Einkaufen im bösen Internet

23. August 2006, aus der Schublade Beauty und Kleidung

Enkaufen im bösen InternetMeine Liebste hat ein äußerst seltenes Hobby: Schuhe. Wäre da nicht die schwierige Beschaffung… Läden suchen, voll und stickig, Personal mau, usw. Nun hat sie das Online-Shopping im Internet entdeckt.


“Du, wie geht das eigentlich so im Internet?”

“Was genau möchtest du denn tun?”

“Ich habe hier prima Flip-Flops gefunden, und nun?”
“Im Internet?? Auf welcher Seite denn?”

“Shop Web Buffi irgendwas www. Sieht schön aus.”
“Ahhh ja. Gut. Und was ist jetzt deine Frage??”

“Kann ich die jetzt da irgendwie bestellen?”
“Ja Schatz. Leg die Schuhe in den Warenkorb und geh zur Kasse.”

“Dein Fachchinesisch! Ich habe das doch noch nie gemacht!”
“Oh, äh… sorry, ich wusste gar nicht, dass…”

“Nee, lass nur. Ich finde das hier schon raus. So, mal schauen…”
“Da unten rechts jetzt klicken…”

“Lass mich doch mal machen! Kann ja nicht so schwierig sein.”
“Gut Schatz, aber wenn du Fragen hast…”

[Meine Liebste vergräbt sich und ich höre es ca. 347-mal klicken.]

“Du? Schatz? Ich habe jetzt 6 Paar Schuhe im Warenkorb.”
“Das freut mich… Kann man da auch Schuhschränke bestellen?”

“Nein, ich meine, ich will ja nur ein 1 Paar! Und jetzt?”
“Schmeiße einfach die Schuhe raus, die du nicht haben willst.”

“Das geht hier aber nicht. Blödes Internet, ich habs gewusst!”
“Ganz ruhig, Moment… Trage da anstelle der 6 eine 1 ein.”

“Ach so, ja, geht. Danke, jetzt komme ich wieder allein klar.”
“Soll ich nicht vielleicht doch…”

“Nein, aber vielen Dank Schatz. Geh, geh…!”

[Es verstreichen bestimmt 10 Minuten ohne einen einzigen Klick...]

“Du? Schatz? Was ist denn SSL?”
“Eine Verschlüsselungstechnik, die gewährleistet, dass deine persönlichen Daten sicher übertragen werden.”

“Aber die haben doch meine Daten noch gar nicht!”
“Nein, noch nicht, aber du wirst sie gleich eingeben müssen und das ist dann eben sicher.”

“Ich möchte doch nur die Schuhe kaufen, sonst nichts!”
“Ja, aber die müssen doch irgendwo hingeliefert werden, oder?”

“Das ist ziemlich kompliziert, finde ich. Also Bestellen klicken.”
“Ich geh dann mal wieder, Schatz…”

“Du kannst mich doch jetzt nicht alleine lassen! Hilf mir mal!”
“Aber du wolltest doch…”

“Jajaja, jetzt komm und sag mir die Anschrift  von deiner Firma.”
“VON MEINER FIRMA??”

“Die wollen da eine Lieferadresse und ich bin ja nie hier.”
“Ach so, naja… Gut, also dann nimm diese Adresse hier…”

“Fein! So und jetzt brauche ich nur noch deine Kreditkarte.”
“BITTE?? M-E-I-N-E KREDITKARTE???”

“Ja ich habe doch keine und das geht hier nur mit Kreditkarte!”
“Ach und da muss ich jetzt noch DEINE Schuhe bezahlen, oder was?”

“Jetzt stell dich nicht so an, das sind nur 4,99 EUR.”
“Soll das heißen, du bestellst jetzt seit einer Stunde Schuhe für 5 Euro??”

“Genau diese gibts woanders aber nicht und es sind 12,89 EUR.”
“Schatz, ich bin deutlich über 30, bitte, bitte, mein Blutdruck…”

“Naja Versandkosten kommen ja noch dazu und…”
“Ist schon gut, hier, nimm meine Kreditkarte… Ich kaufe mir eine neue.”

“Geht denn das??”
“NEIN! NEIN, natürlich nicht! Du kannst ja auch kein Geld kaufen!”

“Ach so, schade. Warum regst du dich denn so auf?”
“Egal. Hast du sonst noch Fragen? SCHATZ??”

