Tennisshop

Ein bisschen länger

1. November 2010, aus der Schublade Wohnen und Leben

Meine Liebste und ich trödeln am Sonntagmorgen in unserem Haus rum und jeder macht dies, das oder jenes.
Ich überlege, ob ich mir um halb zwölfmal wieder die Sendung mit der Maus ansehen sollte; das letzte Mal ist schon lange her und heute geht es um… Da klingelt das Telefon.

“Schatz, gehst du mal ran?”
“Es ist Jasmin, Süße.”

“Ah, dann ist das für mich, für mich! Gib!”
“Hier.”

“Du, ich glaube das dauert jetzt ein bisschen…”
“Von mir aus, kein Problem, mach nur.”

“Das ist doch OK für dich, oder?”
“Wir haben ja nichts vor, das ist OK.”

“Na schön, alles klar. Bis gleich!”

[Die Liebste nimmt Jasmins Anruf entgegen und noch während sich die beiden am Telefon begrüßen, fliegt auch schon die Küchentür hinter der Liebsten zu.

Die Liebste fängt meistens Telefonate in der Küche an, zumindest dann, wenn sie von mir nicht gestört oder belauscht werden will.
Dort läuft sie dann oft hin und her oder erledigt beim Telefonieren noch andere Sachen. So nach zirka einer halben Stunde wechselt sie dann meistens von der Küche ins Arbeitszimmer und rennt dort hin und her. Und dann vielleicht noch ins Gästezimmer und dann wieder in die Küche und so weiter.

Des Weiteren beginnt die Liebste solche Telefonate gewöhnlich mit sanfter Stimme, wird dann aber mit der Zeit immer lauter; vielleicht vergisst sie im Verlauf des Telefonates, dass jemand sie hören könnte, beziehungsweise dass noch irgendwer nebenan sitzt, der sich - neben der Sendung mit der Maus - auch noch Bruchstücke und Fetzen des Gespräches mit anhören muss.

Solche Telefonate zwischen der Liebsten und ihren Freundinnen scheinen stets das gesamte Repertoire an Stimmungen zu umfassen: Gelassenheit, Aufregung, Humor, Ernsthaftigkeit, Überraschungen, Entrüstungen, Beratschlagungen... Zumindest kann ich das aus den Wort- und Satzfetzen schließen, die immer mal wieder zu hören sind, auch wenn sich mir daraus der Zusammenhang nicht erschließt.

Meine - überaus interessante - Sendung mit der Maus liegt nun schon wieder mehr als eine Stunde zurück, als die Liebste schließlich während der letzten telefonischen Verabschiedungsrituale zurück ins Wohnzimmer kommt. Aber: auch wenn sich zwei Frauen am Telefon bereits verabschiedet haben, heißt das noch lange nicht, dass sie dann auch auflegen; irgendeine Kleinigkeit wurde dann anscheinend doch noch vergessen, wird erzählt und die Verabschiedung beginnt von vorn, und so weiter.

Die beiden haben nun also schon wieder mehr als eineinhalb Stunden hinter sich gebracht; da muss es ja eine Menge interessanter Neuigkeiten gegeben haben...]

“So, wir sind fertig, Schatz.”
“Ja, das sehe ich.”

“Hat wieder mal ein bisschen länger gedauert.”
“Aha. Und?”

“Was und?”
“Ihr hattet euch viel zu erzählen, was?”

“Ja.”
“Und??”

“Was denn und??”
“Naja, was gibt es Neues??”

“Nichts, wieso?”

Kopfschüttel…

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Mag ich

9. Oktober 2010, aus der Schublade Wohnen und Leben

Meine Liebste und ich machen am Freitagabend nach getaner Arbeit noch einen kleinen Spaziergang um die Häuser.
Es ist zwar nicht besonders warm, aber ansonsten ist das Wetter fantastisch und wir erleben dazu noch einen wunderbaren Sonnenuntergang auf unserem Weg.

“Hach, so könnte es jeden Tag sein…”
“Ja, das stimmt, Süße.”

“Und schau mal die tollen Farben der Bäume!”

“Ja, jetzt geht der Herbst so richtig los.”

“Ich mag ja den Herbst.”
“Tatsächlich??”

“Ja, wieso?”
“Ich dachte, du magst eher den Sommer?”

“Den Sommer mag ich natürlich auch.”

“Ah…”

“Aber der Frühling ist auch schön!”
“Ähm…”

“Ich mag den Frühling.”
“Also magst du eigentlich alle, willst du damit sagen.”

“Wieso? Über Winter haben wir doch noch gar nicht gesprochen?”
“Das ist richtig, aber ich dachte…”

“Also der Winter ist schon was etwas ganz anderes.”
“Ach ja?”

“Ja.”
“Weil es da besonders kalt ist?”

“Auch deswegen.”
“Und Kälte magst du ja nicht.”

“Das stimmt.”
“Und weil da das Autofahren oft so schwierig ist?”

“Darauf könnte ich auch verzichten, auf das Chaos, ja.”
“Aha, verstehe.”

“Was verstehst du?”
“Den Winter magst du also nicht.”

“Doch, natürlich!”

Kopfschüttel…

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Das Übliche eben

11. September 2010, aus der Schublade Wohnen und Leben

Meine Liebste und ich sitzen am Freitagabend entspannt im Wohnzimmer und überlegen, was wir mit dem Abend anfangen.
Die Liebste macht den Vorschlag, mal wieder eine Runde Rummikub zu spielen; das ist nicht gerade mein Favorit, aber auch ich spiele es ab und zu ganz gerne.

“Spielen wir in der Küche, Schatz?”
“Ja, Süße, da haben wir genug Platz.”

“Wo ist das Rummikub-Spiel denn überhaupt??”
“Müsste eigentlich bei den anderen Spielen im Gästezimmer liegen.”

“Gehst du es holen, ja?”

“Ja. Ich hoffe, dass es da auch liegt.”

“Wo soll es denn sonst sein??”
“Da du es das letzte Mal weggeräumt hast, ist das ungewiss.”

“Wie bitte?? Ich tue immer alles dahin, wo es hingehört!”
“Klar. Ich erinnere nur kurz an mein Haar Gel von neulich.”

“Das zählt nicht, das war ein Versehen.”

“Versehen?? Du hast es im Kabuff zu den Autoreinigern gestellt!”

“Na und??”
“…und dann habe ich eine neue Tube gekauft und die auch!”

“Ich wusste eben nicht, was das für schwarze Tuben sind.”

“…ich habe 2 Wochen gebraucht, bis ich die wiedergefunden habe!”

“Das hätte auch gut Schuhcreme sein können.”
“Aha, und dann stellst du die zu den Autosachen??”

“In unserer Schuhkiste war eben kein Platz mehr!?”

“Wahrscheinlich steht das Rummikub irgendwo bei den Fahrrädern…”

“Quatsch!”
“Ich gehe jetzt zu den Spielen und schaue nach…”

“Gut, dann…”

[...noch bevor die Liebste ihren Satz beenden kann, klingelt das Telefon. Das Display verrät, dass es sich bei der Anruferin um Nadine handelt, eine alte Schulfreundin der Liebsten. Ich drücke ihr das Telefon in die Hand und wir verabreden, dass die Liebste das Telefonat annimmt (annehmen muss, wie sie sagt) und ich in der Zwischenzeit schon mal das Rummikub in der Küche aufbaue.
Gesagt, getan: ich sitze startklar in der Küche von den weißen Rummikub-Steinchen, während die Liebste  noch immer im Gästezimmer hinter verschlossener Tür telefoniert: seit einer Stunde!
Plötzlich geht die Tür auf und die Liebste kommt herein...]

“So, fertig! Hat etwas länger gedauert.”

“Etwas?? Du hast eine ganze Stunde lang mit ihr telefoniert!”

“1.13, wenn du es genau wissen willst.”
“Will ich nicht!”

“Hast du hier alles fertig soweit?”
“Soll das ein Witz sein??”

“Nee, wieso?”

“In der Zeit hätte ich 100 neue Steine schnitzen können!!”

“Und? hast du?”
“Nein, habe ich NICHT!”

“Warum betonst du das dann so??”
“Weißt du was, vergiss es einfach, können wir jetzt spielen?”

“Natürlich, du willst doch noch, oder?”
“Deswegen warte ich ja hier seit einer Ewigkeit auf dich!”

“Hast du die Steine schon durchgemischt?”

“Liebste, die Steine sind so was von gemischt, gemischter geht nicht!”

“Aber du sitzt doch hier schon eine Zeit lang?”
“Eben!”

“Dann könntest du dir die Steine ja schon alle angeguckt haben?”
“Habe ich NICHT!”

“Ich mische lieber noch einmal, dir kann man nicht trauen.”
“Was??”

“…weil du ja bei Rummikub auch immer verlierst.”
“Das stimmt ja gar nicht!”

“…deswegen spiele ich es ja auch so gerne mit dir.”
“Ach sooo! Ich sehe, das Warten hat sich mal wieder richtig gelohnt!”

“…ich habe mich extra beeilt am Telefon.”
“Beeilt?? DAS nennst du beeilen??”

“Klar! Wir hätten locker noch weiter telefonieren können.”
“Das darf doch wohl nicht wahr sein…”

“Ich musste Nadine regelrecht abwürgen.”
“Wahrscheinlich werde ich die Frage wieder bereuen, aber…”

“Aber?”
“…worüber habt ihr denn überhaupt so lange gesprochen?”

“Wieso?”
“Naja, gab es wieder irgendeine Katastrophe, oder was?”

“Wieso denn eine Katastrophe??”
“…wo Superwoman Liebste zur Hilfe gerufen werden musste?”

“Nein, warum? Wie kommst du denn darauf?”

“Ähm… Und worüber habt ihr dann so lange gequasselt, bitte??”

“Das Übliche eben.”
“Das Übliche??”

“Zu den wichtigen Sachen sind wir noch gar nicht gekommen.”
“Moment, Moment: NOCH NICHT??”

“Ich musste das Gespräch unterbrechen wegen dir.”
“Wegen mir??”

“Damit du nicht sauer wirst.”
“Damit ICH nicht sauer werde??”

“Wieso wiederholst du denn dauernd alles, was ich sage??”
“Weil mir dazu wirklich nichts Besseres einfällt!!”

“Spielen wir jetzt oder nicht!?”

“Wir spielen!”

“Gut, aber schnell.”
“Wieso schnell, das ist ein Geduldsspiel??”

“Ich habe Nadine gesagt, dass ich wieder anrufe.”

“Wie bitte??”

“Naja, so lange dauert das doch hier nicht, oder?”
“Heißt das, du willst nur ein einziges Spiel machen??”

“Nein, wie kommst du denn darauf?”
“Weil, weil…”

“Vielleicht nach zwei Spielen, schätze ich.”
“Zwei?? Und wovon hängt das ab, bitte??”

“Wenn du 2-mal verloren hast, bist eh du froh, wenn ich gehe.”

Kopfschüttel…

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Die kleine Blume links

16. Juli 2010, aus der Schublade Wohnen und Leben

37 Grad, brütende Hitze: obwohl meine Liebste und ich den Sommer lieben, ist das vielleicht doch etwas zu viel des Guten.
Nicht nur wir müssen aufpassen, dass wir nicht vertrocknen wie eine Dörrpflaume, sondern auch für unsere gefühlten 1.254 Blumen muss gesorgt werden.

“Du, Schatz?”
“Ja, Süße?”

“Hast du die Blumen auf der Terrasse gegossen?”
“Natürlich.”

“Weil, ich habe gar nicht gesehen, dass du sie gegossen hast.”
“Ich habe sie aber gegossen.”

“Die müssen jetzt nämlich jeden Tag gegossen werden?”
“Sie werden ja auch jeden Tag gegossen.”

“Und du hast sie wirklich nicht vergessen?”
“Nein.”

“Und warum habe ich dich dann nicht gesehen?”
“Was weiß ich, wo du mit deinen Gedanken wieder warst!”

“Also du hast sie gegossen?”
“JA! Ich HABE sie gegossen!”

“Dann ist ja gut.”
“Bist du jetzt zufrieden, ja?? Darf ich jetzt weiterleben??”

“Ja.”
“Schön.”

“-”
“-”

“Auch die kleine links?”
“Was? Wen?”

“Ob du auch die kleine Blume links gegossen hast?”
“Sag mal, was soll denn das??”

“Was denn??”
“Glaubst du, dass ich nicht mal Blumen gießen kann, oder was??”

“Ich frage doch nur?!”
“NATÜRLICH habe ich die KLEINE BLUME LINKS gegossen!”

“Oh, das ist ja jetzt doof…”
“Was?? Wieso??”

“Weil die eigentlich nicht so viel Wasser haben darf…”
“Wie bitte?? Keine Sorge, ich habe sie gegossen, wie immer.”

“Nein, nein, darum geht es nicht.”
“Sondern??”

“Weil ich die vorhin auch schon gegossen habe.”
“Was! Die kleine Blume links??”

“Ja.”
“Die hast – DU – gegossen?? Vorhin??”

“Ja.”
“Und warum hast du dann nicht gleich ALLE Blumen gegossen??”

“Weil du ja heute dran bist, wir wechseln uns doch ab, oder??”
“Ich HABE ja auch die Blumen gegossen!”

“Aber die kleine Blume links hättest du nicht gießen dürfen.”
“Toll! Und wieso gießt du ausgerechnet diese einzelne Blume vorher??”

“Weil ich mir sicher war, dass du die wieder vergisst!”

Kopfschüttel…

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Du gibst dir keine Mühe!

7. Juni 2010, aus der Schublade Wohnen und Leben

Meine Liebste läuft mit einem großen Korb voller frisch gewaschener Wäsche an mir vorbei und steuert auf die Terrasse zu, wo bereits der ausgeklappte Wäscheständer steht. Da ich seit 2 Stunden faul rumhänge, fühle ich mich irgendwie aufgefordert, ihr nachzugehen und ihr beim Aufhängen zu helfen…

“Schatz? Was machst du da?”
“Ich wollte dir helfen, Süße.”

“Womit??”
“Mit Wäsche aufhängen?”

“Nee, nee, nee, nicht meine Unterwäsche-Sachen!”
“Oh, Entschuldigung!”

“Die sind empfindlich, das mache ich lieber selber!”
“Ja, stimmt, einen Slip aufhängen kann wirklich nicht jeder…”

“Du kannst ja die Socken aufhängen, wenn du helfen willst.”
“Na schön, hänge ich eben die Socken auf.”

[Ich wundere mich ja sehr oft, wie Frauen mit Waschmaschinen umgehen; im Gegensatz zu mir gelingt es der Liebsten locker, ungefähr dreimal so viel in die Maschine zu stopfen, wie ich. Das spare Energie, sagt sie...
Das bedeutet aber auch dazu, dass die ganzen Sachen nach dem Schleudern quasi fest zusammengequetscht und dementsprechend faltig sind, so auch die geschätzten 1.000.000 schwarzen Socken.
Dieser Umstand hat schon einmal dazu geführt, dass ich der Liebsten verbieten musste, meine Hemden auf diese Weise zu waschen; aber das ist eine ganz andere Geschichte.]

“Schatz, was machst du denn da??”
“Ich hänge die Socken auf, Liebste.”

“Aber dabei gibst du dir ja gar keine Mühe??”
“Keine Mühe?? Wie soll ich mir denn da Mühe geben??”

“Naja, du hängst die ja einfach alle irgendwie auf!”
“Was soll ich denn sonst damit machen? Mich mit ihnen unterhalten??”

“Worüber denn?”
“Was?”

“Naja, worüber willst du dich denn mit den Socken unterhalten?”
“Liebste, das war nur ein, ein…. Also nicht ernst gemeint und…”

“Du hast gefragt, ob du dich mit den Socken unterhalten sollst!”
“Das war aber mehr eine rhetorische Frage, weil…”

“…und ich will doch nur wissen, worüber du reden möchtest!”
“Ich will mich mit den Socken nicht unterhalten!”

“Sondern??”
“Ich will sie einfach nur aufhängen, mehr nicht!?”

“Warum redest du denn dann so einen Blödsinn??”
“Wer! Ich??”

“Erst hängst du sie nicht richtig auf, dann willst du reden!”
“Ich wollte nur einen Witz machen, nur einen Witz!”

“Sehr witzig, h-aaa, h-aaa…”
“Verrätst du mir jetzt bitte, was mit den Socken nicht stimmt??”

“Pff! Frag sie doch selbst!”

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Riech doch mal

21. Mai 2010, aus der Schublade Wohnen und Leben

Meine Liebste und ich sitzen zusammen im Wohnzimmer und läuten einen lockeren Fernsehabend ein.
Es gibt zwar in der Flimmerkiste nichts Besonderes heute, aber so nebenbei kann man RTL, Pro7 & Co ja laufen lassen; Frauentausch oder Hausbau oder Schuldenberater werden ja täglich geboten.
Die Liebste sitzt ruhig auf dem Sofa, bis sie plötzlich einen halben Sprung unter die Zimmerdecke hinlegt!

“Mann!”
“Was ist denn, Süße?? Ist was passiert??”

“Hier summt die ganze Zeit eine Fliege um mich rum!”
“Eine Fliege??”

“Könnte auch eine Mücke sein, aber eher eine Fliege!”
“Ich sehe nichts…”

“Sie ist aber da, dauernd schwirrt die um mich rum!”
“Tja, die Fliege wird dafür sicher gute Gründe haben…”

“So?? Und was für Gründe gäbe es da deiner Meinung nach??”
“Naja, ähm…”

“Weil ich stinke??”
“Du stinkst??”

“Ich stinke NICHT!”
“Wann hast du denn das letzte Mal geduscht?”

“Heute Morgen!”
“Naja, das ist natürlich, also, na, wenn das mal nicht…”

“Hier, riech doch mal!”

[Die Liebste schmeißt sich auf mich drauf und drückt mir nacheinander sämtliche ihrer Extremitäten auf die Nase...]

“Und? Stinke ich, du Blödmann??”
“Ähm, nein, also ich rieche nichts…”

“Du riechst nichts??”
“Naja, aber ich bin auch keine Fliege, also…”

“Wenn hier einer stinkt, dann ja wohl DU!”
“Ich??”

“Ja, du! Und deswegen schwirrt die Fliege lieber um mich rum!”
“Wie jetzt?? ICH soll stinken, aber die Fliege nimmt lieber DICH??”

“Vielleicht ist das für Fliegen gefährlich, was du so ausdünstest.”
“Ja nee, iss klar!”

“Du hast selber gesagt, dass die Fliege einen guten Grund hat!”
“Das war aber eigentlich nur eine scherzhafte Vermutung!”

“Wenn du Tatsachen willst, dann frag die Fliege doch selbst??”
“Gerne, dann schick sie doch bitte mal zu mir rüber!”

“Du bist so doof! Und du stinkst!”
“Und DU wirst von einer Fliege belästigt, DAS gäbe MIR zu denken!”

“Und was willst du damit jetzt sagen??”
“Eigentlich will ich nur wissen, wie du die Fliege loswerden willst?”

“Das liegt doch wohl auf der Hand, oder?”
“Du holst eine Fliegenklatsche?”

“Nein.”
“Dann fängst du sie mit den Zähnen?”

“Nein! Und außerdem ist das Bäh!”
“Und was willst du stattdessen tun?”

“Ich gar nichts, aber du!”
“Ich?? Vergiss es, ich fange dir die arme Fliege nicht.”

“Nee, aber du gehst jetzt sofort duschen!”

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Das muss heute sein

17. Mai 2010, aus der Schublade Wohnen und Leben

Meine Liebste steht schon in der offenen Haustür und warten auf mich, als ich am Abend nach Hause komme.
Das ist gewöhnlich selbst dann nicht der Fall, wenn ich klingele oder mich sonstwie mit einem besonderen Grund angekündigt habe…
Also: was ist da los??

“Hallo Schatz, komm doch rein!”
“Hallo Süße, na? Warum stehst du hier?”

“Ich habe auf dich gewartet.”
“Aha. Und?”

“Was und?”
“Naja, wieso wartest du auf mich hier?”

“Ich habe dein Auto gesehen, als du gekommen bist.”
“Ach so, schön. Ich dachte schon, es sei irgendwas.”

“Was soll denn sein?”
“Naja, du stehst ja sonst nicht in der Tür, wenn ich komme…”

“Heute aber schon, und außerdem bin ich schon fertig.”
“Fertig? Womit??”

“Na wir können sofort los, meine ich.”
“Wir? Wohin denn?? Habe ich da was vergessen??”

“Wir wollten doch neue Kissen kaufen fürs Gästezimmer?”
“Ja, aber doch nicht heute, oder??”

“Warum denn nicht heute??”
“Och Schatz, ich hatte einen echt anstrengenden Tag und…”

“Komm, das dauert doch nicht lange. Geht ganz schnell!”
“Muss das sein? Können wir das nicht am Wochenende machen?”

“Nein, das muss heute sein.”
“Wieso denn heute??”

“Weil wir Besuch kriegen.”
“Was?? Besuch?? Wen denn??”

“Steffi kommt nachher noch.”
“Steffi?? Und was will die hier?? Mitten in der Woche??”

“Wir haben eben was zu bereden, darum.”
“Und da muss sie gleich bei uns übernachten??”

“Dafür hat man doch ein Gästezimmer, oder??”
“Und was ist mit Rainer? Kommt der auch mit?”

“Nee, wohl kaum.”
“Wieso, was ist denn?”

“Deswegen kommt Steffi ja.”
“Weswegen??”

“Wegen Rainer.”
“Wieso, was ist denn mit Rainer??”

“Er hat Steffi ganz mies behandelt, der ist ganz böse!”
“Wie bitte?? Rainer ist eine Seele von Mensch!?”

“Offensichtlich nicht! Auf jeden Fall bleibt Steffi hier.”
“Ähm… Moment mal, soll das heißen, dass…”

“Ich habe ihr gesagt, dass sie bleiben kann, solange sie will.”
“Liebste! Sind wir hier das Hotel der guten Hoffnung, oder was??”

“Ich will ihr aber helfen und du machst mit!”
“Erst werde ich mal Rainer anrufen, und dann sehen wir weiter!”

“Nein, du rufst nicht Rainer an!”
“Wieso denn nicht??”

“Weil der böse war!”
“Ich werde mir doch wohl mal seine Version anhören dürfen??”

“Nee, hinterher schlägst du dich noch auf seine Seite!”
“Hallo?? Du schlägst dich doch auch auf Steffis Seite??”

“Das ist ja wohl auch selbstverständlich!”
“Was hat Rainer denn angeblich wieder gemacht??”

“ANGEBLICH?? Siehst du, es geht schon los! Männer!!”
“Nichts geht los, ich will doch nur wissen, was…”

“Du bist genauso doof, wie Rainer!”
“Aber was ist denn überhaupt passiert und…”

“Ich fahre alleine Kissen kaufen!”
“Warum das denn jetzt plötzlich??”

“Und ich bringe zwei mehr mit!”
“Zwei mehr??”

“Die kannst du dann Rainer geben.”
“Rainer?? Was soll Rainer denn mit zwei blöden Deko-Kissen??”

“Die sind ja auch mehr für dich, du Blödmann.”
“Für mich??”

“Damit du es heute in seinem Gästezimmer gemütlich hast!”

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6 Wochen lang

28. April 2010, aus der Schublade Wohnen und Leben

Meine Liebste muss diese Woche arbeiten, ich hingegen habe ein paar Tage Urlaub und kann es mir zuhause auf dem Sofa gemütlich machen.
Es ist nicht so, dass sie mir das nicht gönnen würde…
Aber passen tut ihr das natürlich irgendwie auch nicht!

“Na Schatz? Hattest du einen anstrengenden Urlaubstag?”
“Ja Süße, sehr anstrengend. Ich musste dreimal aufstehen heute!”

“Faulpelz!”
“Hallo?? Ich schufte ja wohl sonst genug!”

“Ja ich vielleicht nicht??”
“Doch, du auch.”

“Eben. Du hättest ja mal was in der Wohnung machen können.”
“In der Wohnung?? Was denn?”

“Die Fenster müssten mal geputzt werden, zum Beispiel.”
“Och nee! Außerdem tut mir mein Knie weh.”

“Dein Knie?? Was ist denn mit deinem Knie?”
“Keine Ahnung, tut eben weh, ein bisschen zumindest.”

“Oh, du bist also schwerkrank, das willst du doch damit sagen?”
“Ja. Ich glaube, ich muss meinen Urlaub verlängern.”

“Nur wegen deinem Knie??”
“Naja vielleicht ist es ja der Meniskus oder so?”

“Pff! Wovon denn! Vom Fernsehzeitung holen??”
“Dann werde ich 6 Wochen krankgeschrieben. Das wäre toll!”

“Was willst du denn 6 Wochen lang, da wird dir doch langweilig.”
“Och, ich weiß mich schon zu beschäftigen, keine Sorge!”

“Aber du, ich weiß was, mir fällt da was ein!!”
“Macht deine Idee meine 6 Wochen Urlaub noch angenehmer?”

“Ja!”
“Na da bin ich ja mal gespannt…”

“Ich lasse mich auch 6 Wochen krankschreiben!”
“Ähm…”

“Dann können wir 6 Wochen lang zusammen sein!”
“Das, ähm…”

“Den ganzen Tag lang kuscheln und lieb haben!”
“6 Wochen lang??”

“Ja, und wir machen dann einfach alles zusammen!”
“Naja, also…”

“Wir können uns dann stundenlang über alles unterhalten.”
“Ich kann mir das vorstellen, ja…”

“Wäre das nicht toll?”
“Du, ich glaube, meinem Knie geht es schon wieder besser…”

“Echt jetzt??”
“Ja, ich glaube, das mit den 6 Wochen wird leider nichts…”

“Oh, schade…”
“Ja, naja, vielleicht ein andermal…”

“OK, also wenn es deinem Knie wieder gut geht, dann…”
“Was dann?”

“…dann kannst du ja morgen auch die Fenster putzen!”

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Swingerparty

16. April 2010, aus der Schublade Wohnen und Leben

Meine Liebste sitzt im Wohnzimmer und telefoniert, als ich am Abend nach Hause komme. Jedoch ist sie wohl gerade fertig geworden, denn kaum stehe ich in der Tür, legt sie auch schon auf.
Gut, denn nun kann ich sie in Ruhe begrüßen!

“Hallo Schatz!”
“Hallo Süße, na, alles klar bei dir?”

“Ja!”
“Schön. Und? Mit wem hast du gerade telefoniert?”

“Mit Vera.”
“Ähm… Vera? Kenne ich die?”

“Noch nicht.”
“Äh, noch nicht?? Was heißt denn das??”

“Nächstes Wochenende lernst du sie kennen.”
“Nächstes Wochenende?? Was ist denn da??”

“Da besuchen wir Vera.”
“Aha; und, ähm… Wer ist das jetzt??”

“Das ist die beste Freundin einer Cousine von Tanja.”
“Aha, ähm… Und… Was hast du mit der zu tun??”

“Tanja ist doch meine Freundin!”
“Jaja, aber was hast du denn mit ihrer Cousine zu tun??”

“Nichts, die kenne ich gar nicht.”
“Ach, die kennst du gar nicht, ja klar, das…”

“Aber Tanjas Cousine kommt natürlich auch.”
“Natürlich… Liebste, ähm, darf ich mal eine Zwischenfrage stellen?”

“Ja, was denn?”
“Gehst du davon aus, dass ich das jetzt alles verstehen müsste?”

“Wieso, ist noch was unklar??”
“Ja, es ist ALLES noch unklar!”

“Wieso, hast du keine Zeit nächsten Samstag??”
“Doch, aber WAS HAST DU mit der Freundin der Cousine von T…”

“Vera, sie heißt Vera.”
“Schön, Vera. Und was hast du mit VERA zu tun??”

“Sie hat uns eben eingeladen. Also eigentlich mehr dich.”
“Mich?? Wieso denn mich??”

“Aber ich habe gesagt, dass ich natürlich mitkomme.”
“Ähm…”

“Ich lasse dich doch nicht mit den ganzen Weibern alleine!”
“Oh, das ist wirklich sehr zuvorkommend, danke…”

“Gern geschehen. Darüber freust du dich doch, oder??”
“Ja, das, ähm… Freue ich mich, aber Liebste, jetzt noch einmal…”

“Das ist gut, denn ich habe Vera ja schon zugesagt.”
“Schatz, WAS habe ich mit Vera zu tun und WIESO lädt die mich ein??”

“Naja, sie wusste nicht, an wen sie sich sonst wenden sollte.”
“Himmel, ich kriege gleich einen Nervenzusammenbruch, echt…”

“Was denn??”
“Liebste! Du sagst mir jetzt sofort, was hier los ist!”

“Tanja hatte die Idee. Sagte ich das noch nicht?”
“Tanja?? Was hat die Verrückte mir da bitte wieder eingebrockt??”

“Also hast du jetzt nächsten Samstag Zeit oder nicht!?”
“Ich habe keine Zeit.”

“Doch, hast du! Und ich komme ja auch mit.”
“Ich will aber erst wissen, was da überhaupt passiert!”

“Vera soll übrigens sehr hübsch sein.”
“Na und??”

“Das müsste dir doch gefallen, oder??”
“Wenn das ein Swingerabend werden soll, dann vielleicht!”

“Du spinnst ja wohl! Vera hat sich gerade erst getrennt!”
“Spricht das jetzt für oder gegen die Swingerparty??”

“Dagegen! Lass bloß solche Kommentare nächste Woche!”
“Ich werde NUR solche Kommentare machen, VERLASS DICH DRAUF!!”

“Wirst du nicht! Immerhin hat sie dich ja um Hilfe gebeten!”
“Hilfe bei was?? Und übrigens: MICH hat NIEMAND um Hilfe gebeten!!”

“Aber ich habe versprochen, dass ich mich darum kümmere.”
“Schön, aber ohne mich zu fragen.”

“Jetzt sei doch nicht so, dann komm mir zuliebe mit, ja?”
“Nein.”

“Bitte, bitte, bitte!”
“Nein!”

“Ich lasse dich auch beim Mensch-ärgere-dich-nicht gewinnen!”
“Oh, toll!!”

“Vera braucht uns, und vor allem dich! Sagte ich doch schon!”
“Und warum sagst du mir dann nicht, worum es geht, bitte??”

“Ach, sagte ich das noch gar nicht?”
“Boah, ich baue schon mal das Sauerstoffzelt auf…”

“Du hast ja gar kein Sauerstoffzelt.”
“NEIN, ABER ICH BRAUCHE GLEICH EINS, WENN DER NOTARZT KOMMT!”

“Jetzt tu nicht wieder so, als würde ich dich krank machen!”
“LIEBSTE, WAS WILL DIESE VERA VON UNS, VON MIR, VON EGAL WEM!?”

“Sie will mit dir ein neues Leben anfangen. Ist das nicht süß?”
“Ich muss mich hinsetzen…”

“Sie lässt alles hinter sich und startet als neuer Mensch durch.”
“Aha…”

“Und DU bist der einzige Mann, dem sie noch vertraut.”
“Ich…”

“Du wirst nächste Woche auch der einzige Mann dort sein.”
“-”

“Ja, und ich bin deshalb auch so stolz auf dich, mein Schatz!”
“Ich bin zu Tränen gerührt…”

“Also hilfst du jetzt dieser bedauernswerten jungen Frau?”
“Wenn ich jetzt Ja sage, darf ich dann in Ruhe sterben?”

“Ja, aber das mit dem Sterben bitte erst nach Samstag.”
“Das ist wirklich sehr großzügig von dir, danke…”

“Allerdings gibt es noch einen klitzekleinen Haken…”
“War ja klar…”

“Ich kann nicht mitfahren nachmittags.”
“Mitfahren?? Aber eben hast du doch gesagt, dass du…”

“Jaja, zu Vera, aber nachmittags musst du ohne mich fahren.”
“Fahren wohin??”

“Nach Wiesbaden.”
“Wiesbaden??”

“Ja, sie zieht von Bremen nach Wiesbaden.”
“Was??”

“Das sagte ich doch schon, oder?!”

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Hast du mir nicht zugehört?

1. April 2010, aus der Schublade Wohnen und Leben

Meine Liebste und ich sitzen am frühen Donnerstagmorgen noch zusammen in der Küche, bevor wir zur Arbeit aufbrechen müssen.
Auch wenn die Liebste nicht gerade ein Morgenmensch ist, so macht sie heute aber ein überaus griesgrämiges Gesicht…
Ob da jetzt noch was kommt?

“Schatz, ich muss dir was sagen.”
“Ja? Was denn, Süße?”

“Ich verlasse dich.”
“Was??”

“Ich verlasse dich!”
“Ähm…”

“Ich gehe erst einmal zurück zu meinen Eltern.”
“Aha. Na dann grüß sie mal schön.”

“Mann!!”
“Was denn??”

“Hast du mir nicht zugehört??”
“Doch, doch? Wieso?”

“ICH VERLASSE DICH!”
“Ja, das habe ich gehört. Kannst du dann den Müll mit raus nehmen?”

“Mann, du bist so doof!”
“Wieso?? Du sagst doch immer, ich soll praktisch denken.”

“Du glaubst mir nicht, oder??”
“Heute? Am 1. April?? Ich gehe dir doch nicht auf den Leim, pff!”

“Ach, ist heute der 1. April??”

Kopfschüttel…

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1. November 2010, aus der Schublade Wohnen und Leben

Meine Liebste und ich trödeln am Sonntagmorgen in unserem Haus rum und jeder macht dies, das oder jenes.
Ich überlege, ob ich mir um halb zwölfmal wieder die Sendung mit der Maus ansehen sollte; das letzte Mal ist schon lange her und heute geht es um… Da klingelt das Telefon.

“Schatz, gehst du mal ran?”
“Es ist Jasmin, Süße.”

“Ah, dann ist das für mich, für mich! Gib!”
“Hier.”

“Du, ich glaube das dauert jetzt ein bisschen…”
“Von mir aus, kein Problem, mach nur.”

“Das ist doch OK für dich, oder?”
“Wir haben ja nichts vor, das ist OK.”

“Na schön, alles klar. Bis gleich!”

[Die Liebste nimmt Jasmins Anruf entgegen und noch während sich die beiden am Telefon begrüßen, fliegt auch schon die Küchentür hinter der Liebsten zu.

Die Liebste fängt meistens Telefonate in der Küche an, zumindest dann, wenn sie von mir nicht gestört oder belauscht werden will.
Dort läuft sie dann oft hin und her oder erledigt beim Telefonieren noch andere Sachen. So nach zirka einer halben Stunde wechselt sie dann meistens von der Küche ins Arbeitszimmer und rennt dort hin und her. Und dann vielleicht noch ins Gästezimmer und dann wieder in die Küche und so weiter.

Des Weiteren beginnt die Liebste solche Telefonate gewöhnlich mit sanfter Stimme, wird dann aber mit der Zeit immer lauter; vielleicht vergisst sie im Verlauf des Telefonates, dass jemand sie hören könnte, beziehungsweise dass noch irgendwer nebenan sitzt, der sich - neben der Sendung mit der Maus - auch noch Bruchstücke und Fetzen des Gespräches mit anhören muss.

Solche Telefonate zwischen der Liebsten und ihren Freundinnen scheinen stets das gesamte Repertoire an Stimmungen zu umfassen: Gelassenheit, Aufregung, Humor, Ernsthaftigkeit, Überraschungen, Entrüstungen, Beratschlagungen... Zumindest kann ich das aus den Wort- und Satzfetzen schließen, die immer mal wieder zu hören sind, auch wenn sich mir daraus der Zusammenhang nicht erschließt.

Meine - überaus interessante - Sendung mit der Maus liegt nun schon wieder mehr als eine Stunde zurück, als die Liebste schließlich während der letzten telefonischen Verabschiedungsrituale zurück ins Wohnzimmer kommt. Aber: auch wenn sich zwei Frauen am Telefon bereits verabschiedet haben, heißt das noch lange nicht, dass sie dann auch auflegen; irgendeine Kleinigkeit wurde dann anscheinend doch noch vergessen, wird erzählt und die Verabschiedung beginnt von vorn, und so weiter.

Die beiden haben nun also schon wieder mehr als eineinhalb Stunden hinter sich gebracht; da muss es ja eine Menge interessanter Neuigkeiten gegeben haben...]

“So, wir sind fertig, Schatz.”
“Ja, das sehe ich.”

“Hat wieder mal ein bisschen länger gedauert.”
“Aha. Und?”

“Was und?”
“Ihr hattet euch viel zu erzählen, was?”

“Ja.”
“Und??”

“Was denn und??”
“Naja, was gibt es Neues??”

“Nichts, wieso?”

Kopfschüttel…

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Mag ich

9. Oktober 2010, aus der Schublade Wohnen und Leben

Meine Liebste und ich machen am Freitagabend nach getaner Arbeit noch einen kleinen Spaziergang um die Häuser.
Es ist zwar nicht besonders warm, aber ansonsten ist das Wetter fantastisch und wir erleben dazu noch einen wunderbaren Sonnenuntergang auf unserem Weg.

“Hach, so könnte es jeden Tag sein…”
“Ja, das stimmt, Süße.”

“Und schau mal die tollen Farben der Bäume!”

“Ja, jetzt geht der Herbst so richtig los.”

“Ich mag ja den Herbst.”
“Tatsächlich??”

“Ja, wieso?”
“Ich dachte, du magst eher den Sommer?”

“Den Sommer mag ich natürlich auch.”

“Ah…”

“Aber der Frühling ist auch schön!”
“Ähm…”

“Ich mag den Frühling.”
“Also magst du eigentlich alle, willst du damit sagen.”

“Wieso? Über Winter haben wir doch noch gar nicht gesprochen?”
“Das ist richtig, aber ich dachte…”

“Also der Winter ist schon was etwas ganz anderes.”
“Ach ja?”

“Ja.”
“Weil es da besonders kalt ist?”

“Auch deswegen.”
“Und Kälte magst du ja nicht.”

“Das stimmt.”
“Und weil da das Autofahren oft so schwierig ist?”

“Darauf könnte ich auch verzichten, auf das Chaos, ja.”
“Aha, verstehe.”

“Was verstehst du?”
“Den Winter magst du also nicht.”

“Doch, natürlich!”

Kopfschüttel…

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Das Übliche eben

11. September 2010, aus der Schublade Wohnen und Leben

Meine Liebste und ich sitzen am Freitagabend entspannt im Wohnzimmer und überlegen, was wir mit dem Abend anfangen.
Die Liebste macht den Vorschlag, mal wieder eine Runde Rummikub zu spielen; das ist nicht gerade mein Favorit, aber auch ich spiele es ab und zu ganz gerne.

“Spielen wir in der Küche, Schatz?”
“Ja, Süße, da haben wir genug Platz.”

“Wo ist das Rummikub-Spiel denn überhaupt??”
“Müsste eigentlich bei den anderen Spielen im Gästezimmer liegen.”

“Gehst du es holen, ja?”

“Ja. Ich hoffe, dass es da auch liegt.”

“Wo soll es denn sonst sein??”
“Da du es das letzte Mal weggeräumt hast, ist das ungewiss.”

“Wie bitte?? Ich tue immer alles dahin, wo es hingehört!”
“Klar. Ich erinnere nur kurz an mein Haar Gel von neulich.”

“Das zählt nicht, das war ein Versehen.”

“Versehen?? Du hast es im Kabuff zu den Autoreinigern gestellt!”

“Na und??”
“…und dann habe ich eine neue Tube gekauft und die auch!”

“Ich wusste eben nicht, was das für schwarze Tuben sind.”

“…ich habe 2 Wochen gebraucht, bis ich die wiedergefunden habe!”

“Das hätte auch gut Schuhcreme sein können.”
“Aha, und dann stellst du die zu den Autosachen??”

“In unserer Schuhkiste war eben kein Platz mehr!?”

“Wahrscheinlich steht das Rummikub irgendwo bei den Fahrrädern…”

“Quatsch!”
“Ich gehe jetzt zu den Spielen und schaue nach…”

“Gut, dann…”

[...noch bevor die Liebste ihren Satz beenden kann, klingelt das Telefon. Das Display verrät, dass es sich bei der Anruferin um Nadine handelt, eine alte Schulfreundin der Liebsten. Ich drücke ihr das Telefon in die Hand und wir verabreden, dass die Liebste das Telefonat annimmt (annehmen muss, wie sie sagt) und ich in der Zwischenzeit schon mal das Rummikub in der Küche aufbaue.
Gesagt, getan: ich sitze startklar in der Küche von den weißen Rummikub-Steinchen, während die Liebste  noch immer im Gästezimmer hinter verschlossener Tür telefoniert: seit einer Stunde!
Plötzlich geht die Tür auf und die Liebste kommt herein...]

“So, fertig! Hat etwas länger gedauert.”

“Etwas?? Du hast eine ganze Stunde lang mit ihr telefoniert!”

“1.13, wenn du es genau wissen willst.”
“Will ich nicht!”

“Hast du hier alles fertig soweit?”
“Soll das ein Witz sein??”

“Nee, wieso?”

“In der Zeit hätte ich 100 neue Steine schnitzen können!!”

“Und? hast du?”
“Nein, habe ich NICHT!”

“Warum betonst du das dann so??”
“Weißt du was, vergiss es einfach, können wir jetzt spielen?”

“Natürlich, du willst doch noch, oder?”
“Deswegen warte ich ja hier seit einer Ewigkeit auf dich!”

“Hast du die Steine schon durchgemischt?”

“Liebste, die Steine sind so was von gemischt, gemischter geht nicht!”

“Aber du sitzt doch hier schon eine Zeit lang?”
“Eben!”

“Dann könntest du dir die Steine ja schon alle angeguckt haben?”
“Habe ich NICHT!”

“Ich mische lieber noch einmal, dir kann man nicht trauen.”
“Was??”

“…weil du ja bei Rummikub auch immer verlierst.”
“Das stimmt ja gar nicht!”

“…deswegen spiele ich es ja auch so gerne mit dir.”
“Ach sooo! Ich sehe, das Warten hat sich mal wieder richtig gelohnt!”

“…ich habe mich extra beeilt am Telefon.”
“Beeilt?? DAS nennst du beeilen??”

“Klar! Wir hätten locker noch weiter telefonieren können.”
“Das darf doch wohl nicht wahr sein…”

“Ich musste Nadine regelrecht abwürgen.”
“Wahrscheinlich werde ich die Frage wieder bereuen, aber…”

“Aber?”
“…worüber habt ihr denn überhaupt so lange gesprochen?”

“Wieso?”
“Naja, gab es wieder irgendeine Katastrophe, oder was?”

“Wieso denn eine Katastrophe??”
“…wo Superwoman Liebste zur Hilfe gerufen werden musste?”

“Nein, warum? Wie kommst du denn darauf?”

“Ähm… Und worüber habt ihr dann so lange gequasselt, bitte??”

“Das Übliche eben.”
“Das Übliche??”

“Zu den wichtigen Sachen sind wir noch gar nicht gekommen.”
“Moment, Moment: NOCH NICHT??”

“Ich musste das Gespräch unterbrechen wegen dir.”
“Wegen mir??”

“Damit du nicht sauer wirst.”
“Damit ICH nicht sauer werde??”

“Wieso wiederholst du denn dauernd alles, was ich sage??”
“Weil mir dazu wirklich nichts Besseres einfällt!!”

“Spielen wir jetzt oder nicht!?”

“Wir spielen!”

“Gut, aber schnell.”
“Wieso schnell, das ist ein Geduldsspiel??”

“Ich habe Nadine gesagt, dass ich wieder anrufe.”

“Wie bitte??”

“Naja, so lange dauert das doch hier nicht, oder?”
“Heißt das, du willst nur ein einziges Spiel machen??”

“Nein, wie kommst du denn darauf?”
“Weil, weil…”

“Vielleicht nach zwei Spielen, schätze ich.”
“Zwei?? Und wovon hängt das ab, bitte??”

“Wenn du 2-mal verloren hast, bist eh du froh, wenn ich gehe.”

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Die kleine Blume links

16. Juli 2010, aus der Schublade Wohnen und Leben

37 Grad, brütende Hitze: obwohl meine Liebste und ich den Sommer lieben, ist das vielleicht doch etwas zu viel des Guten.
Nicht nur wir müssen aufpassen, dass wir nicht vertrocknen wie eine Dörrpflaume, sondern auch für unsere gefühlten 1.254 Blumen muss gesorgt werden.

“Du, Schatz?”
“Ja, Süße?”

“Hast du die Blumen auf der Terrasse gegossen?”
“Natürlich.”

“Weil, ich habe gar nicht gesehen, dass du sie gegossen hast.”
“Ich habe sie aber gegossen.”

“Die müssen jetzt nämlich jeden Tag gegossen werden?”
“Sie werden ja auch jeden Tag gegossen.”

“Und du hast sie wirklich nicht vergessen?”
“Nein.”

“Und warum habe ich dich dann nicht gesehen?”
“Was weiß ich, wo du mit deinen Gedanken wieder warst!”

“Also du hast sie gegossen?”
“JA! Ich HABE sie gegossen!”

“Dann ist ja gut.”
“Bist du jetzt zufrieden, ja?? Darf ich jetzt weiterleben??”

“Ja.”
“Schön.”

“-”
“-”

“Auch die kleine links?”
“Was? Wen?”

“Ob du auch die kleine Blume links gegossen hast?”
“Sag mal, was soll denn das??”

“Was denn??”
“Glaubst du, dass ich nicht mal Blumen gießen kann, oder was??”

“Ich frage doch nur?!”
“NATÜRLICH habe ich die KLEINE BLUME LINKS gegossen!”

“Oh, das ist ja jetzt doof…”
“Was?? Wieso??”

“Weil die eigentlich nicht so viel Wasser haben darf…”
“Wie bitte?? Keine Sorge, ich habe sie gegossen, wie immer.”

“Nein, nein, darum geht es nicht.”
“Sondern??”

“Weil ich die vorhin auch schon gegossen habe.”
“Was! Die kleine Blume links??”

“Ja.”
“Die hast – DU – gegossen?? Vorhin??”

“Ja.”
“Und warum hast du dann nicht gleich ALLE Blumen gegossen??”

“Weil du ja heute dran bist, wir wechseln uns doch ab, oder??”
“Ich HABE ja auch die Blumen gegossen!”

“Aber die kleine Blume links hättest du nicht gießen dürfen.”
“Toll! Und wieso gießt du ausgerechnet diese einzelne Blume vorher??”

“Weil ich mir sicher war, dass du die wieder vergisst!”

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Du gibst dir keine Mühe!

7. Juni 2010, aus der Schublade Wohnen und Leben

Meine Liebste läuft mit einem großen Korb voller frisch gewaschener Wäsche an mir vorbei und steuert auf die Terrasse zu, wo bereits der ausgeklappte Wäscheständer steht. Da ich seit 2 Stunden faul rumhänge, fühle ich mich irgendwie aufgefordert, ihr nachzugehen und ihr beim Aufhängen zu helfen…

“Schatz? Was machst du da?”
“Ich wollte dir helfen, Süße.”

“Womit??”
“Mit Wäsche aufhängen?”

“Nee, nee, nee, nicht meine Unterwäsche-Sachen!”
“Oh, Entschuldigung!”

“Die sind empfindlich, das mache ich lieber selber!”
“Ja, stimmt, einen Slip aufhängen kann wirklich nicht jeder…”

“Du kannst ja die Socken aufhängen, wenn du helfen willst.”
“Na schön, hänge ich eben die Socken auf.”

[Ich wundere mich ja sehr oft, wie Frauen mit Waschmaschinen umgehen; im Gegensatz zu mir gelingt es der Liebsten locker, ungefähr dreimal so viel in die Maschine zu stopfen, wie ich. Das spare Energie, sagt sie...
Das bedeutet aber auch dazu, dass die ganzen Sachen nach dem Schleudern quasi fest zusammengequetscht und dementsprechend faltig sind, so auch die geschätzten 1.000.000 schwarzen Socken.
Dieser Umstand hat schon einmal dazu geführt, dass ich der Liebsten verbieten musste, meine Hemden auf diese Weise zu waschen; aber das ist eine ganz andere Geschichte.]

“Schatz, was machst du denn da??”
“Ich hänge die Socken auf, Liebste.”

“Aber dabei gibst du dir ja gar keine Mühe??”
“Keine Mühe?? Wie soll ich mir denn da Mühe geben??”

“Naja, du hängst die ja einfach alle irgendwie auf!”
“Was soll ich denn sonst damit machen? Mich mit ihnen unterhalten??”

“Worüber denn?”
“Was?”

“Naja, worüber willst du dich denn mit den Socken unterhalten?”
“Liebste, das war nur ein, ein…. Also nicht ernst gemeint und…”

“Du hast gefragt, ob du dich mit den Socken unterhalten sollst!”
“Das war aber mehr eine rhetorische Frage, weil…”

“…und ich will doch nur wissen, worüber du reden möchtest!”
“Ich will mich mit den Socken nicht unterhalten!”

“Sondern??”
“Ich will sie einfach nur aufhängen, mehr nicht!?”

“Warum redest du denn dann so einen Blödsinn??”
“Wer! Ich??”

“Erst hängst du sie nicht richtig auf, dann willst du reden!”
“Ich wollte nur einen Witz machen, nur einen Witz!”

“Sehr witzig, h-aaa, h-aaa…”
“Verrätst du mir jetzt bitte, was mit den Socken nicht stimmt??”

“Pff! Frag sie doch selbst!”

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Riech doch mal

21. Mai 2010, aus der Schublade Wohnen und Leben

Meine Liebste und ich sitzen zusammen im Wohnzimmer und läuten einen lockeren Fernsehabend ein.
Es gibt zwar in der Flimmerkiste nichts Besonderes heute, aber so nebenbei kann man RTL, Pro7 & Co ja laufen lassen; Frauentausch oder Hausbau oder Schuldenberater werden ja täglich geboten.
Die Liebste sitzt ruhig auf dem Sofa, bis sie plötzlich einen halben Sprung unter die Zimmerdecke hinlegt!

“Mann!”
“Was ist denn, Süße?? Ist was passiert??”

“Hier summt die ganze Zeit eine Fliege um mich rum!”
“Eine Fliege??”

“Könnte auch eine Mücke sein, aber eher eine Fliege!”
“Ich sehe nichts…”

“Sie ist aber da, dauernd schwirrt die um mich rum!”
“Tja, die Fliege wird dafür sicher gute Gründe haben…”

“So?? Und was für Gründe gäbe es da deiner Meinung nach??”
“Naja, ähm…”

“Weil ich stinke??”
“Du stinkst??”

“Ich stinke NICHT!”
“Wann hast du denn das letzte Mal geduscht?”

“Heute Morgen!”
“Naja, das ist natürlich, also, na, wenn das mal nicht…”

“Hier, riech doch mal!”

[Die Liebste schmeißt sich auf mich drauf und drückt mir nacheinander sämtliche ihrer Extremitäten auf die Nase...]

“Und? Stinke ich, du Blödmann??”
“Ähm, nein, also ich rieche nichts…”

“Du riechst nichts??”
“Naja, aber ich bin auch keine Fliege, also…”

“Wenn hier einer stinkt, dann ja wohl DU!”
“Ich??”

“Ja, du! Und deswegen schwirrt die Fliege lieber um mich rum!”
“Wie jetzt?? ICH soll stinken, aber die Fliege nimmt lieber DICH??”

“Vielleicht ist das für Fliegen gefährlich, was du so ausdünstest.”
“Ja nee, iss klar!”

“Du hast selber gesagt, dass die Fliege einen guten Grund hat!”
“Das war aber eigentlich nur eine scherzhafte Vermutung!”

“Wenn du Tatsachen willst, dann frag die Fliege doch selbst??”
“Gerne, dann schick sie doch bitte mal zu mir rüber!”

“Du bist so doof! Und du stinkst!”
“Und DU wirst von einer Fliege belästigt, DAS gäbe MIR zu denken!”

“Und was willst du damit jetzt sagen??”
“Eigentlich will ich nur wissen, wie du die Fliege loswerden willst?”

“Das liegt doch wohl auf der Hand, oder?”
“Du holst eine Fliegenklatsche?”

“Nein.”
“Dann fängst du sie mit den Zähnen?”

“Nein! Und außerdem ist das Bäh!”
“Und was willst du stattdessen tun?”

“Ich gar nichts, aber du!”
“Ich?? Vergiss es, ich fange dir die arme Fliege nicht.”

“Nee, aber du gehst jetzt sofort duschen!”

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Das muss heute sein

17. Mai 2010, aus der Schublade Wohnen und Leben

Meine Liebste steht schon in der offenen Haustür und warten auf mich, als ich am Abend nach Hause komme.
Das ist gewöhnlich selbst dann nicht der Fall, wenn ich klingele oder mich sonstwie mit einem besonderen Grund angekündigt habe…
Also: was ist da los??

“Hallo Schatz, komm doch rein!”
“Hallo Süße, na? Warum stehst du hier?”

“Ich habe auf dich gewartet.”
“Aha. Und?”

“Was und?”
“Naja, wieso wartest du auf mich hier?”

“Ich habe dein Auto gesehen, als du gekommen bist.”
“Ach so, schön. Ich dachte schon, es sei irgendwas.”

“Was soll denn sein?”
“Naja, du stehst ja sonst nicht in der Tür, wenn ich komme…”

“Heute aber schon, und außerdem bin ich schon fertig.”
“Fertig? Womit??”

“Na wir können sofort los, meine ich.”
“Wir? Wohin denn?? Habe ich da was vergessen??”

“Wir wollten doch neue Kissen kaufen fürs Gästezimmer?”
“Ja, aber doch nicht heute, oder??”

“Warum denn nicht heute??”
“Och Schatz, ich hatte einen echt anstrengenden Tag und…”

“Komm, das dauert doch nicht lange. Geht ganz schnell!”
“Muss das sein? Können wir das nicht am Wochenende machen?”

“Nein, das muss heute sein.”
“Wieso denn heute??”

“Weil wir Besuch kriegen.”
“Was?? Besuch?? Wen denn??”

“Steffi kommt nachher noch.”
“Steffi?? Und was will die hier?? Mitten in der Woche??”

“Wir haben eben was zu bereden, darum.”
“Und da muss sie gleich bei uns übernachten??”

“Dafür hat man doch ein Gästezimmer, oder??”
“Und was ist mit Rainer? Kommt der auch mit?”

“Nee, wohl kaum.”
“Wieso, was ist denn?”

“Deswegen kommt Steffi ja.”
“Weswegen??”

“Wegen Rainer.”
“Wieso, was ist denn mit Rainer??”

“Er hat Steffi ganz mies behandelt, der ist ganz böse!”
“Wie bitte?? Rainer ist eine Seele von Mensch!?”

“Offensichtlich nicht! Auf jeden Fall bleibt Steffi hier.”
“Ähm… Moment mal, soll das heißen, dass…”

“Ich habe ihr gesagt, dass sie bleiben kann, solange sie will.”
“Liebste! Sind wir hier das Hotel der guten Hoffnung, oder was??”

“Ich will ihr aber helfen und du machst mit!”
“Erst werde ich mal Rainer anrufen, und dann sehen wir weiter!”

“Nein, du rufst nicht Rainer an!”
“Wieso denn nicht??”

“Weil der böse war!”
“Ich werde mir doch wohl mal seine Version anhören dürfen??”

“Nee, hinterher schlägst du dich noch auf seine Seite!”
“Hallo?? Du schlägst dich doch auch auf Steffis Seite??”

“Das ist ja wohl auch selbstverständlich!”
“Was hat Rainer denn angeblich wieder gemacht??”

“ANGEBLICH?? Siehst du, es geht schon los! Männer!!”
“Nichts geht los, ich will doch nur wissen, was…”

“Du bist genauso doof, wie Rainer!”
“Aber was ist denn überhaupt passiert und…”

“Ich fahre alleine Kissen kaufen!”
“Warum das denn jetzt plötzlich??”

“Und ich bringe zwei mehr mit!”
“Zwei mehr??”

“Die kannst du dann Rainer geben.”
“Rainer?? Was soll Rainer denn mit zwei blöden Deko-Kissen??”

“Die sind ja auch mehr für dich, du Blödmann.”
“Für mich??”

“Damit du es heute in seinem Gästezimmer gemütlich hast!”

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6 Wochen lang

28. April 2010, aus der Schublade Wohnen und Leben

Meine Liebste muss diese Woche arbeiten, ich hingegen habe ein paar Tage Urlaub und kann es mir zuhause auf dem Sofa gemütlich machen.
Es ist nicht so, dass sie mir das nicht gönnen würde…
Aber passen tut ihr das natürlich irgendwie auch nicht!

“Na Schatz? Hattest du einen anstrengenden Urlaubstag?”
“Ja Süße, sehr anstrengend. Ich musste dreimal aufstehen heute!”

“Faulpelz!”
“Hallo?? Ich schufte ja wohl sonst genug!”

“Ja ich vielleicht nicht??”
“Doch, du auch.”

“Eben. Du hättest ja mal was in der Wohnung machen können.”
“In der Wohnung?? Was denn?”

“Die Fenster müssten mal geputzt werden, zum Beispiel.”
“Och nee! Außerdem tut mir mein Knie weh.”

“Dein Knie?? Was ist denn mit deinem Knie?”
“Keine Ahnung, tut eben weh, ein bisschen zumindest.”

“Oh, du bist also schwerkrank, das willst du doch damit sagen?”
“Ja. Ich glaube, ich muss meinen Urlaub verlängern.”

“Nur wegen deinem Knie??”
“Naja vielleicht ist es ja der Meniskus oder so?”

“Pff! Wovon denn! Vom Fernsehzeitung holen??”
“Dann werde ich 6 Wochen krankgeschrieben. Das wäre toll!”

“Was willst du denn 6 Wochen lang, da wird dir doch langweilig.”
“Och, ich weiß mich schon zu beschäftigen, keine Sorge!”

“Aber du, ich weiß was, mir fällt da was ein!!”
“Macht deine Idee meine 6 Wochen Urlaub noch angenehmer?”

“Ja!”
“Na da bin ich ja mal gespannt…”

“Ich lasse mich auch 6 Wochen krankschreiben!”
“Ähm…”

“Dann können wir 6 Wochen lang zusammen sein!”
“Das, ähm…”

“Den ganzen Tag lang kuscheln und lieb haben!”
“6 Wochen lang??”

“Ja, und wir machen dann einfach alles zusammen!”
“Naja, also…”

“Wir können uns dann stundenlang über alles unterhalten.”
“Ich kann mir das vorstellen, ja…”

“Wäre das nicht toll?”
“Du, ich glaube, meinem Knie geht es schon wieder besser…”

“Echt jetzt??”
“Ja, ich glaube, das mit den 6 Wochen wird leider nichts…”

“Oh, schade…”
“Ja, naja, vielleicht ein andermal…”

“OK, also wenn es deinem Knie wieder gut geht, dann…”
“Was dann?”

“…dann kannst du ja morgen auch die Fenster putzen!”

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Swingerparty

16. April 2010, aus der Schublade Wohnen und Leben

Meine Liebste sitzt im Wohnzimmer und telefoniert, als ich am Abend nach Hause komme. Jedoch ist sie wohl gerade fertig geworden, denn kaum stehe ich in der Tür, legt sie auch schon auf.
Gut, denn nun kann ich sie in Ruhe begrüßen!

“Hallo Schatz!”
“Hallo Süße, na, alles klar bei dir?”

“Ja!”
“Schön. Und? Mit wem hast du gerade telefoniert?”

“Mit Vera.”
“Ähm… Vera? Kenne ich die?”

“Noch nicht.”
“Äh, noch nicht?? Was heißt denn das??”

“Nächstes Wochenende lernst du sie kennen.”
“Nächstes Wochenende?? Was ist denn da??”

“Da besuchen wir Vera.”
“Aha; und, ähm… Wer ist das jetzt??”

“Das ist die beste Freundin einer Cousine von Tanja.”
“Aha, ähm… Und… Was hast du mit der zu tun??”

“Tanja ist doch meine Freundin!”
“Jaja, aber was hast du denn mit ihrer Cousine zu tun??”

“Nichts, die kenne ich gar nicht.”
“Ach, die kennst du gar nicht, ja klar, das…”

“Aber Tanjas Cousine kommt natürlich auch.”
“Natürlich… Liebste, ähm, darf ich mal eine Zwischenfrage stellen?”

“Ja, was denn?”
“Gehst du davon aus, dass ich das jetzt alles verstehen müsste?”

“Wieso, ist noch was unklar??”
“Ja, es ist ALLES noch unklar!”

“Wieso, hast du keine Zeit nächsten Samstag??”
“Doch, aber WAS HAST DU mit der Freundin der Cousine von T…”

“Vera, sie heißt Vera.”
“Schön, Vera. Und was hast du mit VERA zu tun??”

“Sie hat uns eben eingeladen. Also eigentlich mehr dich.”
“Mich?? Wieso denn mich??”

“Aber ich habe gesagt, dass ich natürlich mitkomme.”
“Ähm…”

“Ich lasse dich doch nicht mit den ganzen Weibern alleine!”
“Oh, das ist wirklich sehr zuvorkommend, danke…”

“Gern geschehen. Darüber freust du dich doch, oder??”
“Ja, das, ähm… Freue ich mich, aber Liebste, jetzt noch einmal…”

“Das ist gut, denn ich habe Vera ja schon zugesagt.”
“Schatz, WAS habe ich mit Vera zu tun und WIESO lädt die mich ein??”

“Naja, sie wusste nicht, an wen sie sich sonst wenden sollte.”
“Himmel, ich kriege gleich einen Nervenzusammenbruch, echt…”

“Was denn??”
“Liebste! Du sagst mir jetzt sofort, was hier los ist!”

“Tanja hatte die Idee. Sagte ich das noch nicht?”
“Tanja?? Was hat die Verrückte mir da bitte wieder eingebrockt??”

“Also hast du jetzt nächsten Samstag Zeit oder nicht!?”
“Ich habe keine Zeit.”

“Doch, hast du! Und ich komme ja auch mit.”
“Ich will aber erst wissen, was da überhaupt passiert!”

“Vera soll übrigens sehr hübsch sein.”
“Na und??”

“Das müsste dir doch gefallen, oder??”
“Wenn das ein Swingerabend werden soll, dann vielleicht!”

“Du spinnst ja wohl! Vera hat sich gerade erst getrennt!”
“Spricht das jetzt für oder gegen die Swingerparty??”

“Dagegen! Lass bloß solche Kommentare nächste Woche!”
“Ich werde NUR solche Kommentare machen, VERLASS DICH DRAUF!!”

“Wirst du nicht! Immerhin hat sie dich ja um Hilfe gebeten!”
“Hilfe bei was?? Und übrigens: MICH hat NIEMAND um Hilfe gebeten!!”

“Aber ich habe versprochen, dass ich mich darum kümmere.”
“Schön, aber ohne mich zu fragen.”

“Jetzt sei doch nicht so, dann komm mir zuliebe mit, ja?”
“Nein.”

“Bitte, bitte, bitte!”
“Nein!”

“Ich lasse dich auch beim Mensch-ärgere-dich-nicht gewinnen!”
“Oh, toll!!”

“Vera braucht uns, und vor allem dich! Sagte ich doch schon!”
“Und warum sagst du mir dann nicht, worum es geht, bitte??”

“Ach, sagte ich das noch gar nicht?”
“Boah, ich baue schon mal das Sauerstoffzelt auf…”

“Du hast ja gar kein Sauerstoffzelt.”
“NEIN, ABER ICH BRAUCHE GLEICH EINS, WENN DER NOTARZT KOMMT!”

“Jetzt tu nicht wieder so, als würde ich dich krank machen!”
“LIEBSTE, WAS WILL DIESE VERA VON UNS, VON MIR, VON EGAL WEM!?”

“Sie will mit dir ein neues Leben anfangen. Ist das nicht süß?”
“Ich muss mich hinsetzen…”

“Sie lässt alles hinter sich und startet als neuer Mensch durch.”
“Aha…”

“Und DU bist der einzige Mann, dem sie noch vertraut.”
“Ich…”

“Du wirst nächste Woche auch der einzige Mann dort sein.”
“-”

“Ja, und ich bin deshalb auch so stolz auf dich, mein Schatz!”
“Ich bin zu Tränen gerührt…”

“Also hilfst du jetzt dieser bedauernswerten jungen Frau?”
“Wenn ich jetzt Ja sage, darf ich dann in Ruhe sterben?”

“Ja, aber das mit dem Sterben bitte erst nach Samstag.”
“Das ist wirklich sehr großzügig von dir, danke…”

“Allerdings gibt es noch einen klitzekleinen Haken…”
“War ja klar…”

“Ich kann nicht mitfahren nachmittags.”
“Mitfahren?? Aber eben hast du doch gesagt, dass du…”

“Jaja, zu Vera, aber nachmittags musst du ohne mich fahren.”
“Fahren wohin??”

“Nach Wiesbaden.”
“Wiesbaden??”

“Ja, sie zieht von Bremen nach Wiesbaden.”
“Was??”

“Das sagte ich doch schon, oder?!”

Kopfschüttel…

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Hast du mir nicht zugehört?

1. April 2010, aus der Schublade Wohnen und Leben

Meine Liebste und ich sitzen am frühen Donnerstagmorgen noch zusammen in der Küche, bevor wir zur Arbeit aufbrechen müssen.
Auch wenn die Liebste nicht gerade ein Morgenmensch ist, so macht sie heute aber ein überaus griesgrämiges Gesicht…
Ob da jetzt noch was kommt?

“Schatz, ich muss dir was sagen.”
“Ja? Was denn, Süße?”

“Ich verlasse dich.”
“Was??”

“Ich verlasse dich!”
“Ähm…”

“Ich gehe erst einmal zurück zu meinen Eltern.”
“Aha. Na dann grüß sie mal schön.”

“Mann!!”
“Was denn??”

“Hast du mir nicht zugehört??”
“Doch, doch? Wieso?”

“ICH VERLASSE DICH!”
“Ja, das habe ich gehört. Kannst du dann den Müll mit raus nehmen?”

“Mann, du bist so doof!”
“Wieso?? Du sagst doch immer, ich soll praktisch denken.”

“Du glaubst mir nicht, oder??”
“Heute? Am 1. April?? Ich gehe dir doch nicht auf den Leim, pff!”

“Ach, ist heute der 1. April??”

Kopfschüttel…

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