Das musst du doch hören!

Das musst du doch hören! (photocase.de © nicky_)Meine Liebste und ich liegen in unserem Bett und schlafen. Seit ungefähr vier Stunden übrigens.
Ich kann nicht sagen, was die Liebste geträumt hat, aber meine Seele war gerade irgendwo auf einem Bauernhof im Grünen, als mich jemand unsanft aus dem Schlaf reißt…

„Schatz! Schaaatz!“
„Hmhmmmhmmm… Was ist denn, Liebste…“

„Hörst du das?“
„Ich höre nichts.“

„Das musst du doch hören!“
„Schatz, ich war gerade so schön am…“

„Jetzt hör doch mal, da ist was!“
„Was denn??“

„An der Tür!“
„An welcher Tür??“

„An der Wohnungstür, da ist was!“
„Dann sei doch mal still, so kann ich ja auch nichts hören!“

„Und?“
„Ich höre nichts.“

„Geh nachschauen.“
„Och Schatz!“

„Ich habe was gehört, da bin ich ganz sicher!“
„Und was hast du gehört?“

„Weiß ich auch nicht, so ein Knacken.“
„Aha… Das werden wohl die Mäuse gewesen sein.“

„Was denn für Mäuse??“
„Von denen du geträumt hast!“

„Haha, sehr witzig! Gehst du jetzt nachschauen?“
„Ja.“

„Und was machst du dann?“
„Was soll das heißen, was machst du dann!“

„Ja also, wenn da jetzt ein Einbrecher vor der Tür steht?“
„Da steht kein Einbrecher vor der Tür.“

„Und wenn doch?“
„Dann werde ich ihn freundlich bitten, wieder zu gehen.“

„Das ist nicht dein ernst!“
„Natürlich nicht! Ich gehe jetzt…“

„Bleib hier!“
„Aber ich sollte doch…“

„Nee, wenn da einer steht, dann solltest du da nicht hingehen!“
„Da steht keiner!“

„Und wenn doch?“
„Schatz!“

„Was machen wir denn jetzt!?“
„Da kann keiner stehen, glaub mir Süße.“

„Und wieso??“
„Weil ihn dein Geschrei hier schon längst vertrieben hätte!“

„Ach ja, der kann uns ja hören…“
„Könnte, Schatz, KÖNNTE! Weil da ist nämlich niemand.“

„Hallo? Ist da jemand!?“
„Ich gehe jetzt nachschauen, warum die Tür knackt…“

„Also hast du es auch gehört??“
„Nein, aber das ist eben ein altes Haus und…“

„Haben wir eigentlich ein Sicherheitsschloss??“
„Ja.“

„Ja?? Ein gutes??“
„Natürlich, und unten auch. Wusstest du das nicht?“

„Dann gehe ich mit.“
„Wohin??“

„Na mit dir mit, wenn du gucken gehst.“
„Wie bitte?? Das ist wirklich nicht nötig, bleib liegen.“

„Das ist schon in Ordnung, ich kann auch gucken gehen.“
„Was soll denn das jetzt?? Eben wolltest du doch noch…“

„Ja, aber wir haben doch ein Sicherheitsschloss.“
„Ähm…“

„Nee, lass uns mal doch zu zweit gehen.“
„Aha… Und warum das jetzt?“

„Du kannst dich mit dem Einbrecher unterhalten und ich…“
„Und du?“

„…ich gehe aufs Klo.“

Kopfschüttel…

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Trau dich doch mal was!

Trau dich doch mal was! (photocase.de © i make design)Meine Liebste und ich sind nach einem langen Arbeitstag zu Bett gegangen. Endlich liegen!
Heute habe ich irgendwie das Gefühl, dass dies die schönsten Minuten des ganzen Tages werden könnten.
Wie man sich doch täuschen kann…

„Schatz, weißt du was?“
„Was denn, Süße?“

„Wir liegen immer so.“
„Was?“

„Na wir liegen immer so, wie wir liegen.“
„Im Stehen schläft es sich halt deutlich schlechter.“

„Nein, ich meine, du da und ich hier.“
„Ich hier und du da, ja. Und?“

„Naja, aber warum?“
„Weil es immer so ist.“

„Wie ist das denn auf deiner Seite so?“
„Hier ist es super. Und bei dir?“

„Ja. Hier auch.“
„Also darf ich jetzt hier liegenbleiben, ja?“

„Hast du nie daran gedacht, mal zu wechseln?“
„Nein.“

„Und warum nicht?“
„Weil ich IMMER links liege.“

„Links von dir aus oder vom Bett aus oder von davor?“
„Davor? Links? Och Schatz!“

„Was denn!“
„Hier eben auf dieser Seite! Links. Glaube ich…“

„Darf ich da auch mal ausprobieren?“
„Jetzt??“

„Warum denn nicht?“
„Muss das sein?“

„Jetzt sei doch nicht so!“
„Morgen bin ich nicht da, dann kannst du in aller Ruhe…“

„Wenn du nicht da bist, ist das ja was anderes.“
„Aber ich will jetzt nicht auf deine Seite!“

„Wieso denn nicht? Ich liege doch hier auch?“
„Weil ich dann bestimmt schlechter schlafe, deswegen.“

„Auf meiner Seite??“
„Es liegt nicht an DEINER Seite, sondern an der ANDEREN Seite.“

„Wieso musst du denn immer links liegen?“
„Ich muss nicht; aber ich möchte. Und jetzt möchte ich schlafen.“

„Ich will auch mal links liegen!“
„Wieso denn??“

„Nur mal so!“
„Aber muss das unbedingt jetzt sein??“

„Wann denn sonst?“
„Am Wochenende. Vielleicht.“

„Trau dich doch mal was!“
„Ich soll mich was trauen??“

„Ja!“
„Wieso denn?? Und was heißt denn das??“

„Ich habe gelesen, dass Abwechslung in der Beziehung gut sei.“
„Aha! Daher weht der Wind! Und wo hast du das gelesen?“

„In der Brigitte.“
„Du liest Brigitte?? Seit wann das denn?“

„Reiner Zufall.“
„Ja klar! Und da steht also drin, dass wir Abwechslung brauchen?“

„Nein, da steht, dass auch kleine Dinge den Alltag bereichern.“
„Zum Beispiel?“

„Irgendwas verändern, die Möbel verschieben oder so.“
„Und da steht auch, dass man die Bettseiten tauschen soll??“

„Nee, das ist mir eingefallen.“
„Ja… Können wir nicht morgen einfach nur die Möbel verschieben?“

„Gut, dass du darauf zu sprechen kommst!“

Kopfschüttel…

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Durst

Durst (photocase.de © pheebs)Meine Liebste und ich liegen abends gemütlich in unserem Bett und obwohl die kleine Lampe auf dem Nachttisch noch an ist, haben wir beide schon die Augen geschlossen und lassen den Tag vorm Schlummern noch einmal schnell an uns vorbeiziehen. Ganz gemütlich…

„Schatz?“
„Ja süße?“

„Hast du noch eine Wasserflasche neben deinem Bett?“
„Ja.“

„Meine ist nämlich leer.“
„Das ist natürlich Pech.“

„Kann du mir deine nicht mal rüber geben? Bitte?“
„Na gut, ausnahmsweise.“

„Ohh, das ist lieb von dir, danke.“

[Ich greife mit weiterhin geschlossenen Augen suchend mit der rechten Hand neben das Bett und rudere da ein bisschen rum, bis mir der Flaschenhals in die Finger kommt.
Ich nehme also  – zugegeben mit etwas Widerwillen – meine Wasserflasche und reiche sie rüber auf die linke Seite zu meiner Liebsten.
Aber was hätte ich sonst machen sollen? Wenn sie doch Durst hat und ich ihr eine kleine Freude machen kann… Also warum nicht?]

„Danke Schatz.“
„Bitte. – Ähm… Hast du die Flasche jetzt abgestellt?“

„Ja, wieso?“
„Willst du denn nichts trinken?“

„Nein, warum?“
„Aber du wolltest doch die Wasserflasche haben?“

„Ja, und das ist auch ganz lieb von dir.“
„Moment, ich meine, ich dachte, du hättest Durst?“

„Nö, jetzt noch nicht.“
„Aber…“

„Schlaf schön!“
„Also Moment, du hast gar keinen Durst?“

„Nein, jetzt nicht.“
„Und warum wolltest du dann meine Wasserflasche haben?“

„Das sagte ich doch schon, meine ist alle.“
„Aber jetzt habe ich doch keine mehr!?“

„Brauchst du denn jetzt eine?“
„Nein, aber das ist immer noch meine Flasche!“

„Bleibt sie ja auch, ich leihe sie mir doch nur.“
„Und warum holst du dir nicht aus der Küche eine eigene?“

„Weil es gerade so schön kuschelig ist unter meiner Decke.“
„Unter meiner aber auch!“

„Und wo ist jetzt das Problem?“
„Ich dachte, dass du nur einen Schluck willst!“

„Ach so! Nein.“
„Nein??“

„Nee, nur für den Fall, dass ich nachher Durst kriege.“
„Sehr schön, und was mache ich jetzt??“

„Du hast doch nachts nie Durst.“
„Und ob!“

„Ist mir aber noch nie aufgefallen.“
„Na und?? Gib mir meine Flasche zurück!“

„Aber du hast sie mir doch gerade erst gegeben?“
„Richtig, und jetzt möchte ich sie wieder haben.“

„Das geht nicht.“
„Und wohl geht das! Gib her!“

„Och bitte, bitte.“
„Nein! Das ist ja wieder mal typisch!“

„Ich gebe sie dir heute Nacht zurück, wenn du Durst kriegst.“
„Pff! Das möchte ich sehen!“

„Doch, ganz bestimmt. Versprochen!“
„Na da bin ich ja mal sehr gespannt…“

„Aber weck mich dann nicht, ja?“

Kopfschüttel…

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Es sah aber so aus!

Es sah aber so aus! (photocase.de © popeljack)Meine Liebste und ich liegen endlich in unserem großen Bett.
Bei uns steht die Schlafzimmertür tagsüber immer offen; wenn sie abends von der Liebsten geschlossen wird, ist das immer ein angenehmes Zeichen:
der Tag ist zu Ende, die Nacht fängt an.

„Hmhhmhmhmmjam…“
„Schläfst du schon, Süße?“

„Nee; sonst könnte ich dir ja wohl nicht antworten.“
„Aber um zu wissen, ob du antwortest, muss ich doch fragen?“

„Ganz schön schlau, Schatz. Lass mich, ich bin müde.“
„Wenn du jetzt nichts gesagt hättest, dann wüsste ich…“

„Jaaa doch. Du hast ja recht, Schatz.“
„Obwohl du ja manchmal nichts sagst.“

„Was? Was sage ich nicht?“
„Ich frage dich was und du sagst einfach nichts.“

„Ich??“
„Ich denke dann, dass du schläfst, tust du aber gar nicht.“

„Kann sein, na und?“
„Na und??“

„Ja ist das so schlimm?“
„Wenn ich dich was frage und du stellst dich schlafend??“

„Tue ich ja gar nicht!“
„Hast du aber!“

„Habe ich nicht!“
„Es sah aber so aus.“

„Was hast du mich denn gefragt?“
„Das weiß ich nicht mehr, aber es war so.“

„Vielleicht habe ich ja wirklich schon geschlafen?“
„Nö. Hast du nicht, das weiß ich.“

„Schön! Und was willst du denn jetzt eigentlich von mir?“
„Ich wollte fragen, ob wir mal den Keller aufräumen sollen.“

„-„
„Jetzt sagst du ja schon wieder nichts!“

„-„
„Was ist denn jetzt??“

„Ich schlafe schon.“
„Tust du nicht! Sonst würdest du das ja nicht sagen können!“

„Bin grade aufgewacht.“
„Sehr witzig!“

„Hast du was gesagt?“
„Keller aufräumen?“

„Tu dir keinen Zwang an.“
„Ich meinte aber eigentlich WIR!“

„-“
„Süße?“

„-„
„Schläfst du jetzt schon wieder?“

„Ja.“
„Tust du nicht! Jetzt sag doch mal!“

„Doch mal.“
„Nein, ob wir demnächst mal den Keller aufräumen.“

„-„
„Liebste!“

„-„
„Ich lade dich morgen auf ein Eis ein.“

„Super!“
„Siehst du, du schläfst ja doch nicht!“

„Bin grade wieder aufgewacht.“
„DAS ist NICHT lustig!“

„Ich habe geträumt, dass du mich auf ein Eis einlädst.“
„-„

„Hast du doch, oder?“
„-„

„Ich habe es genau gehört!“
„-„

„Schatz? Oder?“
„Ich schlafe schon.“

„Tust du nicht!“
„Doch.“

„Aber ich schlafe doch schon, nicht du!“
„Pff! Schlafen wir eben beide schon.“

„Nein!“
„Doch!“

„Wir können uns ja wohl nicht unterhalten, wenn wir schlafen!“
„Das ist auch der Sinn und Zweck des Schlafens.“

„Damit du dich nicht mit mir unterhalten musst??“
„Nicht direkt. Aber es ist ein Nebeneffekt.“

Blödmann!“
„Selber!“

„Kriege ich nun morgen das Eis!?“
„Räumen wir demnächst den Keller auf!?“

„-„
„-„

„Schläfst du schon, Schatz?“
„Ja, Liebste.“

„Was für ein Zufall, ich auch!“

Kopfschüttel…

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