Tatort Klo

Gestern abend sah ich gerade den Tatort an und fand ihn sehr gelungen. Bis meine Liebste aus dem Klo kam und ich mich dann nicht mehr so recht auf die Handlung konzentrieren konnte, weil sie mit einem Thema kam, das meilenweit vom Krimi entfernt war:

„Sag mal, was haben wir denn neuerdings für Klopapier?“
„Wieso?“

„Das ist ja einlagig!“
„Was meinst du?“

„Das ist einlagig! Ganz dünn. Und überhaupt nicht weich.“
„Hab ich noch nicht gemerkt.“

„Aber du hast das doch gekauft, oder? Mir wäre sowas nicht in den Einkaufswagen gekommen.“
„Ach, die sind doch alle gleich. Nur eine andere Verpackung.“

„Quatsch, da gibt es welche, die fühlen sich wie Schmirgelpapier an, und andere sind ganz weich.“
„Und welches haben wir?“

„Einlagiges Klopapier eben, na ja, so ein Zwischending, finde ich.“
„Hauptsache es funktioniert. Meine Oma hat früher sogar Zeitung genommen.“

„Ja natürlich. Und bei der Deutschen Bahn gab’s früher auch so eine Mischung aus Karton und Baumrinde, aber das hat ja jetzt nichts mit unserem Klopapier zu tun!“
„Ja, nimm eben ein anderes.“

„Das ist doch das Problem: Wir haben kein anderes!“
„Heute gibt’s auch kein anderes mehr, es ist Sonntag abend…“

„Ich will doch grade auch gar kein anderes! Ich meine nur, dass…“
„Na also. Dann ist ja alles prima und ich kann hier weitergucken.“

„Also ich will mindestens zweilagiges Papier! Die restlichen Rollen von diesem Schrott darfst gerne du verbrauchen – du hast sie ja auch gekauft!“
„Ist es denn so schlimm?“

„Es ist eben einfach sehr unangenehm. Kannst ja gerne mal selbst probieren!“
„Ich muss grade aber gar nicht auf’s Klo, außerdem will ich in Ruhe den Tatort gucken.“

„Dir ist das Klopapier völlig egal, oder?“
„Ja, also das heißt im Moment ja. Kann ich mich nachher drum kümmern?“

„Außerdem hängst du es immer falschrum auf den Halter.“
„Hochkant?“

„Nein, aber so, dass der Anfang immer an der Wand ist.“
„Hä?“

„Da kann man ihn so schlecht greifen!“
„Sag mal… Welche Studien treibst du da eigentlich, wenn du auf dem Klo sitzt? Nimm dir doch mal ein Buch mit…“

„Du willst mich gar nicht verstehen! Es stört mich eben, wenn das Klopapier falschrum dahängt, und ich würde mich freuen, wenn Du diese Störung beseitigst!“
„Ich soll jetzt ins Klo und das Klopapierrolle umdrehen?“

„Nein! Du sollst sie einfach richtigrum aufhängen, wenn du beim nächsten Mal eine neue Rolle nimmst.“
„Schatz, ich werde in Zukunft alle Deine Klopapierwünsche beachten, wenn du mich nun bitte den Tatort fertigschauen lässt. In Ruhe.“

[Nachdem die Liebste eine halbe Stunde mit mir den Tatort angeschaut hat:]
„Weißt du was?“
„Was denn?“

„Dieser Boerne hat bestimmt auch zweilagiges Klopapier.“

Kopfschüttel…

1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (2 Stimmen, Durchschnitt: 3,00 von 5)
Loading...Loading...
Diesen Blogartikel verlinken:

Ein ruhiger Abend

Als ich gestern abend heimkam, war ich froh, dass diese Arbeitswoche vorbei war – es war eine Woche zum Abhaken gewesen. Ich wollte abends nur noch ein Bier trinken und dabei ein bisschen Musik hören und sonst nichts. Die Entspannung gelang aber nicht, denn die Liebste fing nach dem Abendessen an:

„Und, was machen wir jetzt?“
„Ein Bier trinken, Musik aus den 80ern hören und ab in die Falle! Darauf freue ich mich schon seit gestern.“

„Pöööh… Mit dir ist ja auch nichts mehr anzufangen. Aber gut – morgen bist du wieder besser drauf. Oder?“
„Ja.“

„Schön. Dann richte ich dir einen schönen Wohnzimmerentspannungsabend mit Bier und Musik bei Kerzenlicht.“
„Au, das ist nett. Danke!“

„Sind ‘The 80’s‘ genehm? Lehnen Sie sich zurück und entspannen Sie!“
„Ja, mach ich.“

„Wieso kommt da keine Musik?“
„In Bedienungsanleitungen steht in solchen Fällen: ‚Überprüfen Sie, ob das Gerät an die Stromversorgung…‘“

„Jaja, ich bin ja nicht von 1840. Es ist alles an, komisch.“
„Vielleicht ist die Lautstärke versehentlich zu leise eingestellt?“

„Ich dreh’s mal hoch… Nichts!“
„Dann muss ich mich wohl doch von meinem Entspannungsplatz erheben…“