“Nö. Alles gut! Hoffentlich passen die Schuhe, die gabs nämlich nur noch in eine Nummer kleiner…”

Kopfschüttel…

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Richtig im Regen stehen

20. August 2006, aus der Schublade Die besonderen Dinge

Richtig im Regen stehenMeine Liebste und ich wollen heute beim Bremer Triathlon als klatschende Zuschauer teilnehmen. Wir haben gedacht, das sei ein guter sportlicher Einstieg und darüber hinaus eine nette Sonntagsbeschäftigung. Das Wetter ist instabil; wir gehen bei Sonnenschein mutig trotzdem los. Wir sind ja nicht aus Zucker…

“Ich habe heute mal keinen Schirm mitgenommen.”
“Ja Schatz, das ist mir aufgefallen. Sonst ja gar nicht deine Art…”

“Ich werde halt nicht gerne nass.”
“Ja, ich weiß: die Haare, die Schuhe, das Makeup…”

“Genau. Aber heute habe ich keine Schminke drauf, meine Haare sind heute egal, meine Schuhe uralt. Also: es kann ruhig regnen. Ich würde mich sogar freuen!”
“Daran werde ich dich gleich erinnern, siehst du die Wolke da?”

“Ist mir egal! Soll es doch regnen! Lalala laalaaa!”

[Kurze Zeit später regnet es wie aus Eimern...]

“Ist egal! Ich bin patschnass, aber egal!” [Sie schlottert...]
“Schatz, wollen wir nicht vielleicht doch wieder zurück und…”

“Hui, ich bin noch nie so nass geworden! Schön!” [Sie zittert...]
“Ähm, ist ja toll, aber…”

“Wow, w- was für ein Re- re- gen!” [Sie bibbert...]
“Schatz! Ich bin beeindruckt aber jetzt lass uns endlich…”

[Ein heftiger Donner grollt über uns hinweg, in der Ferne blitzt es.]

“Oh nein, Gewitter! Bei Gewitter habe ich Angst!”
“Ich dachte, du fühlst dich hier jetzt richtig wohl??”

“Nein, komm jetzt, Schluss, wir gehen!” [Sie reißt mich mit...]
“Schon toll so ein Regen, was? Haha!”

“Blödi! Gewitter sind gefährlich! Ich habe Wasser im Schuh!”
“Keine Sorge, das steht dir ausgezeichnet!”

“Apropos, weißt du was?”
“Nein, Schatz, was denn? Obwohl, ich will es eigentlich gar nicht…”

“Meine nasse Hose ist jetzt viel dunkler, sieht echt gut aus!”

Kopfschüttel…

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Die verflixten Überstunden

18. August 2006, aus der Schublade Wohnen und Leben

Meine Liebste hat einen tollen Job, aber sie muss dafür auch sehr viel arbeiten. Ich bin stolz auf sie, aber manchmal nervt es auch, wenn es abends sehr spät wird. Sie sitzt dann an ihrem Computer und tippt und tippt und tippt… Wir haben zuhause zwei Computerarbeitsplätze.

“Ich muss dringend noch die Sachen eben fertig machen.”
“OK, naja. Mach nur, ich weiß ja, dass es wichtig ist.”

“Duu, musst du denn auch noch irgendwas arbeiten?”
“Ähm, nein? Eigentlich nicht unbedingt, warum?”

“Weil ich habe immer ein ganz schlechtes Gewissen.”
“Weswegen? Weil du noch arbeiten musst?”

“Nein, weil du NICHT arbeiten musst.”
“Also du fändest es gut, wenn ich jetzt auch arbeiten müsste??”

“Ja, weil dann würden wir zusammen arbeiten und hätten gemeinsam schlechte Laune.”
“Aber ich will jetzt erstens nicht arbeiten und zweitens schon gar keine schlechte Laune!”

“Ich hab das nicht so gemeint, entschuldige, sorry.”
“Ok, dann… na gut. Mir tut es auch leid. Und jetzt?”

“Gestern hast du doch auch lange am PC gesessen.”
“Ja, aber da habe ich doch nur rumgesurft. Und nicht gearbeitet.”

“Bei dir weiß man ja nie, was du da grade machst…”
“Schatz, wie meinst du denn das jetzt bitte?”

“Naja ich denke dann, dass du arbeitest, dabei machst du da nur WER WEISS WAS.”
“Was willst du denn jetzt damit wieder sagen?”

[Ich denke, dass sie mit "wer weiß was" ausschließlich Schweinkrams meint; oder was glaubt ihr?] 

“Keine Ahnung, nur so. Ich arbeite und du klickst da nur rum.”
“Aber du wolltest doch grade eben, dass ich auch was arbeite!”

“Ich denke du arbeitest an deinem Computer gar nicht??”
“MANCHMAL, nicht grundsätzlich, nee, ich meine, MEISTENS!”

“Ja aber was denn nun?”
“Schatz, ich werde verrückt… Egal. Soll ich jetzt ein bisschen ARBEITEN, damit du dich nicht so alleine fühlst im Arbeitszimmer? Wärst du dann glücklich?”

“Ja… Aber nicht nur wieder wer weiß was machen!”

Kopfschüttel…

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Richtig Parken

16. August 2006, aus der Schublade Auto und Parken

Richtig ParkenMeine Liebste kennt sich aus im Straßenverkehr und auch mit dem Autofahren im allgemeinen. Sie ist viel unterwegs und daher kennt sie alle Tricks im alltäglichen Kampf auf deutschen Straßen. Am Wochenende muss ich meistens fahren, da sie dann keine Lust hat. Wir kehren im Anschluss an ein paar gemeinsame Erledigungen nach Hause zurück.

“Hoffentlich kriegen wir einen Parkplatz.”
“Bestimmt, bislang hat es doch immer ganz gut geklappt.”

“Ja, aber ich will nicht so weit laufen müssen.”
“Musst du ja auch nicht, nun warte doch mal ab, bis wir da sind.”

“Und wenn es gleich regnet?”
“Schatz! Wir sind in 30 Sekunden da und kein Tropfen!”

“Mist, da ist nichts frei.”
“Da ist doch einer! Genau vor der Tür!”

“Nein, da kannst du nicht parken, das geht nicht.”
“Warum denn das bitte?? Ist doch so, wie du es haben wolltest!”

“Weil genau da die Tauben immer auf mein Auto plöddern.”
“PLÖDDERN??”

“Kacken sagt man nicht! Die Viecher sitzen da im Baum.”
“Tatsächlich? Also gut. Ich stehe da zwar immer, aber OK.”

“Wo willst du denn jetzt hin?”
“Da auf der anderen Seite ist auch noch einer.”

“Halt, da geht doch auch nicht.”
“Sind da etwa auch Tauben??”

“Nein, aber da parkt die komische Nachbarin mit ihrem Bulli.”
“Und?”

“Die kann nicht ein- und nicht ausparken. Die macht mir eine Schramme rein.”
“Ja, aber…Schatz, wenn ich dich nicht so lieb hätte… ich fahre nochmal rum, OK?”

“Jetzt hast du mein Auto ja ins Parkverbot gestellt!”
“Nein, bis morgen früh 9 Uhr darf man hier parken, schau.”

“Ach so. Dann setz aber noch 2 Meter zurück.”
“Warum denn jetzt das??”

“Um von dem Baum da wegzukommen.”
“Lass mich raten: die Tauben?”

“Du sagst das so, als sei ich doof. Und mich kacken die dann wieder voll!”
“Schon gut, schon gut. Stelle ich mich eben mitten drauf. Kann halt vorne und hinten kein anderer mehr parken.”

“Normalerweise mache ich das ja auch nicht. Finde ich blöd, wenn jemand so parkt.”
“Ja, so wie ich jetzt grade. Hoffentlich sieht mich keiner beim aussteigen.”

“Du willst jetzt aussteigen?”
“Ja du etwa nicht??”

“Du hast was vergessen.”
“Wieso? Telefon? Brille? – Was denn?”

“Du hast die Handbremse nicht angezogen!”
“Es ist doch ein Gang eingelegt! Und hier ist ein Gefälle von 0%.”

“Ich habe gelernt, man soll immer die Handbremse anziehen!”
“Jajaja, alles klar Schatz, also hier. So. Jetzt alles gut?”

“Ach Mist, jetzt habe ICH was vergessen.”
“Oh nein, bitte, das hört sich schon wieder nicht gut an! WAS??”

“Ich habe die Post nicht weggebracht. Fahr nochmal los!”

Kopfschüttel…

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Shopping mit Hindernissen

13. August 2006, aus der Schublade Beauty und Kleidung

Shopping mit HindernissenMeine Liebste benötigt für unseren Herbsturlaub noch diverse Kleinigkeiten: einen leichten Sommerrock, Flip-Flops mit Blume drauf (wichtig) und vor allem “irgendwas schönes”. Also fahren wir in eine Fabrikhalle, die nur aus Outlet-Stores besteht. Ganz coole Sache übrigens.

“Wahnsinn, hier sind ja mindestens 10-12 Outlets!”
“Ja, da findest du sicher was.”

“Da hinten ist ja auch Hilfiger, da finden wir bestimmt ein Shirt für dich!”
“Schatz, wir sind wegen dir hier. Ich brauche nichts.”

