Die kleine Blume links

16. Juli 2010, aus der Schublade Wohnen und Leben

37 Grad, brütende Hitze: obwohl meine Liebste und ich den Sommer lieben, ist das vielleicht doch etwas zu viel des Guten.
Nicht nur wir müssen aufpassen, dass wir nicht vertrocknen wie eine Dörrpflaume, sondern auch für unsere gefühlten 1.254 Blumen muss gesorgt werden.

“Du, Schatz?”
“Ja, Süße?”

“Hast du die Blumen auf der Terrasse gegossen?”
“Natürlich.”

“Weil, ich habe gar nicht gesehen, dass du sie gegossen hast.”
“Ich habe sie aber gegossen.”

“Die müssen jetzt nämlich jeden Tag gegossen werden?”
“Sie werden ja auch jeden Tag gegossen.”

“Und du hast sie wirklich nicht vergessen?”
“Nein.”

“Und warum habe ich dich dann nicht gesehen?”
“Was weiß ich, wo du mit deinen Gedanken wieder warst!”

“Also du hast sie gegossen?”
“JA! Ich HABE sie gegossen!”

“Dann ist ja gut.”
“Bist du jetzt zufrieden, ja?? Darf ich jetzt weiterleben??”

“Ja.”
“Schön.”

“-”
“-”

“Auch die kleine links?”
“Was? Wen?”

“Ob du auch die kleine Blume links gegossen hast?”
“Sag mal, was soll denn das??”

“Was denn??”
“Glaubst du, dass ich nicht mal Blumen gießen kann, oder was??”

“Ich frage doch nur?!”
“NATÜRLICH habe ich die KLEINE BLUME LINKS gegossen!”

“Oh, das ist ja jetzt doof…”
“Was?? Wieso??”

“Weil die eigentlich nicht so viel Wasser haben darf…”
“Wie bitte?? Keine Sorge, ich habe sie gegossen, wie immer.”

“Nein, nein, darum geht es nicht.”
“Sondern??”

“Weil ich die vorhin auch schon gegossen habe.”
“Was! Die kleine Blume links??”

“Ja.”
“Die hast – DU – gegossen?? Vorhin??”

“Ja.”
“Und warum hast du dann nicht gleich ALLE Blumen gegossen??”

“Weil du ja heute dran bist, wir wechseln uns doch ab, oder??”
“Ich HABE ja auch die Blumen gegossen!”

“Aber die kleine Blume links hättest du nicht gießen dürfen.”
“Toll! Und wieso gießt du ausgerechnet diese einzelne Blume vorher??”

“Weil ich mir sicher war, dass du die wieder vergisst!”

Kopfschüttel…

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Können die etwa fliegen?

13. Juli 2010, aus der Schublade Freizeit und Reisen

Meine Liebste und ich machen am Abend, nachdem es sich draußen etwas abgekühlt hat, eine kleine Radtour durch unser Umland.
Ich finde, es gibt nichts Entspannenderes nach einem stressigen Arbeitstag, als bei einem lauen Lüftchen gemächlich durch Land und Wiesen zu gleiten…

“Schatz, halt doch mal eben, halt doch mal an!”
“Was ist denn, Süße?”

“Mich hat was gestochen am Bein!”
“Was war es denn? Ein Elefant?”

“Nein, kein Elefant, du Blödmann!”
“Ich wollte nur höflich mal nachfragen.”

“Ein Elefant, pff! Du bist so doof!”
“Ja, ich hätte sicher bemerkt, wenn es ein Elefant gewesen wäre.”

“Sich über andere lustig machen ist NICHT lustig!”
“Man wird ja wohl mal ganz höflich fragen dürfen, oder??”

“Das war ja wohl eine total blöde Frage!”
“Tut mir sehr leid, Liebste.”
[Mit gekreuzten Fingern...]

“Wie soll das denn bitte ein Elefant gewesen sein??”
“OK, es war keiner.”

“Als wenn es hier Elefanten gäbe, pff!”
“Ist ja gut, können wir jetzt weiterfahren?”

“Und selbst wenn, können die etwa fliegen??”
“Ähm, nein, ich glaube nicht…”

“Eben! Deswegen kann das kein Elefant gewesen sein!”
“Liebste, ich wollte dich nur ärgern, ich weiß doch, dass…”

“…und Elefanten fressen Gras und Blätter, und nicht mein Blut!”
“Jaaaa doch…”

“Ja nee, das musst du dir jetzt schon mal anhören!”
“OK, ich habe es verstanden, danke.”

“Außerdem gibt´s Elefanten nur in Afrika und Asien.”
“Ich weiß.”

“Weißt du nicht, sonst hättest du ja nicht gefragt!”
“Es war doch nur ein Witz, sonst nichts!?”

“Nichts von Elefanten verstehen, aber hier doof rumquatschen.”
“Also was kann ich tun, damit du mit dem Elefantenkram aufhörst?”

“Du hast damit angefangen.”
“Ja, aber jetzt würde ich das gerne wieder beenden.”

“Pff.”
“Können wir dann jetzt weiterfahren, ja?”

“Nee.”
“Und warum nicht?”

“Vielleicht fliegen hier ja noch mehr Elefanten rum?”
“Och Süße, jetzt hör doch mal mit den blöden Elefanten auf!”

“Du hast angefangen, du, du, du und du!”
“Na schön, also es tut mir SEHR LEID!”

“Hm.”
“Können wir vielleicht noch einmal von vorne anfangen?”

“Na schön, ausnahmeweise.”
“Gut, also: was ist denn los, warum halten wir an?”

“Mich hat irgendwas gestochen, hier am Bein.”
“War es vielleicht eine – MÜCKE??”

“Kann gut sein, scheiß Mücken!”
“Dass du aber auch immer so ein Pech hast, du Arme…”

“Du bist so doof!”
“Ähm, habe ich schon wieder was Falsches gesagt??”

“Ist doch nur ein Mückenstich, kein Grund, so rumzuschleimen!”
“Aber ich wollte doch nur…”

“Dass du aber auch immer aus einer Mücke einen Elefanten machen musst!”

Kopfschüttel…

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Nüsse

9. Juli 2010, aus der Schublade Essen und Trinken

Während ich im Wohnzimmer auf dem Sofa sitze und mich angesichts der Hitze möglichst wenig bewege, kommt plötzlich die Liebste hereingerannt und verbreitet – ohne etwas zu sagen – sofort irgendwie Hektik.
Ihr fragender Blick lässt mich ahnen: jetzt kommt wieder was auf mich zu…

“Du, Schatz?”
“Ja, Süße?”

“Ich wollte was knabbern.”
“OK, dann lass uns ins Schlafzimmer rüber gehen.”

“Nein, ich wollte Nüsse!”
“Sage ich ja.”

“NEIN, ich wollte ERDNÜSSE essen!”
“Im Bett??”

“Quatsch! Ich will jetzt nicht ins Bett, ich wollte…”
“Schon gut, schon gut, ich habe es ja verstanden.”

“Wie kannst du bei dieser Hitze bloß ans Bett denken!?”
“Ich habe weniger an das Bett gedacht, sondern eher…”

“Danke, ich wollte das nicht vertiefen, du Lüstling!”
“Gut, bleibe ich eben hier sitzen, kein Problem.”

“Ich will doch aber was knabbern!?”
“Dann knabber doch was.”

“Wir haben ja nichts!”
“Wonach hast du eben noch gefragt?”

“Nach Erdnüssen! Hast du das schon wieder vergessen??”

“Ich war mit meinen Gedanken irgendwie woanders, tut mir leid…”

“Ich will Erdnüsse!”
“Tja, wir haben aber wohl keine.”

“Dabei ist doch nur alle 4 Jahre Fußball-Weltmeisterschaft.”
“Hä? Na und?? Was hat das denn damit zu tun??”

