Die kleine Ente

11. März 2007, aus der Schublade Wohnen und Leben

Die kleine Ente (photocase.de © noodelz)Meine Liebste und ich verbringen einen unspektakulären Samstagabend vor dem Fernseher. “Deutschland sucht den Superstar” wird auf RTL geboten. Mangels Alternativen und aufgrund zu geringer Gegenwehr meinerseits verfolgen wir die ersten Songs.

“Wer ist denn dein Favorit bei DSDS?”
“Ich weiß die Namen nicht, Süße.”

“Nicht einen?”
“Doch. Mein Favorit ist Dieter Bohlen.”

“Der doch nicht!”
“Wieso? Wetten, dass der bis zum Schluss dabei ist?”

“Jetzt sag doch mal!”
“Die da gerade singt, die gewinnt.”

“Franziska?”
“Wenn sie so heißt… Die gewinnt.”

“Sie ist schon toll, aber die gewinnt nicht.”
“So? Und warum nicht?”

“Weil die Jungs viel größere Fanclubs haben.”
“Als Franziska??”

“Nein, so überhaupt, also mehr als die Mädels.”
“Und wieso?”

“Weil Mädchen sich immer gleich in den Star verlieben.”
“Ich glaube, ich kann dir nicht folgen…”

“Mädchen schmachten da gleich weg und Jungs eben nicht.”
“Ähm…”

“Und deshalb haben die Jungs immer viel größere Fanclubs.”
“Na ich weiß ja nicht, ob diese Theorie…”

“Ich kenne das von mir selbst.”
“Wie bitte??”

“Ich war in Chesney Hawks verliebt.”
“Aber das ist ja schon ewig her!”

“Na so lange nun auch wieder nicht.”
“Also ich weiß gar nicht mehr, wann das…”

“Ich bin zwar nicht mehr so jung, aber so alt auch noch nicht!”
“Habe ich was gesagt??”

“Neulich hast du gemeint, ich sei SCHON um die 30.”
“Und?? Stimmt das etwa nicht?”

“Nein.”
“Sondern?”

“Ich bin über Mitte 20.”
“Schatz! Du wirst in ein paar Monaten…”

“Ja, nun ist ja gut! Sei still jetzt.”
“Ähm… Und heute stehst du nicht mehr auf Chesney Hawks?”

“Natürlich nicht!”
“Wieso natürlich?”

“Spindeldürre, leichenblass, und dieses Muttermal! Nee!”
“Dann fandest du seine Musik toll?”

“Nein, unmöglich. Konnte ich noch nie leiden.”
“Ja, aber…”

“Und so ist das bei DSDS auch.”
“Du meinst also, dass… Schatz, ich verstehe kein Wort!”

“Das ist wie mit der kleinen Ente.”
“Was denn jetzt für eine Ente??”

“Wenn eine kleine Ente schlüpft, rennt sie dem ersten Wesen hinterher, das sie sieht.”
“Und was hat das jetzt mit DSDS zu tun?”

“Ist das nicht süß?”
“Jaja, sehr süß, UND: was hat DAS jetzt mit DSDS tu tun, bitte??”

“Die kleinen Mädels zuhause sehen den Martin da bei DSDS und…”
“…und dann rennen sie ihm hinterher??”

“Genau! Das funktioniert natürlich nur bei 14-jährigen.”
“Ach so einfach ist das mit euch Frauen??”

“Bei mir natürlich nicht, wenn du das meinst.”
“Und warum du nicht!?”

“Ich bin dem Chesney Hawks nicht hinterher gerannt.”
“Sondern?”

“Mein Vater wollte den sehen, und ich musste mit aufs Konzert.”
“Aha… Und wie alt warst du da?”

“Ich war 13, glaube ich.”
“Ich verstehe immer noch nicht, wie du dann Hawks-Fan geworden bist!?”

“Naja…”
“Die Show war prima?”

“Nee. Zum Gähnen.”
“WARUM DENN DANN, Herr Gott noch mal!?”

“Weil ich meinen Freundinnen erzählen wollte, dass ich auf dem Konzert meines Lieblings war.”
“Aber, das, das… So etwas fällt auch nur euch Frauen ein!”

“Eben! So was machen nur kleine Mädels.”
“Gott sei dank…”

“Und deshalb haben die Jungs bei DSDS viel größere Fanclubs.”
“OK, danke, ich habe es jetzt verstanden…”

“Denkst du jetzt immer noch, dass Franziska gewinnt?”
“Ähm… Ja?”

“Das heißt, du glaubst mir nicht??”
“Doch, aber Franziska kann doch viel besser…”

“Natürlich singt sie besser!”
“Aber weil sie eine Frau ist, gewinnt sie nicht? Oder wie?”

“Vergiss niemals die Ente!”

Kopfschüttel…

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Ist Nein dein Lieblingswort heute?

7. März 2007, aus der Schublade Wohnen und Leben

Ist Nein dein Lieblingswort heute? (photocase.de © netwipe)Meine Liebste und ich sind auf dem Weg in die Stadt. Da bietet sich bei uns immer die Straßenbahn an, denn wir haben eine Haltestelle genau vor der Tür. Wir sitzen so nebeneinander und schauen uns die vorbeirauschenden Häuser und Geschäfte an.

“Du Schatz?”
“Ja, Süße?”

“Sollen wir heute Abend im Wohnzimmer Cha Cha Cha tanzen?”
“Ähm… Was?”

“CHa Cha Cha!”
“Ja, das hatte ich auch verstanden.”

“Wollen wir?”
“Nein.”

“Nein?”
“Nein.”

“Warum denn nicht??”
“Kann ich nicht mehr. Denke ich.”

“Aber du hast doch gesagt, dass du früher getanzt hast.”
“Ja.”

“Und heute nicht mehr?”
“Nein, ist zu lange her…”

“Wir können es doch aber einmal ausprobieren?”
“Nein.”

“Warum denn nicht?”
“Unser Wohnzimmer ist kein Tanzsaal, Liebste.”

“Ach! Und wenn wir in einem Tanzsaal wären, dann würdest du?”
“Nein.”

“Aber du hast doch eben gesagt…”
“Ich sagte: Nein!”

“Wieso? Traust du dich nicht?”
“Was heißt denn bitte nicht trauen? Nicht wollen eher…”

“Du willst nicht mit mir tanzen?”
“Nein.”

“So grundsätzlich nicht?”
“Was meinst du mit grundsätzlich?”

“Naja, stimmt mit mir was nicht??”
“Doch, mit dir ist alles in Ordnung, Schatz.”

“Aber?”
“Ja nichts aber!”

“Warum bist du denn so kurz angebunden?”
“Ich schaue mir die neuen Geschäfte da an…”

“Ich will doch nur mal mit dir Cha Cha Cha tanzen, oder Jive.”
“Jive?? Um Gottes Willen…”

“Also tanzen wir jetzt heute?”
“Nein.”

“Doch.”
“Nein!”

“Warum denn nicht? Schämst du dich?”
“Schämen, pfff!”

“Was spricht also dagegen?”
“Wir haben gar nicht die passende Musik im CD-Regal.”

“Können wir ja gleich bei Karstadt kaufen!”
“Nein.”

“Ist Nein dein Lieblingswort heute??”
“Nein.”

“Sehr witzig!”
“Nein.”

“Würdest du es ablehnen, mit mir zu tanzen?”
“Nei.. Ja!”

“Du wolltest Nein sagen!”
“Nein.”

“Schatz!”
“Ja?”

“Ich will aber mit dir tanzen.”
“Warum denn das jetzt plötzlich?”

“Naja…”
“Ja?”

“Mit meinem Exfreund habe ich immer getanzt.”
“Na toll! Das kann ich ja ganz besonders leiden!”

“Was?”
“Deine Ex-Geschichten!”

“Der wollte auch erst nicht, aber ich habe ihn dann überredet.”
“Siehste!”

“Sehe ich was?”
“In diesem Punkt – und in vielen anderen natürlich auch – unterscheide ich mich von deinem Exfreund!”

“Aber nicht zu deinem Vorteil.”
“Frechheit! Das ist ja wohl…”

“Also tanzt du jetzt mit mir oder nicht?”
“Muss es denn unbedingt Cha Cha Cha sein?”

“Was denn sonst?”
“Keine Ahnung… Ähm, langsamer Walzer oder so?”

“Das würdest du mit mir tanzen wollen??”
“Nein. Aber gegebenenfalls. Eventuell. Möglicherweise.”

“Walzer ist doch doof. Da merkt man, dass du älter bist, als ich.”
“Tanzen hat ja nun wohl überhaupt gar nichts mit dem Alter zu tun!”

“Walzer… Wie langweilig.”
“Aber du wolltest doch tanzen!”

“Tanzen ja, übers Parkett schlurfen: nein.”
“Da kommt man entgegen und dann ist es Madame wieder nicht recht!”

“Ich dachte, du wolltest eigentlich gar nicht mit mir tanzen?”
“Walzer schon.”

“Mein Exfreund hat immer am liebsten…”
“Das will ich jetzt gar nicht wissen, was der wollte!”

“Schatz?”
“Jetzt will ich und nun willst du nicht!”

“Du, Schatz?”
“Was denn??”

“Wir sollten aber doch besser Cha Cha Cha tanzen…”
“Wieso? Warum denn?”

“Weil wir damit anfangen werden.”
“Anfangen? Was fangen wir an!”

“Ich habe uns bei Renz für den E2-Tanzkurs angemeldet.”
“Haha, guter Witz.”

“Nein wirklich, da konnte man 10 Euro sparen. Dienstags.”
“Wieso meldest du uns einfach da an?? Spinnst du!?”

“Und ich kriege noch 100 Euro von dir.”

Kopfschüttel…

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Wie kann man bloß!

3. März 2007, aus der Schublade Beauty und Kleidung

Wie kann man bloß! (photocase.de © goenz)Meine Liebste und ich haben bereits Eintrittskarten für einen Ball zum Tanz in den Mai erstanden. Und damit wir uns auf der Tanzfläche nicht alleine blamieren, haben wir auch gleich zwei Karten für ein Pärchen aus unserem Bekanntenkreis gekauft.

“Und? Was hat er gesagt?”
“Wer hat was gesagt, Süße?”

“Na Stefan.”
“Wozu??”

“Zu den Karten für den Maiball.”
“Ach so, ja, alles gut, er wollte mir schon das Geld geben.”

“Und? Hat er?”
“Nein, ich habe abgelehnt, weil ich ihm die Karten nicht geben konnte.”

“Und warum hast du sie ihm noch nicht gegeben??”
“Weil du sie eingesteckt hattest und mir noch gar nicht gegeben hast!”

“Ach so…”
“Dreimal habe ich dich schon daran erinnert.”

“Tatsächlich? Nee, das stimmt nicht, das war nur ein Mal!”
“Es war dreimal, und zuletzt gestern Morgen.”

“Morgens darfst du mich so was auch nicht fragen.”
“Und warum nicht?”

“Morgens habe ich Stress und keinen Kopf für so was.”
“Du hast keine Zeit, mir zwei Karten aus deinem Portmonee zu geben??”

“Das ist nicht so das Problem.”
“Sondern?”

“Die sind nicht in meinem Portmonee.”
“Naja schön, und wo dann?”

“In meiner Handtasche.”
“Oh entschuldige! Und wo ist da jetzt der Unterschied??”

“Du hättest sie dir ja auch schon längst selber nehmen können.”
“Ich gehe doch nicht einfach an deine Handtasche!”

“Warum denn nicht?”
“Weil ich da nie was finde, das hatten wir doch schon.”

“Was soll denn das heißen? Ich habe da immer Ordnung.”
“Neulich, weißt du noch?”

“Was?”
“Da wollte ich den Autoschlüssel aus deiner Handtasche nehmen.”

“Na das war ja wohl auch total dämlich von dir!”
“Die Tasche war proppevoll und man konnte gar nichts finden!”

“Trotzdem hättest du sie ja nicht gleich ausschütten müssen!”
“Schatz! Es ging um Leben und Tod!”

“Nur, weil du den Wagen schnell wegfahren wolltest.”
“Schatz! Es war DEIN Wagen, den die Politesse aufschreiben wollte!”

“Wie kann man bloß eine Handtasche ausschütten!”
“Du hast mir dann ja auch verboten, noch mal darin zu wühlen.”

“Zwischen Wühlen und Rausnehmen ist ein großer Unterschied!”
“Außerdem will ich gar nicht wissen, was du da alles so drin hast.”

“Wieso? Was soll denn da drin sein?”
“Da sie ständig voll ist, wird es wohl mehr als Handy und Geld sein.”

“Natürlich. Was man eben so braucht. Kaugummi, Labello, …”
“… Und auch Ballkarten.”

“Genau.”
“Und? Gibst du sie mir jetzt?”

“Nein.”
“Nein??”

“Nein.”
“Soll ich sie mir vielleicht selber nehmen? Ohne Wühlen?”

“Ähm, nein, besser nicht.”
“Das verstehe ich jetzt nicht, du hast doch eben gesagt, dass…”

“Jaja, ich weiß, was ich gesagt habe.”
“Also gut, ich fasse zusammen: ich darf nicht, und du willst nicht?”

“Ich will schon, aber ich kann nicht.”
“Ich denke, du hast immer Ordnung in deiner Handtasche?”

“Habe ich ja auch. Ich schütte ja auch nicht deine Jacke aus.”
“Das lässt dir echt keine Ruhe, was?”

“Wie kann man nur…”
“Es tut mir leid, OK? Kannst du mir jetzt die Karten geben? Bitte?”

“Hat das nicht noch Zeit?”
“Warum denn nicht jetzt??”

“Es geht jetzt eben nicht so schnell!”
“Und warum nicht?”

“Kannst du mich nicht nachher noch einmal daran erinnern?”
“Kann ich schon, aber warum geht es denn jetzt nicht??”

“Ich weiß es nicht mehr.”
“Ich habe dich doch aber gerade daran erinnert!”

“Ja, aber ich weiß nicht mehr, welche Handtasche es war…”

Kopfschüttel…

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Eine seltsame Mischung

28. Februar 2007, aus der Schublade Auto und Parken

Eine seltsame MischungMeine Liebste und ich sind im Auto unterwegs, um Freunde von uns zu besuchen. Wir nutzen die Gelegenheit, um über Gott und die Welt zu reden; was man eben so macht, wenn man im Auto nebeneinander sitzt und Langeweile bekommt. Natürlich gehören dazu auch die kleinen lästigen Alltagsaufgaben, die man stets berücksichtigen muss.

“Wir müssen morgen Mineralwasser kaufen, unseres ist alle.”
“Gut, dass du mich daran erinnerst, Süße. Mache ich morgen.”

“Wer das wohl erfunden hat.”
“Was? Das Mineralwasser?”

“Ja. Ich meine, irgendwer muss ja mal ausprobiert haben, wie Wasser mit viel Kohlensäure schmeckt.”
“Hm. Das stimmt, weiß ich auch nicht, wer das war.”

“Und dass das nicht mit anderen Sachen schmeckt.”
“Mit was für Sachen?”

“Na mit Tee zum Beispiel, oder mit Milch. Schmeckt nicht.”
“Das kann ich mir allerdings auch schlecht vorstellen…”

“Ich weiß das genau.”
“Was? Dass das nicht schmeckt?”

“Ja.”
“Wieso genau?”

“Weil ich es ausprobiert habe.”
“Was jetzt? Tee mit Kohlensäure??”

“Ja.”
“Schatz, veräppeln kann ich mich alleine.”

“Nein ehrlich!”
“Wie hast du das denn ausprobiert??”

“Na, ich habe den Tee vorsichtig mit Mineralwasser gekocht.”
“Geht da die Kohlensäure nicht verloren?”

“Doch, schon, größtenteils zumindest.”
“Und??”

“Na deswegen habe ich es ja auch noch mit Milch probiert.”
“Ach, und da hast du dann Kohlensäure rein gemacht?”

“Nein, ich habe Mineralwasser dazu geschüttet.”
“Schatz! Du kommst aber auch manchmal auf Ideen!”

“Und das schmeckte auch nicht.”
“Das kann ich mir vorstellen.”

“Kannst du gar nicht.”
“Und wieso nicht?”

“Na, weil du es nicht selber geschmeckt hast.”
“Und? Davon kann man sich auch so ein gutes Bild machen.”

“Nee, was man nicht ausprobiert hat, kann man nicht beurteilen.”
“Das ist ja wohl Blödsinn!”

“Wieso?”
“Ich weiß ja wohl, ob Senf zu Käsekuchen passt, ohne probiert zu haben!”

“Kannst du nicht, du vermutest das nur!”
“Oder Marmelade auf Leberwurst. Oder Salami.”

“Was ist damit??”
“Das schmeckt nicht.”

“Und das schmeckt wohl.”
“Wie bitte??”

“Also ich mag das!”
“Schatz! Du bist krank!”

“Wieso? Nur weil ich gerne Sachen ausprobiere?”
“Niemand mag Marmelade auf Leberwurst!”

“Das ist mir egal, ich finde das lecker.”
“Hast du sonst noch was ausprobiert? Spinat auf Kirschen vielleicht?”

“Nein, du?”
“NEIN!”

“Warum probierst du es dann nicht mal?”
“Ich habe schon genug mit dir am Hals…”

“Was habe ich denn jetzt damit zu tun?”
“Du bist manchmal auch eine sehr seltsame Mischung!”

“Ach und du probierst mich jetzt aus?”
“In gewisser Weise…”

“Und schmeckt es dir?”

[Mist. Ohne es zu wollen - geschweige denn zu ahnen - habe ich mich mal wieder in eine für Männer schwierige und meist aussichtslose Position manövriert. Wenn ich die Kurve nicht kriege, setzt sie mich in maximal drei Zügen Schachmatt...]

“Nun sag doch mal! Schmecke ich dir?”
“Ähm.. Ja Schatz. Sehr lecker…”

“Und das, obwohl ich so eine komische Mischung bin?”
“Ja.”

“Und was ist da so alles gemischt?”
“Alles mögliche.”

“Und was genau?”
“Das kann ich jetzt nicht so richtig, also ich meine…”

“Du redest dich raus!”
“Nein, aber ich kann dich nicht mit zwei, drei Worten beschreiben!”

“Bin ich denn eher ein Schnitzel oder ein Keks?”
“Ein Schnitzel?? Wie kommst du denn auf…”

“Ich wäre lieber der Keks.”
“Wieso?”

“Weil es für Kekse Schokolade drum herum gibt!”
“OK, also schön, du bist ein Keks. Mit Schokolade.”

“Und was schmeckt dir jetzt daran nicht??”
“Kekse mit Schokolade mag ich doch?”

“Also magst du mich nur, wenn ich mit Schokolade…”
“Ich werde verrückt… Du gehst mir langsam auf den KEKS!”

“Und wenn ich ein Schnitzel wäre, dann nicht??”
“Ich, ich… Auch, wenn du ein Schnitzel wärst, ich hätte dich gern.”

“Und wenn man das Schnitzel in Schokolade tauchen würde?”
“Oh nein, bitte nicht…”

“Ich könnte dir als Schnitzel meine Schokoladenseite zeigen!”
“Genau das meinte ich damit, dass du eine seltsame Mischung bist…”

“Und du magst mich trotzdem?”
“Ja Schatz. Trotzdem.”

“Verstehe ich nicht.”
“Was verstehst du denn jetzt daran wieder nicht!?”

“Kein Mensch mag Schnitzel mit Schokolade! Blödmann!”

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Eine eindeutig ablehnende Haltung

24. Februar 2007, aus der Schublade Schlafen und Dösen

Eine eindeutig ablehnende Haltung (photocase.de © popeljack)Meine Liebste und ich sind zu Bett gegangen. Besonders ich bin heute ziemlich erschlagen von der zurückliegenden stressigen Arbeitswoche, so dass mir langsam die Augen zufallen, während die Liebste noch ein Kreuzworträtsel macht. Warum auch nicht…

“Schatz?”
“… Ja, Süße?”

“Willst du jetzt schlafen?”
“Ja, das würde ich gerne.”

“Stört dich das, wenn ich das Licht noch an lasse?”
“Nein, mach nur.”

“Weil, wenn ich es aus mache, dann sehe ich ja nichts mehr.”
“Es stört mich nicht, kein Problem.”

“Darf ich dich noch was fragen?”
“Und das wäre?”

“Wie hieß noch mal dieser Kaiser da in Rom?”
“Keine Ahnung.”

“Vier Buchstaben.”
“Dann ist es Nero, glaube ich.”

“Stimmt! Das passt! Danke!”
“Träum was Schönes…”

“Ich muss dich aber vorher noch etwas fragen.”
“Kannst du das nicht auch morgen noch? Bitte?”

“Also eigentlich wäre das schon heute wichtig.”
“Na gut, also schön. Was ist denn so wichtig jetzt.”

“Wir passen eigentlich nicht zusammen.”
“Ähm… Was?”

“Wir passen nicht zusammen, weil du dich immer umdrehst.”
“Schatz, darf ich jetzt bitte schlafen?”

“Nein, weil dann machst du es ja wieder.”
“Was mache ich denn?”

“Na du drehst dich um!”
“Wobei? Im Schlaf oder was?”

“Die Schlafstellung eines Paares verrät viel über die Beziehung.”
“Ach und wir schlafen nicht so, wie es sein soll, oder was??”

