Beweise es

Meine Liebste und ich liegen am späten Abend endlich im Bett und lassen den Tag ausklingen.
Während ich noch eben schnell meinen Wecker auf die richtige Uhrzeit einstelle, beobachtet mich die Liebste und scheint auf irgendetwas zu warten.
Wenn das mal nicht wieder Komplikationen gibt…

„Bist du fertig, Schatz?“
„Ja, Süße. Alles klar, Wecker gestellt.“

„Liebst du mich noch?“
„Wie bitte??“

„Hast du die Frage nicht verstanden, oder was??“
„Akustisch schon, inhaltlich irgendwie nicht??“

„Pff! Als wenn das sooo eine komplizierte Frage wäre!“
„Natürlich liebe ich dich noch!“

„Hm.“
„Hm??“

„Beweise es.“
„Beweisen?? Wie soll ich das denn beweisen??“

„Du könntest mir zum Beispiel mal wieder Blumen mitbringen.“
„Liebste, ich HABE dir letzte Woche Blumen mitgebracht!?“

„Echt?? Wann!“
„Letzten Mittwoch??“

„Ach ja…“
„Ach ja, ach ja! Na super…“

„Stimmt, habe ich irgendwie vergessen.“
„Schön, kann ja mal passieren, und? Was sagt man da?“

„Wer! Ich jetzt??“
„Ja, du! Was müsstest du jetzt eigentlich sagen?“

„Was soll ich denn sagen??“
„Das Wort fängt mit E an, kleiner Tipp.“

„Mit E??“
„Ja, E wie Ent… Ent… ung…“

„Entscheidung??“
„Nein, nicht Entscheidung!“

„Bezieht sich das Wort auf die Blumen?“
„In gewisser Weise schon, aber insbesondere auf mich!“

„Ach so, ja dann ist mir klar, was du hören willst.“
„Schön, und??“

„Das war eine schöne Entschädigung, danke Schatz!“

Kopfschüttel…

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Es geht mir nicht aus dem Kopf

Meine Liebste und ich schlafen bereits seit ein paar Stunden; ich selbst befinde mich irgendwo in meiner tiefsten Tiefschlafphase, als meine zerebralen Reservesysteme ein kontinuierliches Zupfen an meinem T-Shirt registrieren und beschließen, den Rest meines Körpers vorsichtshalber aufzuwecken…

„Schatz? Bist du wach?“
„Nein…“

„Aber du sagst doch schon was?“
„Das sind nur Reflexe…“

„Aber…“
„Liebste, was willst du denn, warum weckst du mich??“

„Weil ich dringend deinen Rat brauche.“
„Jetzt?? Es ist, ähm… Es ist halb vier morgens!!“

„Wenn ich mit der Zeitansage sprechen wollte, hätte ich das Telefon geholt!“
„Viel mehr als die Zeitansage kriegst du von mir auch nicht!“

„Jetzt hör doch mal zu, dann kannst du gleich weiterschlafen.“
„Also schön… Was ist denn los?“

„Ich kriege einfach dieses Problem nicht aus dem Kopf.“
„Welches Problem?“

„Ich habe gestern mit Nicole telefoniert.“
„Aha. Das wäre für mich allerdings auch ein Problem…“

„Nein, jetzt lass doch mal die dummen Scherze!“
„…also du hast mit Nicole telefoniert. Und?“

„Wir haben über alles Mögliche gesprochen, du weißt schon.“
„Weiß ich nicht, aber könntest du jetzt bitte zur Sache kommen?“

„Sie hat gesagt, ich sei ja auch nicht mehr die Jüngste.“
„Und?“

„Und??“
„Ja. Na und?“

„Was sagst du denn dazu??“
„Wozu??“

„Dass ich nicht mehr die Jüngste wäre??“
„Liebste, du weckst mich nicht wirklich deswegen, oder?“

„Nein.“
„Himmel… UND WESWEGEN DANN??“

„Weil Nicole gesagt hat, ich müsse mich auch mehr frisch halten.“
„Dann geh in die Küche.“

„In die Küche?? Was soll ich denn da??“
„Da haben wir Frischhaltefolie.“

„SCHATZ!“
„Liebste, WAS WILLST DU VON MIR JETZT!?“

„Ich frage mich die ganze Zeit, was sie damit gemeint hat!“
„Und warum fragst du das nicht Nicole??“

„Ich habe so getan, als wüsste ich, wovon sie spricht.“
„Oh Gott, ich spüre schon wieder meine Halsschlagader pochen…“

„Jetzt sag doch mal, was meint sie denn??“
„Woher soll ich denn das wissen??“

„Naja, denkst du denn auch, dass ich nicht mehr so frisch bin??“
„Nein. Ein Frischkäse sieht alt gegen dich aus. Gute Nacht.“

