Das Übliche eben

Meine Liebste und ich sitzen am Freitagabend entspannt im Wohnzimmer und überlegen, was wir mit dem Abend anfangen.
Die Liebste macht den Vorschlag, mal wieder eine Runde Rummikub zu spielen; das ist nicht gerade mein Favorit, aber auch ich spiele es ab und zu ganz gerne.

„Spielen wir in der Küche, Schatz?“
„Ja, Süße, da haben wir genug Platz.“

„Wo ist das Rummikub-Spiel denn überhaupt??“
„Müsste eigentlich bei den anderen Spielen im Gästezimmer liegen.“

„Gehst du es holen, ja?“

„Ja. Ich hoffe, dass es da auch liegt.“

„Wo soll es denn sonst sein??“
„Da du es das letzte Mal weggeräumt hast, ist das ungewiss.“

„Wie bitte?? Ich tue immer alles dahin, wo es hingehört!“
„Klar. Ich erinnere nur kurz an mein Haar Gel von neulich.“

„Das zählt nicht, das war ein Versehen.“

„Versehen?? Du hast es im Kabuff zu den Autoreinigern gestellt!“

„Na und??“
„…und dann habe ich eine neue Tube gekauft und die auch!“

„Ich wusste eben nicht, was das für schwarze Tuben sind.“

„…ich habe 2 Wochen gebraucht, bis ich die wiedergefunden habe!“

„Das hätte auch gut Schuhcreme sein können.“
„Aha, und dann stellst du die zu den Autosachen??“

„In unserer Schuhkiste war eben kein Platz mehr!?“

„Wahrscheinlich steht das Rummikub irgendwo bei den Fahrrädern…“

„Quatsch!“
„Ich gehe jetzt zu den Spielen und schaue nach…“

„Gut, dann…“

[…noch bevor die Liebste ihren Satz beenden kann, klingelt das Telefon. Das Display verrät, dass es sich bei der Anruferin um Nadine handelt, eine alte Schulfreundin der Liebsten. Ich drücke ihr das Telefon in die Hand und wir verabreden, dass die Liebste das Telefonat annimmt (annehmen muss, wie sie sagt) und ich in der Zwischenzeit schon mal das Rummikub in der Küche aufbaue.
Gesagt, getan: ich sitze startklar in der Küche von den weißen Rummikub-Steinchen, während die Liebste  noch immer im Gästezimmer hinter verschlossener Tür telefoniert: seit einer Stunde!
Plötzlich geht die Tür auf und die Liebste kommt herein…]

„So, fertig! Hat etwas länger gedauert.“

„Etwas?? Du hast eine ganze Stunde lang mit ihr telefoniert!“

„1.13, wenn du es genau wissen willst.“
„Will ich nicht!“

„Hast du hier alles fertig soweit?“
„Soll das ein Witz sein??“

„Nee, wieso?“

„In der Zeit hätte ich 100 neue Steine schnitzen können!!“

„Und? hast du?“
„Nein, habe ich NICHT!“

„Warum betonst du das dann so??“
„Weißt du was, vergiss es einfach, können wir jetzt spielen?“

„Natürlich, du willst doch noch, oder?“
„Deswegen warte ich ja hier seit einer Ewigkeit auf dich!“

„Hast du die Steine schon durchgemischt?“

„Liebste, die Steine sind so was von gemischt, gemischter geht nicht!“

„Aber du sitzt doch hier schon eine Zeit lang?“
„Eben!“

„Dann könntest du dir die Steine ja schon alle angeguckt haben?“
„Habe ich NICHT!“

„Ich mische lieber noch einmal, dir kann man nicht trauen.“
„Was??“

„…weil du ja bei Rummikub auch immer verlierst.“
„Das stimmt ja gar nicht!“

„…deswegen spiele ich es ja auch so gerne mit dir.“
„Ach sooo! Ich sehe, das Warten hat sich mal wieder richtig gelohnt!“

„…ich habe mich extra beeilt am Telefon.“
„Beeilt?? DAS nennst du beeilen??“

„Klar! Wir hätten locker noch weiter telefonieren können.“
„Das darf doch wohl nicht wahr sein…“

„Ich musste Nadine regelrecht abwürgen.“
„Wahrscheinlich werde ich die Frage wieder bereuen, aber…“

„Aber?“
„…worüber habt ihr denn überhaupt so lange gesprochen?“

„Wieso?“
„Naja, gab es wieder irgendeine Katastrophe, oder was?“

„Wieso denn eine Katastrophe??“
„…wo Superwoman Liebste zur Hilfe gerufen werden musste?“

„Nein, warum? Wie kommst du denn darauf?“

„Ähm… Und worüber habt ihr dann so lange gequasselt, bitte??“

„Das Übliche eben.“
„Das Übliche??“

„Zu den wichtigen Sachen sind wir noch gar nicht gekommen.“
„Moment, Moment: NOCH NICHT??“