“Nein, weil wir nachts immer beide nach außen liegen.”
“Und?”

“Das ist eine eindeutig ablehnende Haltung.”
“Aha, sehr schön, und wer sagt das bitte?”

“Ist doch egal, oder? Ich finde das sehr überzeugend.”
“Ich nicht.”

“Warum nicht?”
“Weil es Blödsinn ist, darum!”

“Und woher weißt du das?”
“Schatz, bitte, können wir das nicht morgen…”

“Nein! Weil ich möchte, dass wir es heute mal anders machen.”
“Was denn??”

“Naja, dass wir uns mal zueinander drehen.”
“Das klappt eh nicht.”

“Siehst du, es stimmt was nicht, du sagst es ja selber!”
“Was soll denn nicht stimmen??”

“Vielleicht verschweigst du mir ja was.”
“Ich verschweige dir nichts und ich liebe dich.”

“Jaaa, aber dann drehst du dich doch wieder weg!”
“Du doch auch!”

“Schon, aber ich habe einen ganz anderen Grund.”
“Also ich habe keinen Grund und: welchen hast du denn??”

“Weil du mich nachts immer anpustest.”
“Was??”

“Ich kann dann nicht schlafen, wenn du mir ins Gesicht pustest.”
“Ich puste doch nicht!”

“Nein, vielleicht nicht pusten, aber so doll atmen eben.”
“Ja Entschuldigung, ich meine, so ganz ohne geht ja wohl nicht!”

“Atme ich nachts auch so doll?”
“Keine Ahnung, du drehst mir ja immer deinen Allerwertesten zu.”

“Also möchtest du eigentlich auch, dass wir uns zueinander…”
“Ich möchte einfach nur so schlafen, wie es mir passt, mehr nicht.”

“Aber wir können es doch einmal ausprobieren, oder?”
“Das geht ja wohl anscheinend gar nicht.”

“Wieso?”
“WEIL ICH DICH IMMER ANPUSTE!”

“Hm…”
“Ach, was ist denn jetzt? Sackgasse??”

“Das ist schwierig…”
“Denk einfach darüber nach, und morgen kannst du mir ja…”

“Nein, nein, ich hab´s!”
“Das hört sich schon wieder nicht gut an…”

“Ich weiß jetzt, wie wir das machen können!”
“Und? Ich höre…”

“Ich muss nur einfach VOR DIR einschlafen!”
“Schatz, das ist doch wieder alles Mumpitz!”

“Warte, ich mache nur noch schnell das Kreuzworträtsel!”

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Nur eine Kleinigkeit

20. Februar 2007, aus der Schublade Die besonderen Dinge

Nur eine Kleinigkeit (photocase.de © Alex-)Meine Liebste hat – natürlich – zum vergangenen Valentinstag einen schmucken Blumenstrauß bekommen. In voller Blüte erstrahlen die Rosen auch heute noch sehr ansehnlich auf unserem Esstisch im Wohnzimmer. Toll!

“Du, der Strauß ist immer noch so schön.”
“Ja Süße, gefällt er dir?”

“Ja! Ich freue mich immer über Blumen, danke.”
“Das weiß ich Schatz, das weiß ich. Gern geschehen.”

“Und das kleine Herzchen da drin, das mag ich auch.”
“Das ist extra für dich.”

“Du hast es immer so leicht.”
“Ich? Womit?”

“Du kaufst einfach ein paar Blumen und schon freue ich mich.”
“Du magst ja auch Blumen, Schatz.”

“Für Frauen ist das viel schwieriger.”
“Ähm… Das verstehe ich jetzt nicht?”

“Männer bringen einfach Blumen mit, und was machen Frauen?”
“Was machen sie denn??”

“Ich meine, was sollen denn Frauen den Männern mitbringen?”
“Also…”

“Pralinen? Blumen? Schmuck? Oder was?”
“Naja, das muss nicht sein, denke ich.”

“Was könnte ich dir denn mal mitbringen?”
“Hm…”

“Mal so zwischendurch, damit du dich freust?”
“Keine Ahnung. Einen Liter Milch vielleicht?”

“MILCH?? Ich bringe dir doch keinen Liter Milch mit!”
“Na gut, dann zwei Liter Milch.”

“Quatsch, jetzt sag doch mal!”
“Milch macht müde Männer munter.”

“Du willst doch jetzt nicht wirklich Milch geschenkt bekommen!?”
“Also ich trinke gerne Milch. Und wir haben keine mehr.”

“Du bist so… Wie wäre es mit einer DVD?”
“Tja, warum nicht. Kannst du machen.”

“Naja Socken willst du ja wohl nicht?”
“Nein, danke.”

“Dich interessiert das gar nicht, oder?”
“Doch Schatz.”

“Und warum schaust du dann die ganze Zeit aus dem Fenster, wenn ich mit dir rede?”
“Och, nur so, entschuldige. Ähm… Was hast du mich gefragt?”

“Soll ich dir mal eine DVD mitbringen??”
“Ja, mach. Ist auch billiger.”

“Billiger als was?”
“Als Blumen.”

“Das kommt ja wohl auf die DVD an.”
“Also wenn du den Preis dieses Straußes hier erreichen willst, dann…”

“Aber ich dachte doch so an eine Kleinigkeit nur.”
“Von mir aus…”

“Wieso soll ich denn jetzt die teuren DVD´s kaufen?”
“Sollst du doch gar nicht!”

“Da will ich dir was mitbringen und gleich muss es teuer sein!”
“Schatz, nein, das…”

“Ich bin ja auch selbst schuld.”
“Woran jetzt?”

“Was frage ich dich auch!”
“Aber ich habe doch gar nicht…”

“Man muss das Geld doch nicht zum Fenster rauswerfen!”
“Also jetzt mal langsam! Du hast doch die blöde Idee mit den DVD´s…”

“Ach blöd bin ich jetzt auch noch??”
“Nein, nein, aber du hast doch eben…”

“Vielen Dank auch!”
“Süße, aber du brauchst mir doch auch gar nichts mitbringen.”

“Hast du auch gar nicht verdient!”

Kopfschüttel…

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Der Andere kann drücken

15. Februar 2007, aus der Schublade Freizeit und Reisen

Der Aandere kann drückenMeine Liebste und ich haben gemeinsam mitten in der Woche einen Tag frei.
Super! Gemeinsam frühstücken, plaudern, auf dem Sofa kuscheln.
Und was fängt man dann noch an? Richtig, man riskiert mal einen Blick auf eine Mittagstalkshow auf Sat1.

“Die Britt macht das auch schon ganz schön lange…”
“Ja Süße. Und die Talkshows sind noch genau so, wie vor 10 Jahren.”

“Das stimmt nicht.”
“Wieso? Das Thema da habe ich schon tausendmal gesehen.”

“Ach, ich dachte, du guckst so was gar nicht?”
“Nein, gewöhnlich nicht, aber ab und zu zappt man ja so…”

“Du bist doch tagsüber nie da?”
“Nein, aber wenn man mal krank ist. Was soll man sonst schauen.”

“Bei Britt ist das aber anders.”
“Was?”

“Da gibt es das Entscheidungstor.”
“Entscheidungstor?”

“Ja, da steht einer drin und der Andere kann drücken.”
“Um was zu tun?”

“Dann geht das Tor zu und derjenige ist weg.”
“Ähm… Verzeihst du mir Ja/Nein? So was in der Art?”

“Genau! Das gab es früher nicht.”
“Was für ein Blödsinn.”

“Wieso? Ich finde das gut.”
“Das siehst du nicht mehr so, wenn du selbst in dem Tor stehst.”

“Ich stehe doch da nicht!”
“Ja und wenn doch?”

“Und du müsstest drücken?”
“Genau! Ich entscheide ob Tür auf oder Tür zu.”

“Zu was für einer Frage denn??”
“Na ob ich dir das alles verzeihe.”

“Was denn verzeihen?? Ich mache doch gar nichts!”
“Du hast unsere Fernbedienung kaputt gemacht.”

“Habe ich nicht!”
“Und ob! Erst hast du sie mir einfach weggenommen und dann hast du sie nach mir geworfen!”

“Ich wollte dich aber gar nicht treffen, Schatz.”
“Ach so! Na fein! Du hättest sie ja gar nicht erst werfen müssen!”

“Und du hättest sie nicht auf mich richten brauchen.”
“Das ist aber kein guter Grund jetzt!”

“Wohl! Schließlich wolltest du mich damit umschalten.”
“Nein, ich wollte dich nur leiser stellen. Stummschaltung. Temporär…”

“Tja, das geht aber nicht. Pech für dich. Ich rede weiter.”
“Einen Versuch war es wert…”

“Ich dachte, du unterhältst dich gerne mit mir??”
“Das tue ich ja auch. Normalerweise.”

“Und warum wolltest du mich dann ausschalten?”
“Weil du mir den Unterschied zwischen Hypothese und Hypotenuse erklären wolltest!”

“Ach und das darf ich nicht?”
“Schatz! Das war der größte Blödsinn, den ich je gehört habe!”

“Ich hatte früher Mathe-Leistungskurs. Ich mag Dreiecke.”
“Schön, aber das kann man doch nicht mit einer Hypothese vergleichen!”

“Klingt doch aber so ähnlich!”
“Ja schon, aber…”

“Wieso? Man könnte auch die Kathete mit katholisch vergleichen.”
“Um Himmels Willen! Wo sind meine Tabletten…”

“Was machst du da?”
“Ich drücke auf den Knopf.”

“Was für ein Knopf? Das ist die Tischkerze!”
“Ich hoffe, dass dadurch schnell das Entscheidungstor zu geht…”

“Das, wo ich drin stehe?”
“Ja.”

“Na dann mach doch!”
“Geht leider irgendwie nicht…”

“Kann ja auch nicht.”
“So? Und warum?”

“Weil nur Frauen wissen, wie man Männer ausschaltet.”

Kopfschüttel…

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Frauen machen das so

11. Februar 2007, aus der Schublade Die besonderen Dinge

Frauen machen das so (photocase.de © brandtmarke)Meine Liebste und ich verbringen ein erholsames Wochenende zusammen.
Es stehen keine besonderen Veranstaltungen auf dem Programm, einfach nur in den Tag hinein leben. Wunderbar!

“Herrlich, einfach mal so gar nichts tun.”
“Ja Süße, finde ich auch.”

“Was wollen wir denn jetzt machen?”
“Keine Ahnung, ich lege mich erstmal auf die Couch.”

“Gut, ich komme gleich dazu, bin gleich da!”
“Wo gehst du denn hin?”

