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Ich habe keine gesehen

29. Oktober 2007, aus der Schublade Wohnen und Leben

Ich habe keine gesehen (photocase.de © akram)Meine Liebste und ich sitzen morgens in der Küche und trinken Tee und Kaffee. Wir haben noch exakt drei Minuten Zeit. Dann müssen wir los, sonst schaffen wir es nicht mehr pünktlich zur Arbeit. Natürlich darf uns kein Stau dazwischen kommen oder sonst irgendwas…

“Schatz, wir müssen los.”
“Gleich Süße, gleich.”

“Kannst du den Müll noch rausbringen?”
“Welchen?”

“Den hier aus der Küche.”
“Naja, das schaffe ich gerade noch…”

“Und wo bringst du den dann hin?”
“Ähm… Was soll das heißen, wohin!”

“Naja, wohin eben?”
“In unsere Mülltonne vielleicht??”

“Ja nee, das geht ja nicht.”
“Und warum nicht?”

“Die ist voll.”
“Unsere Mülltonne? Unten?”

“Ja, schon seit einiger Zeit.”
“Das kann doch gar nicht sein…”

“Glaubst du mir etwa nicht??”
“Naja doch, aber vorgestern war doch Abfuhr?”

“Ja, aber unsere Tonne haben sie nicht leer gemacht.”
“Wie bitte?? Warum das denn??”

“Bin ich Jesus?? Das weiß ich doch nicht!”
“Du hast sie doch rausgestellt, oder?”

“Wieso ich?? Das machst du doch immer!”
“Aber Schatz! Ich war in Köln, schon vergessen??”

“Ich weiß doch aber nie, wann die Tonne raus muss.”
“Das sieht man doch! Stehen doch auch alle anderen Tonnen draußen!”

“Ich habe keine gesehen.”
“Schatz! Wie kann man denn bitte nur so blind sein!”

“Du hättest ja auch mal was sagen können.”
“Ja entschuldige, das ist doch wohl klar, dass die Tonne raus muss!”

“Jeden Dienstag?”
“Nein! Jeden zweiten Mittwoch! Himmel… Schon seit Jahren!”

“Ach so…”
“Ja, ach so!”

“Und jetzt?”
“Jetzt müssen wir fast zwei Wochen mit einer vollen Tonne…”

“Ich wollte doch aber die Blumenkästen leer machen?”
“Schön! Aber dann wohl nicht in unsere Tonne.”

“Nimmst du denn wenigstens den Müll aus der Küche mit?”
“Und wohin damit bitte??”

“Du hast doch gesagt, dass du ihn mitnimmst!”
“Da wusste ich ja auch noch nicht, dass…”

“Bitte, bitte!”
“Und wohin??”

“Kannst du den nicht mit zur Arbeit nehmen?”
“Super Idee! Aktentasche, Laptop und ne triefende Mülltüte!”

“Bitte! Ich wollte doch heute Abend kochen und da…”
“Mann, ich…! Na schön. Ich verstecke den Müll in irgendwas…”

[Wie peinlich. Aber es nutzt ja nichts, also suche ich in unserer Besenkammer eine große Einkaufstüte. Und ich muss mir noch eine gute Antwort ausdenken, wenn mich in der Firma jemand fragt, was denn da drin sei. Leider finde ich keine ausreichend große Tüte, um die Liebste gleich mit einzupacken... Wie kann man nur so blind sein und draußen die Mülltonnen nicht sehen!]

“Bist du fertig?”
“Ja. Ich nehme den Müll jetzt mit. Ausnahmsweise!”

“In der Tüte da??”
“Ja. Was dagegen?”

“Das ist meine Esprit-Tüte!”
“Eben. Das ist schön unauffällig.”

“Das ist meine Lieblingstüte!”
“Sag mal, du spinnst ja wohl! Ich nehme die jetzt!”

“Die hat so schöne Tragekordeln, die will ich behalten!”
“Schatz! Hol dir einfach eine neue!”

“Die gibt´s aber nicht mehr!”
“Das ist dann wohl Pech! Du bist ja auch schuld an dem Schlamassel!”

“Bin ich gar nicht!”
“Doch! Und jetzt hör auf, mich damit zu nerven!”

“Diese Esprit-Tüte ist heilig!”
“Und wo soll ich den Müll stattdessen reintun?”

“In deinen alten Rucksack.”
“Wie bitte?? in meinen Fahrrad-Rucksack?”

“Das alte Ding kannste dann gleich mit wegschmeißen!”

Kopfschüttel…

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Fass nichts an!

22. Oktober 2007, aus der Schublade Wohnen und Leben

Fass nichts an! (photocase.de © sanchez)Meine Liebste und ich räumen ein wenig in unserer Wohnung auf. Naja, also es ist bei uns eigentlich nie unordentlich; zumindest, wenn es nach mir geht. Aber manchmal quillt beispielsweise der Wäschekorb über und dann sehe auch ich ein, das was getan werden muss…

“Was machst du da, Schatz?”
“Ich sortiere die Wäsche, Süße.”

“Um dann was zu tun?”
“Um sie zu waschen vielleicht? Was denn sonst??”

“Jetzt??”
“Warum nicht? Oder spricht etwas dagegen?”

“Was hast du denn da alles rein getan in den Korb?”
“Alle unsere dunklen Sachen.”

“Meine auch?”
“Deine auch. Wie immer.”

“Und meine schwarze Bluse?”
“Welche Bluse denn?? War hier nicht bei.”

“Die liegt ja auch neben dem Bett.”
“Ja woher soll ich denn wissen, dass die auch…”

“Lass mich das lieber machen!”
“Wieso? Gib mir die Bluse und gut?”

“Was hast du da alles drin??”
“Schatz! Unsere schwarzen Sachen, sonst nichts!”

“Wirklich nur Schwarzes?”
“Ja. Und deinen weißen Pulli.”

“Mein weißer Lieblingspulli?? Mit schwarzen Sachen??”
“Och, geht das etwa nicht?”

“Nein! Geh weg da und fass nichts an!”
“DAS war nur ein WITZ…”

“Das ist aber nicht witzig! Ich mach das, lass.”
“Schatz! Ich möchte jetzt diese schwarze Wäsche waschen!”

“Nein!”
“Doch!”

“NEIN!”
“DOCH!”

“Geh fernsehen!”
“Geh selber fernsehen!”

“Lies Zeitung oder so!”
“Lies doch selber Zeitung!”

“Reparier lieber den Staubsauger!”
“Den Staubsauger? Wieso! Ist der kaputt??”

“Ja.”
“Was hat er denn??”

“Er saugt nicht.”
“Und das fällt dir jetzt gerade ein??”

“Wenn du was helfen willst, dann mach den Staubsauger heile.”
“Seit wann ist der denn kaputt??”

“Weiß ich nicht. Auf jeden Fall musst du dir den mal ansehen.”

[Ich beschließe, die Wäsche der Liebsten zu überlassen und mich dem Staubsauger zu widmen. Man muss dazu wissen, dass er nagelneu ist. Ich meine, wann kauft man schon mal einen Staubsauger... Der alte hat bestimmt seine 15 Jahre bei mir abgedient, bis ich ihn dann auf Drängen der Liebsten in die wohlverdienten ewigen Jagdgründe geschickt habe. Bis dahin hat er mich nie im Stich gelassen!
Dass der neue nun schon wieder kaputt sein soll, ärgert mich ungemein. Wehe, wenn der schon hin ist!
Während ich also den Staubsauger aus der Besenkammer zerre, füllt die Liebste die Waschmaschine nebenan.]

“Und? Ist er kaputt?”
“Moment, ich bin ja noch gar nicht so weit…”

“Schalt doch mal ein!”
“Jaaa doch, Moment…”

[Ich schalte den Staubsauger ein und er gibt eigentlich ganz gewöhnliche Geräusche von sich. Auf dem Boden liegen vor mir ein paar Krümel und lange Haare (von wem die wohl sind...). Als sich die Saugdüse dem Dreck nähert, ist dieser auch schon im Gerät verschwunden. Läuft!]

“Und?”
“Liebste, was hast du denn! Der läuft doch!”

“Sehr gut, dass du den repariert hast.”
“Ich habe gar nichts gemacht! Der ist doch gar nicht kaputt!”

“Umso besser, dann kannst du ja jetzt die Wohnung saugen.”
“Aber ich…”

“Wenn ich waschen muss, dann kannst du ja wohl mal saugen!”

Kopfschüttel…

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Ich bin doch ganz nett

1. Oktober 2007, aus der Schublade Wohnen und Leben

Ich bin doch ganz nett (photocase.de © evali)Meine Liebste und ich sitzen am Abend im Wohnzimmer und schauen “Wer wird Millionär”. Natürlich wissen wir immer jede richtige Antwort schon längst, bevor es der Kandidat weiß. Wobei sich unser Wissen leider doch des häufigeren als grob fahrlässige Vermutung herausstellt…

“Wir sollten da auch mal mitmachen, Schatz.”
“Naja, also ich weiß ja nicht, Süße…”

“Wieso?? Wir sind doch immer ganz gut, oder?”
“Und warum willst du dann nie mit mir Trivial Pursuit spielen?”

“Das ist doch wohl etwas ganz anderes!”
“Wieso? Was ist denn da anders? Da geht´s auch um Allgemeinwissen.”

“Da verliere ich aber dauernd. Nee!”
“Das ist die völlig falsche Einstellung, so kann das ja auch nicht klappen!”

“Eben! Bei Günther Jauch würde ich mich viel wohler fühlen.”
“Du?? Du würdest vor Nervosität vom Stuhl fallen!”

“Und wenn der mir hilft bei den schwierigen Sachen?”
“Und warum sollte er?”

“Weil der das immer macht, wenn er die Leute da mag.”
“Ach! Und dich mag er dann? Das weißt du jetzt schon?”

“Natürlich! Ich bin doch ganz nett, oder?”
“Ja…”

“Ja nicht??”
“Doch, Schatz. Du bist sehr nett. Er wird dich mögen.”

“Nein, jetzt sag doch mal, ob der mich wohl mag?”
“Ich denke schon, doch.”

“Ich meine, warum sollte er denn nicht?”
“Ähm…”

“Jetzt sag doch mal!”
“Tja, also, mir fällt da nichts ein, warum er dich nicht…”

“Das ist ja wieder typisch! Danke! Blödmann!”
“Blödmann?? Wieso denn Blödmann??”

“Das ist genau dasselbe wie mit meinen Hosen.”
“Was??”

“Wenn ich dich frage, ob etwas an mir gut aussieht, sagst du immer ja!”
“Also, ich…”

“Das kann ja gar nicht sein! Und das seit Jahren!”
“Aber wenn es doch aber immer gut aussieht?”

“Unmöglich! Du bist mir da überhaupt gar keine Hilfe!”
“Neulich habe ich doch aber auch mal Nein gesagt, oder?”

“Ja, aber da ging es ja um den Gürtel.”
“Habe ich Nein gesagt oder nicht!?”

“Das war was anderes, weil du das wieder nicht verstanden hast!”
“Mir gefiel das nicht, ich hab´s gesagt und dann war es wieder verkehrt!”

“Solche Gürtel trägt man eben schief, das ist so!”
“Und mir gefiel das nicht!”

“Na schön, dann hast du eben einmal was gesagt.”
“Dann nenn mich auch nicht Blödmann!”

“Bist du aber!”
“Warum denn bitte??”

“Weil du nicht sagst, was der Jauch an mir nicht mögen könnte!”
“Deine ewige Plapperei vielleicht!”

“Wieso? Rede ich dir zu viel??”
“Nein, aber dem Herrn Jauch vielleicht.”

“Was soll ich denn weglassen?”
“DAS WEISS ICH DOCH JETZT NICHT!”

“Ja dann hilft es mir ja auch nicht!”
“Bewirb dich doch, und dann sehen wir weiter.”

“Ach! Und erst dann sagst du mir, was dir an mir nicht passt??”
“Wir reden doch hier von Günther Jauch, nicht von mir!”

“Also den könnten Sachen stören, die dich nicht stören?”
“Vielleicht?”

“Zum Beispiel?”
“Ich brech zusammen…”

“Zum Beispiel?”
“Beispielsweise, dass du immer alles in Frage stellst!”

“Das ist doch aber Sinn und Zweck von Wer wird Millionär!”
“Naja, stimmt… Vielleicht kein gutes Beispiel, zugegeben…”

“Ich stelle also alles in Frage, ja??”
“Manches.”

“Und das passt dir nicht?”
“Doch, schon, aber…”

“Du hättest also lieber ein kleines Dummchen ohne Hirn?”
“Schatz! Das ist doch überhaupt gar nicht…”

“Ich gehe zu Günther Jauch!”
“Aber Schatz, ich meinte doch nur, dass…”

“Und das lasse ich mir von dir nicht vermiesen!”
“Schatz!”

“Auch wenn du immer was an mir rumzumeckern hast…”
“Aber ich…”

“…der Jauch wird mich mögen! Blödmann!”

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Du guckst ja gar nicht!

23. August 2007, aus der Schublade Wohnen und Leben

Du guckst ja gar nicht! (photocase.de © anas tonish)Meine Liebste und ich schauen auf Sat1 ”Ein Job – Deine Chance”. Nunja. Es geht um vier junge Damen, die sich auf einen Job in einem Kosmetikstudio beworben haben.
Und nur eine kriegt ihn am Ende…

“Schatz?”
“Ja, Süße?”

“Du guckst ja gar nicht!”
“Na und?”

“Das ist doch interessant!”
“Naja…”

“Du verpasst ja alles, wenn du nicht guckst.”
“Ich sitze doch hier, was willst du denn??”

“Aber du guckst nicht.”
“Doch, ich gucke.”

“Gerade hast du unter das Sofa geschaut!”
“Ja, weil…”

“Was ist denn da?”
“…weil mir mein Stift runtergefallen ist, darum.”

“Was für ein Stift?”
“Ich wollte gerade das Kreuzworträtsel in der Fernsehzeitung machen.”

“Wie! Jetzt??”
“Ja, jetzt. Darf ich das nicht, oder was?”

“Das wollte ich doch aber machen!”
“Du hast schon die letzten drei gemacht!”

“Schon, aber die sind für mich.”
“Ach! Und wieso bitteschön??”

“Die im Weser-Kurier sind mir immer zu schwer.”
“Ich habe aber jetzt keinen Weser-Kurier!”

“Lass mich das Kreuzworträtsel machen, ja?”
“Na schön, dann mach. Hier.”

“Ja jetzt doch nicht! Ich muss das da gucken!”
“Und was mache ich??”

“Alles außer das Kreuzworträtsel da.”
“Och Schatz!”

“Geh an deinen Computer.”
“Nee, keine Lust.”

“Was? Bist du krank??”
“Nein, aber ich mag jetzt nicht, ganz einfach.”

“Warum ärgerst du mich denn jetzt!?”
“Wer ärgert dich denn??”

“Du!”
“Wieso!”

“Ich will das da gucken und dir passt das nicht und…”
“Du kannst das von mir aus bis morgen früh gucken!”

“Das geht aber nur bis Viertel nach.”
“So ein Pech aber auch!”

“Kannst du mich das nicht ein Mal in Ruhe gucken lassen!?”
“Ich mache doch gar nichts!”

“Sonst gehst du immer an deinen Computer!”
“Na und?”

“Und jetzt nicht, obwohl du jetzt mal darfst.”
“Ich darf?? Das ist aber großzügig!”

“Und dann willst du auch noch mein Kreuzworträtsel machen!”
“Ich kann es ja kopieren, dann können wir es beide machen.”

“Nee.”
“Und warum nicht?”

“Du machst das dann wieder komplett und ich nicht.”
“Na und?”

“Dann komme ich mir doof vor und dann macht es keinen Spaß.”
“OK, dann zeige ich dir meins eben nicht, wie wäre das??”

“Das wäre ja noch blöder!”
“Schatz! Ich werde gleich wahnsinnig!”

“Jetzt lass mich das gucken! Du willst mich nur ablenken!”
“Ablenken??”

“Ja.”
“Quatsch!”

“Da! Jetzt habe ich nicht gehört, warum Chris gehen muss!”
“Wer ist Chris?”

“Die da aus Sachsen, die kriegt den Job nicht!”
“Aha…”

“Lass mich jetzt! Das ist gleich zu Ende!”
“-”

“Schatz?”
“-”

“Warum sagst du denn jetzt nichts??”
“Ich soll doch nicht!”

“Aber so ist das auch blöd!”
“Bitte?? Ich tue doch nur, was du wolltest! Nichts!”

“Du willst mich nur ärgern.”
“Sag mal, was soll denn das!”

“Sonst hast du doch auch immer das letzte Wort!”

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Ich drücke und nix!

16. August 2007, aus der Schublade Wohnen und Leben

Ich drücke und nix!Meine Liebste und ich sitzen in unserem Arbeitszimmer an unseren PCs und arbeiten. Also die Liebste mehr, ich etwas weniger… Sie bereitet fleißig eine Präsentation vor und braucht dafür eben noch ein paar Hintergrundinformationen. Schnell mal googeln!

“Du Schatz, darf ich mal grade was fragen?”
“Was denn, Süße?”

“Mein Google ist kaputt.”
“Was?”

“Ist kaputt! Googelt nicht mehr.”
“Das kann ja gar nicht sein, zeig mal.”

“Hier, siehste? Ich drücke und nix!”
“Google kann nicht kaputt sein. Google läuft immer.”

“Mein Google ist aber kaputt, geht ja nicht!”
“Erstens ist das nicht DEIN Google und vielleicht ist ja auch dein Laptop…”

“Laptop? Ich habe hier nichts gemacht!”
“Gehen denn andere Internetseiten?”

“Welche denn?”
“Ist doch egal, irgendeine eben.”

“Also ich soll eine andere Adresse nehmen?”
“Ja.”

“Hm… Susanne hat mir neulich doch eine Adresse geschickt…”
“Schatz, nimm doch irgendwas, nur zum Testen, ja?”

“Ich wollte mir das aber sowieso anschauen, Moment…”
“Lass mich doch mal eben…”

“Nee, immer machst du hier was und ich verstehe nur Bahnhof!”
“Na schön, dann tipp jetzt.”

“Ich hatte doch da die Mail von Susanne…”
“Das kannst du doch auch später noch suchen!”

“Jetzt drängele mich nicht, ich habe eh schon Stress genug!”
“Du sollst doch nur eben eine andere Seite…”

“Hier! Ich hab´s! Metzingen!”
“Metzingen? Ist das nicht in Bayern? Oder Baden-Württemberg??”

“Bisschen zu weit, oder?”
“Wofür zu weit??”

“Da gibt´s einen Fabrikverkauf von Lloyd für Schuhe.”
“Oh Gottogott! Aber Schuhe brauchst du ja im Augenblick nicht, oder?”

“Nee, aber da gibt´s auch Handtaschen!”
“Was??”

“Ja und Susanne sagt, das sei da richtig gut!”
“Susanne wohnt doch aber in Köln!”

“Na und? Die waren schon da.”
“Aus Köln?? Das sind gut… 500 Kilometer??

“Die sind da am Wochenende hingefahren.”
“Wie! Nur für ein paar Schuhe und ne Handtasche??”

“Keine Ahnung, aber Susanne sagt, wir sollen da auch hin.”
“Die spinnt ja wohl! So etwas fällt auch nur Frauen ein!”

“Hm, geht auch nicht.”
“Das ist wahr! Da fahren wir ganz bestimmt nicht hin!”

“Nein, ich meine die Internetseite, die geht auch nicht.”
“Dass ich das noch erleben darf…”

“Was?”
“Dass die Internetverbindung genau im richtigen Moment ausfällt…”

“Haha! Sehr witzig! Und mein Google?”
“Tja. Das geht bestimmt übermorgen wieder.”

“Ich brauche das aber jetzt! Mach das heile!”
“Davon verstehe ich nichts.”

“Du hast gesagt, Google läuft immer!”
“Übrigens: auf meinem Rechner geht es.”

“Hast du denn ein anderes Google?”
“Sag mal, du… Ähm, doch, ich habe ein Spezial-Google.”

“Und das geht?”
“Natürlich. Ist ja auch spezial.”

“Kannst du mal schnell was für mich suchen?”
“Hm…”

“Bitte, ja? Sonst vergesse ich das wieder!”
“Na schön. Was musst du denn wichtiges suchen?”

“Gib mal LAGERVERKAUF HANDTASCHEN BREMEN ein!”

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Nur ganz kurz

20. Juli 2007, aus der Schublade Wohnen und Leben

Nur ganz kurzMeine Liebste läuft irgendwo in der Wohnung herum. Und irgendetwas macht sie wohl dort auch. Ich weiß es nicht so genau, da ich an meinem PC sitze und arbeite. Es ist spät, ich will endlich fertig werden!
Ich höre Schritte näher kommen…

“Du Schatz? Ich wollte fragen, ob…”
“Nein Liebste, jetzt bitte nicht.”

“Geht auch ganz schnell!”
“Nein!”

“Ist wirklich nur, um dir…”
“Nee, nein! Hau ab! Gleich.”

“Wann denn gleich?”
“Wenn ich hier fertig bin.”

“Und wann ist das?”
“Gleich!”

“Du solltest mal langsam Schluss machen jetzt.”
“Ich wäre längst fertig, wenn du mich lassen würdest!”

“Was machst du denn da eigentlich?”
“Kann ich dir das auch später erklären, ja?”

“Klar! Aber vergiss es nicht.”
“Nein, sicher nicht, und jetzt geh.”

“Wohin denn?”
“Egal, Hauptsache woanders hin!”

“Mir ist langweilig.”
“Was??”

“Du hängst schon den ganzen Abend vor deinem PC.”
“Ja und ich würde gerne zum Ende kommen, wie ich schon sagte.”

“Wo schaltet man deinen PC denn aus?”
“UNTERSTEH DICH!”

“Ich wollte dich ja auch eigentlich gar nicht stören.”
“Danke Schatz. Bsssss!”

“Was ist denn Bsssss??”
“Das heißt: MACH NE FLIEGE!”

“Ach so.”
“Ja.”

“Fliege.”
“Ja, genau.”

“Wegschwirren soll ich?”
“Ja, verdammt! Bitte. Schatz, bitte. Ganz lieb bitte.”

“Und wenn nicht?”
“Diese Frage stellt sich hier eigentlich nicht!”

“Na dir vielleicht nicht!”
“Doch, jetzt stellt sie sich mir auch!”

“Also was?”
“Wie was?”

“Was passiert dann?”
“Wenn du mich nicht endlich in Ruhe lässt?”

“Ja, was dann?”
“Dann kriege ich gleich einen Herzinfarkt!”

“Wegen mir? Aber eigentlich wollte ich doch…”
“Ja, ich liebe dich auch. Und jetzt: geh weg!”

“Ich gehe ja schon.”
“Gott sei Dank…”

“Da blinkt was auf deinem Bildschirm, siehste? Da!”
“Wo? Ach Mist!”

“Das ist also wohl kein gutes Zeichen?”
“NEIN! Ist es nicht! Jetzt kann ich das noch einmal…”

“Darf ich mich hier hinsetzen und zusehen?”
“NEIN!”

“Ich bin auch ganz still und sage nichts.”
“Das schaffst du sowieso nicht.”

“Wohl!”
“Himmel! Also schön. Jetzt ist es eh egal.”

“Was ist egal?”
“Alles. Schatz, was wolltest du mich denn vorhin eigentlich fragen?”

“Nur eine Kleinigkeit, aber ist nicht mehr so wichtig.”
“OK, und was?”

“Ob ich dir irgendwie helfen kann!”

Kopfschüttel…

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Alle poppen und gebären!

27. Mai 2007, aus der Schublade Wohnen und Leben

Alle poppen und gebären!Meine Liebste und ich waren heute im Krankenhaus. Nein, nein, uns geht es gut; aber eine Freundin von uns hat gestern eine niedliche kleine Tochter namens Finja zur Welt gebracht. Ein süßes Baby, gut gemacht!
Wir sitzen im Auto auf dem Heimweg.

“Die Lütte ist sooo niedlich, oder Schatz?”
“Ja, Süße.”

“Nein, jetzt sag doch mal, ist die nicht niedlich?”
“Alle Babys sind süß, das hat die Natur so angelegt.”

“Die hätte ich so mitnehmen können.”
“Da hätte Tina wohl was dagegen gehabt…”

“Ich will auch so eins!”
“Jetzt gleich, oder darf ich noch rechts ran fahren?”

“Also nicht jetzt sofort natürlich…”
“Ah, dann bin ich beruhigt.”

“Du willst doch auch Kinder, oder?”
“Natürlich.”

“Mit mir?”
“Das bietet sich wohl an…”

“DAS BIETET SICH AN??”
“Naja, ich meine, natürlich mit dir.”

“Wieso? Hast du etwa noch Alternativen zu mir??”
“Bis auf Jennifer Lopez nicht, nein.”

“Mit dir kann man wirklich nichts Ernstes besprechen!”
“Ach! Ist das hier eine Familienplanungssitzung, oder was?”

“Nein, aber…”
“Warum regst du dich dann so auf? War doch nur ein Witz.”

“Dass du Kinder haben willst?”
“Nein, aber das mit Jennifer Lopez…”

“Du kennst die ja auch gar nicht.”
“Woher willst du denn das wissen?”

“Ja kennst du sie etwa doch?”
“Sage ich dir nicht.”

“Die würde dir deine Frechheiten nicht so durchgehen lassen!”
“Da kennst du aber die Jennifer schlecht…”

“Was willst du denn von der??”
“Nichts will ich.”

“Das hört sich aber ganz anders an!”
“So? Was denkst du denn, was ich von ihr will?”

“Das sollst du mir doch gerade sagen!”
“Ich wiederhole: nichts. Null. 34 minus 34. Nichts.”

“Die hat auch keine eigenen Kinder, glaube ich.”
“Meinst du damit, ich hätte doch noch eine Chance bei ihr?”

“Wer will schon ein Kind von DIR! Und DIE ganz bestimmt nicht!”
“Was soll denn das jetzt heißen??”

“Du musst erst einmal erwachsen werden.”
“Na DAS sagt ja genau die Richtige!”

“Wieso? Ich bin genau im richtigen Alter.”
“Im richtigen Alter wofür?”

“Um Mutter zu werden.”
“Ha! Das ich nicht lache!”

“Findest du das nicht?”
“Bei der Bürgerschaftswahl musste ich dir den Wahlzettel erklären!”

“Und? Kinder kann man auch machen, ohne Politiker zu kennen.”
“Das ist richtig… Leider.”

“Alle poppen, gebären und schieben Kinderwagen, nur ich nicht!”
“Das ist zumindest die richtige Reihenfolge, Schatz…”

“DAS ist auch das Einzige, womit DU dich auskennst!”
“Ich kaufe dir morgen einen kleinen Goldfisch, ja?”

“Ich will keinen Goldfisch, ich will einen Kinderwagen!”
“Komisch, gestern wolltest du noch ein Cabrio…”

“Ja! Und was kriege ich?? Einen Goldfisch! Toll!”
“Können wir jetzt bitte endlich diese dämliche Diskussion beenden?”

“Das wird ja immer besser!”
“Was ist denn jetzt wieder…”

“Ich will ein Kind von dir und du sagst, ich sei dämlich!”
“Nein, nicht du! Sondern diese Diskus…”

“Weißt du was?!”
“Schatz, jetzt reg dich doch nicht so auf, ich…”

“Wenn das so ist, nehme ich doch lieber das Cabrio.”
“Moment mal, ich habe nicht gesagt, dass…”

“Doch! Und außerdem bietet sich das gerade so an!”

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Rucki Zucki, knick knack!

3. April 2007, aus der Schublade Wohnen und Leben

Rucki Zucki, knick knack!Meine Liebste und ich erledigen in unserer Wohnung so dies und das. Während meine Liebste bergeweise Wäsche durch die Gegend trägt, gieße ich die Blumen. Wir begegnen uns beiläufig auf dem Flur.

“Na Schatz?”
“Na Süße?”

“Alles klar?”
“Ja, alles gut. Jörg hat jetzt Spaß.”

“Wer hat Spaß?”
“Na Jörg, unser Nachbar. Von oben.”

“So? Wieso hat der Spaß?”
“Weißt du schon, dass er wohl anscheinend eine Neue hat?”

“Was denn neu?”
“Na eine Neue! Eine Flamme! Ein Sondermodell eben!”

“Eine Frau??”
“Besser hätte ich es nicht sagen können, Schatz…”

“Woher weißt du denn das?”
“Als ich vorhin nach Hause gekommen bin, da kam sie.”

“Wer!?”
“Na seine Neue! Sie ging vor mir die Treppe rauf.”

“Und wie sah sie aus?”
“Keine Ahnung, konnte ich nicht richtig sehen.”

“Sah sie gut aus?”
“Schatz! Wie ich sagte, ich konnte sie nicht sehen.”

“Aber du bist doch hinter ihr hergelaufen!”
“Nein, nein, ich hatte etwas Abstand.”

“Aha! Drei Zentimeter, oder wie viel??”
“Nein, schon etwas mehr.”

“Sei nicht so neugierig, das gehört sich nicht.”
“Ich wollte es ja auch nur einmal erwähnen.”

“Das geht dich gar nichts an, was Jörg macht.”
“Ja doch, ist ja gut. Vielleicht ist das ja auch seine Cousine.”

“Der ist Single und kann rummachen, mit wem er will.”
“Ach nee! Was sind denn das für Töne plötzlich??”

“Na und? Macht doch jeder.”
“Was? Rummachen??”

“Ja, wenn man Single ist.”
“Ach und traf das damals auch auf dich zu?”

“Natürlich nicht. Du kennst mich doch!”
“Manchmal zweifle ich daran, Schatz…”

“Brünett?”
“Was?”

“Na ist sie eine Brünette?”
“Wer jetzt? Jörgs Neue?”

“Ja, die.”
“Nein, blond.”

“Der nimmt auch, was er kriegen kann.”
“Wie bitte?? Nur weil die Frau blond ist??”

“Naja, seine letzte Freundin war doch dunkelhaarig, oder nicht?”
“Doch, schon, Dani hatte dunkle Haare, aber…”

“Na und die war doch sein Typ und er hat sie geliebt, oder?”
“Ich denke schon, ja.”

“Und wenn er jetzt eine Blondine hat, dann geht´s knick knack.”
“KNICK KNACK??”

“Rucki Zucki, Heidewitzka, und noch mal von vorn!”
“Ähm, sagtest du nicht, dass uns das gar nichts angeht??”

“Nein.”
“Ich kann mich aber noch gut daran erinnern!”

“Du hast mir wieder einmal nicht zugehört, mein Schatz.”
“Wie bitte? Du hast doch eben gesagt, dass…”

“Ja, dass – DICH – das nichts angeht. Mich schon.”
“Ach nee! Und warum dich und mich nicht?”

“Weil es um eine knackige Blondine geht, der du hinterher gerannt bist!”
“Also Moment mal, ich…”

“Du hast es selbst gesagt! Spitzenmodell hast du gesagt!”
“Ich sagte Sondermodell!”

“Da haben wir´s ja! Du findest die toll!”
“So ein Blödsinn!”

“Geh doch auch rauf!”
“Und was soll ich dann da?”

“Dann bleibst du da mit der Blondine, du Blödi!”
“Und dann??”

“Und dann sagst du Jörg, er soll mal zu mir runterkommen!”

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Wääärmer, wääärmer…!

26. März 2007, aus der Schublade Wohnen und Leben

Wääärmer, wäärmer...! (photocase.de © onesecondupndown)Meine Liebste ist mal wieder vor mir zuhause. Das ist allerdings nicht ungewöhnlich, denn normalerweise ist sie schon früher daheim, arbeitet dafür aber noch eine ganze Zeit an ihrem Computer weiter.
Und so sitzt sie auch heute wieder an ihrem Schreibtisch, als ich zur Tür reinkomme.

“Da bist du ja!”
“Hallo Süße, na, geht´s dir gut?”

“Sehr gut! Du, weißt du was?”
“Was denn?”

“Ich bin heute an einem tollen Laden vorbei gekommen!”
“So? Heißt das, dass du etwas eingekauft hast?”

“Ja! Dreimal darfst du raten.”
“Hm… Klamotten?”

“Nein.”
“Neue Schuhe?”

“Nein! Versuchs noch mal.”
“Was zu essen.”

“Falsch! Du kommst nicht drauf!”
“Und was ist es nun?”

“Schau dich doch mal im Wohnzimmer um.”
“Du hast was fürs Wohnzimmer gekauft?”

“Ja! Was tolles, mal sehen, ob es dir auffällt!”

[Ich gehe rüber ins Wohnzimmer und schaue mich um; meine Liebste folgt mir in einem - naja sagen wir - tanzend-juchzendem Stil. Es ist nicht so, dass unser Wohnzimmer klein wäre, aber irgendwie hat es meine Liebste geschafft, dass kaum noch Platz für ein paar Brotkrumen übrig geblieben ist.]

“Kalt, kalt, ganz kalt!”
“Schatz, was denn? Was hast du gekauft?”

“Wääärmer, wääämer…!”
“Diese Vase da auf dem Boden?”

“Richtig! Tausend Punkte, Yuppie! Gefällt sie dir?”
“Ähm, was ist das für ein Zeug, das da drin steckt?”

“Das ist Deko, so eine Art Schilfgras. Ist aber nicht echt.”
“Aha, ja… Ähm…”

“Wie findest du es?”
“Schön, doch, ja…”

“Was ist denn?”
“Ich frage mich, was denn da vorher gestanden hat.”

“Nichts!”
“Das kann nicht sein, da stand doch was in der Ecke…”

“Darf ich die Vase behalten?”
“Was soll denn die Frage jetzt? Natürlich darfst du sie behalten.”

“Also gefällt sie dir auch?”
“Ja doch, finde ich ganz gut. Bisschen groß vielleicht.”

“Das kommt dir nur so vor, weil da vorher… Ähm…”
“Weil da vorher was?? Also stand da doch was!”

“Nein, da stand keine Deko. Du hattest da nur was abgestellt.”
“Wo ist meine Katze??”

“Ach, war das eine Katze??”
“Schatz! Da stand meine Holzkatze, die ich schon mein ganzes Leben…”

“Hättest du auch dran schreiben müssen, dass das eine Katze…”
“Wo ist die??”

“Die hat sich in eine schicke Vase verwandelt.”
“Was hast du mit ihr gemacht??”

“Naja… Ist dir die Katze denn so wichtig?”
“WO IST MEINE KATZE!”

“Nicht schimpfen!”
“Nun sag schon.”

“Ich hab sie mit dem Staubsauger umgeworfen aus Versehen.”
“Na und??”

“Ja und da ist ein Ohr abgebrochen.”
“Na toll! 20 Jahre hält die und jetzt…”

“Dann wollte ich es eigentlich wieder ankleben.”
“Womit?”

“Mit Uhu oder so, aber ich habe keinen Kleber gefunden.”
“In der Schublade in der Küche ist doch welcher!”

“Da bin ich nicht drauf gekommen, blöd…”
“Naja gut, und was hast du dann gemacht?”

“Und dann habe ich die Katze genagelt.”
“Was??”

“Ich wollte das Ohr wieder annageln, aber das ging auch nicht.”
“Himmel! Meine arme Katze!”

“Es tut mir leid, wirklich…”
“Und wo ist sie jetzt?”

“Ich habe sie nicht weggeschmissen, wenn du das meinst.”
“Sondern?”

“Sie steht jetzt im Keller beim Altglas.”
“Um Gottes Willen! Du kannst doch die arme Katze nicht in…”

“Naja, und damit du nicht böse bist, habe ich dir die Vase gekauft.”
“Ich brech zusammen…”

“Bist du jetzt böse auf mich?”
“Ja!”

“Aber das kann doch jedem Mal passieren, oder?”
“Du hast meine Katze gefoltert!”

“Aber nicht viel!”
“Ich will sie wieder haben!”

“Und was machen wir dann mit der Vase??”
“Kannst du ja in den Keller stellen!”

“Schatz, ich muss dir aber noch etwas sagen…”
“Noch etwas?? Was denn noch?”

“Als ich versucht habe, das Ohr festzunageln, da…”
“Oh nein…”

“…da ist mir der Hammer abgerutscht…”
“Aha. Und jetzt hat sie gar keine Ohren mehr, oder was?”

“Doch ein Ohr hat sie noch…”
“WAS DENN DANN!”

“Ich hab eine Pfote getroffen und jetzt kippt sie immer um.”
“Schatz, das ist Tierquälerei!”

“Aber wenn du möchtest, lege ich die Katze neben die Vase.”
“Nein, danke, wie elend…”

“Es tut mir leid.”
“Tja, so kann es gehen. Du hast es ja nicht böse gemeint.”

“Danke mein Schatz.”
“Du mochtest die Katze ja eh nie.”

“Das stimmt. Absolut hässlich, wie kann man so etwas nur…”
“Sag mal, und das alles ist heute Abend passiert?”

“Ja, eben gerade. Wieso?”
“Sagtest du nicht, dass du die Vase heute tagsüber…”

“Zufälle gibt´s, die gibt´s gar nicht, was??”

Kopfschüttel…

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Die kleine Ente

11. März 2007, aus der Schublade Wohnen und Leben

Die kleine Ente (photocase.de © noodelz)Meine Liebste und ich verbringen einen unspektakulären Samstagabend vor dem Fernseher. “Deutschland sucht den Superstar” wird auf RTL geboten. Mangels Alternativen und aufgrund zu geringer Gegenwehr meinerseits verfolgen wir die ersten Songs.

“Wer ist denn dein Favorit bei DSDS?”
“Ich weiß die Namen nicht, Süße.”

“Nicht einen?”
“Doch. Mein Favorit ist Dieter Bohlen.”

“Der doch nicht!”
“Wieso? Wetten, dass der bis zum Schluss dabei ist?”

“Jetzt sag doch mal!”
“Die da gerade singt, die gewinnt.”

“Franziska?”
“Wenn sie so heißt… Die gewinnt.”

“Sie ist schon toll, aber die gewinnt nicht.”
“So? Und warum nicht?”

“Weil die Jungs viel größere Fanclubs haben.”
“Als Franziska??”

“Nein, so überhaupt, also mehr als die Mädels.”
“Und wieso?”

“Weil Mädchen sich immer gleich in den Star verlieben.”
“Ich glaube, ich kann dir nicht folgen…”

“Mädchen schmachten da gleich weg und Jungs eben nicht.”
“Ähm…”

“Und deshalb haben die Jungs immer viel größere Fanclubs.”
“Na ich weiß ja nicht, ob diese Theorie…”

“Ich kenne das von mir selbst.”
“Wie bitte??”

“Ich war in Chesney Hawks verliebt.”
“Aber das ist ja schon ewig her!”

“Na so lange nun auch wieder nicht.”
“Also ich weiß gar nicht mehr, wann das…”

“Ich bin zwar nicht mehr so jung, aber so alt auch noch nicht!”
“Habe ich was gesagt??”

“Neulich hast du gemeint, ich sei SCHON um die 30.”
“Und?? Stimmt das etwa nicht?”

“Nein.”
“Sondern?”

“Ich bin über Mitte 20.”
“Schatz! Du wirst in ein paar Monaten…”

“Ja, nun ist ja gut! Sei still jetzt.”
“Ähm… Und heute stehst du nicht mehr auf Chesney Hawks?”

“Natürlich nicht!”
“Wieso natürlich?”

“Spindeldürre, leichenblass, und dieses Muttermal! Nee!”
“Dann fandest du seine Musik toll?”

“Nein, unmöglich. Konnte ich noch nie leiden.”
“Ja, aber…”

“Und so ist das bei DSDS auch.”
“Du meinst also, dass… Schatz, ich verstehe kein Wort!”

“Das ist wie mit der kleinen Ente.”
“Was denn jetzt für eine Ente??”

“Wenn eine kleine Ente schlüpft, rennt sie dem ersten Wesen hinterher, das sie sieht.”
“Und was hat das jetzt mit DSDS zu tun?”

“Ist das nicht süß?”
“Jaja, sehr süß, UND: was hat DAS jetzt mit DSDS tu tun, bitte??”

“Die kleinen Mädels zuhause sehen den Martin da bei DSDS und…”
“…und dann rennen sie ihm hinterher??”

“Genau! Das funktioniert natürlich nur bei 14-jährigen.”
“Ach so einfach ist das mit euch Frauen??”

“Bei mir natürlich nicht, wenn du das meinst.”
“Und warum du nicht!?”

“Ich bin dem Chesney Hawks nicht hinterher gerannt.”
“Sondern?”

“Mein Vater wollte den sehen, und ich musste mit aufs Konzert.”
“Aha… Und wie alt warst du da?”

“Ich war 13, glaube ich.”
“Ich verstehe immer noch nicht, wie du dann Hawks-Fan geworden bist!?”

“Naja…”
“Die Show war prima?”

“Nee. Zum Gähnen.”
“WARUM DENN DANN, Herr Gott noch mal!?”

“Weil ich meinen Freundinnen erzählen wollte, dass ich auf dem Konzert meines Lieblings war.”
“Aber, das, das… So etwas fällt auch nur euch Frauen ein!”

“Eben! So was machen nur kleine Mädels.”
“Gott sei dank…”

“Und deshalb haben die Jungs bei DSDS viel größere Fanclubs.”
“OK, danke, ich habe es jetzt verstanden…”

“Denkst du jetzt immer noch, dass Franziska gewinnt?”
“Ähm… Ja?”

“Das heißt, du glaubst mir nicht??”
“Doch, aber Franziska kann doch viel besser…”

“Natürlich singt sie besser!”
“Aber weil sie eine Frau ist, gewinnt sie nicht? Oder wie?”

“Vergiss niemals die Ente!”

Kopfschüttel…

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Ich habe keine gesehen

29. Oktober 2007, aus der Schublade Wohnen und Leben

Ich habe keine gesehen (photocase.de © akram)Meine Liebste und ich sitzen morgens in der Küche und trinken Tee und Kaffee. Wir haben noch exakt drei Minuten Zeit. Dann müssen wir los, sonst schaffen wir es nicht mehr pünktlich zur Arbeit. Natürlich darf uns kein Stau dazwischen kommen oder sonst irgendwas…

“Schatz, wir müssen los.”
“Gleich Süße, gleich.”

“Kannst du den Müll noch rausbringen?”
“Welchen?”

“Den hier aus der Küche.”
“Naja, das schaffe ich gerade noch…”

“Und wo bringst du den dann hin?”
“Ähm… Was soll das heißen, wohin!”

“Naja, wohin eben?”
“In unsere Mülltonne vielleicht??”

“Ja nee, das geht ja nicht.”
“Und warum nicht?”

“Die ist voll.”
“Unsere Mülltonne? Unten?”

“Ja, schon seit einiger Zeit.”
“Das kann doch gar nicht sein…”

“Glaubst du mir etwa nicht??”
“Naja doch, aber vorgestern war doch Abfuhr?”

“Ja, aber unsere Tonne haben sie nicht leer gemacht.”
“Wie bitte?? Warum das denn??”

“Bin ich Jesus?? Das weiß ich doch nicht!”
“Du hast sie doch rausgestellt, oder?”

“Wieso ich?? Das machst du doch immer!”
“Aber Schatz! Ich war in Köln, schon vergessen??”

“Ich weiß doch aber nie, wann die Tonne raus muss.”
“Das sieht man doch! Stehen doch auch alle anderen Tonnen draußen!”

“Ich habe keine gesehen.”
“Schatz! Wie kann man denn bitte nur so blind sein!”

“Du hättest ja auch mal was sagen können.”
“Ja entschuldige, das ist doch wohl klar, dass die Tonne raus muss!”

“Jeden Dienstag?”
“Nein! Jeden zweiten Mittwoch! Himmel… Schon seit Jahren!”

“Ach so…”
“Ja, ach so!”

“Und jetzt?”
“Jetzt müssen wir fast zwei Wochen mit einer vollen Tonne…”

“Ich wollte doch aber die Blumenkästen leer machen?”
“Schön! Aber dann wohl nicht in unsere Tonne.”

“Nimmst du denn wenigstens den Müll aus der Küche mit?”
“Und wohin damit bitte??”

“Du hast doch gesagt, dass du ihn mitnimmst!”
“Da wusste ich ja auch noch nicht, dass…”

“Bitte, bitte!”
“Und wohin??”

“Kannst du den nicht mit zur Arbeit nehmen?”
“Super Idee! Aktentasche, Laptop und ne triefende Mülltüte!”

“Bitte! Ich wollte doch heute Abend kochen und da…”
“Mann, ich…! Na schön. Ich verstecke den Müll in irgendwas…”

[Wie peinlich. Aber es nutzt ja nichts, also suche ich in unserer Besenkammer eine große Einkaufstüte. Und ich muss mir noch eine gute Antwort ausdenken, wenn mich in der Firma jemand fragt, was denn da drin sei. Leider finde ich keine ausreichend große Tüte, um die Liebste gleich mit einzupacken... Wie kann man nur so blind sein und draußen die Mülltonnen nicht sehen!]

“Bist du fertig?”
“Ja. Ich nehme den Müll jetzt mit. Ausnahmsweise!”

“In der Tüte da??”
“Ja. Was dagegen?”

“Das ist meine Esprit-Tüte!”
“Eben. Das ist schön unauffällig.”

“Das ist meine Lieblingstüte!”
“Sag mal, du spinnst ja wohl! Ich nehme die jetzt!”

“Die hat so schöne Tragekordeln, die will ich behalten!”
“Schatz! Hol dir einfach eine neue!”

“Die gibt´s aber nicht mehr!”
“Das ist dann wohl Pech! Du bist ja auch schuld an dem Schlamassel!”

“Bin ich gar nicht!”
“Doch! Und jetzt hör auf, mich damit zu nerven!”

“Diese Esprit-Tüte ist heilig!”
“Und wo soll ich den Müll stattdessen reintun?”

“In deinen alten Rucksack.”
“Wie bitte?? in meinen Fahrrad-Rucksack?”

“Das alte Ding kannste dann gleich mit wegschmeißen!”

Kopfschüttel…

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Fass nichts an!

22. Oktober 2007, aus der Schublade Wohnen und Leben

Fass nichts an! (photocase.de © sanchez)Meine Liebste und ich räumen ein wenig in unserer Wohnung auf. Naja, also es ist bei uns eigentlich nie unordentlich; zumindest, wenn es nach mir geht. Aber manchmal quillt beispielsweise der Wäschekorb über und dann sehe auch ich ein, das was getan werden muss…

“Was machst du da, Schatz?”
“Ich sortiere die Wäsche, Süße.”

“Um dann was zu tun?”
“Um sie zu waschen vielleicht? Was denn sonst??”

“Jetzt??”
“Warum nicht? Oder spricht etwas dagegen?”

“Was hast du denn da alles rein getan in den Korb?”
“Alle unsere dunklen Sachen.”

“Meine auch?”
“Deine auch. Wie immer.”

“Und meine schwarze Bluse?”
“Welche Bluse denn?? War hier nicht bei.”

“Die liegt ja auch neben dem Bett.”
“Ja woher soll ich denn wissen, dass die auch…”

“Lass mich das lieber machen!”
“Wieso? Gib mir die Bluse und gut?”

“Was hast du da alles drin??”
“Schatz! Unsere schwarzen Sachen, sonst nichts!”

“Wirklich nur Schwarzes?”
“Ja. Und deinen weißen Pulli.”

“Mein weißer Lieblingspulli?? Mit schwarzen Sachen??”
“Och, geht das etwa nicht?”

“Nein! Geh weg da und fass nichts an!”
“DAS war nur ein WITZ…”

“Das ist aber nicht witzig! Ich mach das, lass.”
“Schatz! Ich möchte jetzt diese schwarze Wäsche waschen!”

“Nein!”
“Doch!”

“NEIN!”
“DOCH!”

“Geh fernsehen!”
“Geh selber fernsehen!”

“Lies Zeitung oder so!”
“Lies doch selber Zeitung!”

“Reparier lieber den Staubsauger!”
“Den Staubsauger? Wieso! Ist der kaputt??”

“Ja.”
“Was hat er denn??”

“Er saugt nicht.”
“Und das fällt dir jetzt gerade ein??”

“Wenn du was helfen willst, dann mach den Staubsauger heile.”
“Seit wann ist der denn kaputt??”

“Weiß ich nicht. Auf jeden Fall musst du dir den mal ansehen.”

[Ich beschließe, die Wäsche der Liebsten zu überlassen und mich dem Staubsauger zu widmen. Man muss dazu wissen, dass er nagelneu ist. Ich meine, wann kauft man schon mal einen Staubsauger... Der alte hat bestimmt seine 15 Jahre bei mir abgedient, bis ich ihn dann auf Drängen der Liebsten in die wohlverdienten ewigen Jagdgründe geschickt habe. Bis dahin hat er mich nie im Stich gelassen!
Dass der neue nun schon wieder kaputt sein soll, ärgert mich ungemein. Wehe, wenn der schon hin ist!
Während ich also den Staubsauger aus der Besenkammer zerre, füllt die Liebste die Waschmaschine nebenan.]

“Und? Ist er kaputt?”
“Moment, ich bin ja noch gar nicht so weit…”

“Schalt doch mal ein!”
“Jaaa doch, Moment…”

[Ich schalte den Staubsauger ein und er gibt eigentlich ganz gewöhnliche Geräusche von sich. Auf dem Boden liegen vor mir ein paar Krümel und lange Haare (von wem die wohl sind...). Als sich die Saugdüse dem Dreck nähert, ist dieser auch schon im Gerät verschwunden. Läuft!]

“Und?”
“Liebste, was hast du denn! Der läuft doch!”

“Sehr gut, dass du den repariert hast.”
“Ich habe gar nichts gemacht! Der ist doch gar nicht kaputt!”

“Umso besser, dann kannst du ja jetzt die Wohnung saugen.”
“Aber ich…”

“Wenn ich waschen muss, dann kannst du ja wohl mal saugen!”

Kopfschüttel…

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Ich bin doch ganz nett

1. Oktober 2007, aus der Schublade Wohnen und Leben

Ich bin doch ganz nett (photocase.de © evali)Meine Liebste und ich sitzen am Abend im Wohnzimmer und schauen “Wer wird Millionär”. Natürlich wissen wir immer jede richtige Antwort schon längst, bevor es der Kandidat weiß. Wobei sich unser Wissen leider doch des häufigeren als grob fahrlässige Vermutung herausstellt…

“Wir sollten da auch mal mitmachen, Schatz.”
“Naja, also ich weiß ja nicht, Süße…”

“Wieso?? Wir sind doch immer ganz gut, oder?”
“Und warum willst du dann nie mit mir Trivial Pursuit spielen?”

“Das ist doch wohl etwas ganz anderes!”
“Wieso? Was ist denn da anders? Da geht´s auch um Allgemeinwissen.”

“Da verliere ich aber dauernd. Nee!”
“Das ist die völlig falsche Einstellung, so kann das ja auch nicht klappen!”

“Eben! Bei Günther Jauch würde ich mich viel wohler fühlen.”
“Du?? Du würdest vor Nervosität vom Stuhl fallen!”

“Und wenn der mir hilft bei den schwierigen Sachen?”
“Und warum sollte er?”

“Weil der das immer macht, wenn er die Leute da mag.”
“Ach! Und dich mag er dann? Das weißt du jetzt schon?”

“Natürlich! Ich bin doch ganz nett, oder?”
“Ja…”

“Ja nicht??”
“Doch, Schatz. Du bist sehr nett. Er wird dich mögen.”

“Nein, jetzt sag doch mal, ob der mich wohl mag?”
“Ich denke schon, doch.”

“Ich meine, warum sollte er denn nicht?”
“Ähm…”

“Jetzt sag doch mal!”
“Tja, also, mir fällt da nichts ein, warum er dich nicht…”

“Das ist ja wieder typisch! Danke! Blödmann!”
“Blödmann?? Wieso denn Blödmann??”

“Das ist genau dasselbe wie mit meinen Hosen.”
“Was??”

“Wenn ich dich frage, ob etwas an mir gut aussieht, sagst du immer ja!”
“Also, ich…”

“Das kann ja gar nicht sein! Und das seit Jahren!”
“Aber wenn es doch aber immer gut aussieht?”

“Unmöglich! Du bist mir da überhaupt gar keine Hilfe!”
“Neulich habe ich doch aber auch mal Nein gesagt, oder?”

“Ja, aber da ging es ja um den Gürtel.”
“Habe ich Nein gesagt oder nicht!?”

“Das war was anderes, weil du das wieder nicht verstanden hast!”
“Mir gefiel das nicht, ich hab´s gesagt und dann war es wieder verkehrt!”

“Solche Gürtel trägt man eben schief, das ist so!”
“Und mir gefiel das nicht!”

“Na schön, dann hast du eben einmal was gesagt.”
“Dann nenn mich auch nicht Blödmann!”

“Bist du aber!”
“Warum denn bitte??”

“Weil du nicht sagst, was der Jauch an mir nicht mögen könnte!”
“Deine ewige Plapperei vielleicht!”

“Wieso? Rede ich dir zu viel??”
“Nein, aber dem Herrn Jauch vielleicht.”

“Was soll ich denn weglassen?”
“DAS WEISS ICH DOCH JETZT NICHT!”

“Ja dann hilft es mir ja auch nicht!”
“Bewirb dich doch, und dann sehen wir weiter.”

“Ach! Und erst dann sagst du mir, was dir an mir nicht passt??”
“Wir reden doch hier von Günther Jauch, nicht von mir!”

“Also den könnten Sachen stören, die dich nicht stören?”
“Vielleicht?”

“Zum Beispiel?”
“Ich brech zusammen…”

“Zum Beispiel?”
“Beispielsweise, dass du immer alles in Frage stellst!”

“Das ist doch aber Sinn und Zweck von Wer wird Millionär!”
“Naja, stimmt… Vielleicht kein gutes Beispiel, zugegeben…”

“Ich stelle also alles in Frage, ja??”
“Manches.”

“Und das passt dir nicht?”
“Doch, schon, aber…”

“Du hättest also lieber ein kleines Dummchen ohne Hirn?”
“Schatz! Das ist doch überhaupt gar nicht…”

“Ich gehe zu Günther Jauch!”
“Aber Schatz, ich meinte doch nur, dass…”

“Und das lasse ich mir von dir nicht vermiesen!”
“Schatz!”

“Auch wenn du immer was an mir rumzumeckern hast…”
“Aber ich…”

“…der Jauch wird mich mögen! Blödmann!”

Kopfschüttel…

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Du guckst ja gar nicht!

23. August 2007, aus der Schublade Wohnen und Leben

Du guckst ja gar nicht! (photocase.de © anas tonish)Meine Liebste und ich schauen auf Sat1 ”Ein Job – Deine Chance”. Nunja. Es geht um vier junge Damen, die sich auf einen Job in einem Kosmetikstudio beworben haben.
Und nur eine kriegt ihn am Ende…

“Schatz?”
“Ja, Süße?”

“Du guckst ja gar nicht!”
“Na und?”

“Das ist doch interessant!”
“Naja…”

“Du verpasst ja alles, wenn du nicht guckst.”
“Ich sitze doch hier, was willst du denn??”

“Aber du guckst nicht.”
“Doch, ich gucke.”

“Gerade hast du unter das Sofa geschaut!”
“Ja, weil…”

“Was ist denn da?”
“…weil mir mein Stift runtergefallen ist, darum.”

“Was für ein Stift?”
“Ich wollte gerade das Kreuzworträtsel in der Fernsehzeitung machen.”

“Wie! Jetzt??”
“Ja, jetzt. Darf ich das nicht, oder was?”

“Das wollte ich doch aber machen!”
“Du hast schon die letzten drei gemacht!”

“Schon, aber die sind für mich.”
“Ach! Und wieso bitteschön??”

“Die im Weser-Kurier sind mir immer zu schwer.”
“Ich habe aber jetzt keinen Weser-Kurier!”

“Lass mich das Kreuzworträtsel machen, ja?”
“Na schön, dann mach. Hier.”

“Ja jetzt doch nicht! Ich muss das da gucken!”
“Und was mache ich??”

“Alles außer das Kreuzworträtsel da.”
“Och Schatz!”

“Geh an deinen Computer.”
“Nee, keine Lust.”

“Was? Bist du krank??”
“Nein, aber ich mag jetzt nicht, ganz einfach.”

“Warum ärgerst du mich denn jetzt!?”
“Wer ärgert dich denn??”

“Du!”
“Wieso!”

“Ich will das da gucken und dir passt das nicht und…”
“Du kannst das von mir aus bis morgen früh gucken!”

“Das geht aber nur bis Viertel nach.”
“So ein Pech aber auch!”

“Kannst du mich das nicht ein Mal in Ruhe gucken lassen!?”
“Ich mache doch gar nichts!”

“Sonst gehst du immer an deinen Computer!”
“Na und?”

“Und jetzt nicht, obwohl du jetzt mal darfst.”
“Ich darf?? Das ist aber großzügig!”

“Und dann willst du auch noch mein Kreuzworträtsel machen!”
“Ich kann es ja kopieren, dann können wir es beide machen.”

“Nee.”
“Und warum nicht?”

“Du machst das dann wieder komplett und ich nicht.”
“Na und?”

“Dann komme ich mir doof vor und dann macht es keinen Spaß.”
“OK, dann zeige ich dir meins eben nicht, wie wäre das??”

“Das wäre ja noch blöder!”
“Schatz! Ich werde gleich wahnsinnig!”

“Jetzt lass mich das gucken! Du willst mich nur ablenken!”
“Ablenken??”

“Ja.”
“Quatsch!”

“Da! Jetzt habe ich nicht gehört, warum Chris gehen muss!”
“Wer ist Chris?”

“Die da aus Sachsen, die kriegt den Job nicht!”
“Aha…”

“Lass mich jetzt! Das ist gleich zu Ende!”
“-”

“Schatz?”
“-”

“Warum sagst du denn jetzt nichts??”
“Ich soll doch nicht!”

“Aber so ist das auch blöd!”
“Bitte?? Ich tue doch nur, was du wolltest! Nichts!”

“Du willst mich nur ärgern.”
“Sag mal, was soll denn das!”

“Sonst hast du doch auch immer das letzte Wort!”

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Ich drücke und nix!

16. August 2007, aus der Schublade Wohnen und Leben

Ich drücke und nix!Meine Liebste und ich sitzen in unserem Arbeitszimmer an unseren PCs und arbeiten. Also die Liebste mehr, ich etwas weniger… Sie bereitet fleißig eine Präsentation vor und braucht dafür eben noch ein paar Hintergrundinformationen. Schnell mal googeln!

“Du Schatz, darf ich mal grade was fragen?”
“Was denn, Süße?”

“Mein Google ist kaputt.”
“Was?”

“Ist kaputt! Googelt nicht mehr.”
“Das kann ja gar nicht sein, zeig mal.”

“Hier, siehste? Ich drücke und nix!”
“Google kann nicht kaputt sein. Google läuft immer.”

“Mein Google ist aber kaputt, geht ja nicht!”
“Erstens ist das nicht DEIN Google und vielleicht ist ja auch dein Laptop…”

“Laptop? Ich habe hier nichts gemacht!”
“Gehen denn andere Internetseiten?”

“Welche denn?”
“Ist doch egal, irgendeine eben.”

“Also ich soll eine andere Adresse nehmen?”
“Ja.”

“Hm… Susanne hat mir neulich doch eine Adresse geschickt…”
“Schatz, nimm doch irgendwas, nur zum Testen, ja?”

“Ich wollte mir das aber sowieso anschauen, Moment…”
“Lass mich doch mal eben…”

“Nee, immer machst du hier was und ich verstehe nur Bahnhof!”
“Na schön, dann tipp jetzt.”

“Ich hatte doch da die Mail von Susanne…”
“Das kannst du doch auch später noch suchen!”

“Jetzt drängele mich nicht, ich habe eh schon Stress genug!”
“Du sollst doch nur eben eine andere Seite…”

“Hier! Ich hab´s! Metzingen!”
“Metzingen? Ist das nicht in Bayern? Oder Baden-Württemberg??”

“Bisschen zu weit, oder?”
“Wofür zu weit??”

“Da gibt´s einen Fabrikverkauf von Lloyd für Schuhe.”
“Oh Gottogott! Aber Schuhe brauchst du ja im Augenblick nicht, oder?”

“Nee, aber da gibt´s auch Handtaschen!”
“Was??”

“Ja und Susanne sagt, das sei da richtig gut!”
“Susanne wohnt doch aber in Köln!”

“Na und? Die waren schon da.”
“Aus Köln?? Das sind gut… 500 Kilometer??

“Die sind da am Wochenende hingefahren.”
“Wie! Nur für ein paar Schuhe und ne Handtasche??”

“Keine Ahnung, aber Susanne sagt, wir sollen da auch hin.”
“Die spinnt ja wohl! So etwas fällt auch nur Frauen ein!”

“Hm, geht auch nicht.”
“Das ist wahr! Da fahren wir ganz bestimmt nicht hin!”

“Nein, ich meine die Internetseite, die geht auch nicht.”
“Dass ich das noch erleben darf…”

“Was?”
“Dass die Internetverbindung genau im richtigen Moment ausfällt…”

“Haha! Sehr witzig! Und mein Google?”
“Tja. Das geht bestimmt übermorgen wieder.”

“Ich brauche das aber jetzt! Mach das heile!”
“Davon verstehe ich nichts.”

“Du hast gesagt, Google läuft immer!”
“Übrigens: auf meinem Rechner geht es.”

“Hast du denn ein anderes Google?”
“Sag mal, du… Ähm, doch, ich habe ein Spezial-Google.”

“Und das geht?”
“Natürlich. Ist ja auch spezial.”

“Kannst du mal schnell was für mich suchen?”
“Hm…”

“Bitte, ja? Sonst vergesse ich das wieder!”
“Na schön. Was musst du denn wichtiges suchen?”

“Gib mal LAGERVERKAUF HANDTASCHEN BREMEN ein!”

Kopfschüttel…

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Nur ganz kurz

20. Juli 2007, aus der Schublade Wohnen und Leben

Nur ganz kurzMeine Liebste läuft irgendwo in der Wohnung herum. Und irgendetwas macht sie wohl dort auch. Ich weiß es nicht so genau, da ich an meinem PC sitze und arbeite. Es ist spät, ich will endlich fertig werden!
Ich höre Schritte näher kommen…

“Du Schatz? Ich wollte fragen, ob…”
“Nein Liebste, jetzt bitte nicht.”

“Geht auch ganz schnell!”
“Nein!”

“Ist wirklich nur, um dir…”
“Nee, nein! Hau ab! Gleich.”

“Wann denn gleich?”
“Wenn ich hier fertig bin.”

“Und wann ist das?”
“Gleich!”

“Du solltest mal langsam Schluss machen jetzt.”
“Ich wäre längst fertig, wenn du mich lassen würdest!”

“Was machst du denn da eigentlich?”
“Kann ich dir das auch später erklären, ja?”

“Klar! Aber vergiss es nicht.”
“Nein, sicher nicht, und jetzt geh.”

“Wohin denn?”
“Egal, Hauptsache woanders hin!”

“Mir ist langweilig.”
“Was??”

“Du hängst schon den ganzen Abend vor deinem PC.”
“Ja und ich würde gerne zum Ende kommen, wie ich schon sagte.”

“Wo schaltet man deinen PC denn aus?”
“UNTERSTEH DICH!”

“Ich wollte dich ja auch eigentlich gar nicht stören.”
“Danke Schatz. Bsssss!”

“Was ist denn Bsssss??”
“Das heißt: MACH NE FLIEGE!”

“Ach so.”
“Ja.”

“Fliege.”
“Ja, genau.”

“Wegschwirren soll ich?”
“Ja, verdammt! Bitte. Schatz, bitte. Ganz lieb bitte.”

“Und wenn nicht?”
“Diese Frage stellt sich hier eigentlich nicht!”

“Na dir vielleicht nicht!”
“Doch, jetzt stellt sie sich mir auch!”

“Also was?”
“Wie was?”

“Was passiert dann?”
“Wenn du mich nicht endlich in Ruhe lässt?”

“Ja, was dann?”
“Dann kriege ich gleich einen Herzinfarkt!”

“Wegen mir? Aber eigentlich wollte ich doch…”
“Ja, ich liebe dich auch. Und jetzt: geh weg!”

“Ich gehe ja schon.”
“Gott sei Dank…”

“Da blinkt was auf deinem Bildschirm, siehste? Da!”
“Wo? Ach Mist!”

“Das ist also wohl kein gutes Zeichen?”
“NEIN! Ist es nicht! Jetzt kann ich das noch einmal…”

“Darf ich mich hier hinsetzen und zusehen?”
“NEIN!”

“Ich bin auch ganz still und sage nichts.”
“Das schaffst du sowieso nicht.”

“Wohl!”
“Himmel! Also schön. Jetzt ist es eh egal.”

“Was ist egal?”
“Alles. Schatz, was wolltest du mich denn vorhin eigentlich fragen?”

“Nur eine Kleinigkeit, aber ist nicht mehr so wichtig.”
“OK, und was?”

“Ob ich dir irgendwie helfen kann!”

Kopfschüttel…

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Alle poppen und gebären!

27. Mai 2007, aus der Schublade Wohnen und Leben

Alle poppen und gebären!Meine Liebste und ich waren heute im Krankenhaus. Nein, nein, uns geht es gut; aber eine Freundin von uns hat gestern eine niedliche kleine Tochter namens Finja zur Welt gebracht. Ein süßes Baby, gut gemacht!
Wir sitzen im Auto auf dem Heimweg.

“Die Lütte ist sooo niedlich, oder Schatz?”
“Ja, Süße.”

“Nein, jetzt sag doch mal, ist die nicht niedlich?”
“Alle Babys sind süß, das hat die Natur so angelegt.”

“Die hätte ich so mitnehmen können.”
“Da hätte Tina wohl was dagegen gehabt…”

“Ich will auch so eins!”
“Jetzt gleich, oder darf ich noch rechts ran fahren?”

“Also nicht jetzt sofort natürlich…”
“Ah, dann bin ich beruhigt.”

“Du willst doch auch Kinder, oder?”
“Natürlich.”

“Mit mir?”
“Das bietet sich wohl an…”

“DAS BIETET SICH AN??”
“Naja, ich meine, natürlich mit dir.”

“Wieso? Hast du etwa noch Alternativen zu mir??”
“Bis auf Jennifer Lopez nicht, nein.”

“Mit dir kann man wirklich nichts Ernstes besprechen!”
“Ach! Ist das hier eine Familienplanungssitzung, oder was?”

“Nein, aber…”
“Warum regst du dich dann so auf? War doch nur ein Witz.”

“Dass du Kinder haben willst?”
“Nein, aber das mit Jennifer Lopez…”

“Du kennst die ja auch gar nicht.”
“Woher willst du denn das wissen?”

“Ja kennst du sie etwa doch?”
“Sage ich dir nicht.”

“Die würde dir deine Frechheiten nicht so durchgehen lassen!”
“Da kennst du aber die Jennifer schlecht…”

“Was willst du denn von der??”
“Nichts will ich.”

“Das hört sich aber ganz anders an!”
“So? Was denkst du denn, was ich von ihr will?”

“Das sollst du mir doch gerade sagen!”
“Ich wiederhole: nichts. Null. 34 minus 34. Nichts.”

“Die hat auch keine eigenen Kinder, glaube ich.”
“Meinst du damit, ich hätte doch noch eine Chance bei ihr?”

“Wer will schon ein Kind von DIR! Und DIE ganz bestimmt nicht!”
“Was soll denn das jetzt heißen??”

“Du musst erst einmal erwachsen werden.”
“Na DAS sagt ja genau die Richtige!”

“Wieso? Ich bin genau im richtigen Alter.”
“Im richtigen Alter wofür?”

“Um Mutter zu werden.”
“Ha! Das ich nicht lache!”

“Findest du das nicht?”
“Bei der Bürgerschaftswahl musste ich dir den Wahlzettel erklären!”

“Und? Kinder kann man auch machen, ohne Politiker zu kennen.”
“Das ist richtig… Leider.”

“Alle poppen, gebären und schieben Kinderwagen, nur ich nicht!”
“Das ist zumindest die richtige Reihenfolge, Schatz…”

“DAS ist auch das Einzige, womit DU dich auskennst!”
“Ich kaufe dir morgen einen kleinen Goldfisch, ja?”

“Ich will keinen Goldfisch, ich will einen Kinderwagen!”
“Komisch, gestern wolltest du noch ein Cabrio…”

“Ja! Und was kriege ich?? Einen Goldfisch! Toll!”
“Können wir jetzt bitte endlich diese dämliche Diskussion beenden?”

“Das wird ja immer besser!”
“Was ist denn jetzt wieder…”

“Ich will ein Kind von dir und du sagst, ich sei dämlich!”
“Nein, nicht du! Sondern diese Diskus…”

“Weißt du was?!”
“Schatz, jetzt reg dich doch nicht so auf, ich…”

“Wenn das so ist, nehme ich doch lieber das Cabrio.”
“Moment mal, ich habe nicht gesagt, dass…”

“Doch! Und außerdem bietet sich das gerade so an!”

Kopfschüttel…

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Rucki Zucki, knick knack!

3. April 2007, aus der Schublade Wohnen und Leben

Rucki Zucki, knick knack!Meine Liebste und ich erledigen in unserer Wohnung so dies und das. Während meine Liebste bergeweise Wäsche durch die Gegend trägt, gieße ich die Blumen. Wir begegnen uns beiläufig auf dem Flur.

“Na Schatz?”
“Na Süße?”

“Alles klar?”
“Ja, alles gut. Jörg hat jetzt Spaß.”

“Wer hat Spaß?”
“Na Jörg, unser Nachbar. Von oben.”

“So? Wieso hat der Spaß?”
“Weißt du schon, dass er wohl anscheinend eine Neue hat?”

“Was denn neu?”
“Na eine Neue! Eine Flamme! Ein Sondermodell eben!”

“Eine Frau??”
“Besser hätte ich es nicht sagen können, Schatz…”

“Woher weißt du denn das?”
“Als ich vorhin nach Hause gekommen bin, da kam sie.”

“Wer!?”
“Na seine Neue! Sie ging vor mir die Treppe rauf.”

“Und wie sah sie aus?”
“Keine Ahnung, konnte ich nicht richtig sehen.”

“Sah sie gut aus?”
“Schatz! Wie ich sagte, ich konnte sie nicht sehen.”

“Aber du bist doch hinter ihr hergelaufen!”
“Nein, nein, ich hatte etwas Abstand.”

“Aha! Drei Zentimeter, oder wie viel??”
“Nein, schon etwas mehr.”

“Sei nicht so neugierig, das gehört sich nicht.”
“Ich wollte es ja auch nur einmal erwähnen.”

“Das geht dich gar nichts an, was Jörg macht.”
“Ja doch, ist ja gut. Vielleicht ist das ja auch seine Cousine.”

“Der ist Single und kann rummachen, mit wem er will.”
“Ach nee! Was sind denn das für Töne plötzlich??”

“Na und? Macht doch jeder.”
“Was? Rummachen??”

“Ja, wenn man Single ist.”
“Ach und traf das damals auch auf dich zu?”

“Natürlich nicht. Du kennst mich doch!”
“Manchmal zweifle ich daran, Schatz…”

“Brünett?”
“Was?”

“Na ist sie eine Brünette?”
“Wer jetzt? Jörgs Neue?”

“Ja, die.”
“Nein, blond.”

“Der nimmt auch, was er kriegen kann.”
“Wie bitte?? Nur weil die Frau blond ist??”

“Naja, seine letzte Freundin war doch dunkelhaarig, oder nicht?”
“Doch, schon, Dani hatte dunkle Haare, aber…”

“Na und die war doch sein Typ und er hat sie geliebt, oder?”
“Ich denke schon, ja.”

“Und wenn er jetzt eine Blondine hat, dann geht´s knick knack.”
“KNICK KNACK??”

“Rucki Zucki, Heidewitzka, und noch mal von vorn!”
“Ähm, sagtest du nicht, dass uns das gar nichts angeht??”

“Nein.”
“Ich kann mich aber noch gut daran erinnern!”

“Du hast mir wieder einmal nicht zugehört, mein Schatz.”
“Wie bitte? Du hast doch eben gesagt, dass…”

“Ja, dass – DICH – das nichts angeht. Mich schon.”
“Ach nee! Und warum dich und mich nicht?”

“Weil es um eine knackige Blondine geht, der du hinterher gerannt bist!”
“Also Moment mal, ich…”

“Du hast es selbst gesagt! Spitzenmodell hast du gesagt!”
“Ich sagte Sondermodell!”

“Da haben wir´s ja! Du findest die toll!”
“So ein Blödsinn!”

“Geh doch auch rauf!”
“Und was soll ich dann da?”

“Dann bleibst du da mit der Blondine, du Blödi!”
“Und dann??”

“Und dann sagst du Jörg, er soll mal zu mir runterkommen!”

