Wir schenken uns ja nichts

15. Dezember 2006, aus der Schublade Familie und Feste

Wir schenken uns ja nichtsMeine Liebste und ich kehren von einem netten Abend mit Freunden zurück. Wir hatten mexikanisches Essen, prickelnde Cocktails und nette Gespräche. Natürlich auch die Planung der Feiertage sowie die jährliche Diskussion darüber, was man Sinnvolles verschenken könnte.

“Du, schenken wir den beiden denn was zu Weihnachten?”
“Ja Süße, natürlich.”

“Und was?”
“Ich habe schon was besorgt, lief mir so über den Weg.”

“Ah, gut! Was denn?”
“Das hier, schau.”

“Super Idee! Da freuen sie sich sicher drüber!”
“Bestimmt.”

“Wir schenken uns ja nichts.”
“Nein.”

“Oder doch?”
“Nein, wir wollten uns doch nichts schenken.”

“Aber wir wollten zusammen was unternehmen.”
“Ja, wir gehen ja auch in Dirty Dancing…”

[Ich muss "Dirty Dancing" wohl etwas überbetont haben...]

“Was denn?? Nicht gut?”
“Doch, klar, das ist gut. Ich freue mich schon.”

“Das hört sich aber nicht so an…”
“Doch, ich freue mich. Hamburg mag ich sowieso.”

“Aber das Musical nicht, oder was?”
“Doch! Das auch! Also hoffe ich…”

“Das war teuer, für ein bisschen Hoffnung etwas ZU TEUER!”
“Es ist doch nicht nur das Musical, auch unser Wochenende.”

“Ja, aber das Musical ist das Highlight.”
“Das Highlight bist stets du… Es wird schon schön werden.”

“Da bin ich mir sicher. Auch wenn das erst im März ist…”
“Es gab vorher keine vernünftigen Plätze mehr, weißt du doch.”

“Blöd bloß, dass dann ja so irgendwie gar nichts unterm Weihnachtsbaum…”
“Schatz, wir haben gar keinen Weihnachtsbaum.”

“So in übertragenem Sinne eben.”
“Ich kann ja eine schöne Tanne kaufen gehen.”

“Nein, lass mal, wir haben ja gar keinen Schmuck dafür.”
“Kaufe ich dann auch.”

“Nein, lass. Wo sollten wir den denn auch hinstellen.”
“Da, neben der Schiebetür im Wohnzimmer zum Beispiel?”

“Da steht doch die kleine Palme!”
“Na und? Die können wir auch ins Schlafzimmer stellen.”

“Was kostet so ein Baum eigentlich?”
“Hm, 15 bis 20 Euro vielleicht?”

“Das geht ja noch. Hätte ich mehr geschätzt.”
“Ich denke, der Schmuck wird teurer…”

“Und was kostet das dann?”
“Was weiß ich! Vielleicht 50 Euro?”

“So viel??”
“Wenn du ihn aussuchst ganz sicher noch mehr!”

“ICH?? Willst du damit sagen, ich sei teuer??”
“Nein, ich will sagen, dass du bei Deko nie ein Ende findest!”

“Das stimmt ja überhaupt nicht!”
“Und wohl stimmt das! Ich erinnere an unseren IKEA-Besuch…”

“Dafür würdest du aber den teuersten Weihnachtsbaum kaufen, wie ich dich kenne.”
“Und du den teuersten Schmuck dafür, sage ich doch.”

“Und wenn wir es anders herum machen?”
“Was?”

“Na ich kaufe den Baum, du den Schmuck.”
“Hm. Könnte klappen…”

“Du musst die Tanne dann nur aufstellen, ich schmücke.”
“Wer weiß, was du da für ein armseliges Gerippe kaufst…”

“Und wer weiß, was du für einen Kitsch mitbringst!”
“Na gut! Dann kauf den Weihnachtsschmuck doch selber!”

“Dann kaufst du aber auch die Tanne!”
“Womit wir wieder am Anfang wären…”

-

“Jetzt weiß ich, wie wir es machen!”
“Ach ja? Und?”

“Ich kaufe eine kleine Tanne UND ein Dekoset auf dem Weihnachtsmarkt.”
“Aha. Schön, und ich?”

“Na das, was du am besten kannst.”
“Und das wäre bitte sehr??”

“Du kaufst die Geschenke zum drunter legen!”

Kopfschüttel…

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Weißt du, was schlimm ist?

11. Dezember 2006, aus der Schublade Die besonderen Dinge

Weißt du, was schlimm ist?Meine Liebste und ich freuen uns immer sehr, wenn wir uns abends nach einem gruseligen Arbeitstag wiedersehen. Meistens ist die Liebste vor mir zuhause; dann sitzt sie an ihrem Schreibtisch und springt lachend auf, sobald ich durch die Tür komme. Also: Tür aufschließen, reingehen, Liebste ist da. Ich freue mich auf sie!

“-”
“Schatz, ich bin da!”

“-”
“Süße?”

“-”
“Scha-a-aatz!”

“-”
“Schatz? – SCHAATZ??”

“-”
“Bist du gar nicht da?”

“Hm nam re brr nnn…”
“Wo bist du denn??”

“Hm mhm hier mhhmm…”

[Ich höre sie in der Wohnung irgendwo wimmern, aber ich kann sie nicht sehen. Am Schreibtisch sitzt sie nicht und sonst sind anscheinend alle Zimmer dunkel.]

“Schatz?”

