Wenn wir in den Urlaub fahren, braucht man mindestens einen von diesen Gepäcktransportwagen am Flughafen. Zwischen Check-in und Gate würde man sich sonst garantiert einen Bruch heben. Die Gepäckabfertiger, Taxifahrer und die Leute im Hotel, die sich um das Gepäck kümmern, tun mir schon immer leid und ich gebe extra viel Trinkgeld, wenn wir abreisen. Aber: Es muss halt sein. Schon für eine Woche Urlaub braucht man mindestens 20 Kilo Gepäck. Oder?

Der Zehn-Kilo Mann

Jetzt habe ich doch tatsächlich von einem Herrn gelesen, der mit maximal zehn Kilo im Rucksack auf Tour geht. Und dann nicht ins Hotel oder ins Ferienhaus, wie unsereins, sondern auf Wander- und Trekkingtouren in der freien Natur und in den Bergen. Das heißt, er hat dann sogar noch seine Koch- und Schlafsachen dabei, sowie den Proviant für die Dauer der Tour. Da muss man an jeder Kleinigkeit im Gepäck sparen und mit so wenig wie möglich von allem auszukommen. In den USA gibt es sogar einen Namen für diese Disziplin: das Ultraleicht-Wandern. Um Gewicht und Platz im Gepäck zu sparen, werden sogar Zahnbürstenstiele in der Mitte durchgesägt, Seife oder Zahnpasta in kleine Tiegel gefüllt und sogar Streichhölzer in der Mitte durchgebrochen. Statt eines richtigen Zeltes nehmen die Leichtgewicht-Jünger ihre Wanderstöcke und spannen damit Capes auf, die sie statt Regenjacke und Regenhose ebenfalls gewicht- und platzsparend eingepackt haben. Ganz extrem fand ich das Beispiel nur einen halben Schlafsack mitzunehmen, der an der Hüfte aufhört, weil man oben herum seine Jacke anbehalten kann, die sonst ja nachts keinen Nutzen hätte.

Starke Beschränkungen bei der Wahl des Outfits

Klar, diese Art von Gepäckreduzierung ist vielleicht ein wenig extrem. Aber so ein bisschen was kann man sich schon davon abschauen. Das mit den kleinen Tiegeln für die Zahnpasta hat mich zum Beispiel auf die Idee gebracht, in Zukunft nur noch Flaschen in Reisegrößen mitzunehmen. Dass man ab und zu mal eine Ladung Wäsche wäscht, statt alles zwanzigfach mitzunehmen, ist eigentlich auch keine schlechte Idee. Einen Waschsalon gibt es ja schließlich überall und manche Sachen, wie T-Shirts, kann man ja auch mit der Hand mal schnell durchwaschen. Allerdings fürchte ich, bei der Damenwelt nicht auf allzu viel Verständnis mit diesem Vorhaben zu stoßen. Denn denen geht es ja darum, viele verschiedene Outfits, die Schminke für jeden Anlass und zu jedem Kleid ein anderes Paar Schuhe dabei zu haben. Der Kommentar, wenn ich darum bitte, das Gepäck zu reduzieren lautete immer und wird auch immer lauten: „Aber ich hab doch nur das Nötigste dabei!“ Vielleicht fange ich Ultraleicht-Wandern als Hobby an…