Ja, ich hätte gern eins

Ja, ich hätte gern eins (photocase.de © morrigian)Meine Liebste und ich haben für heute endlich Feierabend, super!
Besonders die Liebste hat heute wohl einen echt anstrengenden Tag gehabt; und so fällt sie erschöpft auf unser Sofa.

„Ich bin fertig, Schatz, ich bin total fertig.“
„War es so schlimm heute, Süße?“

„Es war schlimmer.“
„Was war denn?“

„Alles. Egal, für heute ist fast Schluss.“
„Wieso fast?“

„Ich muss noch eine Email schicken, dann habe ich alles.“
„Kannst du das nicht morgen machen?“

„Nein, das muss heute noch.“
„Dann mach das doch jetzt?“

„Nein, jetzt muss ich erst fünf Minuten entspannen.“
„Kann ich denn etwas für dich tun, Schatz?“

„Ja, du kannst die Email für mich schreiben.“
„Ähm…“

„Das wäre jetzt nett!“
„Schatz, ich…“

„Du hast gefragt!“
„Ich kann doch nicht deine Email schreiben!“

„Dann hättest du ja sagen können: alles, außer Email.“
„Woher soll ich denn…“

„Mein Laptop liegt da hinten.“
„Ich schenke dir ein Heinzelmännchen zu Weihnachten.“

„Ein was?“
„Ein Heinzelmännchen.“

„Heißen die nicht Mainzelmännchen?“
„Nein… Das sind die aus dem ZDF, Schatz…“

„Und was soll ich mit einem Heinzelmännchen?“
„Das schreibt dann nachts deine Emails für dich.“

„Echt?? Ja, ich hätte gern eins.“
„Wer nicht…“

„Schenkst du mir eins?“
„Ja, also…“

„Wenn du eins kaufst, kannst du dann noch eins mitbringen?“
„Was? Noch eins?“

„Ja, noch ein Heinzelmännchen, das mir meine Schuhe putzt.“
„Gern…“

„Und eins, das mich abends abschminkt und ins Bett bringt.“
„Sonst noch was?“

„Was können die denn noch so?“
„Ähm…“

„Und eins, das mir immer was Leckeres kocht.“
„Klar.“

„Und eins, das mein Portmonee immer wieder voll macht!“
„Sicher…“

„Ja! Und eins, das meine Fingernägel macht!“
„Gerne… Das wars?“

„Und vielleicht noch eins zum Fenster putzen!“
„Meinst du nicht, das reicht jetzt langsam?“

„Hm… Ach so, noch eins für…“
„Schatz! Übertreib es nicht!“

„Darf ich denn noch eins? Noch ein einziges?“
„Na gut, eins noch…“

„Also ich…“
„Warte! Ich weiß schon.“

„So? Und was?“
„Ein Waschbrettbauch-Heinzelmännchen für wilden Sex!“

„Nee. Dafür brauche ich keins.“
„Oh! Danke, war das jetzt ein Kompliment für mich?“

„Pff! Nee.“
„Ähm… Nicht? Sondern??“

„Klar könnte ein Heinzelmännchen das auch gut übernehmen.“
„Aber??“

„Ein paar Kleinigkeiten kannst du ja wohl noch selber machen!“

Kopfschüttel…

1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (noch nicht bewertet)
Loading...Loading...
Diesen Blogartikel verlinken:

Jetzt rede nicht drum herum!

Jetzt rede nicht drum herum! (photocase.de © kin kohana)Meine Liebste sitzt in unserem Arbeitszimmer an ihrem PC, als ich abends nach Hause komme; so wie immer, denn die Liebste ist meistens früher zu Hause, als ich. Gut, dass der Arbeitstag rum ist… Jetzt nur noch die Tasche in die Ecke und ab auf die Couch!

