Bei italienischer Küche denken viele lediglich an Pizza, Spaghetti und Tiramisu? Das ist richtig, denn alle drei Speisen werden in Italien gerne gegessen. Aber die italienische Küche ist vielfältiger, als man denkt, und regional sehr unterschiedlich.

Südliche Heimat der Pizza

Im Süden Italiens, in Neapel, liegt die Heimat der Pizza. Die Legende sagt, dass die erste Pizza von Raffaele Esposito von der Pizzeria Brandi anlässlich des Besuchs von König Umberto I. und seiner Frau Margherita gebacken wurde. Zu Ehren der Königin benannte er das Gericht nach ihr: Pizza Margherita darf bis heute auf keiner Pizzeria-Speisekarte fehlen. Ein italienisches Nationalgericht war geboren. Esposito belegte die Pizza patriotisch in den Farben der italienischen Flagge. Grün, Weiß, Rot – Basilikum, Mozzarella, Tomaten.

Petersdom

Die italienische Küche ist vor allem für Nudel- und Teigspeisen bekannt (Bild: Jürgen Pemsel – Fotolia)

Im Gegensatz zum wohlhabenden Norden besteht die süditalienische Küche aus den einfachen, aber schmackhaften Gerichten der armen Landbevölkerung. Gemüse und Brot wird gerne verwendet, aber teures Fleisch nur selten. Auch Nudeln sind im Süden Italiens nur aus Hartweizen, während in den nördlicheren Regionen Eiernudeln gegessen werden. Typische süditalienische Gemüsegerichte bestehen oft aus Tomaten, Paprika, Zucchini oder Auberginen.

Lasagne und dicke Wurst aus Bologna

Im Norden Italiens wird üppiger gegessen. Lasagne Bolognese zum Beispiel, ein deftiger Auflauf aus Béchamelsauce, Hackfleisch und flachen Nudeln, hat ihre Heimat in der norditalienischen Universitätsstadt Bologna, wie der Name schon sagt. Und wer weiß, vielleicht hütet eine Familie in Bologna seit Generationen das beste Lasagne Bolognese Rezept aus Italien? Bologna ist auch für seine Mortadella bekannt, die Wurst mit im Vergleich zur Salami riesigen Scheiben.

Aus der Region um Bologna, der Emilia Romagna, kommen viele der kulinarischen Highlights, die man weltweit mit dem Land Italien verbindet. Etwa der extrem harte Würzkäse Parmigiano-Reggiano, der in Deutschland als Parmesan bekannt ist – und den man hierzulande meistens nicht in annähernd derselben Qualität bekommt wie in Italien.

Auch in der Emilia Romagna liegt Modena. Hier ist man zu Wurst oder Fleisch runde Teigfladen, die im Waffeleisen gebacken werden. Sie heißen Tigelle.

Frisch aus dem Meer

Je näher man der Küste kommt, desto verbreiteter sind Fischgerichte und Meeresfrüchte. Gerade bei Fisch spielt die Frische ja eine besonders wichtige Rolle und wirklich frischen Fisch bekommt man nur in Meeresnähe. Calamari, die berüchtigten Tintenfischringe, sind nur zäh wie Gummi, wenn sie falsch zubereitet werden. Richtig gebacken, also nicht zu lange, sind sie bissfest und haben ein unaufdringliches Aroma, das mehr an frische Seeluft als an alten Fisch erinnert.

Wer Fischsuppe nicht lecker findet, war noch nie in der toskanischen Stadt Livorno und hat dort Cacciucco gegessen. Die Suppe wird aus fünf verschiedenen Fischen und Meeresfrüchten gemacht. Dazu gibt es eine Eselsbrücke: Das Wort Cacciucco enthält den Buchstaben „c“ fünf Mal, also fünf verschiedene Meerestiere. Völlig logisch, oder? Die werden mit Tomaten und Weißbrot zu einer sämigen Soße gekocht.

In ganz Italien ist Fritto misto beliebt. Das heißt auf Deutsch „gemischtes Frittiertes“. Frittiert wird alles, was aus dem Meer kommt. Vor dem Frittieren mit Mehl bestäubt und mit Petersilie und Zitronen entsteht ein leckerer Snack, den man auch oft bei Straßenhändlern kaufen kann.