Ist Nein dein Lieblingswort heute?

Ist Nein dein Lieblingswort heute? (photocase.de © netwipe)Meine Liebste und ich sind auf dem Weg in die Stadt. Da bietet sich bei uns immer die Straßenbahn an, denn wir haben eine Haltestelle genau vor der Tür. Wir sitzen so nebeneinander und schauen uns die vorbeirauschenden Häuser und Geschäfte an.

„Du Schatz?“
„Ja, Süße?“

„Sollen wir heute Abend im Wohnzimmer Cha Cha Cha tanzen?“
„Ähm… Was?“

„CHa Cha Cha!“
„Ja, das hatte ich auch verstanden.“

„Wollen wir?“
„Nein.“

„Nein?“
„Nein.“

„Warum denn nicht??“
„Kann ich nicht mehr. Denke ich.“

„Aber du hast doch gesagt, dass du früher getanzt hast.“
„Ja.“

„Und heute nicht mehr?“
„Nein, ist zu lange her…“

„Wir können es doch aber einmal ausprobieren?“
„Nein.“

„Warum denn nicht?“
„Unser Wohnzimmer ist kein Tanzsaal, Liebste.“

„Ach! Und wenn wir in einem Tanzsaal wären, dann würdest du?“
„Nein.“

„Aber du hast doch eben gesagt…“
„Ich sagte: Nein!“

„Wieso? Traust du dich nicht?“
„Was heißt denn bitte nicht trauen? Nicht wollen eher…“

„Du willst nicht mit mir tanzen?“
„Nein.“

„So grundsätzlich nicht?“
„Was meinst du mit grundsätzlich?“

„Naja, stimmt mit mir was nicht??“
„Doch, mit dir ist alles in Ordnung, Schatz.“

„Aber?“
„Ja nichts aber!“

„Warum bist du denn so kurz angebunden?“
„Ich schaue mir die neuen Geschäfte da an…“

„Ich will doch nur mal mit dir Cha Cha Cha tanzen, oder Jive.“
„Jive?? Um Gottes Willen…“

„Also tanzen wir jetzt heute?“
„Nein.“

„Doch.“
„Nein!“

„Warum denn nicht? Schämst du dich?“
„Schämen, pfff!“

„Was spricht also dagegen?“
„Wir haben gar nicht die passende Musik im CD-Regal.“

„Können wir ja gleich bei Karstadt kaufen!“
„Nein.“

„Ist Nein dein Lieblingswort heute??“
„Nein.“

„Sehr witzig!“
„Nein.“

„Würdest du es ablehnen, mit mir zu tanzen?“
„Nei.. Ja!“

„Du wolltest Nein sagen!“
„Nein.“

„Schatz!“
„Ja?“

„Ich will aber mit dir tanzen.“
„Warum denn das jetzt plötzlich?“

„Naja…“
„Ja?“

„Mit meinem Exfreund habe ich immer getanzt.“
„Na toll! Das kann ich ja ganz besonders leiden!“

„Was?“
„Deine Ex-Geschichten!“

„Der wollte auch erst nicht, aber ich habe ihn dann überredet.“
„Siehste!“

„Sehe ich was?“
„In diesem Punkt – und in vielen anderen natürlich auch – unterscheide ich mich von deinem Exfreund!“

„Aber nicht zu deinem Vorteil.“
„Frechheit! Das ist ja wohl…“

„Also tanzt du jetzt mit mir oder nicht?“
„Muss es denn unbedingt Cha Cha Cha sein?“

„Was denn sonst?“
„Keine Ahnung… Ähm, langsamer Walzer oder so?“

„Das würdest du mit mir tanzen wollen??“
„Nein. Aber gegebenenfalls. Eventuell. Möglicherweise.“

„Walzer ist doch doof. Da merkt man, dass du älter bist, als ich.“
„Tanzen hat ja nun wohl überhaupt gar nichts mit dem Alter zu tun!“

„Walzer… Wie langweilig.“
„Aber du wolltest doch tanzen!“

„Tanzen ja, übers Parkett schlurfen: nein.“
„Da kommt man entgegen und dann ist es Madame wieder nicht recht!“

„Ich dachte, du wolltest eigentlich gar nicht mit mir tanzen?“
„Walzer schon.“

„Mein Exfreund hat immer am liebsten…“
„Das will ich jetzt gar nicht wissen, was der wollte!“

