Auch im Urlaub kann es zu ungläubigem Kopfschütteln kommen. Ich habe hier einfach mal ein Beispiel herausgesucht, das belegt, dass die bessere Hälfte auch auf dem internationalen Parkett für Verwirrung sorgen kann. Ob in Italien, Japan oder Griechenland – Logik wird allgemein überbewertet. Allerdings hätte diese Geschichte wohl jedem passieren können. Es handelt sich hierbei nämlich eher um ein herkunftsbezogenes Phänomen.

Bajuwarischer Ouzo

Die folgende Geschichte wurde mir von einem Bekannten berichtet. Für ihn und seine Freundin bedeutet Urlaub Griechenland. Jedes Jahr fahren sie mindestens einmal ins Athener Umland und haben sich dort mittlerweile einen beachtlichen Freundeskreis aufgebaut.
Vor ein paar Jahren flogen sie mit einem befreundeten Pärchen an die griechische Küste und genossen zu viert die Sonnentage, fuhren Jetski, gingen Wandern und tranken Ouzo in rauen Mengen. Das befreundete Pärchen kam aus dem Süden Deutschlands (vom Bodensee, um genau zu sein). Beide sprachen kein Griechisch, wenig Englisch und ansonsten ein sehr akzentlastiges Deutsch.

Sprachliche Barrieren

Eines Abends besuchten sie einen Bekannten in Ethniki Amyna, einem belebten Stadtteil von Athen, in dem zum Beispiel auch das Pentagon zu finden ist. Zu späterer Stunde entschied man sich dazu, eine Bar aufzusuchen und nach den ersten Bierchen schlug das bayrische Mädel auf den Tisch und verkündete, sie würde nun eine Runde vom besten Ouzo ausgeben. Sie verschwand kurz und kam dann kopfschüttelnd zurück an den Tisch. Völlig aufgebracht erzählte sie den Anwesenden, dass es in dieser griechischen Bar überhaupt keinen Ouzo geben würde und dass der Barkeeper ihr das auch noch auf Deutsch erklärt hätte. Das machte meinen Bekannten stutzig. „Wirklich auf Deutsch?“, fragte er. Sie nickte daraufhin energisch mit dem Kopf und fügte hinzu, dass er sogar in lupenreinem Bayrisch geantwortet hätte und das obendrein auch nicht gerade höflich. Er solle nur „ho mer net“ gesagt haben! Sie keifte noch einige Zeit weiter und schimpfte auf den Barkeeper. Meinem Bekannten kam das recht seltsam vor und er ging daraufhin selbst zu dem Barmann und fragte ihn, was genau die Frau vorhin zu ihm gesagt hätte. Auf Englisch antwortete er, dass die Frau bei ihm nach Ouzo verlangt hätte und als er sie daraufhin fragte, wie viele sie denn haben wolle, wäre sie einfach naserümpfend davongezogen. Na ja, „ho mer net“ und „how many“ klingt auch wirklich ziemlich ähnlich.
Was lernen wir also aus dieser kleinen Anekdote? Zum einen kann man mit Recht behaupten, dass Missverständnisse für die besten Urlaubserinnerungen sorgen und zum anderen lohnt es sich immer, noch einmal nachzufragen.