“Naja, da hat man doch wohl was zu knabbern im Haus, oder??”
“Ähm, schon, aber…”

“Bestimmt haben alle Leute Erdnüsse zuhause, nur wir nicht!”
“Und, ähm… Das liegt jetzt an der WM, oder was??”

“Natürlich!”
“Aha…”

“Zu irgendwas muss Fußball doch gut sein!”

Kopfschüttel…

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Beweise es

5. Juli 2010, aus der Schublade Schlafen und Dösen

Meine Liebste und ich liegen am späten Abend endlich im Bett und lassen den Tag ausklingen.
Während ich noch eben schnell meinen Wecker auf die richtige Uhrzeit einstelle, beobachtet mich die Liebste und scheint auf irgendetwas zu warten.
Wenn das mal nicht wieder Komplikationen gibt…

“Bist du fertig, Schatz?”
“Ja, Süße. Alles klar, Wecker gestellt.”

“Liebst du mich noch?”
“Wie bitte??”

“Hast du die Frage nicht verstanden, oder was??”
“Akustisch schon, inhaltlich irgendwie nicht??”

“Pff! Als wenn das sooo eine komplizierte Frage wäre!”
“Natürlich liebe ich dich noch!”

“Hm.”
“Hm??”

“Beweise es.”
“Beweisen?? Wie soll ich das denn beweisen??”

“Du könntest mir zum Beispiel mal wieder Blumen mitbringen.”
“Liebste, ich HABE dir letzte Woche Blumen mitgebracht!?”

“Echt?? Wann!”
“Letzten Mittwoch??”

“Ach ja…”
“Ach ja, ach ja! Na super…”

“Stimmt, habe ich irgendwie vergessen.”
“Schön, kann ja mal passieren, und? Was sagt man da?”

“Wer! Ich jetzt??”
“Ja, du! Was müsstest du jetzt eigentlich sagen?”

“Was soll ich denn sagen??”
“Das Wort fängt mit E an, kleiner Tipp.”

“Mit E??”
“Ja, E wie Ent… Ent… ung…”

“Entscheidung??”
“Nein, nicht Entscheidung!”

“Bezieht sich das Wort auf die Blumen?”
“In gewisser Weise schon, aber insbesondere auf mich!”

“Ach so, ja dann ist mir klar, was du hören willst.”
“Schön, und??”

“Das war eine schöne Entschädigung, danke Schatz!”

Kopfschüttel…

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Ich bin erstaunt!

1. Juli 2010, aus der Schublade Freizeit und Reisen

Meine Liebste sitzt auf dem Sofa und liest eine dieser Zeitschriften, die Männer niemals kaufen (und verstehen) würden.
Allerdings hat sich die Liebste in Schale geworfen; ich erinnere mich dunkel daran, dass sie heute noch irgendetwas vor hat…

“Warum guckst du mich so fragend an, Schatz?”
“Süße, ich überlege gerade, ob du heute noch weg wolltest…”

“Oh, ich bin erstaunt, dass du das noch weißt??”
“Erstaunt? Worüber jetzt?”

“Dass du mir anscheinend doch mal zugehört hast!”
“Naja, kommt schon mal vor, muss mich wohl vertan haben…”

“Ich bin heute noch mit Sylvia verabredet.”

“Ach ja, genau! Hast du mir ja erzählt.”

“Wir treffen uns bei ihr und dann mal sehen.”
“Aha…”

“Könnte später werden.”
“Gut, aber sag mal, wann wolltest du nochmal bei Sylvia sein?”

“Um 19.00 Uhr, wieso?”
“Ähm… Liebste, es IST jetzt bereits 19.00 Uhr!?”

“Ja, und?”
“Ähm…”

“So in 10 Minuten muss ich los.”

Kopfschüttel…

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Guck mal!

27. Juni 2010, aus der Schublade Freizeit und Reisen

Meine Liebste und ich sitzen zuhause auf unserem Sofa.
Während ich mir im Fernsehen die sensationellen Bilder vom Sieg gegen England im Achtelfinale anschaue und das anschließende Interview mit Thomas Müller verfolge, feilt die Liebste – leicht ignorant – an ihren Fingernägeln herum.

“Ist das Spiel jetzt endlich vorbei?”
“Süße, das sieht man wohl doch! Natürlich ist es vorbei.”

“Schön, dass wir gewonnen haben. Ole. Ole. Ole.”
“Deine Begeisterung ist wirklich überwältigend…”

“Oh, da ist Poldi, guck mal!”
“Ich sehe ihn auch, Liebste.”

“Der hätte sich ja mal rasieren können, finde ich…”
“Der soll Fußball spielen, wen interessieren da ein paar Stoppeln…”

“Und Schweini! Guck, der Schweini ist da!”
“Liebste, ich sehe ihn auch, danke.”

“Oh, der hat sich ja richtig schick gemacht, guck mal!”

“Sei still, sonst kann ja keiner hören, was er sagt!”

“Interessiert dich das denn??”
“Natürlich interessiert mich das!”

“Echt?”
“Dich denn nicht??”

“Nö.”
“Und warum schreist du dann Poldi, Schweini, Poldi, Schweini??”

“Weil ich froh bin, dass die da mitspielen.”

“Da bist – DU – froh drüber??”

“Natürlich, du nicht?”

“Ähm, doch; ich freue mich darüber auch, aber warum denn du??”

“Weil die den Fußball auch für Frauen interessant machen.”
“Poldi und Schweini??”

“Natürlich!”
“Diesen Zusammenhang erklärst du mir aber jetzt bitte mal, ja??”

“Liegt das nicht auf der Hand??”
“Also Poldi und Schweini sind interessant für Frauen??”

“Ja, weil das so süße Namen sind, die kann ich mir merken!”

Kopfschüttel…

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Überwiegend…

24. Juni 2010, aus der Schublade Essen und Trinken

Ich sitze beleidigt auf unserem Sofa, als die Liebste wieder ins Wohnzimmer kommt.
Diese Frau macht mich noch wahnsinnig!
Ich meine, ich weiß ja, dass ich trotz aller charmanten und verrückten Gemeinsamkeiten der Frauen ein ganz besonderes Exemplar erwischt habe; aber manchmal, da könnte ich…

“Du Schatz, bist du immer noch beleidigt?”
“Ja, absolut. Das bin ich, LIEBSTE!”

“Immer noch wegen dem Leberwurstbrot?”
“Ja, richtig. Wegen dem NICHT-Leberwurstbrot, um genau zu sein.”

“Du wolltest ein Leberwurstbrot und ich habe dir eins gemacht!?”

“JA! Aber OHNE Leberwurst, nur mit Butter drauf!”

“Wir hatten eben keine mehr, kann ich doch nicht ändern!?”

“Aber wieso sagst du dann, du machst mir eins??”

“Aber es ist doch überwiegend ein Leberwurstbrot gewesen!?”
“Ja, aber ohne Leberwurst!”

“Aber mit Brot und Butter, das sind zwei Drittel, immerhin…”
“Gott, ich gebs auf… Lass mich einfach sterben, ja?”

“Aber ich…”
“Manchmal fühle ich mich, als wäre ich schon 80 Jahre alt…”

“Tatsächlich? Und sag mal, bist du auch deprimiert?”
“Ja. Absolut.”

“Und hast du auch Schweißausbrüche?”
“Ja.”

“Und kannst du schlecht schlafen?”
“Ja.”

“Und ist dir oft schwindelig?”

“Das kann man wohl sagen…”

“Kannst du dich schlecht konzentrieren?”
“Ja.”

“Und hast du auch Haarausfall?”
“Sag mal, was soll denn die ganze Fragerei?!”

“Jetzt sag doch mal, hast du auch Haarausfall?”
“Zumindest werden sie grau, das weißt DU ja wohl am besten!!”

“Aha, alles klar. Dann weiß ich jetzt Bescheid.”
“Oh, das ist schön, dass du das endlich mal einsiehst!”

“Einsehen?? Was soll ich denn einsehen?”
“Ich dachte, du wüsstest jetzt Bescheid und hättest es kapiert??”

