Ich gehe ins Gästezimmer!

Ich gehe ins Gästezimmer! (photocase.de © Nenuphar)Meine Liebste und ich liegen abends endlich wieder in unserem Bett. Das besondere Highlight heute: es wurde neue und frisch duftende Bettwäsche aufgezogen.
Die Liebste scheint darin zu schwimmen, wie Dagobert Duck in seinem Geldspeicher.

„Ahhh, ist das herrlich!“
„Ja Süße. War aber auch mal wieder fällig.“

„Ich könnte jeden Tag das Bett neu beziehen.“
„Naja, also jeden Tag…“

„Wo ist denn eigentlich das Bild hin?“
„Was für ein Bild?“

„Na da an der Wand, da wo der Nagel hängt.“
„Da war kein Bild, Schatz.“

„Und wofür ist der Nagel?
„Welcher Nagel denn?“

„Der da neben dem Schrank?“
„Also ich habe da keinen Nagel in die Wand gehauen.“

„Und was ist das dann?“
„Steh doch auf und schau nach!“

„Nee, ich bleibe hier liegen, schau du, ja?“

[Widerwillig schlage ich meine frisch bezogene Bettdecke zur Seite und stehe noch einmal auf, um den ungewöhnlichen Nagel in Augenschein zu nehmen. Da hing vorher nichts, da soll nichts hängen und ich bin schon neugierig, wie da plötzlich ein Nagel hingekommen ist.]

„Das ist kein Nagel.“

„Was denn?“
„Eine Spinne.“

„EINE SPINNE?? IHHH, MACH DIE WEG!!“
„Es ist nur eine klitzekleine Spinne, Schatz.“

„Wie kommt die denn in MEIN Schlafzimmer??“
„Soll ich sie fragen?“

Blödmann! Mach die weg, weg, weg!“
„Na schön… Ich leihe mir mal deinen Schlappen, ja?“

„Nee, nicht meine Schlappen! Dann klebt die da ja dran!“
„Ja und was soll ich sonst nehmen?“

„Kannst du sie nicht nach draußen setzen?“
„Och Schatz!“

„Mit einem Glas oder so.“
„Dann muss ich ja in die Küche laufen.“

„Bitte, bitte!“
„Na schön…“

[Also wenn schon, dann richtig. Ich hole aus der Küche ein altes Trinkglas, das früher einmal als Senfglas erworben wurde. Bei dieser Gelegenheit denke ich darüber nach, wie viele Menschen wohl diese Gläser zuhause haben. Dann schlurfe ich noch ins Arbeitszimmer und nehme ein Blatt Papier mit. Mangels Alternativen übrigens das teure Tintendrucker-Papier; für die kleine Spinne nur das Beste.]

„Wo warst du denn so lange?“
„Ich habe das Spinnen-Rettungsset zusammengestellt, aber… Ähm…“

„Was ist?“
„Wo ist die Spinne?“

„Was??“
„Sie ist nicht mehr da, hast du sie denn nicht beobachtet?“

„Soll das heißen, dass sie weggekrabbelt ist??“
„Naja… Sie wird sich nicht von selbst in Luft aufgelöst haben…“

„Jetzt ist hier irgendwo eine Spinne!“
„Vielleicht hinter dem Schrank oder so…“

„Ich gehe ins Gästezimmer!“
„Was? Wo willst du hin?“

„Ich kann hier nicht schlafen, wenn hier eine Spinne ist!“
„Schatz! Die ist klitzeklein, die hat mehr Angst vor dir!“

„Nein! Die krabbelt dann unter meine Bettdecke und dann…“
„So ein Blödsinn! Da würde sie ja sofort verbrutzeln.“

„Wieso das denn?“
„Weil unter deiner Bettdecke die klimatischen Bedingungen selbst für mich lebensbedrohlich sind.“

„Es zwingt dich ja niemand!“
„Was ist jetzt mit der Spinne?“

„Mach die weg!“
„Ich weiß doch aber nicht, wo sie jetzt ist!“

„Kannst du den Schrank nicht zur Seite schieben?“
„Schatz! Der wiegt 2 Tonnen.“

„Ich kann aber so nicht schlafen!“
„Halt!“

„Was?“
„Ich habe sie, ich habe sie! Da unten!“

[Die kleine Spinne sitzt friedlich auf der Fußleiste. Wahrscheinlich hat sie sich das alles mit angehört und schon Pläne geschmiedet, ein großes Glas über die Liebste zu stülpen, ein Blatt unterzuschieben und sie vorsichtig rauszusetzen. Ähnliche Pläne haben sich auch schon in meinem Kopf ausgebreitet… Dieses Schicksal ereilt dann am Ende aber doch die kleine Spinne selbst.]

„Ist sie weg?“
„Ja Schatz. Sie sitzt jetzt in der Blume auf dem Balkon.“

„Sehr gut, danke Schatz. Und jetzt weiter.“
„Ähm… Was weiter?“

„Na weitersuchen.“
„Wie jetzt! Wonach?“

„Ob hier noch andere Spinnen sind natürlich.“
„Schatz! Ich kann doch jetzt nicht…“

„Wo eine Spinne ist, da können auch noch andere sein!“
„Das kannst du echt selber machen! Ich gehe jetzt wieder ins Bett!“

„Was ist das denn da?“
„Wo?“

„Da oben?“
„Das ist ein Fleck, keine Spinne.“

„Ach so. Und das da neben der Gardine?“
„Schatz!“

„Das ist noch eine Spinne!“
„Das ist nur ein Schatten!“

„Na gut.“
„Gute Nacht.“

„Das war doch nur eine kleine Spinne, oder?“
„Ja. Mini.“

„Das verstehe ich echt nicht.“
„Was. Was verstehst du jetzt nicht?“

„Warum so viele Leute Angst vor Spinnen haben.“

Kopfschüttel…

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Da findet man ja nichts

Da findet man ja nichtsMeine Liebste und ich liegen abends endlich im Bett und freuen uns auf das gemeinsame Einschlafen.
Ich finde, das sind häufig die schönsten und entspannendsten 5 Minuten des Tages.

„Machst du gleich das Licht aus?“
„Ja Süße, gleich.“

„Du, fährst du morgen zur Arbeit?“
„Nein, ich fahre morgen nach Mallorca.“

„Was??“
„NATÜRLICH fahre ich morgen zur Arbeit! Wieso?“

„Dann kommst du doch bei IKEA vorbei, oder?“
„Naja, ich fahre auf der Autobahn dran vorbei.“

„Kannst du dann da ein paar Kleiderbügel holen?“
„Bei IKEA??“

„Da gibt´s 8 Stück für 4 Euro.“
„Och Schatz, muss das sein?“

„Ja, weil du keinen mehr hast.“
„Ich? Wieso ich? Natürlich habe ich noch welche!“

„Nö.“
„Klar! Die hängen alle in meinem Schrank.“

„Jetzt nicht mehr.“
„Wie bitte??“

„Naja, ich habe mir drei Sommerblusen gekauft.“
„Ich weiß, na und?“

„Und ich hatte selber keine eigenen Bügel mehr.“
„Ach! Und da hast du einfach mal bei mir…“

„Du hattest doch noch welche und du kaufst dir ja nie was.“
„Schatz! Du belegst Dreiviertel unseres Schrankes!“

„Und was heißt das jetzt?“
„Kannst du da nicht wenigstens meinen kläglichen Rest in Ruhe lassen??“

„Tue ich ja auch, so wie das da drin aussieht…“
„Naja, ich könnte da mal wieder aufräumen…“

„Das ist wohl richtig, da findet man ja nichts.“
„Ich schon! Und die Bügel konntest du ja anscheinend finden.“

„Darf ich deine Bügel denn behalten?“
„Hm…“

„Habe ich dir heute schon gesagt, dass ich dich lieb habe?“
„Pff…!“

„Du kriegst auch die neuen Kleiderbügel. Von IKEA, die guten.“
„Hm…“

„Ich gebe dir auch die 4 Euro.“
„Na gut. Ausnahmsweise. Weil du meine Liebste bist.“

„Super Schatz!“
„Aber nur unter Protest! Das möchte ich noch mal betonen!“

„Nur unter Protest, verstanden.“
„Ich fahre da morgen mal vorbei, wenn ich es schaffe…“

„Kann ich dann noch 5 Bügel von dir ab haben?“
„Wie bitte??“

„Na du brauchst doch eh keine!“

Kopfschüttel…

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Eine eindeutig ablehnende Haltung

Eine eindeutig ablehnende Haltung (photocase.de © popeljack)Meine Liebste und ich sind zu Bett gegangen. Besonders ich bin heute ziemlich erschlagen von der zurückliegenden stressigen Arbeitswoche, so dass mir langsam die Augen zufallen, während die Liebste noch ein Kreuzworträtsel macht. Warum auch nicht…

„Schatz?“
„… Ja, Süße?“

„Willst du jetzt schlafen?“
„Ja, das würde ich gerne.“

„Stört dich das, wenn ich das Licht noch an lasse?“
„Nein, mach nur.“

„Weil, wenn ich es aus mache, dann sehe ich ja nichts mehr.“
„Es stört mich nicht, kein Problem.“

„Darf ich dich noch was fragen?“
„Und das wäre?“

„Wie hieß noch mal dieser Kaiser da in Rom?“
„Keine Ahnung.“

„Vier Buchstaben.“
„Dann ist es Nero, glaube ich.“

„Stimmt! Das passt! Danke!“
„Träum was Schönes…“

„Ich muss dich aber vorher noch etwas fragen.“
„Kannst du das nicht auch morgen noch? Bitte?“

„Also eigentlich wäre das schon heute wichtig.“
„Na gut, also schön. Was ist denn so wichtig jetzt.“

„Wir passen eigentlich nicht zusammen.“
„Ähm… Was?“

„Wir passen nicht zusammen, weil du dich immer umdrehst.“
„Schatz, darf ich jetzt bitte schlafen?“

„Nein, weil dann machst du es ja wieder.“
„Was mache ich denn?“

„Na du drehst dich um!“
„Wobei? Im Schlaf oder was?“

„Die Schlafstellung eines Paares verrät viel über die Beziehung.“
„Ach und wir schlafen nicht so, wie es sein soll, oder was??“

„Nein, weil wir nachts immer beide nach außen liegen.“
„Und?“

„Das ist eine eindeutig ablehnende Haltung.“
„Aha, sehr schön, und wer sagt das bitte?“

„Ist doch egal, oder? Ich finde das sehr überzeugend.“
„Ich nicht.“

„Warum nicht?“
„Weil es Blödsinn ist, darum!“

„Und woher weißt du das?“
„Schatz, bitte, können wir das nicht morgen…“

„Nein! Weil ich möchte, dass wir es heute mal anders machen.“
„Was denn??“

„Naja, dass wir uns mal zueinander drehen.“
„Das klappt eh nicht.“

„Siehst du, es stimmt was nicht, du sagst es ja selber!“
„Was soll denn nicht stimmen??“

„Vielleicht verschweigst du mir ja was.“
„Ich verschweige dir nichts und ich liebe dich.“

„Jaaa, aber dann drehst du dich doch wieder weg!“
„Du doch auch!“

„Schon, aber ich habe einen ganz anderen Grund.“
„Also ich habe keinen Grund und: welchen hast du denn??“

„Weil du mich nachts immer anpustest.“
„Was??“

„Ich kann dann nicht schlafen, wenn du mir ins Gesicht pustest.“
„Ich puste doch nicht!“

„Nein, vielleicht nicht pusten, aber so doll atmen eben.“
„Ja Entschuldigung, ich meine, so ganz ohne geht ja wohl nicht!“

„Atme ich nachts auch so doll?“
„Keine Ahnung, du drehst mir ja immer deinen Allerwertesten zu.“

„Also möchtest du eigentlich auch, dass wir uns zueinander…“
„Ich möchte einfach nur so schlafen, wie es mir passt, mehr nicht.“

„Aber wir können es doch einmal ausprobieren, oder?“
„Das geht ja wohl anscheinend gar nicht.“

„Wieso?“
„WEIL ICH DICH IMMER ANPUSTE!“

„Hm…“
„Ach, was ist denn jetzt? Sackgasse??“

„Das ist schwierig…“
„Denk einfach darüber nach, und morgen kannst du mir ja…“

„Nein, nein, ich hab´s!“
„Das hört sich schon wieder nicht gut an…“

„Ich weiß jetzt, wie wir das machen können!“
„Und? Ich höre…“

„Ich muss nur einfach VOR DIR einschlafen!“
„Schatz, das ist doch wieder alles Mumpitz!“

„Warte, ich mache nur noch schnell das Kreuzworträtsel!“

Kopfschüttel…

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Die Liebste-Puppe

Die Liebste-PuppeMeine Liebste muss leider für einige Tage beruflich verreisen. Fast eine ganze Woche wird sie unterwegs sein und ihre sorgfältigen Reisevorbereitungen fallen – wie immer – recht umfangreich aus.
In diesem Augenblick schnappt das Schloss des Koffers ein.

„Habe ich jetzt alles eingepackt, was ich brauche?“
„Bestimmt, Süße, bestimmt.“

„Und wenn nicht?“
„Na und? Zur Not kaufst du eben nach, was fehlt.“

„Klar! Ist ja auch nicht dein Geld!“
„Ich meine doch nur, im Fall der Fälle.“

„Man kann das auch sorgfältig planen.“
„Das tust du doch immer. Stundenlang…“

„Ich habe eben gerne alles dabei.“
„Schon gut, was soll´s. Wir haben ja noch Koffer…“

„Ich verstehe gar nicht, wieso du immer so wenig hast.“
„Weil ich mich auf einer Reise nicht 3-mal am Tag umziehe.“

„Tue ich doch auch nicht!“
„So? Und warum hast du dann 5 Pullover für 4 Tage mit??“

„Na für jeden Tag einen. Und einer in Reserve.“
„Na gut, von mir aus…“

„Jetzt sehen wir uns soooo lange nicht…“
„In 5 Tagen bist du ja wieder hier.“

„Macht dir das denn gar nichts aus?“
„Was?“

„Dass ich so lange weg bin!“
„Naja, ich hätte dich schon lieber hier.“

„Kann ich dich nicht mit in den Koffer packen??“
„Nein Schatz, dann müsstest du die Pullover hier lassen.“

„Du bist doof.“
„Wieso??“

„Weil du mich gar nicht vermisst!“
„Doch, tue ich wohl.“

„Ich würde dich vermissen, wenn du 1 Woche weg wärst.“
„Aber ich dich doch auch!“

„Was würdest du denn sagen, wenn du so lange weg müsstest?“
„Ähm… Bis Freitag dann, Tschüß Süße!“

„Typisch! Bis Freitag dann. Na toll!“
„Aber es nutzt doch nichts, es muss doch sein.“

„Du könntest ja auch sagen, kannst du nicht hier bleiben?“
„Aber das geht doch gar nicht!“

„Aber ich würde mich freuen.“
„Ich freue mich lieber auf deine Heimkehr.“

„Was machst du denn alles, während ich nicht da bin?“
„Also, hm… Keine Ahnung. Wie immer.“

„Aber ich bin doch gar nicht da.“
„Das ist mir jetzt auch schon aufgefallen…“

„Du musst ohne mich einschlafen dann.“
„Ach ja, stimmt. Das geht nicht.“

„Wieso?“
„Wenn du nicht da bist, kann ich nicht einschlafen.“

„Ehrlich?“
„Dann muss ich mir wohl eine Liebste-Puppe zulegen.“

„Du spinnst wohl! Was ist denn eine Liebste-Puppe??“
„Was zum aufblasen vielleicht. Muss ich mal nach googlen.“

„Du willst dir ja wohl nicht so eine Puppe kaufen!“
„Warum denn nicht? Wenn sie mich an dich erinnert?“

„Die kann dich doch gar nicht knutschen und sich ankuscheln!“
„Vielleicht eine mit blonden Haaren…“

„Aber ich bin doch gar nicht blond!“
„Eben. Damit ich euch nicht verwechsele.“

„Wenn die MEINE Haare hätte, würdest du mich verwechseln??“
„Nur, wenn sie auch noch im Schlaf sprechen würde.“

„Habe ich letzte Nacht wieder was erzählt?“
„Ja. Morgens um 6 Uhr, war ganz toll.“

„Jetzt hast du ja ein paar Nächte ohne mein Reden im Schlaf.“
„Stimmt. Endlich mal wieder ausschlafen…“

„Aber Schatz, eins musst du mir versprechen.“
„So? Was denn?“

„Kauf eine Puppe mit brauen Haaren.“
„Ach was! Warum denn das jetzt plötzlich?“

„Weil ich keine langen blonden Haare im Bett haben will.“

Kopfschüttel…

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