Das Bett mit der Mitte

Das Bett mit der MitteEs war lange schonmal fällig; und jetzt haben meine Liebste und ich ein neues Bett angeschafft. Alle wichtigen Kriterien wurden beachtet: es ist elegant und groß, hat die richtige Farbe, die Matratzen super, dekoriert drumherum, neue Bettwäsche, und so weiter. Wir liegen abends drin.

„Du das ist blöd das neue Bett.“
„Was?? Vorhin war es doch noch das schönste Bett von allen!“

„Ja schon, es sieht toll aus und man liegt auch super drin.“
„Und was ist dann jetzt bitte blöd?“

„Ich liege auf der Ritze.“
„Auf welcher Ritze??“

„Na hier, zwischen den beiden Matratzen ist eine Ritze und da liege ich jetzt.“
„Ach so, das meinst du. Und?“

„Ich mag nicht auf der Ritze liegen, sonst falle ich da rein!“
„Schatz, du bist zwar sehr schlank, aber…“

„Schau, hier, mit meinem Ellenbogen, jetzt stecke ich drin!“
„Das meinst du doch jetzt nicht ernst!“

„Doch. Wenn sich die Matratzen verschieben, liege ich drin!“
„Erstens verschieben die sich nicht und zweitens: leg dich doch einfach auf deine Bettseite!“

„Wenn ich mich auf meine Seite lege, dann bin ich aber so weit weg von dir.“
„Ja aber dafür haben wir doch extra DIESES große Bett gekauft!“

„Schon, aber ich habe nicht dran gedacht, dass ich dann auf der Ritze liegen muss.“
„Ja, aber, ich, du… Also gut. Schatz, bitte pass auf, dass du nicht in die Ritze fällst.“

„Haha. Veräppeln kann ich mich auch alleine!“
„Nicht, dass es dir so geht, wie einem deiner Kartoffelchips, der zwischen die Sofafalte gerutscht ist und nun dort ein einsames Dasein fristet.“

„Du nimmst mich wieder überhaupt nicht ernst. Ich habe hier ein Problem und für dich bin ich nur ein fettiger Kartoffelchip!“
„Wenn du in die Bettritze fällst, nehme ich die lange Staubsaugerdüse und sauge dich wieder raus! Haha!“

„Du hast mich gar nicht lieb. Ich geh auf meine Seite.“

[Meine Liebste rollt sich eingeschnappt auf ihre Seite des Bettes, legt sich abkehrend auf die Seite und wendet mir stumm Ihren Allerwertesten zu. So hält sie es gewöhnlich bis zu 30 Sekunden aus, wenn wir irgendwas diskutieren.]

„Ich kann so nicht einschlafen!“
„Ach! Und jetzt?“

„Du musst zu mir rüberkommen.“
„Du meinst, so wie jeden Abend, wenn wir einschlafen?“

„Ja.“
„Also so, wie wir es hunderte Nächte zuvor schon taten?“

„Jaaaa.“
„Also ist die Ritze hier jetzt doch nicht so schlimm?“

„Du hast noch drei Sekunden!“
„Und dann passiert was?“

„Dann komme ich zu DIR rüber und dann bleibe ich auch da!“
„Oh nein, bitte Schatz, das kannst du mir nicht antun!“

„Doch! Noch zwei Sekunden.“
„Du schmorst nachts heißer als ein Hochofen, das halte ich nicht aus!“

„Das machen wir jetzt jeden Abend so. Noch eine Sekunde!“
„Moment, ich komme ja, ich komme schon!“

„Eigentlich ganz praktisch so eine Ritze. Aber fall nicht rein!“

Kopfschüttel…

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Fällt dir nichts auf?

Fällt dir nichts auf?Meine Liebste achtet sehr auf ihr Äußeres. Wie alle Frauen möchte Sie geliebt, beachtet und gelobt werden, und das natürlich auch hören. Des Mannes Kampf um die Gunst ist oftmals schwer und birgt Geheimnisse, die sich auch nach jahrelanger Erfahrung noch nicht gelüftet haben.

„Du, ich gehe jetzt gleich einkaufen.“
„Fein, vergiss bitte nicht, Milch mitzubringen.“

„Kann ich denn so gehen?“
„Was?“

„Na ob ich so gehen kann. So mit dem weißen Top.“
„Ja Schatz, das kannst du. Das steht dir sehr gut.“

„Naja wo ich doch sonst nie weiße Sachen trage.“
„Ach so, ja. Doch, also das weiße steht dir auch.“

„Ich musste das weiße Top anziehen.“
„Wieso? Ach nee, lass mich raten: du hast nichts anzuziehen sonst.“

„Doch. Schwarze und braune Sachen hab ich. Die magst du doch, oder?“
„Ja Schatz. Braun ist deine Farbe.“

„Also gefällt dir Weiß nicht so gut?“
„Doch, auch, jaja. Also warum musstest du jetzt DIESES Top anziehen?“

„Weil ich heute weiße Unterwäsche trage.“
„Ah, warum bin ich da bloß nicht selbst drauf gekommen…“

„Da kann man dann keine schwarzen Oberteile zu anziehen.“
„Naja gut, von mir aus…“

„Fällt dir denn sonst gar nichts an mir auf?“

[ich erstarre in Anbetracht dieser furchteinflößenden Frauenfrage, Adrenalin schießt mir ins Blut und ich lasse verräterisch meine Augen über meine Liebste huschen…]

„Na was nun, fällt dir nichts auf?“
„Ähm, also, bis auf das weiße Top… nein?“

„Hm. Dir fällt also nichts an mir auf.“

[Ich merke, dass es jetzt eng wird! Was zum Teufel ist bloß anders?? Wenn mir nicht gleich was auffällt, wird sie mich wie beim „Schiffe versenken“-Spiel mit nur wenigen Treffern ausradieren…]

„Also nichts?“
„Ähm, Schatz, eigentlich siehst du genauso süß aus, wie jeden Tag…“

„Charmeur! Das zieht nicht! Deine letzte Chance!“

[Mein Leben zieht in sekundenschnelle vor meinem geistigen Auge vorbei. Bisher war alles so schön mit meiner Liebsten und jetzt das! Die Frage aller Fragen und ich habe sie verpatzt. Ich bin erledigt. Gleich kommt der Todesstoß. Und sogar zurecht. Mir ist gar nichts ungewöhnliches oder anderes an ihr aufgefallen! Ich bin ein oberflächlicher und blinder Trottel, der diese Frau gar nicht verdient hat…]

„Also gut, Schatz, ich gebe auf, es tut mir leid. WAS ist denn nun anders an dir?“

„Nichts. Ich wollte nur mal sehen, ob du mich noch so anschaust, wie früher.“

Kopfschüttel…

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Mal wieder zum Friseur

mal wieder zum FriseurMeine Liebste hat wunderschöne lange dunkle Haare, die mit unterschiedlichen blonden Strähnen durchzogen sind. Das erfordert natürlich – oder leider – eine intensive Pflege. Wir sitzen morgens beim Kaffee in der Küche und unterhalten uns.

„Ich bin schön braun, oder nicht?“
„Doch Schatz, sehr schön braun. Aber du müsstest mal wieder zum Friseur.“

„Was? Wegen der rausgewachsenen Strähnen? Ja, ich müsste wohl…“
„Naja, so langsam vielleicht mal. Noch nichts ernstes.“

„Aber ich trage die Haare doch extra schon immer offen!“
„Ist ja auch OK. Trotzdem sieht man´s.“

„Sehe ich doof aus?“
„Nein, aber du legst doch sonst so viel Wert auf deine Strähnen.“

„Ja, schon. Aber was soll ich denn jetzt machen?“
„Zum Friseur gehen, Schatz??“

„Jetzt gleich??“
„Ja jetzt natürlich nicht! Mach doch einem Termin bei dem Laden nebenan; da warst du doch schon mal.“

„Ja die haben aber letztesmal so dicke Strähnen gemacht.“
„Aha. Reicht es denn denn nicht, nur den Ansatz nachzufärben?“

„Ja aber die machen das dann wieder so dick.“
„Und ein anderer Friseur würde das anders machen?“

„Nein. Sonst sieht man das ja.“
„Ja aber dann kannst du doch auch da hingehen, wo du letztesmal warst!“

„Die haben ja nie Zeit.“
„Im aktuellen Bremer ist ein Artikel mit einem Friseurtest. Vielleicht findest du da was?“

„Ich kann mit meinen Haaren doch nicht zu jedem gehen!“
„Sollst du ja auch nicht, aber…“

„Ich könnte ja am Samstag… ach nein.“
„Was ach nein?“

„Dann muss ich dich ja Samstagmorgen 2 Stunden alleine lassen.“
„Oh jemine! Schatz, das schaffe ich schon, wirklich…“

„Wo soll ich denn jetzt hingehen?“
„Geh doch zu meinem!“

„Danke, aber mir sind meine Haare wichtig.“
„WAS soll denn DAS heißen??“

„Du sagst doch selber, dass du da immer sofort drankommst. Dann kann das ja nix sein da.“
„Oh Herr, gib mir Kraft… Also was denn nun??“

„Kannst du mir Samstag nicht die Haare färben?
So schwierig ist das gar nicht!“

Kopfschüttel…

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Potpourri am Strand

Potpourri am StrandErholungszeit am Ostseestrand, 34 Grad, ein laues Lüftchen weht meiner Liebsten und mir um die Nasen. Einfach am Wasser liegen, entspannen, lesen, träumen.

„Du, der Sonnenschirm ist aber ganz schön wackelig?“
„Der hält schon. Und tiefer geht er nicht in den Sand.“

„Toll, und wenn er umkippt, dann genau auf mich!“
„Er kippt nicht um. Und du kannst dich ja auch auf die andere Seite legen.“

„Dann liege ich ja im Schatten!“
„Nein, ich meine da. Hier rechts.“

„Dann liege ich doch total weit weg von dir. Nee.“
„Ja und was soll ich da jetzt machen bitte?“

„Du musst den Schirm festhalten.“
„Schatz! Ich kann doch nicht die ganze Zeit den Schirm festhalten!“

„Wenn der aber jeden Moment umkippt, kann ich nicht schlafen!“
„Der kippt nicht um! Eher wirst du weggeweht.“

„Möchtest du, dass ich weggeweht werde?“
„Nein, Schatz. Natürlich nicht.“

„Willst du nicht mit mir am Strand sein? Weil ich so einen dicken Bauch gekriegt habe?“
„Du hast keinen dicken Bauch, du bist gertenschlank und knallebraun.“

„Ich bin gar nicht braun, schau mal hier.“
„Schatz, ein Brathähnchen hätte schon Probleme, so braun zu sein, wie du.“

„Gar nicht! Hast du mich noch lieb?“
„Ja Schatz. Ich hab dich lieb.“

„Dann küss mich!“
„Ja Schatz.“

[ich stehe auf, gehe um den Schirm herum zu meiner Liebsten und will ihr einen Kuss geben, weil ich sie so lieb hab und weil sie so herzerweichend ist…]

„Manno! Du hast mit deinen Füßen mein Handtuch ganz voll Sand gemacht!“
„Schatz, ich wollte dich doch nur küssen…“

„Jetzt ist alles voll Sand und ich auch und jetzt muss ich wieder ins Wasser!“
„Tut mir leid Schatz, das wollte ich nicht, aber ich meine, wir sind am Strand und…“

„Und mein Handy muss ich jetzt auch wieder ausmachen!“
„Dein Handy??“

„Wenn ich ins Wasser gehe, mache ich immer mein Handy aus.“
„Aha…Wofür brauchst du denn hier überhaupt ein Handy??“

„Naja wenn ich Hilfe rufen muss, wenn zum Beispiel der Schirm umkippt und mich verletzt.“
„Ach und es wäre nicht einfacher, einfach mich zu fragen? Außerdem kippt der Schirm nicht um.“

„Du hilfst mir dann ja nicht.“
„BITTE??“

„Ich geh jetzt, nein ich muss ja jetzt wegen dir, ins Wasser. Mir ist eh so heiß.“
„Ich komme mit.“

[Wir gehen zum Wasser und stehen mit den Füßen drin….]

„Aber nicht nass spritzen! Da kann man einen Schock kriegen!“
„Ich mache doch gar nichts!“

„Du guckst aber schon wieder so.“
„ICH? Ich stehe doch hier nur!“

„Du wolltest mich nass machen!“

[Meine Liebste beugt sich flink zur Wasseroberfläche und schleudert mit ihren Händen eine Riesenfontäne kaltes Wasser auf mich drauf; ich erleide fast einen Herzinfakt…]

„Haha! Jetzt bist du nass!“
„Danke Schatz, sehr erfrischend… du hast doch eben gesagt…“

„Stell dich nicht so an, lass uns lieber schwimmen.“

[Wir schwimmen und kommen auf einer Sandbank wieder zum Stehen…]

„Jetzt ist es aber doch ziemlich kalt, so im Wind…“
„Schatz, es sind über 30 Grad, dir kann doch jetzt nicht kalt sein.“

„Doch, schau mal hier, ich hab schon Gänsehaut.“
„Na dann, ja, dann… schwimmen wir zurück, OK?“

„Aber nicht untertauchen!“
„Ja aber, ich… ich hab doch noch nie, ich wollte doch gar nicht…“

„Dann kriege ich Wasser in die Nase und meine Haare sind dann ganz nass!“
„Ich tauche dich nicht unter, keine Sorge…“

„Du musst lieb zu mir sein!“
„Ich bin ganz lieb zu dir Schatz. So wie immer.“

„Bestimmt ist in der Zwischenzeit der Sonnenschirm weggeflogen.“
„Schatz, du machst mich wahnsinnig mit dem blöden Schirm!“

„Ich kann ihn aber nicht mehr sehen, guck: da!“
„Wir sind doch aber viel weiter rechts, da neben dem Steg.“

„Ach ja. Gut, dass ich da nicht gelegen habe.“
„ABER ES IST DOCH GAR NICHTS PASSIERT!“

„Mir ist kalt. Und ich muss mein Handtuch ausschütteln. Und geküsst hast du mich auch nicht!“

Kopfschüttel…

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