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Ich packe in meinen Koffer…

8. September 2011, aus der Schublade Freizeit und Reisen

Die Liebste gönnt sich ein Freundinnen-Wochenende in irgend so einem Wellnesshotel und ist seit Stunden am Packen und Planen und Organisieren…

„Wo ist denn der große Koffer, der dunkelblaue mit den Rollen?“
„Im Keller.“

„Hol den doch mal bitte hoch, in dieses kleine Teil hier geht ja gar nichts rein.“
„Ja, ich hol ihn dir. Aber du fährst doch nur zwei Tage weg, wieviel willst du denn mitnehmen?“

„Nur das Nötigste.“
„Das passt doch in den Koffer hier.“

„Quatsch. Ich brauch eine normale Hose und eine Ersatzhose, falls ich die irgendwie schmutzig mache. Susi hat neulich beim Italiener versehentlich ein Glas Rotwein auf die Hose gekriegt, der Kellner hat nicht aufgepasst und zack, war’s passiert.
„Aber das passiert doch extrem selten!“

„Aber wenn es passiert, ist es doch gut, wenn ich noch eine Hose in Reserve habe.“
„Ja.“

„Na, und dann brauch ich was Schickeres für abends, dann noch Wäsche, Badesachen und Bademantel und auch noch was zum Drüberziehen, falls wir draußen sitzen und…“
„Ja, ich glaub es dir. Ich hol den Koffer.“

„Danke.“
„Ja, gern geschehen.“

„Vermisst du mich, wenn ich weg bin?“
„Bestimmt. Aber es sind ja nur zwei Tage und wir werden bestimmt eine Menge Spaß haben.“

„Wieso wir? Ich fahre doch mit den Mädels weg?“
„Jaja, ich meinte ja ‚Ihr werdet bestimmt Spaß haben.‘“

„Ja. Was machst du denn am Wochenende?“
„Och, nichts besonderes. Ausschlafen, vielleicht gehe ich abends mal wieder mit Jörg weg.“

„Ja. Macht das. Ihr habt auch ewig nichts mehr zusammen gemacht.“
„Ja, das stimmt.“

„Was wollt ihr denn machen?“
„Weiß ich doch nicht. Ich weiß ja noch nicht mal, ob Jörg Zeit hat.“

„Dann ruf ihn doch an!“
„Ja, aber das hat noch Zeit, wir machen das spontan.“

„Aha. Was wollt ihr denn spontan machen?“
„Keine Ahnung. Was trinken gehen vielleicht.“

„Oh, diese neue Bar, warte mal, ich glaub, die heißt ‚Wunder-Bar‘, da soll es total leckere Cocktails geben.“
„Och, ich denke wir werden eher ein Bier trinken gehen. Vielleicht im Biergarten, wenn das Wetter einigermaßen gut ist.“

„Das ist gut, dann kannst du dort auch was essen.“
„Ja, oder ich mach mir hier was.“

„Ja. Oder soll ich dir noch was vorbereiten?“
„Nee, musst du nicht.“

„Im Gefrierfach ist auch noch eine Portion Gulasch. Da musst du dir nur ein paar Nudeln kochen und bist schnell fertig.“
„Ja, das kann ich machen.“

„Oder du gehst essen, dann hast du gar keine Arbeit.“
„Ich komme schon klar.“

„Ja. Aber ich nicht.“
„Wieso?“

„Der Koffer geht nicht mehr zu!.“

Kopfschüttel…




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Desktop

2. September 2011, aus der Schublade Wohnen und Leben

Gestern abend hatte ich Bilder von einem Wochenendausflug auf unserem Rechner gesucht. Ich wurde aber nicht fündig, was vielleicht daran lag, dass meine Liebste sie gespeichert hatte. Sie werkelte grade in der Küche, und ich grummelte schon eine Weile am Rechner vor mich hin, bis sie meinen Unmut bemerkte:

„Was ist denn, Schatz?“
„Ich finde die Bilder von dem Wochenendausflug nicht. Von der kurzen Wanderung, wo wir diese ‚Abkürzung‘ genommen haben…“

„Die müssen aber auf dem Rechner sein!“
„Ich find sie aber nicht.“

„Schau halt mal ordentlich.“
„‘Ordentlich‘ ist ein gutes Stichwort…“

„Wie meinst du das denn?“
„Na ja… Man kann auf dem Rechner Ordner erstellen, das kommt von Ordnung…“

„Hab ich doch! Und in einem solchen Ordner sind die Bilder drin.“
„Und wie heißt der? ‚Neuer Ordner‘? Oder ‚Neuer Ordner (2)‘? Oder ‚Neue Bilder‘? Oder ist es der ‚Wichtige Bilder‘-Ordner?“

„Nein, das sind doch ganz andere Bilder. Ich hab sie unter ‚Eigene Dateien‘ gespeichert, glaub ich.“
„Da sind auch nur Unterordner…“

„Such sie halt mal durch…“
„Dafür, dass so ein PC Arbeit und Zeit sparen soll, sitz ich schon ganz schön lange hier rum.“

„Was meinst du?“
„Nichts, nichts. Ich such halt.“

„Gut.“
„Zum Beispiel im Unterordner ‚ganzneuebilder‘… Mist, auch nichts. Bist du dir sicher, dass du die Bilder von der Kamera rübergezogen hast?“

„Ja natürlich.“
„Oh Mann… Ich reproduziere das Ganze einfach.“

„Was sagst du?“
„Ich lade die Bilder einfach nochmal auf den Rechner.“

„Aha. Aber in fünf Minuten ist das Essen fertig!“
„Ja, ich rieche es schon. So, fertig. Da sind sie.“

„Gut.“
„HA! Und jetzt sehe ich auch, wo du die Bilder gespeichert hast!“

„Wo denn?“
„Auf dem Dektop!“

„Wo ist denn der?“
„Na… Ach, ich zeig’s dir nachher. Es waren nur fünf Bilder, deswegen hab ich die Symbole nicht gesehen.“

„Na dann ist ja jetzt alles prima.“
„Na ja… Auf dem Desktop speichert man doch eigentlich keine Einzeldateien.“

„Wieso denn nicht?“
„Weil man sie sonst ewig suchen muss, wenn man das nicht weiß! Extra dafür gibt’s Ordner und Unterordner.“

„Aber jetzt hast du sie doch gefunden, also war mein Speicherort wohl nicht so schlecht! Aber egal, komm zum Essen.“
„Ja. Mmmh, Lasagne!“

„Du kannst ja schon mal den Tisch decken.“
„Ja, mach ich. Wo ist denn eigentlich der Untersetzer für die Auflaufform?“

„Keine Ahnung. Den hast du vermutlich aufgeräumt, ich hänge ihn immer an den Haken neben dem Wasserkocher.“
„Ach so. Ah ja, ich erinnere mich… ich hab ihn in die Schublade geräumt und mir beim Aufräumen noch gedacht, dass ich den hier eigentlich noch nie gesehen habe. Komisch.“

„In die Schublade? Zu dem ganzen Krimskrams? Die ist eigentlich der Desktop der Küche!“

Kopfschüttel…




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