„Moment! So schnell geb ich das nicht ab.“
„Schön. Es geht doch nichts über eine hübsche und hartnäckige Servicetechnikerin.“

„Ich hab da eine Idee…“
[BAUTZ! Ein Radiomoderator brüllt mit seinem Spruch von den besten Hits der 70er, 80er, 90er und allen anderen Epochen in unsere kleine Wohnung, dass ich beinahe die ewige Entspannung gefunden hätte. Die Liebste dreht ihn schnell wieder auf Normallautstärke, während ich mich mit schreckgeweiteten Augen im Sessel festkralle.]
„-!“

„Huch! Hab ich mich erschrocken!“
„Was zur Hölle hast du denn gemacht?“

„Ich hab nur mal auf Radio umgeschalten, um auszuschließen, dass das Problem am Verstärker liegt! Problemausschlussverfahren nennt sich das…“
„Aha. Es geht doch nichts über eine hübsche, hartnäckige und taube Servicetechnikerin… Weißt du eigentlich, dass ich für einen kurzen Moment gar nicht mehr so entspannt war?“

„Jaja, jetzt stell dich doch nicht so an. Ich hab’s ja gleich. Außerdem bin ich nur logisch vorgegangen, also genau so, wie es die Technik erfordert.“
„Vielleicht stellst du das Ganze das nächste Mal leiser. Vorher! Wenigstens ein bisschen, so dass ich nicht mit einem Herzkrampf aus dem Sessel falle!“

„Meine Güte… Kann doch jedem mal passieren…“
„Ich steh vielleicht doch besser auf…“

„Nein, ich bin doch gleich soweit. Der Verstärker war’s nicht, also muss es der CD-Player sein. Na bitte: ‚No Disc‘!“
„Oh Mann!“

„Moment, ich hab sie aber eingelegt! Und ‚Play‘ gedrückt!“
„Und wieso kommt trotzdem nix?“

„Ich mach das nochmal von vorne: CD nochmal rein… Oh! Ich hab sie falschrum reingelegt! Kein Wunder!“
„In der Tat kein Wunder, dass DA nichts kommt…“

„Nein, ich meine, es ist kein Wunder, dass sie falschrum drinliegt. Hier ist so schummriges Licht mit der Kerze, man sieht ja kaum was. Mit Kassetten ist mir früher sowas nie passiert!“

Kopfschüttel…

1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (1 Stimmen, Durchschnitt: 5,00 von 5)
Loading...Loading...
Diesen Blogartikel verlinken:

Ein Suchbild

Heute kam Post – ich fand das Bild darin weniger aufregend, aber meine Liebste war hin und weg. OK, vielleicht sollte ich es mir mal in Ruhe anschauen, aber dass man wegen sowas so aufgeregt sein kann:

„Guck mal, Post von meiner Schwester!“
„Was ist denn das?“

„Na ein Ultraschallbild von meiner Nichte!“
„Hä? Ich erkenn da nur so Grau…“

„Quatsch. Schau doch mal richtig hin, dann siehst du Kopf, Körper, Arme und Beine. Also das ist doch deutlich zu erkennen…“
„Vielleicht wenn ich’s drehe… Hier das Dicke, was ist das?“

„Das ist der Kopf. Sag mal, brauchst du eine Brille?“
„Nein, ich frag ja nur. Die Haare kann man aber nicht erkennen, oder?“

„Ach, Männer. Ich glaube, sie lächelt sogar!“
„Aha. Wo denn?“

„Na da! Ist sie nicht süß?“
„Ja, wenn man das alles erkennt… Woher weißt du eigentlich, dass es eine Nichte wird? Steht dazu was im Brief?“

„Nein, das sieht man doch auch hier. Guck mal zwischen den Beinen…“
„Die liegen aber komisch.“

„Wieso? Ganz normal, zwei Stück nebeneinander. Wahrscheinlich bist du bei einem Arm gelandet, gib mal her…“
„Hier. Was ist das, wo mein Finger hinzeigt?“

„Na ein Arm natürlich. Mann, du bist ein hoffnungsloser Fall. Guck, hier sind die Beine, und was ist dazwischen?“
„Da ist natürlich nichts zu erkennen. Kein Wunder bei der Farbgebung. Kann man so ein Foto nicht besser machen? So, dass man auch was erkennt?“

„Das ist superscharf! Besser geht nicht! Und es ist deutlich zu sehen, dass es ein Mädchen wird!“
„Ist ja auch egal.“

„Bitte? Es ist doch nicht egal ob Junge oder Mädchen!“
„Na ja, Hauptsache gesund.“

„Natürlich Hauptsache gesund, aber der Rest ist doch nicht egal?“
„Wieso? Ich denke, man nimmt, was man kriegt, oder?“

„Ja, aber man muss sich doch mental vorbereiten…“
„Ach, die Diskussionen über Schminken, abends ausgehen und Alkohol trinken stehen ja nicht gleich im Kreißsaal an. Angenommen, es wird ein Mädchen, was dann?“

„Na dann freue ich mich wie verrückt!“
„Aha. Und wenn’s ein Junge wird?“

„Wieso? Es wird ein Mädchen, da siehst du’s doch.“
„Ich meine ja nur, wenn…“

„Wieso soll ich jetzt so einen theoretischen Fall durchspielen?“
„Du würdest dich also nicht freuen?“

„Doch, natürlich.“
„Aber eher so aus Pflichtgefühl heraus, oder?“

„Quatsch! Man kann sich doch nicht aus Pflichtgefühl heraus freuen! Ich würde mich dann auch freuen. Halt nicht so arg wie bei einem Mädchen.“
„Also weniger. Ihr Frauen habt doch was von den Amazonen an euch…“

„Das ist gemein! Über was würdest du dich mehr freuen? Junge oder Mädchen?“
„Ähh…“

„Nicht überlegen! Gleich sagen!“
„Jun… also eigentlich wär mir das egal…“

„Du wolltest ‚Junge‘ sagen!“
„Das ist mir nur so rausgerutscht…“

„Du denkst, Mädchen interessieren sich nicht für Fußball und Autos, machen keine Männerwitze und keine Übernachtungen im Zelt mit ihrem Vater, oder?“
„Also…“

„Wußte ich’s doch!“
„Und selbst? Was würdest du mit deinem Neffen unternehmen, wenn er groß genug ist? Würdest du mit ihm auch mal zum Fußballspiel gehen, weil das echte Kerle halt interessiert? Oder doch lieber zum Eiskunstlauf?“

„Nein, wenn’s ein Junge wird, gehe ich mit ihm auch mal zum Fußball. Zum Frauenfußball natürlich!“

Kopfschüttel…

1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (1 Stimmen, Durchschnitt: 5,00 von 5)
Loading...Loading...
Diesen Blogartikel verlinken:

Ich packe in meinen Koffer…

Die Liebste gönnt sich ein Freundinnen-Wochenende in irgend so einem Wellnesshotel und ist seit Stunden am Packen und Planen und Organisieren…

„Wo ist denn der große Koffer, der dunkelblaue mit den Rollen?“
„Im Keller.“

„Hol den doch mal bitte hoch, in dieses kleine Teil hier geht ja gar nichts rein.“
„Ja, ich hol ihn dir. Aber du fährst doch nur zwei Tage weg, wieviel willst du denn mitnehmen?“

„Nur das Nötigste.“
„Das passt doch in den Koffer hier.“

„Quatsch. Ich brauch eine normale Hose und eine Ersatzhose, falls ich die irgendwie schmutzig mache. Susi hat neulich beim Italiener versehentlich ein Glas Rotwein auf die Hose gekriegt, der Kellner hat nicht aufgepasst und zack, war’s passiert.
„Aber das passiert doch extrem selten!“

„Aber wenn es passiert, ist es doch gut, wenn ich noch eine Hose in Reserve habe.“
„Ja.“

„Na, und dann brauch ich was Schickeres für abends, dann noch Wäsche, Badesachen und Bademantel und auch noch was zum Drüberziehen, falls wir draußen sitzen und…“
„Ja, ich glaub es dir. Ich hol den Koffer.“

„Danke.“
„Ja, gern geschehen.“

„Vermisst du mich, wenn ich weg bin?“
„Bestimmt. Aber es sind ja nur zwei Tage und wir werden bestimmt eine Menge Spaß haben.“

„Wieso wir? Ich fahre doch mit den Mädels weg?“
„Jaja, ich meinte ja ‚Ihr werdet bestimmt Spaß haben.‘“

„Ja. Was machst du denn am Wochenende?“
„Och, nichts besonderes. Ausschlafen, vielleicht gehe ich abends mal wieder mit Jörg weg.“

„Ja. Macht das. Ihr habt auch ewig nichts mehr zusammen gemacht.“
„Ja, das stimmt.“

„Was wollt ihr denn machen?“
„Weiß ich doch nicht. Ich weiß ja noch nicht mal, ob Jörg Zeit hat.“

„Dann ruf ihn doch an!“
„Ja, aber das hat noch Zeit, wir machen das spontan.“

„Aha. Was wollt ihr denn spontan machen?“
„Keine Ahnung. Was trinken gehen vielleicht.“

„Oh, diese neue Bar, warte mal, ich glaub, die heißt ‚Wunder-Bar‘, da soll es total leckere Cocktails geben.“
„Och, ich denke wir werden eher ein Bier trinken gehen. Vielleicht im Biergarten, wenn das Wetter einigermaßen gut ist.“

„Das ist gut, dann kannst du dort auch was essen.“
„Ja, oder ich mach mir hier was.“

„Ja. Oder soll ich dir noch was vorbereiten?“
„Nee, musst du nicht.“

„Im Gefrierfach ist auch noch eine Portion Gulasch. Da musst du dir nur ein paar Nudeln kochen und bist schnell fertig.“
„Ja, das kann ich machen.“

„Oder du gehst essen, dann hast du gar keine Arbeit.“
„Ich komme schon klar.“

„Ja. Aber ich nicht.“
„Wieso?“

„Der Koffer geht nicht mehr zu!.“

Kopfschüttel…

1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (noch nicht bewertet)
Loading...Loading...
Diesen Blogartikel verlinken: