Legen Sie überschüssiges Geld auf die Seite und sammeln Sie dabei attraktive Zinsen, die das Budget für das nächste Shopping-Erlebnis zusätzlich erhöhen. Am einfachsten ist dies mit einem Tagesgeldkonto möglich, das zahlreiche Vorteile gegenüber dem Girokonto bietet. Doch unterscheiden sich die Anbieter hinsichtlich ihrer Konditionen zum Teil stark voneinander. Die Höhe der Zinsen und die sonstigen Konditionen der verschiedenen Anbieter sollten deshalb im Voraus verglichen werden. Die folgende Liste beantwortet die zehn wichtigsten Fragen zum Tagesgeld.

1. Welche Vorteile bietet ein Tagesgeldkonto gegenüber einem Girokonto?

Das Tagesgeldkonto ist in der Regel ein Konto, welches das Girokonto als Referenzkonto nutzt, d. h. Ein- und Auszahlungen müssen über das Girokonto erfolgen. Geld, das auf dem Girokonto kurzfristig nicht benötigt wird, kann einfach auf ein Tagesgeldkonto transferiert werden. Dort wird es bei der Wahl des passenden Anbieters attraktiv verzinst und ist im Gegensatz zu anderen Anlageformen dennoch täglich verfügbar. Das Geld kann also kurz vor dem Shopping auf das Girokonto überwiesen werden, sodass auch der Zahlung mit der ec-Karte nichts im Wege steht.

2. Online oder in der Filiale?

Die Wahl der Bank ist einerseits eine persönliche Präferenz, da nicht jeder mit dem Online-Banking der Direktbanken umgehen kann oder möchte. Andererseits erfolgt die Wahl anhand der Zinssätze, die angeboten werden. Diese sind häufig bei Direktbanken höher, da beispielsweise keine Lohnkosten für ein Netz an Mitarbeitern anfallen, sodass die Direktbanken den Preisvorteil direkt an die Kunden weitergeben können. Nachteilig ist hingegen die fehlende persönliche Beratung der Direktbanken, die bestenfalls durch Telefon-Hotlines ausgeglichen wird. Wer weniger Wert auf das Beratungsgespräch legt und eine ständige Verfügbarkeit mit günstigeren Zinsangeboten legt, ist bei einem Online-Anbieter sicherlich gut aufgehoben.

3. Gibt es Prämien für Neukunden?

Viele Banken locken Neukunden mit attraktiven Angeboten zur Eröffnung eines Tagesgeldkontos. Diese werden entweder als Sachprämien wie Tankgutscheinen vergeben, oder erfolgen als Kontogutschrift, was die Rendite im ersten Jahr zusätzlich verbessert. Hinzu kommen häufig Angebote mit besonderen Zinskonditionen für die ersten Monate der Kontoführung. Diese sind nicht selten an maximale Einlagehöhen geknüpft, sodass diese vorab sorgfältig geprüft werden sollten. Andererseits können diese Sonderkonditionen auch zur optimalen Ausnutzung der Renditen für dasTagesgeld-Hopping genutzt werden.

4. Welche Nachteile bringen zusätzliche Konditionen wie Depot- oder Wertpapierkonten?

Einige Anbieter verknüpfen die Eröffnung eines Tagesgeldkontos an den Abschluss eines Giro- oder Depotkontos. Sofern das Depotkonto brach liegen darf, stellt dies zunächst keinen Nachteil dar – ganz im Gegenteil bieten einige Banken besonders günstige Zinssätze an. Werden für das Konto jedoch Kontoführungsgebühren erhoben, dann schmälern diese die Rendite des Tagesgeldkontos. Deshalb sollten auch in dieser Hinsicht die Konditionen genau überprüft werden.

5. Ist das Angebot mit den höchsten Zinsen auch das beste?

Entscheidend für die jährliche Rendite sind vor allem die angeboteten Zinssätze. Diese sind an den Leitzins der EZB geknüpft und können damit täglichen Schwankungen unterliegen, sofern sie nicht vertraglich gesichert sind. So werden zum Beispiel Neukunden mit hohen Zinssätzen angelockt, die jedoch nur mit einer kurzen Zinsbindungsfrist gesichert sind und danach seitens der Bank beliebig verändert werden dürfen. Darüber hinaus bestehen teilweise maximale Summen, bis zu denen ein Zinssatz Gültigkeit hat – alles, was der Sparer darüber hinaus einzahlt, wird mit einem meist sehr niedrigen Zinssatz verzinst. Dementsprechend gilt es, sowohl die Anlagesumme zu überprüfen (diese sollte entweder utopisch hoch oder unbegrenzt sein) und auch Zinsbindungen sollten möglichst lang sein.

6. Was sagt die Häufigkeit der Zinszahlungen aus?

Zinsen werden entweder in einem jährlichen, quartalsweisen oder monatlichen Turnus ausbezahlt. Gerade bei großen Anlagesummen sollte auf ein mindestens quartalsweises Intervall Wert gelegt werden, da der Sparer damit von den Zinseszinsen profitieren kann: Durch die frühzeitigere Auszahlung der Zinsen erhöht sich das Ausgangskapital für die weitere Verzinsung automatisch, was bei großen Geldbeträgen jährlich mehrere hundert Euro bedeuten kann.

7. Was ist eine maximale Anlagehöhe?

Viele Banken beschränken die Summe der Anlagehöhe auf einen bestimmten Betrag. Dieser kann je nach Angebot bei 10.000 oder auch 500.000 Euro liegen. Bis zu diesem Betrag ist ein wesentlich attraktiverer Zinssatz gültig als darüber hinaus. Ein Sparer sollte sich dementsprechend vor der Konteneröffnung darüber informieren und ein Konto wählen, das eine für den persönlichen Bedarf nicht erreichbare maximale Anlagesumme anbietet. Andernfalls können die Renditen und ein möglicherweise attraktiver Basiszinssatz um ein Vielfaches geschmälert werden.

8. Fallen Kontoführungsgebühren für ein Tagesgeldkonto an?

In der Regel sind Tagesgeldkonten kostenfrei. Lediglich einige Ausnahmen erheben Gebühren für die Kontoführung – diese sollte der Sparer jedoch meiden. Üblicher als Kosten für ein Tagesgeldkonto sind Kontoführungsgebühren für ein Giro- oder Depotkonto, deren Abschluss bei einigen Anbietern an ein Tagesgeldkonto gekoppelt wird.

9. Ist mein Geld sicher?

Werden einige Punkte beachtet, so stellt das Tagesgeldkonto eine der sichersten Anlageformen überhaupt dar. Im Gegensatz zu Wertpapieren unterliegt das Konto keinerlei Risiken durch Wertverluste. Lediglich geringfügige Anpassungen des Zinssatzes sind möglich, die jedoch schlimmstenfalls zu einem langfristigen, inflationsbedingten Wertverlust führen, den absoluten Betrag jedoch nicht schmälern. Auch im unwahrscheinlichen Fall einer Bankeninsolvenz ist das Kapital abgesichert: In zahlreichen EU-Ländern sowie auch außereuropäischen Ländern wie Japan oder den USA sind Beträge mittels einer Einlagensicherung bis zu einer Mindestsumme zu 100 Prozent abgesichert. In der EU sind dies 100.000 Euro, in anderen Ländern umgerechnet ca. 60.000 Euro. In Deutschland besteht darüber hinaus ein Schutz durch verschiedene Bankenverbände. Nahezu jede Bank ist Mitglied in einer solchen Vereinigung, die das Kapital der Sparer in (nahezu) unbegrenzter Höhe absichern.

10. Wie flexibel ist ein Tagesgeldkonto?

Ein Tagesgeldkonto bietet nahezu die gleiche Flexibilität wie ein Girokonto. Einige Anbieter begrenzen die Höchstsumme, die an einem einzigen Tag abgehoben werden kann, sodass in diesem Fall etwas Planung notwendig ist, wenn größere Anschaffungen getätigt werden sollen. Ansonsten ist das Geld jedoch täglich verfügbar, das Konto kann jederzeit gekündigt werden. Aufgrund der Bedingung, dass das Geld über das Referenzkonto ein- und ausgezahlt werden muss, ist allerdings vor dem Shoppen eine Überweisung auf das Bankkonto notwendig, eine direkte Zahlung wie mit einer ec-Karte kann nicht erfolgen.

Fazit

Das Tagesgeldkonto ist eine optimale Möglichkeit, um kurzfristig nicht benötigtes Geld zu deponieren und hierfür Zinsen zu erhalten, die das Shopping-Budget ssteigern. Aufgrund der täglichen Verfügbarkeit ist das Konto dabei nahezu so flexibel wie ein Girokonto, wenngleich z. B. beim Shopping keine direkte Zahlung mittels einer ec-Karte erfolgen kann. Durch die Kontoführung, die in der Regel auch Online möglich ist, sollte ein kurzfristiger Transfer jedoch kein Problem darstellen und das Einkaufserlebnis nicht schmälern.