Ein Zeichen!

16. Dezember 2009, aus der Schublade Die besonderen Dinge

Meine Liebste und ich sitzen auf dem Sofa und scherzen miteinander rum.
Liebste sagt das eine, ich das andere, man/frau piekt sich in die Seite und so weiter und so fort.
In solchen Momenten sind wir immer ganz froh, dass uns dabei niemand zusieht…
Komischerweise denke ICH das ziemlich oft!

“Du bist so doof, lass das jetzt!”
“Aber ich hab dich doch so lieb, meine Süße!”

“Ja schön, dann sei jetzt brav und gib mir einen Kuss.”
“Jetzt?”

“Natürlich jetzt!”
“Du hast nicht gesagt, wann!?”

“Wenn ich sage, KÜSS MICH, dann meine ich immer SOFORT!”
“Aha.”

“Und? Was ist jetzt??”
“Wieso?”

“Küsst du mich jetzt oder nicht??”
“Ach so, ich dachte, das sei schon wieder verjährt.”

“KÜSS MICH!”

[Als ich mich grinsend und schmunzelnd zum Zwecke des Küssens in Richtung Liebste neige, fällt wie von Geisterhand berührt das kleine brauen Kissen, das auf der Sofalehne ruht, herunter und schiebt sich genau im unpassendsten Moment zwischen unsere beiden Gesichter! Küssen: unmöglich.]

“Das ist ein Zeichen! Ein Zeichen!”
“Quatsch, das ist nur ein unschuldiges Kissen, Liebste.”

“Nein, das ist das katholische Kissen!”
“Wie bitte?? Das katholische Kissen??”

“Richtig.”
“Was heißt das denn??”

“Das Kissen will nicht, dass wir uns küssen.”
“Aha. Und, ähm…”

“…weil wir nicht verheiratet sind, deswegen.”
“Ach und dieses Kissen hier soll also Sex vor der Ehe…”

“…verhindern, genau!”
“Aha.”

“Das katholische Kissen will damit etwas deutlich machen.”
“Hätte ich ihm gar nicht zugetraut…”

“Ohne Ehe kein Vergnügen. So will es das Kissen.”
“Die katholische Kirche arbeitet aber auch mit allen Tricks, was??”

“Nein. DIE nicht!”
“Sondern wer??”

“Ich, du Doof!”

Kopfschüttel…

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Das ist schön…

15. Dezember 2009, aus der Schublade Freizeit und Reisen

Meine Liebste hat es sich im Wohnzimmer vor dem Fernseher gemütlich gemacht, als ich am Abend nach Hause komme.
Nachdem ich sie begrüßt habe, werfe ich einen flüchtigen Blick auf die Flimmerkiste, dort läuft scheinbar irgendeine deutsche Komödie und angesichts der Uhrzeit wohl schon gut eine Stunde.
Bestimmt wieder so eine Schnulze…

“Hallo Schatz!”
“Hallo Süße, na?”

“Alles klar bei dir, du bist spät heute?”
“Ja, wir haben so viel zu tun im Augenblick und Frank hat…”

“Das ist schön, Schatz.”
“Ja, ähm… Danke für das Gespräch…”

“Ich gucke doch gerade den Film da, siehst du doch!”
“Aha, und was für ein Film ist das?”

“Keine Ahnung, wie der heißt…”
“Aha, und, ähm… Worum geht es da?”

“Das ist schwierig, so richtig verstehe ich das auch nicht…”
“Nicht, aha… Und, äh…”

“Jetzt frag mir doch keine Löcher in den Bauch!”
“Hallo?? Du guckst dir einen Film an und weißt nichts darüber??”

“Na und??”
“Naja, ich meine…”

“Ist doch egal, ich kenne den eh schon.”

Kopfschüttel…

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Stopfen

14. Dezember 2009, aus der Schublade Beauty und Kleidung

Meine Liebste und ich sitzen in der Küche an unserem kleinen Tisch und essen Quarkbällchen, die die Liebste vom Einkaufen mitgebracht hat.
Die Tür zum Wirtschaftsraum steht auf, wo sich auch die Waschmaschine befindet; vor der Maschine liegt ein kleiner Berg Wäsche, der auf Säuberung wartet.

“Schatz, hast du gesehen?”
“Was denn, Süße?”

