Trinkgeldgeben gehört für viele Menschen bei einem guten Service einfach dazu. Allerdings herrscht hier immer noch Unwissenheit darüber, wo man eigentlich Trinkgeld verteilt und in welcher Höhe es ausfallen sollte.

Freiwillige Leistung für guten Service

Zunächst einmal sollte bedacht werden, dass das Geben von Trinkgeld eine freiwillige Leistung und nicht etwa gesetzlich vorgeschrieben ist. Wenn der Service stimmt und man zufrieden ist, spricht jedoch nichts dagegen, dies mit etwas Trinkgeld zu belohnen. Hierzulande gibt man einer Kellnerin bei größeren Summen circa zehn Prozent oben drauf. Wird allein gegessen, sollte gut aufgerundet werden. Generell gilt: Mit zehn Prozent Trinkgeld kann man nichts falsch machen, wenn man unsicher ist.

Früher war der Tankwart eine Selbstverständlichkeit, dann verschwand er nach und nach, um neuerdings wieder aus der Versenkung aufzutauchen. So findet man an vielen Tankstellen wieder dementsprechendes Fachpersonal, das den Kunden beispielsweise beim Tanken behilflich ist, den Ölstand kontrolliert oder die Frontscheibe putzt. Sofern dieser Service nicht gesondert berechnet wird, genügt hier ein Euro als Trinkgeld.

Friseur und Co. Anerkennung zeigen

Bei einem guten Friseur wird ebenfalls Trinkgeld gegeben, welches jedoch nach Status gestaffelt wird: So gibt man beispielsweise dem Stylisten fünf Euro und demjenigen, der das Haarewaschen und die Kopfmassage übernimmt, zwei Euro. Ähnlich verhält es sich beim Hotelpagen und dem Zimmermädchen: Der Page bekommt einen Euro pro Koffer und das Zimmermädchen ein bis zwei Euro pro Übernachtung. Bei Taxifahrern oder dem Lieferservice sollte je nach Schnelligkeit und Freundlichkeit entschieden werden – aufrunden oder ein bis zwei Euro reichen hier aus.

Nicht immer gibt es etwas extra

Jeden Tag kommt er aufs Neue, bringt zuverlässig die Post ins Haus und ist manchmal außerordentlich freundlich: der Postbote. Doch viele wissen nicht, dass er kein Trinkgeld annehmen darf. Sachspenden, wie etwa eine Tafel Schokolade oder ein kleiner Pralinenkasten, sind dagegen in Ordnung. Stewardessen bekommen kein Trinkgeld, ebenso wie Klempner oder Heizungsmonteure – wobei sich Letztere sicher über einen Kaffee freuen. Auch eine Kosmetikerin erhält normalerweise nichts zusätzlich, freut sich aber natürlich, wenn sie dennoch zwei Euro bekommt, wenn man sich wohlgefühlt hat.

Beamten, Erziehern und Lehrern, Krankenschwestern und Altenpflegern darf man nichts geben, auch wenn man gern wöllte, beziehungsweise sie dürfen es nicht annehmen oder nur als Sachgeschenk im Wert von maximal fünf Euro und das auch nicht regelmäßig: Alles andere gilt laut der Anti-Korruptionsrichtlinie als Bestechung. Somit fällt leider sogar ein regelmäßiges Dankeschön in Form einer Pralinenschachtel für die liebevolle Altenpflegerin flach.