Jetzt meine Zeit

Meine Liebste und ich liegen am Abend in unserem Bett und sind froh, dass der Tag rum ist; wir sind beide ziemlich geschafft und freuen uns darauf, gleich die Augen schließen zu können.
Die Liebste stellt nur noch ihren Wecker für den nächsten Morgen…

„Was guckst du denn so, ist was?“
„Nein, Süße, aber: hast du nicht gerade deinen Wecker gestellt?“

„Ja, wieso?“
„Naja, anscheinend hast du dich vertan, die Uhrzeit stimmt nicht mehr.“

„Doch, doch, das ist schon richtig so.“
„Aber auf deinem Wecker ist es 23.44 Uhr?“

„Na und?“
„Es ist aber erst 23.34 Uhr, also geht dein Wecker doch falsch?“

„Der geht richtig, aber der hat jetzt meine Zeit eingestellt.“
„Deine Zeit?? Was ist denn DEINE Zeit??“

„Ich habe die Uhr vorgestern 10 Minuten vor gestellt.“
„Warum??“

„Dann stehe ich pünktlich auf, habe aber 10 Minuten mehr Zeit!“
„Ähm…“

„Da freue ich mich dann und habe mehr Zeit.“
„Aber… Könntest du dich nicht einfach 10 Minuten eher wecken lassen??“

„Dann muss ich ja 10 Minuten früher aufstehen!“
„Aber…“

„Das verstehst du sowieso nicht.“
„Ähm, Schatz, eine Uhr sollte doch aber richtig gehen, oder nicht?“

„Wieso? Ich brauche die ja nur zum Aufstehen?“
„Aha…“

„Gute Nacht mein Schatz.“
„Ähm, eine Frage hätte ich aber noch…“

„Zum Wecker?“
„Nicht direkt… Wann stehst du morgen früh auf?“

„Um sieben Uhr.“
„Also dann doch eigentlich um zehn vor sieben, richtig?“

„Richtig.“
„Und den Wecker auf 06.50 Uhr stellen geht nicht, oder was??“

„06.50 Uhr klingt doch aber viel schlimmer als 07.00 Uhr, oder?“
„Aber es IST doch dann nun mal erst 06.50 Uhr!“

„Na und??“
„Verstehe ich nicht…“

„Musst du auch nicht, und außerdem ist das ja mein Wecker!“
„Na schön, von mir aus… Solange ich meinen nicht ändern muss…“

„Das würdest du für mich machen??“
„Was! Meinen Wecker 10 Minuten vor? Niemals!“

„Das ist aber super, solltest du mal ausprobieren!“
„Nein, danke! Ich bleibe lieber bei der richtigen Zeit.“

„Und wenn ich aus Versehen mal auf deinen Wecker schaue??“
„Dann schau eben nicht drauf.“

„Das würde mich dann aber verwirren…“
„Mein Wecker bleibt so, wie er ist! Basta!“

„Schon gut, schon gut… Ist ja dein Wecker, obwohl…“
„Vergiss es! Also du stehst morgen um zehn vor sieben auf, gut.“

„Wieso willst du das denn so genau wissen?“
„Damit ich nach dir ins Bad kann, also so gegen zehn nach sieben.“

„Stell dich mal lieber auf zwanzig nach sieben ein.“
„Wieso? Normalerweise brauchst du doch nur zwanzig Minuten, oder?“

„Wenn ich nicht Duschen muss, dann stimmt das, richtig.“
„Schön, und musst du nun morgen früh duschen??“

„Nein.“
„Also, wieso brauchst du dann plötzlich mehr Zeit, als sonst?“

„Weil mein Wecker eine andere Zeit hat.“
„Was hat das denn damit zu tun??“

„Weil ich dann ja 10 Minuten länger liegen bleiben kann!“

Kopfschüttel…

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Welche Bettdecke?

Meine Liebste ist – und das kommt nur sehr selten vor – am Sonntagabend auf dem Sofa unter ihrer Decke eingeschlafen.
Zu fortgeschrittener Stunde beschließe ich, zugunsten des Schlafzimmers zu handeln und streichele ihr sanft über den Kopf.

„Mhhmhhmmmmamm…“
„Liebste?“

„-„
„Liebste?“

„Mhhhhh….“
„Aufwachen…“

„Hmmjaam, lass mich.“
„Es ist schon spät, lass uns rüber gehen.“

„Geh weg!“
„Komm jetzt.“

„Geh weeeeeg!“
„Schatz, du kannst hier nicht schlafen.“

„Jaja, gleich. Noch eine Minute.“

[Bereits wenige Sekunden später fällt die Liebste wieder ins Koma.]

„Mjamjam…“
„Schaaaatz… Schaaaatz…“

„Mhh, was ist denn!“
„Rübergehen?“

„Ich kann mich nicht bewegen.“
„Los, komm.“

„Ich will nicht!“
„Ich aber.“

„Kannst du mich nicht ins Bett tragen?“
„Wie bitte??“

„Ins Bett tragen.“
„Nein, kann ich nicht.“

„Wieso denn nicht?“
„Naja, ähm…“

„Du hast mich gar nicht lieb!“
„Aha, du bist jetzt also offensichtlich wach!“

„Nein.“
„Doch, los, komm jetzt!“

„Wenn ich jetzt aufstehe, wird mir kalt.“
„Aber nur kurz.“

„Im Schlafzimmer ist meine Decke bestimmt eiskalt!“
„Ist sie nicht.“

„Ist sie doch! Da will ich nicht hin!“
„Na schön, dann musst du eben hier schlafen!“

„Kannst du die Decke nicht für mich anwärmen?“
„Och Schatz!“

„Bitte, bitte, bitte, bitte!“
„Ich soll mich jetzt also unter DEINE Decke legen??“

„Ja, und dann komme ich auch rüber.“
„Hm… Versprochen?“

„Versprochen!“

[Warum nicht, denke ich mir, gehe rüber ins Schlafzimmer und lege mich unter die Bettdecke der Liebsten. Nach ein paar Minuten anwärmen sollte die Temperatur ausreichen und ich rufe nach ihr, allerdings erhalte ich keine Antwort. Tja, was soll ich machen: also laufe ich wieder rüber ins Wohnzimmer und rüttele am rechten Arm der Liebsten, die natürlich wieder eingeschlafen ist…]

„Uahh, ah… Was ist denn!“
„Deine Bettdecke ist warm, komm jetzt!“

„Welche Bettdecke??“
„Die im Schlafzimmer, die ich anwärmen sollte.“

„Du hast meine Bettdecke angewärmt??“
„Sag mal, leidest du jetzt auch schon an Gedächtnisverlust, oder was??“

„Das ist aber lieb von dir, Schatz!“
„Ja. Und jetzt komm endlich, sonst wird sie wieder kalt.“

„Ich muss aber eigentlich vorher noch ins Badezimmer…“
„Himmel! Dann mach das, ich gehe jetzt ins Bett!“

„Aber du musst meine Decke warm halten, ja?“
„Ja…“

„Fein!“

[Ich schlappe wieder ins Schlafzimmer zurück und lege mich erneut auf die Bettseite der Liebsten unter ihre Decke. Ich höre, wie die Badezimmertür klappert, ein gutes Zeichen! Allerdings vergehen bestimmt 15 Minuten, bis die Liebste endlich ins Schlafzimmer kommt.]

„Schläfst du schon, Schatz?“
„Nein… Ich warte hier schon eine Ewigkeit auf dich!“

„Hat ein bisschen länger gedauert.“
„Das ist mir aufgefallen. Hier, deine Bettdecke ist jetzt schön warm.“

„Und was ist mit deiner Bettdecke?“
„Die dürfte wohl noch kalt sein, was sonst…“

„Prima!“
„Schön, dass du so großes Mitleid mit mir hast, danke…“

„Bleib unter meiner Decke liegen.“
„Ach so, du kommst dann jetzt dazu, ja?“

„Nee, auf keinen Fall!“
„Nicht? Sondern??“

„Ich lege mich unter deine kühle Decke, mir ist sooo warm jetzt!“

Kopfschüttel…

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Schon vergessen?

Meine Liebste und ich liegen am späten Abend endlich in unserem großen Bett.
Der Tag war für uns beide sehr stressig, im Augenblick ist einfach ständig irgendwas los.
Umso erfreulicher, dass jetzt Ruhe einkehrt und während ich bereits die Augen zu gemacht habe, höre ich, wie die Liebste noch ihren Wecker stellt. 

Du, Schatz?“
„Ja, Süße?“

„Weißt du, was ich jetzt gut fände?“
„Nein, was?“

„Wenn du mir noch den Rücken kraulen würdest!“
„Ähm… Schatz, ich wollte gerade die Augen zu machen und…“

„Das ist mir egal, ob du dabei die Augen zu hast oder nicht.“
„Aber…“

„Och bitte! Kraulen! Nur ein bisschen!“
„Na schön, also hier. Ich kraule. Und bin fertig. So.“

„Wie! Das war´s schon??“
„Habe ich dir den Rücken gekrault oder nicht?“

„Schon, aber doch nur eine Sekunde!“
„Über Zeiträume haben wir nicht gesprochen.“

„Schatz! Ich möchte aber länger!“
„Muss das denn jetzt sein, kann ich nicht auch morgen…“

„Morgen?? Früher hast du mir stundelang den Rücken gekrault!“
„So?“

„Hast du das vielleicht schon vergessen??“
„Nein, habe ich nicht vergessen.“

„Gut! Und warum muss ich dann jetzt hier lange betteln??“
„Also schön, kraule ich dir eben noch ein wenig den Rücken.“

„Jetzt brauchst du auch nicht mehr!“
„Aber du wolltest doch??“

„Aber nicht, wenn ich dich dazu überreden muss!“
„Musst du ja nicht, ich mach´s ja…“

„Nee. Du musst nichts machen, was dir keinen Spaß macht.“
„Es macht mir ja Spaß.“

„Macht es dir nicht.“
„Doch.“

„Nein!“
„Doch!“

„Wenn es dir Spaß machen würde, müsste ich ja nicht betteln!“
„Du musst ja auch gar nicht betteln!“

„Jetzt kraule ich dir den Rücken auch nicht mehr! So!“
„Schatz, du kraulst mir NIE den Rücken!“

„Aber ich könnte.“
„Und was soll das dann jetzt??“

„Frag mich doch mal, ob ich deinen Rücken kraulen würde.“
„Kraulst du mir bitte meinen Rücken??“

„Nein!“
„Pff! Brauchst du ja auch gar nicht!“

„Warum fragst du mich denn dann??“
„Ich?? Ich sollte doch fragen!?“

„Aber du hast doch nicht ernsthaft erwartet, dass ich Ja sage!?“
„Also Moment mal, du hast doch…“

„Erst fragen, es aber gar nicht so meinen und jetzt meckern!“
„Aber ich meckere doch gar nicht und außerdem…“

„Na schön, schön! Frag noch einmal.“
„Was jetzt!“

„Ob ich dir den Rücken kraule.“
„Ich will aber nicht fragen, da kommt nur wieder Blödsinn raus!“

„Nun frag schon! Ich will dir zeigen, wie man das richtig macht.“
„Also gut, was soll´s… Schatz: Kraulst du mir meinen Rücken?!“

„Ja, das mache ich sehr gerne für dich, weil ich dich lieb habe.“
„Aha, so muss man das also machen…“

„Aber nur, wenn du mir zuerst meinen kraulst!“
„Ähm, aber…“

„Deinen kraule ich dir dann morgen…“

Kopfschüttel…

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Mein Feuerwehrmann

Mein Feuerwehrmann (photocase.de © i make design)Meine Liebste und ich liegen endlich in unserem Bett und lassen den Tag ausklingen. Während ich bereits die Augen geschlossen habe, höre ich, wie die Liebste ab und zu eine Seite in ihrem Buch umblättert.
Doch dann legt sie es plötzlich zur Seite…

„Schatz?“
„Ja, Süße?“

„Schläfst du schon?“
„Nein. Ich döse.“

„Bist du schon müde?“
„Naja müde, also… Es geht.“

„Willst du jetzt gleich schon schlafen?“
„Wieso, was ist denn?“

„Ich wollte nur mal fragen.“
„Und wieso wolltest du nur mal fragen?“

„Naja, ich dachte…“
„Schatz, was?“

„Ich dachte, wir könnten ja noch ein wenig Feuerwehr spielen.“
„Wie bitte??“

„Naja…“
„Feuerwehr??“

„Also, du könntest der kräftige und mutige Feuerwehrmann sein.“
„Aha… Und du?“

„Ich bin die zarte Gerettete im durchsichtigen Negligee.“
„Ach so, JETZT verstehe ich, was du meinst!“

„Schön!“
„Du meinst, du bist mir unendlich dankbar und so?“

„Genau.“
„Und du würdest deswegen alles für mich tun?“

„Zum Beispiel.“
„Weil ich dich todesmutig aus den Flammen gerissen habe?“

„Ja, weil du mein Held bist.“
„Hört sich SEHR interessant an!“

„Dann mach jetzt, mein Feuerwehrmann.“
„Komm, ich halte dich ein bisschen fest und tröste dich…“

„Nee! Nimm deine Finger da weg!“
„Ähm, aber ich dachte, ich meine, du hast doch…“

„Du sollst endlich das Licht löschen, du Blödmann!“

Kopfschüttel…

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