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Kein Tattoo

31. August 2011, aus der Schublade Beauty und Kleidung

Heute kam die Liebste ganz nachdenklich heim, aber ich dachte mir, dass es wohl nichts Wichtiges sein könne. Beim Abendessen kam dann zur Sprache, worüber sie nachgrübelte:

„Meine Kollegin hat sich ein Tattoo machen lassen.“
„Ach, das ist doch mittlerweile völlig out.“

„Sieht aber gut aus.“
„Ein Arschgeweih etwa?“

„Nee, an der Schulter.“
„Pfff.“

„So eine geschlungene Pflanze und ein Schmetterling.“
„Naja. Wem’s gefällt.“

„Mir gefällt das Tattoo.“
„Bitte!? Was gefällt dir denn an Tattoos?“

„Das von meiner Kollegin ist schön farbig, es hat nicht jeder und es sieht echt gut aus. Sie hatte heute ein kurzes Top an und jeder hat das Tattoo sehen können.“
„Na und? Das ist nur, damit auch jeder guckt.“

„Klar damit jeder guckt. Sieht nämlich gut aus.“
„Wenn sie mal noch einige Jährchen älter ist, sieht’s nicht mehr gut aus. Die geschlungene Pflanze welkt dann nämlich und lässt die Blätter hängen.“

„Quatsch, an der Schulter doch nicht.“
„Doch, überall. Die Haut altert überall.“

„An der Schulter gibt’s doch keine Falten.“
„Außerdem tut das Stechen doch sicherlich ziemlich weh.“

„Meine Kollegin sagt, es war nicht so schlimm.“
„Dann ist es doch auch ziemlich teuer.“

„Meine Kollegin sagt, es ging.“
„Dann ist es bestimmt so ein drittklassiger Schuppen gewesen, der die Nadeln nicht sterilisiert, und man holt sich dort Hepatitis und sonst was. Wo der Tätowierer ein Ex-Hells-Angel ist. Oder auch nicht Ex.“

„Quatsch. Meine Kollegin sagt, das Tattoostudio war erstklassig, natürlich nur Einwegartikel, und der Tätowierer ist ein richtiger Künstler.“
„Soso. Kein Hells Angel also. Vielleicht ein Bandido.“

„Er ist echt nett!“
„Sagt deine Kollegin.“

„Nee, sag ich.“
„Wieso? Kennst du den?“

„Ja.“
„Du triffst dich mit Motorradrockern?“

„Das ist überhaupt kein Motorradrocker!“
„Woher weißt du das?“

„Weil ich heute dort war.“
„Wieso? Hast du deine Kollegin abgeholt?“

„Nee, ich hab mich beraten lassen.“
„Wie? Was? Beraten? Von so einem… Assi!?“

„Ich hab mal ein paar Motive mitgebracht, schau hier.“
„Spinnst du?“

„Wie findest du denn die Blüte hier?“
„Hässlich.“

„Und das Muster hier, sieht echt interessant aus.“
„Ja, die ersten drei Minuten, dann wird’s langweilig. Wie früher das Testbild im Fernsehen.“

„Oder das Kätzchen, ist doch total süß!“
„Willst du es auf der rechten oder der linken Pobacke?“

„Du bist blöd!“
„Dann lass dir doch hintätowieren, wo du dein Auto geparkt hast, dann sparen wir uns solche Nummern wie neulich.“

„Oh, bist du gemein!“
„Nee, ich will nur keine tätowierte Freundin, du gefällst mir so am allerbesten!“

„Echt? Dann lass ich mir „Mein Freund mag keine Tattoos“ hintätowieren. Mit Blume!“

Kopfschüttel…




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Falsches Öl

29. August 2011, aus der Schublade Beauty und Kleidung

Gestern habe ich in der Drogerie einige Pröbchen geschenkt bekommen, und da ich mit Verwöhnbad und Massageöl eher nicht soviel anfangen kann, dachte ich mir, ich verwöhne meine Liebste. Also Badewanne hergerichtet, Kerzen und Duftlampe angemacht, das Badezimmerlicht aus und die Liebste überrascht…

„Oh, was ist denn hier passiert!“
„Für dich, Schatz.“

„Mensch, so romantisch kenne ich dich gar nicht.“
„Du kennst eben noch lange nicht alle Seiten von mir.“

„Hmm. Willst du mir etwas sagen?“
„Nein. Wieso?“

„Da ist doch was, also raus mit der Sprache!“
„Da gibt’s nichts. Ehrenwort! Soll ich dir noch was zu trinken holen?“

„Oh, das wäre was! Im Kühlschrank steht doch noch ein Piccolo, oder?“
„Ja, ich hol dir ein Glas.“

„Prima.“
„Hier, zum Wohl.“

„Danke.“
„Soll ich dir den Rücken schrubbern?“

„Gern. Jetzt sag schon, was ist los? Hast du was angestellt? Das Auto geschrottet? Versehentlich was von mir weggeworfen?“
„Nein, ich schwöre dir, es ist nichts. Ich hab das Badezeugs und das Massageöl geschenkt bekommen, in der Drogerie, als ich eingekauft hab.“

„Aha. Gut. Hmm, mir geht’s heute aber wirklich gut. Massiert werde ich auch noch?“
„Klar. Das Verwöhnprogramm ist inklusive Massage.“

„Super!“
„Na, dann komm raus der Wanne, dann massiere ich dich.“

„Das Öl riecht aber gut.“
„Ja, finde ich auch.“

„Das sollten wir auch mal kaufen.“
„Bingo, und schon hat sich das Pröbchen verteilen gelohnt.“

„Na und? Macht doch nichts. Hauptsache es riecht gut und ist auch sonst in Ordnung.“
„Ja, aber kauf bitte nur eine kleine Flasche, ich massier dich schließlich nicht jeden Abend.“

„Ach komm, du machst das gut.“
„Ja, du kannst mir nachher auch mal Rücken und Schulter massieren, ich bin auch ganz verspannt.“

„Jaja, mach ich. Massier aber erst mal fertig.“
„Ja. So, jetzt ist aber gut, jetzt bin ich dran.“

„Na, dann leg dich hin.“
„Also besonders die Schultern sind verspannt!“

„Jaja, wo ist denn das Öl?“
„Hier drüben hab ich’s hingestellt.“

„Gut. Was ist denn das?“
„Massageöl.“

„Nein, bist du verrückt: Das ist ein Cellulite-Öl!“
„Ja, und?“

„Ich hab keine Cellulite.“
„Na aber schaden tut’s doch auch nicht. Und wenn ich hier am Bein so ein bisschen die Haut zusammendrücke, dellt sich’s schon ein klitzekleines bisschen ein.“

„Spinnst du? Du sollst nicht an meinem Bein rumdrücken! Da hab ich ja wohl Glück gehabt, dass es keine Farbpröbchen gegen graue Haare gab und du nicht an meinem Kopf  auch noch auf Erkundungstour gehst!“

Kopfschüttel…




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