Meine Liebste und ich sitzen morgens in der Küche und trinken Tee und Kaffee. Wir haben noch exakt drei Minuten Zeit. Dann müssen wir los, sonst schaffen wir es nicht mehr pünktlich zur Arbeit. Natürlich darf uns kein Stau dazwischen kommen oder sonst irgendwas…
“Schatz, wir müssen los.”
“Gleich Süße, gleich.”
“Kannst du den Müll noch rausbringen?”
“Welchen?”
“Den hier aus der Küche.”
“Naja, das schaffe ich gerade noch…”
“Und wo bringst du den dann hin?”
“Ähm… Was soll das heißen, wohin!”
“Naja, wohin eben?”
“In unsere Mülltonne vielleicht??”
“Ja nee, das geht ja nicht.”
“Und warum nicht?”
“Die ist voll.”
“Unsere Mülltonne? Unten?”
“Ja, schon seit einiger Zeit.”
“Das kann doch gar nicht sein…”
“Glaubst du mir etwa nicht??”
“Naja doch, aber vorgestern war doch Abfuhr?”
“Ja, aber unsere Tonne haben sie nicht leer gemacht.”
“Wie bitte?? Warum das denn??”
“Bin ich Jesus?? Das weiß ich doch nicht!”
“Du hast sie doch rausgestellt, oder?”
“Wieso ich?? Das machst du doch immer!”
“Aber Schatz! Ich war in Köln, schon vergessen??”
“Ich weiß doch aber nie, wann die Tonne raus muss.”
“Das sieht man doch! Stehen doch auch alle anderen Tonnen draußen!”
“Ich habe keine gesehen.”
“Schatz! Wie kann man denn bitte nur so blind sein!”
“Du hättest ja auch mal was sagen können.”
“Ja entschuldige, das ist doch wohl klar, dass die Tonne raus muss!”
“Jeden Dienstag?”
“Nein! Jeden zweiten Mittwoch! Himmel… Schon seit Jahren!”
“Ach so…”
“Ja, ach so!”
“Und jetzt?”
“Jetzt müssen wir fast zwei Wochen mit einer vollen Tonne…”
“Ich wollte doch aber die Blumenkästen leer machen?”
“Schön! Aber dann wohl nicht in unsere Tonne.”
“Nimmst du denn wenigstens den Müll aus der Küche mit?”
“Und wohin damit bitte??”
“Du hast doch gesagt, dass du ihn mitnimmst!”
“Da wusste ich ja auch noch nicht, dass…”
“Bitte, bitte!”
“Und wohin??”
“Kannst du den nicht mit zur Arbeit nehmen?”
“Super Idee! Aktentasche, Laptop und ne triefende Mülltüte!”
“Bitte! Ich wollte doch heute Abend kochen und da…”
“Mann, ich…! Na schön. Ich verstecke den Müll in irgendwas…”
[Wie peinlich. Aber es nutzt ja nichts, also suche ich in unserer Besenkammer eine große Einkaufstüte. Und ich muss mir noch eine gute Antwort ausdenken, wenn mich in der Firma jemand fragt, was denn da drin sei. Leider finde ich keine ausreichend große Tüte, um die Liebste gleich mit einzupacken... Wie kann man nur so blind sein und draußen die Mülltonnen nicht sehen!]
“Bist du fertig?”
“Ja. Ich nehme den Müll jetzt mit. Ausnahmsweise!”
“In der Tüte da??”
“Ja. Was dagegen?”
“Das ist meine Esprit-Tüte!”
“Eben. Das ist schön unauffällig.”
“Das ist meine Lieblingstüte!”
“Sag mal, du spinnst ja wohl! Ich nehme die jetzt!”
“Die hat so schöne Tragekordeln, die will ich behalten!”
“Schatz! Hol dir einfach eine neue!”
“Die gibt´s aber nicht mehr!”
“Das ist dann wohl Pech! Du bist ja auch schuld an dem Schlamassel!”
“Bin ich gar nicht!”
“Doch! Und jetzt hör auf, mich damit zu nerven!”
“Diese Esprit-Tüte ist heilig!”
“Und wo soll ich den Müll stattdessen reintun?”
“In deinen alten Rucksack.”
“Wie bitte?? in meinen Fahrrad-Rucksack?”
“Das alte Ding kannste dann gleich mit wegschmeißen!”
Kopfschüttel…


Meine Liebste und ich räumen ein wenig in unserer Wohnung auf. Naja, also es ist bei uns eigentlich nie unordentlich; zumindest, wenn es nach mir geht. Aber manchmal quillt beispielsweise der Wäschekorb über und dann sehe auch ich ein, das was getan werden muss…
Meine Liebste und ich sitzen am Abend im Wohnzimmer und schauen “Wer wird Millionär”. Natürlich wissen wir immer jede richtige Antwort schon längst, bevor es der Kandidat weiß. Wobei sich unser Wissen leider doch des häufigeren als grob fahrlässige Vermutung herausstellt…
Meine Liebste und ich schauen auf Sat1 ”Ein Job – Deine Chance”. Nunja. Es geht um vier junge Damen, die sich auf einen Job in einem Kosmetikstudio beworben haben.
Meine Liebste und ich sitzen in unserem Arbeitszimmer an unseren PCs und arbeiten. Also die Liebste mehr, ich etwas weniger… Sie bereitet fleißig eine Präsentation vor und braucht dafür eben noch ein paar Hintergrundinformationen. Schnell mal googeln!
Meine Liebste läuft irgendwo in der Wohnung herum. Und irgendetwas macht sie wohl dort auch. Ich weiß es nicht so genau, da ich an meinem PC sitze und arbeite. Es ist spät, ich will endlich fertig werden!
Meine Liebste und ich waren heute im Krankenhaus. Nein, nein, uns geht es gut; aber eine Freundin von uns hat gestern eine niedliche kleine Tochter namens Finja zur Welt gebracht. Ein süßes Baby, gut gemacht!
Meine Liebste und ich erledigen in unserer Wohnung so dies und das. Während meine Liebste bergeweise Wäsche durch die Gegend trägt, gieße ich die Blumen. Wir begegnen uns beiläufig auf dem Flur.
Meine Liebste ist mal wieder vor mir zuhause. Das ist allerdings nicht ungewöhnlich, denn normalerweise ist sie schon früher daheim, arbeitet dafür aber noch eine ganze Zeit an ihrem Computer weiter.
Meine Liebste und ich verbringen einen unspektakulären Samstagabend vor dem Fernseher. “Deutschland sucht den Superstar” wird auf RTL geboten. Mangels Alternativen und aufgrund zu geringer Gegenwehr meinerseits verfolgen wir die ersten Songs.
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