Desktop

Gestern abend hatte ich Bilder von einem Wochenendausflug auf unserem Rechner gesucht. Ich wurde aber nicht fündig, was vielleicht daran lag, dass meine Liebste sie gespeichert hatte. Sie werkelte grade in der Küche, und ich grummelte schon eine Weile am Rechner vor mich hin, bis sie meinen Unmut bemerkte:

„Was ist denn, Schatz?“
„Ich finde die Bilder von dem Wochenendausflug nicht. Von der kurzen Wanderung, wo wir diese ‚Abkürzung‘ genommen haben…“

„Die müssen aber auf dem Rechner sein!“
„Ich find sie aber nicht.“

„Schau halt mal ordentlich.“
„‘Ordentlich‘ ist ein gutes Stichwort…“

„Wie meinst du das denn?“
„Na ja… Man kann auf dem Rechner Ordner erstellen, das kommt von Ordnung…“

„Hab ich doch! Und in einem solchen Ordner sind die Bilder drin.“
„Und wie heißt der? ‚Neuer Ordner‘? Oder ‚Neuer Ordner (2)‘? Oder ‚Neue Bilder‘? Oder ist es der ‚Wichtige Bilder‘-Ordner?“

„Nein, das sind doch ganz andere Bilder. Ich hab sie unter ‚Eigene Dateien‘ gespeichert, glaub ich.“
„Da sind auch nur Unterordner…“

„Such sie halt mal durch…“
„Dafür, dass so ein PC Arbeit und Zeit sparen soll, sitz ich schon ganz schön lange hier rum.“

„Was meinst du?“
„Nichts, nichts. Ich such halt.“

„Gut.“
„Zum Beispiel im Unterordner ‚ganzneuebilder‘… Mist, auch nichts. Bist du dir sicher, dass du die Bilder von der Kamera rübergezogen hast?“

„Ja natürlich.“
„Oh Mann… Ich reproduziere das Ganze einfach.“

„Was sagst du?“
„Ich lade die Bilder einfach nochmal auf den Rechner.“

„Aha. Aber in fünf Minuten ist das Essen fertig!“
„Ja, ich rieche es schon. So, fertig. Da sind sie.“

„Gut.“
„HA! Und jetzt sehe ich auch, wo du die Bilder gespeichert hast!“

„Wo denn?“
„Auf dem Dektop!“

„Wo ist denn der?“
„Na… Ach, ich zeig’s dir nachher. Es waren nur fünf Bilder, deswegen hab ich die Symbole nicht gesehen.“

„Na dann ist ja jetzt alles prima.“
„Na ja… Auf dem Desktop speichert man doch eigentlich keine Einzeldateien.“

„Wieso denn nicht?“
„Weil man sie sonst ewig suchen muss, wenn man das nicht weiß! Extra dafür gibt’s Ordner und Unterordner.“

„Aber jetzt hast du sie doch gefunden, also war mein Speicherort wohl nicht so schlecht! Aber egal, komm zum Essen.“
„Ja. Mmmh, Lasagne!“

„Du kannst ja schon mal den Tisch decken.“
„Ja, mach ich. Wo ist denn eigentlich der Untersetzer für die Auflaufform?“

„Keine Ahnung. Den hast du vermutlich aufgeräumt, ich hänge ihn immer an den Haken neben dem Wasserkocher.“
„Ach so. Ah ja, ich erinnere mich… ich hab ihn in die Schublade geräumt und mir beim Aufräumen noch gedacht, dass ich den hier eigentlich noch nie gesehen habe. Komisch.“

„In die Schublade? Zu dem ganzen Krimskrams? Die ist eigentlich der Desktop der Küche!“

Kopfschüttel…

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Kein Tattoo

Heute kam die Liebste ganz nachdenklich heim, aber ich dachte mir, dass es wohl nichts Wichtiges sein könne. Beim Abendessen kam dann zur Sprache, worüber sie nachgrübelte:

„Meine Kollegin hat sich ein Tattoo machen lassen.“
„Ach, das ist doch mittlerweile völlig out.“

„Sieht aber gut aus.“
„Ein Arschgeweih etwa?“

„Nee, an der Schulter.“
„Pfff.“

„So eine geschlungene Pflanze und ein Schmetterling.“
„Naja. Wem’s gefällt.“

„Mir gefällt das Tattoo.“
„Bitte!? Was gefällt dir denn an Tattoos?“

„Das von meiner Kollegin ist schön farbig, es hat nicht jeder und es sieht echt gut aus. Sie hatte heute ein kurzes Top an und jeder hat das Tattoo sehen können.“
„Na und? Das ist nur, damit auch jeder guckt.“

„Klar damit jeder guckt. Sieht nämlich gut aus.“
„Wenn sie mal noch einige Jährchen älter ist, sieht’s nicht mehr gut aus. Die geschlungene Pflanze welkt dann nämlich und lässt die Blätter hängen.“

„Quatsch, an der Schulter doch nicht.“
„Doch, überall. Die Haut altert überall.“

„An der Schulter gibt’s doch keine Falten.“
„Außerdem tut das Stechen doch sicherlich ziemlich weh.“

„Meine Kollegin sagt, es war nicht so schlimm.“
„Dann ist es doch auch ziemlich teuer.“

„Meine Kollegin sagt, es ging.“
„Dann ist es bestimmt so ein drittklassiger Schuppen gewesen, der die Nadeln nicht sterilisiert, und man holt sich dort Hepatitis und sonst was. Wo der Tätowierer ein Ex-Hells-Angel ist. Oder auch nicht Ex.“

„Quatsch. Meine Kollegin sagt, das Tattoostudio war erstklassig, natürlich nur Einwegartikel, und der Tätowierer ist ein richtiger Künstler.“
„Soso. Kein Hells Angel also. Vielleicht ein Bandido.“

„Er ist echt nett!“
„Sagt deine Kollegin.“

„Nee, sag ich.“
„Wieso? Kennst du den?“

„Ja.“
„Du triffst dich mit Motorradrockern?“

„Das ist überhaupt kein Motorradrocker!“
„Woher weißt du das?“

„Weil ich heute dort war.“
„Wieso? Hast du deine Kollegin abgeholt?“

„Nee, ich hab mich beraten lassen.“
„Wie? Was? Beraten? Von so einem… Assi!?“

„Ich hab mal ein paar Motive mitgebracht, schau hier.“
„Spinnst du?“

„Wie findest du denn die Blüte hier?“
„Hässlich.“

„Und das Muster hier, sieht echt interessant aus.“
„Ja, die ersten drei Minuten, dann wird’s langweilig. Wie früher das Testbild im Fernsehen.“

„Oder das Kätzchen, ist doch total süß!“
„Willst du es auf der rechten oder der linken Pobacke?“

„Du bist blöd!“
„Dann lass dir doch hintätowieren, wo du dein Auto geparkt hast, dann sparen wir uns solche Nummern wie neulich.“

„Oh, bist du gemein!“
„Nee, ich will nur keine tätowierte Freundin, du gefällst mir so am allerbesten!“

„Echt? Dann lass ich mir „Mein Freund mag keine Tattoos“ hintätowieren. Mit Blume!“

Kopfschüttel…

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Falsches Öl

Gestern habe ich in der Drogerie einige Pröbchen geschenkt bekommen, und da ich mit Verwöhnbad und Massageöl eher nicht soviel anfangen kann, dachte ich mir, ich verwöhne meine Liebste. Also Badewanne hergerichtet, Kerzen und Duftlampe angemacht, das Badezimmerlicht aus und die Liebste überrascht…

„Oh, was ist denn hier passiert!“
„Für dich, Schatz.“

„Mensch, so romantisch kenne ich dich gar nicht.“
„Du kennst eben noch lange nicht alle Seiten von mir.“

„Hmm. Willst du mir etwas sagen?“
„Nein. Wieso?“

„Da ist doch was, also raus mit der Sprache!“
„Da gibt’s nichts. Ehrenwort! Soll ich dir noch was zu trinken holen?“

„Oh, das wäre was! Im Kühlschrank steht doch noch ein Piccolo, oder?“
„Ja, ich hol dir ein Glas.“

„Prima.“
„Hier, zum Wohl.“

„Danke.“
„Soll ich dir den Rücken schrubbern?“

„Gern. Jetzt sag schon, was ist los? Hast du was angestellt? Das Auto geschrottet? Versehentlich was von mir weggeworfen?“
„Nein, ich schwöre dir, es ist nichts. Ich hab das Badezeugs und das Massageöl geschenkt bekommen, in der Drogerie, als ich eingekauft hab.“

„Aha. Gut. Hmm, mir geht’s heute aber wirklich gut. Massiert werde ich auch noch?“
„Klar. Das Verwöhnprogramm ist inklusive Massage.“

„Super!“
„Na, dann komm raus der Wanne, dann massiere ich dich.“

„Das Öl riecht aber gut.“
„Ja, finde ich auch.“

„Das sollten wir auch mal kaufen.“
„Bingo, und schon hat sich das Pröbchen verteilen gelohnt.“

„Na und? Macht doch nichts. Hauptsache es riecht gut und ist auch sonst in Ordnung.“
„Ja, aber kauf bitte nur eine kleine Flasche, ich massier dich schließlich nicht jeden Abend.“

„Ach komm, du machst das gut.“
„Ja, du kannst mir nachher auch mal Rücken und Schulter massieren, ich bin auch ganz verspannt.“

„Jaja, mach ich. Massier aber erst mal fertig.“
„Ja. So, jetzt ist aber gut, jetzt bin ich dran.“

„Na, dann leg dich hin.“
„Also besonders die Schultern sind verspannt!“

„Jaja, wo ist denn das Öl?“
„Hier drüben hab ich’s hingestellt.“

„Gut. Was ist denn das?“
„Massageöl.“

„Nein, bist du verrückt: Das ist ein Cellulite-Öl!“
„Ja, und?“

„Ich hab keine Cellulite.“
„Na aber schaden tut’s doch auch nicht. Und wenn ich hier am Bein so ein bisschen die Haut zusammendrücke, dellt sich’s schon ein klitzekleines bisschen ein.“

„Spinnst du? Du sollst nicht an meinem Bein rumdrücken! Da hab ich ja wohl Glück gehabt, dass es keine Farbpröbchen gegen graue Haare gab und du nicht an meinem Kopf  auch noch auf Erkundungstour gehst!“

Kopfschüttel…

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Auto verlegt

Die Liebste hatte eine stressige Woche hinter sich und war gestern abend noch mit ihren Freundinnen aus. Daher ließ ich sie heute ausschlafen, holte Brötchen, deckte den Tisch und schmiss schon mal die Kaffeemaschine an. Als ich grade fertig gefrühstückt hatte, erschien sie etwas verkatert und unausgeschlafen und begrüßte mich leise:

„Ohh, du warst fleißig…“
„Guten Morgen erstmal, Schatz.“

„Ach, was soll an einem Morgen gut sein, der mit Aufstehen anfängt.“
„War wohl etwas später gestern?“

„Hmmja.“
„Wann bist du denn heimgekommen?“

„So gegen halb drei.“
„Das geht ja noch.“

„Ich werde halt auch älter und vertrag das Feiern nicht mehr so.“
„Da musst du durch. Was habt ihr denn eigentlich gefeiert?“

„Petras Beförderung. Und dann noch in Melanies Geburtstag reingefeiert.“
„Na, da hat es sich doch wenigstens gelohnt.“

„Ja. Schön war‘s schon.“
„Na, dann frühstücke in Ruhe, dann können wir ja zusammen die Wochenendeinkäufe machen.“

„Hmm.“
„Ich räum schonmal das Leergut in dein Auto, meins steht zu weit weg. Gib mir mal den Schlüssel.“

„In meiner Handtasche.“
„Ha! Auf Anhieb gefunden! Wo hast du denn geparkt?“

„Auf der Straße. Schau halt.“
„Ja.“
(Nach einer Weile komme ich zurück, weil ich ihr Auto nicht finde.)

„Das muss aber da sein. Vielleicht wurde es gestohlen?“
„Glaub ich nicht. Da stehen viel bessere Autos draußen als deins.“

„Hast du auch in den Nebenstraßen geguckt? Vielleicht war gestern kein Parkplatz frei und ich hab deshalb weiter weg geparkt?“
„Direkt vorm Haus sind mehrere freie Parkplätze…“

„Es muss gestohlen worden sein. Ruf die Polizei!“
„Mal langsam. Überleg nochmal, wo du geparkt haben könntest.“

„Ach, ich bin mit dem Taxi heimgekommen! Jetzt fällt‘s mir wieder ein. Wir haben bei Melanie noch Cocktails getrunken und dann habe ich das Auto selbstverständlich stehengelassen.“
„Das ist recht so. Nur wäre gut, wenn dir einfällt, wo du es stehengelassen hast.“

„Öh… Bestimmt bei Melanie. Wir können ja mit deinem Auto hinfahren und es dann holen.“
„Ja. Aber ruf erstmal Melanie an, ob dein Auto auch bei ihr steht.“

„Ja, mach ich.“
„Gut.“

„Melanie sagt, dass bei ihr kein Auto von mir steht. Und sie sagt, dass wir doch nur mit zwei Autos von Petra zu ihr gefahren sind.“
„Na, dann steht es noch bei Petra.“

„Ja, aber bei Petra gibt’s so wenig Parkplätze. Jetzt fällt‘s mir wieder ein, gib mal meine Handtasche her.“
„Hier, bitte.“

„Ha, hier: die Parkhauskarte. Dort steht mein Auto.“
„Meine Güte, musst du einen Filmriss gehabt haben… aber gut. Immerhin wissen wir jetzt ja schon mal, wo es ist.“

„Ja, jetzt müssen wir nur hinfahren und die sieben Etagen durchsuchen…ich schließe jetzt erstmal eine Autoversicherung für Dich auf www.toptarif24.com ab. Bei Dir kann man ja nie wissen…“

Kopfschüttel…

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