“Aber vielleicht sowas wie dein weißes mit dem grünen Streifen?”
“Finden wir sowieso nicht. Und ich brauche auch kein zweites, danke.”

“Jaja. Das sagst du immer. Ich darf dir ja auch nichts kaufen.”
“So habe ich das nicht gesagt! Ausgeschlossen sind nur Unterwäsche, Socken, Schuhe und Krawatten.”

“Warum denn?? Da will man dir was mitbringen und darf nicht.”
“Könnten wir uns jetzt erstmal auf dich konzentrieren?”

[Wir betreten Mexx...]

“Wie findest du den Blazer hier? Der ist schön, oder?”
“Ich dachte, du suchst einen Rock?”

“Ja doch, aber den könnte ich gut zu meiner braunen Hose…”
“Nee, finde ich nicht so, also… lass uns da hinten mal hingehen.”

“Und diese Jeans hier? Die hat einen ganz neuen Schnitt!”
“Wollen wir nicht erstmal nach Röcken…”

“Was ist, wird dir schon wieder langweilig?”
“Nein, nein, aber wenn wir uns alles anschauen, sind wir ja morgen noch nicht fertig.”

“Wir haben doch morgen eh nichts vor.”

[Wir betreten Marc O´Polo...]

“Schatz, wo bist du?? Hallo?”
“Jaja, hier bin ich doch. Schau mal, den Rock hier finde ich witzig.”

“Ja, der ist echt ein Witz, da hast du recht.”
“Ah, na gut, also nicht… und der hier?”

“Der ist doch viel zu kurz!”
“Würde dir aber auch stehen. Wieso denn bitte zu kurz?”

“Ich will in den Urlaub und nicht zur Wahl der Miss Mini! Männer…!”
“Aber… Na gut, es muss dir ja gefallen.”

“Ich will aber, dass dir das auch gefällt! Ich ziehe diese Hose mal an.”
“Ja, tu das, obwohl wir ja eigentlich…”

“Sei still und halt mal meine Tasche solange.”
“Ja Schatz…”

[Eine unglaublich lange Weile später...]

“Und?”
“Steht dir finde ich.”

“Typisch. Das sagst du doch nur, weil du weitergehen willst!”
“Wieso? Nein, also sie steht dir, oder ist was damit nicht in Ordnung?”

“Sprich mich heute nicht wieder auf Hosen an, das deprimiert mich!”
“Aber du wolltest doch, na gut…”

[Wir betreten Hilfiger...]

“Ja, das ist gut hier! Schau du doch schonmal nach Hemden.”
“Schatz, ich habe genug Hemden.”

“Ja aber du kannst doch auch mal gucken!”
“Lass mal. Wir müssen was für dich finden, sonst bist du wieder nöckelig.”

“Kann ich doch nichts dafür, dass ich nichts finde! Und du hilfst mir ja nicht.”
“Ich gehe zu den Hemden, Schatz…”

[Nach zwei Stunden haben wir alles durch, inklusive dem Outlet-Zooladen, wo ich meine Liebste nur mit großer Mühe davon abhalten kann, einem "sooo süßen" Kaninchen für 19,80 EUR die Freiheit zu schenken...]

“Hier gibt es gar keinen Zero-Laden. Wo ist denn Zero? Ich brauche Zero. Kein Wunder, dass ich nichts finde!”
“Zero trifft unser bisheriges Ergebnis ziemlich genau, naja… Das ist nicht hier, sondern in Habenhausen. Müssen wir da wirklich noch hin?”

“Es gibt tatsächlich ein Zero-Outlet? Natürlich müssen wir da hin! Wo steht das Auto?”

[Der Zero-Outlet-Store in Bremen ist riesig. Und DIE seelische Geduldsprobe für Männer schlechthin. Immerhin gibt es dort eine Kinderecke mit Fernseher. Es sitzen aber immer nur Männer dort. Heute gibt es "der kleine Eisbär"...]

“Du willst dich doch nicht ernsthaft da auch hinsetzen? Das ist für Kinder!”
“Ja aber es sind keine Kinder da. Schatz, darf ich? Bitte!”

“Nein, ich brauche dich. Du kommst mit mir mit!”
“Warum muss ich denn mit? Schau, da hinten kannst du in aller Ruhe…”

“Weil die hier so komische Preise haben. Das verstehe ich nicht.”
“Schatz, das ist doch einfach: Blau bedeutet 9,90 EUR, Rot 14,90 EUR und Silber 29,90 EUR.”

“Und außerdem musst du mir sagen, ob das dann gut aussieht.”
“Da hörst du doch sowieso nicht drauf!”

