Alles nochmal gemacht

Alles nochmal gemachtMeine Liebste und ich sitzen beim gemeinsamen Abendbrot und tauschen aus, was den Tag über so alles passiert ist. Neue Woche, neues Glück: Überraschungen gehören im Leben nunmal dazu.

„Schatz, ich muss ein ernstes Thema mit dir besprechen.“
„Huch, ist was passiert? Naja erzähl erstmal.“

„Ich werde ab jetzt in der Wohnung Hausschuhe tragen.“
„Aha, ja. Das ist ernst, eine sehr ernste Angelegenheit…“

„Jawohl, das ist es. Ich wollte nur, dass du das weißt.“
„Danke Schatz, sehr aufmerksam von dir.“ 

„Willst du gar nicht wissen, wieso?“
„Ähm, doch, natürlich. Also warum? Rosa mit Plüsch?“

„Du bist so… Mit dir kann man nichts ernstes besprechen!“
„Entschuldige, also WARUM jetzt nur noch rosa Hausschuhe?“

[Irgendwie tut es mir ja auch leid, aber ich kann einfach nicht ernsthaft dabei bleiben. Wie ich sie kenne, möchte sie wahrscheinlich ihre Socken vor Abnutzung schützen oder warme Füße haben oder irgendwas anderes komisches.]

„Eigentlich laufe ich ja viel lieber barfuß.“
„Stimmt, also warum denn nun?“

„Ich muss ab jetzt Schuhe tragen, weil hier alles dreckig ist!“

[Ich spüre, wie Unwohlsein in mir aufsteigt. Thema Sauberkeit! Da verliere ich gewöhnlich, war schon bei Muttern immer so. Dabei ist es bei uns zuhause alles andere als schmutzig und ich gebe mir stets die größte Mühe…]

„Findest du nicht??“
„Also Schatz, dreckig ist vielleicht etwas übertrieben…“

„So?? Schau dir mal die Ecke da hinter dem Fernseher an!“
„Naja gut, da…“

„Oder hier, die Fensterbank.“
„Ja, aber da kommt doch auch von draußen immer…“

„Ich lege nunmal großen Wert auf Sauberkeit und du??“
„Ich auch!“

„Tust du nicht!“
„Aber ich habe doch gestern erst Staub gewischt und gesaugt!“

„Ja, aber nur mit deiner komischen haarigen Staubdüse da.“
„Dafür ist sie gemacht worden, damit man kein Staubtuch…“

„Ach, das funktioniert doch nicht!“
„Wieso? Woher weißt du das?“

„Weil ich alles, was du da sauber gemacht hast, nochmal gemacht habe.“
„Du hast WAS?? Du hast hinter mir hergeputzt??“

„Ja.“
„Aber warum?? Ich meine, es war doch alles OK!“

„War es nicht! Damals hast du dir mehr Mühe gegeben, als ich nur zu Besuch gekommen bin.“
„Vielleicht hast du damals nur auf andere Dinge geachtet??“

„Also war es damals auch schon schmutzig hier?“
„Ja! Nein, also ich meine…“

„Du bist schlampig und kannst froh sein, dass du mich hast!“

[Man vergleiche seine Liebste NIE mit der eigenen Mutter; aber in diesem Fall…]

„Und sag jetzt bloß nicht, dass ich das alles falsch verstehe!“
„Nein Schatz, du sollst dich ja wohl fühlen hier. Und nun?“

„Wir verabreden jetzt was.“
„Dass du alles nach mir noch ein zweitesmal saubermachst?“

„Nein! Das nicht.“
„Das beruhigt mich ein wenig… Sondern?“

„Du trägst ab jetzt auch Hausschuhe.“
„Bitte?? NIEMALS! Warum denn das??“

„Solange, bis hier wieder alles blitzblank ist!“
„Es ist hier blitzblank!“

„Morgen kaufe ich dir Hausschuhe, und dann…“
„Nein, warte! Und wenn ich eben kurz durchwische? Schatz?“

„Ach und du meinst, damit wäre es dann getan? Nein!“
„Aber es wäre ein Anfang?“

„Hm.“
„Komm Schatz, ich wische auch extra mit ganz viel Liebe!“

„Und du willst nicht nur wieder schleimen?“
„Auf den frisch gewischten Boden? Wie könnte ich!“