“Da liegen deine Socken.”
“Ähm, das sehe ich, ja…”

“Und in der einen da ist ein kleines Loch drin, vorne am Zeh.”
“Tatsächlich? Ist mir gar nicht aufgefallen?”

“Mir schon.”
“Naja gut, dann…”

“Soll ich dir deine Socken stopfen?”
“Du willst meine Socken stopfen??”

“Nein, ich fragte, ob ich deine Socken stopfen SOLL.”
“Ach so… Nein, das ist nicht nötig.”

“Das ist Glück für dich.”
“Glück? Wieso??”

“Glaubst du etwa, ich würde dir deine Socken stopfen??”
“Ähm…”

“Du spinnst wohl!”

Kopfschüttel…

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Sofort anfangen

13. Dezember 2009, aus der Schublade Wohnen und Leben

Meine Liebste und ich beobachten am Nachmittag bei einem Spaziergang den Himmel; da ziehen gewaltige Regenwolken am Horizont auf und wir vermuten, dass wir noch etwa eine Viertelstunde haben, bis sie über uns angekommen sind.
Es wird also Zeit, umzukehren.

“Ja, lass uns zurück gehen; ich möchte nicht nass werden!”
“OK, Süße. Aber regnen wird es wohl eher nicht…”

“Nicht?? Ist da vielleicht Käse drin in den Wolken, oder was??”
“Nein, kein Käse… Wieso denn überhaupt Käse??”

“Na stell dir doch mal vor, es würde Käse regnen??”
“Ähm…”

“Wenn man dann noch Weintrauben dazu hat, dann…”
“Schatz, Schatz! Es ist WASSER in den Wolken, ist ja gut!”

“Eben. Und deswegen wird es regnen.”
“Oder es kommt Schnee runter, es sind nur 3 Grad.”

“Ach so! Das wäre ja toll, wenn es schneien würde!”
“Tja, das könnte passieren, immerhin ist es…”

“…dann baue ich heute Nachmittag einen Schneemann!”
“Also so schnell wird das wohl nicht gehen, bis da genug…”

“Quatsch, wenn es schneit, fange ich sofort an.”
“Aha, und wie willst du das machen, bitte??”

“Ich stelle dich einfach 2 Stunden nach draußen!”
“Mich?? Hast du da nicht vielleicht eine Kleinigkeit vergessen??”

“Nee, wieso? Die Rübennase ist doch schon dran!”

Kopfschüttel…

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Komisch…

10. Dezember 2009, aus der Schublade Auto und Parken

Meine Liebste und ich sitzen am Abend im Wohnzimmer auf der Couch und schauen uns die neuesten Nachrichten zum Thema VW und Suzuki auf N24 an.
Die Fachleute sagen, VW mache das richtig.
Ich aber lese immer nur von Kurzarbeit, Nullrunden, Betriebsräten, Krisen, etc…
Komisch, oder?

“Du Schatz, wie ist das denn möglich??”
“Was denn, Süße?”

“Naja, wieso kann VW denn Suzuki kaufen??”
“VW kauft nicht Suzuki, sondern VW kauft ANTEILE von Suzuki.”

“Ach so.”
“Ja.”

“Trotzdem ist das komisch.”
“Komisch? Was denn?”

“Naja, warum kaufen die nicht einfach Toyota zum Beispiel?”
“Ähm…”

“Toyota finde ich viel besser als Suzuki.”
“Ja, das ist schön, aber…”

“Oder Yamaha!”
“Yamaha?? Die bauen doch gar keine Autos!?”

“Nee, aber Motorräder, Orgeln und Kopfhörer.”
“Orgeln, genau… Und was bitte soll VW damit??”

“Keine Ahnung, aber besser als Suzuki wäre das allemal!”
“Liebste, da wird doch gerade erklärt, warum VW das macht!”

“Ach, das ist doch alles nur wieder so Analysten-Geschwafel.”
“Geschwafel, ach tatsächlich?? Komisch, dass dich niemand fragt!”

“Ja, eine Frechheit ist das…”
“Ich dachte, du magst VW sowieso nicht??”

“Na und??”
“Warum soll dich Herr Winterkorn dann fragen??”

“Winterkorn kenne ich, mit dem habe ich schon gesprochen.”
“Wie bitte??”

