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Hauptsache kein Öl

11. Juli 2011, aus der Schublade Wohnen und Leben

Am Wochenende waren wir einige Zeit draußen unterwegs, und da hatte ich mir eine Zecke eingefangen. Das Biest saß zwischen Schulter und Achsel und sollte natürlich schnell das Zeitliche segnen. Meine Liebste leitete die Operation mit folgenden Worten ein:

„Was für ein widerliches Biest!“
„Ja. Aber sie hat sich noch nicht richtig festgebissen, oder? Ich seh das aus dem Augenwinkel so schlecht.“

„Nein, ich glaube, sie beginnt ihr übles Werk gerade. Ich such mal die Zeckenkarte.“
„Ja, man darf die Viecher ja nicht mit Öl umbringen.“

„Nein, keinesfalls! Ich hab das mal gelesen, die scheiden dann ihre ganzen Viren und Bakterien und was weiß ich noch aus, und dann hast du den Salat. Ich mach das mit der Zeckenkarte, wenn ich sie finde. Natürlich kein Öl, bist du verrückt!“
„Sag ich doch, kein Öl. Beruhig dich doch wieder, das Vieh sitzt ja außerdem bei mir.“

„Ja,bloß kein Öl.“
„Hab ich doch grade…“

„Nur, um sicherzugehen. Das kann man nicht oft genug erwähnen. Falls ich mal nicht da bin und du hast sowas, dann mach bloß kein Öl drauf.“
„Sag mal, Schatz, hast du einen Hörsturz? Ich sagte doch: Kein Öl!“

„Mein Reden! Bloß kein Öl drauf, das sag ich doch schon die ganze Zeit!“
„Moment. ICH hab das zuerst gesagt.“

„DU hast irgendwie die Idee ins Spiel gebracht, dass man Zecken auch mit Öl umbringen könnte. Das darf man aber keinesfalls!“
„Ja, das weiß ich mittlerweile. Also eigentlich wusste ich es ja schon vorher. Aber ich habe es zuerst gesagt!“

„Ich habe gesagt, dass ich das Viech mit der Zeckenkarte rausmache, wenn ich sie finde.“
„Ja, das ist ja in Ordnung.“

„Hauptsache nicht mit Öl!“
„Schatz, kannst du jetzt das mit dem Öl mal lassen und…“

„Ich will doch gar kein Öl nehmen! Grade hab ich doch gesagt, dass ich die Zeckenkarte nehmen werde! Hörst du mir denn überhaupt zu? Irgendwo muss das Ding doch rumfahren…“
„Ich hab dir doch gar nicht unterstellen wollen, dass du Öl nehmen wolltest. Es ist nur…“

„Natürlich! Du hast gesagt, ich soll das mit dem Öl mal lassen!“
„Ja, aber das habe ich doch ganz anders…“

„Ich wollte überhaupt kein Öl nehmen!“
„Jaja, ich weiß. Ich meinte doch nur…“

„Du willst mich einfach nicht verstehen oder dein Hörvermögen hat unter dem Zeckenbiss gelitten. Hilf mir doch mal, die blöde Zeckenkarte zu suchen!“
„Ja, ich suche. Aber das mit dem Öl würde ich schon noch gerne klären!“

„ICH NEHME KEIN ÖL!“
„Ich weiß doch!“

„Wo ist dann das Problem?“
„Dass du mich falsch verstehst!“

„Moment. Ich verstehe dich falsch?“
„Ja. Pass auf…“

„ICH verstehe DICH falsch? Wegen dem Öl?“
„Jetzt wart doch mal… Hör mir doch mal zu! Ich will kein Öl, du willst kein Öl. Soweit richtig?“

„Ja.“
„Wo ist dann also dein Problem?“

„Ich hab kein Problem. Du hast ein Problem!“
„Ja, die Zecke. Sonst nichts.“

„Eben, und die mache ich jetzt mit der Zeckenkarte ab, wenn ich sie finde.“
„Ja, aber bald, sonst frisst sie mich auf!“

„Such halt mal besser!“
„Hier hätte ich immerhin eine Pinzette, die geht zur Not auch.“

„Gut, dann probier ich’s damit. Ich muss nur aufpassen, dass ich das ganze Vieh erwische.“
„Ja. Leg los.“

„Halt still, es ist nur eine Notlösung. Aber besser als Öl!“

Kopfschüttel…




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Kaffee am Morgen

7. Juli 2011, aus der Schublade Essen und Trinken

Heute beim Frühstück war der Kaffee irgendwie… anders. Ich mecker ja ungern, wenn mir meine Liebste extra Kaffee macht, aber er hat einfach BÄÄHH geschmeckt. Sie reichte ihn mit mit den Worten:

„Hier Schatz, Kaffee ist fertig.“
„Mmh, danke!“

„Was schaust du so?“
„Der sieht anders aus.“

„Anders als was?“
„Na anders als er sonst ist.“

„Ich hab ihn so wie immer gemacht.“
„Aber trotzdem sieht er anders aus.“

„Ist ja egal. Hauptsache, er schmeckt. Neulich hab ich im Radio gehört, dass man in Bayern sagt ‚Schmecke muaß ‘s. ‘S muaß schmecke.‘ Gut, oder?“
„Bitte? Was soll das denn heißen?“

„Na sowas wie: Hauptsache es schmeckt.“
„Ich sag ja nicht, dass der Kaffee nicht schmeckt, er sieht halt nur komisch aus… so wässrig. Und was für seltsame Sender hörst du da eigentlich?“

„Ach, da hab ich einen anderen Sender gesucht und dann kam da irgendwo grad so ein Quatsch. Und dass dein Kaffee anders aussieht, finde ich nicht. Vielleicht liegt’s daran, dass noch keine Milch drin ist. Hier ist sie, probier ihn dann mal.“
(Ich probiere einen kleinen Schluck)„Uäähhh, der ist ja eklig. Als ob er zum zehnten Mal aufgebrüht worden wäre!“

„Hmm… ich hab dieselbe Sort wie immer genommen. Ich bin mir keiner Schuld bewusst!“
„Brrr… den kann man grade wegschütten. Widerlich!“

„Das tut mir leid, Schatz. Soll ich dir einen neuen kochen?“
„Nein, lass mal. Da wird mir die Zeit zu knapp, bin eh schon ein bisschen spät dran.“

„Lass mich auch mal probieren.“
„Hier,bitte.“

„Bäh, der ist wirklich schlecht!“
„Sag ich doch.“

„Das würde mich jetzt aber schon interessieren, an was das liegt. Ich mach doch nochmal einen.“
„Ich hab aber keine Zeit mehr, ich muss los!“

„Ja, es geht ja nur darum, dass ich rausfinde, an was das liegt.“
„Und was machst du dann mit dem Kaffee? Steigst du jetzt extra deswegen von Tee auf Kaffee um?“

„Nein, ich kann ihn ja kalt werden lassen und heute nachmittag Eiskaffee draus machen.“
„Ja, das wär eine Idee.“

„Also, dann wollen wir mal sehen… Oha.“
„Was ist?“

„Also… es ist wohl ein technisches Problem. Sozusagen.“
„Kann nicht sein. Wenn Kaffee durchläuft, funktioniert die Maschine.“

„Also ein technisches Problem im weiteren Sinne. Der Kaffeefilter ist umgeknickt gewesen und das Wasser ist dran vorbeigelaufen.“
„Aha. Klassischer Bedienfehler.“

„Wie meinst du denn das?“
„Na ja, du hättest den Filter sorgfältiger reinsetzen müssen.“

„Und was heißt da ‚klassischer Bedienfehler‘? Was soll daran ‚klassisch‘ sein? Frau und Maschine, oder? Sowas passiert auch Männern.“
„Das kann ich mir nicht vorstellen. An der großen Kaffeemaschine bei uns im Büro passiert das ganz selten, und wenn, dann hatte eine Kollegin ihre Finger dran.“

„So ein Quatsch. Es ist doch keine besondere Herausforderung, so einen Filter richtig einzusetzen, egal ob für Mann oder Frau.“
„Na ja, anscheinend schon…“

„Ich kann dir sagen, warum das überwiegend bei Frauen passiert: Bestimmt sind sie es, die in eurer Firma dauernd Kaffee kochen! Wenn die Männer keinen Kaffee kochen, kann ja bei denen auch kein Filter umknicken.“
„Soll ich mir meinen Kaffee morgens in Zukunft immer selbst kochen?“

„Nein, ich mach das gerne für dich. Bei so einer Maschine mit Kaffeepads passiert das allerdings nicht…“

Kopfschüttel…




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