“Da gehen wir EINMAL zusammen shoppen! Los, komm jetzt. Dann darfst du zur Belohnung auch in den Saturn-Markt.”

[...die Aussicht auf den Besuch des Saturn-Marktes belebt meine letzten Kraftreserven. Ich werfe den Männern in der Kinderecke einen letzten wehleidigen Blick zu und schlappe meiner Liebsten hinterher. Eine Stunde lang...]

“So, jetzt haben wirs! Ich bin fertig.”
“Und das da ist jetzt die Ausbeute? Ein schwarzes Oberteil, wie du sie schon hunderte zuhause hast??”

“Ja, ich habe da schon welche von, aber erstens ist dieses ein bisschen anders und zweitens kostet es nur 9,90 EUR.”
“Oh Mann, das ist ja ein Wahnsinns-Schnäppchen. Aber gut, können wir dann jetzt? Saturn?”

“Ich wollte aber eigentlich an der Ecke noch ein Eis mitnehmen.”
“Ja, warum nicht. Äh: was heißt jetzt EIGENTLICH?”

“Das schmilzt dann so schnell und bei Saturn darf man kein Eis essen. Lass uns nach Hause fahren.”
“Ich will jetzt aber gerne noch zu Saturn! Du kannst ja im Auto sitzen bleiben. Schatz?”

“Nein, du hast mich begleitet, also gehe ich auch mit dir mit.”
“Also doch kein Eis und lieber zu Saturn?”

“Nein. Wir essen jetzt Eis und Saturn gibts nächste Woche. Shopping mit dir ist echt anstrengend!”

Kopfschüttel…

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Das Bett mit der Mitte

9. August 2006, aus der Schublade Schlafen und Dösen

Das Bett mit der MitteEs war lange schonmal fällig; und jetzt haben meine Liebste und ich ein neues Bett angeschafft. Alle wichtigen Kriterien wurden beachtet: es ist elegant und groß, hat die richtige Farbe, die Matratzen super, dekoriert drumherum, neue Bettwäsche, und so weiter. Wir liegen abends drin.

“Du das ist blöd das neue Bett.”
“Was?? Vorhin war es doch noch das schönste Bett von allen!”

“Ja schon, es sieht toll aus und man liegt auch super drin.”
“Und was ist dann jetzt bitte blöd?”

“Ich liege auf der Ritze.”
“Auf welcher Ritze??”

“Na hier, zwischen den beiden Matratzen ist eine Ritze und da liege ich jetzt.”
“Ach so, das meinst du. Und?”

“Ich mag nicht auf der Ritze liegen, sonst falle ich da rein!”
“Schatz, du bist zwar sehr schlank, aber…”

“Schau, hier, mit meinem Ellenbogen, jetzt stecke ich drin!”
“Das meinst du doch jetzt nicht ernst!”

“Doch. Wenn sich die Matratzen verschieben, liege ich drin!”
“Erstens verschieben die sich nicht und zweitens: leg dich doch einfach auf deine Bettseite!”

“Wenn ich mich auf meine Seite lege, dann bin ich aber so weit weg von dir.”
“Ja aber dafür haben wir doch extra DIESES große Bett gekauft!”

“Schon, aber ich habe nicht dran gedacht, dass ich dann auf der Ritze liegen muss.”
“Ja, aber, ich, du… Also gut. Schatz, bitte pass auf, dass du nicht in die Ritze fällst.”

“Haha. Veräppeln kann ich mich auch alleine!”
“Nicht, dass es dir so geht, wie einem deiner Kartoffelchips, der zwischen die Sofafalte gerutscht ist und nun dort ein einsames Dasein fristet.”

“Du nimmst mich wieder überhaupt nicht ernst. Ich habe hier ein Problem und für dich bin ich nur ein fettiger Kartoffelchip!”
“Wenn du in die Bettritze fällst, nehme ich die lange Staubsaugerdüse und sauge dich wieder raus! Haha!”

“Du hast mich gar nicht lieb. Ich geh auf meine Seite.”

[Meine Liebste rollt sich eingeschnappt auf ihre Seite des Bettes, legt sich abkehrend auf die Seite und wendet mir stumm Ihren Allerwertesten zu. So hält sie es gewöhnlich bis zu 30 Sekunden aus, wenn wir irgendwas diskutieren.]

“Ich kann so nicht einschlafen!”
“Ach! Und jetzt?”

“Du musst zu mir rüberkommen.”
“Du meinst, so wie jeden Abend, wenn wir einschlafen?”

“Ja.”
“Also so, wie wir es hunderte Nächte zuvor schon taten?”

“Jaaaa.”
“Also ist die Ritze hier jetzt doch nicht so schlimm?”

“Du hast noch drei Sekunden!”
“Und dann passiert was?”

“Dann komme ich zu DIR rüber und dann bleibe ich auch da!”
“Oh nein, bitte Schatz, das kannst du mir nicht antun!”

“Doch! Noch zwei Sekunden.”
“Du schmorst nachts heißer als ein Hochofen, das halte ich nicht aus!”

“Das machen wir jetzt jeden Abend so. Noch eine Sekunde!”
“Moment, ich komme ja, ich komme schon!”

“Eigentlich ganz praktisch so eine Ritze. Aber fall nicht rein!”

Kopfschüttel…

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Fällt dir nichts auf?

5. August 2006, aus der Schublade Beauty und Kleidung

Fällt dir nichts auf?Meine Liebste achtet sehr auf ihr Äußeres. Wie alle Frauen möchte Sie geliebt, beachtet und gelobt werden, und das natürlich auch hören. Des Mannes Kampf um die Gunst ist oftmals schwer und birgt Geheimnisse, die sich auch nach jahrelanger Erfahrung noch nicht gelüftet haben.

“Du, ich gehe jetzt gleich einkaufen.”
“Fein, vergiss bitte nicht, Milch mitzubringen.”

“Kann ich denn so gehen?”
“Was?”

“Na ob ich so gehen kann. So mit dem weißen Top.”
“Ja Schatz, das kannst du. Das steht dir sehr gut.”

“Naja wo ich doch sonst nie weiße Sachen trage.”
“Ach so, ja. Doch, also das weiße steht dir auch.”

“Ich musste das weiße Top anziehen.”
“Wieso? Ach nee, lass mich raten: du hast nichts anzuziehen sonst.”

“Doch. Schwarze und braune Sachen hab ich. Die magst du doch, oder?”
“Ja Schatz. Braun ist deine Farbe.”

“Also gefällt dir Weiß nicht so gut?”
“Doch, auch, jaja. Also warum musstest du jetzt DIESES Top anziehen?”

“Weil ich heute weiße Unterwäsche trage.”
“Ah, warum bin ich da bloß nicht selbst drauf gekommen…”

“Da kann man dann keine schwarzen Oberteile zu anziehen.”
“Naja gut, von mir aus…”

“Fällt dir denn sonst gar nichts an mir auf?”

[ich erstarre in Anbetracht dieser furchteinflößenden Frauenfrage, Adrenalin schießt mir ins Blut und ich lasse verräterisch meine Augen über meine Liebste huschen...]

“Na was nun, fällt dir nichts auf?”
“Ähm, also, bis auf das weiße Top… nein?”

“Hm. Dir fällt also nichts an mir auf.”

[Ich merke, dass es jetzt eng wird! Was zum Teufel ist bloß anders?? Wenn mir nicht gleich was auffällt, wird sie mich wie beim "Schiffe versenken"-Spiel mit nur wenigen Treffern ausradieren...]

“Also nichts?”
“Ähm, Schatz, eigentlich siehst du genauso süß aus, wie jeden Tag…”

“Charmeur! Das zieht nicht! Deine letzte Chance!”

[Mein Leben zieht in sekundenschnelle vor meinem geistigen Auge vorbei. Bisher war alles so schön mit meiner Liebsten und jetzt das! Die Frage aller Fragen und ich habe sie verpatzt. Ich bin erledigt. Gleich kommt der Todesstoß. Und sogar zurecht. Mir ist gar nichts ungewöhnliches oder anderes an ihr aufgefallen! Ich bin ein oberflächlicher und blinder Trottel, der diese Frau gar nicht verdient hat...]

“Also gut, Schatz, ich gebe auf, es tut mir leid. WAS ist denn nun anders an dir?”

“Nichts. Ich wollte nur mal sehen, ob du mich noch so anschaust, wie früher.”

Kopfschüttel…

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Mal wieder zum Friseur

4. August 2006, aus der Schublade Beauty und Kleidung

mal wieder zum FriseurMeine Liebste hat wunderschöne lange dunkle Haare, die mit unterschiedlichen blonden Strähnen durchzogen sind. Das erfordert natürlich – oder leider – eine intensive Pflege. Wir sitzen morgens beim Kaffee in der Küche und unterhalten uns.

“Ich bin schön braun, oder nicht?”
“Doch Schatz, sehr schön braun. Aber du müsstest mal wieder zum Friseur.”

“Was? Wegen der rausgewachsenen Strähnen? Ja, ich müsste wohl…”
“Naja, so langsam vielleicht mal. Noch nichts ernstes.”

“Aber ich trage die Haare doch extra schon immer offen!”
“Ist ja auch OK. Trotzdem sieht man´s.”

“Sehe ich doof aus?”
“Nein, aber du legst doch sonst so viel Wert auf deine Strähnen.”

“Ja, schon. Aber was soll ich denn jetzt machen?”
“Zum Friseur gehen, Schatz??”

“Jetzt gleich??”
“Ja jetzt natürlich nicht! Mach doch einem Termin bei dem Laden nebenan; da warst du doch schon mal.”

“Ja die haben aber letztesmal so dicke Strähnen gemacht.”
“Aha. Reicht es denn denn nicht, nur den Ansatz nachzufärben?”

“Ja aber die machen das dann wieder so dick.”
“Und ein anderer Friseur würde das anders machen?”

“Nein. Sonst sieht man das ja.”
“Ja aber dann kannst du doch auch da hingehen, wo du letztesmal warst!”

“Die haben ja nie Zeit.”
“Im aktuellen Bremer ist ein Artikel mit einem Friseurtest. Vielleicht findest du da was?”

“Ich kann mit meinen Haaren doch nicht zu jedem gehen!”
“Sollst du ja auch nicht, aber…”

“Ich könnte ja am Samstag… ach nein.”
“Was ach nein?”

“Dann muss ich dich ja Samstagmorgen 2 Stunden alleine lassen.”
“Oh jemine! Schatz, das schaffe ich schon, wirklich…”

“Wo soll ich denn jetzt hingehen?”
“Geh doch zu meinem!”

“Danke, aber mir sind meine Haare wichtig.”
“WAS soll denn DAS heißen??”

“Du sagst doch selber, dass du da immer sofort drankommst. Dann kann das ja nix sein da.”
“Oh Herr, gib mir Kraft… Also was denn nun??”

“Kannst du mir Samstag nicht die Haare färben?
So schwierig ist das gar nicht!”

Kopfschüttel…

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Potpourri am Strand

27. Juli 2006, aus der Schublade Freizeit und Reisen

Potpourri am StrandErholungszeit am Ostseestrand, 34 Grad, ein laues Lüftchen weht meiner Liebsten und mir um die Nasen. Einfach am Wasser liegen, entspannen, lesen, träumen.

“Du, der Sonnenschirm ist aber ganz schön wackelig?”
“Der hält schon. Und tiefer geht er nicht in den Sand.”

“Toll, und wenn er umkippt, dann genau auf mich!”
“Er kippt nicht um. Und du kannst dich ja auch auf die andere Seite legen.”

“Dann liege ich ja im Schatten!”
“Nein, ich meine da. Hier rechts.”

“Dann liege ich doch total weit weg von dir. Nee.”
“Ja und was soll ich da jetzt machen bitte?”

“Du musst den Schirm festhalten.”
“Schatz! Ich kann doch nicht die ganze Zeit den Schirm festhalten!”

“Wenn der aber jeden Moment umkippt, kann ich nicht schlafen!”
“Der kippt nicht um! Eher wirst du weggeweht.”

“Möchtest du, dass ich weggeweht werde?”
“Nein, Schatz. Natürlich nicht.”

“Willst du nicht mit mir am Strand sein? Weil ich so einen dicken Bauch gekriegt habe?”
“Du hast keinen dicken Bauch, du bist gertenschlank und knallebraun.”

“Ich bin gar nicht braun, schau mal hier.”
“Schatz, ein Brathähnchen hätte schon Probleme, so braun zu sein, wie du.”

“Gar nicht! Hast du mich noch lieb?”
“Ja Schatz. Ich hab dich lieb.”

“Dann küss mich!”
“Ja Schatz.”

[ich stehe auf, gehe um den Schirm herum zu meiner Liebsten und will ihr einen Kuss geben, weil ich sie so lieb hab und weil sie so herzerweichend ist...]

“Manno! Du hast mit deinen Füßen mein Handtuch ganz voll Sand gemacht!”
“Schatz, ich wollte dich doch nur küssen…”

“Jetzt ist alles voll Sand und ich auch und jetzt muss ich wieder ins Wasser!”
“Tut mir leid Schatz, das wollte ich nicht, aber ich meine, wir sind am Strand und…”

“Und mein Handy muss ich jetzt auch wieder ausmachen!”
“Dein Handy??”

“Wenn ich ins Wasser gehe, mache ich immer mein Handy aus.”
“Aha…Wofür brauchst du denn hier überhaupt ein Handy??”

