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Die richtige Richtung

10. Mai 2011, aus der Schublade Wohnen und Leben

Wenn man in dieser Jahreszeit auf dem Balkon sitzt, kann man mit Erstaunen feststellen, wie viele Vögel sich draußen rumtreiben. Wir haben das beim ersten Frühstück dieses Jahres im Freien bemerkt, bzw. eigentlich habe nur ich es bemerkt – meine Liebste erst etwas später, sie war grade voll mit dem Frühstück beschäftigt:

„Schatz, kannst du mir bitte mal die Milch geben?“
„Moment…“

„Was ist denn?“
„Ich schau grad nach dem Vogel da drüben im Baum.“

„Was für ein Vogel?“
„Keine Ahnung. Deswegen schau ich ja.“

„Wo denn?“
„Na da drüben, in dem hohen Baum.“

„Hmm… ich seh keinen.“
„Doch, schau mal, wo ich hinzeige. Rechts vom Stamm.“

„Ich seh nix.“
„Vielleicht sitzt du ungünstig… stell dich mal hinter mich.“

„Und jetzt?“
„Na kannst du ihn jetzt sehen?“

„Nö.“
„Na guck doch mal… da drüben!“

„Da ist doch kein Vogel!“
„Natürlich! Sei mal einen Moment still, dann hörst du ihn vielleicht sogar.“

„Ich hör nix.“
„Ja, da ist auch zuviel Hintergrundlärm… Aber guck mal, jetzt ist er auf den nächsthöheren Ast geflogen!“

„Also ich kann da immer noch nichts sehen…“
„Das gibt’s doch gar nicht! Du musst mal zum Augenarzt.“

„Wieso? Ich sehe doch gut!“
„Du siehst vielleicht gut aus, aber gut sehen tust du schlecht, glaub ich.“

„Vielleicht hast du auch einen schwarzen Fleck auf deiner Netzhaut?“
„Nein, ich habe Augen wie ein Adler! Guck mal zwei Fingerbreit rechts vom Stamm.“

„Was ist denn das für eine Angabe? Zwei Fingerbreit? Ich hab doch viel schmalere Finger als du!“
„Na ja, aber ungefähr passt es.“

„Also ich seh da wirklich nichts.“
„Das kann doch nicht sein. Das Laub ist noch gar nicht so dicht, da fällt der Vogel im Baum doch auf! Das ist bestimmt eine Amsel, der ist schwarz.“

„Nee, da ist nix.“
„Schatz, kann es sein, dass du wieder einen Rechts-Links-Schwächeanfall hast? Schau mal auf der anderen Seite.“

„Dort! Ja klar, das ist eine Amsel. Ach so, ich dachte, du meinst links…“

Kopfschüttel…

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Wie man eine Erkältung kuriert

29. April 2011, aus der Schublade Wohnen und Leben

Ich war kürzlich leider etwas krank (schwere Erkältung) und lag einige Tage flach. Ich hatte eigentlich mit guter Pflege und viel Zuspruch seitens meiner Liebsten gerechnet, aber das traf nur zum Teil zu. Stattdessen bekam ich in meiner hilflosen Lage schon frühmorgens auch noch einiges an Spott von ihr zu hören:

„Naaa, wie geht’s uns denn heute?“
„Immer noch schlecht. Ich bin total erkältet!“

„Oooch! Du Armer! Eine schwere Erkältung, die nicht weichen will! Soll ich den Krankenwagen rufen?“
„Nein, aber ein bißchen Ernsthaftigkeit täte mir auch gut. Und ein heißer Erkältungstee.“

„Natürlich, Schatz. Mach ich dir gerne.“
„Danke.“

„Weißt du, was auch gut hilft? Eine Spezialmixtur von meiner Oma. Soll ich dir die zubereiten?“
„Wie sieht die denn aus?“

„Zwiebeln kleinschneiden und mit Honig verrühren, eine Weile stehenlassen und dann trinken oder essen, Hauptsache runter damit. Das hilft!“
„Äh ja… fragt sich nur, wem – dem Imker vermutlich….“

„Ach was, ich mach dir das mal, du wirst sehen, dann wird’s gleich viel besser!“
„Und als Getränk dazu vielleicht noch warme Milch mit Honig, oder? Uääääh! Nein danke!“

„Ja dann bleibst du halt schwer krank ans Bett gefesselt. Wer sich nicht helfen lässt, ist selbst schuld!“
„Wieso, ich kann doch nichts dazu, dass ausgerechnet mich diese schlimme Erkältung erwischt hat!“

„Na ja, du wirst nicht gleich dran sterben. Da muss man nicht so jammern.“
„Ich jammere doch gar nicht. Es nervt halt. Und Taschentücher habe ich auch keine mehr hier…“

„Ich bring dir welche. Ich kann dir ja auch noch Musik anschalten, damit’s dir besser geht.“
„Ach, ich hör nicht so gut wegen der Erkältung. Meine Ohren sind wie mit Watte verstopft.“

„Ach, ach, ach. Fast müsste man dich abwracken.“
„Ha ha. Wenn du so eine fiese Erkältung hättest, wäre dir auch nicht nach Spotten zumute.“

„Ich spotte ja nicht. Ich beschreibe nur die Realität!“
„Ja, und die ist hart und grausam.“

„Was machst du denn erst, wenn du mal ernsthaft krank bist?“
„Ich BIN ernsthaft krank! Oder würdest du behaupten, dass es mir eigentlich gut geht und ich nur etwas blass um die Nase bin?“

„Na ja… fast. Du hast’s halt ein bisschen im Hals und dazu Schnupfen, landläufig als Erkältung bekannt. Mehr nicht.“
„Ich kann bald nicht mehr sprechen vor lauter Erkältung!“

„Aber wenn’s dir doch so schlecht geht, dann nimm doch wenigstens mal was dagegen!“
„Nee, deine Mixturen kannst du behalten. Die kann man zum Foltern nehmen, aber nicht zum Gesundwerden.“

„Moment, was ich vorhin aufgezählt habe, ist noch nicht alles aus meinem Medizinschrank! Ich hab noch mehr in petto!“
„Um Himmels Willen, womit willst du mich noch foltern?“

„Nix Folter! Es handelt sich um ein Rezept speziell für Männer, die unter schwerer Erkältung leiden.“
„Und das wäre?“

„Warmes Bier!“

Kopfschüttel…

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Ein Platz für den Spüllappen

11. April 2011, aus der Schublade Wohnen und Leben

Bei uns ist es manchmal ein bisschen unaufgeräumt, so dass man sich wohlfühlt, aber immer so sauber, dass man nicht krank wird. Klinisch rein und steril ist es bei uns natürlich nicht (wir sind ja auch keine Klinik), und diesen Anspruch habe ich ja auch nicht. Was ich aber nicht leiden kann, ist ein nasser Spüllappen in der Spüle. Den kann man auch auswringen und auf die Seite legen oder meinetwegen über den Wasserhahn hängen. Meine Liebste hat neulich gespült und beendete ihre Arbeit mit den Worten:

„So, fertig. Eigentlich gehört die Spüle auch mal wieder gründlich geputzt…“
„Ja, da hast du recht!“

„Ich hatte jetzt eigentlich darauf gehofft, dass du das übernimmst!“
„Ja gut, du hast ja schon gespült, sonst bekommst du noch Schrumpelhände.“

„Eben. Und es ist doch auch schön, wenn mal wieder alles glänzt!“
„Ja. Aber kannst du das nächste mal den Spüllappen bitte auswringen und nicht einfach nass in der Spüle liegen lassen?“

„Wieso, ist doch nur nass. Ich hab ihn ja ausgespült.“
„Ja, aber Bakterien finden das schön, wenn da ein nasser Lappen rumliegt. Ich nicht.“

„Ach Schatz, jetzt bist du aber pingelig! Hier sind doch keine Bakterien!“
„Natürlich, Bakterien sind überall. Aber man muss sich ja nicht mehr züchten als nötig.“

„Aber im großen und ganzen ist es hier doch sauber?“
„Ja schon, aber wenn in der Spüle eben ein nasser Lappen liegt, dann ist das nicht mehr so hygienisch, finde ich.“

„Es kommt ja keiner vom Gesundheitsamt zur Kontrolle…“
„Ja, zum Glück. Aber so ein nasser, kalter Lappen ist schon eklig!“

„Soll ich ihn für dich auswringen?“
„Nein, das geht schon. Aber das nächste Mal kannst du das nach dem Spülen vielleicht machen.“

„Aber wenn er dann über dem Wasserhahn hängt, ist er immer im Weg.“
„Dann leg ihn halt auf die Abtropffläche.“

„Das ist aber auch nicht hygienisch: ein feuchter Lappen auf der Abtropffläche.“
„Der trocknet dann ja auch…“

„Mein nasser Lappen in der Spüle trocknet auch! Er ist nur etwas feuchter als deiner auf der Abtropffläche.“
„Nein, er ist komplett nass. Der braucht ja zwei Tage, bis er trocken ist. Und immer, wenn man dann Wasser vom Wasserhahn nimmt oder was in die Spüle schüttet, wird er wieder nass!“

„Aber die Abtropffläche ist für das saubere Geschirr gedacht. Wenn du das keim- und bakterienverseuchte Ding dahinlegst, schmeckt mir das Essen nicht mehr!“
„Ich finde, da ist er noch am besten aufgehoben.“

„Ich weiß nicht… Was würde denn das Gesundheitsamt raten?“
„Ich ruf doch jetzt nicht das Gesundheitsamt an und frage, wo wir unseren Spüllappen aufbewahren sollen!“

„Nein, ich meine nur so hypothetisch…“
„Phhh… keine Ahnung. Vielleicht sollten wir da einfach mal beim nächsten Restaurantbesuch versuchen, einen Blick in die Küche zu erhaschen.“

„Das ist eine gute Idee. Du hast mich schon lange nicht mehr zum Essen eingeladen. Wie wär’s damit heute abend?“

Kopfschüttel…

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Nippes

8. April 2011, aus der Schublade Wohnen und Leben

Frauen kaufen Nippes. Das ist nun mal so. Ich habe aber so meine Probleme damit, zu ergründen, warum in aller Welt man so etwas kauft. Es steht im Weg rum, kostet Geld und sieht meistens hässlich aus. Meine Liebste sieht das – ganz Frau – natürlich anders, und so kam sie neulich mit einem besonderen „Prachtstück“ und überraschte mich damit:

„Guck mal Schatz, was ich Schönes gekauft habe!“
„Was ist denn DAS?“

„Ein süßes Keramik-Hündchen. Ist es nicht niedlich?“
„Hmm… Und wozu ist das gut?“

„Wie – wozu ist es gut? Man stellt es ins Regal und freut sich daran!“
„Aber Schatz, das Ding verstaubt doch!“

„Na und? Dann staub ich’s eben wieder ab. Das stellt ja kein Problem dar. Aber ist der nicht süß? Hat nur 13,99 € gekostet!“
„WAS, 13,99 € für so ein Ding? Für das Geld kriegt man ja ‘nen ganzen Kasten Bier!“

„Das mag ja sein, aber der sieht nicht annähernd so niedlich aus.“
„Also darüber ließe sich streiten…“

„Außerdem war es reduziert – von 19,99 € auf 13,99 €!“
„Immer noch überteuert, finde ich…“

„Aber überleg mal, was ich da gespart habe!“
„Hä?“

„Glatte sechs Euro!“
„Also ich hätte ja sogar 13,99 € gespart.“

„Ach, du Quatschkopf! Ich finde das Hündchen ganz knuddelig!“
„Wieso hast du eigentlich nicht zwei gekauft?“

„Öh… ich dachte, der eine wird reichen… Wieso?“
„Na dann hättest du ja sogar zwölf Euro gespart, hihi!“

„Ach, du machst dich lustig über mich. Und das Hündchen gefällt dir auch nicht!“
„Na ja, ist halt Geschmackssache.“

„Siehst du, sag ich doch – es gefällt dir nicht.“
„Ja, du musst aber auch zugeben, dass es sehr…“

„Was?“
„Also sehr… hmm, wie soll ich sagen… kitschig ist.“

„Was? Kitschig? Du meinst, ich kaufe für 13,99 € Kitsch? Das ist Kunst!“
„Ich glaube ja eher, dass es Kunst ist, solchen Kitsch für 13,99 € loszuwerden.“

„Moment, Moment! Nicht nur, dass ich Kitsch kaufe, nein, auch noch überteuert? Wieviel wäre dir denn dieses Hundchen wert gewesen?“
„Also ehrlich gesagt – ich hätte es nicht einmal geschenkt genommen!“

„Du hast einfach keinen Geschmack!“
„Nein, Schatz, DU hast keinen Geschmack – zumindest nicht in diesem Fall!“

„Also mir gefällt das Hündchen sehr gut. Wir könnten es auf den Fernseher stellen, dann kann es uns immer zuschauen, wie wir Filme anschauen.“
„Dürfte ein langweiliges Programm für den Hund sein, aber mir soll’s recht sein.“

„Im Bücherregal ist es halt nicht so praktisch, da muss man ihn immer zur Seite räumen, wenn man an ein Buch will, vor dem er grade steht.“
„Aha, siehst du, jetzt hast du auch gesagt, er sei nicht so praktisch!“

„Im Bücherregal ist er nicht so praktisch!“
„Wo ist er denn dann praktisch, Schatz?“

„Hab ich doch grade gesagt – auf dem Fernseher. Oder findest du nicht?“
„Na ja, ‘praktisch’ kann etwas ja eigentlich nur dann sein, wenn man es überhaupt zu etwas brauchen kann…“

„Eben: Ich kann das Hündchen brauchen, um es anzuschauen.“
„Ich weiß nicht… Da schaut man dann einen Film an, und ständig glotzt mich dieser Hund an. Ich weiß nicht, ob ich mich da konzentrieren kann.“

„Du kannst ihn ja umdrehen, wenn du einen Film schaust.“
„Dann zeigt er mir ja seinen Hintern. Der ist ja auch nicht gerade hübsch. Das will ich auch nicht sehen.“

„Siehst du? Dann wirst du deine Aufmerksamkeit automatisch auf den Film lenken. Ist er also doch zu etwas nütze!“

Kopfschüttel…

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Wer wird Millionär?

2. April 2011, aus der Schublade Wohnen und Leben


Manchmal gestaltet sich ein Abend völlig anders als geplant. Nicht, weil die Arbeit über mich hereinbricht oder meine Liebste schlechte Laune hat, sondern weil sie Fernsehen schaut – „Wer wird Millionär?“, um genauer zu sein. Ich wollte eigentlich was am Computer machen, aber ich wurde dann doch durch sie davon abgehalten:

„Guck mal schnell, Schatz, weißt du die Antwort: ‘Franz Grillparzer schrieb die Erzählung «Der arme… – A) Müllmann B) Spielmann C) Buhmann D) Sensenmann»?’”
„Franz wer? Keine Ahnung.“

„Komm, das ist erst die 2.000-Euro-Frage!“
„Ich weiß es trotzdem nicht!“

„Also ich würde ja A) und C) ausschließen. Das wäre ja zu blöd als Buchtitel.“
„Aber wissen tust du’s nicht, oder?“

„Nein, natürlich nicht. Aber so vom Gefühl her…“
„Aber da geht’s doch um Wissen, nicht um Gefühl.“

„Na ja, aber die zwei kann ich eigentlich ausschließen.“
„Eigentlich. Und wenn’s dann doch eine von beiden Antworten ist?“

„Na ja, ich sitz ja nicht im Studio.“
„Klar. Wenn du nämlich dort sitzen würdest, würdest du dich nicht trauen, mal einfach so vom Gefühl her zwei Antworten auszuschließen.“

„Natürlich. Aber guck mal, der Kandidat ist sich auch nicht sicher.“
„Du wärst ja noch viel unsicherer. Stell dir mal vor, der Jauch würde dich dann fragen: ‚Sind Sie sich da so sicher? «Der arme Müllmann», das könnte ja ein gesellschaftskritisches Werk sein. Und «Der arme Buhmann» klingt jetzt nicht so komisch, wie sie behaupten.‘ Da würdest du aussteigen, oder?“

„Nee, ich hätte ja noch alle Joker! Ich würde zuerst den 50/50-Joker nehmen. Und dann…“
„Und wenn dann noch A) und C) übrigblieben?“

„Dann könnte ich immer noch das Publikum fragen!“
„Das hat doch von sowas auch keine Ahnung!“

„Dann halt mit dem Telefonjoker!“
„Wenn würdest du denn anrufen?“

„Na dich!“
„Aber ich hab doch auch keine Ahnung! Außerdem würdest du mich doch sicher mit ins Studio nehmen, oder?“

„Ja… Na dann halt… Wer könnte das denn wissen… Also ich würde A) und C) ausschließen. Mut zum Risiko!“
„Du spinnst ja! 2.000 Euro riskieren?“

„Das ist nicht richtig riskiert… Ich hab das im Gefühl!“
„Ja ja, Frauen und ihr Gefühl…“

„Pssst, guck mal, jetzt will der sich ohne Joker entscheiden! Der zockt! Der hat nämlich auch so ein Gefühl wie ich!“
„Und gleich hat er auch keine 2.000 Euro mehr…“

„Wieso, 500 darf er ja auf jeden Fall behalten.“
„Was sind schon 500 Euro im Vergleich zu den 2.000! Weißt du, wie lange man dafür arbeiten muss?“

„Und guck mal, der Jauch hat ihn jetzt komplett schwindlig geredet. Jetzt nimmt er doch den 50/50-Joker!“
„Wußt ich’s doch!“

„A) und B) sind übriggeblieben! Müllmann und Spielmann!“
„Und was würdest du jetzt nehmen?“

„A) ist garantiert falsch, das hab ich ja schon vorhin gesagt. Dann heißt das Ding also ‚Der arme Spielmann‘.“
„Wieso denn, es könnte auch ‚Der arme Müllmann‘ heißen.“

„Mein Gefühl sagt, dass A) falsch ist, und dann ist das auch so.“
„Also ich würde jetzt noch jemanden anrufen.“

„Wen denn?“
„Na dich zum Beispiel.“

„Aber ich wäre doch wohl auch im Studio, wenn du…“
„Dann könntest du ja nicht mein Joker sein!“

„Du würdest mich also nicht mit ins Studio nehmen?“
„Na ja…“

„Ach! Und wen würdest du stattdessen mitnehmen?“
„Vielleicht einen Kollegen oder so…“

„Na prima! Da bist du einmal im Fernsehen und ich darf nicht mit!“
„Aber wenn ich dich doch als Joker brauchen würde! Außerdem ist das doch nur so ein Gedankenspiel!“

„Du würdest mich anrufen, obwohl ich die Antwort nicht weiß?“
„Das weiß ich ja in dem Moment noch nicht!“

„Was?“
„Na dass du die Antwort nicht weißt! Und dass du stattdessen so aus dem Bauch heraus was sagen würdest.“

„Nicht aus dem Bauch heraus! Mit Gefühl!“
„Na sag ich doch! Ohne Wissen eben.“

„Das ist eine ganz andere Ebene, aber das verstehst du nicht. Wieso würdest du mich eigentlich überhaupt anrufen, wenn du weißt, dass ich nichts weiß?“
„Ach, lassen wir das. Ich wollte da ja nie hin.“

„Wieso eigentlich nicht?“

Kopfschüttel…

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Lyrik

18. März 2011, aus der Schublade Freizeit und Reisen, Wohnen und Leben


Manchmal entdeckt man völlig unerwartet neue Seiten seines Partners. Mir ist das neulich beim Frühstück passiert, als ich feststellte, dass meine Liebste ein Faible für hochgeistige Lyrik zu haben scheint. Ich verstehe davon zwar nichts, aber ich glaube, das spielt bei diesen Werken auch überhaupt keine Rolle. Wir saßen also beim Frühstück und sie las mir aus der Zeitung vor:

„Schwer wogt der Nebel
von der nächtlichen Wacht
Luna ist fern
ihr Schein fällt ganz sacht
auf die Dinge, im Morgen entrückt.
Kein Auge sah je ein Schauspiel wie dies.“

„Häää?“

„Das ist ein Gedicht, hier aus dem Feuilleton. Wie findst’n das?“
„So ein Schrott!“

„Nein, hör nochmal: Schwer wogt…“
„Liebste, ich hab schon gehört. Ich hab keine Ahnung, was das sein soll.

„Na, ein schönes Gedicht!“
„Ich kapier da gar nix.“

„Berührt dich das denn nicht? Diese schöne Sprache?“
„Nöö. Gib mir mal bitte den Sportteil.“

„Da. Das ist doch leicht zu verstehen: Es ist neblig, der Mond scheint noch ein bißchen und es sieht ganz geheimnisvoll aus… so bezaubernd halt, verstehst du, mit so einem speziellen Licht.“
„Nein.“

„Ich glaube, dir fehlt das Gefühl für Lyrik… Was ist denn daran nicht zu verstehen?“
„Na, zum Beispiel wieso der Dichter das so geschwollen ausdrückt!“

„Wenn er eine Pressemeldung wie in deinem Sportteil schreiben würde, wär’s doch kein Gedicht mehr!“
„Aber man würd’s wenigstens verstehen: ‚Es war neblig, dazu ein wenig Mondschein, und Dinge standen rum, die noch niemand gesehen hat.‘“

„Aber das ist doch Quatsch!“
„Sag ich ja!“

„Nein, schon inhaltlich stimmt deine Kurzfassung nicht – es heißt ja ‚ Kein Auge sah je ein Schauspiel wie dies‘.“
„Gut, also könnte er meinetwegen schreiben: ‚Es war neblig, dazu ein wenig Mondschein, Dinge standen rum, sowas hat noch keiner gesehen.‘ Ich hab keine Ahnung, was daran so toll sein soll.“

„Na ja, in deiner Version ist es ja auch kein Gedicht, das ist ja nicht lyrisch. Das wäre so, wie wenn ich den Spielbericht von Werder Bremen gegen FC Duisburg…“
„MSV Duisburg…“

„Meinetwegen MSV, also wenn ich da schreiben würde: ‚90 Minuten, ein Tor für Duisburg, Ende.‘“
„Na das ist doch Quatsch. Erstens spielt Duisburg in der zweiten Liga, und zweitens gewinnen die doch nicht in Bremen!“

„Das war doch nur ein Beispiel dafür, dass du ein Gedicht nicht einfach zusammenfassen kannst!“
„Wieso? Hab ich doch gut gekonnt. War alles drin.“

„Nur die Poesie eben nicht. Die macht das Gedicht so geheimnisvoll.“
„Quatsch mit Soße. Wenn du mich fragst: Der kokst garantiert.“

„Nein, das verstehst du nicht. Der ist eben ein sensibler Typ.“
„Oder er hat halt einen Dachschaden.“

„Ach, du hast da kein Gefühl dafür. Stell dir mal vor, dein Sportteil wäre poetisch verfasst!“
„Dann würde ich ihn halt nicht mehr lesen. Das wäre doch viel zu umständlich.“

„Das ist eben das Schöne an der Poesie – dass sie alles so im Ungefähren lässt!“
„Sag mal, Schatz… Ist was in deinem Kaffee?“

„Nein, ich versuche nur, dir das Gedicht zu erklären!“
„Das wirst du wohl nicht schaffen.“

„Also pass auf. Dein Spielbericht würde sich in etwa so anhören:
Ein Tor ist gefallen
in der langen Zeit
es jubeln die einen
für die anderen: Leid.“

„Ähh… Und wie soll ich jetzt wissen, wer der Torschütze war? Und wieviele gelbe Karten es gab? Und die Einzelkritiken? Und der Schiri?“

„Na ja, das könnte man ja noch ausbauen. Soll ich’s mal probieren?“

Kopfschüttel…

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Mal in Ruhe Musik hören

17. Februar 2011, aus der Schublade Wohnen und Leben

Ich weiß nicht, ob’s nur mir so geht, aber ich finde es furchtbar nervig, wenn Lieder im Radio nicht komplett gespielt werden, weil der Moderator am Anfang oder Ende sein inhaltsleeres Geplapper loswerden muss. Meiner Liebsten macht das auf jeden Fall weniger aus. Eigentlich macht sie sich insgesamt wenig aus Musik – das hat sie mir neulich eindrucksvoll demonstriert, als Sie anfängt:

„Schaaaaatz, sollten wir nicht mal neu tapez…“
„Pssssst!!!“ [Ich höre mir wie gesagt gerade etwas Musik an]

„Was denn? Denkst du grade nach?“
„Nein, aber gerade läuft ein sehr schönes Lied im Radio, wie du hörst.“

„Ich dachte, wir könnten mal neu tapezieren.“
„Pssssst!!!“

„So eine orangene Tapete vielleicht… Was hältst du von orange?“
„Schatz, können wir das in drei Minuten besprechen? Da läuft gerade ‚Wish you were here‘!“

„Ah, das kenn ich. Ist das nicht von Eric Clapton?“
„Nein, um Gottes Willen! Das ist von Pink Floyd!“

„Von denen ist auch das eine Lied… wie heißt es doch… Es geht so: Da-da-da Da-da-da Da-da-dadadadadaaa und dann ist noch eine Gitarre dabei.“
„Nie gehört. Vermutlich verwechselst du da was. Aber jetzt lass mich doch noch dieses eine Lied fertighören.“

„Gut.“ [Nach einer kurzen Pause:] „Duuu… kannst Du dabei mal über die Tapeten nachdenken?“
„Nein, weil ich mich auf das Lied konzentriere!! Psst!“

„Highway to Hell! So heißt das Lied, das ich gesucht habe!“
„Aber das ist doch nicht von Pink Floyd! Das ist von AC/DC!“

„AC/DC… hmm… kenn ich die?“
„Na ja, wenn du das Lied kennst – aber doch nicht Pink Floyd! Hör dir doch mal das Lied an, das da gerade läuft, das ist doch ein ganz anderer Stil!“

„Orangene Tapeten wären übrigens auch ein ganz anderer Stil. Ob unsere Möbel dazu passen?“
„Schatz, lass mich doch bittebitte das Lied in Ruhe fertighören!“

„Ja ja, schon gut.“
„Ach, jetzt plappert dieser idiotische Moderator auch noch rein… Kann man doch vergessen. Es ist eigentlich ein Verbrechen, so ein Lied nicht komplett zu spielen.“

„Wieso denn? Ist doch nur ein Lied.“
„Was? Schatz, das ist ‚Wish you…‘“

„Ja, ja, das hast du schon mal gesagt. Aber du kennst es ja auch schon, also ist es doch nicht so schlimm. Wie fändest du denn grün? Das wär mal mutig, oder?“
„Also vor so einem zentralen Werk der neueren Musikgeschichte sollte man schon etwas ehrfürchtiger sein und nicht mit grünen Tapeten kommen!“

„Grün also eher nicht… Bei orange weiß ich aber nicht, ob die Möbel…“
„Weißt du, Schatz, wenn einem das Werk so einer großen Band egal ist, also dann kann einem auch die Tapetenfarbe egal sein.“

„Es ist dir also egal, welche Farbe unsere Tapeten haben? Ich könnte also auch schwarz nehmen?“
„Ja mein Gott… die alten Tapeten sind doch noch gut! Das ist doch ein zeitloses Muster.“

„Schwarz wäre aber auch zeitlos.“
„Ist halt gut für Depressionen…“

„Also doch orange, das wirkt aufhellend und macht die Räume größer.“
„Aber wenn wir neu tapezieren, müssen wir alle Möbel wegrücken! Das ist doch alles unnötig! Ich hab außerdem gar keine Lust zum Tapezieren!“

„Ach das ist der Grund! Lieber die ganze Zeit rumsitzen und Musik hören!“
„Ich wollte EIN Lied komplett hören – mehr nicht!“

„Hmm… und wenn ich dich beim Tapezieren in Ruhe Musik hören lasse?“

Kopfschüttel…

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Zu dritt!

14. Februar 2011, aus der Schublade Wohnen und Leben

KatzeIch habe nichts gegen Tiere. Und ich hänge an diesen Satz nicht „wenn sie auf dem Grill liegen“ an. Tiere sind geduldige und gelehrige Begleiter von uns Menschen, seit ewigen Zeiten schon. Es gibt aber Tierarten, die mag ich nicht. Katzen beispielsweise. Meine Liebste dafür um so mehr. Beim Frühstück entspann sich folgender Dialog – ich war noch nicht ganz wach und erkannte nicht, wie vermint dieses Thema ist. Sie sagt also:

“DuuuUUU….Was würdest Du eigtl. dazu sagen, dass wir uns mal ein Haustier anschaffen?“
„Ein Haustier?“

„Ja, so ein kleines, niedliches.“
„Die werden mal groß und fett. Alle.“

(eingeschnappt) „Ach, sind wir heute mit dem falschen Fuß aufgestanden?“
[Ich lege die Zeitung weg, denn die Tonlage meiner Liebsten verkündete drohendes Unheil.]
„Hmm. An was für ein Haustier hast du denn gedacht?“

„Ein süßes Kätzchen, schwarz oder…“
„Nur eine tote Katze ist eine gute Katze.“ entfährt es mir, was ich sogleich fürchterlich bereue.

„Oh, ich wußte nicht, dass ich mit einem Tierhasser am Frühstückstisch sitze.“
„Äh… das ist nur so ein Spruch… aus dem Wilden Westen… Mein Gott, man wird doch mal einen Spaß machen dürfen!“

„Spaß? Du nennst eine tote Katze einen Spaß? Auf diese Art Humor kann ich verzichten!“
„Na ja, lassen wir das. Meinetwegen holen wir uns halt eine Katze.“

„Moment. Ich bin mir nicht sicher, ob dieser Haushalt hier für eine Katze geeignet wäre!“
„Wieso denn nicht?“

„Weil DU hier wohnst!“
„Soll ich etwa ausziehen wegen dem Vieh… der Katze, meine ich?“

„Nein, aber deine Einstellung Katzen gegenüber ändern.“
„Wie denn?“

„Na, du könntest ihnen gegenüber von vornherein aufgeschlossen sein.“
„Aha.“

„Und du musst sie auch hin und wieder streicheln und mit ihr schmusen!“

„Ach…“

„Und ihren Willen respektieren. Katzen sind sehr eigensinnig.“
„Das ist ja schön… Ist das schon alles, Liebling?“

„Das Katzenklo muss natürlich hin und wieder gesäubert werden.“

„Natürlich.“

„Und ab und zu musst du beim Einkauf eben Katzenstreu mitbringen. Das ist ja kein zusätzlicher Aufwand.“
„Bestimmt nicht. Aber das war dann alles, oder?“

„Am Anfang musst du die Katze halt noch erziehen…“
„Eine Katze erziehen? Ich? Wie soll das denn gehen?“

„Siehst du, Schatzi, da hab ich mir auch schon Gedanken drüber gemacht und dir das Buch „Katzenhaltung, Katzenpflege“ gekauft! Damit wird das ein Kinderspiel.“
[An dieser Stelle des Gesprächs dämmert mir so langsam, dass ich bei diesem Thema kein Mitspracherecht habe.]
„Ich will aber gar nicht…“

„Und hier sind ein paar Spielsachen für den kleinen Racker, damit ihm nicht langweilig wird.“
[Widerstand zwecklos, ich gebe auf.]
„Brauchen wir nun also nur noch die Katze… Wo holen wir die?“

„Von der Terrasse draußen, Liebling! Sie sitzt dort im Körbchen und wartet auf uns. Ich wusste, dass du dich freuen würdest!“

Kopfschüttel…

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Blödmann!

1. Januar 2011, aus der Schublade Wohnen und Leben

Meine Liebste sitzt am Neujahrsmorgen bereits seit einiger Zeit in der Küche, als ich endlich aus dem Bett komme; unsere Silvester-Party gestern war recht feucht-fröhlich, zumindest für mich.
Einen Kaffee, ja, den brauche ich jetzt erst einmal, um wieder klar denken zu können…

“Guten Morgen Schatz! Na? Ausgeschlafen?”
“Morgen Süße… Nicht so laut, ja?”

“Frohes neues Jahr, frohes neues Jahr!”
“Oh bitte, NICHT SO LAUT!”

“Wieso, hast du einen dicken Kopf heute?”
“Geringfügig…”

“Sieht aber genauso dick aus, wie immer! Haha!”
“Das ist wirklich superwitzig, was haben wir gelacht…”

“So viel hast du doch gestern gar nicht getrunken, oder??”

“Viel nicht, aber…”

“Also mir geht´s super!”
“Merkt man gar nicht…”

“Doch, doch! Ich habe sogar schon eine Menge geschafft!”
“Geschafft? Heute Morgen??”

“Ja, heute Morgen! Ich war schon fleißig.”

“Wieso, was hast du denn schon gemacht?”

“Gedanken.”
“Ähm… Was?”

“Ich habe mir schon Gedanken gemacht.”
“Ach so…”

“Gedanken gemacht, verstehste? Haha!”
“Jaja, das ist sehr witzig, Liebste, sehr witzig…”

“Ich habe so gute Laune heute, deswegen.”
“Schön, also ich glaube, ich lege mich wieder hin…”

“Nee, ich wollte dir doch meine Gedanken erzählen!?”
“Ach ja, du hast dir ja zu irgendwas Gedanken gemacht…”

“Nicht zu irgendwas!”
“Ich hoffe, es geht dabei nicht um mich?”

“Nee, also nicht direkt, naja, vielleicht ein wenig…”
“Liebste, hat das nicht bis nachher Zeit, ich meine…”

“Es geht aber wirklich nur ein klitzekleines bisschen um dich!”
“Und worum geht es im Wesentlichen?”

“Um mich.”
“Um dich, natürlich, was für eine Überraschung…”

“…ich habe mir nämlich für das neue Jahr viel vorgenommen!”
“Für das neue Jahr??”

“Ja, ich habe mir meine Neujahrsvorsätze überlegt.”

“Schön, und?”

“Was und?”
“Welche Vorsätze hast du jetzt?”

“Welche hast du denn, Schatz?”
“Ich?? Ich habe keine.”

“Wieso hast du denn keine??”
“Sollte ich??”

“Jeder hat doch gute Vorsätze fürs neue Jahr!”
“Ich nicht.”

“Warum soll ich dir dann meine sagen??”
“Moment mal, DU wolltest mir doch unbedingt sag…”

“Ich will mir Mühe geben und du?? Wieder mal nix!”

“Wobei willst du dir denn Mühe geben?!”

“Das hängt mit meinen guten Vorsätzen zusammen!”
“Was denn??”

“Pff!”
“Also willst du sie mir nun sagen oder nicht??”

“Ich würde ja gerne, aber nicht so!”
“Süße, ich bin WIRKLICH noch nicht dazu in der Lage!”

“Wozu bist du nicht in der Lage??”

“Mich mit dir jetzt zu streiten!”

“Wer streitet denn??”
“Darf ich jetzt wieder ins Bett gehen, ja?”

“Mitten in unserer Unterhaltung??”
“Wir unterhalten uns ja gar nicht!”

“Nicht?? Und was tun wir dann hier sonst??”
“Wir pusten zusammenhanglose Worte in die Luft, glaube ich…”

Blödmann!!”
“Gerne…”

“Blödmann, BLÖDMANN, DOPPEL-BLÖD-MANN!”
“Boah, das neue Jahr fängt ja schon wieder super an…”

“Kann ich doch nichts dafür!?”
“Natürlich nicht, Liebste, natürlich nicht…”

“Du kannst einem aber auch echt alles kaputt machen!”
“Ich?? Was habe ich dir denn jetzt kaputt gemacht??”

“Einen meiner wichtigsten Vorsätze, du Blödmann!!”
“Aha, und der war was, bitte??”

“Ich wollte nicht mehr so oft Blödmann zu dir sagen!”

Kopfschüttel…

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Aber so was von!

29. November 2010, aus der Schublade Wohnen und Leben

Meine Liebste kommt zu mir in die Küche, wo ich mir gerade Milch für einen Latte Macchiato heiß mache.
Die Liebste setzt sich auf einen Stuhl, sieht mir beim Kaffee machen zu und wartet geduldig, bis ich dann schließlich fertig bin.

“Schatz?”
“Ja, Süße?”

“Wir müssen mal ernst miteinander reden.”
“Oh! Ist es soweit? Verlässt du mich für einen Jüngeren?”

“Nein, noch nicht. Aber danke für den Tipp.”
“Gern geschehen.”

“Mann, ich sagte, dass ich ernsthaft mit dir reden will!”
“Schön, also gut, was habe ich denn wieder falsch gemacht?”

“Boah, du bist so doof mal wieder!!”
“Ähm, aber ich dachte…”

“Wieso gehst du davon aus, dass es sich um dich handelt??”
“Na ja, sagen wir mal… Erfahrung?”

“Glaubst du, dass sich immer nur alles um dich drehen muss??”
“Nein, nein, aber…”

“Ist der feine Herr mal wieder der Mittelpunkt der Erde??”
“Dieser Gedanke kam mir letzte Woche auch, allerdings…”

“Boah, du bist so überheblich manchmal, weißt du das?!”
“Entschuldige, das, ähm…”

“Halt einfach die Klappe jetzt!”
“Na schön…”

“-”
“-”

“Manchmal, da könnte ich dich, aber so was von…”
“Tut mir leid, also geht es dieses Mal tatsächlich nicht um mich?”

“Doch, natürlich, um wen denn sonst??”

Kopfschüttel…

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Die richtige Richtung

10. Mai 2011, aus der Schublade Wohnen und Leben

Wenn man in dieser Jahreszeit auf dem Balkon sitzt, kann man mit Erstaunen feststellen, wie viele Vögel sich draußen rumtreiben. Wir haben das beim ersten Frühstück dieses Jahres im Freien bemerkt, bzw. eigentlich habe nur ich es bemerkt – meine Liebste erst etwas später, sie war grade voll mit dem Frühstück beschäftigt:

„Schatz, kannst du mir bitte mal die Milch geben?“
„Moment…“

„Was ist denn?“
„Ich schau grad nach dem Vogel da drüben im Baum.“

„Was für ein Vogel?“
„Keine Ahnung. Deswegen schau ich ja.“

„Wo denn?“
„Na da drüben, in dem hohen Baum.“

„Hmm… ich seh keinen.“
„Doch, schau mal, wo ich hinzeige. Rechts vom Stamm.“

„Ich seh nix.“
„Vielleicht sitzt du ungünstig… stell dich mal hinter mich.“

„Und jetzt?“
„Na kannst du ihn jetzt sehen?“

„Nö.“
„Na guck doch mal… da drüben!“

„Da ist doch kein Vogel!“
„Natürlich! Sei mal einen Moment still, dann hörst du ihn vielleicht sogar.“

„Ich hör nix.“
„Ja, da ist auch zuviel Hintergrundlärm… Aber guck mal, jetzt ist er auf den nächsthöheren Ast geflogen!“

„Also ich kann da immer noch nichts sehen…“
„Das gibt’s doch gar nicht! Du musst mal zum Augenarzt.“

„Wieso? Ich sehe doch gut!“
„Du siehst vielleicht gut aus, aber gut sehen tust du schlecht, glaub ich.“

„Vielleicht hast du auch einen schwarzen Fleck auf deiner Netzhaut?“
„Nein, ich habe Augen wie ein Adler! Guck mal zwei Fingerbreit rechts vom Stamm.“

„Was ist denn das für eine Angabe? Zwei Fingerbreit? Ich hab doch viel schmalere Finger als du!“
„Na ja, aber ungefähr passt es.“

„Also ich seh da wirklich nichts.“
„Das kann doch nicht sein. Das Laub ist noch gar nicht so dicht, da fällt der Vogel im Baum doch auf! Das ist bestimmt eine Amsel, der ist schwarz.“

„Nee, da ist nix.“
„Schatz, kann es sein, dass du wieder einen Rechts-Links-Schwächeanfall hast? Schau mal auf der anderen Seite.“

„Dort! Ja klar, das ist eine Amsel. Ach so, ich dachte, du meinst links…“

Kopfschüttel…

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Wie man eine Erkältung kuriert

29. April 2011, aus der Schublade Wohnen und Leben

Ich war kürzlich leider etwas krank (schwere Erkältung) und lag einige Tage flach. Ich hatte eigentlich mit guter Pflege und viel Zuspruch seitens meiner Liebsten gerechnet, aber das traf nur zum Teil zu. Stattdessen bekam ich in meiner hilflosen Lage schon frühmorgens auch noch einiges an Spott von ihr zu hören:

„Naaa, wie geht’s uns denn heute?“
„Immer noch schlecht. Ich bin total erkältet!“

„Oooch! Du Armer! Eine schwere Erkältung, die nicht weichen will! Soll ich den Krankenwagen rufen?“
„Nein, aber ein bißchen Ernsthaftigkeit täte mir auch gut. Und ein heißer Erkältungstee.“

„Natürlich, Schatz. Mach ich dir gerne.“
„Danke.“

„Weißt du, was auch gut hilft? Eine Spezialmixtur von meiner Oma. Soll ich dir die zubereiten?“
„Wie sieht die denn aus?“

„Zwiebeln kleinschneiden und mit Honig verrühren, eine Weile stehenlassen und dann trinken oder essen, Hauptsache runter damit. Das hilft!“
„Äh ja… fragt sich nur, wem – dem Imker vermutlich….“

„Ach was, ich mach dir das mal, du wirst sehen, dann wird’s gleich viel besser!“
„Und als Getränk dazu vielleicht noch warme Milch mit Honig, oder? Uääääh! Nein danke!“

„Ja dann bleibst du halt schwer krank ans Bett gefesselt. Wer sich nicht helfen lässt, ist selbst schuld!“
„Wieso, ich kann doch nichts dazu, dass ausgerechnet mich diese schlimme Erkältung erwischt hat!“

„Na ja, du wirst nicht gleich dran sterben. Da muss man nicht so jammern.“
„Ich jammere doch gar nicht. Es nervt halt. Und Taschentücher habe ich auch keine mehr hier…“

„Ich bring dir welche. Ich kann dir ja auch noch Musik anschalten, damit’s dir besser geht.“
„Ach, ich hör nicht so gut wegen der Erkältung. Meine Ohren sind wie mit Watte verstopft.“

„Ach, ach, ach. Fast müsste man dich abwracken.“
„Ha ha. Wenn du so eine fiese Erkältung hättest, wäre dir auch nicht nach Spotten zumute.“

„Ich spotte ja nicht. Ich beschreibe nur die Realität!“
„Ja, und die ist hart und grausam.“

„Was machst du denn erst, wenn du mal ernsthaft krank bist?“
„Ich BIN ernsthaft krank! Oder würdest du behaupten, dass es mir eigentlich gut geht und ich nur etwas blass um die Nase bin?“

„Na ja… fast. Du hast’s halt ein bisschen im Hals und dazu Schnupfen, landläufig als Erkältung bekannt. Mehr nicht.“
„Ich kann bald nicht mehr sprechen vor lauter Erkältung!“

„Aber wenn’s dir doch so schlecht geht, dann nimm doch wenigstens mal was dagegen!“
„Nee, deine Mixturen kannst du behalten. Die kann man zum Foltern nehmen, aber nicht zum Gesundwerden.“

„Moment, was ich vorhin aufgezählt habe, ist noch nicht alles aus meinem Medizinschrank! Ich hab noch mehr in petto!“
„Um Himmels Willen, womit willst du mich noch foltern?“

„Nix Folter! Es handelt sich um ein Rezept speziell für Männer, die unter schwerer Erkältung leiden.“
„Und das wäre?“

„Warmes Bier!“

Kopfschüttel…

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Ein Platz für den Spüllappen

11. April 2011, aus der Schublade Wohnen und Leben

Bei uns ist es manchmal ein bisschen unaufgeräumt, so dass man sich wohlfühlt, aber immer so sauber, dass man nicht krank wird. Klinisch rein und steril ist es bei uns natürlich nicht (wir sind ja auch keine Klinik), und diesen Anspruch habe ich ja auch nicht. Was ich aber nicht leiden kann, ist ein nasser Spüllappen in der Spüle. Den kann man auch auswringen und auf die Seite legen oder meinetwegen über den Wasserhahn hängen. Meine Liebste hat neulich gespült und beendete ihre Arbeit mit den Worten:

„So, fertig. Eigentlich gehört die Spüle auch mal wieder gründlich geputzt…“
„Ja, da hast du recht!“

„Ich hatte jetzt eigentlich darauf gehofft, dass du das übernimmst!“
„Ja gut, du hast ja schon gespült, sonst bekommst du noch Schrumpelhände.“

„Eben. Und es ist doch auch schön, wenn mal wieder alles glänzt!“
„Ja. Aber kannst du das nächste mal den Spüllappen bitte auswringen und nicht einfach nass in der Spüle liegen lassen?“

„Wieso, ist doch nur nass. Ich hab ihn ja ausgespült.“
„Ja, aber Bakterien finden das schön, wenn da ein nasser Lappen rumliegt. Ich nicht.“

„Ach Schatz, jetzt bist du aber pingelig! Hier sind doch keine Bakterien!“
„Natürlich, Bakterien sind überall. Aber man muss sich ja nicht mehr züchten als nötig.“

„Aber im großen und ganzen ist es hier doch sauber?“
„Ja schon, aber wenn in der Spüle eben ein nasser Lappen liegt, dann ist das nicht mehr so hygienisch, finde ich.“

„Es kommt ja keiner vom Gesundheitsamt zur Kontrolle…“
„Ja, zum Glück. Aber so ein nasser, kalter Lappen ist schon eklig!“

„Soll ich ihn für dich auswringen?“
„Nein, das geht schon. Aber das nächste Mal kannst du das nach dem Spülen vielleicht machen.“

„Aber wenn er dann über dem Wasserhahn hängt, ist er immer im Weg.“
„Dann leg ihn halt auf die Abtropffläche.“

„Das ist aber auch nicht hygienisch: ein feuchter Lappen auf der Abtropffläche.“
„Der trocknet dann ja auch…“

„Mein nasser Lappen in der Spüle trocknet auch! Er ist nur etwas feuchter als deiner auf der Abtropffläche.“
„Nein, er ist komplett nass. Der braucht ja zwei Tage, bis er trocken ist. Und immer, wenn man dann Wasser vom Wasserhahn nimmt oder was in die Spüle schüttet, wird er wieder nass!“

„Aber die Abtropffläche ist für das saubere Geschirr gedacht. Wenn du das keim- und bakterienverseuchte Ding dahinlegst, schmeckt mir das Essen nicht mehr!“
„Ich finde, da ist er noch am besten aufgehoben.“

„Ich weiß nicht… Was würde denn das Gesundheitsamt raten?“
„Ich ruf doch jetzt nicht das Gesundheitsamt an und frage, wo wir unseren Spüllappen aufbewahren sollen!“

„Nein, ich meine nur so hypothetisch…“
„Phhh… keine Ahnung. Vielleicht sollten wir da einfach mal beim nächsten Restaurantbesuch versuchen, einen Blick in die Küche zu erhaschen.“

„Das ist eine gute Idee. Du hast mich schon lange nicht mehr zum Essen eingeladen. Wie wär’s damit heute abend?“

Kopfschüttel…

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Nippes

8. April 2011, aus der Schublade Wohnen und Leben

Frauen kaufen Nippes. Das ist nun mal so. Ich habe aber so meine Probleme damit, zu ergründen, warum in aller Welt man so etwas kauft. Es steht im Weg rum, kostet Geld und sieht meistens hässlich aus. Meine Liebste sieht das – ganz Frau – natürlich anders, und so kam sie neulich mit einem besonderen „Prachtstück“ und überraschte mich damit:

„Guck mal Schatz, was ich Schönes gekauft habe!“
„Was ist denn DAS?“

„Ein süßes Keramik-Hündchen. Ist es nicht niedlich?“
„Hmm… Und wozu ist das gut?“

„Wie – wozu ist es gut? Man stellt es ins Regal und freut sich daran!“
„Aber Schatz, das Ding verstaubt doch!“

„Na und? Dann staub ich’s eben wieder ab. Das stellt ja kein Problem dar. Aber ist der nicht süß? Hat nur 13,99 € gekostet!“
„WAS, 13,99 € für so ein Ding? Für das Geld kriegt man ja ‘nen ganzen Kasten Bier!“

„Das mag ja sein, aber der sieht nicht annähernd so niedlich aus.“
„Also darüber ließe sich streiten…“

„Außerdem war es reduziert – von 19,99 € auf 13,99 €!“
„Immer noch überteuert, finde ich…“

„Aber überleg mal, was ich da gespart habe!“
„Hä?“

„Glatte sechs Euro!“
„Also ich hätte ja sogar 13,99 € gespart.“

„Ach, du Quatschkopf! Ich finde das Hündchen ganz knuddelig!“
„Wieso hast du eigentlich nicht zwei gekauft?“

„Öh… ich dachte, der eine wird reichen… Wieso?“
„Na dann hättest du ja sogar zwölf Euro gespart, hihi!“

„Ach, du machst dich lustig über mich. Und das Hündchen gefällt dir auch nicht!“
„Na ja, ist halt Geschmackssache.“

„Siehst du, sag ich doch – es gefällt dir nicht.“
„Ja, du musst aber auch zugeben, dass es sehr…“

„Was?“
„Also sehr… hmm, wie soll ich sagen… kitschig ist.“

„Was? Kitschig? Du meinst, ich kaufe für 13,99 € Kitsch? Das ist Kunst!“
„Ich glaube ja eher, dass es Kunst ist, solchen Kitsch für 13,99 € loszuwerden.“

„Moment, Moment! Nicht nur, dass ich Kitsch kaufe, nein, auch noch überteuert? Wieviel wäre dir denn dieses Hundchen wert gewesen?“
„Also ehrlich gesagt – ich hätte es nicht einmal geschenkt genommen!“

„Du hast einfach keinen Geschmack!“
„Nein, Schatz, DU hast keinen Geschmack – zumindest nicht in diesem Fall!“

„Also mir gefällt das Hündchen sehr gut. Wir könnten es auf den Fernseher stellen, dann kann es uns immer zuschauen, wie wir Filme anschauen.“
„Dürfte ein langweiliges Programm für den Hund sein, aber mir soll’s recht sein.“

„Im Bücherregal ist es halt nicht so praktisch, da muss man ihn immer zur Seite räumen, wenn man an ein Buch will, vor dem er grade steht.“
„Aha, siehst du, jetzt hast du auch gesagt, er sei nicht so praktisch!“

„Im Bücherregal ist er nicht so praktisch!“
„Wo ist er denn dann praktisch, Schatz?“

„Hab ich doch grade gesagt – auf dem Fernseher. Oder findest du nicht?“
„Na ja, ‘praktisch’ kann etwas ja eigentlich nur dann sein, wenn man es überhaupt zu etwas brauchen kann…“

„Eben: Ich kann das Hündchen brauchen, um es anzuschauen.“
„Ich weiß nicht… Da schaut man dann einen Film an, und ständig glotzt mich dieser Hund an. Ich weiß nicht, ob ich mich da konzentrieren kann.“

„Du kannst ihn ja umdrehen, wenn du einen Film schaust.“
„Dann zeigt er mir ja seinen Hintern. Der ist ja auch nicht gerade hübsch. Das will ich auch nicht sehen.“

„Siehst du? Dann wirst du deine Aufmerksamkeit automatisch auf den Film lenken. Ist er also doch zu etwas nütze!“

Kopfschüttel…

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Wer wird Millionär?

2. April 2011, aus der Schublade Wohnen und Leben


Manchmal gestaltet sich ein Abend völlig anders als geplant. Nicht, weil die Arbeit über mich hereinbricht oder meine Liebste schlechte Laune hat, sondern weil sie Fernsehen schaut – „Wer wird Millionär?“, um genauer zu sein. Ich wollte eigentlich was am Computer machen, aber ich wurde dann doch durch sie davon abgehalten:

„Guck mal schnell, Schatz, weißt du die Antwort: ‘Franz Grillparzer schrieb die Erzählung «Der arme… – A) Müllmann B) Spielmann C) Buhmann D) Sensenmann»?’”
„Franz wer? Keine Ahnung.“

„Komm, das ist erst die 2.000-Euro-Frage!“
„Ich weiß es trotzdem nicht!“

„Also ich würde ja A) und C) ausschließen. Das wäre ja zu blöd als Buchtitel.“
„Aber wissen tust du’s nicht, oder?“

„Nein, natürlich nicht. Aber so vom Gefühl her…“
„Aber da geht’s doch um Wissen, nicht um Gefühl.“

„Na ja, aber die zwei kann ich eigentlich ausschließen.“
„Eigentlich. Und wenn’s dann doch eine von beiden Antworten ist?“

„Na ja, ich sitz ja nicht im Studio.“
„Klar. Wenn du nämlich dort sitzen würdest, würdest du dich nicht trauen, mal einfach so vom Gefühl her zwei Antworten auszuschließen.“

„Natürlich. Aber guck mal, der Kandidat ist sich auch nicht sicher.“
„Du wärst ja noch viel unsicherer. Stell dir mal vor, der Jauch würde dich dann fragen: ‚Sind Sie sich da so sicher? «Der arme Müllmann», das könnte ja ein gesellschaftskritisches Werk sein. Und «Der arme Buhmann» klingt jetzt nicht so komisch, wie sie behaupten.‘ Da würdest du aussteigen, oder?“

„Nee, ich hätte ja noch alle Joker! Ich würde zuerst den 50/50-Joker nehmen. Und dann…“
„Und wenn dann noch A) und C) übrigblieben?“

„Dann könnte ich immer noch das Publikum fragen!“
„Das hat doch von sowas auch keine Ahnung!“

„Dann halt mit dem Telefonjoker!“
„Wenn würdest du denn anrufen?“

„Na dich!“
„Aber ich hab doch auch keine Ahnung! Außerdem würdest du mich doch sicher mit ins Studio nehmen, oder?“

„Ja… Na dann halt… Wer könnte das denn wissen… Also ich würde A) und C) ausschließen. Mut zum Risiko!“
„Du spinnst ja! 2.000 Euro riskieren?“

„Das ist nicht richtig riskiert… Ich hab das im Gefühl!“
„Ja ja, Frauen und ihr Gefühl…“

„Pssst, guck mal, jetzt will der sich ohne Joker entscheiden! Der zockt! Der hat nämlich auch so ein Gefühl wie ich!“
„Und gleich hat er auch keine 2.000 Euro mehr…“

„Wieso, 500 darf er ja auf jeden Fall behalten.“
„Was sind schon 500 Euro im Vergleich zu den 2.000! Weißt du, wie lange man dafür arbeiten muss?“

„Und guck mal, der Jauch hat ihn jetzt komplett schwindlig geredet. Jetzt nimmt er doch den 50/50-Joker!“
„Wußt ich’s doch!“

„A) und B) sind übriggeblieben! Müllmann und Spielmann!“
„Und was würdest du jetzt nehmen?“

„A) ist garantiert falsch, das hab ich ja schon vorhin gesagt. Dann heißt das Ding also ‚Der arme Spielmann‘.“
„Wieso denn, es könnte auch ‚Der arme Müllmann‘ heißen.“

„Mein Gefühl sagt, dass A) falsch ist, und dann ist das auch so.“
„Also ich würde jetzt noch jemanden anrufen.“

„Wen denn?“
„Na dich zum Beispiel.“

„Aber ich wäre doch wohl auch im Studio, wenn du…“
„Dann könntest du ja nicht mein Joker sein!“

„Du würdest mich also nicht mit ins Studio nehmen?“
„Na ja…“

„Ach! Und wen würdest du stattdessen mitnehmen?“
„Vielleicht einen Kollegen oder so…“

„Na prima! Da bist du einmal im Fernsehen und ich darf nicht mit!“
„Aber wenn ich dich doch als Joker brauchen würde! Außerdem ist das doch nur so ein Gedankenspiel!“

„Du würdest mich anrufen, obwohl ich die Antwort nicht weiß?“
„Das weiß ich ja in dem Moment noch nicht!“

„Was?“
„Na dass du die Antwort nicht weißt! Und dass du stattdessen so aus dem Bauch heraus was sagen würdest.“

„Nicht aus dem Bauch heraus! Mit Gefühl!“
„Na sag ich doch! Ohne Wissen eben.“

„Das ist eine ganz andere Ebene, aber das verstehst du nicht. Wieso würdest du mich eigentlich überhaupt anrufen, wenn du weißt, dass ich nichts weiß?“
„Ach, lassen wir das. Ich wollte da ja nie hin.“

„Wieso eigentlich nicht?“

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Lyrik

18. März 2011, aus der Schublade Freizeit und Reisen, Wohnen und Leben


Manchmal entdeckt man völlig unerwartet neue Seiten seines Partners. Mir ist das neulich beim Frühstück passiert, als ich feststellte, dass meine Liebste ein Faible für hochgeistige Lyrik zu haben scheint. Ich verstehe davon zwar nichts, aber ich glaube, das spielt bei diesen Werken auch überhaupt keine Rolle. Wir saßen also beim Frühstück und sie las mir aus der Zeitung vor:

„Schwer wogt der Nebel
von der nächtlichen Wacht
Luna ist fern
ihr Schein fällt ganz sacht
auf die Dinge, im Morgen entrückt.
Kein Auge sah je ein Schauspiel wie dies.“

„Häää?“

„Das ist ein Gedicht, hier aus dem Feuilleton. Wie findst’n das?“
„So ein Schrott!“

„Nein, hör nochmal: Schwer wogt…“
„Liebste, ich hab schon gehört. Ich hab keine Ahnung, was das sein soll.

„Na, ein schönes Gedicht!“
„Ich kapier da gar nix.“

„Berührt dich das denn nicht? Diese schöne Sprache?“
„Nöö. Gib mir mal bitte den Sportteil.“

„Da. Das ist doch leicht zu verstehen: Es ist neblig, der Mond scheint noch ein bißchen und es sieht ganz geheimnisvoll aus… so bezaubernd halt, verstehst du, mit so einem speziellen Licht.“
„Nein.“

„Ich glaube, dir fehlt das Gefühl für Lyrik… Was ist denn daran nicht zu verstehen?“
„Na, zum Beispiel wieso der Dichter das so geschwollen ausdrückt!“

„Wenn er eine Pressemeldung wie in deinem Sportteil schreiben würde, wär’s doch kein Gedicht mehr!“
„Aber man würd’s wenigstens verstehen: ‚Es war neblig, dazu ein wenig Mondschein, und Dinge standen rum, die noch niemand gesehen hat.‘“

„Aber das ist doch Quatsch!“
„Sag ich ja!“

„Nein, schon inhaltlich stimmt deine Kurzfassung nicht – es heißt ja ‚ Kein Auge sah je ein Schauspiel wie dies‘.“
„Gut, also könnte er meinetwegen schreiben: ‚Es war neblig, dazu ein wenig Mondschein, Dinge standen rum, sowas hat noch keiner gesehen.‘ Ich hab keine Ahnung, was daran so toll sein soll.“

„Na ja, in deiner Version ist es ja auch kein Gedicht, das ist ja nicht lyrisch. Das wäre so, wie wenn ich den Spielbericht von Werder Bremen gegen FC Duisburg…“
„MSV Duisburg…“

„Meinetwegen MSV, also wenn ich da schreiben würde: ‚90 Minuten, ein Tor für Duisburg, Ende.‘“
„Na das ist doch Quatsch. Erstens spielt Duisburg in der zweiten Liga, und zweitens gewinnen die doch nicht in Bremen!“

„Das war doch nur ein Beispiel dafür, dass du ein Gedicht nicht einfach zusammenfassen kannst!“
„Wieso? Hab ich doch gut gekonnt. War alles drin.“

„Nur die Poesie eben nicht. Die macht das Gedicht so geheimnisvoll.“
„Quatsch mit Soße. Wenn du mich fragst: Der kokst garantiert.“

„Nein, das verstehst du nicht. Der ist eben ein sensibler Typ.“
„Oder er hat halt einen Dachschaden.“

„Ach, du hast da kein Gefühl dafür. Stell dir mal vor, dein Sportteil wäre poetisch verfasst!“
„Dann würde ich ihn halt nicht mehr lesen. Das wäre doch viel zu umständlich.“

„Das ist eben das Schöne an der Poesie – dass sie alles so im Ungefähren lässt!“
„Sag mal, Schatz… Ist was in deinem Kaffee?“

„Nein, ich versuche nur, dir das Gedicht zu erklären!“
„Das wirst du wohl nicht schaffen.“

„Also pass auf. Dein Spielbericht würde sich in etwa so anhören:
Ein Tor ist gefallen
in der langen Zeit
es jubeln die einen
für die anderen: Leid.“

„Ähh… Und wie soll ich jetzt wissen, wer der Torschütze war? Und wieviele gelbe Karten es gab? Und die Einzelkritiken? Und der Schiri?“

„Na ja, das könnte man ja noch ausbauen. Soll ich’s mal probieren?“

Kopfschüttel…

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Mal in Ruhe Musik hören

17. Februar 2011, aus der Schublade Wohnen und Leben

Ich weiß nicht, ob’s nur mir so geht, aber ich finde es furchtbar nervig, wenn Lieder im Radio nicht komplett gespielt werden, weil der Moderator am Anfang oder Ende sein inhaltsleeres Geplapper loswerden muss. Meiner Liebsten macht das auf jeden Fall weniger aus. Eigentlich macht sie sich insgesamt wenig aus Musik – das hat sie mir neulich eindrucksvoll demonstriert, als Sie anfängt:

„Schaaaaatz, sollten wir nicht mal neu tapez…“
„Pssssst!!!“ [Ich höre mir wie gesagt gerade etwas Musik an]

„Was denn? Denkst du grade nach?“
„Nein, aber gerade läuft ein sehr schönes Lied im Radio, wie du hörst.“

„Ich dachte, wir könnten mal neu tapezieren.“
„Pssssst!!!“

„So eine orangene Tapete vielleicht… Was hältst du von orange?“
„Schatz, können wir das in drei Minuten besprechen? Da läuft gerade ‚Wish you were here‘!“

„Ah, das kenn ich. Ist das nicht von Eric Clapton?“
„Nein, um Gottes Willen! Das ist von Pink Floyd!“

„Von denen ist auch das eine Lied… wie heißt es doch… Es geht so: Da-da-da Da-da-da Da-da-dadadadadaaa und dann ist noch eine Gitarre dabei.“
„Nie gehört. Vermutlich verwechselst du da was. Aber jetzt lass mich doch noch dieses eine Lied fertighören.“

„Gut.“ [Nach einer kurzen Pause:] „Duuu… kannst Du dabei mal über die Tapeten nachdenken?“
„Nein, weil ich mich auf das Lied konzentriere!! Psst!“

„Highway to Hell! So heißt das Lied, das ich gesucht habe!“
„Aber das ist doch nicht von Pink Floyd! Das ist von AC/DC!“

„AC/DC… hmm… kenn ich die?“
„Na ja, wenn du das Lied kennst – aber doch nicht Pink Floyd! Hör dir doch mal das Lied an, das da gerade läuft, das ist doch ein ganz anderer Stil!“

„Orangene Tapeten wären übrigens auch ein ganz anderer Stil. Ob unsere Möbel dazu passen?“
„Schatz, lass mich doch bittebitte das Lied in Ruhe fertighören!“

„Ja ja, schon gut.“
„Ach, jetzt plappert dieser idiotische Moderator auch noch rein… Kann man doch vergessen. Es ist eigentlich ein Verbrechen, so ein Lied nicht komplett zu spielen.“

„Wieso denn? Ist doch nur ein Lied.“
„Was? Schatz, das ist ‚Wish you…‘“

„Ja, ja, das hast du schon mal gesagt. Aber du kennst es ja auch schon, also ist es doch nicht so schlimm. Wie fändest du denn grün? Das wär mal mutig, oder?“
„Also vor so einem zentralen Werk der neueren Musikgeschichte sollte man schon etwas ehrfürchtiger sein und nicht mit grünen Tapeten kommen!“

„Grün also eher nicht… Bei orange weiß ich aber nicht, ob die Möbel…“
„Weißt du, Schatz, wenn einem das Werk so einer großen Band egal ist, also dann kann einem auch die Tapetenfarbe egal sein.“

„Es ist dir also egal, welche Farbe unsere Tapeten haben? Ich könnte also auch schwarz nehmen?“
„Ja mein Gott… die alten Tapeten sind doch noch gut! Das ist doch ein zeitloses Muster.“

„Schwarz wäre aber auch zeitlos.“
„Ist halt gut für Depressionen…“

„Also doch orange, das wirkt aufhellend und macht die Räume größer.“
„Aber wenn wir neu tapezieren, müssen wir alle Möbel wegrücken! Das ist doch alles unnötig! Ich hab außerdem gar keine Lust zum Tapezieren!“

„Ach das ist der Grund! Lieber die ganze Zeit rumsitzen und Musik hören!“
„Ich wollte EIN Lied komplett hören – mehr nicht!“

„Hmm… und wenn ich dich beim Tapezieren in Ruhe Musik hören lasse?“

Kopfschüttel…

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Zu dritt!

14. Februar 2011, aus der Schublade Wohnen und Leben

KatzeIch habe nichts gegen Tiere. Und ich hänge an diesen Satz nicht „wenn sie auf dem Grill liegen“ an. Tiere sind geduldige und gelehrige Begleiter von uns Menschen, seit ewigen Zeiten schon. Es gibt aber Tierarten, die mag ich nicht. Katzen beispielsweise. Meine Liebste dafür um so mehr. Beim Frühstück entspann sich folgender Dialog – ich war noch nicht ganz wach und erkannte nicht, wie vermint dieses Thema ist. Sie sagt also:

“DuuuUUU….Was würdest Du eigtl. dazu sagen, dass wir uns mal ein Haustier anschaffen?“
„Ein Haustier?“

„Ja, so ein kleines, niedliches.“
„Die werden mal groß und fett. Alle.“

(eingeschnappt) „Ach, sind wir heute mit dem falschen Fuß aufgestanden?“
[Ich lege die Zeitung weg, denn die Tonlage meiner Liebsten verkündete drohendes Unheil.]
„Hmm. An was für ein Haustier hast du denn gedacht?“

„Ein süßes Kätzchen, schwarz oder…“
„Nur eine tote Katze ist eine gute Katze.“ entfährt es mir, was ich sogleich fürchterlich bereue.

„Oh, ich wußte nicht, dass ich mit einem Tierhasser am Frühstückstisch sitze.“
„Äh… das ist nur so ein Spruch… aus dem Wilden Westen… Mein Gott, man wird doch mal einen Spaß machen dürfen!“

„Spaß? Du nennst eine tote Katze einen Spaß? Auf diese Art Humor kann ich verzichten!“
„Na ja, lassen wir das. Meinetwegen holen wir uns halt eine Katze.“

„Moment. Ich bin mir nicht sicher, ob dieser Haushalt hier für eine Katze geeignet wäre!“
„Wieso denn nicht?“

„Weil DU hier wohnst!“
„Soll ich etwa ausziehen wegen dem Vieh… der Katze, meine ich?“

„Nein, aber deine Einstellung Katzen gegenüber ändern.“
„Wie denn?“

„Na, du könntest ihnen gegenüber von vornherein aufgeschlossen sein.“
„Aha.“

„Und du musst sie auch hin und wieder streicheln und mit ihr schmusen!“

„Ach…“

„Und ihren Willen respektieren. Katzen sind sehr eigensinnig.“
„Das ist ja schön… Ist das schon alles, Liebling?“

„Das Katzenklo muss natürlich hin und wieder gesäubert werden.“

„Natürlich.“

„Und ab und zu musst du beim Einkauf eben Katzenstreu mitbringen. Das ist ja kein zusätzlicher Aufwand.“
„Bestimmt nicht. Aber das war dann alles, oder?“

„Am Anfang musst du die Katze halt noch erziehen…“
„Eine Katze erziehen? Ich? Wie soll das denn gehen?“

„Siehst du, Schatzi, da hab ich mir auch schon Gedanken drüber gemacht und dir das Buch „Katzenhaltung, Katzenpflege“ gekauft! Damit wird das ein Kinderspiel.“
[An dieser Stelle des Gesprächs dämmert mir so langsam, dass ich bei diesem Thema kein Mitspracherecht habe.]
„Ich will aber gar nicht…“

„Und hier sind ein paar Spielsachen für den kleinen Racker, damit ihm nicht langweilig wird.“
[Widerstand zwecklos, ich gebe auf.]
„Brauchen wir nun also nur noch die Katze… Wo holen wir die?“

„Von der Terrasse draußen, Liebling! Sie sitzt dort im Körbchen und wartet auf uns. Ich wusste, dass du dich freuen würdest!“

Kopfschüttel…

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Blödmann!

1. Januar 2011, aus der Schublade Wohnen und Leben

Meine Liebste sitzt am Neujahrsmorgen bereits seit einiger Zeit in der Küche, als ich endlich aus dem Bett komme; unsere Silvester-Party gestern war recht feucht-fröhlich, zumindest für mich.
Einen Kaffee, ja, den brauche ich jetzt erst einmal, um wieder klar denken zu können…

“Guten Morgen Schatz! Na? Ausgeschlafen?”
“Morgen Süße… Nicht so laut, ja?”

“Frohes neues Jahr, frohes neues Jahr!”
“Oh bitte, NICHT SO LAUT!”

“Wieso, hast du einen dicken Kopf heute?”
“Geringfügig…”

“Sieht aber genauso dick aus, wie immer! Haha!”
“Das ist wirklich superwitzig, was haben wir gelacht…”

“So viel hast du doch gestern gar nicht getrunken, oder??”

“Viel nicht, aber…”

“Also mir geht´s super!”
“Merkt man gar nicht…”

“Doch, doch! Ich habe sogar schon eine Menge geschafft!”
“Geschafft? Heute Morgen??”

“Ja, heute Morgen! Ich war schon fleißig.”

“Wieso, was hast du denn schon gemacht?”

“Gedanken.”
“Ähm… Was?”

“Ich habe mir schon Gedanken gemacht.”
“Ach so…”

“Gedanken gemacht, verstehste? Haha!”
“Jaja, das ist sehr witzig, Liebste, sehr witzig…”

“Ich habe so gute Laune heute, deswegen.”
“Schön, also ich glaube, ich lege mich wieder hin…”

“Nee, ich wollte dir doch meine Gedanken erzählen!?”
“Ach ja, du hast dir ja zu irgendwas Gedanken gemacht…”

“Nicht zu irgendwas!”
“Ich hoffe, es geht dabei nicht um mich?”

“Nee, also nicht direkt, naja, vielleicht ein wenig…”
“Liebste, hat das nicht bis nachher Zeit, ich meine…”

“Es geht aber wirklich nur ein klitzekleines bisschen um dich!”
“Und worum geht es im Wesentlichen?”

“Um mich.”
“Um dich, natürlich, was für eine Überraschung…”

“…ich habe mir nämlich für das neue Jahr viel vorgenommen!”
“Für das neue Jahr??”

“Ja, ich habe mir meine Neujahrsvorsätze überlegt.”

“Schön, und?”

“Was und?”
“Welche Vorsätze hast du jetzt?”

“Welche hast du denn, Schatz?”
“Ich?? Ich habe keine.”

“Wieso hast du denn keine??”
“Sollte ich??”

“Jeder hat doch gute Vorsätze fürs neue Jahr!”
“Ich nicht.”

“Warum soll ich dir dann meine sagen??”
“Moment mal, DU wolltest mir doch unbedingt sag…”

“Ich will mir Mühe geben und du?? Wieder mal nix!”

“Wobei willst du dir denn Mühe geben?!”

“Das hängt mit meinen guten Vorsätzen zusammen!”
“Was denn??”

“Pff!”
“Also willst du sie mir nun sagen oder nicht??”

“Ich würde ja gerne, aber nicht so!”
“Süße, ich bin WIRKLICH noch nicht dazu in der Lage!”

“Wozu bist du nicht in der Lage??”

“Mich mit dir jetzt zu streiten!”

“Wer streitet denn??”
“Darf ich jetzt wieder ins Bett gehen, ja?”

“Mitten in unserer Unterhaltung??”
“Wir unterhalten uns ja gar nicht!”

“Nicht?? Und was tun wir dann hier sonst??”
“Wir pusten zusammenhanglose Worte in die Luft, glaube ich…”

Blödmann!!”
“Gerne…”

“Blödmann, BLÖDMANN, DOPPEL-BLÖD-MANN!”
“Boah, das neue Jahr fängt ja schon wieder super an…”

“Kann ich doch nichts dafür!?”
“Natürlich nicht, Liebste, natürlich nicht…”

“Du kannst einem aber auch echt alles kaputt machen!”
“Ich?? Was habe ich dir denn jetzt kaputt gemacht??”

“Einen meiner wichtigsten Vorsätze, du Blödmann!!”
“Aha, und der war was, bitte??”

“Ich wollte nicht mehr so oft Blödmann zu dir sagen!”

Kopfschüttel…

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Aber so was von!

29. November 2010, aus der Schublade Wohnen und Leben

Meine Liebste kommt zu mir in die Küche, wo ich mir gerade Milch für einen Latte Macchiato heiß mache.
Die Liebste setzt sich auf einen Stuhl, sieht mir beim Kaffee machen zu und wartet geduldig, bis ich dann schließlich fertig bin.

“Schatz?”
“Ja, Süße?”

“Wir müssen mal ernst miteinander reden.”
“Oh! Ist es soweit? Verlässt du mich für einen Jüngeren?”

“Nein, noch nicht. Aber danke für den Tipp.”
“Gern geschehen.”

“Mann, ich sagte, dass ich ernsthaft mit dir reden will!”
“Schön, also gut, was habe ich denn wieder falsch gemacht?”

“Boah, du bist so doof mal wieder!!”
“Ähm, aber ich dachte…”

“Wieso gehst du davon aus, dass es sich um dich handelt??”
“Na ja, sagen wir mal… Erfahrung?”

“Glaubst du, dass sich immer nur alles um dich drehen muss??”
“Nein, nein, aber…”

“Ist der feine Herr mal wieder der Mittelpunkt der Erde??”
“Dieser Gedanke kam mir letzte Woche auch, allerdings…”

“Boah, du bist so überheblich manchmal, weißt du das?!”
“Entschuldige, das, ähm…”

“Halt einfach die Klappe jetzt!”
“Na schön…”

“-”
“-”

“Manchmal, da könnte ich dich, aber so was von…”
“Tut mir leid, also geht es dieses Mal tatsächlich nicht um mich?”

“Doch, natürlich, um wen denn sonst??”

Kopfschüttel…

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