“Weiß ich ja auch.”
“Aha, und würdest du es für mich bitte einmal laut aussprechen??”

“Gerne! Wenn du unbedingt möchtest?”
“Ich möchte! So, ich höre? Aber GANZ LANGSAM BITTE!”

“Du kommst in die Wechseljahre, was sonst??”

Kopfschüttel…

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Meine Liebste sitzt in der Küche, als ich am Abend gut gelaunt nach Hause komme.
Schon bei der Begrüßung fällt mir auf, dass die Liebste etwas außer Atem zu sein scheint; was sie wohl wieder angestellt hat??
Die Erklärung lässt natürlich nicht lange auf sich warten…

“Hallo Schatz!”
“Guten Abend Süße, na? Was ist los?”

“Wieso, was soll denn sein?”
“Du scheinst etwas aus der Puste zu sein.”

“Ja, ich habe das Badezimmer umgeräumt.”
“Du hast was??”

“Ich habe das ganze Badezimmer umgeräumt!”
“Aha. Steht die Badewanne jetzt auf der anderen Seite?”

“Natürlich nicht, das geht ja gar nicht!”
“Ach so…”

“Oder geht das doch?”
“Ähm, nein, nein, das geht nicht.”

“Wäre aber eigentlich eine gute Idee!”
“Liebste, vergiss es einfach ganz schnell wieder, ja??”

“Wieso denn?? Wäre das viel Aufwand?”
“Ich glaube, es gäbe kaum etwas, was mehr Aufwand wäre…”

“Das wäre gut, weil dann wäre in der Ecke mehr Platz.”
“Mehr Platz wofür??”

“Weiß nicht, aber da fällt mir bestimmt was ein.”
“Die Badewanne bleibt bitte, wo sie ist. Basta!”

“Man wird doch wohl mal darüber nachdenken dürfen??”

“Nachdenken ja, machen nein.”

“…ich hätte ja gerne auch eine größere Badewanne, weißt du?”
“Wofür?? Wir benutzen die Badewanne doch sowieso nie!?”

“Du nicht, ich schon!”
“Du?? Wann warst du denn das letzte Mal in der Wanne??”

“Ich war nicht so direkt, meine ich, also nicht richtig drin.”
“Was??”

“Ich meine, ich würde ja baden, wenn die Wanne größer wäre.”
“Sie ist aber nicht größer.”

“Aber wenn sie es wäre, dann würde ich!”
“Ist sie aber nicht!”

“Du hast aber gesagt, es ginge!”
“Das habe ich NICHT gesagt!”

“Doch, das wäre nur etwas mehr Aufwand, hast du gesagt!”
“Etwas?? Dafür müssten wir das gesamte Badezimmer einreißen!”

“Das ganze Badezimmer??”
“Natürlich, da müssten ja neue Leitungen gelegt werden und alles!”

“Auch fürs Waschbecken?”

“Wieso denn jetzt fürs Waschbecken??”

“Bei der Gelegenheit könnten wir gleich ein zweites, ich meine…”
“Ein zweites Waschbecken?? Wofür denn das??”

“Also das ist jetzt das Stichwort für das eigentliche Problem.”
“Was?? Was denn für ein Problem??”

“Naja, das zweite Waschbecken brauchst eigentlich du.”
“Ich?? Für zweimal am Tag Zähne putzen??”

“Nicht so sehr das Waschbecken.”
“Sondern??”

“Sondern die Ablage, die da drüber ist.”
“Wir haben doch eine? Oder nicht??”

“Natürlich habe wir eine!”

“Und??”

“Die linke Hälfte für mich, die rechte für dich.”
“Pff! Du meinst wohl eher vier Fünftel für dich!”

“Ähm, das ist nicht ganz richtig, glaube ich…”

“Ach ja, ich wollte eigentlich acht Neuntel sagen, danke!”

“Nein, es sind jetzt nach dem Umräumen eher zehn Zehntel…”
“Was?? Soll das heißen, ich habe jetzt da gar keinen Platz mehr??”

