Großes Indianer-Ehrenwort

Meine Liebste sitzt am frühen Morgen schon in der Küche beim Tee, als ich verschlafen hereinkomme.
Obwohl ich eigentlich noch gar nicht wirklich aus den Augen schauen kann, bemerke ich jedoch, dass sich das rechte Bein der Liebsten über ihrem Knie hektisch auf und ab bewegt…

„Morgen.“
„Guten Morgen, Süße… Na?“

„Was na?“
„Hast du gut geschlafen?“

„Och. Jaja.“
„Hm, also das hört sich aber nicht so an??“

„Doch, aber sag mal: wer ist eigentlich Bianca?“
„Bianca? Ähm… Eine Kollegin von mir heißt Bianca, wieso?“

„Aha!“
„Wieso, was ist denn??“

„Ist das die, die neu ist??“
„Liebste, darf ich mir erst mal einen Kaffee nehmen, ich…“

„Nein, darfst du nicht nicht nicht!“
„Was ist denn los??“

„Was läuft da zwischen dir und dieser Bianca!“
„Nichts! Was soll denn da laufen??“

„Du kannst mir nichts vormachen!“
„Wovon redest du denn eigentlich??“

„Du hast dich mit der getroffen, habe ich Recht??“
„Ich treffe sie jeden Tag, sie arbeitet ja bei uns!?“

„Ich meine das aber anders, du weißt genau, wovon ich rede!!“

[Die Liebste fängt richtig an, zu kochen! Ich weiß zwar immer noch nicht, was eigentlich los ist, aber ich entscheide mich, ihre Erregung etwas ernster zu nehmen und setze mich an den Küchentisch.]

„So, also?“
„Süße. Jetzt mal von ganz vorne: WAS willst du mir sagen?“

„Bist du mit Bianca in einem Hotel gewesen Ja oder Nein!“
„Nein.“

„Doch!“
„Aber wie kommst du denn auf diesen Gedanken??“

„Habe ich geträumt.“
„Geträumt??“

„Ja. Und ein riesen Whirlpool war da auch im Zimmer!“
„Ähm…“

„Du weißt ganz genau, wie gerne ICH einen Whirlpool hätte!“
„Ja, aber, ähm…“

„…und mit DER sitzt du in einem, das gibt es ja wohl nicht!“
„Also Moment mal, wenn du was träumst, was kann ich daf…“

„Ich träume das ja wohl nicht ohne Grund!“
„Aber ich war nicht mit Bianca in einem Hotel mit Whirlpool!“

„Wo denn??“
„Nirgendwo!“

„Pff! Das glaube ich dir nicht!“
„Liebste, jetzt hör auf mit dem Blödsinn, das war nur ein Traum!“

„Und wieso träume ich dann sowas??“
„Keine Ahnung, vielleicht hast du Schweinegrippe, oder so?“

„Du bist so doof!! Frauen haben gute Antennen für sowas!“
„Ja… Ihr hört auch in einem Parkhaus das Gras wachsen…“

„Ich sage dir, belüg mich nicht!“
„Liebste, es ist alles in bester Ordnung.“

„Hm.“
„Ich liebe dich, darf ich mir jetzt einen Kaffee nehmen?“

„Ja.“
„Danke.“

„Aber erst musst du mir noch zwei Sachen versprechen!“
„Aha, und was?“

„Erstens: du lässt immer schön die Finger von Bianca.“
„Das verspreche ich.“

„Großes Indianer-Ehrenwort??“
„Das ganz große.“

„Und solltest du doch einmal schwach werden, dann…“
„Dann??“

„…dann nimm wenigstens ein Hotel ohne Whirlpool!“

Kopfschüttel…

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Ping Pong

Meine Liebste und ich liegen am Abend in unserem kuscheligen Bett und machen die Lichter aus.
Dunkelheit, Ruhe, warme Decke… Wunderbar!
Ich denke, dass ich schnell einschlafen werde und mache entspannt die Augen zu.
Die Liebste arrangiert derweil noch ihre Bettdecke.

„Schlaf schön, mein Schatz!“
„Du auch, Süße… Und träum was Schönes.“

„Nacht.“
„Nacht.“

„-„
„-„

„Schatz?“
„-„

„Schaaatz!?“
„…was…“

„Wann stehst du denn morgen auf?“
„Gar nicht.“

„Musst du nicht arbeiten??“
„Doch… Das war leider nur ein Witz…“

„Sehr witzig, wirklich, sehr witzig!“
„-„

„-„
„-„

„Schatz??“
„Was denn!?“

„Wann stehst du denn nun morgen auf??“
„Um sieben Uhr.“

„Um sieben, aha…“
„-„

„Das geht aber nicht.“
„Wieso geht das nicht?“

„Weil ich um sieben aufstehen wollte!“
„Kannst du ja.“

„Aber dann kann ich ja nicht ins Bad??“
„Ich brauche nur zehn Minuten, kein Problem…“

„Also stehst du um zehn vor sieben auf??“
„Nein, um sieben.“

„Das geht aber nicht!“
„Und warum stehst du dann nicht einfach früher auf??“

„Weil ich todmüde bin.“
„Bin ich auch!?“

„Bist du nicht.“
„Pff! Und ob!“

„Wetten, dass ich müder bin??“
„Und wie willst du das messen, bitte??“

„Wer zuerst einschläft, ist müder!“
„Ähm… Und wie finden wir raus, wer zuerst einschläft??“