„Du bist ja schon da?“
„Schon?? Endlich bin ich da, Liebste!“

„Du kommst doch sonst nicht so früh?“
„Wie bitte?? Soll ich wieder gehen, oder was?“

„Nein, nein, du darfst bleiben, aber…“
„Was denn aber??“

„Aber warum hast du denn vorher nicht angerufen?“
„Vorher anrufen?“

„Naja, das machst du doch sonst auch?“
„Manchmal, na und?“

„Und warum heute nicht?“
„Warum sollte ich?? Hast du was zu verbergen?“

„Ich? Nö. Aber sonst rufst du immer an, wenn du losfährst.“
„Und heute eben nicht.“

„Du fragst dann doch immer, ob du noch was mitbringen sollst?“
„Ja. Stimmt. Manchmal. Und?“

„Ja und heute eben nicht!“
„Heute nicht, und was heißt das jetzt?“

„Weil du heute besser angerufen hättest!“
„Warum denn??“

„Weil du deshalb jetzt gleich viel Arbeit hast.“
„Ich?? Ich sitze in fünf Minuten auf dem Sofa, sonst nichts.“

„Nee. Das wird wohl nichts.“
„Wieso??“

„Weil du nicht angerufen hast.“
„Liebste, du sprichst wieder mal in Rätseln…“

„Wenn du angerufen hättest, dann hätte ich dir gesagt, dass…“
„…dass ich irgendetwas mitbringen soll.“

„Genau, woher weißt du das?“
„Reiner Zufall…“

„Wir haben nämlich kein Brot mehr.“
„Und warum hast DU MICH dann nicht einfach angerufen??“

„Weil du doch sonst immer bei mir anrufst!“
„Aber da kannst du dich doch nicht einfach drauf verlassen!“

„Das stelle ich ja jetzt leider auch fest.“
„Leider??“

„Du hast gesagt, dass man sich auf dich nicht verlassen kann!“
„Was?? Ich habe gesagt, dass du dich nicht darauf…“

„Jetzt rede nicht drum herum, ich habe es genau gehört!“
„Aber ich muss dich doch nicht jeden Tag anrufen!“

„Tust du aber sonst. Ich dachte, darauf könnte ich mich ver…“
„Gut, dann rufe ich ab jetzt eben gar nicht mehr an.“

„Wieso?“
„Weil es dann auch keinen Stress mehr gibt.“

„Und wenn was fehlt? Brot zum Beispiel?“
„Dann kannst du mich ja anrufen.“

„Das ist aber blöd so!“
„Aha!? Tausendmal habe ich angerufen und nie brauchtest du was!“

„Das stimmt nicht, ich habe immer gesagt, ich bräuchte dich!“
„Aber nichts, was ich sonst noch hätte besorgen müssen.“

„Außerdem freue ich mich, wenn du mich anrufst.“
„Das hört sich aber meistens nicht so an.“

„Wieso denn nicht??“
„Weil du mich doch immer gleich abwimmelst!“

„Das ist doch nur, weil ich dann hier mitten in der Arbeit stecke.“
„Dann brauche ich ja auch nicht anrufen, wenn ich dich immer nur störe!“

„Ja.“
„Ja??“

„Trotzdem kannst du doch anrufen?“
„Obwohl es dich stört??“

„Freuen tue ich mich doch trotzdem!“
„Himmel! Versteh einer die Frauen, ehrlich…“

„Vergleich mich nicht immer mit anderen Frauen!“
„Ja, ähm… Also wir haben jetzt kein Brot. Richtig?“

„Richtig.“
„Und deshalb haben wir jetzt nichts zu essen, richtig?“

„Richtig.“
„Und deshalb müssen wir jetzt verhungern. Korrekt?“

„Nicht ganz.“
„Sondern?“

„Du kochst jetzt Spaghetti mit Bolognesesoße.“
„Ich?? Wieso denn ich??“

„Weil du nicht angerufen hast!“

Kopfschüttel…

1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (noch nicht bewertet)
Loading...Loading...
Diesen Blogartikel verlinken:

Ich habe keine gesehen

Ich habe keine gesehen (photocase.de © akram)Meine Liebste und ich sitzen morgens in der Küche und trinken Tee und Kaffee. Wir haben noch exakt drei Minuten Zeit. Dann müssen wir los, sonst schaffen wir es nicht mehr pünktlich zur Arbeit. Natürlich darf uns kein Stau dazwischen kommen oder sonst irgendwas…