„Ich musste das Gespräch unterbrechen wegen dir.“
„Wegen mir??“

„Damit du nicht sauer wirst.“
„Damit ICH nicht sauer werde??“

„Wieso wiederholst du denn dauernd alles, was ich sage??“
„Weil mir dazu wirklich nichts Besseres einfällt!!“

„Spielen wir jetzt oder nicht!?“

„Wir spielen!“

„Gut, aber schnell.“
„Wieso schnell, das ist ein Geduldsspiel??“

„Ich habe Nadine gesagt, dass ich wieder anrufe.“

„Wie bitte??“

„Naja, so lange dauert das doch hier nicht, oder?“
„Heißt das, du willst nur ein einziges Spiel machen??“

„Nein, wie kommst du denn darauf?“
„Weil, weil…“

„Vielleicht nach zwei Spielen, schätze ich.“
„Zwei?? Und wovon hängt das ab, bitte??“

„Wenn du 2-mal verloren hast, bist eh du froh, wenn ich gehe.“

Kopfschüttel…

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Die kleine Blume links

37 Grad, brütende Hitze: obwohl meine Liebste und ich den Sommer lieben, ist das vielleicht doch etwas zu viel des Guten.
Nicht nur wir müssen aufpassen, dass wir nicht vertrocknen wie eine Dörrpflaume, sondern auch für unsere gefühlten 1.254 Blumen muss gesorgt werden.

„Du, Schatz?“
„Ja, Süße?“

„Hast du die Blumen auf der Terrasse gegossen?“
„Natürlich.“

„Weil, ich habe gar nicht gesehen, dass du sie gegossen hast.“
„Ich habe sie aber gegossen.“

„Die müssen jetzt nämlich jeden Tag gegossen werden?“
„Sie werden ja auch jeden Tag gegossen.“

„Und du hast sie wirklich nicht vergessen?“
„Nein.“

„Und warum habe ich dich dann nicht gesehen?“
„Was weiß ich, wo du mit deinen Gedanken wieder warst!“

„Also du hast sie gegossen?“
„JA! Ich HABE sie gegossen!“

„Dann ist ja gut.“
„Bist du jetzt zufrieden, ja?? Darf ich jetzt weiterleben??“

„Ja.“
„Schön.“

„-„
„-„

„Auch die kleine links?“
„Was? Wen?“

„Ob du auch die kleine Blume links gegossen hast?“
„Sag mal, was soll denn das??“

„Was denn??“
„Glaubst du, dass ich nicht mal Blumen gießen kann, oder was??“

„Ich frage doch nur?!“
„NATÜRLICH habe ich die KLEINE BLUME LINKS gegossen!“

„Oh, das ist ja jetzt doof…“
„Was?? Wieso??“

„Weil die eigentlich nicht so viel Wasser haben darf…“
„Wie bitte?? Keine Sorge, ich habe sie gegossen, wie immer.“

„Nein, nein, darum geht es nicht.“
„Sondern??“

„Weil ich die vorhin auch schon gegossen habe.“
„Was! Die kleine Blume links??“

„Ja.“
„Die hast – DU – gegossen?? Vorhin??“

„Ja.“
„Und warum hast du dann nicht gleich ALLE Blumen gegossen??“

„Weil du ja heute dran bist, wir wechseln uns doch ab, oder??“
„Ich HABE ja auch die Blumen gegossen!“

„Aber die kleine Blume links hättest du nicht gießen dürfen.“
„Toll! Und wieso gießt du ausgerechnet diese einzelne Blume vorher??“

„Weil ich mir sicher war, dass du die wieder vergisst!“

Kopfschüttel…

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Du gibst dir keine Mühe!

Meine Liebste läuft mit einem großen Korb voller frisch gewaschener Wäsche an mir vorbei und steuert auf die Terrasse zu, wo bereits der ausgeklappte Wäscheständer steht. Da ich seit 2 Stunden faul rumhänge, fühle ich mich irgendwie aufgefordert, ihr nachzugehen und ihr beim Aufhängen zu helfen…

„Schatz? Was machst du da?“
„Ich wollte dir helfen, Süße.“

„Womit??“
„Mit Wäsche aufhängen?“

„Nee, nee, nee, nicht meine Unterwäsche-Sachen!“
„Oh, Entschuldigung!“

„Die sind empfindlich, das mache ich lieber selber!“
„Ja, stimmt, einen Slip aufhängen kann wirklich nicht jeder…“

„Du kannst ja die Socken aufhängen, wenn du helfen willst.“
„Na schön, hänge ich eben die Socken auf.“

[Ich wundere mich ja sehr oft, wie Frauen mit Waschmaschinen umgehen; im Gegensatz zu mir gelingt es der Liebsten locker, ungefähr dreimal so viel in die Maschine zu stopfen, wie ich. Das spare Energie, sagt sie…
Das bedeutet aber auch dazu, dass die ganzen Sachen nach dem Schleudern quasi fest zusammengequetscht und dementsprechend faltig sind, so auch die geschätzten 1.000.000 schwarzen Socken.
Dieser Umstand hat schon einmal dazu geführt, dass ich der Liebsten verbieten musste, meine Hemden auf diese Weise zu waschen; aber das ist eine ganz andere Geschichte.]

„Schatz, was machst du denn da??“
„Ich hänge die Socken auf, Liebste.“

„Aber dabei gibst du dir ja gar keine Mühe??“
„Keine Mühe?? Wie soll ich mir denn da Mühe geben??“

„Naja, du hängst die ja einfach alle irgendwie auf!“
„Was soll ich denn sonst damit machen? Mich mit ihnen unterhalten??“

„Worüber denn?“
„Was?“

„Naja, worüber willst du dich denn mit den Socken unterhalten?“
„Liebste, das war nur ein, ein…. Also nicht ernst gemeint und…“

„Du hast gefragt, ob du dich mit den Socken unterhalten sollst!“
„Das war aber mehr eine rhetorische Frage, weil…“

„…und ich will doch nur wissen, worüber du reden möchtest!“
„Ich will mich mit den Socken nicht unterhalten!“

„Sondern??“
„Ich will sie einfach nur aufhängen, mehr nicht!?“

„Warum redest du denn dann so einen Blödsinn??“
„Wer! Ich??“

„Erst hängst du sie nicht richtig auf, dann willst du reden!“
„Ich wollte nur einen Witz machen, nur einen Witz!“

„Sehr witzig, h-aaa, h-aaa…“
„Verrätst du mir jetzt bitte, was mit den Socken nicht stimmt??“

„Pff! Frag sie doch selbst!“

Kopfschüttel…

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Riech doch mal

Meine Liebste und ich sitzen zusammen im Wohnzimmer und läuten einen lockeren Fernsehabend ein.
Es gibt zwar in der Flimmerkiste nichts Besonderes heute, aber so nebenbei kann man RTL, Pro7 & Co ja laufen lassen; Frauentausch oder Hausbau oder Schuldenberater werden ja täglich geboten.
Die Liebste sitzt ruhig auf dem Sofa, bis sie plötzlich einen halben Sprung unter die Zimmerdecke hinlegt!

„Mann!“
„Was ist denn, Süße?? Ist was passiert??“

„Hier summt die ganze Zeit eine Fliege um mich rum!“
„Eine Fliege??“

„Könnte auch eine Mücke sein, aber eher eine Fliege!“
„Ich sehe nichts…“

„Sie ist aber da, dauernd schwirrt die um mich rum!“
„Tja, die Fliege wird dafür sicher gute Gründe haben…“

„So?? Und was für Gründe gäbe es da deiner Meinung nach??“
„Naja, ähm…“

„Weil ich stinke??“
„Du stinkst??“

„Ich stinke NICHT!“
„Wann hast du denn das letzte Mal geduscht?“

„Heute Morgen!“
„Naja, das ist natürlich, also, na, wenn das mal nicht…“

„Hier, riech doch mal!“

[Die Liebste schmeißt sich auf mich drauf und drückt mir nacheinander sämtliche ihrer Extremitäten auf die Nase…]

„Und? Stinke ich, du Blödmann??“
„Ähm, nein, also ich rieche nichts…“

„Du riechst nichts??“
„Naja, aber ich bin auch keine Fliege, also…“

„Wenn hier einer stinkt, dann ja wohl DU!“
„Ich??“

„Ja, du! Und deswegen schwirrt die Fliege lieber um mich rum!“
„Wie jetzt?? ICH soll stinken, aber die Fliege nimmt lieber DICH??“

„Vielleicht ist das für Fliegen gefährlich, was du so ausdünstest.“
„Ja nee, iss klar!“

„Du hast selber gesagt, dass die Fliege einen guten Grund hat!“
„Das war aber eigentlich nur eine scherzhafte Vermutung!“

„Wenn du Tatsachen willst, dann frag die Fliege doch selbst??“
„Gerne, dann schick sie doch bitte mal zu mir rüber!“

„Du bist so doof! Und du stinkst!“
„Und DU wirst von einer Fliege belästigt, DAS gäbe MIR zu denken!“

„Und was willst du damit jetzt sagen??“
„Eigentlich will ich nur wissen, wie du die Fliege loswerden willst?“

„Das liegt doch wohl auf der Hand, oder?“
„Du holst eine Fliegenklatsche?“

„Nein.“
„Dann fängst du sie mit den Zähnen?“

„Nein! Und außerdem ist das Bäh!“
„Und was willst du stattdessen tun?“

„Ich gar nichts, aber du!“
„Ich?? Vergiss es, ich fange dir die arme Fliege nicht.“

„Nee, aber du gehst jetzt sofort duschen!“

Kopfschüttel…

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