„Wir sagen einfach jede Minute was.“
„Och Liebste, das ist doch Blödsinn!“

„Du sagst PING und ich antworte mit PONG.“
„Ähm… Und wenn du nicht mehr antwortest, dann…“

„…dann schlafe ich schon und bin müder, als du.“
„Aha…“

„Also los.“
„PING!“

„-„
„-„

„-„
„PING! PING!“

„-„
„PING PING PING!“

„-„
„Liebste! Du schläfst ja wohl noch nicht!?“

„Ich habe gewonnen. Wusste ich ja.“
„Aber…“

„Und vergiss nicht, deinen Wecker auf halb sieben zu stellen!“

Kopfschüttel…

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Rumgefummelt

Meine Liebste und ich liegen am Sonntagabend im Bett und bereiten uns auf die baldige Nachtruhe vor.
Während ich mich noch eben schnell mit meinem Wecker beschäftige, liegt die Liebste neben mir und schaut mir aufmerksam zu.

„Schatz, stehst du morgen auf, wie immer?“
„Ja, Süße.“

„Warum musst du denn dann den Wecker neu stellen??“
„Ich stelle ihn nicht, ich kontrolliere ihn nur.“

„Bist du denn Freitag zu einer anderen Zeit aufgestanden?“
„Nein, wieso?“

„Wieso kontrollierst du dann den Wecker??“
„Wieso denn nicht??“

„Naja, ich meine, wer soll ihn denn verstellt haben??“
„Ähm…“

„Wenn, dann kannst du das ja nur selber gewesen sein.“
„Ich habe den Wecker nicht verstellt.“

„Sage ich ja, das finde ich nicht nett!“
„Hä? Was?? Was findest du denn jetzt nicht nett??“

„Dass du prüfst, ob einer an deinem Wecker rumgefummelt hat!“
„Aber…“

„…denn das könnte dann ja nur ich gewesen sein!“
„Du??“

„Wer denn sonst! Du glaubst, ich hätte deinen Wecker verstellt!“
„Quatsch!“

„Du kontrollierst mich!“
„Wie bitte?? Nur, weil ich meinen Wecker prüfe??“

„Wenn du dir sicher wärst, bräuchtest du das ja nicht!“
„Liebste, ich schaue doch einfach nur nach, ob…“

„Ich habe deinen Wecker nicht verstellt!“
„Das glaube ich dir ja auch!“

„Jetzt! Jetzt vielleicht, eben aber nicht!“
„Hör mal, ich vertraue dir voll und ganz, es ist anders!“

„So?? Wie ist es denn??“
„Ich vertraue mir selbst nicht, DESWEGEN schaue ich nach!“

„Du vertraust dir selber nicht?? Wer soll das denn glauben??“
„Manchmal vergesse ich Sachen oder bin schusselig oder…“

„Das stimmt allerdings.“
„Schön! Bist du jetzt endlich zufrieden, ja??“

„Nein.“
„Nein?? Warum denn nicht??“

„Weil du mich total verunsichert hast, du Blödmann!“
„Schatz, weder kontrolliere ich dich, noch misstraue ich dir!“

„Jaja, das weiß ich.“
„Aha. Und was ist es dann??“

„Ich muss meinen Wecker jetzt auch kontrollieren…“

Kopfschüttel…

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Hin und her

Meine Liebste und ich sitzen am Sonntagmorgen in der Küche, frühstücken eine Kleinigkeit und geben uns Mühe, wach zu werden.
Bis Tee und Kaffee ihre entsprechende Wirkung entfalten, dauert es wohl noch etwas; daher kann man die Situation als eher „still“ bezeichnen…
Die Liebste ist wohl noch sehr verschlafen.

„Schatz, ich werde gar nicht richtig wach…“
„Für deine Verhältnisse bist du ja auch früh auf, Süße.“

„Hä?“
„Naja, es ist gerade mal erst zehn Uhr.“

„Ich bin doch sonntags immer um diese Zeit wach!?“
„Pff, normalerweise dümpelst du doch bis elf Uhr im Bett rum!“

„Ja, aber da schlafe ich dann ja schon lange nicht mehr.“
„Aha; und was machst du dann in dieser Zeit?“

„Das wüsstest du, wenn du mal mit mir liegen bleiben würdest!“
„Nee, also das ist nichts für mich, ich muss dann aufstehen.“

„Ich schlummere dann, drehe mich hin und her, denke nach…“
„Nachdenken??“

„Ja, so über uns und so und alles.“
„Über uns, aha… Und heute nicht?“

„Nein, heute nicht.“
„Und warum heute nicht?“

„Warum fragst du mich das, willst du mich los werden??“
„Nein, nein, aber es interessiert mich eben!“

„Es gab heute nichts, worüber ich hätte nachdenken können.“
„Ist das jetzt gut oder schlecht, deiner Meinung nach?“

„Hm… Darüber muss ich mal nachdenken…“
„Ähm…“

„Ich geh wieder ins Bett!“

Kopfschüttel…

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