menschen äußerst beliebt und es gibt es überall verschiedene Bräuche, die die fünfte Jahreszeit einläuten und die die Menschen jedes Jahr aufs Neue mit großer Freude ausführen. Beim Karneval soll man noch einmal richtig lustig sein und viel schlemmen, bevor die Fastenzeit vor Ostern beginnt.

Karneval

Am 11. November startet die fünfte Jahreszeit. (Bild: Werner Schwehm – Fotolia)

Offizieller Beginn und verschiedene Bräuche weltweit

Der offizielle Beginn der Karnevalszeit ist seit dem 19. Jahrhundert der 11.11. um 11.11 Uhr. Der Hintergrund hiervon ist, dass es mit der Fixierung von Weihnachten im Jahre 354 in der Vorbereitungszeit darauf eine Fastenzeit von 40 Tagen gab, die an Epiphanias, dem 6. Januar, endete. Folglich begann die Fastenzeit am 11. November. Weitestgehend finden allerdings bis zum Dreikönigsfest kaum Veranstaltungen statt, was mit dem besinnlichen Charakter der Advents- und Weihnachtszeit zusammenhängt. Es finden sich auch Erklärungen, die die elf als närrische Zahl darstellen und die vielfältig auftaucht, so beispielsweise auch im „Elferrat“. Die „tollen Tage“ des Karnevals beginnen jeweils am Donnerstag vor Aschermittwoch und erreichen am Rosenmontag ihren Höhepunkt. Der Aschermittwoch beendet die Karnevalssaison und läutet die 40-tägige Fastenzeit vor Ostern ein.

Stilvolle Maskerade

Stilvolle Maske im venezianischen Stil (Bild: Dream-Emotion – Fotolia)

Geister vertreiben mit Masken und Lärm

Vielerorts kommen die Menschen mit schaurigen Masken verkleidet zusammen, um so die bösen Geister und Dämonen des Winters zu vertreiben. Im Februar sollen dann die guten Geister, die den Frühling bringen, geweckt werden. Häufig sind diese Treffen daher mit viel Lärm verbunden, der durch Glocken oder Trommeln erzeugt wird. In Basel in der Schweiz trifft man sich nach diesen Umzügen dann in Gaststätten, wo traditionell Mehlsuppe und Zwiebelkuchen gespeist werden.

In Blankenheim bei Köln werden ebenfalls Geisterzüge abgehalten, allerdings sind die Teilnehmer hier mit Laken und Hörnern verhüllt und tragen Fackeln. Im österreichischen Salzburg wird bereits um den Jahreswechsel das sogenannte Perchtenlaufen betrieben – Männer toben mit Fackeln und Glocken wild verkleidet durch die Straßen und erschrecken die Leute. Weltweit bekannt sind die Venezianischen Karnevalsmasken, die bei traditionellen Feiern verwendet werden und der Karneval in Rio, bei dem ausgelassen in bunten Kostümen getanzt und gefeiert wird.

Die Bräuche und Hochburgen der Karnevalszeit in Deutschland

Die Hochburg des deutschen Karnevals ist Köln. Bereits seit 1341 gibt es hier den Karneval, der damals maßgeblich durch den venezianischen Karneval beeinflusst wurde. Heutzutage wird immer am 11.11. das jährliche Motto bekannt gegeben und bis zum Ende der Saison am Aschermittwoch finden 300 Sitzungen und Bälle statt. Höhepunkt der Kölschen Karnevalszeit ist jedoch der Rosenmontag, an dem kilometerlange Festumzüge mit bunten Wagen durch die Stadt ziehen und Hunderttausende Narren mitfeiern. Die Wagen und Figuren spielen meist humorvoll auf das politische Geschehen und aktuelle Ereignisse an. Zudem gehört das Dreigestirn bestehend aus Prinz, Bauer und Jungfrau als unverzichtbarer traditioneller Bestandteil zum Kölner Karneval.

Die Hauptstadt des „literarischen“ oder „politischen“ Karnevals ist Mainz. Dies besteht dort zwar auch aus Umzügen und Bällen, vor allem jedoch aus Sitzungen mit Vorträgen, Büttenreden und Tanzgarden.

Personalisierte Fastnacht

Zu den vielen Bräuchen, die der Fasching mit sich bringt, gehört auch das Ritual des Fastnachterweckens. Hierbei wird der Karneval durch eine Strohpuppe, die aus dem Brunnen gezogen oder einem Grab enthoben wird, personalisiert. In Süddeutschland wird die Narrenfreiheit durch das Aufstellen des Narrenbaums für alle sichtbar gemacht. Ein besonderer Brauch, vor allem im rheinischen Karneval, ist es, an Weiberfastnacht den Herren die Krawatten abzuschneiden. Dies steht symbolisch für die Beraubung ihrer Männlichkeit. Auch das Backen von Fasnetsküchle ist ein weitverbreiteter und besonders leckerer Brauch an Karneval.