“Ist doch nichts dabei??”
“Du hast mit dem Vorstandsvorsitzenden von VW gesprochen??”

“Naja, Vorstand würde ich das jetzt nicht gerade nennen…”
“Aha, und wie würdest DU dann seine Position nennen??”

“Naja, Werkstattleiter oder Kundenserviceleiter oder so!”
“Liebste, ich kriege schon wieder Kopfschmerzen…”

“Wieso denn?? Ich habe mit dem gesprochen, vorletzte Woche!”
“Du hast wohl kaum mit Martin Winterkorn gesprochen!!”

“Wie der mit Vornamen heißt, weiß ich nicht mehr…”
“Das ist doch auch egal, aber du hast doch nicht mit…”

“…weil ich doch einen Audi haben will, deswegen!?”
“In Bremen??”

“Ja, bei Autohaus Schmidt & Koch. Oder hieß der Hagedorn??”
“Oh Gott, meine Nerven…”

“Was ist denn??”
“Wir reden hier doch von einem ganz anderen Ha…, äh, Winterkorn!!”

“Ach so, heißt der im Vorstand da auch so??”
“Ja, der auch…”

“Deswegen wusste der so gut Bescheid…”
“Bescheid?? Wer jetzt! Wer weiß was?”

“Der Hagedorn, mit dem ich gesprochen habe, der wusste alles!”
“So? Was wusste der denn??”

“Der kennt sich echt gut aus und so mit Audi, VW und so Sachen.”
“Ist das nicht sein Job??”

“Nee, nee, der wusste irgendwie mehr als alle anderen.”
“Und was soll mir das jetzt sagen??”

“Kein Wunder, dass der mehr weiß, jetzt verstehe ich das auch!”
“Wie bitte?? Was??”

“Wegen den Emails.”
“Emails??”

“Na wenn da einer was Geheimes an den Vorstand schreibt?”
“Ja? Was ist dann??”

“Dann kann der sich leicht vertippen und schreibt an Hagedorn.”
“Ähm…”

“Und nicht an Winterkorn!”
“Das ist, ähm, wieder mal eine dermaßen haarsträubende…”

“Aber der Winterkorn bekommt jetzt ja das gleiche Problem.”
“Ich weiß gar nicht, ob ich das wirklich noch wissen möchte…”

“Der muss aufpassen, dass er nicht beim Griechen landet.”
“Liebste… Bring es bitte zum Ende, ich kann einfach nicht mehr…”

“Beim Griechen, haha!”
“Na schön, also… WARUM UM ALLES IN DER WELT BEIM GRIECHEN??”

“Weil er anstatt an Suzuki aus Versehen an Tzaziki schreibt!”

Kopfschüttel…

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Das Plakat

7. Dezember 2009, aus der Schublade Freizeit und Reisen

Meine Liebste und ich besuchen am Nikolaus-Sonntag den (sehr kleinen) Sulinger Weihnachtsmarkt; irgendwie hatten wir uns das hier ein bisschen anders vorgestellt…
Aber egal, für eine Bratwurst und eine Tüte gebrannte Mandeln war´s OK.
Wir schlendern zum Auto zurück.

“Schatz! Schau mal da, das Plakat!”
“Welches, Süße?”

“Das da an der Wand neben dem Schaufenster.”
“Das da?? Ü35-Party an Silvester??”

“Ist doch ungewöhnlich, Ü35! Oder??”
“Wieso ungewöhnlich??”

“Ü30 kenne ich, aber Ü35??”
“Na und??”

“Da darf ich ja dann noch gar nicht hin!”
“Das stimmt. Du Küken darfst da nicht rein.”

“Echt nicht??”
“Nein. Und dabei geht da bestimmt voll die Post ab!”

“Mag sein, aber Du darfst ja auch nicht hin.”
“Ich?? Natürlich dürfte ich da hin!?”

“Nein.”
“Und wieso nicht? Ich bin schließlich Ü35!”

“Das schon. Aber du vergisst den alles entscheidenden Punkt.”
“Aha, und welchen, bitte??”

“MICH!!”

Kopfschüttel…

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Das habe ich gesagt

3. Dezember 2009, aus der Schublade Wohnen und Leben

Meine Liebste musste ein paar Tage auf mich verzichten, ich war beruflich unterwegs.
Wieder zuhause angekommen, begrüßt sie mich strahlend und verbirgt etwas mit großer Mühe hinter ihrem Rücken. Ich liebe es, wenn sie sich so freut…
Das sieht nach einer Überraschung für mich aus!

“Dreimal darfst du raten, was ich für dich habe!”
“Liebste, ich habe keine Ahnung, was denn?”

“Hier!”
“Oh! Das ist ja ein Adventskalender! Mit Pralinen drin!”

“Ja. Für dich, hier. Ich liebe dich.”
“Ähm, das ist super, danke schön, Süße!”

“Freust du dich?”
“Ja, ich freue mich, danke. Aber, ähm…”

“Stimmt was nicht??”
“Doch, doch, aber… Du wolltest doch keinen Adventskalender??”

“Ich??”
“Letzte Woche habe ich dich gefragt und da hast du gesagt, dass…”

“…das stimmt, ich wollte keinen. Das habe ich gesagt.”
“Aber warum schenkst du mir denn dann einen??”

“Willst du denn keinen?”
“Doch! Aber…”

“Wo ist dann denn jetzt das Problem??”
“Ja weil ich dir dann auch gerne einen geschenkt hätte!”

“Nicht nötig.”
“Och Schatz, jetzt stehe ich hier mit leeren Händen da!”

“Daran gewöhnt frau sich.”
“Sehr witzig!”

“Du solltest mir ja auch keinen schenken.”
“Aber… Du hast doch immer Adventskalender gehabt??”

“Stimmt.”
“Aber warum denn dieses Jahr nicht??”

“Ich habe doch einen!?”
“Wie bitte??”

“Ich habe doch jedes Jahr einen.”
“Von wem hast du den denn gekriegt??”

“Habe ich mir selbst gekauft.”
“Was?? Du hast dir selber einen gekauft??”

“Ja, wieso nicht?”
“Aber ich habe dich doch extra noch gefragt!?”

“Ja, aber da hatte ich meinen ja schon.”
“Du hast dir selber einen Adventskalender gekauft??”

“Ist das hier ein Verhör, oder was??”
“Nein, aber ich hätte dir doch gerne einen geschenkt!”

“Ich dachte, dass du das wieder vergisst.”
“Hallo?? Das habe ich doch noch NIE vergessen!?”

“Dieses Jahr aber vielleicht schon.”
“Liebste! Das ist doch fast wie zum Valentinstag!”

“Was ist denn da?”
“Da schenkt man seiner Liebsten Blumen! Immer! Oder??”

“Ach so, ja. Hoffentlich ist bald mal wieder Valentinstag.”
“Du kriegst ja wohl andauernd Blumen von mir!?”

“Ich sags ja nur…”
“Das ist aber überhaupt gar nicht nötig!?”

“Du hast ja auch meinen Adventskalender vergessen!”
“Habe ich nicht! Du hast gesagt, dass du keinen willst!”

“Was soll ich denn auch mit zweien davon??”
“Oh Gott, Liebste, bitte, mein Blutdruck…”

“Immer geht es nur um dich!”
“Quatsch, es geht hier NUR um dich!”

“Und warum habe ich das Gefühl, dass ich hier die Dumme bin??”
“Wem der Schuh passt?!”

“Du bist böse! Böse, böse, böse!”
“Nein! Ich wollte dir lediglich AUCH eine Freude machen!”

“Eigentlich brauchst du dir gar keine Sorgen machen.”
“Kein Sorgen? Worüber muss ich mir keine Sorgen machen??”

“Weil du die Strafe schon gekriegt hast.”
“Strafe?? Wofür??”

“Dafür, dass du meinen Adventskalender vergessen hast.”
“Schatz! Ich habe d…”

“Schau mal hier, da…”
“Ähm… Da sind ja schon zwei, nee… Fünf Törchen auf??”

“Es müssten sechs sein.”
“Aber was…”

“Da war überall Nougat oder Marzipan drin.”
“Ähm…”

“Ich hasse Marzipan!”
“Aber…”

“Und zur Strafe habe ich die Nougatdinger schon aufgegessen.”
“Du hast aus MEINEM Adventskalender schon was raus gefuttert??”

“Na und??”
“Aber…”

“Von dir habe ich ja keinen gekriegt!”

Kopfschüttel…

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Hier bin ich!

30. November 2009, aus der Schublade Familie und Feste

Meine Liebste und ich stehen im Lebensmittelladen unseres Vertrauens und kaufen ein.
Dieses Mal ist es allerdings etwas Besonderes:
die Liebste schaufelt den Einkaufswagen voll mit vorweihnachtlichen Dingen: Deko, Getränke, Süßigkeiten, Backzutaten, usw.

“So, ich glaube, jetzt haben wir´s.”
“Süße, mehr passt in den Wagen auch nicht mehr rein…”

“Das brauchen wir aber alles!”
“Nein! DU brauchst das alles!!”

“Jetzt lass mich doch, dir kommt das ja auch zugute!”
“Jaja… Alles klar. Können wir jetzt zur Kasse gehen, ja?”

“Ja.”
“Auch nichts vergessen?”

“Hm…”
“OK, komm, lass uns abhauen jetzt.”

[Während die Liebste an den Weihnachtssternen und den Säcken voller Nüsse vorbeistreift, wende ich meine letzten Kräfte auf, um den Einkaufswagen in Richtung Kasse zu schleppen.
Ich weiß nicht, ob es für Einkaufswagen ein zulässiges Gesamtgewicht gibt; aber wenn, dann wäre dieser Wagen sicherlich weit drüber....]

“Gehst du schon vor? Ich komme gleich zur Kasse.”
“Darum möchte ich aber auch bitten, weil…”

“…jajaja, ich bezahle das, ich bin ja gleich da.”
“Na schön…”

[Einen Augenblick später stehe ich mit dem Einkaufswagen an Kasse 12 und schaufele den Inhalt auf das Kassenband.
Während die Verkäuferin vorne bereits die ersten Artikel einscannt, lade ich hinten immer noch auf... Liebste ist natürlich weit und breit nicht zu sehen.
Nicht, dass ich ein Geizkragen wäre... Aber dieses Mal habe ich mich geweigert, den Einkauf zu bezahlen, weil dreiviertel der Sachen a) überflüssig und b) wahrscheinlich eh nur von und für Frauen gekauft werden.
Wehe, wenn ich das gleich doch bezahlen muss!]

“Schatz, Schatz, hier bin ich!”
“Höchste Eisenbahn, Liebste.”

“Nun mach dir mal nicht ins Hemd. Nur, weil ich bezahlen soll.”
“Musst.”

“Musst?”
“Weil du bezahlen MUSST!”

“Jaja, ist ja gut. So, geh mal durch, ich mach den Rest hier.”

[Ich laufe an dem Kassenband vorbei zum Ende, wo sich bereits Berge von Zeug auftürmen.
Normalerweise packe ich ja alles immer sofort in Tüten; angesichts der Menge ziehe ich es aber doch vor, die ganzen Sachen erst mal wieder zurück in den ächzenden Einkaufswagen zu packen.
Während ich gerade Schokostreusel, Vanillezucker, 24 Duftkerzen und ein Windlicht in Weihnachtsmützenform in der Hand habe, höre ich die Kassiererin den Preis sagen: 101,63 EUR! Es mag sich gemein anhören, aber irgendwie freue ich mich schelmisch, dass ich das jetzt nicht bezahlen muss...]

“Schatz?”
“Ja, Süße?”

“Sag mal, hast du 13 Cent klein?”
“13 Cent??”

“Ja, weil sonst müsste ich meinen 50-er Schein anbrechen und…”
“Kann sein, hier, schau mal nach…”

[Damit ich weiter einpacken kann, gebe ich der Liebsten mein Portmonee rüber.
Schon komisch... Normalerweise hat die Liebste ihr Portmonee voll mit Kleingeld, während ich das hasse und mich immer bemühe, die ganz kleinen Münzen sofort wieder los zu werden.]

“OK, alles klar.”
“Ähm, Schatz… Was machst du denn da??”

“Ich habe der Dame deine EC-Karte gegeben, wieso?”
“Was soll das denn jetzt!?”

“Wieso??”
“Ich dachte, du wolltest 13 Cent??”

“Ja, aber du hattest keine 13 Cent!”
“Ach, und da gibst du ihr gleich meine…”

“Reg dich ab, das verrechnen wir doch alles gleich!”
“Jaja, das kenne ich!”

“Los, unterschreib jetzt hier mal eben.”
“Liebste, gib mir sofort deine 101,50 Euro, die du bar hast!”

“Später.”
“Warum später??”

“Ich muss mir erst noch was einfallen lassen.”
“Einfallen?? Was muss dir denn einfallen, bitte??”

“…womit ich das verrechnen kann, sagte ich doch!”

Kopfschüttel…

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Nur eben ganz kurz…

26. November 2009, aus der Schublade Familie und Feste

Mein Handy klingelt, während ich gerade im Büro mit einem Kollegen spreche. Ein Blick auf das Display verrät: es ist die Liebste!
Nach kurzem Nachdenken entscheide ich mich, das Telefonat anzunehmen; denn wenn es was Wichtiges ist, sollte ich das besser nicht verschieben…

“Schatz?? Hallo??”
“Ja, ich bin´s, Süße.”

“Störe ich dich gerade?”
“Ja.”

“Ach so. Naja. Du, ich wollte dich was fragen!”
“Ist was passiert?”

“Nee, wieso?”
“Du, ich bin hier gerade mitten im Gespräch und…”

“Wenn es wichtig wäre, wärst du ja nicht ran gegangen, oder??”
“Ich dachte, wenn, also dass du vielleicht etwas…”

“Also pass auf, geht auch ganz schnell.”
“Na schön, warte mal eben…”

[Ich drehe mich - leicht peinlich berührt - zu meinem Kollegen um und bitte ihn, mir eine Minute zu geben.
Er nickt und fragt leise: "Ist es die Liebste??"
Ich nicke; daraufhin winkt er ab und sagt, er käme dann in einer Stunde nochmal wieder...]

“Schaaatz? Bist du noch da??”
“Jaa doch, jetzt hab ich dann also doch Zeit…”

“Schön, ich aber nicht.”
“Wie bitte??”

“Ich wollte ja auch nur ganz kurz was!”
“Was denn…”

“Was wünschst du dir zu Weihnachten?”
“Was??”

“Ja. Was.”
“Nein, ich meine, DAFÜR rufst du mich jetzt hier an??”

“Ich muss das eben JETZT wissen!”
“Warum denn unbedingt jetzt??”

“Weil ich hier jetzt hier bin, also zufällig hier.”
“Was? Wo bist du??”

“Hier eben. Kann ich dir nicht sagen, wo.”
“Das verstehe ich jetzt nicht, was meinst du denn??”

“Ich bin eben hier und könnte dir ein Geschenk mitnehmen.”
“WO könntest du ein Geschenk mitnehmen??”

“Wenn ich dir das sage, dann weißt du ja, was es hier gibt!”
“Aber ich dachte, du willst von mir wissen, was ich mir wünsche??”

“Will ich ja auch! Also was denn jetzt!?”
“Und alles, was ich mir wünschen könnte, das gibt es da??”

“Nicht alles. Es gibt ja gar keinen Laden, der ALLES hat.”
“Aha, und wenn ich mir jetzt was wünsche, was es da NICHT gibt??”

“…müsste ich woanders hin. Sag mal, was ist denn los mit dir??”
“Mit mir?? Wieso??”

“Du bist doch sonst nicht so begriffsstutzig!”
“Moment, also nur damit ich das richtig verstehe:”

“Ja?”
“Wenn ich mir zufällig wünsche, was es da bei dir gibt, dann…”

“…dann kann ich das hier auch gleich mitnehmen, richtig.”
“Und wenn ich mir was anderes wünsche, dann…”

“…dann kann ich eben hier nichts mitnehmen. Verstanden??”
“Ja, ähm…”

“Also: was wünschst du dir??”
“Weiß nicht, tja, was wünsche ich mir denn…”

“Och Schatz!”
“Was denn??”

“Das ist doch nun wirklich eine ganz einfache Frage!”
“Jaja, aber mir fällt jetzt nichts ein, also…”

“Na schön, macht nichts.”
“Ähm… Macht nichts??”

“Nee.”
“OK, gut? Damit hatte ich jetzt gar nicht gerechnet…”

“Ich nehme das Geschenk jetzt hier mit.”
“Aber ich habe mir doch noch gar nichts gewünscht??”

“Richtig. Ich nehme es aber trotzdem mit, habe ich mir überlegt.”
“Aha, und warum jetzt plötzlich??”

“Weil du dir das sowieso gewünscht hättest.”
“Aha… Und wenn ich jetzt tatsächlich genau das gesagt hätte??”

“Dann hätte ich es vielleicht doch nicht mitgenommen…”
“Ähm, aber…”

“…weil du ja sonst schon gewusst hättest, was du kriegst!”
“Aber…”

“Gut, dass ich dich immer erreichen kann! Bussi!”

Kopfschüttel…

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Superliebste

23. November 2009, aus der Schublade Wohnen und Leben

Meine Liebste und ich sitzen am Sonntagabend im Wohnzimmer. Während die Liebste an ihren Fingernägeln feilt, werfe ich einen Blick auf die kostenlose Zeitung “Sonntags-Tipp”.
Es muss bald wieder Weihnachten sein: die Menge an eingelegter Werbung ist erschlagend…

“Was machst du da, Schatz?”
“Ich schaue mir die Werbung an, Süße.”

“Seit wann das denn??”
“Naja, schau mal, wie viel das dieses Mal ist…”

“Ja, Wahnsinn… Es muss bald wieder Weihnachten sein.”
“Witzig! Das dachte ich auch gerade!”

“Warum guckst du mich so an??”
“Los Liebste, wir spielen ein Spiel.”

“Ich hab keine Zeit.”
“Och komm, dauert auch nicht lange!”

“Was denn…”
“Wir machen Werberaten.”

“Werberaten?? Was ist das denn, habe ich ja noch nie gehört?”
“Ich nenne dir jeweils ein Schnäppchen aus den Werbedingern hier.”

“Aha, und was mache ich?”
“Du versuchst zu erraten, von wem der Flyer ist.”

“Muss das sein?”
“Och komm, los…”

“Das finde ich aber blöde!”
“Ich muss ja auch immer deine ganzen Einfälle mitmachen!”

“Wie bitte??”
“Also komm, ich weiß ja auch noch nicht, was dabei raus kommt.”

“Na schön, also dann sag.”
“Ähm… Villa Nero Kaffeevollautomat, 50% billiger, 199 Euro.”

“Hm… RATIO Markt?”
“Richtig! Hey, super! Hätte ich nicht gedacht!”

“Schön, und weiter?”
“Moment… Hier: aufblasbarer Weihnachtsmann, kostet…”

“Rossmann Drogeriemarkt.”
“Ähm… Stimmt! Noch ein Glückstreffer!”

“Gähn…”
“Aber jetzt wird es schwieriger: Pinguin-Nachtlicht mit…”

“Netto Marken-Discount.”
“Sag mal, wie machst du das denn??”

“Was?”
“Du hast jetzt schon den dritten Treffer hintereinander??”

“Sag ich doch, dass das Spiel doof ist!”
“Den hier schaffst du nicht, warte: LED Stirnlampe für 3,99 Euro!”

“So eine, die man aufsetzen kann beim Rad fahren oder so?”
“Ja, genau so eine.”

“Euronics, oder?”
“Das gibt´s doch gar nicht!?”

“Tja.”
“Playmobil Mega-Bau Set?”

“Real.”
“Große Möbel- und Küchentauschaktion??”

“Möbel Klingeberg.”
“Fotokalender zum Selbermachen??”

“Famila.”
“-”

“Was ist? Wars das schon?”
“Mir fehlen die Worte…”

“Wieso? Ich hatte doch alle richtig, oder?”
“Ja, alle richtig, aber, also…”

“Man nennt mich auch Superliebste! Haha!”
“Superl…”

“…kann ich jetzt meine Fingernägel weiter machen?”
“Ja…”

“Du guckst mich ja schon wieder so komisch an??”
“Schatz, kannst du mir mal verraten, wie du das gemacht hast??”

“Verstehe ich jetzt nicht, was habe ich gemacht?”
“Wieso weiß du, was hier in diesen blöden Dingern steht??”

“Aber das hast du doch selber neulich verlangt!?”
“Was! Was habe ich verlangt!?”

“Dass ich mal öfter einen Blick in die Zeitung werfen soll!”

Kopfschüttel…

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