“Porzellanabteilung. Muss da was Geschäftliches erledigen…”
“Oha. Genauer will ich es gar nicht wissen…”

[Während meine Liebste in Richtung "Porzellanabteilung" verschwindet, lege ich mich lang und breit auf unser Sofa. Nach einem langen Seufzer und einmal richtig strecken denke ich mir, es könnte mir kaum besser gehen. Vielleicht Zeitung lesen, im Fernsehen DSDS flimmern lassen, Musik hören... Nein, erst einmal einfach gar nichts tun und Augen für fünf Minuten schließen.]

“Schatz?”
“-”

“Schaaatz!?”

[Im Schlummerzustand höre ich eine mir durchaus bekannte Stimme rufen, schätzungsweise 10 Meter und zwei Türen entfernt...]

“SCHAAAAAAAATZ!!”
“Ja! Was ist denn?”

“Komm mal!”
“Och nee!”

“Jetzt komm doch mal bitte!”
“Ja doch, Moment…”

[Ich quäle mich langsam vom Sofa hoch und schlappe zur Badezimmertür.]

“Bist du da?”
“Ja. Was ist denn?”

“Ich habe kein Klopapier mehr!”
“Mann, das passiert jetzt schon das dritte Mal!”

“Ja aber wenn hier doch keins mehr ist!”
“Wie kann man bloß so viel Toilettenpapier verbrauchen!”

“Bitte bitte bitte!”
“Moment, ich hole welches…”

[In unserer Abstellkammer befinden sich noch zwei Rollen. Vor einigen Tagen habe ich doch aber eine ganze Großpackung gekauft... Ich laufe und gebe meiner Liebsten die beiden letzten Rollen, schlurfe zurück ins Wohnzimmer und kurze Zeit später kommt auch die Liebste dazu.]

“Danke Schatz. War das der Rest?”
“Ja. Wo sind denn die anderen Rollen?”

“Welche anderen?”
“Na das können doch nicht schon wieder die letzten sein.”

“Wieso?”
“Die Packung war doch vor ein paar Tagen noch voll!”

“Ich habe davon nicht mehr benutzt, als sonst auch?”
“Und wofür?? Hast du ein Dreifamilienhaus damit eingewickelt?”

“Nein, ganz normal eben.”
“Schatz, du verbrauchst mehr Klopapier als die Stadtverwaltung!”

“Verstehe ich nicht, darf ich jetzt kein Klopapier mehr…”
“Doch, doch; mach nur, aber ich verstehe es nicht.”

“Frauen brauchen eben etwas mehr als Männer.”
“Etwas wäre ja auch verständlich, aber 20-mal so viel??”

“Warum regst du dich denn so auf wegen ein bisschen Papier?”
“Ein bisschen? EINE Rolle hat locker 30 Meter!”

“So viel?”
“Naja, mehr oder weniger. Eher mehr.”

“Aber eigentlich sind es dann ja nur 10 Meter.”
“Was? Wieso?”

“Naja wenn man das faltet mit drei von den Blättern, dann…”
“Moment mal, du nimmst immer drei auf einmal?? Und dann mehrfach?”

“Natürlich! Du nicht?”
“NEIN!”

“Frauen machen das so.”
“Aber ich kaufe doch extra schon immer das 4-lagige?”

“Was hat das denn damit zu tun?”
“Mehr Lagen, mehr Papier, mehr dies und das? Weniger Blätter nötig?”

“Das mit den vier Lagen Papier hat gar nichts zu sagen.”
“Nicht?”

“Nein. Mir ist das egal.”
“Du meinst also, ich könnte auch das 2-lagige kaufen?”

“Klar! Ist ja auch viel billiger.”
“Aber hast du nicht gesagt, dass du großen Wert auf Klopapier legst?”

“Schon, aber ich meinte, dass das schön aussehen muss.”
“Ich kann ja morgen Geschenkpapier mitbringen…”

“Blödmann, nein, ich meine das Muster da drauf.”
“Und wen interessiert das?”

“Mich! Und ich brauche es ja auch oft.”
“Also schön. Ich fasse zusammen…”

“Wieso zusammenfassen?”
“Wenn ich morgen Klopapier kaufe, dann…”

“Dann nimmst du das günstige.”
“Aber es muss schön sein?”

“Ja. Am besten weiß, nicht gelb oder rosa oder so.”
“Na Schön, gut… Weiß also. Mit Prägemuster vielleicht?”

“Ja, irgendwas halt.”
“Soll es auch schön weich und flauschig sein?”

“Natürlich! Kein Schmirgelpapier oder so!”
“Soll ich es zur Sicherheit vor dem Kauf ausprobieren?”

“Geht denn das?”
“Schatz! Das war ein Witz!”

“Ach ja, haha, geht ja wohl auch schlecht!”
“Und 2-lagiges Papier reicht? Ganz sicher?”

“Ja. Aber bring gleich zwei Packungen mit.”
“Als Vorrat? Gute Idee..”

“Nein, nur falls ich von dem dünnen Papier dann doch mehr nehmen muss.”

Kopfschüttel…

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Schön auf dem Sofa

8. Februar 2007, aus der Schublade Essen und Trinken

Schön auf dem Sofa (photocase.de © morrigian)Meine Liebste genießt den Abend auf unserem Sofa vor der Flimmerkiste; ohne mich ausnahmsweise, da ich noch einem späten Kundentermin nachgehen musste.
Das liebe ich am Zusammenleben: du kommst erschöpft nach Hause und es ist schön warm und jemand wartet schon sehnsüchtig auf dich.

“Hallo.”
“Hallo meine süßeste Süße, na? Hast du es dir fein gemütlich gemacht?”

“Ja.”
“Bisschen einsilbig heute, was?”

“-”
“Was ist?”

“Ich bin sauer auf dich.”
“Auf mich? Warum??”

“Weil ich zu dick werde.”
“Wie bitte?”

“Jawohl, und du bist schuld!”
“Wieso??”

“Weil wir nichts mehr zu essen haben.”
“Ähm…”

“Du hast kein Brot gekauft und Obst haben wir auch nicht mehr.”
“Ah ja, sicher, das macht ziemlich dick, ja…”

“Das ist überhaupt gar nicht lustig!”
“Nein, es ist traurig. Sehr traurig…”

[Was mich ein wenig stutzig macht ist, dass die Liebste eigentlich gar nicht richtig sauer aussieht. Weder kneift sie grollend ihre Augenbrauen zusammen, noch verschränkt sie die Arme, und ihr Tonfall klingt auch nicht gerade nach Katastrophe. Da ist doch was im Busch... Außerdem ist die Liebste alles andere als zu dick.]

“Und Süßigkeiten haben wir auch nicht mehr.”
“Schatz, ich bin zwar kein Ernährungswissenschaftler, aber…”

“Wenigstens ein paar Lakritze oder Chips oder so!”
“Und die machen nicht dick?”

“Doch, natürlich.”
“Natürlich.”

“Ich wollte hier schön auf dem Sofa was knabbern.”
“Und da hättest du gerne Chips gehabt?”

“Ja. Oder ein Brot. Lieber aber die leckeren Haribo Himbeeren.”
“Schatz, das kann ich ja verstehen, nur…”

“Wir haben aber nichts da.”
“OK, und deshalb bist du jetzt sauer auf mich?”

“Nicht direkt.”
“Warum denn dann?”

“Weil ich zu dick werde, das sagte ich ja schon!”
“Aber du konntest doch gar keine Chips oder Haribos essen!”

“Eben. Weil wir keine haben.”
“Ähm… Aber dann kannst du doch auch gar nicht dick werden?”

“Du verstehst mich wieder mal nicht.”
“Nicht!?”

“Also wir haben kein Brot.”
“Ja, tut mir leid, habe ich vergessen.”

“Und wir haben keine Chips.”
“Okay. Soweit kann ich dir folgen.”

“Und Himbeeren haben wir auch nicht.”
“Gut, verstanden. Und?”

“Und deshalb werde ich zu dick.”
“WARUM um Himmels Willen??”

“Weil ich deshalb das ganze Nutella-Glas auslöffeln musste!”

Kopfschüttel…

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Vertrau mir doch mal!

3. Februar 2007, aus der Schublade Auto und Parken

Vertrau mir doch mal (photocase.de © hui_buh)Meine Liebste und ich sind mit dem Hausputz beschäftigt.
Während ich mich mit dem Staubsauger durch die Wohnung schiebe, hat sich die Liebste im Badezimmer verschanzt.
Nach einiger Zeit treffen wir uns dann zufällig in der Küche.

“Ich bin fertig im Bad.”
“Das ist gut, Süße.”

“Sag mal…
“Ja doch, ich bin auch gleich fertig.”

“Nein, ich wollte was anderes fragen.”
“Was denn?”

“Weißt du, wo das Autohaus Weller ist?”
“Wieso? Willst du ein neues Auto kaufen?”

“Nein, aber weißt du denn, wo das ist?”
“Das ist jetzt nicht dein ernst.”

“Wieso?”
“Weil das direkt vor der Tür ist! Am Osterdeich oben.”

“Ach der große da oben? der neue?”
“Ja.”

“Warst du da schon mal?”
“Ja, wieso? Was ist denn da?”

“Wollen wir da heute zusammen hingehen?”
“Können wir machen, aber warum denn?”

“Ich war da noch nie.”
“Aber… Gut, schön, du warst da noch nie.”

“Eben.”
“Du warst ja auch noch nie im Weserstadion.”

“Nö, aber da wird ja auch nur Fußball gespielt.”
“Und bei Weller gibt es nur Toyota. Seit wann stehst du auf Toyota?”

“Ich würde mir nie einen Toyota kaufen.”
“Ja aber… OK. Ganz ruhig. Also noch mal…”

“Wir können auch morgen hingehen, am Sonntag.”
“Ähm…”

“Bist du jetzt dabei oder nicht??”
“Naja schon, aber ich verstehe nicht, was du da willst!?”

“Kannst du dich denn nicht mal überraschen lassen?”
“Deine Überraschungen kenne ich!”

“Was denn? Ich habe dich doch schon öfter überrascht.”
“Doch, schon. Das hast du, das kann man wohl sagen…”

“Vertrau mir doch mal! Lass uns in das Autohaus gehen.”
“Schatz, ich möchte keinen Toyota haben.”

“Kriegst du auch nicht.”
“Können wir nicht lieber mal bei Audi vorbeischlendern?”

“Du kriegst auch keinen Audi.”
“Ich will aber einen!”

“Jetzt nicht. Zuerst ist Weller dran.”
“Süße, wenn du mir nicht sofort sagst, was bei Weller…”

“Och Manno, du machst aber auch jede Überraschung kaputt!”
“Eigentlich möchte ich bei Auto Weller nicht überrascht werden…”

“Gehen wir nun zusammen da hin oder nicht!”
“JAAA! WIR GEHEN ZUSAMMEN HIN! ABER WARUM??”

“Da ist heute und morgen Hochzeitsmesse! Gut, was?”

Kopfschüttel…

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