“Rmmh jm ehm ich bin hier.”
“Wo?”

“Im Wohnzimmer.”
“Ach hier!”

[Meine Liebste liegt zusammengekauert auf dem Sofa unter einer braunen Decke, die sie bis zur Nasenspitze hochgezogen hat.]

“Ich bin krank.”
“Huch! Was hast du denn??”

“Ich habe Husten und Schnupfen und Kopfweh und alles.”
“Das tut mir wirklich Leid Süße, kann ich denn etwas für dich tun?”

“Nein.”
“Du hast ja einen ganz heißen Kopf! Fieber?”

“Nö.”
“Ich glaube aber schon!”

“Nee.”
“Hm. Warst du beim Arzt?”

“Weißt du, was schlimm ist?”
“Nein, was denn?”

“Ich habe nichts zum Schnupfen.”
“Was?”

“Für meine Nase.”
“Taschentücher? Haben wir keine mehr?”

“Doch.”
“Aber?”

“Das ist kein Tempo.”
“Ja und?”

“Wir haben nur, ähm, Cien.”
“Cien?”

“Ja Cien, ich will aber Tempos.”
“Ja tut mir Leid, Tempos haben wir wohl jetzt nicht.”

“Mir tut meine Nase schon weh, weil ich keine Tempos habe!”
“Aber du hast die doch neulich selber gekauft, Schatz?”

“Die sind ja auch billiger.”
“Aber warum holst du die denn, wenn du sie gar nicht willst?”

“Normalerweise bist DU ja immer krank.”
“Ach! Und für mich reichen auch die billigen, oder wie?”

“Männernasen sind viel unempfindlicher.”
“Das stimmt ja überhaupt gar nicht!”

“Mecker mich nicht an, ich bin krank!”
“Ja aber… Na gut. Was möchtest du denn jetzt?”

“Ich will Tempos!”
“Ja aber Schatz, wir haben keine!”

“-”
“Schatz.”

“-”
“Schatz?”

“-”
“Warum schmollst du denn jetzt?”

“Weil wir keine…”
“Wir haben keine Tempos, ja, ich weiß!”

“-”
“Och Schatz!”

“Kannst du mir nicht welche…”
“Welche holen? Jetzt noch?? Nee!”

“Aber meine Nase…”
“Die Läden haben schon zu und woher soll ich denn jetzt…”

“Meeee! Hm nam re brr nnn…”
“Moment, warte, mir fällt da was ein…”

[In meiner Notebooktasche müsste ich noch Taschentücher haben. Damit ich auf Reisen immer gewappnet bin, verwahre ich dort Kleinigkeiten, die man immer mal wieder brauchen kann, wenn man unterwegs ist. Labello, Kaugummi, Taschenmesser, Taschentücher... Ich bete, dass es sich um Tempos handelt!]

“Hmm mmm rm grmmm meeeenhhhmmm….”
“Schatz, Schatz, schau! Ich habe Tempos!”

“Wo hast du die denn jetzt her?”
“Hier, ich hatte noch welche in meiner Tasche vom Notebook.”

“Hm.”
“Ja was denn? Nicht gut? Sind Tempos!”

“Nee.”
“WAS??”

“Die sind ja uralt.”
“Na und?”

“Die will ich nicht.”
“Schatz! Du hast Schnupfen, du wolltest Tempos, ich habe Tempos. Nimm!”

“Nee, das ist ja noch blöder jetzt.”
“Was denn??”

“Jetzt hast du Tempos, aber die kann ich nicht nehmen. Bäh!”
“Aber die sind doch völlig in Ordnung!”

“Du kannst ja auch keinen Pulli anziehen, der drei Jahre im Schrank lag.”
“Was?”

“Weil der dann müffelt.”
“Ach und die Tempos hier müffeln?”

“Bestimmt, so alt wie die sind.”
“Das weißt du doch gar nicht! Und wenn schon…”

“Was heißt denn UND WENN SCHON!”
“Na du kannst es sowieso nicht riechen, selbst wenn es so wäre!”

“Das ist total gemein von dir.”
“Och Schätzchen, ich meine es doch nur gut.”

“Meeee! Hm nam re brr nnn…”
“Was?”

“Hmm mmm rm grmmm meeeenhhhmmm….”
“Ich verstehe kein Wort, was?”

“Ich habe auch keine Nasentropfen mehr.”
“Warte, ich glaube ich habe im Schrank noch…”

“Rmmm ehhmllm halleenmmmmm…”
“Bitte? Was? WAS IST DENN JETZT WIEDER??”

“Die hast du schon benutzt, oder? Hm rhm mehm…”

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Schönheitstipps

7. Dezember 2006, aus der Schublade Beauty und Kleidung

SchönheitstippsMeine Liebste und ich wollen zu Bett gehen. Während ich bereits die Decke anwärme, verbringt die Liebste noch etwas Zeit im Badezimmer, da sie vor der erholsamen Nachtruhe noch schnell duschen wollte. Mit Haare waschen, das dauert…

“So, jetzt kann ich auch ins Bett huschen!”
“Das ist schön Süße. Hier, deine Decke ist schon angewärmt.”

“Hui, super! Da freue ich mich jetzt drauf! Aahhhh…”
“Du Schatz?”

“Was denn?”
“Sag mal, habe ich das eben richtig gehört?”

“Wieso? Was?”
“Mir war eben so, als hätte ich deine Haarspraydose gehört.”

“Ja, das kann sein.”
“Aha. Und warum Haarspray, wo du doch jetzt ins Bett gehst?”

“Ja, ähm, also das ist wegen dem Volumen.”
“Volumen?”

“Ja genau.”
“Verstehe, aber warum benutzt du es denn dann jetzt?”

“Damit meine Haare nicht so platt sind, warum denn sonst?”
“Ich dachte, das verwendet man morgens?”

“Schon, aber wenn ich es jetzt nicht benutzt hätte…”
“Dann wären heute Nacht deine Haare ohne Volumen gewesen?”

“Ja, und morgen auch.”
“Hä? Morgen wirkt das dann nicht mehr oder was?”

“Ach Schatz, davon verstehst du einfach nichts.”
“Aber ich finde das unlogisch!”

“Das ist nicht schlimm.”
“Na vielen Dank auch! Sehr entgegenkommend!”

“Freu dich doch, dass ich solche Schönheitstipps kenne.”
“Ich freue mich sehr Schatz.”

“Das klingt nicht sehr überzeugend?”
“Ach du, das ist nicht schlimm…”

“MANN!”
“Was denn??”

“Jetzt sag doch mal!”
“Was genau jetzt?”

“Wieso dir das egal ist, wie ich aussehe.”
“Es ist mir nicht egal, aber ich verstehe Dinge eben gerne.”

“Du willst verstehen, warum ich gut aussehe??”
“Nein, nein, das hast du jetzt völlig…”

“Das ist ja wohl Geschmackssache und ich dachte, dass du…”
“Also noch einmal, ich wollte lediglich wissen, ob…”

“Ob ich gut aussehe? Das wird ja immer besser!”
“Aber du verdrehst ja auch alles!”

“Ja tut mir leid! Entschuldige, dass ich gut aussehen möchte!”
“Das Haarspray am Abend macht also deine Haare schön.”

“Ach und ohne Spray sähe ich doof aus oder wie??”
“Nein, aber genau dieses Geheimnis wollte ich doch wissen!”

“Blödmann! Dann frag doch die Sendung mit der Maus!”

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Der zieht immer mehrere Frauen durch

3. Dezember 2006, aus der Schublade Freizeit und Reisen

Der zieht immer mehrere Frauen durchMeine Liebste und ich sind im Kino gelandet. Der neue James Bond - Casino Royale – steht auf dem Programm. Womit wir nicht gerechnet haben: es gibt eine Pause in der Mitte des Films. Sowas…

“Hat der denn Überlänge?”
“Eigentlich nicht, voll blöd jetzt!”

“Wollen wir ins Foyer gehen?”
“Grr, das wollen die doch nur! Damit wir fleißig Eis kaufen und so.”

“Wie findest du denn den Film bis jetzt?”
“Naja… Also James Bond ist für mich irgendwie was anderes.”

“Ich verstehe gar nicht, warum die da jetzt gepokert haben.”
“Was?”

“Na das Spiel, mit den 100 Millionen da.”
“Schatz, das ist doch genau das, worum es geht!”

“Und wieso hat der Mann mit den komischen Augen…”
“Du meinst Le Chiffre…”

“Ja, warum hat der Herr Schiffe keine 100 Millionen mehr?”
“Er heißt LE CHIFFRE. Nicht Schiffe!”

“So wie die Anzeigen?”
“Was denn für Anzeigen??”

“Na Chiffre-Anzeigen.”
“Nein, nein, es heißt soviel wie Geldzähler, Umsatz, Zahlen.”

“Blöder Name, klingt so nach Buchhalter.”
“Ach TATSÄCHLICH! Ich breche zusammen…”

“Und warum hat der jetzt die Millionen nicht?”
“Weil er die an der Börse verspielt hat.”

“Und das war nicht sein Geld?”
“Nein, es gehörte den komischen Militärs da aus Uganda.”

“Und wenn der kein Geld hat, warum spielt der dann Poker?”
“Hast du eigentlich IRGENDETWAS von dem Film verstanden??”

“Ich kenne eben die James Bond-Filme nicht so wie du!”
“Ja aber… Naja etwas ungewöhnlich ist der schon, der Film.”

“Und da waren bisher auch gar keine dreckigen Sexszenen.”
“WAS?? DRECKIGE SEXSZENEN??”

“Ja, die sind doch sonst immer in den Bond-Filmen, oder?”
“Schatz! In keinem Film bisher hat es das gegeben!”

“Der zieht doch immer mehrere Frauen durch…”
“Um Gottes Willen, gut dass das Sean Connery nicht gehört hat.”

“Ja hat der Bond nun immer tolle Frauen oder nicht!?”
“Doch schon, aber immer charmant, elegant, leidenschaftlich!”

“Bisher hatte der erst eine und mit der nicht mal richtig.”
“Schatz… Musst du nicht auf Klo oder so?”

“Hoffentlich kommt da noch was, ich will was sehen.”
“Das glaube ich einfach nicht… James Bond steht doch für…”

“Ist dir schonmal aufgefallen, dass die nie aufs Klo gehen?”
“Wer jetzt?”

“Na James und seine… Wie heißt die noch?”
“Vesper. Sie heißt Vesper. Das ist doch der Witz…”

“Ach! DAS ist witzig?”
“Oh Mann… Vesper bedeutet doch Zwischenmahlzeit…”

“Ach und der Bond vernascht die dann also noch?”
“Davon können wir ausgehen, glaube ich…”

“Ja, das ist lustig!”
“Schön Schatz… Dann kriegst du auch noch deine dreckige…”

“Ich meinte das ja gar nicht so! Vernaschen klingt besser.”
“Na gut. Von mir aus. Nie wieder gehe ich mit dir in einen…”

“Ich bin sowieso nur wegen dir in den Film gegangen.”
“Ja nee, iss klar! Nur wegen mir also? Na super!”

“Weißt du, ich mache das jetzt wie James und Vesper.”
“Was jetzt?”

“Ich gehe jetzt auf Klo und zwar so schnell, dass du es gar nicht bemerken wirst!”

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Von allem einfach reichlich

30. November 2006, aus der Schublade Essen und Trinken

Von allem einfach reichlichMeine Liebste und ich haben beschlossen: jetzt fängt die Weihnachtszeit an! Nach diversen Überlegungen, wie wir jetzt unsere Wohnung entsprechend mit Weihnachtskram vollhängen, haben wir uns dann doch für die schönste aller Vorbereitungen entschieden: das Kekse backen.

“Wollen wir denn dann jetzt mal?”
“Ja Süße, ich habe in der Küche schon was vorbereitet.”

“Ich freue mich richtig drauf!”
“Ich auch, mal sehen; Backen ist ja nicht so deine Stärke…”

“Naja gut, aber ich halte mich immer streng an die Rezepte.”
“Was hast du dir denn eigentlich ausgesucht?”

“Ja Kekse eben. Die man so mag.”
“Schatz, Kekse sind nicht gleich Kekse!”

“Du hast zu mir gesagt: such dir mal was aus.”
“Das stimmt, und was denn nun?”

“Vanillekipferl.”
“Oh nein! Die sind ganz schön aufwendig.”

“Gar nicht! Und Zimtsterne.”
“Oh, oh… Hast du dir auch irgendetwas Normales ausgesucht?”

“Ja.”
“Und?”

“Nussecken.”
“Nussecken?? Schatz, das sind ja alles total aufwendige Kekse!”

“Aber die mag ich am liebsten.”
“Hast du dafür auch alle Zutaten gekauft gestern?”

“Natürlich! Ich habe extra einen Taschenrechner mitgenommen.”
“Du hast einen Taschenrechner zum Kekse backen gekauft?”

“Nein, ich habe einen zum Einkaufen mitgenommen.”
“Schatz, die haben jetzt schon moderne Kassen, die…”

“Blödmann! Ich habe damit die Mengen berechnet.”
“Was?”

“Naja Mehl, Eier, Nüsse, Zucker und das alles.”
“Dafür hast du einen Taschenrechner gebraucht??”

“Wieso nicht? Jetzt haben wir wenigstens genug von allem.”
“Und wie hast du dann 768 Gramm Mehl gekauft?”

“Habe ich nicht. Ich habe von allem einfach reichlich gekauft.”
“Trotz Taschenrechner??”

“Ich habe extra mehr genommen für den Fall, dass ich mich verrechnet oder verlesen habe.”
“Ja aber… Na gut, was soll´s. Lass uns anfangen.”

[Die Küche steht voll mit Schüsseln, Schälchen, Backblechen, Backpapier und natürlich tausend Zutaten. Zwischen den ganzen Sachen liegt ein großes rotes Weihnachtsbackbuch, das aussieht, als hätte es schon mindestens 50 Jahre auf dem Buckel.]

“Das hat schon meine Oma gehabt, das Backbuch!”
“Ist das denn nach der Euroumstellung überhaupt noch gültig?”

“Ach? Kann das… DU BLÖDMANN, DU BLÖDER!”
“Haha! Reingefallen!”

“Wir fangen jetzt mit den Vanillekipferl an.”
“Gut! Lass uns alle Zutaten in die Küchenmaschine tun.”

“Och nee!”
“Was denn??”

“Nicht die doofe Maschine, die habe ich noch nie benutzt.”
“Na und? Es ist doch viel leichter damit!?”

“Das passt aber nicht zum romantischen Kekse backen.”
“Romant… OK. Dann knetest du eben alles mit den Händen.”

“Wieso denn ich??”
“Ja du willst ja die Maschine nicht!”

“Ich habe gestern gerade meine Nägel gemacht.”
“Schatz, das ist doch wohl…”

“Kannst du das nicht machen? Bitte, bitte, bitte!”
“Ich wollte jetzt eigentlich die Nüsse schälen.”

“Ach, muss man die schälen? – MANN, DU BIST SO DOOF!”
“Haha! Wieder reingefallen!”

“Schatz, bitte, kannst du denn nicht kneten?”
“Was jetzt genau?”

“Nicht, was du denkst! Macho!”
“Machos kneten keinen Kipferl-Teig.”

“Jetzt hör auf, das soll doch hier alles nett und lustig sein!”
“Du meinst nette Zimtsterne und lustige Nussecken?”

“MAAAAAANNNN!!”
“Schon gut, schon gut. Ich knete ja. Gib mal die Mandeln.”

“Gleich, ich muss vorher noch die Tüte falten.”
“Was?”

“Die Mandeltüte. Da sind 300 Gramm drin.”
“Ähm… Wir brauchen 150 Gramm.”

“Eben, darum falte ich sie ja.”
“Um dann was zu tun?”

“Ich schneide sie in der Mitte durch und habe die Hälfte.”
“Ach was, das mache ich nach Gefühl, gib…”

“Nein! Du hast gesagt, Vanillekipferl sind schwer, also!”
“Haben wir eigentlich auch Rum?”

“Rum? Nee, den brauchen wir nicht für die Kekse.”
“Nein, aber für mich, wenn das so weiter geht…”

[Die folgenden Stunden machen großen Spaß! Ich knete und knete und rolle Teig aus und kümmere mich um alle lästigen Sachen. Meine Liebste ist verantwortlich für die genauen Mengen der Zutaten, und sie nimmt es sehr genau. Die Diskussion darüber, dass man ja schließlich mit einem Messbecher nur total ungenau 150 Gramm Zucker abschätzen könne, sowie das Ausstechen der klebrigen Zimtsterne erspare ich Ihnen jetzt hier...]

“La lala laa! Super, jetzt noch die Nussecken, ja?”
“Ich bin schon dabei, wo sind denn die Haselnüsse?”

“Na da! Direkt vor deiner Nase.”
“Nein, ich meine die gemahlenen.”

“Wieso? Im Rezept stand 400 Gramm Haselnüsse.”
“Ja, aber doch GEMAHLENE! Die hier sind ja ganz!”

“Ach so, das wusste ich nicht. Na und?”
“Süße, ich kann doch nicht 400 Gramm GANZE Nüsse in den Teig…”

“Warum denn nicht? Andere haben wir doch nicht.”
“Ja was sollen das denn für Nussecken werden??”

“Wir haben doch das Caipirinha-Set.”
“Was? Wie kommst du denn jetzt darauf?”

“Können wir denn die Nüsse nicht, also so wie die Limetten beim Caipi?”
“Ach! Und dann vielleicht noch Cachaca drüber?”

“Schmeckt denn das??”
“SCHATZ!!”

“Und jetzt?”
“Jetzt schütten wir einfach Mandeln rein, die haben wir noch.”

“Das geht ja wohl nicht!”
“Warum denn nicht?”

“Dann sind es ja keine Nussecken, sondern Mandelecken.”
“Die schmecken dann doch aber auch!”

“Ich wollte aber Nussecken.”
“Und ich wollte einfach nur Kekse und keinen Schnickschnack!”

“Der Schnickschnack hier bist du!”
“Und du bist eine wandelnde Mandelmadame mit Mehl am T-Shirt!”

“Ich will Nussecken!”
“Kriegst du nicht, kriegst du nicht!”

“Mann, du gehst mir echt auf die Nüsse!”

Kopfschüttel…

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Teufelchen

25. November 2006, aus der Schublade Familie und Feste

TeufelchenMeine Liebste und ich sind zum Geburtstag einer Freundin eingeladen. Es sind ausdrücklich keine Geschenke erwünscht; aber eine nette Geburtstagskarte wird ja wohl erlaubt sein.
Also stehen wir bei Karstadt vor dem riesigen Regal mit Millionen an Glückwunschkarten und für alles und jedes müsste etwas dabei sein.

“Was nehmen wir denn jetzt?”
“Hm. Also ich denke, irgendetwas zum Lachen.”

“Warum?”
“Warum?? Na weil es ein Geburtstag ist und keine Beerdigung.”

“Schau mal, es gibt  doch so schöne Karten.”
“Ja sicher, aber ich würde zum Beispiel diese hier nehmen…”

“Schatz! Sie wird 29, nicht 12!”
“Ja, aber schau doch mal, den Hund kann man rausklappen!”

“Du kannst die ja für dich selber kaufen.”
“Das ist ja langweilig. Na gut, dann nicht.”

“Du hast immer so einen komischen Geschmack…”
“Bitte? Nur weil ich was Lustiges schenken würde?”

“Nein, ich meine, ganz anders, als meiner.”
“Na und? Ist das schlecht?”

“Du kannst ja deinen eigenen Geschmack haben, aber…”
“Aber?”

“Aber es wäre auch schön, wenn wir den gleichen hätten.”
“Schatz, wir sind uns doch in 99% aller Fragen einig.”

“Ja, bei den Kleinigkeiten vielleicht.”
“Und bei den großen Dingen nicht? Zum Beispiel?”

“Ich erinnere nur an die Urlaubsplanung.”
“Was war denn da??”

“Ich wollte ins Warme und du ins Billige.”
“Das ist ja jetzt wohl ein starkes Stück!”

“Ja war es denn nicht so??”
“Erstens wollte ich nicht billig, sondern günstig.”

“Pff, wo ist da schon der Unterschied…”
“Und zweitens wollte ich auch ins Warme, aber eben günstig.”

“Du hast immer eine Ausrede!”
“Nee, aber du drehst immer alles so, wie es dir passt.”

“Und bei den Urlaubspostkarten konntest du dich auch nicht entscheiden.”
“Haben wir welche verschickt?”

“Ja.”
“Also. Eben. Und jetzt finden wir auch eine Geburtstagskarte.”

[Bei Karstadt in Bremen gibt es 5 lange Regale und etliche Ständer, die beidseitig mit Karten bepflastert sind. Natürlich in Kategorien sortiert, wie man das ja gewohnt ist. Nur was nutzt es einem, wenn allein zwei der riesigen Regale voll mit Geburtstagskarten sind. Warum gibt es hier keine Unterteilungen? Runder Geburtstag, lustiger Geburtstag, spannender Geburtstag, Pflichtgeburtstag, verpasster Geburtstag, Schwiegermuttergeburtstag, usw. Also schlappen wir von links nach rechts und um die Ecke und wieder von vorn und noch einmal das Ganze. Gefühlte drei Tage lang...]

“Ich glaube, ich habe was gefunden!”
“So, zeig mal.”

“Ist die nicht schön?”
“Ähm…”

“Was denn? Nicht?”
“Doch, aber so ein Gedicht vorne drauf, ich weiß ja nicht…”

“Ich finde das schön, lies doch mal.”
“So mit Engelchen und so, das passt ja gar nicht.”

“Ja sorry, ist halt kein Hund zum Aufklappen!”
“Grr, ich meine, ein Engel ist das Geburtstagskind ja nicht gerade.”

“So? Was ist sie denn deiner Meinung nach?”
“Eher ein… Ein Teufelchen.”

“Und was bin ich??”
“Oh nein, ich hätte es wissen müssen…”

“Wieso ist die ein Teufelchen?? Klingt, als gefiele dir das!”
“Du bist ein Engel, mein Schatz. Meine Liebste.”

“Ich wäre aber auch lieber ein Teufelchen!”
“Na gut, schön, dann bist du eben auch ein Teufelchen.”

“Nee, jetzt will ich kein Teufelchen mehr sein.”
“Was denn dann?”

“Ja das wüsste ich ja gerne von dir!”
“Dann bist du mein… Das Schnuffel.”

“DAS Schnuffel??”
“Mein Schnutz.”

“Was ist denn ein Schnutz?”
“Das ist die Mischung aus Schnuffel und Schatz. Schnutz.”

“Dann bist du mein Schnatz!”
“Schnatz??”

“Das ist die Mischung aus Schatz und…”
“Schatz und? Und was?”

“Schn… Schn… Schn…”
“Was?”

“Schnarchnase!”

Kopfschüttel…

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Sowas weiß man doch!

22. November 2006, aus der Schublade Wohnen und Leben

Sowas weiß man doch!Meine Liebste und ich schauen “Wer wird Millionär”. Wir sind uns einig, dass wir ziemlich alt aussehen würden, wenn wir selbst auf dem Stuhl dort säßen…
Die aktuelle 500 EUR-Frage lautet:
“Sagt mal, von wo kommt ihr denn her…”

“…aus Schlumpfhausen bitte sehr!”
“Was?”

“Na Schlumpfhausen. Das Schlümpfelied!”
“Ach ja, stimmt, da stehts ja auch schon.”

“…sehen alle da so aus wie ihr? Ja, wir sehen so aus wie wir.”
“Ja richtig, so geht es dann weiter.”

“…euch ein Lied beibringen? Ja, wir wollen mit dir singen.”
“Genau… Sag mal, wieso hast du das denn noch im Kopf?”

“Ich kenn ein Lied mit nem schönen Chor. Spiel es uns… ”
“Ich bin erstaunt, woher weißt du denn das??”

“Dann fangen die alle an, La La Lalala laaa!”
“Ähm…”

[Erstaunt schaue ich meine Liebste an; sie sitzt da, trällert das Schlümpfelied, kennt anscheinend jedes Wort des Liedtextes perfekt auswendig, wackelt amüsiert mit dem Kopf hin und her und wippt mit dem ganzen Körper auf und ab. Wie kann man das nach so langer Zeit noch wissen, frage ich mich...]

“Schatz, das ist mindestens 20 Jahre her, wieso…”

“Vader Abraham, kennst du den noch?”
“Ja klar, wer nicht…”

“Es gibt so viele Schlümpfe wie kaputte Strümpfe!”
“So?”

“Hat Vader Abraham gesagt.”
“Der muss es ja wissen… Schatz, aber nochmal…”

“Als ich klein war, habe ich auch immer rumgeschlumpft.”
“DAS kann ich mir denken!”

“Ich hatte viele Schlümpfe, aber ich habe sie verschlumpft.”
“Verschlumpft??”

“Ja verloren eben, auf schlumpfisch. Sowas weiß man doch!”
“Also ich nicht und sag mir endlich, wieso du den Text noch weißt!”

“Erstens, weil ich den damals 1000-mal gesungen habe.”
“Aha. Und zweitens?”

“Weil ich das Schlumpflied als Klingelton aufm Handy hab.”
“Los, ruf mich mal an! La la lalalalaa laala…”

Kopfschüttel…

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Füttern finde ich aber lustig!

19. November 2006, aus der Schublade Die besonderen Dinge

Füttern finde ich aber lustig!Meine Liebste und ich sitzen an unseren PCs und erledigen dies und das. Ich sitze an Rechnungen und Parkbelegen, meine Liebste surft durch die große weite Welt des Internet auf der Suche nach Unterhaltung. Ich gebe zu, dass ich mich bei solchen lästigen Arbeiten nur ungern stören lasse…

“Du, Schatz?”
“Moment, ich kann jetzt gerade nicht.”

“Ich habe nur eine kleine ganz schnelle Frage.”
“Gleich, gleich, ich rechne gerade… MIST!”

“Was denn?”
“Jetzt habe ich mich vertippt, was willst du denn!?”

“Was heißt Feet auf Deutsch?”
“Füße. Die Füße.”

“Bist du sicher?”
“Ähm… Ja. Und jetzt lass mich mal eben, bitte.”

Und wo sind die Füße im Kopfschüttel-Blog?”
“Hä? Was für Füße denn?”

“Naja Feet heißt doch Füße auf Deutsch, oder?”
“Ja doch, aber es gibt keine Geschichte zu Füßen bei uns.”

“Doch, das mit den kalten Füßen unter der Bettdecke.”
“Ach ja, naja am Rande geht es da um Füße, stimmt.”

“Und die Geschichte findet der Typ hier toll?”
“Welcher Typ??”

“Hier ist ein Blog von dem neuen ehrlichen treuen Mann.”
“Ach so, jetzt verstehe ich, das Ehrlichtreu-Blog?”

“Äh, ja. Und da steht das Kopfschüttel-Blog drin.”
“Richtig, er hat uns verlinkt, hat er mir neulich geschrieben.”

“Verlinkt?”
“Naja empfohlen eben, so wie wir seins.”

“Und wieso dann die Füße?”
“Was für Füße denn??”

“Das steht hier aber!”
“Was? Dass es auf Kopfschüttel eine Füße-Geschichte gibt??”

“Und wenn man klickt, kommen jede Menge wirre Zeichen.”
“Herrgott, du meinst nicht Feet, sondern FEED!”

“Ja, Feet. Füße. Hast du doch gesagt!”
“Nein, FEED mit D am Ende Fee-d-d-d!. Das ist was anderes.”

“Steht hier auch mit D. Also was heißt das denn? Nicht Füße?”
“Nein, tja, was heißt Feed eigentlich. Sowas wie Füttern wohl.”

“Was füttert der neue Mann denn?”
“Also nun mal langsam! Der füttert gar nix.”

“Also da steige ich echt nicht durch.”
“Feed nennt man es, wenn jemand die Geschichten abonniert.”

“Ach so, und du fütterst den dann, der das abonniert?”
“Ähm… Ja, so könnte man es wohl sagen…”

“Den treuen Mann hier fütterst du also auch?”
“Zeig das erst einmal her, ich verstehe nur Bahnhof!”

[Des Rätsels Lösung ist einfach: in der Blogroll von ehrlichtreu.org ist nicht der Link zum Kopfschüttel-Blog, sondern zu dessen Feed hinterlegt. Da das aus meiner Sicht nicht wirklich Sinn macht, ist es sicher nur ein kleiner Fehler.]

“Siehste, hier!”
“Ja, tatsächlich. Das ist sicher ein Fehler. Ich schreibe ihm mal.”

“Soll der denn das Kopfschüttel-Blog nicht füttern?”
“Nein, das verstehst du falsch, er hat ja…”

“Füttern finde ich lustig, lass das doch so!”
“Nein, das geht doch nicht, der Feed muss doch…”

“Also wer füttert denn jetzt wen?”
“Schatz! Das war nur so ein Vergleich, es ist etwas anders…”

“Kann ich das Kopfschüttel-Blog auch füttern?”
“NEIN, weil… Doch, du fütterst es in gewisser Weise schon.”

“In gewisser Weise??”
“Naja, du bist ja die Hauptdarstellerin. Ohne dich auch kein Blog.”

“Und mit Füßen hat das wirklich nichts zu tun?”
“Nein, nein, vergiss die Füße endlich!”

“Und du vergiss nicht, mich ab und zu auch mal zu füttern!”

Kopfschüttel…

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Planerische Antworten

17. November 2006, aus der Schublade Familie und Feste

Planerische AntwortenMeiner Liebsten und mir ist aufgefallen, dass die Weihnachtszeit vor der Tür steht.
Im Grunde kommt Weihnachten ja jedes Jahr nicht überraschend, aber trotzdem stets schneller, als erwartet.

“Du, bald ist schon wieder Weihnachten.”
“Ja, das stimmt, wo ist bloß die Zeit geblieben…”

“Schenkst du mir denn was?”
“Warst du denn brav in diesem Jahr?”

“Natürlich.”
“Pff, natürlich nicht!”

“Nicht? Wieso, was habe ich denn gemacht?”
“Du hast neulich meine Lieblingstasse zerschmettert.”

“Oh, ach ja, aber das tut mir auch sehr leid.”
“Und du hast mir vom Einkaufen keine Erdnüsse mitgebracht.”

“Naja das zählt ja wohl nicht!”
“Wieso denn nicht?”

“Du vergisst ja auch ständig was!”
“So? Na das wüsste ich aber!”

“Was war denn zum Beispiel gestern?”
“Gestern? Was war denn gestern?”

“Da solltest du meine Schwester anrufen.”
“Habe ich doch auch!”

“Hast du nicht, ich musste sogar für dich wählen!”
“Aber nur, weil du so ungeduldig warst! Ich hätte schon noch…”

“Hättest du nicht und dabei wolltest DU ja was von IHR.”
“Das stimmt, aber ich wollte gerade, als du…”

“Ist ja auch egal, also kriege ich jetzt was zu Weihnachten?”
“Doch Schatz. Ausnahmsweise, weil ich dich trotzdem lieb habe.”

“Was heißt denn trotzdem??”
“Trotzdem heißt, obwohl du dich nicht entscheiden kannst.”

“Entscheiden für was??”
“Wo wir Weihnachten feiern.”

“Du meinst, ob bei deinen oder meinen Eltern?”
“Ja, das meine ich. Meine Mutter verlangt planerische Antworten!”

“Ich könnte mich ja entscheiden.”
“Und warum tust du es dann nicht?”

“Weil du dich schon entschieden hast, ohne MEINE Antwort abzuwarten!”
“Bitte??”

“Wir fahren zu deinen Eltern am 24-sten, hast du gesagt.”
“Ja und? Du freust dich doch, oder nicht?”

“Doch, aber du hast mich nicht richtig gefragt!”
“Ich habe nur meinem Wunsch etwas Nachdruck verliehen.”

“Na das hört sich ja an! Wenn du mich lieb hättest, dann…”
“Nee, fang jetzt nicht auf die Tour an! Ich habe gefragt.”

“Aber es war von vornherein klar für dich.”
“Naja, sagen wir, ich habe damit gerechnet.”

“Und wenn ich jetzt aber lieber zu meinen Eltern will?”
“Willst du denn?”

“Vielleicht.”
“Wieso denn vielleicht? Das ist doch keine Antwort!”

“Wir könnten ja auch über Weihnachten in Urlaub fahren.”
“Schatz, wir haben noch den Sand vom letzten Urlaub zwischen den Zehen kleben!”

“Ich meine ja auch nur, dass es mehrere Möglichkeiten gibt.”
“Gut, und welche der Möglichkeiten möchtest du jetzt?”

“Hm, ich denke… Wir fahren zu deinen Eltern.”
“Himmel…!”

“Aber wieso willst du denn nicht zu meinen?”
“Will ich doch, können wir ja nächstes Jahr machen.”

“Ja, das sagst du jetzt! Und dann?”
“Was und dann??”

“Dann entscheidest du dich wieder anders!”
“Das ist doch… Wenigstens entscheide ich mich!”

“Aber ohne mich zu fragen!”
“Nur, wenn DU dich NICHT entscheiden kannst!”

“Dann kriegst du eben auch nichts zu Weihnachten!”

Kopfschüttel…

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Mein Freund Axel

14. November 2006, aus der Schublade Beauty und Kleidung

Mein Freund AxelMeine Liebste und ich sitzen gemütlich im Anschluss an einen Theaterbesuch an der Cocktailbar der Lounge und schlürfen exotische Getränke. Natürlich sind wir dem Anlass entsprechend einigermaßen ordentlich gekleidet.

“Voll lecker!”
“Ja? Also ich mag ja dieses süße Zeug nicht so.”

“Ich schon, Swimming-Pool ist mein Lieblings-Cocktail.”
“Jaja… Aber du magst ja auch Marmelade auf Salami…”

“Na und? Was ist damit??”
“Das ist krank!”

“Du musst es ja auch nicht essen.”
“Gott sei Dank sind Geschmäcker verschieden…”

“Magst du mein Outfit heute? Du hast gar nichts gesagt.”
“Ja, Schatz, das mag ich.”

“Was für Schuhe habe ich an?”

[Da ist sie wieder, eine von diesen gefährlichen Fragen, die jedem Manne das Adrenalin in die Venen pumpt! Ich bin mir nicht ganz sicher, welche Schuhe sie trägt. Also ich weiß, es ist eine braune Bluse und eine schwarze Hose...
Aber was für Schuhe?? Sicher hat sie zu der schwarzen Hose auch schwarze Schuhe an. Das sähe gut aus, und sie sieht immer gut aus. Und ich habe es auf dem Kopfsteinpflaster vorhin laut Klickern gehört. Ja, die schwarzen Dinger müssen es sein! Ich bin gerettet!]

“Und?”
“Natürlich weiß ich, welche Schuhe du trägst!”

“So? Und welche?”
“Ist das hier ein Verhör? Reicht es nicht, dass ich es weiß?”

“Nein. Los, sag schon!”
“Die schwarzen Klickerdinger mit den hohen Absätzen.”

“Welche schwarzen Klickerdinger? Was soll das denn sein??”
“Na die halbhohen Schwarzen mit den Dingens…”

“So etwas besitze ich überhaupt nicht!”
“Ach, nicht…?”

“Nein! Wie kommst du denn darauf??”
“Ich hätte schwören können, dass du die an hast.”

“Doofie! Kannst du dir nicht mal meine Schuhe merken??”
“Doch Schatz, ich dachte, du hättest schwarze Schuhe an.”

“Die sind aber dunkelbraun!”
“So? Zu einer schwarzen Hose??”

“Ja wieso denn nicht bitteschön?”
“Naja, ich meine, passt denn das zusammen?”

“Eben gerade das wüsste ich ja gerne von dir! Vorher!”
“Ähm…”

“Ich will deine Meinung zu meinen Sachen hören.”
“Aber ich sage doch immer was dazu!”

“Pff, wenn ich dich frage, dann schaust du nicht einmal auf und sagst, das sei sehr schön alles.”
“Das stimmt so nicht!”

“Doch, wohl!”
“Ich würde es nicht sagen, wenn ich es nicht gesehen hätte!”

“Selbst wenn: dir gefällt ja immer alles, das kann nicht sein!”
“Bitte??”

“Mein Freund Axel zum Beispiel, der sagt mir immer, wie es wirklich ist.”
“Wieso, was sagt der denn??”

“Wenn ich in einer Hose einen dicken Hintern habe, dann sagt er mir das auch.”
“Und dann??”

“Dann kann ich mir wenigstens was anderes anziehen!”
“Toll, und die Hose trägst du dann doch nie mehr!”

“Natürlich nicht!”
“Aber du hast sie doch gekauft.”

“Das kommt halt vor.”
“Du hast keinen dicken Hintern.”

“Habe ich doch.”
“Das ist Blödsinn! Ich muss wohl mal mit Axel reden…”

“Wieso denn? Wozu? Soll er dir auch sagen, dass du einen dicken Hintern hast?”

Kopfschüttel…

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