Kopfschüttel…

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Wääärmer, wääärmer…!

26. März 2007, aus der Schublade Wohnen und Leben

Wääärmer, wäärmer...! (photocase.de © onesecondupndown)Meine Liebste ist mal wieder vor mir zuhause. Das ist allerdings nicht ungewöhnlich, denn normalerweise ist sie schon früher daheim, arbeitet dafür aber noch eine ganze Zeit an ihrem Computer weiter.
Und so sitzt sie auch heute wieder an ihrem Schreibtisch, als ich zur Tür reinkomme.

“Da bist du ja!”
“Hallo Süße, na, geht´s dir gut?”

“Sehr gut! Du, weißt du was?”
“Was denn?”

“Ich bin heute an einem tollen Laden vorbei gekommen!”
“So? Heißt das, dass du etwas eingekauft hast?”

“Ja! Dreimal darfst du raten.”
“Hm… Klamotten?”

“Nein.”
“Neue Schuhe?”

“Nein! Versuchs noch mal.”
“Was zu essen.”

“Falsch! Du kommst nicht drauf!”
“Und was ist es nun?”

“Schau dich doch mal im Wohnzimmer um.”
“Du hast was fürs Wohnzimmer gekauft?”

“Ja! Was tolles, mal sehen, ob es dir auffällt!”

[Ich gehe rüber ins Wohnzimmer und schaue mich um; meine Liebste folgt mir in einem - naja sagen wir - tanzend-juchzendem Stil. Es ist nicht so, dass unser Wohnzimmer klein wäre, aber irgendwie hat es meine Liebste geschafft, dass kaum noch Platz für ein paar Brotkrumen übrig geblieben ist.]

“Kalt, kalt, ganz kalt!”
“Schatz, was denn? Was hast du gekauft?”

“Wääärmer, wääämer…!”
“Diese Vase da auf dem Boden?”

“Richtig! Tausend Punkte, Yuppie! Gefällt sie dir?”
“Ähm, was ist das für ein Zeug, das da drin steckt?”

“Das ist Deko, so eine Art Schilfgras. Ist aber nicht echt.”
“Aha, ja… Ähm…”

“Wie findest du es?”
“Schön, doch, ja…”

“Was ist denn?”
“Ich frage mich, was denn da vorher gestanden hat.”

“Nichts!”
“Das kann nicht sein, da stand doch was in der Ecke…”

“Darf ich die Vase behalten?”
“Was soll denn die Frage jetzt? Natürlich darfst du sie behalten.”

“Also gefällt sie dir auch?”
“Ja doch, finde ich ganz gut. Bisschen groß vielleicht.”

“Das kommt dir nur so vor, weil da vorher… Ähm…”
“Weil da vorher was?? Also stand da doch was!”

“Nein, da stand keine Deko. Du hattest da nur was abgestellt.”
“Wo ist meine Katze??”

“Ach, war das eine Katze??”
“Schatz! Da stand meine Holzkatze, die ich schon mein ganzes Leben…”

“Hättest du auch dran schreiben müssen, dass das eine Katze…”
“Wo ist die??”

“Die hat sich in eine schicke Vase verwandelt.”
“Was hast du mit ihr gemacht??”

“Naja… Ist dir die Katze denn so wichtig?”
“WO IST MEINE KATZE!”

“Nicht schimpfen!”
“Nun sag schon.”

“Ich hab sie mit dem Staubsauger umgeworfen aus Versehen.”
“Na und??”

“Ja und da ist ein Ohr abgebrochen.”
“Na toll! 20 Jahre hält die und jetzt…”

“Dann wollte ich es eigentlich wieder ankleben.”
“Womit?”

“Mit Uhu oder so, aber ich habe keinen Kleber gefunden.”
“In der Schublade in der Küche ist doch welcher!”

“Da bin ich nicht drauf gekommen, blöd…”
“Naja gut, und was hast du dann gemacht?”

“Und dann habe ich die Katze genagelt.”
“Was??”

“Ich wollte das Ohr wieder annageln, aber das ging auch nicht.”
“Himmel! Meine arme Katze!”

“Es tut mir leid, wirklich…”
“Und wo ist sie jetzt?”

“Ich habe sie nicht weggeschmissen, wenn du das meinst.”
“Sondern?”

“Sie steht jetzt im Keller beim Altglas.”
“Um Gottes Willen! Du kannst doch die arme Katze nicht in…”

“Naja, und damit du nicht böse bist, habe ich dir die Vase gekauft.”
“Ich brech zusammen…”

“Bist du jetzt böse auf mich?”
“Ja!”

“Aber das kann doch jedem Mal passieren, oder?”
“Du hast meine Katze gefoltert!”

“Aber nicht viel!”
“Ich will sie wieder haben!”

“Und was machen wir dann mit der Vase??”
“Kannst du ja in den Keller stellen!”

“Schatz, ich muss dir aber noch etwas sagen…”
“Noch etwas?? Was denn noch?”

“Als ich versucht habe, das Ohr festzunageln, da…”
“Oh nein…”

“…da ist mir der Hammer abgerutscht…”
“Aha. Und jetzt hat sie gar keine Ohren mehr, oder was?”

“Doch ein Ohr hat sie noch…”
“WAS DENN DANN!”

“Ich hab eine Pfote getroffen und jetzt kippt sie immer um.”
“Schatz, das ist Tierquälerei!”

“Aber wenn du möchtest, lege ich die Katze neben die Vase.”
“Nein, danke, wie elend…”

“Es tut mir leid.”
“Tja, so kann es gehen. Du hast es ja nicht böse gemeint.”

“Danke mein Schatz.”
“Du mochtest die Katze ja eh nie.”

“Das stimmt. Absolut hässlich, wie kann man so etwas nur…”
“Sag mal, und das alles ist heute Abend passiert?”

“Ja, eben gerade. Wieso?”
“Sagtest du nicht, dass du die Vase heute tagsüber…”

“Zufälle gibt´s, die gibt´s gar nicht, was??”

Kopfschüttel…

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Die kleine Ente

11. März 2007, aus der Schublade Wohnen und Leben

Die kleine Ente (photocase.de © noodelz)Meine Liebste und ich verbringen einen unspektakulären Samstagabend vor dem Fernseher. “Deutschland sucht den Superstar” wird auf RTL geboten. Mangels Alternativen und aufgrund zu geringer Gegenwehr meinerseits verfolgen wir die ersten Songs.

“Wer ist denn dein Favorit bei DSDS?”
“Ich weiß die Namen nicht, Süße.”

“Nicht einen?”
“Doch. Mein Favorit ist Dieter Bohlen.”

“Der doch nicht!”
“Wieso? Wetten, dass der bis zum Schluss dabei ist?”

“Jetzt sag doch mal!”
“Die da gerade singt, die gewinnt.”

“Franziska?”
“Wenn sie so heißt… Die gewinnt.”

“Sie ist schon toll, aber die gewinnt nicht.”
“So? Und warum nicht?”

“Weil die Jungs viel größere Fanclubs haben.”
“Als Franziska??”

“Nein, so überhaupt, also mehr als die Mädels.”
“Und wieso?”

“Weil Mädchen sich immer gleich in den Star verlieben.”
“Ich glaube, ich kann dir nicht folgen…”

“Mädchen schmachten da gleich weg und Jungs eben nicht.”
“Ähm…”

“Und deshalb haben die Jungs immer viel größere Fanclubs.”
“Na ich weiß ja nicht, ob diese Theorie…”

“Ich kenne das von mir selbst.”
“Wie bitte??”

“Ich war in Chesney Hawks verliebt.”
“Aber das ist ja schon ewig her!”

“Na so lange nun auch wieder nicht.”
“Also ich weiß gar nicht mehr, wann das…”

“Ich bin zwar nicht mehr so jung, aber so alt auch noch nicht!”
“Habe ich was gesagt??”

“Neulich hast du gemeint, ich sei SCHON um die 30.”
“Und?? Stimmt das etwa nicht?”

“Nein.”
“Sondern?”

“Ich bin über Mitte 20.”
“Schatz! Du wirst in ein paar Monaten…”

“Ja, nun ist ja gut! Sei still jetzt.”
“Ähm… Und heute stehst du nicht mehr auf Chesney Hawks?”

“Natürlich nicht!”
“Wieso natürlich?”

“Spindeldürre, leichenblass, und dieses Muttermal! Nee!”
“Dann fandest du seine Musik toll?”

“Nein, unmöglich. Konnte ich noch nie leiden.”
“Ja, aber…”

“Und so ist das bei DSDS auch.”
“Du meinst also, dass… Schatz, ich verstehe kein Wort!”

“Das ist wie mit der kleinen Ente.”
“Was denn jetzt für eine Ente??”

“Wenn eine kleine Ente schlüpft, rennt sie dem ersten Wesen hinterher, das sie sieht.”
“Und was hat das jetzt mit DSDS zu tun?”

“Ist das nicht süß?”
“Jaja, sehr süß, UND: was hat DAS jetzt mit DSDS tu tun, bitte??”

“Die kleinen Mädels zuhause sehen den Martin da bei DSDS und…”
“…und dann rennen sie ihm hinterher??”

“Genau! Das funktioniert natürlich nur bei 14-jährigen.”
“Ach so einfach ist das mit euch Frauen??”

“Bei mir natürlich nicht, wenn du das meinst.”
“Und warum du nicht!?”

“Ich bin dem Chesney Hawks nicht hinterher gerannt.”
“Sondern?”

“Mein Vater wollte den sehen, und ich musste mit aufs Konzert.”
“Aha… Und wie alt warst du da?”

“Ich war 13, glaube ich.”
“Ich verstehe immer noch nicht, wie du dann Hawks-Fan geworden bist!?”

“Naja…”
“Die Show war prima?”

“Nee. Zum Gähnen.”
“WARUM DENN DANN, Herr Gott noch mal!?”

“Weil ich meinen Freundinnen erzählen wollte, dass ich auf dem Konzert meines Lieblings war.”
“Aber, das, das… So etwas fällt auch nur euch Frauen ein!”

“Eben! So was machen nur kleine Mädels.”
“Gott sei dank…”

“Und deshalb haben die Jungs bei DSDS viel größere Fanclubs.”
“OK, danke, ich habe es jetzt verstanden…”

“Denkst du jetzt immer noch, dass Franziska gewinnt?”
“Ähm… Ja?”

“Das heißt, du glaubst mir nicht??”
“Doch, aber Franziska kann doch viel besser…”

“Natürlich singt sie besser!”
“Aber weil sie eine Frau ist, gewinnt sie nicht? Oder wie?”

“Vergiss niemals die Ente!”

Kopfschüttel…

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