Formel 1

Meine Liebste und ich sehen am Abend in den Nachrichten einen Bericht über das bevorstehende Formel 1 Rennen in Melbourne; ganz zum Schluss des Beitrages gibt Niki Lauda noch seine Einschätzung zu Michael Schumacher ab.
Ist ja schon ein Urgestein, der Lauda; obwohl, so alt ist der eigentlich noch gar nicht…

„Warum stöhnst du denn so, Schatz?“
„Ach, nichts, alles gut, Süße.“

„Nee, jetzt sag doch mal?“
„Naja, ich meine, der Lauda bräuchte mal einen Nachfolger.“

„Nachfolger? Wofür??“
„Na für solche Kommentare eben, wie er sie ständig abgibt.“

„Verstehe ich nicht…“
„Ich meine, es gibt doch auch noch jüngere Kommentatoren.“

„Ja?“
„Ja. Aber die Medien stürzen sich immer nur auf ihn.“

„Macht der Niki Lauda das denn nicht gut?“
„Doch…“

„Warum soll das dann jemand anderes machen??“
„Naja, um auch Jüngeren mal ne Chance zu geben, beispielsweise.“

„Ach so, ja. Und wenn das so wäre, was macht der Lauda dann?“
„Wie! Wie meinst du was, was der dann macht!?“

„Na dann ist der doch arbeitslos, oder??“
„Ähm…“

„Was soll der denn machen, wenn er auf der Straße steht??“
„Liebste, also ich würde mal meinen, dass…“

„…seit wann bist du denn so gehässig??“
„Gehässig?? Ich?? Nur weil ich meine, dass…“

„Du kannst doch dem Mann nicht den Job wegnehmen wollen!“
„Quatsch, will ich doch gar nicht!“

„Der steht dann auf der Straße und wir müssen das bezahlen!“
„Bezahlen?? Was müssen wir denn bezahlen??“

„Na wenn der Hartz 4 kriegt dann??“
„Oh Gott, das glaubt mir wieder keiner…“

„Ist doch aber wahr!“
„Liebste! Der hat – nebenbei – eine eigene Fluglinie!“

„Fluglinie?? Ich dachte, der sei Rennfahrer gewesen??“
„Ja, war er ja auch, aber…“

„Und jetzt ist der Pilot??“
„Nein, er…“

„OK, wenn der Pilot ist, dann ist das ja ungerecht!“
„Niki Lauda ist nicht, ich meine, also er hat damals…“

„Ich meine, wenn der umgeschult hat?“
„Niki Lauda hat doch nicht UMGESCHULT!?“

„Demnächst macht der vielleicht noch seinen Segelschein!“
„Segelschein?? Was soll das denn jetzt??“

„Ja, wieso? Das kann doch sein?“
„Und warum sollte er, bitte??“

„Wenn ihm das Arbeitsamt das bezahlt?“
„WIE BITTE?? WAS??“

„Dann könnte er die Segelregatta am Dümmer kommentieren!“
„Himmel, ich brech zusammen, echt…“

„Das wusste ich ja alles gar nicht, sehr interessant!“
„Ja… Aber das solltest du auch besser schnell wieder verg…“

„Jetzt weiß ich auch endlich was über die Formel 1!“

Kopfschüttel…

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Nicht so laut!

Meine Liebste und ich sind zu Besuch bei Freunden, wo wir friedlich und brav auf dem Sofa sitzen und uns unterhalten.
Auf dem Wohnzimmertisch vor uns stehen vier Gläser und ein paar Süßigkeiten für zwischendurch, wie sich´s gehört.
Eine entspannte Runde in gemütlicher Atmosphäre!

„Du Schatz, psst!“
„Was ist denn, Süße?“

„Die Dinger da, die Dings…“
„Was?“

„Die in dem roten Papier, die Süßigkeiten da…“
„Ja? Was ist damit?“

„Nicht so laut!“
„Ähm… Was – ist – mit – den – roten – Dingern?“

„Schmecken die?“
„Woher soll ich das wissen??“

„Ich dachte, du hättest schon eins gegessen??“
„Nein, habe ich nicht.“

„Ich möchte so eins haben.“
„Ja, und, äh… Warum nimmst du dir keins?“

„Hinterher schmecken die nicht.“
„Tja, hinterher wirst du´s wissen.“

„Kannst du nicht, ich meine…“
„Liebste, sag jetzt nicht, dass ich erst probieren soll!“

„NICHT SO LAUT!!“

[Unsere beiden Freunde Lena und Frank schauen uns leicht verdutzt an und erkundigen sich vorsichtig, ob alles in Ordnung sei… Die Liebste nickt und betont, sie müsse etwas mit mir besprechen, wäre aber nichts Wichtiges und hätte auch gar nichts mit ihnen zu tun, alles sei wunderbar.
Nach einem Moment der Stille – der eine gefühlte Ewigkeit gedauert hat – beschließen Lena und Frank, zusammen eben schnell in der Küche klar Schiff zu machen und lassen uns allein…]

„Du bist so doof!“
„Ich?? Wieso ich denn??“

„Jetzt sind sie beleidigt und denken wer weiß was!“
„Das ist doch aber nicht meine Schuld!?“

„Schuld, Schuld, ich höre immer nur Schuld!“
„Aber du führst dich doch wieder mal wie eine Verrückte auf!“

„WIEDER MAL??“
„Naja, ähm, also wie ab und zu eben.“

„ICH bin verrückt?? WIEDER??“
„Ja ich vielleicht?? Natürlich du!“

„Ich wollte doch nur so ein rotes Ding essen!“
„Dann iss doch eins!“

„Ich kann das aber nicht aufessen, wenn es nicht schmeckt!“
„Es wird schon schmecken.“

„Und wenn Kaffee drin ist?? Du weißt, ich hasse Kaffee!“

[Lena kommt zurück ins Wohnzimmer und bestätigt der Liebsten zur Sicherheit, dass sie nicht vorgehabt habe, Kaffee für die Liebste zu servieren…
Was die Liebste mit einem freundlichen Lächeln dankend bestätigt.]

„Siehst du, du blamierst mich total vor Lena!“
„Schatz, iss jetzt so ein Ding oder lass es!“

„NICHT SO LAUT!!“
„Ich esse auf jeden Fall keins.“

„Die sehen ja schon sehr lecker aus…“
„Könnte aber Kaffee drin sein…“

„Du bist so doof!“

[Dieses Mal streckt Frank seinen Kopf durch die Tür und fragt, ob er damit gemeint sei…
Während ich mir krampfhaft den nahenden Lachanfall wegdrücke, versichert die Liebste Frank ausdrücklich, dass er nicht doof sei und dass das nur auf andere anwesende Männer zuträfe…]

„Oh Gott, die laden uns ja nie wieder ein!“
„Mich hat schon gewundert, dass wir überhaupt kommen durften…“

„Was soll das denn jetzt heißen??“
„Naja, ich meine, wer uns kennt, der weiß ja, dass du…“

„ICH?? I-C-H??“
„Liebste, du bist eben manchmal etwas komisch, das…“

„Das sagt ja der Richtige!“
„Wieso, ich mache doch gar nichts, ich sitze hier nur!“

„Probierst du jetzt so ein rotes Ding für mich oder nicht!?“
„Nein.“

„Och bitte!“
„Nein!“

„Bitte, bitte, bitte, bitte!“
„Oh Mann, gibst du dann endlich Ruhe??“

„Ja, ja, ja!“
„Na schön…“

[Ich weiß, ich hätte bei Nein bleiben sollen… Aber jeder Mann weiß, dass Frauen manchmal ihren Willen durchsetzen können, ohne auch nur ein einziges Argument zu haben. Keine Ahnung, wie sie das machen, aber die Liebste kann. Ich kann ihr einfach nichts abschlagen, naja, und wenn es nur um eine Praline geht, da muss man ja auch nicht so streng sein…]

„Und? Wonach schmeckt das?“
„Tja, ähm…“

„Nun sag schon? Bestimmt mies, oder?“
„Tja, also… Toll ist das nicht, ähm…“

„Geht gar nicht?“
„Naja… Schmeckt nach, also, hm…“

[Lena und Frank kommen wieder ins Wohnzimmer zurück, bewaffnet mit a) einer Schale M&Ms, b) Salzstangen und c) ein paar geschälten Apfelstückchen… Es ist offensichtlich, dass sie damit der Liebsten ausreichend Alternativen anbieten wollen und die Apfelecken sind eine ziemlich gute Idee!]

„Schatz, psst!“
„Was ist…“

„Schau mal, ist das nicht lieb von Lena, das mit den Äpfeln?“
„Ja…“

„Finde ich ja super, dass sie dir die gemacht hat.“
„Ähm, Moment… MIR??“

„Natürlich DIR!“
„Wieso denn für mich?? Für dich wohl eher!“

„Nein, für dich!“
„Warum??“

„Weil sie gemerkt hat, dass dir die Roten nicht schmecken!“
„Ähm…“

„War ja auch nicht zu überhören dein Gejammer!“

Kopfschüttel…

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Unspontan

Meine Liebste und ich räumen mal wieder ein bisschen auf; es ist nicht der große Frühlingsputz, aber irgendwie sammeln sich doch immer wieder Sachen an, die woanders hingehören.
Während wir also durch die Wohnung rennen, läuft die Liebste auf dem Flur an mir vorbei.

„Hallo?? Manno!!“
„Was ist denn Süße??“

„Ich stehe hier und du rennst einfach an mir vorbei!“
„Ähm, ich wollte ins…“

„Ich wollte dich küssen und du merkst das nicht mal!“
„Entschuldigung, ich war so in Gedanken und…“

„Typisch.“
„Na schön, dann küssen wir uns jetzt eben.“

„Nee, lass mal. Jetzt ist das ja doof, so unspontan.“
„Können wir uns nicht auch einfach mal unspontan küssen??“

„Doch, aber das ist ja wohl nicht das Gleiche!“
„Aha…“

„Habe ich dir heute schon gesagt, wie lieb ich dich habe?“
„Nein, hast du nicht.“

„Tja, das ist Pech!“

Kopfschüttel…

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Trotzdem

Meine Liebste und ich planen einen Ausflug in das Möbelhaus Zurbrüggen in Delmenhorst.
Wir brauchen (wie die Liebste sagt) ein paar „Dekorationssachen“ für den nahenden Frühling, und da sei Zurbrüggen eine sehr gute Adresse.
Und das nicht nur für Deko…

„Wann wollen wir denn los, Schatz?“
„Gleich. Wir fahren gleich los, Süße.“

„Gut.“
„Brauchen wir nur Deko oder noch was anderes?“

„Wieso was anderes?? Was brauchen wir denn noch?“
„Naja, brauchen wir noch Möbel, einen Schrank oder irgendwas?“

„Können wir das nicht vor Ort entscheiden??“
„Nee, ich wüsste das gerne jetzt. Der Laden ist riesengroß.“

„Naja, ich brauche tatsächlich noch was.“
„Aha? Und was?“

„Ein neues Bett.“
„Wie bitte?? Ein neues Bett?? Haben wir etwa keins??“

„Doch, aber ich hätte gern ein anderes.“
„Was stimmt denn mit unserem Bett nicht??“

„Mit dem Bett ist alles in Ordnung. Eigentlich.“
„Und un-eigentlich??“

„Es hat nicht alle Funktionen, die ich benötige.“
„Du kannst dich doch reinlegen und schlafen, was vermisst du denn??“

„Ich möchte ein Bett, das mich irgendwo hinfährt.“
„Was??“

„Ja, ich wache auf und sage: fahr mich zur Arbeit oder so.“
„Ähm…“

„Oder es fährt mich spazieren und ich kann schön liegen.“
„Aha, ja. Und sag mal, gesundheitlich ist aber alles in Ordnung??“

„Wieso? Ich wollte schon immer so ein Bett haben!“
„Sehr schön! Bei euch zuhause auf dem Mars gibt es sowas vielleicht!“

„Wieso denn Mars??“
„Naja, so unter euch Außerirdischen, meine ich…“

„Mars finde ich nicht gut.“
„Das macht nichts, wir fahren ja auch zu Zurbrüggen.“

„Können wir da mal nach Betten gucken?“
„NEIN!“

„Jetzt sei doch nicht so?“
„Liebste, es gibt bei Zurbrüggen keine Betten, die irgendwo hinfahren!“

„Nicht?“
„Nein…“

„Schade.“
„Sonst noch was?“

„Ja, ein neuer Kühlschrank wäre gut.“
„Soll der dich vielleicht auch an der Weser spazieren fahren??“

„Nee.“
„Gott sei Dank… Ich erwähne es nur ungern, aber wir haben einen.“

„Trotzdem hätte ich aber gerne einen anderen.“
„Du meinst, einen größeren?“

„Nee.“
„Sondern??“

„Einen, mit dem ich sprechen kann.“
„…Liebste, bitte, ich will doch noch alt werden, daher bitte…“

„Ich will mit dem sprechen!“
„Um Himmels Willen, warum?? Was willst du ihm denn sagen??“

„Na was ich essen will! Und Zack: Voila!“

Kopfschüttel…

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