„Schatz, wir müssen los.“
„Gleich Süße, gleich.“

„Kannst du den Müll noch rausbringen?“
„Welchen?“

„Den hier aus der Küche.“
„Naja, das schaffe ich gerade noch…“

„Und wo bringst du den dann hin?“
„Ähm… Was soll das heißen, wohin!“

„Naja, wohin eben?“
„In unsere Mülltonne vielleicht??“

„Ja nee, das geht ja nicht.“
„Und warum nicht?“

„Die ist voll.“
„Unsere Mülltonne? Unten?“

„Ja, schon seit einiger Zeit.“
„Das kann doch gar nicht sein…“

„Glaubst du mir etwa nicht??“
„Naja doch, aber vorgestern war doch Abfuhr?“

„Ja, aber unsere Tonne haben sie nicht leer gemacht.“
„Wie bitte?? Warum das denn??“

„Bin ich Jesus?? Das weiß ich doch nicht!“
„Du hast sie doch rausgestellt, oder?“

„Wieso ich?? Das machst du doch immer!“
„Aber Schatz! Ich war in Köln, schon vergessen??“

„Ich weiß doch aber nie, wann die Tonne raus muss.“
„Das sieht man doch! Stehen doch auch alle anderen Tonnen draußen!“

„Ich habe keine gesehen.“
„Schatz! Wie kann man denn bitte nur so blind sein!“

„Du hättest ja auch mal was sagen können.“
„Ja entschuldige, das ist doch wohl klar, dass die Tonne raus muss!“

„Jeden Dienstag?“
„Nein! Jeden zweiten Mittwoch! Himmel… Schon seit Jahren!“

„Ach so…“
„Ja, ach so!“

„Und jetzt?“
„Jetzt müssen wir fast zwei Wochen mit einer vollen Tonne…“

„Ich wollte doch aber die Blumenkästen leer machen?“
„Schön! Aber dann wohl nicht in unsere Tonne.“

„Nimmst du denn wenigstens den Müll aus der Küche mit?“
„Und wohin damit bitte??“

„Du hast doch gesagt, dass du ihn mitnimmst!“
„Da wusste ich ja auch noch nicht, dass…“

„Bitte, bitte!“
„Und wohin??“

„Kannst du den nicht mit zur Arbeit nehmen?“
„Super Idee! Aktentasche, Laptop und ne triefende Mülltüte!“

„Bitte! Ich wollte doch heute Abend kochen und da…“
„Mann, ich…! Na schön. Ich verstecke den Müll in irgendwas…“

[Wie peinlich. Aber es nutzt ja nichts, also suche ich in unserer Besenkammer eine große Einkaufstüte. Und ich muss mir noch eine gute Antwort ausdenken, wenn mich in der Firma jemand fragt, was denn da drin sei. Leider finde ich keine ausreichend große Tüte, um die Liebste gleich mit einzupacken… Wie kann man nur so blind sein und draußen die Mülltonnen nicht sehen!]

„Bist du fertig?“
„Ja. Ich nehme den Müll jetzt mit. Ausnahmsweise!“

„In der Tüte da??“
„Ja. Was dagegen?“

„Das ist meine Esprit-Tüte!“
„Eben. Das ist schön unauffällig.“

„Das ist meine Lieblingstüte!“
„Sag mal, du spinnst ja wohl! Ich nehme die jetzt!“

„Die hat so schöne Tragekordeln, die will ich behalten!“
„Schatz! Hol dir einfach eine neue!“

„Die gibt´s aber nicht mehr!“
„Das ist dann wohl Pech! Du bist ja auch schuld an dem Schlamassel!“

„Bin ich gar nicht!“
„Doch! Und jetzt hör auf, mich damit zu nerven!“

„Diese Esprit-Tüte ist heilig!“
„Und wo soll ich den Müll stattdessen reintun?“

„In deinen alten Rucksack.“
„Wie bitte?? in meinen Fahrrad-Rucksack?“

„Das alte Ding kannste dann gleich mit wegschmeißen!“

Kopfschüttel…

1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (noch nicht bewertet)
Loading...Loading...
Diesen Blogartikel verlinken:

Fass nichts an!

Fass nichts an! (photocase.de © sanchez)Meine Liebste und ich räumen ein wenig in unserer Wohnung auf. Naja, also es ist bei uns eigentlich nie unordentlich; zumindest, wenn es nach mir geht. Aber manchmal quillt beispielsweise der Wäschekorb über und dann sehe auch ich ein, das was getan werden muss…

„Was machst du da, Schatz?“
„Ich sortiere die Wäsche, Süße.“

„Um dann was zu tun?“
„Um sie zu waschen vielleicht? Was denn sonst??“

„Jetzt??“
„Warum nicht? Oder spricht etwas dagegen?“

„Was hast du denn da alles rein getan in den Korb?“
„Alle unsere dunklen Sachen.“

„Meine auch?“
„Deine auch. Wie immer.“

„Und meine schwarze Bluse?“
„Welche Bluse denn?? War hier nicht bei.“

„Die liegt ja auch neben dem Bett.“
„Ja woher soll ich denn wissen, dass die auch…“

„Lass mich das lieber machen!“
„Wieso? Gib mir die Bluse und gut?“

„Was hast du da alles drin??“
„Schatz! Unsere schwarzen Sachen, sonst nichts!“

„Wirklich nur Schwarzes?“
„Ja. Und deinen weißen Pulli.“

„Mein weißer Lieblingspulli?? Mit schwarzen Sachen??“
„Och, geht das etwa nicht?“

„Nein! Geh weg da und fass nichts an!“
„DAS war nur ein WITZ…“

„Das ist aber nicht witzig! Ich mach das, lass.“
„Schatz! Ich möchte jetzt diese schwarze Wäsche waschen!“

„Nein!“
„Doch!“

„NEIN!“
„DOCH!“

„Geh fernsehen!“
„Geh selber fernsehen!“

„Lies Zeitung oder so!“
„Lies doch selber Zeitung!“

„Reparier lieber den Staubsauger!“
„Den Staubsauger? Wieso! Ist der kaputt??“

„Ja.“
„Was hat er denn??“

„Er saugt nicht.“
„Und das fällt dir jetzt gerade ein??“

„Wenn du was helfen willst, dann mach den Staubsauger heile.“
„Seit wann ist der denn kaputt??“

„Weiß ich nicht. Auf jeden Fall musst du dir den mal ansehen.“

[Ich beschließe, die Wäsche der Liebsten zu überlassen und mich dem Staubsauger zu widmen. Man muss dazu wissen, dass er nagelneu ist. Ich meine, wann kauft man schon mal einen Staubsauger… Der alte hat bestimmt seine 15 Jahre bei mir abgedient, bis ich ihn dann auf Drängen der Liebsten in die wohlverdienten ewigen Jagdgründe geschickt habe. Bis dahin hat er mich nie im Stich gelassen!
Dass der neue nun schon wieder kaputt sein soll, ärgert mich ungemein. Wehe, wenn der schon hin ist!
Während ich also den Staubsauger aus der Besenkammer zerre, füllt die Liebste die Waschmaschine nebenan.]

„Und? Ist er kaputt?“
„Moment, ich bin ja noch gar nicht so weit…“

„Schalt doch mal ein!“
„Jaaa doch, Moment…“

[Ich schalte den Staubsauger ein und er gibt eigentlich ganz gewöhnliche Geräusche von sich. Auf dem Boden liegen vor mir ein paar Krümel und lange Haare (von wem die wohl sind…). Als sich die Saugdüse dem Dreck nähert, ist dieser auch schon im Gerät verschwunden. Läuft!]

„Und?“
„Liebste, was hast du denn! Der läuft doch!“

„Sehr gut, dass du den repariert hast.“
„Ich habe gar nichts gemacht! Der ist doch gar nicht kaputt!“

„Umso besser, dann kannst du ja jetzt die Wohnung saugen.“
„Aber ich…“

„Wenn ich waschen muss, dann kannst du ja wohl mal saugen!“

Kopfschüttel…

1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (1 Stimmen, Durchschnitt: 5,00 von 5)
Loading...Loading...
Diesen Blogartikel verlinken: