Trotzdem

17. Februar 2010, aus der Schublade Wohnen und Leben

Meine Liebste und ich planen einen Ausflug in das Möbelhaus Zurbrüggen in Delmenhorst.
Wir brauchen (wie die Liebste sagt) ein paar “Dekorationssachen” für den nahenden Frühling, und da sei Zurbrüggen eine sehr gute Adresse.
Und das nicht nur für Deko…

“Wann wollen wir denn los, Schatz?”
“Gleich. Wir fahren gleich los, Süße.”

“Gut.”
“Brauchen wir nur Deko oder noch was anderes?”

“Wieso was anderes?? Was brauchen wir denn noch?”
“Naja, brauchen wir noch Möbel, einen Schrank oder irgendwas?”

“Können wir das nicht vor Ort entscheiden??”
“Nee, ich wüsste das gerne jetzt. Der Laden ist riesengroß.”

“Naja, ich brauche tatsächlich noch was.”
“Aha? Und was?”

“Ein neues Bett.”
“Wie bitte?? Ein neues Bett?? Haben wir etwa keins??”

“Doch, aber ich hätte gern ein anderes.”
“Was stimmt denn mit unserem Bett nicht??”

“Mit dem Bett ist alles in Ordnung. Eigentlich.”
“Und un-eigentlich??”

“Es hat nicht alle Funktionen, die ich benötige.”
“Du kannst dich doch reinlegen und schlafen, was vermisst du denn??”

“Ich möchte ein Bett, das mich irgendwo hinfährt.”
“Was??”

“Ja, ich wache auf und sage: fahr mich zur Arbeit oder so.”
“Ähm…”

“Oder es fährt mich spazieren und ich kann schön liegen.”
“Aha, ja. Und sag mal, gesundheitlich ist aber alles in Ordnung??”

“Wieso? Ich wollte schon immer so ein Bett haben!”
“Sehr schön! Bei euch zuhause auf dem Mars gibt es sowas vielleicht!”

“Wieso denn Mars??”
“Naja, so unter euch Außerirdischen, meine ich…”

“Mars finde ich nicht gut.”
“Das macht nichts, wir fahren ja auch zu Zurbrüggen.”

“Können wir da mal nach Betten gucken?”
“NEIN!”

“Jetzt sei doch nicht so?”
“Liebste, es gibt bei Zurbrüggen keine Betten, die irgendwo hinfahren!”

“Nicht?”
“Nein…”

“Schade.”
“Sonst noch was?”

“Ja, ein neuer Kühlschrank wäre gut.”
“Soll der dich vielleicht auch an der Weser spazieren fahren??”

“Nee.”
“Gott sei Dank… Ich erwähne es nur ungern, aber wir haben einen.”

“Trotzdem hätte ich aber gerne einen anderen.”
“Du meinst, einen größeren?”

“Nee.”
“Sondern??”

“Einen, mit dem ich sprechen kann.”
“…Liebste, bitte, ich will doch noch alt werden, daher bitte…”

“Ich will mit dem sprechen!”
“Um Himmels Willen, warum?? Was willst du ihm denn sagen??”

“Na was ich essen will! Und Zack: Voila!”

Kopfschüttel…

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Ist heute Valentinstag??

14. Februar 2010, aus der Schublade Die besonderen Dinge

14. Februar: Da muss nicht mehr viel gesagt werden, natürlich schenkt man(n) heute seiner Liebsten eine Aufmerksamkeit, um ihr zu zeigen: du bist mein Schatz!
Natürlich lasse auch ich mir diese Gelegenheit heute nicht entgehen…

“Guten Morgen mein Schatz!”
“Guten Morgen, Süße. Alles Gute zum Valentinstag.”

“Oh! Ist heute Valentinstag?”
“Pff! Als wenn du das nicht GENAU wüsstest!”

“Ach ja, ich erinnere mich.”
“Natürlich…”

“Eigentlich finde ich Valentinstag ja doof.”
“Ich weiß.”

“Ist doch irgendwie überflüssig, oder?”
“Richtig. Und das sagst du ja auch jedes Jahr erneut.”

“Auch die Schenkerei und so, das ist doch doof.”
“Und auch dieses Statement kommt mir bekannt vor…”

“Ich freue mich auch an anderen Tagen über Aufmerksamkeit!”
“Ja.”

“Schön.”
“Schön.”

“Und, ähm…”
“Ja?”

“Kriege ich heute denn trotzdem was?”
“Ich dachte, du findest das alles doof?”

“Tue ich ja auch!”
“Wieso solltest du dann was von mir kriegen??”

“Weil du diese blöde Tradition ja jedes Jahr mitmachst!”
“Dieses Mal aber nicht, Liebste.”

“So?? Warum denn plötzlich nicht??”
“Weil du mir seit Jahren erzählst, dass das ja total blöd sei.”

“Aber du hörst doch sonst auch nicht auf mich??”
“Wenn es sich um den üblichen Unsinn handelt, dann nicht, stimmt.”

“Und ausgerechnet beim Valentinstag fällt dir das jetzt ein??”
“Ich dachte, dass sei eine gute Gelegenheit, dich zu respektieren.”

“Ja…”
“Freut mich, dass dir das gefällt.”

“Schön, ja, ganz toll… Also du hast wirklich nichts für mich?”
“Nein.”

“Ehrlich nicht?”
“Ehrlich nicht.”
[Ich kreuze meine Finger hinterm Rücken...]

“Das, ähm… Das freut mich. Sehr fortschrittlich…”

[Wenn ihr die Liebste jetzt sehen könntet: wie ein kleines Häufchen Elend steht sie jetzt da mit hängenden Schultern und einem Gesichtsausdruck, der sowohl Entsetzen als auch Enttäuschung und Hoffnungslosigkeit ausdrückt...]

“Dann, ähm, dann können wir ja jetzt frühstücken, oder?”
“Ja, gern! Ist ja ein ganz normaler Tag heute.”

“Ja…”
“Gehst du dann eben schnell zum Bäcker?”

“Ich?? Ich soll Brötchen holen gehen??”
“Warum nicht?”

“Ich?? ICH soll am Valent… OK, ich gehe…”

[Um den Schmerzen der Liebsten ein Ende zu bereiten, öffne ich die Tür zum Vorratsraum, wo ich einen riesigen Strauß rote Rosen inklusive einer romantischen Postkarte und einem liebevollen Text aufbewahre.
Schnell ist das Papier des Straußes entfernt und schon halte ich mein Valentinsgeschenk der Liebsten unter die Nase.]

“Oh, oh! Ist der etwa für mich??”
“Natürlich ist der für dich! Ich liebe dich.”

“Der ist aber toll, vielen Dank! Und sogar eine Karte!”
“Alles Gute zum Valentinstag, meine Liebste!”

“Du sollst mir doch zum Valentinstag nichts schenken!!”
“Ich weiß.”

“Du bist wirklich unmöglich! Aber ich liebe dich auch.”
“Prima. So, und was kriege ich?”

“Wieso du??”
“Hallo?? Es ist Valentinstag!?”

“Ach ja, stimmt! Hätte ich fast vergessen, warte… Hier:”
“Ähm… Fünf Euro??”

“Ich nehme dann ein Schokocroissant und ein Körnerbrötchen.”

Kopfschüttel…

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…und meckert dann noch, pff!

10. Februar 2010, aus der Schublade Wohnen und Leben

Meine Liebste sitzt an ihrem PC im Arbeitszimmer, als ich am Abend nach Hause komme.
Da ich angesichts der Wetterverhältnisse heute für 28 Kilometer zwei Stunden gebraucht habe, wünsche ich jetzt keinerlei Störungen, Aufwände oder böse Überraschungen mehr…

“Hallo Schatz! Na, gut durchgekommen?”
“Danke der Nachfrage, Süße, aber es war eine totale Katastr…”

“Das ist schön, Schatz.”
“Ja, ähm…”

“Und hast du heute etwas Tolles erlebt?”
“Ähm, nein, aber sag mal…”

“Was denn?”
“Was riecht denn hier so komisch?”

“Hast du es gemerkt, ja? Schön!”
“Das riecht doch hier nach, nach… Vanille?”

“Stimmt! Vanille!”
“Und was ist das?”

“Vanille ist ein Gewürz.”
“Oh, ja, vielen Dank!”

“Gerne.”
“Nein, ich meine, wieso riecht das hier nach Vanille??”

“Weil ich Vanille besser fand, als Zitrone.”
“Nein… Ich meine, WOHER kommt denn der Duft??”

“Von Schlecker, wieso?”
“Himmel, Liebste!!”

“Was denn??”
“Sag mal, du willst mich doch veräppeln, oder??”

“Wieso, warum? Ich? Dich?? Wieso??”
“Kannst du dann mal bitte auf meine Frage antworten??”

“Sehe ich etwa aus, wie ein Lexikon??”
“Nee.”

“Siehst du, und trotzdem erkläre ich dir alles.”
“Aber ich…”

“Fragt mich, was Vanille ist und meckert dann noch, pff…”
“Sag mal, kriegt man am Bahnhof jetzt vielleicht noch Morphium?”

“Kann sein, aber ich würde lieber gern bei Vanille bleiben…”
“Ich brech zusammen…”

“Kann ich sonst noch was für dich tun?”
“Ja. WO – STEHT – DAS – DING – MIT DEM DUFT!?”

“Ach, du meinst die Duftstäbchen mit dem Öl?”
“Gott sei Dank, sie hat mich endlich verstanden…”

“Sag ich nicht.”
“Was?”

“Sag ich nicht!”
“Was jetzt!? Wo die Duftstäbchen stehen??”

“Ja. Sag ich nicht.”
“Warum nicht??”

“Also genauer: sage ich DIR nicht.”
“Aber… WARUM??”

“Weil du das dann gleich wieder weg machst alles!”
“Wie bitte?? Warum sollte ich??”

“Weil du den Vanilleduft nicht magst.”
“Ich habe doch noch gar nichts dazu gesagt!?”

“Schön, und? Magst du ihn??”
“Ähm, ich, also… NEIN.”

“Siehste! Sag ich doch!”
“Was ist denn das für eine Beziehung, bitte, wo der eine…”

“..willst du darauf hinaus, dass man Vertrauen haben muss?”
“Ja! Zum Beispiel!”

“…und dass man Kompromisse machen muss miteinander?”
“Ja, auch das!”

“…und dass Geschmäcker öfter unterschiedlich sein können?”
“Genau!”

“…und dass man auch tolerant sein muss?”
“Korrekt.”

“Gut! Dann sind wir ja einer Meinung.”
“Heißt das, du sagst mir jetzt, wo du die Duftdinger versteckt hast?”

“Nein! Vertrauen ist gut, Vanille ist besser!”

Kopfschüttel…

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Drei zu Null, oder?

7. Februar 2010, aus der Schublade Beauty und Kleidung

Meine Liebste sitzt auf dem Sofa, als ich am späten Abend nach Hause komme.
Dass sie dort sitzt ist nichts Besonderes, aber sie trägt noch ihre volle Tagesbekleidung; gewöhnlich macht sie es sich abends etwas bequemer. Auch die verschränkten Arme lassen erahnen, dass…

“Hallo Schatz.”
“Hallo Süße! Na, alles gut bei dir?”

“Nein.”
“Nicht? Was ist denn los?”

“Ich habe mal wieder wirklich NICHTS anzuziehen!”
“Aha, und ähm, was ist das, was du da gerade an hast?”

“Eben! Eben! Guck dir das doch mal an!”
“Tja, also, ich…”

“Dieser Pulli hier, findest du den etwa schön??”
“Ähm…”

“Der passt doch gar nicht zu mir, oder??”
“Naja, du hast ihn ja auch noch nicht oft getragen…”

“Das kann man wohl sagen, sehr gut beobachtet!”

[1:0 für mich...]

“Und die Jeans?? Guck dir das doch mal an hier!”
“Was ist denn damit??”

“Die ist doch viel zu wenig verwaschen!”
“Verwaschen??”

“Die ist langweilig, meine ich!”
“Och, es kommt ja auch ein bisschen drauf an, was drin steckt…”

“Sollte das ein Kompliment für mich werden??”
“Ähm, ja?”

“Danke.”

[2:0 für mich...]

“Trotzdem ist die langweilig, die Jeans mag ich nicht!”
“Ähm, nur so interessenhalber: du hast sie doch mal gekauft, oder??”

“Natürlich habe ich sie gekauft!”
“Und dabei ist dir nicht schon aufgefallen, dass…”

“Ich dachte, dass die anders aussieht.”
“Aha…”

“So, und jetzt schau dir bitte mal die Schuhe an.”
“Zeig mal?”

[Die Liebste sitzt tatsächlich noch mit Schuhen an den Füßen auf dem Sofa; jetzt hebt sie beide Beine nach oben, damit ich mir die Schuhe ansehen kann...]

“So, und jetzt sag mal: die sind doch auch langweilig, oder??”
“Also, ich, ähm… Wieso findest du die denn jetzt langweilig?”

“Das Leder ist viel zu glatt und zu rund und…”
“…aber die Absätze, die sind doch ganz schön, oder?”

“Naja, das… Ja, das stimmt schon. Ausnahmsweise.”

[3:0 für mich! Jetzt kann mir nicht mehr viel passieren!]

“Trotzdem: ich weiß echt nicht mehr, was ich noch anziehen soll!”
“Hm…”

“Was soll ich denn jetzt machen??”
“Liebste, wie wäre es, wenn ich dich morgen zum Shoppen einlade?”

“Zum Shoppen??”
“Wir fahren in die Stadt und du kaufst dir was richtig Schönes.”

“Du bist echt ein Blödmann, weißt du das!”
“Ähm… Ich??”

“Ja, wie kann man nur so böse zu seiner Freundin sein!”
“Also Moment mal, ich…”

“Was soll denn das jetzt??”
“Entschuldigung, aber ich dachte, weil du doch…”

“Männer! Pff!”
“Ich wollte nur, dass du deine alten Klamotten da entsorgen kannst!”

“Meine alten Klamotten?? Diese hier??”
“Davon sprechen wir doch gerade die ganze Zeit oder??”

“Du meinst also die, die ich hier gerade an habe??”
“Den nicht passenden Pulli, die langweilige Jeans, die öden Schuhe.”

“Jetzt reicht es aber, BERND!”

[Uups... Wenn Sie BERND sagt, dann steht die Welt kurz vor dem Untergang; oder anders: ich stehe nahe am Abgrund und die Liebste überlegt, ob sie schubst...]

“Vielleicht bist du jetzt besser still, das ist gesünder für dich!”
“Normalerweise freust du dich doch, wenn wir shoppen gehen??”

“Ja, das ist wohl richtig.”
“Und was stimmt dann jetzt nicht??”

“ICH WAR HEUTE SHOPPEN, du Doof!”
“Oh… Und du hast dann wahrscheinlich diese Sachen da gek…”

“JA GENAU!”
“Ähm…”

“So, und jetzt noch mal: wie findest du den Pulli?”

Kopfschüttel…

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In meinem Gesicht

1. Februar 2010, aus der Schublade Die besonderen Dinge

Meine Liebste kommt am späten Abend zur Tür herein, legt im Flur ihre Jacke ab und kommt in die Küche geklackert, wo ich mir gerade einen Orangensaft eingieße.
Im Türrahmen bleibt sie stehen, streckt ihre Arme lang von sich und lächelt von einem Ohr zum anderen! Was ist denn da jetzt wieder los??

“Hallo mein allerliebster Schatzi!”
“Hallo Süße, du scheinst sehr gute Laune zu haben?”

“Jaaaa, das hab ich!”
“Aha, und, ähm…”

“Fällt dir denn gar nichts an mir auf?”

[In einem Film käme jetzt das dramatische Orchester zum Einsatz...
So, wie es Alfred Hitchcock in Psycho verwendet hat, wenn Norman Bates, und die Dusche, und das Messer, und die Schreie...
Liebste bringt die Fragen aller Fragen! Wenn ich jetzt einmal an ihr rauf und runter schaue, werde ich mir sofort was anhören dürfen...
Aber Zögern kann jetzt ebenso tödlich sein, und wieder einmal stehe ich vor der F...]

“Schätzchen, siehst du das denn nicht??”
“Also, ähm, du siehst bezaubernd aus wie immer und…”

“Nein, nein, das meine ich nicht! - Aber trotzdem danke.”
“Ähm, also, ich…”

“Du müsstest es doch in meinem Gesicht sehen können!”
“Ähm…”

“…dass ich dich soooooo lieb habe!”
“Dass du mich lieb hast??”

“Jaaa!! Ich freue mich so, dass ich dich so lieb habe!”
“Ja, das…”

“Sieht man das denn nicht??”
“Doch, ähm…”

“Du bist so doof!”
“Aber eben hast du doch noch gesagt, dass du mich…”

“Ich sage dir, dass ich dich liebe und du sagst ACH, ÄHM!”
“Entschuldige, ich habs eben nicht sofort gesehen, also…”

“Und ich war fest überzeugt, dass man mir das ansieht!”
“Ich liebe dich auch, meine Liebste.”

“So??”
“Ja. Ich liebe dich.”

“Pff! Sieht man dir aber gar nicht an!”

Kopfschüttel…

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Schnell was nachfragen

27. Januar 2010, aus der Schublade Beauty und Kleidung

Meine Liebste kommt aufgeregt ins Wohnzimmer gerannt, während ich auf dem Sofa sitze und Zeitung lese.
Noch während ich bei ihrem Anblick spontan denke, dass sie bestimmt wieder irgendetwas angestellt hat, legt die Liebste auch schon los.
Aber mal ehrlich: es muss ja nicht immer gleich was Schlimmes sein…

“Du, Schatz? Ich müsst mal schnell was nachfragen!”
“Was denn, Süße?”

“Die gelbe Zahnbürste ist doch deine, oder??”
“Wieso?”

“Sag doch mal, stimmt doch, oder?”
“Nein. Die BLAUE ist meine. Wie immer, wie du weißt.”

“Und wofür ist dann die gelbe??”
“Die gelbe Zahnbürste ist zum Reinigen für den Abfluss.”

“Aha, und die blaue ist dann also…”
“…für meine Zähne, ja.”

“Oh…”

Kopfschüttel…

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Kennst du den Wendler nicht?

24. Januar 2010, aus der Schublade Die besonderen Dinge

Meine Liebste und ich sitzen am frühen Sonntagabend im Wohnzimmer vor dem Fernseher. Während ich mir noch überlege, wo ich die Fernsehzeitung hingelegt habe, zappt die Liebste einmal alle Sender durch.
Und wo bleibt sie schließlich hängen??
Genau…

“Ach ja, das hätte ich fast verpasst!”
“Süße, ähm, ist das nicht dieser, na, dieser…”

“Das ist der Wendler. Der Wendler-Clan. Mit dem Wendler.”
“Danke, ja, das ist mit dem Wendler, richtig?”

“Sagte ich das schon?? Haha! Wendler! Wendler! Haha!”
“Das ist sehr lustig, ja…”

“Kennst du denn den Wendler nicht??”
“Naja, so vom Hörensagen irgendwie…”

“Ich finde den gut.”
“Den Wendler??”

“Seine Musik, der macht tolle Discofox-Sachen!”
“Discofox??”

“Ja, zum Beispiel dieses Ein Stern, der deinen Namen trägt!”
“Ähm… Das kenne ich sogar, aber…”

“Ich finde das super zum Discofox tanzen!”
“Schön, aber ist das nicht von… Von… Nik und dem Ötzi??”

“Tatsächlich?? Das ist gar nicht vom Wendler??”
“Also ich bin kein Schlagerprofi, aber…”

“Egal, aber das Wieder alles im Griff, das ist doch auch witzig!”
“Bitte??”

“Keine Panik, auf der Titanic, dätedätetä…”
“Liebste! Das ist auch nicht vom Wendler!”

“Nicht??”
“Das ist von Jürgen Drews!”

“Woher weißt du das denn??”
“Erstens hört man das und zweitens weiß man das eben!”

“Naja, wenn ich jetzt so darüber nachdenke…”
“Und? Tut es schon weh??”

“Blödmann! Ich darf ja wohl mal was verwechseln!?”
“Pff! Du weißt ja nicht mal, was der Wendler für Musik macht.”

“Doch!”
“Und??”

“Das Fliegerlied, das mit der Giraffe und dem Tiger!”
“Was??”

“Heut ist so ein schöner Tag, la-la-la-laa-laaaa!”
“Ach das! Das, wo man immer mitmachen muss?? Das Kinderlied??”

“La-la-la-laa-laaaa!!”
“Niemals ist das von dem Wendler!!”

“Und wohl! Der ist nämlich eine Stimmungskanone!”
“Mag ja sein, aber das Fliegerlied ist von, von…”

[Ein kurzes Googeln bringt es schnell an den Tag...]

“Und? Vom Wendler, oder??”
“Das ist von Tim Toupet! Nie gehört, aber von dem ist das wohl…”

“Oh, da lag ich aber ganz schön daneben, was?”
“Ähm, ja… Nicht, dass mich das wundern würde, aber…”

“Aber das war alles, was mir vom Wendler eingefallen ist??”
“Das ist ja das Problem! Die Songs SIND JA GAR NICHT vom Wendler!”

“Na und??”
“Du sagtest, dass du seine Musik magst, und kennst nicht EIN Lied!”

“Naja, diese Schlager hören sich ja auch alle so ähnlich an…”
“Demnach bist du also doch kein ausgemachter Wendler-Fan??”

“Doch!”
“Aber Schatz, du weißt doch gar nicht, was der…”

“Vergiss es, du darfst sowieso nicht umschalten!”
“Wer will denn umschalten??”

“Ach komm, tu doch nicht so! Ich kenne dich!”
“Na gut, du hast mich erwischt, aber jetzt mal ehrlich, das…”

“Sag ich ja. Männer…”
“Aber du kennst nicht ein Lied von dem!”

“Trotzdem macht der gute Musik! So, und jetzt geh spielen.”

Kopfschüttel…

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Es fehlt etwas…

21. Januar 2010, aus der Schublade Essen und Trinken

Als ich am Abend nach Hause komme, riecht es nach lecker Essen in der Wohnung; die Liebste scheint etwas gekocht zu haben!
Das ist gut, denn ich habe einen Mordshunger und wenn da jetzt noch ein hübsch gedeckter Tisch im Esszimmer ist…
Großartig!

“Hallo Schatz!”
“Hallo Süße, boah, hier riecht das aber lecker!”

“Ich wollte was kochen…”
“Wieso wollte??”

“Hat nicht geklappt.”
“Aber es riecht doch hier nach Essen??”

“Ja, aber das ist nichts geworden.”
“Ähm, heißt das, es gibt nichts??”

“Du kannst was haben, aber schmecken wird das nicht!”
“Was hast du denn gekocht?”

“Lasagne.”
“Ist doch super!?”

“Nein.”
“Warum?? Was ist denn damit? Verbrannt??”

“Nein, es fehlt leider was.”
“Aha, und was?”

“Die Lasagneplatten.”
“Aha… Naja, das ist, ähm…”

“Daher habe ich Makkaroni genommen.”
“Ist doch aber auch gut!?”

“Ja, aber ich hatte auch kein Hackfleisch.”
“Ach so?”

“Daher habe ich das Fleisch durch Scampis ersetzt.”
“Makkaroni mit Scampis?? Lecker!”

“Aber ich wollte doch unbedingt Lasagne mit Tomatensoße!”
“Ich habe noch nie Scampis mit Tomatensoße gegessen, aber…”

“…Tomatensoße hatten wir noch in der Miracoli-Packung.”
“Ähm… Von den Spaghetti das Zeug??”

“Ja.”
“Und??”

“Ich hatte dann das Gefühl, dass das komisch schmeckt.”
“Nunja, also das kann ich mir vorstellen…”

“Vielleicht hätte ich die Paprika nicht mit rein machen sollen…”
“Paprika??”

“Die musste mal langsam weg.”
“Aha…”

“Verstehst du jetzt, was ich meine?”
“Also ich darf mal zusammenfassen, ja?”

“Wenn du meinst…”
“Du hast Makkaroni mit Scampis und Spaghetti-Soße mit Paprika…”

“Ja, und dann überbacken. Macht man ja so mit Lasagne.”
“Ähm, immerhin hattest du demnach Käse?”

“Nee, nicht so richtig.”
“Nicht so richtig?? Aber womit hast du denn dann…”

“Mit dem Käse-Dip von den Tortilla-Chips.”
“Liebste, also, ähm…”

“Ja genau, und so schmeckt das jetzt auch!”
“Naja, ich meine, kreativ kochen ist ja nicht schlecht, aber…”

“Das kann ja auch gar nicht schmecken.”
“Naja, also einen Versuch würde ich vielleicht wagen…”

“Das bringt nichts, das schmeckt überhaupt nicht nach Lasagne.”
“Also mit Scampis, Paprika und Käse-Dip kann das ja auch nicht…”

“Deswegen doch nicht!”
“Weswegen denn??”

“Ich hab die Bechamel-Soße vergessen!”

Kopfschüttel…

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Großes Indianer-Ehrenwort

18. Januar 2010, aus der Schublade Schlafen und Dösen

Meine Liebste sitzt am frühen Morgen schon in der Küche beim Tee, als ich verschlafen hereinkomme.
Obwohl ich eigentlich noch gar nicht wirklich aus den Augen schauen kann, bemerke ich jedoch, dass sich das rechte Bein der Liebsten über ihrem Knie hektisch auf und ab bewegt…

“Morgen.”
“Guten Morgen, Süße… Na?”

“Was na?”
“Hast du gut geschlafen?”

“Och. Jaja.”
“Hm, also das hört sich aber nicht so an??”

“Doch, aber sag mal: wer ist eigentlich Bianca?”
“Bianca? Ähm… Eine Kollegin von mir heißt Bianca, wieso?”

“Aha!”
“Wieso, was ist denn??”

“Ist das die, die neu ist??”
“Liebste, darf ich mir erst mal einen Kaffee nehmen, ich…”

“Nein, darfst du nicht nicht nicht!”
“Was ist denn los??”

“Was läuft da zwischen dir und dieser Bianca!”
“Nichts! Was soll denn da laufen??”

“Du kannst mir nichts vormachen!”
“Wovon redest du denn eigentlich??”

“Du hast dich mit der getroffen, habe ich Recht??”
“Ich treffe sie jeden Tag, sie arbeitet ja bei uns!?”

“Ich meine das aber anders, du weißt genau, wovon ich rede!!”

[Die Liebste fängt richtig an, zu kochen! Ich weiß zwar immer noch nicht, was eigentlich los ist, aber ich entscheide mich, ihre Erregung etwas ernster zu nehmen und setze mich an den Küchentisch.]

“So, also?”
“Süße. Jetzt mal von ganz vorne: WAS willst du mir sagen?”

“Bist du mit Bianca in einem Hotel gewesen Ja oder Nein!”
“Nein.”

“Doch!”
“Aber wie kommst du denn auf diesen Gedanken??”

“Habe ich geträumt.”
“Geträumt??”