“Aber es ging wirklich nicht anders, ehrlich!”
“Liebste, das bleibt auf gar keinen Fall so!”

“Aber…”
“Ich will MEINEN popeligen Platz auf der Ablage zurück!”

“Aber Schatz, ich…”
“Jetzt muss ich hier schon um 20 Quadratzentimeter kämpfen!”

“Ich sage doch, dass wir ein zweites Waschbecken brauchen!”
“Reicht nicht auch einfach eine zweite Ablage??”

“Wie sieht das denn aus, so ganz ohne Waschbecken, ts ts…”
“OK! Schön! Reißen wir doch gleich das ganze Haus nieder!”

“Das ganze Haus??”

“Klar! Und wir bauen ein riesen Badezimmer drauf, wie wäre das??”

“Ähm, ist das nicht ein bisschen übertrieben, Schatz?”
“Ach was! Wieso! Ein Badezimmer mit 10 Badewannen!”

“So viele??”
“Ja, und 20 Waschbecken mit 40 Ablagen!!”

“Schatz, geht es dir gut? Warum schwitzt du denn so??”

“Lass uns doch gleich anfangen! Wo ist der große Hammer??”

“Nee, nee, lass mal; ich habe es nicht so gemeint…”
“Nicht?? Du willst mich also doch nicht ins Irrenhaus bringen??”

“Jetzt reg dich mal wieder ab, ich habe doch nur laut gedacht…”
“Oh Gott, ich muss mich erst mal hinsetzen…”

“Wir brauchen kein neues Badezimmer, unseres ist völlig OK.”

“Wirklich?”

“Wirklich.”

“Keine neue Badewanne?”

“Nein.”
“Und auch kein zweites Waschbecken?”

“Nein, nein.”
“Jetzt bin ich echt etwas erleichtert, muss ich sagen…”

“Können wir denn eine zweite Ablage an die Wand machen?”
“Naja, das… Das ginge wohl…”

“Na dann können wir ja wohl auch gleich ne neue Badewanne und ein Waschbecken hinhängen!”

Kopfschüttel…

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Was haben wir denn?

17. Juni 2010, aus der Schublade Essen und Trinken

Meine Liebste und ich sitzen am Abend nach einem anstrengenden Arbeitstag erst einmal im Wohnzimmer auf dem Sofa und entspannen ein bisschen.
Ein leicht flaues Gefühl in der Magengegend signalisiert mir: ich habe Hunger; und vermutlich wird es der Liebsten nicht anders gehen.

“Schatz, ich glaube, ich stehe hier heute nicht mehr auf…”
“Brauchst du ja auch nicht, Süße.”

“Gott, was bin ich froh, dass dieser Stresstag vorbei ist…”
“Und? Hast du Hunger, möchtest du was essen?”

“Oh ja, gute Idee, Schatz!”
“Was möchtest du denn?”

“Was haben wir denn?”
“Keine Ahnung, was möchtest du denn?”

“Was haben wir denn?”
“Ähm, weiß ich nicht so genau.”

“Hm.”
“Worauf hast du denn Appetit?”

“Weiß nicht, und du?”
“Nee, nee, nee, ich habe zuerst gefragt.”

“Was hast du zuerst gefragt!”
“Ich habe dich gefragt, was – DU – möchtest!”

“Und ich habe gefragt, was wir denn haben!”
“Man beantwortet eine Frage aber nicht mit einer Gegenfrage.”

“Sind wir hier im Deutsch-Unterricht, oder was??”
“Wo auch immer wir sind, WAS möchtest du essen!”

“Was haben wir denn??”
“Was willst du denn??”

“Aber was haben wir denn noch??”
“Also ICH habe gleich einen Nervenzusammenbruch, soviel ist sicher!!”

“Aber es ist doch viel leichter, zu schauen, was wir noch haben?”
“Na schön, bitte, dann geh nachschauen.”

“Ich??”
“Du willst wissen, was wir noch haben, also schau nach.”

