Meine Liebste und ich sitzen gemeinsam im Wohnzimmer und lesen Zeitschriften.
Die Liebste blättert in der aktuellen Freundin (der perfekte Mode-Mix) und ich lese die letzte c´t (crawlen mit YaCy).
Kurzum: da will niemand ernsthaft mit dem anderen tauschen…
“Schatz?”
“Ja, Liebste?”
“Steht da in der c´t auch was drin, was für mich interessant ist?”
“Nein. Es geht hier nur um Computertechnik. Sonst nichts.”
“Gar nichts?”
“Gar nichts.”
“Und das, was du da gerade liest, das wäre nichts für mich?”
“Ich lese gerade, wie man sich selbst eine Suchmaschine bastelt.”
“Willst du dir denn selber eine basteln?”
“Vielleicht, aber ich denke wohl eher nicht…”
“Und warum liest du das dann?”
“Weil es interessant ist, darum.”
“Also ich finde das nicht besonders interessant…”
“Das weiß ich, das sagte ich ja.”
“Wir haben doch Google, oder nicht?”
“Ja, genau… Wir haben Google…”
“Das ist doch eine Suchmaschine, oder?”
“Ja.”
“Und in der Zeitung steht, wie man sich selber Google macht??”
“Ähm… Nein, also wenn mal beispielsweise lokal alle Dat…”
“Jaja, schön. Gib mir doch mal die c´t bitte.”
“Wieso?? Was willst du denn damit??”
“Ich möchte testen, ob da auch irgendetwas für mich drin steht.”
“Ich will aber jetzt weiterlesen!”
“Nun gib doch mal, nur eben ganz kurz!”
[Etwas skeptisch reiche ich meiner Liebsten die c´t rüber und verleihe mit meinem verwunderten Gesichtsausdruck der ganzen Situation vielleicht eine etwas herablassende Stimmung...]
“Danke. So, nun wollen wir mal sehen…”
“Ähm…”
“Hier! Solid State Disks. Mit Flash. Und Haltbarkeitsdatum.”
“Was??”
“Das steht hier!”
“Quatsch! Kann ich jetzt die Zeitung wiederhaben, bitte?”
“Weißt du denn, was… Solid State Disks sind?”
“Natürlich weiß ich das. In meinem Job muss man sowas wissen.”
“Und was ist das??”
“Das ist eine Festplatte, die funktioniert wie ein USB-Stick.”
“Verstehe ich nicht…”
“Schatz, die Zeitung bitte…”
“Und was ist zwei Dice, Planes, MLC-Speicher und Pufferregister?”
“Ähm…”
“Ja?”
“Nun, also, ähm, Pufferregister sind, glaube ich, sind…”
“Und was sind dann Dice und MLC?”
“Hm…”
“Jetzt sag bloß, das weißt du nicht!”
“Also ich muss zugeben, dass, ähm…”
“Ich dachte, so etwas muss man in deinem Job wissen!”
“Genau deswegen kaufe ich ja diese Zeitung immer!”
“Hast du denn diesen Artikel hier noch gar nicht gelesen?”
“Doch, habe ich.”
“Obwohl du gar nicht verstehst, was da drin steht??”
“Ich verstehe es ja, aber ich merke mir nicht jedes Detail!”
“Aber geht es denn in einer Fachzeitung nicht um die Details??”
“Doch, natürlich! Aber man muss und kann nicht alles wissen.”
“Und dann willst du auch noch Google nachbauen??”
“Was will ich??”
“Du hast gesagt, dass du Google nachmachen könntest!”
“Blödsinn! Ich habe gesagt, dass…”
“Naja, egal, hier hast du deine geliebte c´t wieder…”
“Danke.”
“Oder möchtest du vielleicht mal Freundin lesen?”
“Nee.”
“Da steht zum Beispiel alles über perfekte Wimpern!”
“Das überlasse ich gerne dir, Schatz.”
“Ist auch besser so, das verstehe ich jetzt völlig.”
“Jetzt? Wieso jetzt??”
“Du könntest dir die Details ja sowieso nicht merken!”
Kopfschüttel…


Meine Liebste und ich halten uns ein wenig in der Küche auf.
Meine Liebste und ich liegen abends in unserem Bett und lesen noch ein wenig.
Meine Liebste kommt von der Arbeit nach Hause und trifft mich bereits im Wohnzimmer an; das kommt nicht oft vor, aber heute ist es so:
Meine Liebste und ich sitzen am Abend im Wohnzimmer und lassen das Wochenende ausklingen.
Meine Liebste und ich erwarten morgen Abend Besuch. Dummerweise ist die Wohnung in einem “dringend pflegebedürftigen” Zustand…
Meine Liebste hat heute frei gehabt und als ich abends nach Hause komme, frage ich sie, wie sie den sonnigen Tag verbracht hat.
Meine Liebste und ich sitzen am heutigen Sonntag gemütlich beim Frühstück und unterhalten uns über Gott und die Welt.
Wie das Leben manchmal so spielt: unsere Heizung ist kaputt gegangen, sie gibt keinen Mucks mehr von sich. Das ist übrigens auch nicht besonders verwunderlich und war schon lange zu erwarten, denn sie hat bereits 24 Jahre lang gute Dienste geleistet.
Meine Liebste und ich sitzen im Wohnzimmer an unserem Esstisch und essen Abendbrot. Da wir wieder einmal den Fehler gemacht haben, mit hungrigen Mägen einkaufen zu gehen, ist der Tisch übersät mit Leckereien.
|