„Schatz?“
„Jetzt will ich und nun willst du nicht!“

„Du, Schatz?“
„Was denn??“

„Wir sollten aber doch besser Cha Cha Cha tanzen…“
„Wieso? Warum denn?“

„Weil wir damit anfangen werden.“
„Anfangen? Was fangen wir an!“

„Ich habe uns bei Renz für den E2-Tanzkurs angemeldet.“
„Haha, guter Witz.“

„Nein wirklich, da konnte man 10 Euro sparen. Dienstags.“
„Wieso meldest du uns einfach da an?? Spinnst du!?“

„Und ich kriege noch 100 Euro von dir.“

Kopfschüttel…

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Trotzdem. Jeden Tag. Mehrmals.

Trotzdem. Jeden Tag. Mehrmals. (photocase.de © hlarry)Meine Liebste und ich sitzen bei einem Glas Orangensaft im Vorraum des Bremer Schauspielhauses und warten auf den Beginn der Vorstellung. Es ist immer wieder spannend, sich andere Leute anzuschauen, die das gleiche vorhaben, wie man selbst.

„So richtig schick ist hier aber keiner…“
„Das stimmt Süße, aber es ist ja auch keine Oper.“

„Trotzdem kann man sich doch nett anziehen?“
„Ja. Aber du trägst ja auch kein Abendkleid.“

„Ich habe ja auch keins!“
„Bitte?? Du hast sogar zwei!“

„Ja, aber die sind hierfür nicht geeignet.“
„Und wieso nicht?“

„Die sind schon wieder zu schick.“
„Aha. Schon klar.“

„Nicole, die hat schöne Abendkleider.“
„Deine Freundin aus Köln?“

„Ja. Die geht oft mit Stefan abends weg.“
„Das klingt so, als würden wir nie was unternehmen!?“

„Naja…“
„Sind wir jetzt hier oder sind wir hier oder hier?“

„Ja.“
„Also.“

„Nicole hat sich voll mit Stefan in der Wolle.“
„So? Warum denn?“

„Ach, das ist kompliziert.“
„Danke, das hast du sehr ausführlich beschrieben.“

„Nicole hat ihn gestern den ganzen Tag nicht angerufen.“
„Das ist schlimm…“

„Und er sie auch nicht.“
„Wie schrecklich… Ich dachte, die beiden wohnen zusammen?“

„Ja, tun sie ja auch.“
„Na dann sehen sie sich doch abends, oder?“

„Klar.“
„Und warum ist das dann so schlimm?“

„Was?“
„Na dass die beiden tagsüber nicht telefoniert haben?“

„Na weil die das sonst immer tun!“
„Aber die müssen doch beide arbeiten, oder?“

„Na und? Die telefonieren trotzdem. Jeden Tag. Mehrmals.“
„Wie bitte??“

„Das ist doch wohl normal!“
„Aber die wohnen doch zusammen und sehen sich jeden Tag?“

„Also andere machen das auch.“
„Den ganzen Tag telefonieren??“

„Ja. Astrid und Frank, Anne und Michael, Tine und Olli…“
„Das kann doch nicht wahr sein!“

„Nur weil du mich nie anrufst, gilt das nicht für alle anderen!“
„Schatz! Ich muss tagsüber echt arbeiten!“

„Du telefonierst doch auch ständig mit deinen Kunden.“
„Ja, und das ist sehr zeitaufwendig.“

„Warum rufst du mich nicht mal an?“
„Weil ich tagsüber nun wirklich keine Zeit dafür habe.“

„Das glaube ich nicht.“
„Das fangen wir gar nicht erst an!“

„Ich würde mich freuen, eine SMS täte es auch.“
„Schatz! Wir machen doch schon sonst alles gemeinsam!“

„Na und?“
„Ich glaube nicht, dass Olli, Frank und Stefan…“

„Jetzt weich nicht vom Thema ab!“
„…dass die freiwillig bei ihren Freundinnen anrufen.“

„Das ist gar nicht… Oder meinst du wirklich?“
„Ich vermute es.“

„Wie kommst du denn darauf?“
„Weil Männer auf der Arbeit ihre Ruhe haben wollen.“

„Du auch?“
„Ja, ich auch.“

„Vor mir?“
„Naja, ich meine, nicht so, also… Ja.“

„Heißt das, ich gehe dir auf die Nerven?“
„Nein, so habe ich das nicht gemeint…“

„Ich dachte, du bist gerne mit mir zusammen.“
„Das bin ich ja auch, aber tagsüber muss ich eben…“

„Wenn man jemanden lieb hat, ruft man ihn gerne mal an!“
„Ich habe dich lieb, Schatz.“

„Aber nicht tagsüber.“
„Doch, dann auch.“

„Aber du willst nicht mit mir sprechen.“
„Doch, aber ich KANN mit dir dann nicht sprechen!“

„Du findest doch sonst immer für alles eine Lösung!“
„Wie bitte?“

„Sagst du jedenfalls immer.“
„Na gut, dann habe ich dafür jetzt auch eine Lösung.“

„Ach ja? Du rufst mich morgen an?“
„Nein.“

„Sondern??“
„Ich verspreche dir hier und jetzt und hoch und heilig, dass…“

„…dass du mich anrufst?“
„Nein, dass ich dich ganz doll lieb habe, auch wenn wir mal für ein paar Stunden
nicht miteinander reden.“

„Dann verspreche ich dir jetzt auch was.“
„Und was?“

„Dass du gleich in der Vorstellung 2 Stunden Ruhe vor mir hast!“

Kopfschüttel…

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Passend zur Tischdecke

Passend zur Tischdecke (photocase.de © onesecondupndown)Meine Liebste und ich sitzen gemeinsam in der Küche an unserem kleinen Tisch und essen Bananen und Mandarinen.
Nicht, weil wir ständig Bananen und Mandarinen essen, sondern weil der Reifestatus der sich auf dem Obstteller befindlichen Früchte bedenkliche Formen angenommen hat.

„Man sollte viel öfter Obst essen.“
„Ja Süße, das stimmt.“

„Eigentlich esse ich gerne Mandarinen, aber die sind schwierig.“
„Dass die da auch keine Bedienungsanleitung beilegen…“

„Nein, ich meine das Schälen. Das nervt.“
„Nur noch zwei, dann haben wir sie ja aufgegessen.“

„Schatz?“
„Ja?“

„Ich muss da noch etwas mit dir besprechen.“
„Geht es um Mandarinen?“

„Nein.“
„Um Bananen?“

„Nein, jetzt hör mir doch mal zu!“
„Jaja, also was musst du mit mir besprechen?“

„Schau mal, ich habe bei Tchibo neue Geschirrtücher gekauft.“
„Brauchten wir welche?“

„Ja, weil die neuen hier, die passen jetzt zur Tischdecke.“
„Naja. Mit etwas Fantasie kann man das so sagen, ja.“

„Ich finde, dass die passen, siehst du? Hier?“
„Ja, gut. Schön. Danke, dass wir darüber gesprochen haben.“

„Nein, es geht ja um etwas ganz anderes.“
„Warum habe ich damit bloß gerechnet…“

„Wir haben ja auch noch die alten, die gestreiften.“
„Ja. Und?“

„Die finde ich eigentlich auch schick.“
„Schatz, komm zur Sache, ja?“

„Du benutzt die falsch.“
„Bitte?? Die Geschirrtücher?“

„Ja, weil… Schau dir das alte hier mal an!“
„Es ist alt, na und?“

„Es ist vor allem ganz fleckig und speckig.“
„Wir benutzen es ja auch schon sehr lange. Und wieso SPECKIG??“

„Weil du damit immer Kaffeeflecke und Saft und so aufwischst.“
„Ich??“

„Ja wer trinkt denn hier Kaffee?? Ich doch wohl nicht!“
„Nein, aber du trinkst Tee, schwarzen Tee. Fleckenmachertee.“

„Nein, ein Geschirrtuch benuzt man eben nur zum Abtrocknen.“
„Und du willst sagen, dass ich deine neuen Tücher nicht verwenden soll.“

„Das nicht.“
„Nicht? Was denn dann?“

„Schau, ich hänge die neuen Tücher jetzt neben die Spüle.“
„Gut. Und?“

„Und die alten Geschirrtücher hänge ich in den Schrank.“
„Ich kann dir folgen.“

„Wenn du jetzt wieder kleckerst, dann…“
„Wieso denn ich??“

„Weil du ein Schussel bist; also dann nimmst du…“
„Ich bin kein Schussel!“

„OK, also wenn ich kleckere – was nie vorkommt – dann…“
„…dann soll ich die alten Tücher nehmen, richtig?“

„Ja. Und wenn wir die Küche sauber machen, oder was anderes.“
„Immer die alten?“

„Ja, oder auch für den Wohnzimmertisch oder deinen Computer.“
„Mein Computer ist niemals nass.“

„Ich habe aber deine Monitore da schon mehrmals gewischt.“
„Mit einem nassen Tuch??“

„Natürlich, sonst geht der Dreck ja nicht ab.“
„Du spinnst wohl! Mach das mit deinem eigenen!“

„Ich meine es doch nur gut!“
„Danke Schatz, ich liebe dich, aber lass die Finger von den Monitoren, ja!?“

„Oder die Pflanzen.“
„Was denn jetzt für Pflanzen??“

„Die Geschirrtücher, wenn du mal die Blätter sauber machst.“
„Das passiert nicht so oft…“

„Jedenfalls nimmst du dafür dann ein altes Geschirrtuch.“
„Gut, OK, von mir aus, was soll´s. Mache ich.“

„Das ist doch eine gute Idee, oder?“
„Ja, sehr schön… Du Schatz?“

„Ja?“
„Sag mal… Auch wenn das jetzt vielleicht eine doofe Frage ist…“

„Was denn?“
„Was machen wir denn mit den NEUEN Geschirrtüchern?“

„Wie meinst du das?“
„Ja also, sie hängen ja nun da. Passend zur Tischdecke.“

„Und?“
„Was darf ich denn nun mit den neuen Tüchern sauber machen?“

„Das Geschirr natürlich.“
„Nur das Geschirr?“

„Was denn sonst?“
„Die Fenster vielleicht? So zum nachwischen?“

„Nein.“
„Aha. Und meine Uhr? Oder deine Ringe?“

„Nein.“
„OK… Und was ist mit den Küchenblenden oder den Blumenvasen?“

„Nein.“
„Nur das Geschirr??“

„Ja was, es heißt doch auch Geschirrtuch, oder??“
„Hm.“

„Was?“
„Gut, dann spüle ich jetzt das Geschirr und du trocknest ab.“

„Bitte?? Dafür haben wir ja wohl eine Spülmaschine!“

Kopfschüttel…

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Ein Fünkchen Wahrheit

Ein Fünkchen WahrheitMeine Liebste und ich sitzen an unserem Wohnzimmertisch und spielen das „Spiel des Lebens“. Ähnlich wie Monopoly, aber einfacher und witziger. Und vor allem ist eine Runde nach einer halben Stunde durch.

„Ich nehme blau.“
„Was nimmst du?“

„Na das blaue Auto da, meine Spielfigur.“
„Das blaue habe ich doch aber sonst immer!“

„Na und? Kann ich nicht auch mal das blaue haben?“
„Wieso denn? Warst du mit dem rosa Ding nicht zufrieden?“

„Das ist gar nicht rosa, sondern rot.“
„Aber hellrot!“

„Rosa klingt so nach Barbie-Puppe.“
„Na dann passt das doch…“

„Du bist doof! Ich bin ja wohl keine Barbie-Puppe!“
„Nein, bist du nicht Schatz.“

„Wieso meinst du denn das??“
„Das war nur ein Witz, vergiss es. Los, fang mal an jetzt.“

„An einem Witz ist immer auch ein Fünkchen Wahrheit.“
„Es ist mir nur so rausgerutscht, bot sich gerade so an.“

„Du würdest mich doch nicht anflunkern, oder?“
„Warum sollte ich?“

„Weil eine Barbie zu sein nicht gerade ein Kompliment ist!“
„Du bist keine Barbie. Ehrlich. Zufrieden?“

„Dann verstehe ich den Witz aber nicht.“
„Der war auch blöd, können wir jetzt endlich spielen?“

„Wie sind wir da noch mal drauf gekommen?“
„Worauf?“

„Na das mit der Barbie!“
„Weil ich spontan meinte, das rosa Auto passe ja zu dir…“

„Mit dem ROTEN Auto ist man gleich eine Barbie, oder was!?“
„Nein, nein, Schatz, es war doch nur ein Witz!“

„Sehr witzig.“
„Also gut, du bekommst mein blaues Auto. Können wir jetzt?“

„Ja Ken.“
„Ken?“

„Du hast ja jetzt das Barbie-Auto.“
„Ich dachte, das sei rot, und nicht rosa?“

„Bei mir ist es rot. Wenn du damit spielst, ist es rosa!“

Kopfschüttel…

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