Das muss heute sein

Meine Liebste steht schon in der offenen Haustür und warten auf mich, als ich am Abend nach Hause komme.
Das ist gewöhnlich selbst dann nicht der Fall, wenn ich klingele oder mich sonstwie mit einem besonderen Grund angekündigt habe…
Also: was ist da los??

„Hallo Schatz, komm doch rein!“
„Hallo Süße, na? Warum stehst du hier?“

„Ich habe auf dich gewartet.“
„Aha. Und?“

„Was und?“
„Naja, wieso wartest du auf mich hier?“

„Ich habe dein Auto gesehen, als du gekommen bist.“
„Ach so, schön. Ich dachte schon, es sei irgendwas.“

„Was soll denn sein?“
„Naja, du stehst ja sonst nicht in der Tür, wenn ich komme…“

„Heute aber schon, und außerdem bin ich schon fertig.“
„Fertig? Womit??“

„Na wir können sofort los, meine ich.“
„Wir? Wohin denn?? Habe ich da was vergessen??“

„Wir wollten doch neue Kissen kaufen fürs Gästezimmer?“
„Ja, aber doch nicht heute, oder??“

„Warum denn nicht heute??“
„Och Schatz, ich hatte einen echt anstrengenden Tag und…“

„Komm, das dauert doch nicht lange. Geht ganz schnell!“
„Muss das sein? Können wir das nicht am Wochenende machen?“

„Nein, das muss heute sein.“
„Wieso denn heute??“

„Weil wir Besuch kriegen.“
„Was?? Besuch?? Wen denn??“

„Steffi kommt nachher noch.“
„Steffi?? Und was will die hier?? Mitten in der Woche??“

„Wir haben eben was zu bereden, darum.“
„Und da muss sie gleich bei uns übernachten??“

„Dafür hat man doch ein Gästezimmer, oder??“
„Und was ist mit Rainer? Kommt der auch mit?“

„Nee, wohl kaum.“
„Wieso, was ist denn?“

„Deswegen kommt Steffi ja.“
„Weswegen??“

„Wegen Rainer.“
„Wieso, was ist denn mit Rainer??“

„Er hat Steffi ganz mies behandelt, der ist ganz böse!“
„Wie bitte?? Rainer ist eine Seele von Mensch!?“

„Offensichtlich nicht! Auf jeden Fall bleibt Steffi hier.“
„Ähm… Moment mal, soll das heißen, dass…“

„Ich habe ihr gesagt, dass sie bleiben kann, solange sie will.“
„Liebste! Sind wir hier das Hotel der guten Hoffnung, oder was??“

„Ich will ihr aber helfen und du machst mit!“
„Erst werde ich mal Rainer anrufen, und dann sehen wir weiter!“

„Nein, du rufst nicht Rainer an!“
„Wieso denn nicht??“

„Weil der böse war!“
„Ich werde mir doch wohl mal seine Version anhören dürfen??“

„Nee, hinterher schlägst du dich noch auf seine Seite!“
„Hallo?? Du schlägst dich doch auch auf Steffis Seite??“

„Das ist ja wohl auch selbstverständlich!“
„Was hat Rainer denn angeblich wieder gemacht??“

„ANGEBLICH?? Siehst du, es geht schon los! Männer!!“
„Nichts geht los, ich will doch nur wissen, was…“

„Du bist genauso doof, wie Rainer!“
„Aber was ist denn überhaupt passiert und…“

„Ich fahre alleine Kissen kaufen!“
„Warum das denn jetzt plötzlich??“

„Und ich bringe zwei mehr mit!“
„Zwei mehr??“

„Die kannst du dann Rainer geben.“
„Rainer?? Was soll Rainer denn mit zwei blöden Deko-Kissen??“

„Die sind ja auch mehr für dich, du Blödmann.“
„Für mich??“

„Damit du es heute in seinem Gästezimmer gemütlich hast!“

Kopfschüttel…

1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (noch nicht bewertet)
Loading...Loading...
Diesen Blogartikel verlinken:

6 Wochen lang

Meine Liebste muss diese Woche arbeiten, ich hingegen habe ein paar Tage Urlaub und kann es mir zuhause auf dem Sofa gemütlich machen.
Es ist nicht so, dass sie mir das nicht gönnen würde…
Aber passen tut ihr das natürlich irgendwie auch nicht!

„Na Schatz? Hattest du einen anstrengenden Urlaubstag?“
„Ja Süße, sehr anstrengend. Ich musste dreimal aufstehen heute!“

„Faulpelz!“
„Hallo?? Ich schufte ja wohl sonst genug!“

„Ja ich vielleicht nicht??“
„Doch, du auch.“

„Eben. Du hättest ja mal was in der Wohnung machen können.“
„In der Wohnung?? Was denn?“

„Die Fenster müssten mal geputzt werden, zum Beispiel.“
„Och nee! Außerdem tut mir mein Knie weh.“

„Dein Knie?? Was ist denn mit deinem Knie?“
„Keine Ahnung, tut eben weh, ein bisschen zumindest.“

„Oh, du bist also schwerkrank, das willst du doch damit sagen?“
„Ja. Ich glaube, ich muss meinen Urlaub verlängern.“

„Nur wegen deinem Knie??“
„Naja vielleicht ist es ja der Meniskus oder so?“

„Pff! Wovon denn! Vom Fernsehzeitung holen??“
„Dann werde ich 6 Wochen krankgeschrieben. Das wäre toll!“

„Was willst du denn 6 Wochen lang, da wird dir doch langweilig.“
„Och, ich weiß mich schon zu beschäftigen, keine Sorge!“

„Aber du, ich weiß was, mir fällt da was ein!!“
„Macht deine Idee meine 6 Wochen Urlaub noch angenehmer?“

„Ja!“
„Na da bin ich ja mal gespannt…“

„Ich lasse mich auch 6 Wochen krankschreiben!“
„Ähm…“

„Dann können wir 6 Wochen lang zusammen sein!“
„Das, ähm…“

„Den ganzen Tag lang kuscheln und lieb haben!“
„6 Wochen lang??“

„Ja, und wir machen dann einfach alles zusammen!“
„Naja, also…“

„Wir können uns dann stundenlang über alles unterhalten.“
„Ich kann mir das vorstellen, ja…“

„Wäre das nicht toll?“
„Du, ich glaube, meinem Knie geht es schon wieder besser…“

„Echt jetzt??“
„Ja, ich glaube, das mit den 6 Wochen wird leider nichts…“

„Oh, schade…“
„Ja, naja, vielleicht ein andermal…“

„OK, also wenn es deinem Knie wieder gut geht, dann…“
„Was dann?“

„…dann kannst du ja morgen auch die Fenster putzen!“

Kopfschüttel…

1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (1 Stimmen, Durchschnitt: 3,00 von 5)
Loading...Loading...
Diesen Blogartikel verlinken:

Swingerparty

Meine Liebste sitzt im Wohnzimmer und telefoniert, als ich am Abend nach Hause komme. Jedoch ist sie wohl gerade fertig geworden, denn kaum stehe ich in der Tür, legt sie auch schon auf.
Gut, denn nun kann ich sie in Ruhe begrüßen!

„Hallo Schatz!“
„Hallo Süße, na, alles klar bei dir?“

„Ja!“
„Schön. Und? Mit wem hast du gerade telefoniert?“

„Mit Vera.“
„Ähm… Vera? Kenne ich die?“

„Noch nicht.“
„Äh, noch nicht?? Was heißt denn das??“

„Nächstes Wochenende lernst du sie kennen.“
„Nächstes Wochenende?? Was ist denn da??“

„Da besuchen wir Vera.“
„Aha; und, ähm… Wer ist das jetzt??“

„Das ist die beste Freundin einer Cousine von Tanja.“
„Aha, ähm… Und… Was hast du mit der zu tun??“

„Tanja ist doch meine Freundin!“
„Jaja, aber was hast du denn mit ihrer Cousine zu tun??“

„Nichts, die kenne ich gar nicht.“
„Ach, die kennst du gar nicht, ja klar, das…“

„Aber Tanjas Cousine kommt natürlich auch.“
„Natürlich… Liebste, ähm, darf ich mal eine Zwischenfrage stellen?“

„Ja, was denn?“
„Gehst du davon aus, dass ich das jetzt alles verstehen müsste?“

„Wieso, ist noch was unklar??“
„Ja, es ist ALLES noch unklar!“

„Wieso, hast du keine Zeit nächsten Samstag??“
„Doch, aber WAS HAST DU mit der Freundin der Cousine von T…“

„Vera, sie heißt Vera.“
„Schön, Vera. Und was hast du mit VERA zu tun??“

„Sie hat uns eben eingeladen. Also eigentlich mehr dich.“
„Mich?? Wieso denn mich??“

„Aber ich habe gesagt, dass ich natürlich mitkomme.“
„Ähm…“

„Ich lasse dich doch nicht mit den ganzen Weibern alleine!“
„Oh, das ist wirklich sehr zuvorkommend, danke…“

„Gern geschehen. Darüber freust du dich doch, oder??“
„Ja, das, ähm… Freue ich mich, aber Liebste, jetzt noch einmal…“

„Das ist gut, denn ich habe Vera ja schon zugesagt.“
„Schatz, WAS habe ich mit Vera zu tun und WIESO lädt die mich ein??“

„Naja, sie wusste nicht, an wen sie sich sonst wenden sollte.“
„Himmel, ich kriege gleich einen Nervenzusammenbruch, echt…“

„Was denn??“
„Liebste! Du sagst mir jetzt sofort, was hier los ist!“

„Tanja hatte die Idee. Sagte ich das noch nicht?“
„Tanja?? Was hat die Verrückte mir da bitte wieder eingebrockt??“

„Also hast du jetzt nächsten Samstag Zeit oder nicht!?“
„Ich habe keine Zeit.“

„Doch, hast du! Und ich komme ja auch mit.“
„Ich will aber erst wissen, was da überhaupt passiert!“

„Vera soll übrigens sehr hübsch sein.“
„Na und??“

„Das müsste dir doch gefallen, oder??“
„Wenn das ein Swingerabend werden soll, dann vielleicht!“

„Du spinnst ja wohl! Vera hat sich gerade erst getrennt!“
„Spricht das jetzt für oder gegen die Swingerparty??“

„Dagegen! Lass bloß solche Kommentare nächste Woche!“
„Ich werde NUR solche Kommentare machen, VERLASS DICH DRAUF!!“

„Wirst du nicht! Immerhin hat sie dich ja um Hilfe gebeten!“
„Hilfe bei was?? Und übrigens: MICH hat NIEMAND um Hilfe gebeten!!“

„Aber ich habe versprochen, dass ich mich darum kümmere.“
„Schön, aber ohne mich zu fragen.“

„Jetzt sei doch nicht so, dann komm mir zuliebe mit, ja?“
„Nein.“

„Bitte, bitte, bitte!“
„Nein!“

„Ich lasse dich auch beim Mensch-ärgere-dich-nicht gewinnen!“
„Oh, toll!!“

„Vera braucht uns, und vor allem dich! Sagte ich doch schon!“
„Und warum sagst du mir dann nicht, worum es geht, bitte??“

„Ach, sagte ich das noch gar nicht?“
„Boah, ich baue schon mal das Sauerstoffzelt auf…“

„Du hast ja gar kein Sauerstoffzelt.“
„NEIN, ABER ICH BRAUCHE GLEICH EINS, WENN DER NOTARZT KOMMT!“

„Jetzt tu nicht wieder so, als würde ich dich krank machen!“
„LIEBSTE, WAS WILL DIESE VERA VON UNS, VON MIR, VON EGAL WEM!?“

„Sie will mit dir ein neues Leben anfangen. Ist das nicht süß?“
„Ich muss mich hinsetzen…“

„Sie lässt alles hinter sich und startet als neuer Mensch durch.“
„Aha…“

„Und DU bist der einzige Mann, dem sie noch vertraut.“
„Ich…“

„Du wirst nächste Woche auch der einzige Mann dort sein.“
„-„

„Ja, und ich bin deshalb auch so stolz auf dich, mein Schatz!“
„Ich bin zu Tränen gerührt…“

„Also hilfst du jetzt dieser bedauernswerten jungen Frau?“
„Wenn ich jetzt Ja sage, darf ich dann in Ruhe sterben?“

„Ja, aber das mit dem Sterben bitte erst nach Samstag.“
„Das ist wirklich sehr großzügig von dir, danke…“

„Allerdings gibt es noch einen klitzekleinen Haken…“
„War ja klar…“

„Ich kann nicht mitfahren nachmittags.“
„Mitfahren?? Aber eben hast du doch gesagt, dass du…“

„Jaja, zu Vera, aber nachmittags musst du ohne mich fahren.“
„Fahren wohin??“

„Nach Wiesbaden.“
„Wiesbaden??“

„Ja, sie zieht von Bremen nach Wiesbaden.“
„Was??“

„Das sagte ich doch schon, oder?!“

Kopfschüttel…

1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (noch nicht bewertet)
Loading...Loading...
Diesen Blogartikel verlinken:

Hast du mir nicht zugehört?

Meine Liebste und ich sitzen am frühen Donnerstagmorgen noch zusammen in der Küche, bevor wir zur Arbeit aufbrechen müssen.
Auch wenn die Liebste nicht gerade ein Morgenmensch ist, so macht sie heute aber ein überaus griesgrämiges Gesicht…
Ob da jetzt noch was kommt?

„Schatz, ich muss dir was sagen.“
„Ja? Was denn, Süße?“

„Ich verlasse dich.“
„Was??“

„Ich verlasse dich!“
„Ähm…“

„Ich gehe erst einmal zurück zu meinen Eltern.“
„Aha. Na dann grüß sie mal schön.“

„Mann!!“
„Was denn??“

„Hast du mir nicht zugehört??“
„Doch, doch? Wieso?“

„ICH VERLASSE DICH!“
„Ja, das habe ich gehört. Kannst du dann den Müll mit raus nehmen?“

„Mann, du bist so doof!“
„Wieso?? Du sagst doch immer, ich soll praktisch denken.“

„Du glaubst mir nicht, oder??“
„Heute? Am 1. April?? Ich gehe dir doch nicht auf den Leim, pff!“

„Ach, ist heute der 1. April??“

Kopfschüttel…

1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (noch nicht bewertet)
Loading...Loading...
Diesen Blogartikel verlinken: