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Formel 1

25. März 2010, aus der Schublade Wohnen und Leben

Meine Liebste und ich sehen am Abend in den Nachrichten einen Bericht über das bevorstehende Formel 1 Rennen in Melbourne; ganz zum Schluss des Beitrages gibt Niki Lauda noch seine Einschätzung zu Michael Schumacher ab.
Ist ja schon ein Urgestein, der Lauda; obwohl, so alt ist der eigentlich noch gar nicht…

“Warum stöhnst du denn so, Schatz?”
“Ach, nichts, alles gut, Süße.”

“Nee, jetzt sag doch mal?”
“Naja, ich meine, der Lauda bräuchte mal einen Nachfolger.”

“Nachfolger? Wofür??”
“Na für solche Kommentare eben, wie er sie ständig abgibt.”

“Verstehe ich nicht…”
“Ich meine, es gibt doch auch noch jüngere Kommentatoren.”

“Ja?”
“Ja. Aber die Medien stürzen sich immer nur auf ihn.”

“Macht der Niki Lauda das denn nicht gut?”
“Doch…”

“Warum soll das dann jemand anderes machen??”
“Naja, um auch Jüngeren mal ne Chance zu geben, beispielsweise.”

“Ach so, ja. Und wenn das so wäre, was macht der Lauda dann?”
“Wie! Wie meinst du was, was der dann macht!?”

“Na dann ist der doch arbeitslos, oder??”
“Ähm…”

“Was soll der denn machen, wenn er auf der Straße steht??”
“Liebste, also ich würde mal meinen, dass…”

“…seit wann bist du denn so gehässig??”
“Gehässig?? Ich?? Nur weil ich meine, dass…”

“Du kannst doch dem Mann nicht den Job wegnehmen wollen!”
“Quatsch, will ich doch gar nicht!”

“Der steht dann auf der Straße und wir müssen das bezahlen!”
“Bezahlen?? Was müssen wir denn bezahlen??”

“Na wenn der Hartz 4 kriegt dann??”
“Oh Gott, das glaubt mir wieder keiner…”

“Ist doch aber wahr!”
“Liebste! Der hat – nebenbei – eine eigene Fluglinie!”

“Fluglinie?? Ich dachte, der sei Rennfahrer gewesen??”
“Ja, war er ja auch, aber…”

“Und jetzt ist der Pilot??”
“Nein, er…”

“OK, wenn der Pilot ist, dann ist das ja ungerecht!”
“Niki Lauda ist nicht, ich meine, also er hat damals…”

“Ich meine, wenn der umgeschult hat?”
“Niki Lauda hat doch nicht UMGESCHULT!?”

“Demnächst macht der vielleicht noch seinen Segelschein!”
“Segelschein?? Was soll das denn jetzt??”

“Ja, wieso? Das kann doch sein?”
“Und warum sollte er, bitte??”

“Wenn ihm das Arbeitsamt das bezahlt?”
“WIE BITTE?? WAS??”

“Dann könnte er die Segelregatta am Dümmer kommentieren!”
“Himmel, ich brech zusammen, echt…”

“Das wusste ich ja alles gar nicht, sehr interessant!”
“Ja… Aber das solltest du auch besser schnell wieder verg…”

“Jetzt weiß ich auch endlich was über die Formel 1!”

Kopfschüttel…

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Nicht so laut!

1. März 2010, aus der Schublade Wohnen und Leben

Meine Liebste und ich sind zu Besuch bei Freunden, wo wir friedlich und brav auf dem Sofa sitzen und uns unterhalten.
Auf dem Wohnzimmertisch vor uns stehen vier Gläser und ein paar Süßigkeiten für zwischendurch, wie sich´s gehört.
Eine entspannte Runde in gemütlicher Atmosphäre!

“Du Schatz, psst!”
“Was ist denn, Süße?”

“Die Dinger da, die Dings…”
“Was?”

“Die in dem roten Papier, die Süßigkeiten da…”
“Ja? Was ist damit?”

“Nicht so laut!”
“Ähm… Was – ist – mit – den – roten – Dingern?”

“Schmecken die?”
“Woher soll ich das wissen??”

“Ich dachte, du hättest schon eins gegessen??”
“Nein, habe ich nicht.”

“Ich möchte so eins haben.”
“Ja, und, äh… Warum nimmst du dir keins?”

“Hinterher schmecken die nicht.”
“Tja, hinterher wirst du´s wissen.”

“Kannst du nicht, ich meine…”
“Liebste, sag jetzt nicht, dass ich erst probieren soll!”

“NICHT SO LAUT!!”

[Unsere beiden Freunde Lena und Frank schauen uns leicht verdutzt an und erkundigen sich vorsichtig, ob alles in Ordnung sei... Die Liebste nickt und betont, sie müsse etwas mit mir besprechen, wäre aber nichts Wichtiges und hätte auch gar nichts mit ihnen zu tun, alles sei wunderbar.
Nach einem Moment der Stille - der eine gefühlte Ewigkeit gedauert hat - beschließen Lena und Frank, zusammen eben schnell in der Küche klar Schiff zu machen und lassen uns allein...]

“Du bist so doof!”
“Ich?? Wieso ich denn??”

“Jetzt sind sie beleidigt und denken wer weiß was!”
“Das ist doch aber nicht meine Schuld!?”

“Schuld, Schuld, ich höre immer nur Schuld!”
“Aber du führst dich doch wieder mal wie eine Verrückte auf!”

“WIEDER MAL??”
“Naja, ähm, also wie ab und zu eben.”

“ICH bin verrückt?? WIEDER??”
“Ja ich vielleicht?? Natürlich du!”

“Ich wollte doch nur so ein rotes Ding essen!”
“Dann iss doch eins!”

“Ich kann das aber nicht aufessen, wenn es nicht schmeckt!”
“Es wird schon schmecken.”

“Und wenn Kaffee drin ist?? Du weißt, ich hasse Kaffee!”

[Lena kommt zurück ins Wohnzimmer und bestätigt der Liebsten zur Sicherheit, dass sie nicht vorgehabt habe, Kaffee für die Liebste zu servieren...
Was die Liebste mit einem freundlichen Lächeln dankend bestätigt.]

“Siehst du, du blamierst mich total vor Lena!”
“Schatz, iss jetzt so ein Ding oder lass es!”

“NICHT SO LAUT!!”
“Ich esse auf jeden Fall keins.”

“Die sehen ja schon sehr lecker aus…”
“Könnte aber Kaffee drin sein…”

“Du bist so doof!”

[Dieses Mal streckt Frank seinen Kopf durch die Tür und fragt, ob er damit gemeint sei...
Während ich mir krampfhaft den nahenden Lachanfall wegdrücke, versichert die Liebste Frank ausdrücklich, dass er nicht doof sei und dass das nur auf andere anwesende Männer zuträfe...]

“Oh Gott, die laden uns ja nie wieder ein!”
“Mich hat schon gewundert, dass wir überhaupt kommen durften…”

“Was soll das denn jetzt heißen??”
“Naja, ich meine, wer uns kennt, der weiß ja, dass du…”

“ICH?? I-C-H??”
“Liebste, du bist eben manchmal etwas komisch, das…”

“Das sagt ja der Richtige!”
“Wieso, ich mache doch gar nichts, ich sitze hier nur!”

“Probierst du jetzt so ein rotes Ding für mich oder nicht!?”
“Nein.”

“Och bitte!”
“Nein!”

“Bitte, bitte, bitte, bitte!”
“Oh Mann, gibst du dann endlich Ruhe??”

“Ja, ja, ja!”
“Na schön…”

[Ich weiß, ich hätte bei Nein bleiben sollen... Aber jeder Mann weiß, dass Frauen manchmal ihren Willen durchsetzen können, ohne auch nur ein einziges Argument zu haben. Keine Ahnung, wie sie das machen, aber die Liebste kann. Ich kann ihr einfach nichts abschlagen, naja, und wenn es nur um eine Praline geht, da muss man ja auch nicht so streng sein...]

“Und? Wonach schmeckt das?”
“Tja, ähm…”

“Nun sag schon? Bestimmt mies, oder?”
“Tja, also… Toll ist das nicht, ähm…”

“Geht gar nicht?”
“Naja… Schmeckt nach, also, hm…”

[Lena und Frank kommen wieder ins Wohnzimmer zurück, bewaffnet mit a) einer Schale M&Ms, b) Salzstangen und c) ein paar geschälten Apfelstückchen... Es ist offensichtlich, dass sie damit der Liebsten ausreichend Alternativen anbieten wollen und die Apfelecken sind eine ziemlich gute Idee!]

“Schatz, psst!”
“Was ist…”

“Schau mal, ist das nicht lieb von Lena, das mit den Äpfeln?”
“Ja…”

“Finde ich ja super, dass sie dir die gemacht hat.”
“Ähm, Moment… MIR??”

“Natürlich DIR!”
“Wieso denn für mich?? Für dich wohl eher!”

“Nein, für dich!”
“Warum??”

“Weil sie gemerkt hat, dass dir die Roten nicht schmecken!”
“Ähm…”

“War ja auch nicht zu überhören dein Gejammer!”

Kopfschüttel…

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Unspontan

22. Februar 2010, aus der Schublade Wohnen und Leben

Meine Liebste und ich räumen mal wieder ein bisschen auf; es ist nicht der große Frühlingsputz, aber irgendwie sammeln sich doch immer wieder Sachen an, die woanders hingehören.
Während wir also durch die Wohnung rennen, läuft die Liebste auf dem Flur an mir vorbei.

“Hallo?? Manno!!”
“Was ist denn Süße??”

“Ich stehe hier und du rennst einfach an mir vorbei!”
“Ähm, ich wollte ins…”

“Ich wollte dich küssen und du merkst das nicht mal!”
“Entschuldigung, ich war so in Gedanken und…”

“Typisch.”
“Na schön, dann küssen wir uns jetzt eben.”

“Nee, lass mal. Jetzt ist das ja doof, so unspontan.”
“Können wir uns nicht auch einfach mal unspontan küssen??”

“Doch, aber das ist ja wohl nicht das Gleiche!”
“Aha…”

“Habe ich dir heute schon gesagt, wie lieb ich dich habe?”
“Nein, hast du nicht.”

“Tja, das ist Pech!”

Kopfschüttel…

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Trotzdem

17. Februar 2010, aus der Schublade Wohnen und Leben

Meine Liebste und ich planen einen Ausflug in das Möbelhaus Zurbrüggen in Delmenhorst.
Wir brauchen (wie die Liebste sagt) ein paar “Dekorationssachen” für den nahenden Frühling, und da sei Zurbrüggen eine sehr gute Adresse.
Und das nicht nur für Deko…

“Wann wollen wir denn los, Schatz?”
“Gleich. Wir fahren gleich los, Süße.”

“Gut.”
“Brauchen wir nur Deko oder noch was anderes?”

“Wieso was anderes?? Was brauchen wir denn noch?”
“Naja, brauchen wir noch Möbel, einen Schrank oder irgendwas?”

“Können wir das nicht vor Ort entscheiden??”
“Nee, ich wüsste das gerne jetzt. Der Laden ist riesengroß.”

“Naja, ich brauche tatsächlich noch was.”
“Aha? Und was?”

“Ein neues Bett.”
“Wie bitte?? Ein neues Bett?? Haben wir etwa keins??”

“Doch, aber ich hätte gern ein anderes.”
“Was stimmt denn mit unserem Bett nicht??”

“Mit dem Bett ist alles in Ordnung. Eigentlich.”
“Und un-eigentlich??”

“Es hat nicht alle Funktionen, die ich benötige.”
“Du kannst dich doch reinlegen und schlafen, was vermisst du denn??”

“Ich möchte ein Bett, das mich irgendwo hinfährt.”
“Was??”

“Ja, ich wache auf und sage: fahr mich zur Arbeit oder so.”
“Ähm…”

“Oder es fährt mich spazieren und ich kann schön liegen.”
“Aha, ja. Und sag mal, gesundheitlich ist aber alles in Ordnung??”

“Wieso? Ich wollte schon immer so ein Bett haben!”
“Sehr schön! Bei euch zuhause auf dem Mars gibt es sowas vielleicht!”

“Wieso denn Mars??”
“Naja, so unter euch Außerirdischen, meine ich…”

“Mars finde ich nicht gut.”
“Das macht nichts, wir fahren ja auch zu Zurbrüggen.”

“Können wir da mal nach Betten gucken?”
“NEIN!”

“Jetzt sei doch nicht so?”
“Liebste, es gibt bei Zurbrüggen keine Betten, die irgendwo hinfahren!”

“Nicht?”
“Nein…”

“Schade.”
“Sonst noch was?”

“Ja, ein neuer Kühlschrank wäre gut.”
“Soll der dich vielleicht auch an der Weser spazieren fahren??”

“Nee.”
“Gott sei Dank… Ich erwähne es nur ungern, aber wir haben einen.”

“Trotzdem hätte ich aber gerne einen anderen.”
“Du meinst, einen größeren?”

“Nee.”
“Sondern??”

“Einen, mit dem ich sprechen kann.”
“…Liebste, bitte, ich will doch noch alt werden, daher bitte…”

“Ich will mit dem sprechen!”
“Um Himmels Willen, warum?? Was willst du ihm denn sagen??”

“Na was ich essen will! Und Zack: Voila!”

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…und meckert dann noch, pff!

10. Februar 2010, aus der Schublade Wohnen und Leben

Meine Liebste sitzt an ihrem PC im Arbeitszimmer, als ich am Abend nach Hause komme.
Da ich angesichts der Wetterverhältnisse heute für 28 Kilometer zwei Stunden gebraucht habe, wünsche ich jetzt keinerlei Störungen, Aufwände oder böse Überraschungen mehr…

“Hallo Schatz! Na, gut durchgekommen?”
“Danke der Nachfrage, Süße, aber es war eine totale Katastr…”

“Das ist schön, Schatz.”
“Ja, ähm…”

“Und hast du heute etwas Tolles erlebt?”
“Ähm, nein, aber sag mal…”

“Was denn?”
“Was riecht denn hier so komisch?”

“Hast du es gemerkt, ja? Schön!”
“Das riecht doch hier nach, nach… Vanille?”

“Stimmt! Vanille!”
“Und was ist das?”

“Vanille ist ein Gewürz.”
“Oh, ja, vielen Dank!”

“Gerne.”
“Nein, ich meine, wieso riecht das hier nach Vanille??”

“Weil ich Vanille besser fand, als Zitrone.”
“Nein… Ich meine, WOHER kommt denn der Duft??”

“Von Schlecker, wieso?”
“Himmel, Liebste!!”

“Was denn??”
“Sag mal, du willst mich doch veräppeln, oder??”

“Wieso, warum? Ich? Dich?? Wieso??”
“Kannst du dann mal bitte auf meine Frage antworten??”

“Sehe ich etwa aus, wie ein Lexikon??”
“Nee.”

“Siehst du, und trotzdem erkläre ich dir alles.”
“Aber ich…”

“Fragt mich, was Vanille ist und meckert dann noch, pff…”
“Sag mal, kriegt man am Bahnhof jetzt vielleicht noch Morphium?”

“Kann sein, aber ich würde lieber gern bei Vanille bleiben…”
“Ich brech zusammen…”

“Kann ich sonst noch was für dich tun?”
“Ja. WO – STEHT – DAS – DING – MIT DEM DUFT!?”

“Ach, du meinst die Duftstäbchen mit dem Öl?”
“Gott sei Dank, sie hat mich endlich verstanden…”

“Sag ich nicht.”
“Was?”

“Sag ich nicht!”
“Was jetzt!? Wo die Duftstäbchen stehen??”

“Ja. Sag ich nicht.”
“Warum nicht??”

“Also genauer: sage ich DIR nicht.”
“Aber… WARUM??”

“Weil du das dann gleich wieder weg machst alles!”
“Wie bitte?? Warum sollte ich??”

“Weil du den Vanilleduft nicht magst.”
“Ich habe doch noch gar nichts dazu gesagt!?”

“Schön, und? Magst du ihn??”
“Ähm, ich, also… NEIN.”

“Siehste! Sag ich doch!”
“Was ist denn das für eine Beziehung, bitte, wo der eine…”

“..willst du darauf hinaus, dass man Vertrauen haben muss?”
“Ja! Zum Beispiel!”

“…und dass man Kompromisse machen muss miteinander?”
“Ja, auch das!”

“…und dass Geschmäcker öfter unterschiedlich sein können?”
“Genau!”

“…und dass man auch tolerant sein muss?”
“Korrekt.”

“Gut! Dann sind wir ja einer Meinung.”
“Heißt das, du sagst mir jetzt, wo du die Duftdinger versteckt hast?”

“Nein! Vertrauen ist gut, Vanille ist besser!”

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Total egal

6. Januar 2010, aus der Schublade Wohnen und Leben

Meine Liebste liegt im Wohnzimmer auf dem Sofa unter zwei (!) Decken, als ich am Abend nach Hause komme. Und sie hat sich bis zur Nasenspitze eingegraben!
Spontan befürchte ich, dass die Heizung wohl ausgefallen sein muss…
Aber nein, es fühlt sich SEHR warm an!?

“Hmhmmlho Schhhots!”
“Was? Was hast du gesagt, Süße??”

“Hhmahhhmo Schohtz!”
“Ähm… Soll das Hallo Schatz heißen??”

“Hmhmm…”
“Aha, ja… Hallo Süße…”

“Hmhmmm. Whm whoh dhhnn Thg?”
“Könntest du vielleicht mal die Decke aus dem Mund nehmen??”

“Ach so, ähm, ich fragte, wie dein Tag war.”
“Schön.”

“Das freut mich.”
“Sag mal, dir ist nicht zufällig kalt oder so??”

“Hier drin ist es ja auch saukalt!”
“Ähm…”

“Zwei Decken musste ich mir nehmen, guck mal!”
“Ja, das, ähm, sehe ich…”

“Ich hab die Heizung schon höher gedreht, nutzt aber nichts.”
“Liebste, hier im Wohnzimmer könnte ich locker eine Pizza backen!”

“Wieso, hast du Hunger?”
“Ähm… Ich wollte damit nur sagen, dass…”

“So spät noch Pizza essen ist ungesund!”
“Ich wollte auch eigentlich keine Pizza mehr essen…”

“Aber du hast doch gerade gesagt, dass du…”
“…nein, ich meinte, dass es hier so warm ist, wie…”

“Schon OK, du kannst doch Pizza essen, wenn du willst??”
“Ich will ja gar nicht!”

“Du musst dich doch mir gegenüber nicht rechtfertigen!?”
“Das wäre ja mal wirklich neu…”

“Pff! Iss doch Pizza, ist mir doch total egal!”
“Schatz, nochmal: ich WILL KEINE Pizza!”

“Aber jammer nachher nicht rum, dass du nicht schlafen kannst!”
“Wollen wir zur Abwechslung nicht mal wieder über dich reden??”

“Über mich??”
“Naja, damit wir dieses leidige Pizza-Thema endlich los werden…”

“Oh, das ist aber lieb, dass du dich um mich kümmern willst!”
“Ähm, also eigentlich wollte ich jetzt…”

“Ich nehm dann ein kleines Baguette Hawaii!”

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Sofort anfangen

13. Dezember 2009, aus der Schublade Wohnen und Leben

Meine Liebste und ich beobachten am Nachmittag bei einem Spaziergang den Himmel; da ziehen gewaltige Regenwolken am Horizont auf und wir vermuten, dass wir noch etwa eine Viertelstunde haben, bis sie über uns angekommen sind.
Es wird also Zeit, umzukehren.

“Ja, lass uns zurück gehen; ich möchte nicht nass werden!”
“OK, Süße. Aber regnen wird es wohl eher nicht…”

“Nicht?? Ist da vielleicht Käse drin in den Wolken, oder was??”
“Nein, kein Käse… Wieso denn überhaupt Käse??”

“Na stell dir doch mal vor, es würde Käse regnen??”
“Ähm…”

“Wenn man dann noch Weintrauben dazu hat, dann…”
“Schatz, Schatz! Es ist WASSER in den Wolken, ist ja gut!”

“Eben. Und deswegen wird es regnen.”
“Oder es kommt Schnee runter, es sind nur 3 Grad.”

“Ach so! Das wäre ja toll, wenn es schneien würde!”
“Tja, das könnte passieren, immerhin ist es…”

“…dann baue ich heute Nachmittag einen Schneemann!”
“Also so schnell wird das wohl nicht gehen, bis da genug…”

“Quatsch, wenn es schneit, fange ich sofort an.”
“Aha, und wie willst du das machen, bitte??”

“Ich stelle dich einfach 2 Stunden nach draußen!”
“Mich?? Hast du da nicht vielleicht eine Kleinigkeit vergessen??”

“Nee, wieso? Die Rübennase ist doch schon dran!”

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Das habe ich gesagt

3. Dezember 2009, aus der Schublade Wohnen und Leben

Meine Liebste musste ein paar Tage auf mich verzichten, ich war beruflich unterwegs.
Wieder zuhause angekommen, begrüßt sie mich strahlend und verbirgt etwas mit großer Mühe hinter ihrem Rücken. Ich liebe es, wenn sie sich so freut…
Das sieht nach einer Überraschung für mich aus!

“Dreimal darfst du raten, was ich für dich habe!”
“Liebste, ich habe keine Ahnung, was denn?”

“Hier!”
“Oh! Das ist ja ein Adventskalender! Mit Pralinen drin!”

“Ja. Für dich, hier. Ich liebe dich.”
“Ähm, das ist super, danke schön, Süße!”

“Freust du dich?”
“Ja, ich freue mich, danke. Aber, ähm…”

“Stimmt was nicht??”
“Doch, doch, aber… Du wolltest doch keinen Adventskalender??”

“Ich??”
“Letzte Woche habe ich dich gefragt und da hast du gesagt, dass…”

“…das stimmt, ich wollte keinen. Das habe ich gesagt.”
“Aber warum schenkst du mir denn dann einen??”

“Willst du denn keinen?”
“Doch! Aber…”

“Wo ist dann denn jetzt das Problem??”
“Ja weil ich dir dann auch gerne einen geschenkt hätte!”

“Nicht nötig.”
“Och Schatz, jetzt stehe ich hier mit leeren Händen da!”

“Daran gewöhnt frau sich.”
“Sehr witzig!”

“Du solltest mir ja auch keinen schenken.”
“Aber… Du hast doch immer Adventskalender gehabt??”

“Stimmt.”
“Aber warum denn dieses Jahr nicht??”

“Ich habe doch einen!?”
“Wie bitte??”

“Ich habe doch jedes Jahr einen.”
“Von wem hast du den denn gekriegt??”

“Habe ich mir selbst gekauft.”
“Was?? Du hast dir selber einen gekauft??”

“Ja, wieso nicht?”
“Aber ich habe dich doch extra noch gefragt!?”

“Ja, aber da hatte ich meinen ja schon.”
“Du hast dir selber einen Adventskalender gekauft??”

“Ist das hier ein Verhör, oder was??”
“Nein, aber ich hätte dir doch gerne einen geschenkt!”

“Ich dachte, dass du das wieder vergisst.”
“Hallo?? Das habe ich doch noch NIE vergessen!?”

“Dieses Jahr aber vielleicht schon.”
“Liebste! Das ist doch fast wie zum Valentinstag!”

“Was ist denn da?”
“Da schenkt man seiner Liebsten Blumen! Immer! Oder??”

“Ach so, ja. Hoffentlich ist bald mal wieder Valentinstag.”
“Du kriegst ja wohl andauernd Blumen von mir!?”

“Ich sags ja nur…”
“Das ist aber überhaupt gar nicht nötig!?”

“Du hast ja auch meinen Adventskalender vergessen!”
“Habe ich nicht! Du hast gesagt, dass du keinen willst!”

“Was soll ich denn auch mit zweien davon??”
“Oh Gott, Liebste, bitte, mein Blutdruck…”

“Immer geht es nur um dich!”
“Quatsch, es geht hier NUR um dich!”

“Und warum habe ich das Gefühl, dass ich hier die Dumme bin??”
“Wem der Schuh passt?!”

“Du bist böse! Böse, böse, böse!”
“Nein! Ich wollte dir lediglich AUCH eine Freude machen!”

“Eigentlich brauchst du dir gar keine Sorgen machen.”
“Kein Sorgen? Worüber muss ich mir keine Sorgen machen??”

“Weil du die Strafe schon gekriegt hast.”
“Strafe?? Wofür??”

“Dafür, dass du meinen Adventskalender vergessen hast.”
“Schatz! Ich habe d…”

“Schau mal hier, da…”
“Ähm… Da sind ja schon zwei, nee… Fünf Törchen auf??”

“Es müssten sechs sein.”
“Aber was…”

“Da war überall Nougat oder Marzipan drin.”
“Ähm…”

“Ich hasse Marzipan!”
“Aber…”

“Und zur Strafe habe ich die Nougatdinger schon aufgegessen.”
“Du hast aus MEINEM Adventskalender schon was raus gefuttert??”

“Na und??”
“Aber…”

“Von dir habe ich ja keinen gekriegt!”

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Superliebste

23. November 2009, aus der Schublade Wohnen und Leben

Meine Liebste und ich sitzen am Sonntagabend im Wohnzimmer. Während die Liebste an ihren Fingernägeln feilt, werfe ich einen Blick auf die kostenlose Zeitung “Sonntags-Tipp”.
Es muss bald wieder Weihnachten sein: die Menge an eingelegter Werbung ist erschlagend…

“Was machst du da, Schatz?”
“Ich schaue mir die Werbung an, Süße.”

“Seit wann das denn??”
“Naja, schau mal, wie viel das dieses Mal ist…”

“Ja, Wahnsinn… Es muss bald wieder Weihnachten sein.”
“Witzig! Das dachte ich auch gerade!”

“Warum guckst du mich so an??”
“Los Liebste, wir spielen ein Spiel.”

“Ich hab keine Zeit.”
“Och komm, dauert auch nicht lange!”

“Was denn…”
“Wir machen Werberaten.”

“Werberaten?? Was ist das denn, habe ich ja noch nie gehört?”
“Ich nenne dir jeweils ein Schnäppchen aus den Werbedingern hier.”

“Aha, und was mache ich?”
“Du versuchst zu erraten, von wem der Flyer ist.”

“Muss das sein?”
“Och komm, los…”

“Das finde ich aber blöde!”
“Ich muss ja auch immer deine ganzen Einfälle mitmachen!”

“Wie bitte??”
“Also komm, ich weiß ja auch noch nicht, was dabei raus kommt.”

“Na schön, also dann sag.”
“Ähm… Villa Nero Kaffeevollautomat, 50% billiger, 199 Euro.”

“Hm… RATIO Markt?”
“Richtig! Hey, super! Hätte ich nicht gedacht!”

“Schön, und weiter?”
“Moment… Hier: aufblasbarer Weihnachtsmann, kostet…”

“Rossmann Drogeriemarkt.”
“Ähm… Stimmt! Noch ein Glückstreffer!”

“Gähn…”
“Aber jetzt wird es schwieriger: Pinguin-Nachtlicht mit…”

“Netto Marken-Discount.”
“Sag mal, wie machst du das denn??”

“Was?”
“Du hast jetzt schon den dritten Treffer hintereinander??”

“Sag ich doch, dass das Spiel doof ist!”
“Den hier schaffst du nicht, warte: LED Stirnlampe für 3,99 Euro!”

“So eine, die man aufsetzen kann beim Rad fahren oder so?”
“Ja, genau so eine.”

“Euronics, oder?”
“Das gibt´s doch gar nicht!?”

“Tja.”
“Playmobil Mega-Bau Set?”

“Real.”
“Große Möbel- und Küchentauschaktion??”

“Möbel Klingeberg.”
“Fotokalender zum Selbermachen??”

“Famila.”
“-”

“Was ist? Wars das schon?”
“Mir fehlen die Worte…”

“Wieso? Ich hatte doch alle richtig, oder?”
“Ja, alle richtig, aber, also…”

“Man nennt mich auch Superliebste! Haha!”
“Superl…”

“…kann ich jetzt meine Fingernägel weiter machen?”
“Ja…”

“Du guckst mich ja schon wieder so komisch an??”
“Schatz, kannst du mir mal verraten, wie du das gemacht hast??”

“Verstehe ich jetzt nicht, was habe ich gemacht?”
“Wieso weiß du, was hier in diesen blöden Dingern steht??”

“Aber das hast du doch selber neulich verlangt!?”
“Was! Was habe ich verlangt!?”

“Dass ich mal öfter einen Blick in die Zeitung werfen soll!”

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Zickzack

1. November 2009, aus der Schublade Wohnen und Leben

Meine Liebste und ich haben in der Wohnung überall Laminat, Parkett und Fliesen; nur unter dem Wohnzimmertisch liegt ein dunkelbrauner Teppich: das sei viel schöner für die Füße, sagt die Liebste.
Nachdem ich nun die ganze Wohnung gesaugt habe, plane ich, mich schön aufs Sofa zu setzen…

“Schatz, hast du eben gerade Staub gesaugt?”
“Ja, habe ich, Süße.”

“Im Wohnzimmer auch?”
“Ja.”

“Aha. Schön! Sehr gut!”
“Danke, Staub saugen ist auch eine schwierige Angelegenheit…”

“Hast du den Staubsauger schon wieder zurück gestellt?”
“Nein, er steht noch im Flur.”

“Ah, sehr gut.”
“Gut?? Liebste, was ist los mit dir??”

“Wieso? Was soll mit mir sein?”
“Kein: `räum den weg!´ oder `da steht er aber im Weg rum!´??”

“Nö, ich brauche ihn ja noch.”
“Jetzt?? Wofür??”

“Ich muss den Teppich im Wohnzimmer noch machen.”
“Habe ich schon. Oder glaubst du, den lasse ich aus??”

“Ich weiß, dass du den auch gemacht hast.”
“Und was soll das dann jetzt?”

“Du hast das Muster vergessen.”
“Wie bitte??”

“Das Muster, das auf dem Teppich entsteht.”
“Du meinst dieses Zickzack-Muster von der Düse??”

“Ja.”
“Und DESWEGEN willst du jetzt noch einmal, ich meine…”

“Wenn das Muster da nicht richtig ist, fühle ich mich nicht wohl!”
“Was??”

“Wenn da das Muster ist, dann weiß ich: alles ist sauber.”
“Es IST alles sauber!”

“Aber das Muster ist nicht richtig.”
“Na und??”

“Ich möchte da aber das Muster haben!”
“Das muss ich jetzt nicht wirklich verstehen, oder?”

“Nein.”
“Gott sei Dank…”

“Ich mache das eben schnell…”

[Meine Liebste schnellt an mir vorbei und holt den Staubsauger erneut ins Wohnzimmer.
Mittlerweile wundert es mich nicht mehr, dass die Liebste einen SAUBEREN Teppich erneut reinigt; als Mann lernt man ja mit den Jahren, dass Frauen da ihre ganz eigenen Maßstäbe haben...
Aber wenn ich mir jetzt so anschaue, mit wie viel Begeisterung und Sorgfalt die Liebste mit dem Staubsauber ein Zickzack-Muster in den Teppich macht, frage ich mich schon, ob sich ein Mann wirklich an alles im Leben gewöhnen (lassen) muss...]

“So, fertig.”
“Ja…”

“Sieht das jetzt nicht frisch und gut aus??”
“Tja, also, ähm…”

“Dass du für sowas aber auch nicht ein Fünkchen Gespür hast!”
“Doch, sehr schön, nur wenn man, ich meine…”

“Was meinst du?”
“…wenn man jetzt zweimal rüber gelaufen ist, ist es ja wieder weg!?”

“Da hast du ausnahmsweise mal absolut Recht.”
“Aha, und, ähm…”

“…und deswegen läufst du da jetzt erst mal nicht mehr rüber!”

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Formel 1

25. März 2010, aus der Schublade Wohnen und Leben

Meine Liebste und ich sehen am Abend in den Nachrichten einen Bericht über das bevorstehende Formel 1 Rennen in Melbourne; ganz zum Schluss des Beitrages gibt Niki Lauda noch seine Einschätzung zu Michael Schumacher ab.
Ist ja schon ein Urgestein, der Lauda; obwohl, so alt ist der eigentlich noch gar nicht…

“Warum stöhnst du denn so, Schatz?”
“Ach, nichts, alles gut, Süße.”

“Nee, jetzt sag doch mal?”
“Naja, ich meine, der Lauda bräuchte mal einen Nachfolger.”

“Nachfolger? Wofür??”
“Na für solche Kommentare eben, wie er sie ständig abgibt.”

“Verstehe ich nicht…”
“Ich meine, es gibt doch auch noch jüngere Kommentatoren.”

“Ja?”
“Ja. Aber die Medien stürzen sich immer nur auf ihn.”

“Macht der Niki Lauda das denn nicht gut?”
“Doch…”

“Warum soll das dann jemand anderes machen??”
“Naja, um auch Jüngeren mal ne Chance zu geben, beispielsweise.”

“Ach so, ja. Und wenn das so wäre, was macht der Lauda dann?”
“Wie! Wie meinst du was, was der dann macht!?”

“Na dann ist der doch arbeitslos, oder??”
“Ähm…”

“Was soll der denn machen, wenn er auf der Straße steht??”
“Liebste, also ich würde mal meinen, dass…”

“…seit wann bist du denn so gehässig??”
“Gehässig?? Ich?? Nur weil ich meine, dass…”

“Du kannst doch dem Mann nicht den Job wegnehmen wollen!”
“Quatsch, will ich doch gar nicht!”

“Der steht dann auf der Straße und wir müssen das bezahlen!”
“Bezahlen?? Was müssen wir denn bezahlen??”

“Na wenn der Hartz 4 kriegt dann??”
“Oh Gott, das glaubt mir wieder keiner…”

“Ist doch aber wahr!”
“Liebste! Der hat – nebenbei – eine eigene Fluglinie!”

“Fluglinie?? Ich dachte, der sei Rennfahrer gewesen??”
“Ja, war er ja auch, aber…”

“Und jetzt ist der Pilot??”
“Nein, er…”

“OK, wenn der Pilot ist, dann ist das ja ungerecht!”
“Niki Lauda ist nicht, ich meine, also er hat damals…”

“Ich meine, wenn der umgeschult hat?”
“Niki Lauda hat doch nicht UMGESCHULT!?”

“Demnächst macht der vielleicht noch seinen Segelschein!”
“Segelschein?? Was soll das denn jetzt??”

“Ja, wieso? Das kann doch sein?”
“Und warum sollte er, bitte??”

“Wenn ihm das Arbeitsamt das bezahlt?”
“WIE BITTE?? WAS??”

“Dann könnte er die Segelregatta am Dümmer kommentieren!”
“Himmel, ich brech zusammen, echt…”

“Das wusste ich ja alles gar nicht, sehr interessant!”
“Ja… Aber das solltest du auch besser schnell wieder verg…”

“Jetzt weiß ich auch endlich was über die Formel 1!”

Kopfschüttel…

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Nicht so laut!

1. März 2010, aus der Schublade Wohnen und Leben

Meine Liebste und ich sind zu Besuch bei Freunden, wo wir friedlich und brav auf dem Sofa sitzen und uns unterhalten.
Auf dem Wohnzimmertisch vor uns stehen vier Gläser und ein paar Süßigkeiten für zwischendurch, wie sich´s gehört.
Eine entspannte Runde in gemütlicher Atmosphäre!

“Du Schatz, psst!”
“Was ist denn, Süße?”

“Die Dinger da, die Dings…”
“Was?”

“Die in dem roten Papier, die Süßigkeiten da…”
“Ja? Was ist damit?”

“Nicht so laut!”
“Ähm… Was – ist – mit – den – roten – Dingern?”

“Schmecken die?”
“Woher soll ich das wissen??”

“Ich dachte, du hättest schon eins gegessen??”
“Nein, habe ich nicht.”

“Ich möchte so eins haben.”
“Ja, und, äh… Warum nimmst du dir keins?”

“Hinterher schmecken die nicht.”
“Tja, hinterher wirst du´s wissen.”

“Kannst du nicht, ich meine…”
“Liebste, sag jetzt nicht, dass ich erst probieren soll!”

“NICHT SO LAUT!!”

[Unsere beiden Freunde Lena und Frank schauen uns leicht verdutzt an und erkundigen sich vorsichtig, ob alles in Ordnung sei... Die Liebste nickt und betont, sie müsse etwas mit mir besprechen, wäre aber nichts Wichtiges und hätte auch gar nichts mit ihnen zu tun, alles sei wunderbar.
Nach einem Moment der Stille - der eine gefühlte Ewigkeit gedauert hat - beschließen Lena und Frank, zusammen eben schnell in der Küche klar Schiff zu machen und lassen uns allein...]

“Du bist so doof!”
“Ich?? Wieso ich denn??”

“Jetzt sind sie beleidigt und denken wer weiß was!”
“Das ist doch aber nicht meine Schuld!?”

“Schuld, Schuld, ich höre immer nur Schuld!”
“Aber du führst dich doch wieder mal wie eine Verrückte auf!”

“WIEDER MAL??”
“Naja, ähm, also wie ab und zu eben.”

“ICH bin verrückt?? WIEDER??”
“Ja ich vielleicht?? Natürlich du!”

“Ich wollte doch nur so ein rotes Ding essen!”
“Dann iss doch eins!”

“Ich kann das aber nicht aufessen, wenn es nicht schmeckt!”
“Es wird schon schmecken.”

“Und wenn Kaffee drin ist?? Du weißt, ich hasse Kaffee!”

[Lena kommt zurück ins Wohnzimmer und bestätigt der Liebsten zur Sicherheit, dass sie nicht vorgehabt habe, Kaffee für die Liebste zu servieren...
Was die Liebste mit einem freundlichen Lächeln dankend bestätigt.]

“Siehst du, du blamierst mich total vor Lena!”
“Schatz, iss jetzt so ein Ding oder lass es!”

“NICHT SO LAUT!!”
“Ich esse auf jeden Fall keins.”

“Die sehen ja schon sehr lecker aus…”
“Könnte aber Kaffee drin sein…”

“Du bist so doof!”

[Dieses Mal streckt Frank seinen Kopf durch die Tür und fragt, ob er damit gemeint sei...
Während ich mir krampfhaft den nahenden Lachanfall wegdrücke, versichert die Liebste Frank ausdrücklich, dass er nicht doof sei und dass das nur auf andere anwesende Männer zuträfe...]

“Oh Gott, die laden uns ja nie wieder ein!”
“Mich hat schon gewundert, dass wir überhaupt kommen durften…”

“Was soll das denn jetzt heißen??”
“Naja, ich meine, wer uns kennt, der weiß ja, dass du…”

“ICH?? I-C-H??”
“Liebste, du bist eben manchmal etwas komisch, das…”

“Das sagt ja der Richtige!”
“Wieso, ich mache doch gar nichts, ich sitze hier nur!”

“Probierst du jetzt so ein rotes Ding für mich oder nicht!?”
“Nein.”

“Och bitte!”
“Nein!”

“Bitte, bitte, bitte, bitte!”
“Oh Mann, gibst du dann endlich Ruhe??”

“Ja, ja, ja!”
“Na schön…”

[Ich weiß, ich hätte bei Nein bleiben sollen... Aber jeder Mann weiß, dass Frauen manchmal ihren Willen durchsetzen können, ohne auch nur ein einziges Argument zu haben. Keine Ahnung, wie sie das machen, aber die Liebste kann. Ich kann ihr einfach nichts abschlagen, naja, und wenn es nur um eine Praline geht, da muss man ja auch nicht so streng sein...]

“Und? Wonach schmeckt das?”
“Tja, ähm…”

“Nun sag schon? Bestimmt mies, oder?”
“Tja, also… Toll ist das nicht, ähm…”

“Geht gar nicht?”
“Naja… Schmeckt nach, also, hm…”

[Lena und Frank kommen wieder ins Wohnzimmer zurück, bewaffnet mit a) einer Schale M&Ms, b) Salzstangen und c) ein paar geschälten Apfelstückchen... Es ist offensichtlich, dass sie damit der Liebsten ausreichend Alternativen anbieten wollen und die Apfelecken sind eine ziemlich gute Idee!]

“Schatz, psst!”
“Was ist…”

“Schau mal, ist das nicht lieb von Lena, das mit den Äpfeln?”
“Ja…”

“Finde ich ja super, dass sie dir die gemacht hat.”
“Ähm, Moment… MIR??”

“Natürlich DIR!”
“Wieso denn für mich?? Für dich wohl eher!”

“Nein, für dich!”
“Warum??”

“Weil sie gemerkt hat, dass dir die Roten nicht schmecken!”
“Ähm…”

“War ja auch nicht zu überhören dein Gejammer!”

Kopfschüttel…

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Unspontan

22. Februar 2010, aus der Schublade Wohnen und Leben

Meine Liebste und ich räumen mal wieder ein bisschen auf; es ist nicht der große Frühlingsputz, aber irgendwie sammeln sich doch immer wieder Sachen an, die woanders hingehören.
Während wir also durch die Wohnung rennen, läuft die Liebste auf dem Flur an mir vorbei.

“Hallo?? Manno!!”
“Was ist denn Süße??”

“Ich stehe hier und du rennst einfach an mir vorbei!”
“Ähm, ich wollte ins…”

“Ich wollte dich küssen und du merkst das nicht mal!”
“Entschuldigung, ich war so in Gedanken und…”

“Typisch.”
“Na schön, dann küssen wir uns jetzt eben.”

“Nee, lass mal. Jetzt ist das ja doof, so unspontan.”
“Können wir uns nicht auch einfach mal unspontan küssen??”

“Doch, aber das ist ja wohl nicht das Gleiche!”
“Aha…”

“Habe ich dir heute schon gesagt, wie lieb ich dich habe?”
“Nein, hast du nicht.”

“Tja, das ist Pech!”

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Trotzdem

17. Februar 2010, aus der Schublade Wohnen und Leben

Meine Liebste und ich planen einen Ausflug in das Möbelhaus Zurbrüggen in Delmenhorst.
Wir brauchen (wie die Liebste sagt) ein paar “Dekorationssachen” für den nahenden Frühling, und da sei Zurbrüggen eine sehr gute Adresse.
Und das nicht nur für Deko…

“Wann wollen wir denn los, Schatz?”
“Gleich. Wir fahren gleich los, Süße.”

“Gut.”
“Brauchen wir nur Deko oder noch was anderes?”

“Wieso was anderes?? Was brauchen wir denn noch?”
“Naja, brauchen wir noch Möbel, einen Schrank oder irgendwas?”

“Können wir das nicht vor Ort entscheiden??”
“Nee, ich wüsste das gerne jetzt. Der Laden ist riesengroß.”

“Naja, ich brauche tatsächlich noch was.”
“Aha? Und was?”

“Ein neues Bett.”
“Wie bitte?? Ein neues Bett?? Haben wir etwa keins??”

“Doch, aber ich hätte gern ein anderes.”
“Was stimmt denn mit unserem Bett nicht??”

“Mit dem Bett ist alles in Ordnung. Eigentlich.”
“Und un-eigentlich??”

“Es hat nicht alle Funktionen, die ich benötige.”
“Du kannst dich doch reinlegen und schlafen, was vermisst du denn??”

“Ich möchte ein Bett, das mich irgendwo hinfährt.”
“Was??”

“Ja, ich wache auf und sage: fahr mich zur Arbeit oder so.”
“Ähm…”

“Oder es fährt mich spazieren und ich kann schön liegen.”
“Aha, ja. Und sag mal, gesundheitlich ist aber alles in Ordnung??”

“Wieso? Ich wollte schon immer so ein Bett haben!”
“Sehr schön! Bei euch zuhause auf dem Mars gibt es sowas vielleicht!”

“Wieso denn Mars??”
“Naja, so unter euch Außerirdischen, meine ich…”

“Mars finde ich nicht gut.”
“Das macht nichts, wir fahren ja auch zu Zurbrüggen.”

“Können wir da mal nach Betten gucken?”
“NEIN!”

“Jetzt sei doch nicht so?”
“Liebste, es gibt bei Zurbrüggen keine Betten, die irgendwo hinfahren!”

“Nicht?”
“Nein…”

“Schade.”
“Sonst noch was?”

“Ja, ein neuer Kühlschrank wäre gut.”
“Soll der dich vielleicht auch an der Weser spazieren fahren??”

“Nee.”
“Gott sei Dank… Ich erwähne es nur ungern, aber wir haben einen.”

“Trotzdem hätte ich aber gerne einen anderen.”
“Du meinst, einen größeren?”

“Nee.”
“Sondern??”

“Einen, mit dem ich sprechen kann.”
“…Liebste, bitte, ich will doch noch alt werden, daher bitte…”

“Ich will mit dem sprechen!”
“Um Himmels Willen, warum?? Was willst du ihm denn sagen??”

“Na was ich essen will! Und Zack: Voila!”

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…und meckert dann noch, pff!

10. Februar 2010, aus der Schublade Wohnen und Leben

Meine Liebste sitzt an ihrem PC im Arbeitszimmer, als ich am Abend nach Hause komme.
Da ich angesichts der Wetterverhältnisse heute für 28 Kilometer zwei Stunden gebraucht habe, wünsche ich jetzt keinerlei Störungen, Aufwände oder böse Überraschungen mehr…

“Hallo Schatz! Na, gut durchgekommen?”
“Danke der Nachfrage, Süße, aber es war eine totale Katastr…”

“Das ist schön, Schatz.”
“Ja, ähm…”

“Und hast du heute etwas Tolles erlebt?”
“Ähm, nein, aber sag mal…”

“Was denn?”
“Was riecht denn hier so komisch?”

“Hast du es gemerkt, ja? Schön!”
“Das riecht doch hier nach, nach… Vanille?”

“Stimmt! Vanille!”
“Und was ist das?”

“Vanille ist ein Gewürz.”
“Oh, ja, vielen Dank!”

“Gerne.”
“Nein, ich meine, wieso riecht das hier nach Vanille??”

“Weil ich Vanille besser fand, als Zitrone.”
“Nein… Ich meine, WOHER kommt denn der Duft??”

“Von Schlecker, wieso?”
“Himmel, Liebste!!”

“Was denn??”
“Sag mal, du willst mich doch veräppeln, oder??”

“Wieso, warum? Ich? Dich?? Wieso??”
“Kannst du dann mal bitte auf meine Frage antworten??”

“Sehe ich etwa aus, wie ein Lexikon??”
“Nee.”

“Siehst du, und trotzdem erkläre ich dir alles.”
“Aber ich…”

“Fragt mich, was Vanille ist und meckert dann noch, pff…”
“Sag mal, kriegt man am Bahnhof jetzt vielleicht noch Morphium?”

“Kann sein, aber ich würde lieber gern bei Vanille bleiben…”
“Ich brech zusammen…”

“Kann ich sonst noch was für dich tun?”
“Ja. WO – STEHT – DAS – DING – MIT DEM DUFT!?”

“Ach, du meinst die Duftstäbchen mit dem Öl?”
“Gott sei Dank, sie hat mich endlich verstanden…”

“Sag ich nicht.”
“Was?”

“Sag ich nicht!”
“Was jetzt!? Wo die Duftstäbchen stehen??”

“Ja. Sag ich nicht.”
“Warum nicht??”

“Also genauer: sage ich DIR nicht.”
“Aber… WARUM??”

“Weil du das dann gleich wieder weg machst alles!”
“Wie bitte?? Warum sollte ich??”

“Weil du den Vanilleduft nicht magst.”
“Ich habe doch noch gar nichts dazu gesagt!?”

“Schön, und? Magst du ihn??”
“Ähm, ich, also… NEIN.”

“Siehste! Sag ich doch!”
“Was ist denn das für eine Beziehung, bitte, wo der eine…”

“..willst du darauf hinaus, dass man Vertrauen haben muss?”
“Ja! Zum Beispiel!”

“…und dass man Kompromisse machen muss miteinander?”
“Ja, auch das!”

“…und dass Geschmäcker öfter unterschiedlich sein können?”
“Genau!”

“…und dass man auch tolerant sein muss?”
“Korrekt.”

“Gut! Dann sind wir ja einer Meinung.”
“Heißt das, du sagst mir jetzt, wo du die Duftdinger versteckt hast?”

“Nein! Vertrauen ist gut, Vanille ist besser!”

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Total egal

6. Januar 2010, aus der Schublade Wohnen und Leben

Meine Liebste liegt im Wohnzimmer auf dem Sofa unter zwei (!) Decken, als ich am Abend nach Hause komme. Und sie hat sich bis zur Nasenspitze eingegraben!
Spontan befürchte ich, dass die Heizung wohl ausgefallen sein muss…
Aber nein, es fühlt sich SEHR warm an!?

“Hmhmmlho Schhhots!”
“Was? Was hast du gesagt, Süße??”

“Hhmahhhmo Schohtz!”
“Ähm… Soll das Hallo Schatz heißen??”

“Hmhmm…”
“Aha, ja… Hallo Süße…”

“Hmhmmm. Whm whoh dhhnn Thg?”
“Könntest du vielleicht mal die Decke aus dem Mund nehmen??”

“Ach so, ähm, ich fragte, wie dein Tag war.”
“Schön.”

“Das freut mich.”
“Sag mal, dir ist nicht zufällig kalt oder so??”

“Hier drin ist es ja auch saukalt!”
“Ähm…”

“Zwei Decken musste ich mir nehmen, guck mal!”
“Ja, das, ähm, sehe ich…”

“Ich hab die Heizung schon höher gedreht, nutzt aber nichts.”
“Liebste, hier im Wohnzimmer könnte ich locker eine Pizza backen!”

“Wieso, hast du Hunger?”
“Ähm… Ich wollte damit nur sagen, dass…”

“So spät noch Pizza essen ist ungesund!”
“Ich wollte auch eigentlich keine Pizza mehr essen…”

“Aber du hast doch gerade gesagt, dass du…”
“…nein, ich meinte, dass es hier so warm ist, wie…”

“Schon OK, du kannst doch Pizza essen, wenn du willst??”
“Ich will ja gar nicht!”

“Du musst dich doch mir gegenüber nicht rechtfertigen!?”
“Das wäre ja mal wirklich neu…”

“Pff! Iss doch Pizza, ist mir doch total egal!”
“Schatz, nochmal: ich WILL KEINE Pizza!”

“Aber jammer nachher nicht rum, dass du nicht schlafen kannst!”
“Wollen wir zur Abwechslung nicht mal wieder über dich reden??”

“Über mich??”
“Naja, damit wir dieses leidige Pizza-Thema endlich los werden…”

“Oh, das ist aber lieb, dass du dich um mich kümmern willst!”
“Ähm, also eigentlich wollte ich jetzt…”

“Ich nehm dann ein kleines Baguette Hawaii!”

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Sofort anfangen

13. Dezember 2009, aus der Schublade Wohnen und Leben

Meine Liebste und ich beobachten am Nachmittag bei einem Spaziergang den Himmel; da ziehen gewaltige Regenwolken am Horizont auf und wir vermuten, dass wir noch etwa eine Viertelstunde haben, bis sie über uns angekommen sind.
Es wird also Zeit, umzukehren.

“Ja, lass uns zurück gehen; ich möchte nicht nass werden!”
“OK, Süße. Aber regnen wird es wohl eher nicht…”

“Nicht?? Ist da vielleicht Käse drin in den Wolken, oder was??”
“Nein, kein Käse… Wieso denn überhaupt Käse??”

“Na stell dir doch mal vor, es würde Käse regnen??”
“Ähm…”

“Wenn man dann noch Weintrauben dazu hat, dann…”
“Schatz, Schatz! Es ist WASSER in den Wolken, ist ja gut!”

“Eben. Und deswegen wird es regnen.”
“Oder es kommt Schnee runter, es sind nur 3 Grad.”

“Ach so! Das wäre ja toll, wenn es schneien würde!”
“Tja, das könnte passieren, immerhin ist es…”

“…dann baue ich heute Nachmittag einen Schneemann!”
“Also so schnell wird das wohl nicht gehen, bis da genug…”

“Quatsch, wenn es schneit, fange ich sofort an.”
“Aha, und wie willst du das machen, bitte??”

“Ich stelle dich einfach 2 Stunden nach draußen!”
“Mich?? Hast du da nicht vielleicht eine Kleinigkeit vergessen??”

“Nee, wieso? Die Rübennase ist doch schon dran!”

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Das habe ich gesagt

3. Dezember 2009, aus der Schublade Wohnen und Leben

Meine Liebste musste ein paar Tage auf mich verzichten, ich war beruflich unterwegs.
Wieder zuhause angekommen, begrüßt sie mich strahlend und verbirgt etwas mit großer Mühe hinter ihrem Rücken. Ich liebe es, wenn sie sich so freut…
Das sieht nach einer Überraschung für mich aus!

“Dreimal darfst du raten, was ich für dich habe!”
“Liebste, ich habe keine Ahnung, was denn?”

“Hier!”
“Oh! Das ist ja ein Adventskalender! Mit Pralinen drin!”

“Ja. Für dich, hier. Ich liebe dich.”
“Ähm, das ist super, danke schön, Süße!”

“Freust du dich?”
“Ja, ich freue mich, danke. Aber, ähm…”

“Stimmt was nicht??”
“Doch, doch, aber… Du wolltest doch keinen Adventskalender??”

“Ich??”
“Letzte Woche habe ich dich gefragt und da hast du gesagt, dass…”

“…das stimmt, ich wollte keinen. Das habe ich gesagt.”
“Aber warum schenkst du mir denn dann einen??”

“Willst du denn keinen?”
“Doch! Aber…”

“Wo ist dann denn jetzt das Problem??”
“Ja weil ich dir dann auch gerne einen geschenkt hätte!”

“Nicht nötig.”
“Och Schatz, jetzt stehe ich hier mit leeren Händen da!”

“Daran gewöhnt frau sich.”
“Sehr witzig!”

“Du solltest mir ja auch keinen schenken.”
“Aber… Du hast doch immer Adventskalender gehabt??”

“Stimmt.”
“Aber warum denn dieses Jahr nicht??”

“Ich habe doch einen!?”
“Wie bitte??”

“Ich habe doch jedes Jahr einen.”
“Von wem hast du den denn gekriegt??”

“Habe ich mir selbst gekauft.”
“Was?? Du hast dir selber einen gekauft??”

“Ja, wieso nicht?”
“Aber ich habe dich doch extra noch gefragt!?”

“Ja, aber da hatte ich meinen ja schon.”
“Du hast dir selber einen Adventskalender gekauft??”

“Ist das hier ein Verhör, oder was??”
“Nein, aber ich hätte dir doch gerne einen geschenkt!”

“Ich dachte, dass du das wieder vergisst.”
“Hallo?? Das habe ich doch noch NIE vergessen!?”

“Dieses Jahr aber vielleicht schon.”
“Liebste! Das ist doch fast wie zum Valentinstag!”

“Was ist denn da?”
“Da schenkt man seiner Liebsten Blumen! Immer! Oder??”

“Ach so, ja. Hoffentlich ist bald mal wieder Valentinstag.”
“Du kriegst ja wohl andauernd Blumen von mir!?”

“Ich sags ja nur…”
“Das ist aber überhaupt gar nicht nötig!?”

“Du hast ja auch meinen Adventskalender vergessen!”
“Habe ich nicht! Du hast gesagt, dass du keinen willst!”

“Was soll ich denn auch mit zweien davon??”
“Oh Gott, Liebste, bitte, mein Blutdruck…”

“Immer geht es nur um dich!”
“Quatsch, es geht hier NUR um dich!”

“Und warum habe ich das Gefühl, dass ich hier die Dumme bin??”
“Wem der Schuh passt?!”

“Du bist böse! Böse, böse, böse!”
“Nein! Ich wollte dir lediglich AUCH eine Freude machen!”

“Eigentlich brauchst du dir gar keine Sorgen machen.”
“Kein Sorgen? Worüber muss ich mir keine Sorgen machen??”

“Weil du die Strafe schon gekriegt hast.”
“Strafe?? Wofür??”

“Dafür, dass du meinen Adventskalender vergessen hast.”
“Schatz! Ich habe d…”

“Schau mal hier, da…”
“Ähm… Da sind ja schon zwei, nee… Fünf Törchen auf??”

“Es müssten sechs sein.”
“Aber was…”

“Da war überall Nougat oder Marzipan drin.”
“Ähm…”

“Ich hasse Marzipan!”
“Aber…”

“Und zur Strafe habe ich die Nougatdinger schon aufgegessen.”
“Du hast aus MEINEM Adventskalender schon was raus gefuttert??”

“Na und??”
“Aber…”

“Von dir habe ich ja keinen gekriegt!”

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Superliebste

23. November 2009, aus der Schublade Wohnen und Leben

Meine Liebste und ich sitzen am Sonntagabend im Wohnzimmer. Während die Liebste an ihren Fingernägeln feilt, werfe ich einen Blick auf die kostenlose Zeitung “Sonntags-Tipp”.
Es muss bald wieder Weihnachten sein: die Menge an eingelegter Werbung ist erschlagend…

“Was machst du da, Schatz?”
“Ich schaue mir die Werbung an, Süße.”

“Seit wann das denn??”
“Naja, schau mal, wie viel das dieses Mal ist…”

“Ja, Wahnsinn… Es muss bald wieder Weihnachten sein.”
“Witzig! Das dachte ich auch gerade!”

“Warum guckst du mich so an??”
“Los Liebste, wir spielen ein Spiel.”

“Ich hab keine Zeit.”
“Och komm, dauert auch nicht lange!”

“Was denn…”
“Wir machen Werberaten.”

“Werberaten?? Was ist das denn, habe ich ja noch nie gehört?”
“Ich nenne dir jeweils ein Schnäppchen aus den Werbedingern hier.”

“Aha, und was mache ich?”
“Du versuchst zu erraten, von wem der Flyer ist.”

“Muss das sein?”
“Och komm, los…”

“Das finde ich aber blöde!”
“Ich muss ja auch immer deine ganzen Einfälle mitmachen!”

“Wie bitte??”
“Also komm, ich weiß ja auch noch nicht, was dabei raus kommt.”

“Na schön, also dann sag.”
“Ähm… Villa Nero Kaffeevollautomat, 50% billiger, 199 Euro.”

“Hm… RATIO Markt?”
“Richtig! Hey, super! Hätte ich nicht gedacht!”

“Schön, und weiter?”
“Moment… Hier: aufblasbarer Weihnachtsmann, kostet…”

“Rossmann Drogeriemarkt.”
“Ähm… Stimmt! Noch ein Glückstreffer!”

“Gähn…”
“Aber jetzt wird es schwieriger: Pinguin-Nachtlicht mit…”

“Netto Marken-Discount.”
“Sag mal, wie machst du das denn??”

“Was?”
“Du hast jetzt schon den dritten Treffer hintereinander??”

“Sag ich doch, dass das Spiel doof ist!”
“Den hier schaffst du nicht, warte: LED Stirnlampe für 3,99 Euro!”

“So eine, die man aufsetzen kann beim Rad fahren oder so?”
“Ja, genau so eine.”

“Euronics, oder?”
“Das gibt´s doch gar nicht!?”

“Tja.”
“Playmobil Mega-Bau Set?”

“Real.”
“Große Möbel- und Küchentauschaktion??”

“Möbel Klingeberg.”
“Fotokalender zum Selbermachen??”

“Famila.”
“-”

“Was ist? Wars das schon?”
“Mir fehlen die Worte…”

“Wieso? Ich hatte doch alle richtig, oder?”
“Ja, alle richtig, aber, also…”

“Man nennt mich auch Superliebste! Haha!”
“Superl…”

“…kann ich jetzt meine Fingernägel weiter machen?”
“Ja…”

“Du guckst mich ja schon wieder so komisch an??”
“Schatz, kannst du mir mal verraten, wie du das gemacht hast??”

“Verstehe ich jetzt nicht, was habe ich gemacht?”
“Wieso weiß du, was hier in diesen blöden Dingern steht??”

“Aber das hast du doch selber neulich verlangt!?”
“Was! Was habe ich verlangt!?”

“Dass ich mal öfter einen Blick in die Zeitung werfen soll!”

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Zickzack

1. November 2009, aus der Schublade Wohnen und Leben

Meine Liebste und ich haben in der Wohnung überall Laminat, Parkett und Fliesen; nur unter dem Wohnzimmertisch liegt ein dunkelbrauner Teppich: das sei viel schöner für die Füße, sagt die Liebste.
Nachdem ich nun die ganze Wohnung gesaugt habe, plane ich, mich schön aufs Sofa zu setzen…

“Schatz, hast du eben gerade Staub gesaugt?”
“Ja, habe ich, Süße.”

“Im Wohnzimmer auch?”
“Ja.”

“Aha. Schön! Sehr gut!”
“Danke, Staub saugen ist auch eine schwierige Angelegenheit…”

“Hast du den Staubsauger schon wieder zurück gestellt?”
“Nein, er steht noch im Flur.”

“Ah, sehr gut.”
“Gut?? Liebste, was ist los mit dir??”

“Wieso? Was soll mit mir sein?”
“Kein: `räum den weg!´ oder `da steht er aber im Weg rum!´??”

“Nö, ich brauche ihn ja noch.”
“Jetzt?? Wofür??”

“Ich muss den Teppich im Wohnzimmer noch machen.”
“Habe ich schon. Oder glaubst du, den lasse ich aus??”

“Ich weiß, dass du den auch gemacht hast.”
“Und was soll das dann jetzt?”

“Du hast das Muster vergessen.”
“Wie bitte??”

“Das Muster, das auf dem Teppich entsteht.”
“Du meinst dieses Zickzack-Muster von der Düse??”

“Ja.”
“Und DESWEGEN willst du jetzt noch einmal, ich meine…”

“Wenn das Muster da nicht richtig ist, fühle ich mich nicht wohl!”
“Was??”

“Wenn da das Muster ist, dann weiß ich: alles ist sauber.”
“Es IST alles sauber!”

“Aber das Muster ist nicht richtig.”
“Na und??”

“Ich möchte da aber das Muster haben!”
“Das muss ich jetzt nicht wirklich verstehen, oder?”

“Nein.”
“Gott sei Dank…”

“Ich mache das eben schnell…”

[Meine Liebste schnellt an mir vorbei und holt den Staubsauger erneut ins Wohnzimmer.
Mittlerweile wundert es mich nicht mehr, dass die Liebste einen SAUBEREN Teppich erneut reinigt; als Mann lernt man ja mit den Jahren, dass Frauen da ihre ganz eigenen Maßstäbe haben...
Aber wenn ich mir jetzt so anschaue, mit wie viel Begeisterung und Sorgfalt die Liebste mit dem Staubsauber ein Zickzack-Muster in den Teppich macht, frage ich mich schon, ob sich ein Mann wirklich an alles im Leben gewöhnen (lassen) muss...]

“So, fertig.”
“Ja…”

“Sieht das jetzt nicht frisch und gut aus??”
“Tja, also, ähm…”

“Dass du für sowas aber auch nicht ein Fünkchen Gespür hast!”
“Doch, sehr schön, nur wenn man, ich meine…”

“Was meinst du?”
“…wenn man jetzt zweimal rüber gelaufen ist, ist es ja wieder weg!?”

“Da hast du ausnahmsweise mal absolut Recht.”
“Aha, und, ähm…”

“…und deswegen läufst du da jetzt erst mal nicht mehr rüber!”

Kopfschüttel…

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