“Ja. Und ein riesen Whirlpool war da auch im Zimmer!”
“Ähm…”

“Du weißt ganz genau, wie gerne ICH einen Whirlpool hätte!”
“Ja, aber, ähm…”

“…und mit DER sitzt du in einem, das gibt es ja wohl nicht!”
“Also Moment mal, wenn du was träumst, was kann ich daf…”

“Ich träume das ja wohl nicht ohne Grund!”
“Aber ich war nicht mit Bianca in einem Hotel mit Whirlpool!”

“Wo denn??”
“Nirgendwo!”

“Pff! Das glaube ich dir nicht!”
“Liebste, jetzt hör auf mit dem Blödsinn, das war nur ein Traum!”

“Und wieso träume ich dann sowas??”
“Keine Ahnung, vielleicht hast du Schweinegrippe, oder so?”

“Du bist so doof!! Frauen haben gute Antennen für sowas!”
“Ja… Ihr hört auch in einem Parkhaus das Gras wachsen…”

“Ich sage dir, belüg mich nicht!”
“Liebste, es ist alles in bester Ordnung.”

“Hm.”
“Ich liebe dich, darf ich mir jetzt einen Kaffee nehmen?”

“Ja.”
“Danke.”

“Aber erst musst du mir noch zwei Sachen versprechen!”
“Aha, und was?”

“Erstens: du lässt immer schön die Finger von Bianca.”
“Das verspreche ich.”

“Großes Indianer-Ehrenwort??”
“Das ganz große.”

“Und solltest du doch einmal schwach werden, dann…”
“Dann??”

“…dann nimm wenigstens ein Hotel ohne Whirlpool!”

Kopfschüttel…

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Glaube mir

14. Januar 2010, aus der Schublade Die besonderen Dinge

Meine Liebste und ich stehen am frühen Abend in der Küche, nachdem wir vor kurzem nach Hause gekommen sind.
Während wir in Gegenwart des offenen Kühlschrankes die komplizierte Frage erörtern, was wir heute essen wollen, reibt sich die Liebste ständig ihr rechtes Bein…

“Mist…”
“Süße, ist was mit deinem Bein nicht in Ordnung?”

“Da kriege ich bestimmt einen blauen Fleck.”
“Warum??”

“Ach weil der blöd ist der Blödie!”
“Wer?? Was??”

“Mein Kollege. Der Stefan.”
“Aha. Stefan.”

“Der ist blöd.”
“Und, ähm… Was hat das mit deinem Bein zu tun??”

“Wir haben da so zu mehreren gestanden und geredet.”
“Schön, und?”

“Naja, und ich habe eben auch was erzählt.”
“Was hast du denn erzählt?”

“Ach, das tut eigentlich nichts zur Sache.”
“Nicht…”

“Nee.”
“Und was hat das jetzt mit deinem Bein zu tun??”

“Ich sagte doch, dass Stefan blöd ist!”
“Ja, das sagtest du, aber…”

“…und da hat der mich voll vors Schienbein getreten!”
“Stefan hat dich getreten??”

“Ja.”
“Einfach so??”

“Nur, weil ich was erzählt habe, nur darum!”
“Aber was hast du denn erzählt??”

“Unwichtig.”
“Ähm… Naja, und danach hat er dich also getreten??”

“Ja! Voll vors Schienbein!”
“Wer weiß, was du da wieder rumgelästert hast…”

“Ach was! Der spinnt doch! Der hat mich getreten!”
“Tja, dann wird er wohl einen guten Grund gehabt haben.”

“Was??”
“Vermute ich…”

[Die Liebste holt mit ihrem rechten Bein aus und tritt mir volles Programm vor mein Schienbein!]

“So!”
“AUA! Liebste, bist du verrückt geworden??”

“Was denn??”
“Das tat weh, warum trittst du mich denn??”

“Glaube mir.”
“Glauben?? Was denn glauben??”

“Ich hatte einen guten Grund!”

Kopfschüttel…

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