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Turnschuh

30. August 2010, aus der Schublade Schlafen und Dösen

Meine Liebste sitzt in der Küche und trinkt Tee, als ich am Abend nach Hause komme. Das ist an sich nichts Besonderes, aber genau das mag ich ja an Partnerschaften: es ist jemand da, der dich liebt und auf dich wartet, wenn du erschöpft nach Hause kommst. Ist das Leben nicht schön?

“Hallo Schatz!”
“Hallo Süße!”

“Und? Geht´s dir gut?”
“Ja.”

“Aha.”
“Ja.”

“Geht das vielleicht auch etwas ausführlicher?”
“Es geht mir heute sehr gut, danke Liebste.”

“Aha.”
“Ja.”

“Mehr nicht??”
“Wieso? Was soll denn sein?”

“Naja, was heißt denn das??”
“Ähm… Ich verstehe die Frage irgendwie nicht?”

“Na ich sehe doch, dass es dir NICHT gut geht.”
“Wie bitte??”

“Wie geht es dir denn nun wirklich?”
“Es geht mir gut!”

“Männer…”
“Und was heißt das jetzt wieder??”

“Ihr könnt nie zugeben, wenn es euch mal nicht gut geht.”
“Aber ich…”

“…nicht mal euren eigenen Frauen gegenüber!”
“Wieso sollte es mir denn nicht gut gehen??”

“Frauen spüren das.”
“Was spürst du denn bitte??”

“Ich weiß nicht, aber mein Bauch sagt mir: da stimmt was nicht.”
“Was soll denn nicht stimmen??”

“Das will ich ja eben gerade von dir wissen!”
“Es ist alles mit mir in Ordnung! Etwas müde vielleicht, aber…”

“AHA!”
“Na und?? Ich bin doch öfters mal ein bisschen müde!?”

“Du solltest dich aufs Sofa legen und dich erholen.”
“Ähm…”

“…dann geht es dir auch bald wieder besser.”
“Es geht mir aber doch gar nicht schlecht!?”

“Vielleicht ist da auch eine Grippe im Anflug?”
“Quatsch!”

“Komm, ich mache dir einen Tee und du legst dich schön hin.”
“Nein! Ich will mich nicht hinlegen!!”

“Deine Nerven scheinen auch schon total blank zu liegen…”
“Hör jetzt auf mit dem Blödsinn!”

“Du willst mir also glaubhaft machen, du seist gar nicht krank??”
“Sooo! Jetzt kommen wir der Sache näher.”

“Also sagst du, dass du fit, frisch und gesund bist?”
“Richtig. Ich bin fit wie ein Turnschuh!”

“Gut! Das wusste ich.”
“Pff! Eben war ich doch noch todkrank, deiner Meinung nach!?”

“Hätte doch sein können??”
“Liebste, ich kann dir wieder mal nicht auch nur ansatzweise folgen…”

“Komm, lass uns gehen.”
“Gehen? Wohin??”

“Wir treffen uns gleich mit Tanja und Chrissi in der Bar Celona.”
“Was?? Wie bitte?? Also Moment mal, das…”

“Das wollten wir doch schon öfter mal machen!?”
“Das wolltest DU schon öfter machen, ICH NICHT!”

“Also Moment, DAS habe ich aber anders in Erinnerung!”
“Aha, und woran erinnerst du dich, bitte??”

“Immer, wenn wir uns treffen wollten, warst du leider krank.”
“Ähm…”

“…aber heute bist du ja zum Glück fit!”
“Aber…”

“Komm Turnschuh, lass uns gehen.”

Kopfschüttel…




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Totalmeise

24. August 2010, aus der Schublade Die besonderen Dinge

Meine Liebste und ich sitzen zusammen auf unserem Sofa und lesen Zeitung; die Liebste irgendetwas mit bunten Bildern, Klatschgeschichten und Diätrezepten, ich etwas für Computerfreunde und Amateurbastler.
Wir sind uns einig, dass keiner mit dem anderen tauschen möchte…

“Schatz?”
“Ja, Süße?”

“Weißt du, was hier steht?”
“Nein.”

“Soll ich sagen?”

“Nein.”

“Nein??”
“Wenn ich wissen wollte, was in deiner Zeitung da steht, dann…”

“…dann würdest du sie selber lesen??”

“Ähm, richtig… Sagte ich das schon mal?”

“Ja, das sagtest du schon mal.”
“Schön, dann ist ja alles klar.”

“Aber das ist interessant hier, ehrlich!”
“Für wen jetzt?”

“Für mich, für dich, für alle eigentlich!”
“Aha. Nutzt es was, wenn ich weiterhin ablehne?”

“Nein. Ich sage es dir sowieso.”
“Ja… Wer konnte damit rechnen…”

“Also, pass auf.”
“Ich höre.”

“Hier steht, Frauen sollen Männern nicht immer alles glauben.”

“Ähm…”

“Ist das ein Knaller oder was!?”
“Also, ähm… Knaller inwiefern jetzt?”

“Na ist das nicht ätzend??”
“Ätzend??”

“Das impliziert ja, dass Frauen total doof sind!”
“Ach so, du meinst, weil…”

“…als wenn wir den Männern alles glauben würden, pff!”
“Ähm…”

“…und das ist eine Frauenzeitschrift, stell dir das mal vor!”
“Ja, das, ähm… Das ist…”

“Ich glaube, ich kaufe die Zeitung nicht mehr ab jetzt.”
“Aha…”

“…so was kann ich ja wohl nicht auch noch unterstützen!”
“Liebste, das ist das Vernünftigste, was du je gesagt hast.”

“Was? Wie bitte??”

“Naja, also, ähm, ich meine: du hast absolut Recht.”

“…das Vernünftigste, was ich jemals gesagt habe??”
“Also ich meinte das eher so, dass…”

“Du hast ja wohl ne Totalmeise im Oberstübchen!”

“Ich hab das nur so dahingesagt, ich meinte eigentlich…”

“Du hältst mich also auch für eine von den Doofchen, ja??”
“Nein, nein, entschuldige, ich habe Blödsinn geredet.”

“Ach ja??”
“Ja, es tut mir leid, natürlich war das nicht das Vernünftigste.”

“Das war nicht vernünftig?? Was denn dann, bitte??”
“Nicht das VernünftigSTE, sagte ich. Also, ich meine…”

“Du bist sooo doof!”
“Liebste, es tut mir wirklich leid!”

“Pff! Bäh!!”
“Du sagst eigentlich immer recht vernünftige Sachen.”

“Das glaube ich dir aber nicht!”

“Und wieso nicht??”

“Steht doch sogar hier in der Zeitung!!”

Kopfschüttel…




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