„Sehr witzig! Na Gut. ABER!“
„Ja? Was?“

„Ich trage trotzdem Hausschuhe, hier, schau, habe ich heute günstig gekauft, sind die nicht flauschig warm?“

Kopfschüttel…

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Die verflixten Überstunden

Meine Liebste hat einen tollen Job, aber sie muss dafür auch sehr viel arbeiten. Ich bin stolz auf sie, aber manchmal nervt es auch, wenn es abends sehr spät wird. Sie sitzt dann an ihrem Computer und tippt und tippt und tippt… Wir haben zuhause zwei Computerarbeitsplätze.

„Ich muss dringend noch die Sachen eben fertig machen.“
„OK, naja. Mach nur, ich weiß ja, dass es wichtig ist.“

„Duu, musst du denn auch noch irgendwas arbeiten?“
„Ähm, nein? Eigentlich nicht unbedingt, warum?“

„Weil ich habe immer ein ganz schlechtes Gewissen.“
„Weswegen? Weil du noch arbeiten musst?“

„Nein, weil du NICHT arbeiten musst.“
„Also du fändest es gut, wenn ich jetzt auch arbeiten müsste??“

„Ja, weil dann würden wir zusammen arbeiten und hätten gemeinsam schlechte Laune.“
„Aber ich will jetzt erstens nicht arbeiten und zweitens schon gar keine schlechte Laune!“

„Ich hab das nicht so gemeint, entschuldige, sorry.“
„Ok, dann… na gut. Mir tut es auch leid. Und jetzt?“

„Gestern hast du doch auch lange am PC gesessen.“
„Ja, aber da habe ich doch nur rumgesurft. Und nicht gearbeitet.“

„Bei dir weiß man ja nie, was du da grade machst…“
„Schatz, wie meinst du denn das jetzt bitte?“

„Naja ich denke dann, dass du arbeitest, dabei machst du da nur WER WEISS WAS.“
„Was willst du denn jetzt damit wieder sagen?“

[Ich denke, dass sie mit „wer weiß was“ ausschließlich Schweinkrams meint; oder was glaubt ihr?] 

„Keine Ahnung, nur so. Ich arbeite und du klickst da nur rum.“
„Aber du wolltest doch grade eben, dass ich auch was arbeite!“

„Ich denke du arbeitest an deinem Computer gar nicht??“
„MANCHMAL, nicht grundsätzlich, nee, ich meine, MEISTENS!“

„Ja aber was denn nun?“
„Schatz, ich werde verrückt… Egal. Soll ich jetzt ein bisschen ARBEITEN, damit du dich nicht so alleine fühlst im Arbeitszimmer? Wärst du dann glücklich?“

„Ja… Aber nicht nur wieder wer weiß was machen!“

Kopfschüttel…

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Das verkehrte Sofakissen

Das verkehrte SofakissenWir haben zwei Creme farbene Sofas im
Wohnzimmer. Auf beiden Sofas liegt je
ein rotes Kissen. Und machmal liegen wir
da zur Entspannung auch.

„Du Schatz, liegst du auf dem Kissen?“
„Ja.“

„Gibst du es mir mal?“
„Ja aber ich liege doch jetzt drauf.“

„Dann kriegst du auch meins.“
„Wieso? Ich fühle mich sehr wohl mit diesem Kissen.“

„Ja aber das ist das falsche Kissen!“
„Wie? Wieso das falsche Kissen? Was stimmt damit nicht?“

„Das Kissen, was du hast, gehört auf das andere Sofa.“
„Was?“

„Naja dein Kissen ist dunkelrot mit hellrotem Rand.“
„Na und??“

„Mein Kissen ist hellrot mit dunkelrotem Rand.“
„Ja Schätzchen, das sind unsere zwei Sofakissen. Und?“

„Naja dein Kissen gehört auf mein Sofa und mein Kissen auf dein Sofa.“
„Aber ist das nicht wirklich völlig egal??“

„Nein, ist es nicht. Dein Kissen passt doch viel besser auf mein Sofa.“
„Ja? Nein. Ja? Also gut, können wir das nicht später tauschen?“

„Nein und jetzt mach und gib her!“
„Ja Schatz.“

Kopfschüttel…

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