Trotzdem

17. Februar 2010, aus der Schublade Wohnen und Leben

Meine Liebste und ich planen einen Ausflug in das Möbelhaus Zurbrüggen in Delmenhorst.
Wir brauchen (wie die Liebste sagt) ein paar “Dekorationssachen” für den nahenden Frühling, und da sei Zurbrüggen eine sehr gute Adresse.
Und das nicht nur für Deko…

“Wann wollen wir denn los, Schatz?”
“Gleich. Wir fahren gleich los, Süße.”

“Gut.”
“Brauchen wir nur Deko oder noch was anderes?”

“Wieso was anderes?? Was brauchen wir denn noch?”
“Naja, brauchen wir noch Möbel, einen Schrank oder irgendwas?”

“Können wir das nicht vor Ort entscheiden??”
“Nee, ich wüsste das gerne jetzt. Der Laden ist riesengroß.”

“Naja, ich brauche tatsächlich noch was.”
“Aha? Und was?”

“Ein neues Bett.”
“Wie bitte?? Ein neues Bett?? Haben wir etwa keins??”

“Doch, aber ich hätte gern ein anderes.”
“Was stimmt denn mit unserem Bett nicht??”

“Mit dem Bett ist alles in Ordnung. Eigentlich.”
“Und un-eigentlich??”

“Es hat nicht alle Funktionen, die ich benötige.”
“Du kannst dich doch reinlegen und schlafen, was vermisst du denn??”

“Ich möchte ein Bett, das mich irgendwo hinfährt.”
“Was??”

“Ja, ich wache auf und sage: fahr mich zur Arbeit oder so.”
“Ähm…”

“Oder es fährt mich spazieren und ich kann schön liegen.”
“Aha, ja. Und sag mal, gesundheitlich ist aber alles in Ordnung??”

“Wieso? Ich wollte schon immer so ein Bett haben!”
“Sehr schön! Bei euch zuhause auf dem Mars gibt es sowas vielleicht!”

“Wieso denn Mars??”
“Naja, so unter euch Außerirdischen, meine ich…”

“Mars finde ich nicht gut.”
“Das macht nichts, wir fahren ja auch zu Zurbrüggen.”

“Können wir da mal nach Betten gucken?”
“NEIN!”

“Jetzt sei doch nicht so?”
“Liebste, es gibt bei Zurbrüggen keine Betten, die irgendwo hinfahren!”

“Nicht?”
“Nein…”

“Schade.”
“Sonst noch was?”

“Ja, ein neuer Kühlschrank wäre gut.”
“Soll der dich vielleicht auch an der Weser spazieren fahren??”

“Nee.”
“Gott sei Dank… Ich erwähne es nur ungern, aber wir haben einen.”

“Trotzdem hätte ich aber gerne einen anderen.”
“Du meinst, einen größeren?”

“Nee.”
“Sondern??”

“Einen, mit dem ich sprechen kann.”
“…Liebste, bitte, ich will doch noch alt werden, daher bitte…”

“Ich will mit dem sprechen!”
“Um Himmels Willen, warum?? Was willst du ihm denn sagen??”

“Na was ich essen will! Und Zack: Voila!”

Kopfschüttel…

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…und meckert dann noch, pff!

10. Februar 2010, aus der Schublade Wohnen und Leben

Meine Liebste sitzt an ihrem PC im Arbeitszimmer, als ich am Abend nach Hause komme.
Da ich angesichts der Wetterverhältnisse heute für 28 Kilometer zwei Stunden gebraucht habe, wünsche ich jetzt keinerlei Störungen, Aufwände oder böse Überraschungen mehr…

“Hallo Schatz! Na, gut durchgekommen?”
“Danke der Nachfrage, Süße, aber es war eine totale Katastr…”

“Das ist schön, Schatz.”
“Ja, ähm…”

“Und hast du heute etwas Tolles erlebt?”
“Ähm, nein, aber sag mal…”

“Was denn?”
“Was riecht denn hier so komisch?”

“Hast du es gemerkt, ja? Schön!”
“Das riecht doch hier nach, nach… Vanille?”

“Stimmt! Vanille!”
“Und was ist das?”

“Vanille ist ein Gewürz.”
“Oh, ja, vielen Dank!”

“Gerne.”
“Nein, ich meine, wieso riecht das hier nach Vanille??”

“Weil ich Vanille besser fand, als Zitrone.”
“Nein… Ich meine, WOHER kommt denn der Duft??”

“Von Schlecker, wieso?”
“Himmel, Liebste!!”

“Was denn??”
“Sag mal, du willst mich doch veräppeln, oder??”

“Wieso, warum? Ich? Dich?? Wieso??”
“Kannst du dann mal bitte auf meine Frage antworten??”

“Sehe ich etwa aus, wie ein Lexikon??”
“Nee.”

“Siehst du, und trotzdem erkläre ich dir alles.”
“Aber ich…”

“Fragt mich, was Vanille ist und meckert dann noch, pff…”
“Sag mal, kriegt man am Bahnhof jetzt vielleicht noch Morphium?”

“Kann sein, aber ich würde lieber gern bei Vanille bleiben…”
“Ich brech zusammen…”

“Kann ich sonst noch was für dich tun?”
“Ja. WO – STEHT – DAS – DING – MIT DEM DUFT!?”

“Ach, du meinst die Duftstäbchen mit dem Öl?”
“Gott sei Dank, sie hat mich endlich verstanden…”

“Sag ich nicht.”
“Was?”

“Sag ich nicht!”
“Was jetzt!? Wo die Duftstäbchen stehen??”

“Ja. Sag ich nicht.”
“Warum nicht??”

“Also genauer: sage ich DIR nicht.”
“Aber… WARUM??”

“Weil du das dann gleich wieder weg machst alles!”
“Wie bitte?? Warum sollte ich??”

“Weil du den Vanilleduft nicht magst.”
“Ich habe doch noch gar nichts dazu gesagt!?”

“Schön, und? Magst du ihn??”
“Ähm, ich, also… NEIN.”

“Siehste! Sag ich doch!”
“Was ist denn das für eine Beziehung, bitte, wo der eine…”

“..willst du darauf hinaus, dass man Vertrauen haben muss?”
“Ja! Zum Beispiel!”

“…und dass man Kompromisse machen muss miteinander?”
“Ja, auch das!”

“…und dass Geschmäcker öfter unterschiedlich sein können?”
“Genau!”

“…und dass man auch tolerant sein muss?”
“Korrekt.”

“Gut! Dann sind wir ja einer Meinung.”
“Heißt das, du sagst mir jetzt, wo du die Duftdinger versteckt hast?”

“Nein! Vertrauen ist gut, Vanille ist besser!”

Kopfschüttel…

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Total egal

6. Januar 2010, aus der Schublade Wohnen und Leben

Meine Liebste liegt im Wohnzimmer auf dem Sofa unter zwei (!) Decken, als ich am Abend nach Hause komme. Und sie hat sich bis zur Nasenspitze eingegraben!
Spontan befürchte ich, dass die Heizung wohl ausgefallen sein muss…
Aber nein, es fühlt sich SEHR warm an!?

“Hmhmmlho Schhhots!”
“Was? Was hast du gesagt, Süße??”

“Hhmahhhmo Schohtz!”
“Ähm… Soll das Hallo Schatz heißen??”

“Hmhmm…”
“Aha, ja… Hallo Süße…”

“Hmhmmm. Whm whoh dhhnn Thg?”
“Könntest du vielleicht mal die Decke aus dem Mund nehmen??”

“Ach so, ähm, ich fragte, wie dein Tag war.”
“Schön.”

“Das freut mich.”
“Sag mal, dir ist nicht zufällig kalt oder so??”

“Hier drin ist es ja auch saukalt!”
“Ähm…”

“Zwei Decken musste ich mir nehmen, guck mal!”
“Ja, das, ähm, sehe ich…”

“Ich hab die Heizung schon höher gedreht, nutzt aber nichts.”
“Liebste, hier im Wohnzimmer könnte ich locker eine Pizza backen!”

“Wieso, hast du Hunger?”
“Ähm… Ich wollte damit nur sagen, dass…”

“So spät noch Pizza essen ist ungesund!”
“Ich wollte auch eigentlich keine Pizza mehr essen…”

“Aber du hast doch gerade gesagt, dass du…”
“…nein, ich meinte, dass es hier so warm ist, wie…”

“Schon OK, du kannst doch Pizza essen, wenn du willst??”
“Ich will ja gar nicht!”

“Du musst dich doch mir gegenüber nicht rechtfertigen!?”
“Das wäre ja mal wirklich neu…”

“Pff! Iss doch Pizza, ist mir doch total egal!”
“Schatz, nochmal: ich WILL KEINE Pizza!”

“Aber jammer nachher nicht rum, dass du nicht schlafen kannst!”
“Wollen wir zur Abwechslung nicht mal wieder über dich reden??”

“Über mich??”
“Naja, damit wir dieses leidige Pizza-Thema endlich los werden…”

“Oh, das ist aber lieb, dass du dich um mich kümmern willst!”
“Ähm, also eigentlich wollte ich jetzt…”

“Ich nehm dann ein kleines Baguette Hawaii!”

Kopfschüttel…

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Sofort anfangen

13. Dezember 2009, aus der Schublade Wohnen und Leben

Meine Liebste und ich beobachten am Nachmittag bei einem Spaziergang den Himmel; da ziehen gewaltige Regenwolken am Horizont auf und wir vermuten, dass wir noch etwa eine Viertelstunde haben, bis sie über uns angekommen sind.
Es wird also Zeit, umzukehren.

“Ja, lass uns zurück gehen; ich möchte nicht nass werden!”
“OK, Süße. Aber regnen wird es wohl eher nicht…”

“Nicht?? Ist da vielleicht Käse drin in den Wolken, oder was??”
“Nein, kein Käse… Wieso denn überhaupt Käse??”

“Na stell dir doch mal vor, es würde Käse regnen??”
“Ähm…”

“Wenn man dann noch Weintrauben dazu hat, dann…”
“Schatz, Schatz! Es ist WASSER in den Wolken, ist ja gut!”

“Eben. Und deswegen wird es regnen.”
“Oder es kommt Schnee runter, es sind nur 3 Grad.”

“Ach so! Das wäre ja toll, wenn es schneien würde!”
“Tja, das könnte passieren, immerhin ist es…”

“…dann baue ich heute Nachmittag einen Schneemann!”
“Also so schnell wird das wohl nicht gehen, bis da genug…”

“Quatsch, wenn es schneit, fange ich sofort an.”
“Aha, und wie willst du das machen, bitte??”

“Ich stelle dich einfach 2 Stunden nach draußen!”
“Mich?? Hast du da nicht vielleicht eine Kleinigkeit vergessen??”

“Nee, wieso? Die Rübennase ist doch schon dran!”

Kopfschüttel…

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Das habe ich gesagt

3. Dezember 2009, aus der Schublade Wohnen und Leben

Meine Liebste musste ein paar Tage auf mich verzichten, ich war beruflich unterwegs.
Wieder zuhause angekommen, begrüßt sie mich strahlend und verbirgt etwas mit großer Mühe hinter ihrem Rücken. Ich liebe es, wenn sie sich so freut…
Das sieht nach einer Überraschung für mich aus!

“Dreimal darfst du raten, was ich für dich habe!”
“Liebste, ich habe keine Ahnung, was denn?”

“Hier!”
“Oh! Das ist ja ein Adventskalender! Mit Pralinen drin!”

“Ja. Für dich, hier. Ich liebe dich.”
“Ähm, das ist super, danke schön, Süße!”

“Freust du dich?”
“Ja, ich freue mich, danke. Aber, ähm…”

“Stimmt was nicht??”
“Doch, doch, aber… Du wolltest doch keinen Adventskalender??”

“Ich??”
“Letzte Woche habe ich dich gefragt und da hast du gesagt, dass…”

“…das stimmt, ich wollte keinen. Das habe ich gesagt.”
“Aber warum schenkst du mir denn dann einen??”

“Willst du denn keinen?”
“Doch! Aber…”

“Wo ist dann denn jetzt das Problem??”
“Ja weil ich dir dann auch gerne einen geschenkt hätte!”

“Nicht nötig.”
“Och Schatz, jetzt stehe ich hier mit leeren Händen da!”

“Daran gewöhnt frau sich.”
“Sehr witzig!”

“Du solltest mir ja auch keinen schenken.”
“Aber… Du hast doch immer Adventskalender gehabt??”

“Stimmt.”
“Aber warum denn dieses Jahr nicht??”

“Ich habe doch einen!?”
“Wie bitte??”

“Ich habe doch jedes Jahr einen.”
“Von wem hast du den denn gekriegt??”

“Habe ich mir selbst gekauft.”
“Was?? Du hast dir selber einen gekauft??”

“Ja, wieso nicht?”
“Aber ich habe dich doch extra noch gefragt!?”

“Ja, aber da hatte ich meinen ja schon.”
“Du hast dir selber einen Adventskalender gekauft??”

“Ist das hier ein Verhör, oder was??”
“Nein, aber ich hätte dir doch gerne einen geschenkt!”

“Ich dachte, dass du das wieder vergisst.”
“Hallo?? Das habe ich doch noch NIE vergessen!?”

“Dieses Jahr aber vielleicht schon.”
“Liebste! Das ist doch fast wie zum Valentinstag!”

“Was ist denn da?”
“Da schenkt man seiner Liebsten Blumen! Immer! Oder??”

“Ach so, ja. Hoffentlich ist bald mal wieder Valentinstag.”
“Du kriegst ja wohl andauernd Blumen von mir!?”

“Ich sags ja nur…”
“Das ist aber überhaupt gar nicht nötig!?”

“Du hast ja auch meinen Adventskalender vergessen!”
“Habe ich nicht! Du hast gesagt, dass du keinen willst!”

“Was soll ich denn auch mit zweien davon??”
“Oh Gott, Liebste, bitte, mein Blutdruck…”

“Immer geht es nur um dich!”
“Quatsch, es geht hier NUR um dich!”

“Und warum habe ich das Gefühl, dass ich hier die Dumme bin??”
“Wem der Schuh passt?!”

“Du bist böse! Böse, böse, böse!”
“Nein! Ich wollte dir lediglich AUCH eine Freude machen!”

“Eigentlich brauchst du dir gar keine Sorgen machen.”
“Kein Sorgen? Worüber muss ich mir keine Sorgen machen??”

“Weil du die Strafe schon gekriegt hast.”
“Strafe?? Wofür??”

“Dafür, dass du meinen Adventskalender vergessen hast.”
“Schatz! Ich habe d…”

“Schau mal hier, da…”
“Ähm… Da sind ja schon zwei, nee… Fünf Törchen auf??”

“Es müssten sechs sein.”
“Aber was…”

“Da war überall Nougat oder Marzipan drin.”
“Ähm…”

“Ich hasse Marzipan!”
“Aber…”

“Und zur Strafe habe ich die Nougatdinger schon aufgegessen.”
“Du hast aus MEINEM Adventskalender schon was raus gefuttert??”

“Na und??”
“Aber…”

“Von dir habe ich ja keinen gekriegt!”

Kopfschüttel…

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Superliebste

23. November 2009, aus der Schublade Wohnen und Leben

Meine Liebste und ich sitzen am Sonntagabend im Wohnzimmer. Während die Liebste an ihren Fingernägeln feilt, werfe ich einen Blick auf die kostenlose Zeitung “Sonntags-Tipp”.
Es muss bald wieder Weihnachten sein: die Menge an eingelegter Werbung ist erschlagend…

“Was machst du da, Schatz?”
“Ich schaue mir die Werbung an, Süße.”

“Seit wann das denn??”
“Naja, schau mal, wie viel das dieses Mal ist…”

“Ja, Wahnsinn… Es muss bald wieder Weihnachten sein.”
“Witzig! Das dachte ich auch gerade!”

“Warum guckst du mich so an??”
“Los Liebste, wir spielen ein Spiel.”

“Ich hab keine Zeit.”
“Och komm, dauert auch nicht lange!”

“Was denn…”
“Wir machen Werberaten.”

“Werberaten?? Was ist das denn, habe ich ja noch nie gehört?”
“Ich nenne dir jeweils ein Schnäppchen aus den Werbedingern hier.”

“Aha, und was mache ich?”
“Du versuchst zu erraten, von wem der Flyer ist.”

“Muss das sein?”
“Och komm, los…”

“Das finde ich aber blöde!”
“Ich muss ja auch immer deine ganzen Einfälle mitmachen!”

“Wie bitte??”
“Also komm, ich weiß ja auch noch nicht, was dabei raus kommt.”

“Na schön, also dann sag.”
“Ähm… Villa Nero Kaffeevollautomat, 50% billiger, 199 Euro.”

“Hm… RATIO Markt?”
“Richtig! Hey, super! Hätte ich nicht gedacht!”

“Schön, und weiter?”
“Moment… Hier: aufblasbarer Weihnachtsmann, kostet…”

“Rossmann Drogeriemarkt.”
“Ähm… Stimmt! Noch ein Glückstreffer!”

“Gähn…”
“Aber jetzt wird es schwieriger: Pinguin-Nachtlicht mit…”

“Netto Marken-Discount.”
“Sag mal, wie machst du das denn??”

“Was?”
“Du hast jetzt schon den dritten Treffer hintereinander??”

“Sag ich doch, dass das Spiel doof ist!”
“Den hier schaffst du nicht, warte: LED Stirnlampe für 3,99 Euro!”

“So eine, die man aufsetzen kann beim Rad fahren oder so?”
“Ja, genau so eine.”

“Euronics, oder?”
“Das gibt´s doch gar nicht!?”

“Tja.”
“Playmobil Mega-Bau Set?”

“Real.”
“Große Möbel- und Küchentauschaktion??”

“Möbel Klingeberg.”
“Fotokalender zum Selbermachen??”

“Famila.”
“-”

“Was ist? Wars das schon?”
“Mir fehlen die Worte…”

“Wieso? Ich hatte doch alle richtig, oder?”
“Ja, alle richtig, aber, also…”

“Man nennt mich auch Superliebste! Haha!”
“Superl…”

“…kann ich jetzt meine Fingernägel weiter machen?”
“Ja…”

“Du guckst mich ja schon wieder so komisch an??”
“Schatz, kannst du mir mal verraten, wie du das gemacht hast??”

“Verstehe ich jetzt nicht, was habe ich gemacht?”
“Wieso weiß du, was hier in diesen blöden Dingern steht??”

“Aber das hast du doch selber neulich verlangt!?”
“Was! Was habe ich verlangt!?”

“Dass ich mal öfter einen Blick in die Zeitung werfen soll!”

Kopfschüttel…

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Zickzack

1. November 2009, aus der Schublade Wohnen und Leben

Meine Liebste und ich haben in der Wohnung überall Laminat, Parkett und Fliesen; nur unter dem Wohnzimmertisch liegt ein dunkelbrauner Teppich: das sei viel schöner für die Füße, sagt die Liebste.
Nachdem ich nun die ganze Wohnung gesaugt habe, plane ich, mich schön aufs Sofa zu setzen…

“Schatz, hast du eben gerade Staub gesaugt?”
“Ja, habe ich, Süße.”

“Im Wohnzimmer auch?”
“Ja.”

“Aha. Schön! Sehr gut!”
“Danke, Staub saugen ist auch eine schwierige Angelegenheit…”

“Hast du den Staubsauger schon wieder zurück gestellt?”
“Nein, er steht noch im Flur.”

“Ah, sehr gut.”
“Gut?? Liebste, was ist los mit dir??”

“Wieso? Was soll mit mir sein?”
“Kein: `räum den weg!´ oder `da steht er aber im Weg rum!´??”

“Nö, ich brauche ihn ja noch.”
“Jetzt?? Wofür??”

“Ich muss den Teppich im Wohnzimmer noch machen.”
“Habe ich schon. Oder glaubst du, den lasse ich aus??”

“Ich weiß, dass du den auch gemacht hast.”
“Und was soll das dann jetzt?”

“Du hast das Muster vergessen.”
“Wie bitte??”

“Das Muster, das auf dem Teppich entsteht.”
“Du meinst dieses Zickzack-Muster von der Düse??”

“Ja.”
“Und DESWEGEN willst du jetzt noch einmal, ich meine…”

“Wenn das Muster da nicht richtig ist, fühle ich mich nicht wohl!”
“Was??”

“Wenn da das Muster ist, dann weiß ich: alles ist sauber.”
“Es IST alles sauber!”

“Aber das Muster ist nicht richtig.”
“Na und??”

“Ich möchte da aber das Muster haben!”
“Das muss ich jetzt nicht wirklich verstehen, oder?”

“Nein.”
“Gott sei Dank…”

“Ich mache das eben schnell…”

[Meine Liebste schnellt an mir vorbei und holt den Staubsauger erneut ins Wohnzimmer.
Mittlerweile wundert es mich nicht mehr, dass die Liebste einen SAUBEREN Teppich erneut reinigt; als Mann lernt man ja mit den Jahren, dass Frauen da ihre ganz eigenen Maßstäbe haben...
Aber wenn ich mir jetzt so anschaue, mit wie viel Begeisterung und Sorgfalt die Liebste mit dem Staubsauber ein Zickzack-Muster in den Teppich macht, frage ich mich schon, ob sich ein Mann wirklich an alles im Leben gewöhnen (lassen) muss...]

“So, fertig.”
“Ja…”

“Sieht das jetzt nicht frisch und gut aus??”
“Tja, also, ähm…”

“Dass du für sowas aber auch nicht ein Fünkchen Gespür hast!”
“Doch, sehr schön, nur wenn man, ich meine…”

“Was meinst du?”
“…wenn man jetzt zweimal rüber gelaufen ist, ist es ja wieder weg!?”

“Da hast du ausnahmsweise mal absolut Recht.”
“Aha, und, ähm…”

“…und deswegen läufst du da jetzt erst mal nicht mehr rüber!”

Kopfschüttel…

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Was ist da drin?

8. Oktober 2009, aus der Schublade Wohnen und Leben

Meine Liebste und ich machen, was man ab und zu leider mal machen muss: wir räumen unsere Abstellkammer auf.
Ich frage mich, warum das immer wieder nötig wird, obwohl doch eigentlich immer klar ist: DIESER Raum darf nicht vollmüllen! Tja…

“Schatz, was ist in der Kiste da?”
“In der da oben auf dem Regal, Süße?”

“Ja; was ist da drin?”
“Da sind die Weihnachts-Keksdosen drin.”

“Wir haben Keksdosen für Weihnachten??”
“Haben wir. Allerdings sind es nicht unsere.”

“Und warum stehen die dann hier??”
“Naja, wir haben sie wohl nie zurück gegeben…”

“Das heißt dann also, dass die auch keiner mehr vermisst?”
“Das würde ich mal annehmen, aber…”

“Gut, dann schmeißen wir die Dinger weg, ja?”
“Das würde ich nicht machen, weil…”

“Hallo?? Die müssen schon seit Jahren da stehen!”
“Tun sie ja auch, aber ich würde die trotzdem nicht…”

“Schatz! Aufräumen heißt auch Wegwerfen!”
“Na das sagt ja genau die Richtige!”

“Was soll das denn jetzt heißen??”
“Also wenn hier jemand nicht wegwirft, dann du!”

“Wann habe ich denn was nicht weggeworfen??”
“Sollen wir mal einen Test machen?”

“Was denn für ein Test??”
“Ich beweise es dir, ist kein Problem!”

“Kannst du nicht!”
“Doch.”

“Na da bin ich ja jetzt mal gespannt!”
“Gut. Also: DAS hier, DAS schmeißen wir weg.”

“Was! Die Blumenstangen??”
“Ja, die Blumenstangen.”

“Aber die brauchen wir doch!”
“Wofür??”

“Zum Blumen hochbinden!”
“Und wo haben wir Blumen, die hochgebunden werden müssen??”

“Ähm…”
“Eben! Und deswegen kann der alte Kram weg!”

“Auf keinen Fall!”
“Warum nicht??”

“Es könnte ja sein, dass ich das noch mal brauche.”
“Wofür denn??”

“Wenn ich morgen eine Ranke kaufe, zum Beispiel.”
“Bitte?? Seit wann willst du denn eine Ranke kaufen??”

“Könnte doch sein?”
“Du wolltest noch NIE eine rankende Pflanze haben!”

“Das hat sich aber gerade eben geändert.”
“Pff! Das glaube ich dir nicht!”

“Ist aber so.”
“Siehst du, du kannst eben nichts wegwerfen!”

“Ich werfe doch nichts weg, was ich noch brauche!”
“NIEMALS wirst du die blöden Stangen noch brauchen!”

“Die kommen nicht weg, und basta!”
“Siehst du, genau DAS wollte ich beweisen.”

“Ganz toll, das ist aber kein Beweis.”
“Sondern??”

“ICH beweise es dir jetzt.”
“Ach ja?? Und was bitte??”

“Ich werfe jetzt die gammeligen Keksdosen weg.”
“Und gerade DIE wirfst du besser nicht weg.”

“Wieso denn nicht?? Da tue ich eh nichts rein!?”
“Darum geht es auch nicht.”

“Die kommen weg.”
“Das erklärst du dann aber deiner Mutter, nicht ich!”

“Wieso meiner Mutter??”
“Weil ihr diese Dosen eigentlich gehören.”

“MEINER MUTTER??”
“Ja.”

“Warum sagst du mir das denn nicht??”
“Wollte ich ja, aber du lässt mich ja nicht!”

“Natürlich werfen wir die dann NICHT weg!”
“Schön. Also gibst du sie deiner Mutter dann zurück?”

“Nein.”
“Nein??”

“Auf keinen Fall.”
“Warum nicht??”

“Weil sie mich dann fragt, warum ich die so lange hatte.”
“Und??”

“Das ist mir viel zu peinlich.”
“Und warum schmeißen wir sie dann nicht einfach weg??”

“Es kann ja sein, dass sie mich irgendwann danach fragt!”

Kopfschüttel…

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Zwei Kreuze

28. September 2009, aus der Schublade Wohnen und Leben

Meine Liebste und ich verlassen das Gemeindezentrum, nach dem wir dort unsere Stimmen für die Bundestagswahl abgegeben haben.
Irgendwie werde ich ja das Gefühl nicht los, dass eigentlich nur Rentner wählen gehen… Naja, aber das ist eine andere Geschichte.

“Zwei Kreuze war doch richtig, oder??”
“Ja, Süße. Eins links, eins rechts.”

“OK, ich dachte schon, ich hätte mich vertan…”
“Wieso? Was hast du denn gewählt?”

“Was ich gewählt habe??”
“Was du gewählt hast, ja.”

“Das sage ich dir doch nicht!”
“Wie bitte??”

“Man sagt nicht, wen man wählt.”
“Aha, und warum nicht??”

“Weil… Weiß ich jetzt nicht, aber man sagt es eben nicht.”
“Du wirst deinem Freund doch wohl sagen können, wen…”

“Nein.”
“Warum nicht??”

“Was hast du denn gewählt??”
“Sag du zuerst!”

“Siehst du, du willst es mir auch nicht sagen!”
“Doch, aber ich habe dich ja wohl zuerst gefragt!”

“Das hat doch damit überhaupt gar nichts zu tun!?”
“Jetzt sag doch mal, ich sage es auch keinem weiter.”

“Das könntest du ruhig weitererzählen.”
“Was?”

“Wen ich gewählt habe.”
“Schön, und wen hast du gewählt??”

“Jetzt nerv mich nicht, lass uns lieber Eis essen gehen.”
“Ich möchte doch nur deinen politischen Standpunkt wissen!”

“Den weißt du doch!”
“Nein, weiß ich nicht!?”

“Und worüber haben wir neulich noch gesprochen??”
“Worüber denn??”

“Über das mit den Atomkraftwerken.”
“Ach ja, und was soll das jetzt, ich meine…”

“Da habe ich gesagt: Atomkraftwerke sind blöd.”
“Ja… Stimmt, das hast du gesagt.”

“Na dann weißt du doch alles!”
“Ähm… Das heißt, du wählst also die Grünen??”

“DAS habe ich nicht gesagt.”
“Nein, aber das mit den Atomkraftwerken, also…”

“Die Grünen sind ja nicht die Einzigen gegen Atomkraft.”
“Also hast du NICHT die Grünen gewählt?”

“Das ist bloß eine Vermutung von dir.”
“Ja, aber ist meine denn Vermutung richtig??”

“Nein.”
“Aha, also hast du doch die Grünen gewählt!?”

“Vielleicht.”
“Liebste!!”

“Was denn??”
“Sagst du mir nun, wen du gewählt hast, oder nicht?!”

“Na schön, also ich habe nicht die Grünen gewählt.”
“Aha.”

“Reicht das jetzt?”
“Nein!”

“Ich sage es dir sowieso nicht!”
“Und warum nicht??”

“Weil du dich dann über mich lustig machst.”
“Demnach hast du also die Rentnerpartei gewählt??”

“Siehst du, ich wusste es doch! Blödmann!!”
“Entschuldige, aber du provozierst das ja wohl auch!”

“Ich habe eine Partei mit drei Buchstaben gewählt.”
“Aha! Also nicht die Linken, Rentner, Piraten oder Tierschutzpartei??”

“Es gibt eine Tierschutzpartei??”
“Ähm, ja, die gibt es…”

“Und was machen die??”
“Na was macht wohl die TIERSCHUTZPARTEI!?”

“Ach so…”
“Mann, Mann, Mann, also manchmal, da…”

“Na und?? Ich wusste nicht, dass es die gibt!”
“Kannst ja wieder rein gehen und deinen Wahlzettel korrigieren…”

“Geht denn das??”
“NEIN!”

“Ist auch egal, ich bleibe bei meiner Wahl.”
“OK, und was ist es nun? CDU, FDP, SPD, ÖDP?”

“Nee.”
“Sondern??”

“ARD, ZDF, C&A.”
“Was??”

“BRD, DDR und USA; BSE, HIV und DRK.”
“Wer??”

“SOS, 110 – tatütata.”
“Ist das nicht dieses kranke Lied von den Fanta Vier??”

“GBR, GmbH – du kannst mich mal!! So, und jetzt Eis essen.”

Kopfschüttel…

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Das wäre ja Quatsch!

24. September 2009, aus der Schublade Wohnen und Leben

Meine Liebste sitzt zuhause auf dem Sofa, als ich am Abend nach Hause komme.
Das an sich wäre ja noch nichts Ungewöhnliches, allerdings hat sie sich in eine dicke Decke eingemummelt und diese bis zur Nasenspitze nach oben gezogen.
Da stimmt doch was nicht??

“Hallo Schatz!”
“Hallo Süße, ähm…”

“Was ist?”
“Ähm, bist du krank?”

“Nee, wieso?”
“Naja, weil du dich in die Decke eingewickelt hast??”

“Nee, mit mir ist alles in Ordnung.”
“Aha.”

“Wieso?”
“Naja, es sind, ähm… 22 Grad hier drin??”

“Ja, ich weiß.”
“Und??”

“Mir ist aber trotzdem kalt.”
“Aha, ja… Und, ähm… Soll ich vielleicht die Heizung anmachen?”

“Nee, das wäre ja Quatsch.”
“Ja, aber ich dachte, dir sei kalt?”

“Ja, aber du kannst doch nicht die Heizung anmachen!”
“Und warum nicht??”

“Es ist doch warm genug hier, 22 Grad reichen doch völlig!”
“Aber Liebste, du hast doch gesagt, dass dir kalt sei??”

“Mir schon, aber hier im Wohnzimmer ist es warm.”
“Aha…”

“Das hört sich schon wieder so an, als sei ich total blöd!”
“Nein, nein, das, ähm… Das…”

“Warum stotterst du denn dann so rum??”
“Naja, ich verstehe eben nicht, warum dir kalt ist!?”

“Es darf mir doch wohl mal kalt sein, oder nicht??”
“Jaja schon, aber…”

“Ich schreibe dir ja auch nicht vor, wann es dir warm sein muss!”
“Entschuldige, ich wollte ja nur mal fragen!”

“Mir ist kalt, obwohl es hier warm ist. Was dagegen??”
“Nein, ich habe nichts dagegen!”

“Dann ist ja gut.”
“Alles klar, alles klar. Vergiss einfach, dass ich gefragt habe.”

“Was hast du gesagt?”
“Sehr gut. So. Und jetzt?”

“Was und jetzt??”
“Wollen wir vielleicht zusammen was essen?”

“Oh ja!”
“Gut, dann lass uns in die Küche gehen.”

“Das geht nicht.”
“So?? Und warum nicht??”

“Weil es in der Küche kalt ist.”
“Ähm…”

“Du weißt doch, dass mir jetzt schon kalt ist!”
“Tja, ähm… Soll ich dann in der Küche die Heizung anmachen??”

“Blödmann! Veräppeln kann ich mich auch alleine!!”

Kopfschüttel…

Chat 58 Kommentare »

Trotzdem

17. Februar 2010, aus der Schublade Wohnen und Leben

Meine Liebste und ich planen einen Ausflug in das Möbelhaus Zurbrüggen in Delmenhorst.
Wir brauchen (wie die Liebste sagt) ein paar “Dekorationssachen” für den nahenden Frühling, und da sei Zurbrüggen eine sehr gute Adresse.
Und das nicht nur für Deko…

“Wann wollen wir denn los, Schatz?”
“Gleich. Wir fahren gleich los, Süße.”

“Gut.”
“Brauchen wir nur Deko oder noch was anderes?”

“Wieso was anderes?? Was brauchen wir denn noch?”
“Naja, brauchen wir noch Möbel, einen Schrank oder irgendwas?”

“Können wir das nicht vor Ort entscheiden??”
“Nee, ich wüsste das gerne jetzt. Der Laden ist riesengroß.”

“Naja, ich brauche tatsächlich noch was.”
“Aha? Und was?”

“Ein neues Bett.”
“Wie bitte?? Ein neues Bett?? Haben wir etwa keins??”

“Doch, aber ich hätte gern ein anderes.”
“Was stimmt denn mit unserem Bett nicht??”

“Mit dem Bett ist alles in Ordnung. Eigentlich.”
“Und un-eigentlich??”

“Es hat nicht alle Funktionen, die ich benötige.”
“Du kannst dich doch reinlegen und schlafen, was vermisst du denn??”

“Ich möchte ein Bett, das mich irgendwo hinfährt.”
“Was??”

“Ja, ich wache auf und sage: fahr mich zur Arbeit oder so.”
“Ähm…”

“Oder es fährt mich spazieren und ich kann schön liegen.”
“Aha, ja. Und sag mal, gesundheitlich ist aber alles in Ordnung??”

“Wieso? Ich wollte schon immer so ein Bett haben!”
“Sehr schön! Bei euch zuhause auf dem Mars gibt es sowas vielleicht!”

“Wieso denn Mars??”
“Naja, so unter euch Außerirdischen, meine ich…”

“Mars finde ich nicht gut.”
“Das macht nichts, wir fahren ja auch zu Zurbrüggen.”

“Können wir da mal nach Betten gucken?”
“NEIN!”

“Jetzt sei doch nicht so?”
“Liebste, es gibt bei Zurbrüggen keine Betten, die irgendwo hinfahren!”

“Nicht?”
“Nein…”

“Schade.”
“Sonst noch was?”

“Ja, ein neuer Kühlschrank wäre gut.”
“Soll der dich vielleicht auch an der Weser spazieren fahren??”

“Nee.”
“Gott sei Dank… Ich erwähne es nur ungern, aber wir haben einen.”

“Trotzdem hätte ich aber gerne einen anderen.”
“Du meinst, einen größeren?”

“Nee.”
“Sondern??”

“Einen, mit dem ich sprechen kann.”
“…Liebste, bitte, ich will doch noch alt werden, daher bitte…”

“Ich will mit dem sprechen!”
“Um Himmels Willen, warum?? Was willst du ihm denn sagen??”

“Na was ich essen will! Und Zack: Voila!”

Kopfschüttel…

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…und meckert dann noch, pff!

10. Februar 2010, aus der Schublade Wohnen und Leben

Meine Liebste sitzt an ihrem PC im Arbeitszimmer, als ich am Abend nach Hause komme.
Da ich angesichts der Wetterverhältnisse heute für 28 Kilometer zwei Stunden gebraucht habe, wünsche ich jetzt keinerlei Störungen, Aufwände oder böse Überraschungen mehr…

“Hallo Schatz! Na, gut durchgekommen?”
“Danke der Nachfrage, Süße, aber es war eine totale Katastr…”

“Das ist schön, Schatz.”
“Ja, ähm…”

“Und hast du heute etwas Tolles erlebt?”
“Ähm, nein, aber sag mal…”

“Was denn?”
“Was riecht denn hier so komisch?”

“Hast du es gemerkt, ja? Schön!”
“Das riecht doch hier nach, nach… Vanille?”

“Stimmt! Vanille!”
“Und was ist das?”

“Vanille ist ein Gewürz.”
“Oh, ja, vielen Dank!”

“Gerne.”
“Nein, ich meine, wieso riecht das hier nach Vanille??”

“Weil ich Vanille besser fand, als Zitrone.”
“Nein… Ich meine, WOHER kommt denn der Duft??”

“Von Schlecker, wieso?”
“Himmel, Liebste!!”

“Was denn??”
“Sag mal, du willst mich doch veräppeln, oder??”

“Wieso, warum? Ich? Dich?? Wieso??”
“Kannst du dann mal bitte auf meine Frage antworten??”

“Sehe ich etwa aus, wie ein Lexikon??”
“Nee.”

“Siehst du, und trotzdem erkläre ich dir alles.”
“Aber ich…”

“Fragt mich, was Vanille ist und meckert dann noch, pff…”
“Sag mal, kriegt man am Bahnhof jetzt vielleicht noch Morphium?”

“Kann sein, aber ich würde lieber gern bei Vanille bleiben…”
“Ich brech zusammen…”

“Kann ich sonst noch was für dich tun?”
“Ja. WO – STEHT – DAS – DING – MIT DEM DUFT!?”

“Ach, du meinst die Duftstäbchen mit dem Öl?”
“Gott sei Dank, sie hat mich endlich verstanden…”

“Sag ich nicht.”
“Was?”

“Sag ich nicht!”
“Was jetzt!? Wo die Duftstäbchen stehen??”

“Ja. Sag ich nicht.”
“Warum nicht??”

“Also genauer: sage ich DIR nicht.”
“Aber… WARUM??”

“Weil du das dann gleich wieder weg machst alles!”
“Wie bitte?? Warum sollte ich??”

“Weil du den Vanilleduft nicht magst.”
“Ich habe doch noch gar nichts dazu gesagt!?”

“Schön, und? Magst du ihn??”
“Ähm, ich, also… NEIN.”

“Siehste! Sag ich doch!”
“Was ist denn das für eine Beziehung, bitte, wo der eine…”

“..willst du darauf hinaus, dass man Vertrauen haben muss?”
“Ja! Zum Beispiel!”

“…und dass man Kompromisse machen muss miteinander?”
“Ja, auch das!”

“…und dass Geschmäcker öfter unterschiedlich sein können?”
“Genau!”

“…und dass man auch tolerant sein muss?”
“Korrekt.”

“Gut! Dann sind wir ja einer Meinung.”
“Heißt das, du sagst mir jetzt, wo du die Duftdinger versteckt hast?”

“Nein! Vertrauen ist gut, Vanille ist besser!”

Kopfschüttel…

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Total egal

6. Januar 2010, aus der Schublade Wohnen und Leben

Meine Liebste liegt im Wohnzimmer auf dem Sofa unter zwei (!) Decken, als ich am Abend nach Hause komme. Und sie hat sich bis zur Nasenspitze eingegraben!
Spontan befürchte ich, dass die Heizung wohl ausgefallen sein muss…
Aber nein, es fühlt sich SEHR warm an!?

“Hmhmmlho Schhhots!”
“Was? Was hast du gesagt, Süße??”

“Hhmahhhmo Schohtz!”
“Ähm… Soll das Hallo Schatz heißen??”

“Hmhmm…”
“Aha, ja… Hallo Süße…”

“Hmhmmm. Whm whoh dhhnn Thg?”
“Könntest du vielleicht mal die Decke aus dem Mund nehmen??”

“Ach so, ähm, ich fragte, wie dein Tag war.”
“Schön.”

“Das freut mich.”
“Sag mal, dir ist nicht zufällig kalt oder so??”

“Hier drin ist es ja auch saukalt!”
“Ähm…”

“Zwei Decken musste ich mir nehmen, guck mal!”
“Ja, das, ähm, sehe ich…”

“Ich hab die Heizung schon höher gedreht, nutzt aber nichts.”
“Liebste, hier im Wohnzimmer könnte ich locker eine Pizza backen!”

“Wieso, hast du Hunger?”
“Ähm… Ich wollte damit nur sagen, dass…”

“So spät noch Pizza essen ist ungesund!”
“Ich wollte auch eigentlich keine Pizza mehr essen…”

“Aber du hast doch gerade gesagt, dass du…”
“…nein, ich meinte, dass es hier so warm ist, wie…”

“Schon OK, du kannst doch Pizza essen, wenn du willst??”
“Ich will ja gar nicht!”

“Du musst dich doch mir gegenüber nicht rechtfertigen!?”
“Das wäre ja mal wirklich neu…”

“Pff! Iss doch Pizza, ist mir doch total egal!”
“Schatz, nochmal: ich WILL KEINE Pizza!”

“Aber jammer nachher nicht rum, dass du nicht schlafen kannst!”
“Wollen wir zur Abwechslung nicht mal wieder über dich reden??”

“Über mich??”
“Naja, damit wir dieses leidige Pizza-Thema endlich los werden…”

“Oh, das ist aber lieb, dass du dich um mich kümmern willst!”
“Ähm, also eigentlich wollte ich jetzt…”

“Ich nehm dann ein kleines Baguette Hawaii!”

Kopfschüttel…

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Sofort anfangen

13. Dezember 2009, aus der Schublade Wohnen und Leben

Meine Liebste und ich beobachten am Nachmittag bei einem Spaziergang den Himmel; da ziehen gewaltige Regenwolken am Horizont auf und wir vermuten, dass wir noch etwa eine Viertelstunde haben, bis sie über uns angekommen sind.
Es wird also Zeit, umzukehren.

“Ja, lass uns zurück gehen; ich möchte nicht nass werden!”
“OK, Süße. Aber regnen wird es wohl eher nicht…”

“Nicht?? Ist da vielleicht Käse drin in den Wolken, oder was??”
“Nein, kein Käse… Wieso denn überhaupt Käse??”

“Na stell dir doch mal vor, es würde Käse regnen??”
“Ähm…”

“Wenn man dann noch Weintrauben dazu hat, dann…”
“Schatz, Schatz! Es ist WASSER in den Wolken, ist ja gut!”

“Eben. Und deswegen wird es regnen.”
“Oder es kommt Schnee runter, es sind nur 3 Grad.”

“Ach so! Das wäre ja toll, wenn es schneien würde!”
“Tja, das könnte passieren, immerhin ist es…”

“…dann baue ich heute Nachmittag einen Schneemann!”
“Also so schnell wird das wohl nicht gehen, bis da genug…”

“Quatsch, wenn es schneit, fange ich sofort an.”
“Aha, und wie willst du das machen, bitte??”

“Ich stelle dich einfach 2 Stunden nach draußen!”
“Mich?? Hast du da nicht vielleicht eine Kleinigkeit vergessen??”

“Nee, wieso? Die Rübennase ist doch schon dran!”

Kopfschüttel…

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Das habe ich gesagt

3. Dezember 2009, aus der Schublade Wohnen und Leben

Meine Liebste musste ein paar Tage auf mich verzichten, ich war beruflich unterwegs.
Wieder zuhause angekommen, begrüßt sie mich strahlend und verbirgt etwas mit großer Mühe hinter ihrem Rücken. Ich liebe es, wenn sie sich so freut…
Das sieht nach einer Überraschung für mich aus!

“Dreimal darfst du raten, was ich für dich habe!”
“Liebste, ich habe keine Ahnung, was denn?”

“Hier!”
“Oh! Das ist ja ein Adventskalender! Mit Pralinen drin!”

“Ja. Für dich, hier. Ich liebe dich.”
“Ähm, das ist super, danke schön, Süße!”

“Freust du dich?”
“Ja, ich freue mich, danke. Aber, ähm…”

“Stimmt was nicht??”
“Doch, doch, aber… Du wolltest doch keinen Adventskalender??”

“Ich??”
“Letzte Woche habe ich dich gefragt und da hast du gesagt, dass…”

“…das stimmt, ich wollte keinen. Das habe ich gesagt.”
“Aber warum schenkst du mir denn dann einen??”

“Willst du denn keinen?”
“Doch! Aber…”

“Wo ist dann denn jetzt das Problem??”
“Ja weil ich dir dann auch gerne einen geschenkt hätte!”

“Nicht nötig.”
“Och Schatz, jetzt stehe ich hier mit leeren Händen da!”

“Daran gewöhnt frau sich.”
“Sehr witzig!”

“Du solltest mir ja auch keinen schenken.”
“Aber… Du hast doch immer Adventskalender gehabt??”

“Stimmt.”
“Aber warum denn dieses Jahr nicht??”

“Ich habe doch einen!?”
“Wie bitte??”

“Ich habe doch jedes Jahr einen.”
“Von wem hast du den denn gekriegt??”

“Habe ich mir selbst gekauft.”
“Was?? Du hast dir selber einen gekauft??”

“Ja, wieso nicht?”
“Aber ich habe dich doch extra noch gefragt!?”

“Ja, aber da hatte ich meinen ja schon.”
“Du hast dir selber einen Adventskalender gekauft??”

“Ist das hier ein Verhör, oder was??”
“Nein, aber ich hätte dir doch gerne einen geschenkt!”

“Ich dachte, dass du das wieder vergisst.”
“Hallo?? Das habe ich doch noch NIE vergessen!?”

“Dieses Jahr aber vielleicht schon.”
“Liebste! Das ist doch fast wie zum Valentinstag!”

“Was ist denn da?”
“Da schenkt man seiner Liebsten Blumen! Immer! Oder??”

“Ach so, ja. Hoffentlich ist bald mal wieder Valentinstag.”
“Du kriegst ja wohl andauernd Blumen von mir!?”

“Ich sags ja nur…”
“Das ist aber überhaupt gar nicht nötig!?”

“Du hast ja auch meinen Adventskalender vergessen!”
“Habe ich nicht! Du hast gesagt, dass du keinen willst!”

“Was soll ich denn auch mit zweien davon??”
“Oh Gott, Liebste, bitte, mein Blutdruck…”

“Immer geht es nur um dich!”
“Quatsch, es geht hier NUR um dich!”

“Und warum habe ich das Gefühl, dass ich hier die Dumme bin??”
“Wem der Schuh passt?!”

“Du bist böse! Böse, böse, böse!”
“Nein! Ich wollte dir lediglich AUCH eine Freude machen!”

“Eigentlich brauchst du dir gar keine Sorgen machen.”
“Kein Sorgen? Worüber muss ich mir keine Sorgen machen??”

“Weil du die Strafe schon gekriegt hast.”
“Strafe?? Wofür??”

“Dafür, dass du meinen Adventskalender vergessen hast.”
“Schatz! Ich habe d…”

“Schau mal hier, da…”
“Ähm… Da sind ja schon zwei, nee… Fünf Törchen auf??”

“Es müssten sechs sein.”
“Aber was…”

“Da war überall Nougat oder Marzipan drin.”
“Ähm…”

“Ich hasse Marzipan!”
“Aber…”

“Und zur Strafe habe ich die Nougatdinger schon aufgegessen.”
“Du hast aus MEINEM Adventskalender schon was raus gefuttert??”

“Na und??”
“Aber…”

“Von dir habe ich ja keinen gekriegt!”

Kopfschüttel…

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Superliebste

23. November 2009, aus der Schublade Wohnen und Leben

Meine Liebste und ich sitzen am Sonntagabend im Wohnzimmer. Während die Liebste an ihren Fingernägeln feilt, werfe ich einen Blick auf die kostenlose Zeitung “Sonntags-Tipp”.
Es muss bald wieder Weihnachten sein: die Menge an eingelegter Werbung ist erschlagend…

“Was machst du da, Schatz?”
“Ich schaue mir die Werbung an, Süße.”

“Seit wann das denn??”
“Naja, schau mal, wie viel das dieses Mal ist…”

“Ja, Wahnsinn… Es muss bald wieder Weihnachten sein.”
“Witzig! Das dachte ich auch gerade!”

“Warum guckst du mich so an??”
“Los Liebste, wir spielen ein Spiel.”

“Ich hab keine Zeit.”
“Och komm, dauert auch nicht lange!”

“Was denn…”
“Wir machen Werberaten.”

“Werberaten?? Was ist das denn, habe ich ja noch nie gehört?”
“Ich nenne dir jeweils ein Schnäppchen aus den Werbedingern hier.”

“Aha, und was mache ich?”
“Du versuchst zu erraten, von wem der Flyer ist.”

“Muss das sein?”
“Och komm, los…”

“Das finde ich aber blöde!”
“Ich muss ja auch immer deine ganzen Einfälle mitmachen!”

“Wie bitte??”
“Also komm, ich weiß ja auch noch nicht, was dabei raus kommt.”

“Na schön, also dann sag.”
“Ähm… Villa Nero Kaffeevollautomat, 50% billiger, 199 Euro.”

“Hm… RATIO Markt?”
“Richtig! Hey, super! Hätte ich nicht gedacht!”

“Schön, und weiter?”
“Moment… Hier: aufblasbarer Weihnachtsmann, kostet…”

“Rossmann Drogeriemarkt.”
“Ähm… Stimmt! Noch ein Glückstreffer!”

“Gähn…”
“Aber jetzt wird es schwieriger: Pinguin-Nachtlicht mit…”

“Netto Marken-Discount.”
“Sag mal, wie machst du das denn??”

“Was?”
“Du hast jetzt schon den dritten Treffer hintereinander??”

“Sag ich doch, dass das Spiel doof ist!”
“Den hier schaffst du nicht, warte: LED Stirnlampe für 3,99 Euro!”

“So eine, die man aufsetzen kann beim Rad fahren oder so?”
“Ja, genau so eine.”

“Euronics, oder?”
“Das gibt´s doch gar nicht!?”

“Tja.”
“Playmobil Mega-Bau Set?”

“Real.”
“Große Möbel- und Küchentauschaktion??”

“Möbel Klingeberg.”
“Fotokalender zum Selbermachen??”

“Famila.”
“-”

“Was ist? Wars das schon?”
“Mir fehlen die Worte…”

“Wieso? Ich hatte doch alle richtig, oder?”
“Ja, alle richtig, aber, also…”

“Man nennt mich auch Superliebste! Haha!”
“Superl…”

“…kann ich jetzt meine Fingernägel weiter machen?”
“Ja…”

“Du guckst mich ja schon wieder so komisch an??”
“Schatz, kannst du mir mal verraten, wie du das gemacht hast??”

“Verstehe ich jetzt nicht, was habe ich gemacht?”
“Wieso weiß du, was hier in diesen blöden Dingern steht??”

“Aber das hast du doch selber neulich verlangt!?”
“Was! Was habe ich verlangt!?”

“Dass ich mal öfter einen Blick in die Zeitung werfen soll!”

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Zickzack

1. November 2009, aus der Schublade Wohnen und Leben

Meine Liebste und ich haben in der Wohnung überall Laminat, Parkett und Fliesen; nur unter dem Wohnzimmertisch liegt ein dunkelbrauner Teppich: das sei viel schöner für die Füße, sagt die Liebste.
Nachdem ich nun die ganze Wohnung gesaugt habe, plane ich, mich schön aufs Sofa zu setzen…

“Schatz, hast du eben gerade Staub gesaugt?”
“Ja, habe ich, Süße.”

“Im Wohnzimmer auch?”
“Ja.”

“Aha. Schön! Sehr gut!”
“Danke, Staub saugen ist auch eine schwierige Angelegenheit…”

“Hast du den Staubsauger schon wieder zurück gestellt?”
“Nein, er steht noch im Flur.”

“Ah, sehr gut.”
“Gut?? Liebste, was ist los mit dir??”

“Wieso? Was soll mit mir sein?”
“Kein: `räum den weg!´ oder `da steht er aber im Weg rum!´??”

“Nö, ich brauche ihn ja noch.”
“Jetzt?? Wofür??”

“Ich muss den Teppich im Wohnzimmer noch machen.”
“Habe ich schon. Oder glaubst du, den lasse ich aus??”

“Ich weiß, dass du den auch gemacht hast.”
“Und was soll das dann jetzt?”

“Du hast das Muster vergessen.”
“Wie bitte??”

“Das Muster, das auf dem Teppich entsteht.”
“Du meinst dieses Zickzack-Muster von der Düse??”

“Ja.”
“Und DESWEGEN willst du jetzt noch einmal, ich meine…”

“Wenn das Muster da nicht richtig ist, fühle ich mich nicht wohl!”
“Was??”

“Wenn da das Muster ist, dann weiß ich: alles ist sauber.”
“Es IST alles sauber!”

“Aber das Muster ist nicht richtig.”
“Na und??”

“Ich möchte da aber das Muster haben!”
“Das muss ich jetzt nicht wirklich verstehen, oder?”

“Nein.”
“Gott sei Dank…”

“Ich mache das eben schnell…”

[Meine Liebste schnellt an mir vorbei und holt den Staubsauger erneut ins Wohnzimmer.
Mittlerweile wundert es mich nicht mehr, dass die Liebste einen SAUBEREN Teppich erneut reinigt; als Mann lernt man ja mit den Jahren, dass Frauen da ihre ganz eigenen Maßstäbe haben...
Aber wenn ich mir jetzt so anschaue, mit wie viel Begeisterung und Sorgfalt die Liebste mit dem Staubsauber ein Zickzack-Muster in den Teppich macht, frage ich mich schon, ob sich ein Mann wirklich an alles im Leben gewöhnen (lassen) muss...]

“So, fertig.”
“Ja…”

“Sieht das jetzt nicht frisch und gut aus??”
“Tja, also, ähm…”

“Dass du für sowas aber auch nicht ein Fünkchen Gespür hast!”
“Doch, sehr schön, nur wenn man, ich meine…”

“Was meinst du?”
“…wenn man jetzt zweimal rüber gelaufen ist, ist es ja wieder weg!?”

“Da hast du ausnahmsweise mal absolut Recht.”
“Aha, und, ähm…”

“…und deswegen läufst du da jetzt erst mal nicht mehr rüber!”

Kopfschüttel…

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Was ist da drin?

8. Oktober 2009, aus der Schublade Wohnen und Leben

Meine Liebste und ich machen, was man ab und zu leider mal machen muss: wir räumen unsere Abstellkammer auf.
Ich frage mich, warum das immer wieder nötig wird, obwohl doch eigentlich immer klar ist: DIESER Raum darf nicht vollmüllen! Tja…

“Schatz, was ist in der Kiste da?”
“In der da oben auf dem Regal, Süße?”

“Ja; was ist da drin?”
“Da sind die Weihnachts-Keksdosen drin.”

“Wir haben Keksdosen für Weihnachten??”
“Haben wir. Allerdings sind es nicht unsere.”

“Und warum stehen die dann hier??”
“Naja, wir haben sie wohl nie zurück gegeben…”

“Das heißt dann also, dass die auch keiner mehr vermisst?”
“Das würde ich mal annehmen, aber…”

“Gut, dann schmeißen wir die Dinger weg, ja?”
“Das würde ich nicht machen, weil…”

“Hallo?? Die müssen schon seit Jahren da stehen!”
“Tun sie ja auch, aber ich würde die trotzdem nicht…”

“Schatz! Aufräumen heißt auch Wegwerfen!”
“Na das sagt ja genau die Richtige!”

“Was soll das denn jetzt heißen??”
“Also wenn hier jemand nicht wegwirft, dann du!”

“Wann habe ich denn was nicht weggeworfen??”
“Sollen wir mal einen Test machen?”

“Was denn für ein Test??”
“Ich beweise es dir, ist kein Problem!”

“Kannst du nicht!”
“Doch.”

“Na da bin ich ja jetzt mal gespannt!”
“Gut. Also: DAS hier, DAS schmeißen wir weg.”

“Was! Die Blumenstangen??”
“Ja, die Blumenstangen.”

“Aber die brauchen wir doch!”
“Wofür??”

“Zum Blumen hochbinden!”
“Und wo haben wir Blumen, die hochgebunden werden müssen??”

“Ähm…”
“Eben! Und deswegen kann der alte Kram weg!”

“Auf keinen Fall!”
“Warum nicht??”

“Es könnte ja sein, dass ich das noch mal brauche.”
“Wofür denn??”

“Wenn ich morgen eine Ranke kaufe, zum Beispiel.”
“Bitte?? Seit wann willst du denn eine Ranke kaufen??”

“Könnte doch sein?”
“Du wolltest noch NIE eine rankende Pflanze haben!”

“Das hat sich aber gerade eben geändert.”
“Pff! Das glaube ich dir nicht!”

“Ist aber so.”
“Siehst du, du kannst eben nichts wegwerfen!”

“Ich werfe doch nichts weg, was ich noch brauche!”
“NIEMALS wirst du die blöden Stangen noch brauchen!”

“Die kommen nicht weg, und basta!”
“Siehst du, genau DAS wollte ich beweisen.”

“Ganz toll, das ist aber kein Beweis.”
“Sondern??”

“ICH beweise es dir jetzt.”
“Ach ja?? Und was bitte??”

“Ich werfe jetzt die gammeligen Keksdosen weg.”
“Und gerade DIE wirfst du besser nicht weg.”

“Wieso denn nicht?? Da tue ich eh nichts rein!?”
“Darum geht es auch nicht.”

“Die kommen weg.”
“Das erklärst du dann aber deiner Mutter, nicht ich!”

“Wieso meiner Mutter??”
“Weil ihr diese Dosen eigentlich gehören.”

“MEINER MUTTER??”
“Ja.”

“Warum sagst du mir das denn nicht??”
“Wollte ich ja, aber du lässt mich ja nicht!”

“Natürlich werfen wir die dann NICHT weg!”
“Schön. Also gibst du sie deiner Mutter dann zurück?”

“Nein.”
“Nein??”

“Auf keinen Fall.”
“Warum nicht??”

“Weil sie mich dann fragt, warum ich die so lange hatte.”
“Und??”

“Das ist mir viel zu peinlich.”
“Und warum schmeißen wir sie dann nicht einfach weg??”

“Es kann ja sein, dass sie mich irgendwann danach fragt!”

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Zwei Kreuze

28. September 2009, aus der Schublade Wohnen und Leben

Meine Liebste und ich verlassen das Gemeindezentrum, nach dem wir dort unsere Stimmen für die Bundestagswahl abgegeben haben.
Irgendwie werde ich ja das Gefühl nicht los, dass eigentlich nur Rentner wählen gehen… Naja, aber das ist eine andere Geschichte.

“Zwei Kreuze war doch richtig, oder??”
“Ja, Süße. Eins links, eins rechts.”

“OK, ich dachte schon, ich hätte mich vertan…”
“Wieso? Was hast du denn gewählt?”

“Was ich gewählt habe??”
“Was du gewählt hast, ja.”

“Das sage ich dir doch nicht!”
“Wie bitte??”

“Man sagt nicht, wen man wählt.”
“Aha, und warum nicht??”

“Weil… Weiß ich jetzt nicht, aber man sagt es eben nicht.”
“Du wirst deinem Freund doch wohl sagen können, wen…”

“Nein.”
“Warum nicht??”

“Was hast du denn gewählt??”
“Sag du zuerst!”

“Siehst du, du willst es mir auch nicht sagen!”
“Doch, aber ich habe dich ja wohl zuerst gefragt!”

“Das hat doch damit überhaupt gar nichts zu tun!?”
“Jetzt sag doch mal, ich sage es auch keinem weiter.”

“Das könntest du ruhig weitererzählen.”
“Was?”

“Wen ich gewählt habe.”
“Schön, und wen hast du gewählt??”

“Jetzt nerv mich nicht, lass uns lieber Eis essen gehen.”
“Ich möchte doch nur deinen politischen Standpunkt wissen!”

“Den weißt du doch!”
“Nein, weiß ich nicht!?”

“Und worüber haben wir neulich noch gesprochen??”
“Worüber denn??”

“Über das mit den Atomkraftwerken.”
“Ach ja, und was soll das jetzt, ich meine…”

“Da habe ich gesagt: Atomkraftwerke sind blöd.”
“Ja… Stimmt, das hast du gesagt.”

“Na dann weißt du doch alles!”
“Ähm… Das heißt, du wählst also die Grünen??”

“DAS habe ich nicht gesagt.”
“Nein, aber das mit den Atomkraftwerken, also…”

“Die Grünen sind ja nicht die Einzigen gegen Atomkraft.”
“Also hast du NICHT die Grünen gewählt?”

“Das ist bloß eine Vermutung von dir.”
“Ja, aber ist meine denn Vermutung richtig??”

“Nein.”
“Aha, also hast du doch die Grünen gewählt!?”

“Vielleicht.”
“Liebste!!”

“Was denn??”
“Sagst du mir nun, wen du gewählt hast, oder nicht?!”

“Na schön, also ich habe nicht die Grünen gewählt.”
“Aha.”

“Reicht das jetzt?”
“Nein!”

“Ich sage es dir sowieso nicht!”
“Und warum nicht??”

“Weil du dich dann über mich lustig machst.”
“Demnach hast du also die Rentnerpartei gewählt??”

“Siehst du, ich wusste es doch! Blödmann!!”
“Entschuldige, aber du provozierst das ja wohl auch!”

“Ich habe eine Partei mit drei Buchstaben gewählt.”
“Aha! Also nicht die Linken, Rentner, Piraten oder Tierschutzpartei??”

“Es gibt eine Tierschutzpartei??”
“Ähm, ja, die gibt es…”

“Und was machen die??”
“Na was macht wohl die TIERSCHUTZPARTEI!?”

“Ach so…”
“Mann, Mann, Mann, also manchmal, da…”

“Na und?? Ich wusste nicht, dass es die gibt!”
“Kannst ja wieder rein gehen und deinen Wahlzettel korrigieren…”

“Geht denn das??”
“NEIN!”

“Ist auch egal, ich bleibe bei meiner Wahl.”
“OK, und was ist es nun? CDU, FDP, SPD, ÖDP?”

“Nee.”
“Sondern??”

“ARD, ZDF, C&A.”
“Was??”

“BRD, DDR und USA; BSE, HIV und DRK.”
“Wer??”

“SOS, 110 – tatütata.”
“Ist das nicht dieses kranke Lied von den Fanta Vier??”

“GBR, GmbH – du kannst mich mal!! So, und jetzt Eis essen.”

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Das wäre ja Quatsch!

24. September 2009, aus der Schublade Wohnen und Leben

Meine Liebste sitzt zuhause auf dem Sofa, als ich am Abend nach Hause komme.
Das an sich wäre ja noch nichts Ungewöhnliches, allerdings hat sie sich in eine dicke Decke eingemummelt und diese bis zur Nasenspitze nach oben gezogen.
Da stimmt doch was nicht??

“Hallo Schatz!”
“Hallo Süße, ähm…”

“Was ist?”
“Ähm, bist du krank?”

“Nee, wieso?”
“Naja, weil du dich in die Decke eingewickelt hast??”

“Nee, mit mir ist alles in Ordnung.”
“Aha.”

“Wieso?”
“Naja, es sind, ähm… 22 Grad hier drin??”

“Ja, ich weiß.”
“Und??”

“Mir ist aber trotzdem kalt.”
“Aha, ja… Und, ähm… Soll ich vielleicht die Heizung anmachen?”

“Nee, das wäre ja Quatsch.”
“Ja, aber ich dachte, dir sei kalt?”

“Ja, aber du kannst doch nicht die Heizung anmachen!”
“Und warum nicht??”

“Es ist doch warm genug hier, 22 Grad reichen doch völlig!”
“Aber Liebste, du hast doch gesagt, dass dir kalt sei??”

“Mir schon, aber hier im Wohnzimmer ist es warm.”
“Aha…”

“Das hört sich schon wieder so an, als sei ich total blöd!”
“Nein, nein, das, ähm… Das…”

“Warum stotterst du denn dann so rum??”
“Naja, ich verstehe eben nicht, warum dir kalt ist!?”

“Es darf mir doch wohl mal kalt sein, oder nicht??”
“Jaja schon, aber…”

“Ich schreibe dir ja auch nicht vor, wann es dir warm sein muss!”
“Entschuldige, ich wollte ja nur mal fragen!”

“Mir ist kalt, obwohl es hier warm ist. Was dagegen??”
“Nein, ich habe nichts dagegen!”

“Dann ist ja gut.”
“Alles klar, alles klar. Vergiss einfach, dass ich gefragt habe.”

“Was hast du gesagt?”
“Sehr gut. So. Und jetzt?”

“Was und jetzt??”
“Wollen wir vielleicht zusammen was essen?”

“Oh ja!”
“Gut, dann lass uns in die Küche gehen.”

“Das geht nicht.”
“So?? Und warum nicht??”

“Weil es in der Küche kalt ist.”
“Ähm…”

“Du weißt doch, dass mir jetzt schon kalt ist!”
“Tja, ähm… Soll ich dann in der Küche die Heizung anmachen??”

“Blödmann! Veräppeln kann ich mich auch alleine!!”

Kopfschüttel…

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