Langsam, ganz langsam blüht der Gebrauchtwagenmarkt wieder auf und macht das wirtschaftliche Schlagloch aus Zeiten der Abwrackprämie vergessen. Mehr als 6 Millionen gebrauchte Fahrzeuge wechselten vergangenes Jahr den Besitzer und spülten frisches Geld in die Kassen der Händler. Neue Plattformen wie carsale24.de, die Gebrauchtwagen unkompliziert und schnell ankaufen, sorgen ebenfalls dafür, dass der Trend anhält.

Doch wo neue Hoffnung auf wirtschaftliche Erfolge keimt, gedeiht auch Unkraut prächtig und so gehören Betrug und arglistige Täuschung zum Tagesgeschäft vieler unseriöser Gebrauchtwagenhändler. Wer als potenzieller Käufer eines Fahrzeugs auch ohne Sachkenntnis auf der sicheren Seite sein möchte, sollte die beiden gängigsten Betrugsmaschen kennen.

Vor allem der blühende Online-Handel, auf den Seiten der großen Autobörsen, birgt viele Risiken und trotz zahlreicher Gebrauchtwagen Ratgeber im Internet, haben betrügerische Händler oft leichtes Spiel, wenn es darum geht, Privatverkäufern persönliche Daten zu entlocken, um einen Versicherungsbetrug zu begehen.

Wie läuft der Betrug beim Gebrauchtwagenhandel ab?

Meist unterbreiten die Betrüger dem arglosen Verkäufer zunächst ein lukratives Angebot für ihren Gebrauchten. Einen guten Verkaufspreis witternd, werden viele Autoverkäufer an dieser Stelle nachlässig und geben Daten über sich und deren Kfz-Versicherung preis. Mit dem Vorwand die Versicherungskosten vor dem Kauf errechnen zu können, melden die Betrüger dann einen Schaden oder Unfall bei der entsprechenden Versicherung an und kassieren ab. Besonders einfallsreich: Es werden häufig Glasschäden gemeldet, die keine Anhebung der Schadensfreiheitsklasse, also der „Prozente“, zur Folge haben.

Nicht besonders trickreich, dafür aber umso dreister, gestaltet sich der Betrug in Salamitaktik. Wo anfänglich noch ein reizvolles Angebot eines Händlers steht, wird der Kaufpreis systematisch in mehreren Schritten gedrückt. Unter einem Vorwand bestehen die Betrüger zunächst auf die Übergabe des Fahrzeugs vor Ort. Viele Privatverkäufer nehmen in Anbetracht des guten Verkaufspreises eine längere Anfahrt in Kauf. Einmal angekommen stellen die Käufer vermeidliche Wertminderungen, zum Beispiel durch kleine Kratzer im Lack, fest und beginnen den Kaufpreis zu drücken. Privatverkäufer, die nicht umsonst angereist sein möchten, Benzingeld investiert haben und möglicherweise schon für eine Rückfahrgelegenheit gesorgt und bezahlt haben, lenken hier verärgert ein und verkaufen den Wagen unter seinem Wert.

Eine Betrugsvariante, die nicht auf den Online-Handel beschränkt und nach wie vor am verbreitetsten ist, ist der Tachobetrug. Keine Seltenheit, dass importierte Fahrzeuge mit einer Laufleistung von weit über 500.000 Kilometern auf 100.000 und weniger „zurückgeschraubt“ werden. Also Vorsicht, wenn Baujahr und allgemeiner Verschleißgrad ds Fahrzeug nicht mit der Kilometerlaufleistung zu korrelieren scheinen. Hier wurde vielleicht manipuliert!