“Du hast vorhin gesagt, dass ich sitzen bleiben kann!?”
“Da wusste ich auch noch nicht, dass das so schwierig wird!”

“Und wenn ich mir was wünsche, was wir gar nicht haben??”
“Das, was wir gewöhnlich so essen, werden wir wohl auch da haben.”

“Ach so, also essen wir heute was Typisches?”
“Das wäre von Vorteil, also worauf hast du Hunger?”

“Was haben wir denn?”
“LIEBSTE! Ich werde noch wahnsinnig!!”

“Warum??”
“Wieso fragst du denn jetzt schon wieder WAS HABEN WIR DENN??”

“Weil das meiner Meinung nach die wichtigste Frage ist??”
“Die wichtigste Frage ist, wann ich in die Klapse eingeliefert werde!”

“Aber Schatz, das geht doch alles viel einfacher.”
“Aha.”

“Bist du so lieb und schaust nach, was noch im Kühlschrank ist?”
“Wieso soll ich denn jetzt gehen??”

“Weil du deiner Liebsten damit einen großen Gefallen tust.”
“Wie groß?”

“Sehr groß. Supergroß! Am größten.”
“Na schön, dann gehe ich mal nachschauen…”

[Ich erhebe mich schwerfällig vom Sofa und schlappe in die Küche.
Als ich die Kühlschranktür öffne und in den Innenraum starre, komme ich mir ein bisschen so vor, wie bei dem Gedächtnisspiel "Ich packe meinen Koffer". Mal sehen, ob ich mir alles merken kann...]

“Da bist du ja schon wieder, das ging aber fix!”
“Ja… Also, soll ich aufzählen, was wir alles noch haben?”

“Ja, erzähl.”
“Also Tomaten, Brot, Käse, Wurst – so das Übliche, Heringssalat, Nudeln von gestern, Broccoli, Paprika, Pizzateig, Mozzarella, Gurken, Marmelade, Forellenfilets, naja und den üblichen Kleinkram und…”

“OK, danke, ich weiß jetzt, was ich haben möchte.”
“Echt? Was denn?”

“Ich habe Hunger auf Pfannkuchen mit kleinen Apfelstückchen.”
“Ähm… Sagte ich gerade was von Pfannkuchen??”

“Nee, aber die möchte ich haben.”
“Wir haben aber keine Eier und auch keine Äpfel!?”

“Ach so? Haben wir nicht?”
“Nein, HABEN WIR NICHT!”

“Siehste, deswegen wollte ich zuerst wissen, was wir haben!”
“Aber jetzt weißt du es doch!?”

“Ja.”
“Wieso wünschst du dir denn dann Pfannkuchen??”

“Du hast vor 5 Minuten gesagt, ich soll mir was wünschen!?”
“Aber du wolltest doch zuerst wissen, was wir noch haben??”

“Das weiß ich ja jetzt auch!”
“Und??”

“Was und?”
“Warum wünschst du dir dann nicht etwas, was wir noch haben??”

“Haben wir Blumenkohl?”
“Nein, haben wir NICHT!”

“Schade…”
“Liebste, sagst du mir jetzt BITTE, was du haben willst!?”

“Irgendwie bist du so gereizt??”
“Ich stehe kurz vor einem Herzinfarkt, könnte daran liegen…”

“Weißt du was, wir machen das ganz anders, wird dir gefallen!”
“So? Und was machen wir anders?”

“Wir bestellen jetzt einfach bei irgendeinem Pizzaservice was.”
“Aha…”

“Ausnahmsweise, eigentlich haben wir ja genug im Kühlschrank.”
“Also gut, von mir aus, was solls…”

“Ist das jetzt eine gute Idee von mir oder nicht?”
“Ganz toll, Liebste… Egal, wir machen das jetzt einfach.”

“Prima!”
“Ich rufe an; was willst du denn?”

“Was haben die denn??”

Kopfschüttel…

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Es geht mir nicht aus dem Kopf

13. Juni 2010, aus der Schublade Schlafen und Dösen

Meine Liebste und ich schlafen bereits seit ein paar Stunden; ich selbst befinde mich irgendwo in meiner tiefsten Tiefschlafphase, als meine zerebralen Reservesysteme ein kontinuierliches Zupfen an meinem T-Shirt registrieren und beschließen, den Rest meines Körpers vorsichtshalber aufzuwecken…

“Schatz? Bist du wach?”
“Nein…”

“Aber du sagst doch schon was?”
“Das sind nur Reflexe…”

“Aber…”
“Liebste, was willst du denn, warum weckst du mich??”

“Weil ich dringend deinen Rat brauche.”
“Jetzt?? Es ist, ähm… Es ist halb vier morgens!!”

“Wenn ich mit der Zeitansage sprechen wollte, hätte ich das Telefon geholt!”
“Viel mehr als die Zeitansage kriegst du von mir auch nicht!”

“Jetzt hör doch mal zu, dann kannst du gleich weiterschlafen.”
“Also schön… Was ist denn los?”

“Ich kriege einfach dieses Problem nicht aus dem Kopf.”
“Welches Problem?”

“Ich habe gestern mit Nicole telefoniert.”
“Aha. Das wäre für mich allerdings auch ein Problem…”

“Nein, jetzt lass doch mal die dummen Scherze!”
“…also du hast mit Nicole telefoniert. Und?”

“Wir haben über alles Mögliche gesprochen, du weißt schon.”
“Weiß ich nicht, aber könntest du jetzt bitte zur Sache kommen?”

“Sie hat gesagt, ich sei ja auch nicht mehr die Jüngste.”
“Und?”

“Und??”
“Ja. Na und?”

“Was sagst du denn dazu??”
“Wozu??”

“Dass ich nicht mehr die Jüngste wäre??”
“Liebste, du weckst mich nicht wirklich deswegen, oder?”

“Nein.”
“Himmel… UND WESWEGEN DANN??”

“Weil Nicole gesagt hat, ich müsse mich auch mehr frisch halten.”
“Dann geh in die Küche.”

“In die Küche?? Was soll ich denn da??”
“Da haben wir Frischhaltefolie.”

“SCHATZ!”
“Liebste, WAS WILLST DU VON MIR JETZT!?”

“Ich frage mich die ganze Zeit, was sie damit gemeint hat!”
“Und warum fragst du das nicht Nicole??”

“Ich habe so getan, als wüsste ich, wovon sie spricht.”
“Oh Gott, ich spüre schon wieder meine Halsschlagader pochen…”

“Jetzt sag doch mal, was meint sie denn??”
“Woher soll ich denn das wissen??”

“Naja, denkst du denn auch, dass ich nicht mehr so frisch bin??”
“Nein. Ein Frischkäse sieht alt gegen dich aus. Gute Nacht.”

“Schatz, wenn du dich jetzt umdrehst, dann…!”
“Was dann!”

“…dann wecke ich dich jede halbe Stunde!”
“Bist du verrückt?? Können wir das nicht morgen besprechen??”

“Ich kann aber deswegen schon die ganze Zeit nicht schlafen!”
“Nur weil dir deine geisteskranke Freundin Schwachsinn erzählt hat??”

“Du meinst, ich kann das einfach ignorieren?”
“Das meine ich nicht nur, dass empfehle ich dir dringend.”

“Aber soooo jung bin ich ja nun auch nicht mehr, oder?”
“Du bist aber jung geblieben und wirst es immer sein.”

“Ohhh, danke! Danke! Du bist so süß, mein Schatz!”
“Gern geschehen. Darf ich jetzt weiterschlafen?”

“Moment, eine Sache hätte ich da noch…”
“Herrgott, was denn noch??”

“Nicole meinte, du wärst ja ebenfalls nicht mehr der Jüngste.”
“Ich??”

“Naja, ich meine, du bist ja nun auch wirklich schon alt.”
“Ähm…”

“Aber mach dir darüber keine Gedanken. Gute Nacht!”

Kopfschüttel…

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