“Naja wenn ich Hilfe rufen muss, wenn zum Beispiel der Schirm umkippt und mich verletzt.”
“Ach und es wäre nicht einfacher, einfach mich zu fragen? Außerdem kippt der Schirm nicht um.”

“Du hilfst mir dann ja nicht.”
“BITTE??”

“Ich geh jetzt, nein ich muss ja jetzt wegen dir, ins Wasser. Mir ist eh so heiß.”
“Ich komme mit.”

[Wir gehen zum Wasser und stehen mit den Füßen drin....]

“Aber nicht nass spritzen! Da kann man einen Schock kriegen!”
“Ich mache doch gar nichts!”

“Du guckst aber schon wieder so.”
“ICH? Ich stehe doch hier nur!”

“Du wolltest mich nass machen!”

[Meine Liebste beugt sich flink zur Wasseroberfläche und schleudert mit ihren Händen eine Riesenfontäne kaltes Wasser auf mich drauf; ich erleide fast einen Herzinfakt...]

“Haha! Jetzt bist du nass!”
“Danke Schatz, sehr erfrischend… du hast doch eben gesagt…”

“Stell dich nicht so an, lass uns lieber schwimmen.”

[Wir schwimmen und kommen auf einer Sandbank wieder zum Stehen...]

“Jetzt ist es aber doch ziemlich kalt, so im Wind…”
“Schatz, es sind über 30 Grad, dir kann doch jetzt nicht kalt sein.”

“Doch, schau mal hier, ich hab schon Gänsehaut.”
“Na dann, ja, dann… schwimmen wir zurück, OK?”

“Aber nicht untertauchen!”
“Ja aber, ich… ich hab doch noch nie, ich wollte doch gar nicht…”

“Dann kriege ich Wasser in die Nase und meine Haare sind dann ganz nass!”
“Ich tauche dich nicht unter, keine Sorge…”

“Du musst lieb zu mir sein!”
“Ich bin ganz lieb zu dir Schatz. So wie immer.”

“Bestimmt ist in der Zwischenzeit der Sonnenschirm weggeflogen.”
“Schatz, du machst mich wahnsinnig mit dem blöden Schirm!”

“Ich kann ihn aber nicht mehr sehen, guck: da!”
“Wir sind doch aber viel weiter rechts, da neben dem Steg.”

“Ach ja. Gut, dass ich da nicht gelegen habe.”
“ABER ES IST DOCH GAR NICHTS PASSIERT!”

“Mir ist kalt. Und ich muss mein Handtuch ausschütteln. Und geküsst hast du mich auch nicht!”

Kopfschüttel…

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Schleichen auf Rechts

25. Juli 2006, aus der Schublade Auto und Parken

Schleichen auf RechtsDer erste Tag unseres Kurzurlaubes, wunderbar. Meine Liebste und ich sind auf dem Weg zur Ostsee. Im Auto entwickeln sich immer attraktive Gespräche.

“Du, wir wollen heute noch an die Ostsee.”
“Wie meinst du denn das?”

“Naja warum schleichst du denn so. Die Autobahn ist frei!”
“Schatz, wir rasen doch sonst immer. Heute ist Urlaub.”

“Was hat denn das mit Urlaub zu tun?”
“Wir haben Zeit. Viel Zeit. Und ich fange schonmal an, mich zu entspannen.”

“Du entspannst dich auf der Autobahn??”
“Ich fahre halt nur etwas gemütlicher, verstehst du das nicht?”

“Das macht mich ganz nervös. Los, überhol jetzt.”
“Gut, fahre ich halt in die Mitte. – Besser so?”

“Etwas.”
“So, jetzt habe ich drei Autos überholt. Reicht das?”

“Nein.”
“Schatz, ich fahre 130 und hier sind 120 erlaubt.”

“Das stört dich doch sonst nicht!”
“BITTE??”

“Naja wenn du es eilig hast, fährst du doch auch schneller!”
“Ja aber wir haben es doch gar nicht eilig!”

“Ich kann eben nicht langsam fahren. Du erinnerst mich an meinen Ex, der ist auch immer so langsam gefahren, weil er Benzin sparen wollte.”
“Na das ist ja super! Ich erinnere dich an deinen Ex-Freund, weil ich im Urlaub langsamer Auto fahre??”

“Ja, und der hat mich auch nie verstanden!”
“Ach nee, so wie ich, oder was!??

“Das hast du jetzt falsch verstanden.”
“Und wie soll ich das bitte verstehen??”

“Ich hab dich lieb Schatz. Und jetzt überhol den da!”

Kopfschüttel…

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