„Schatz, wenn du dich jetzt umdrehst, dann…!“
„Was dann!“

„…dann wecke ich dich jede halbe Stunde!“
„Bist du verrückt?? Können wir das nicht morgen besprechen??“

„Ich kann aber deswegen schon die ganze Zeit nicht schlafen!“
„Nur weil dir deine geisteskranke Freundin Schwachsinn erzählt hat??“

„Du meinst, ich kann das einfach ignorieren?“
„Das meine ich nicht nur, dass empfehle ich dir dringend.“

„Aber soooo jung bin ich ja nun auch nicht mehr, oder?“
„Du bist aber jung geblieben und wirst es immer sein.“

„Ohhh, danke! Danke! Du bist so süß, mein Schatz!“
„Gern geschehen. Darf ich jetzt weiterschlafen?“

„Moment, eine Sache hätte ich da noch…“
„Herrgott, was denn noch??“

„Nicole meinte, du wärst ja ebenfalls nicht mehr der Jüngste.“
„Ich??“

„Naja, ich meine, du bist ja nun auch wirklich schon alt.“
„Ähm…“

„Aber mach dir darüber keine Gedanken. Gute Nacht!“

Kopfschüttel…

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Weiß ich selber!

Meine Liebste ist heute früher aufgestanden, als ich; das kommt selten vor und gewöhnlich ist es die Liebste, die sich noch 20-mal umdreht, bevor sie freiwillig aus dem Bett steigt.
Als ich dann auch endlich aus dem Schlafzimmer schlappe, kommt die Liebste gerade aus dem Badezimmer.

„Morgen.“
„Guten Morgen, meine Süße! Na, hast du gut geschlafen?“

„Wieso?“
„Naja, ähm… Ich wollte nur wissen, ob du…“

„Sehe ich so Scheiße aus, oder was??“
„Ähm… Nein, ich habe doch nur gefragt, ob du…“

„Ich weiß selber, dass ich Scheiße aussehe heute!“
„Aber du siehst doch nicht Scheiße aus??“

„So? Ich bin total müde, guck die Ringe unter meinen Augen!“
„Aha… Demnach hast du also nicht so gut geschlafen?“

„Schön, dass dir das jetzt auch aufgefallen ist!“
„Ähm…“

„Ich hasse das, wenn du mir nicht die Wahrheit sagst!“
„Wieso Wahrheit?? Was sage ich denn nicht??“

„Dass ich Scheiße aussehe!“
„Du siehst doch aber gar nicht Scheiße aus??“

„Doch!“
„Ein bisschen müde vielleicht, aber…“

„AHA!“
„…aber nicht…“

„Los! Sag es!“
„Was denn??“

„NUN SAG ES SCHON!“
„Na gut, wenn du das unbedingt hören willst, dann…“

„Ich höre?“
„Du siehst heute Morgen echt Scheiße aus.“

„Was??“
„Ein bisschen zumindest.“

„Pff! Guck dich doch mal an, du Blödmann!“

Kopfschüttel…

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Eine rein rhetorische Frage

Meine Liebste und ich sitzen am späten Abend auf unserem Sofa im Wohnzimmer und schauen Fernsehen. Eigentlich fallen uns abwechselnd bereits die Augen zu, aber keiner von uns kann sich aufraffen…
Plötzlich schrecken wir auf, als es an der Haustür klingelt!

„Schatz, es hat geklingelt!“
„Ähm, das ist mir auch aufgefallen, Süße.“

„Wer ist denn das jetzt noch um diese Zeit??“
„Keine Ahnung. Das ist mir aber auch egal.“

„Willst du denn gar nicht aufmachen??“
„Nee.“

„Aber da will doch jemand was von uns!?“
„Von mir nicht.“

„Ja von mir ja wohl auch nicht!?“
„Schön, dann hat sich da wohl jemand geirrt.“

„Geh jetzt und schau nach, wer da ist!“
„Warum gehst du denn nicht selber??“

„Hallo?? Ich bin eine Frau, schon vergessen??“
„Nein, du erinnerst mich täglich daran…“

„Wie soll ich denn das jetzt bitte verstehen??“
„Pff! Machen Frauen die Tür neuerdings nicht mehr auf, oder was??“

„Doch, aber nicht um halb zwölf nachts!“
„Du musst ja auch gar nicht aufmachen, verlangt ja keiner!“

„Ich will wissen, wer da ist!“

[Es klingelt erneut…]

„Siehst du! Der ist immer noch da, der Klingeler!“
„Da hat vielleicht jemand dein Auto angefahren oder so…“

„MEIN AUTO??“
„Könnte ja sein.“

„MACH SOFORT AUF! Mit meinem Auto verstehe ich keinen Spaß!“
„Siehste, ist also doch für dich. Geh hin.“

„Pff! Du wolltest mich reinlegen, aber das läuft nicht!“
„Einen Versuch war es wert…“

„Machst du jetzt auf oder nicht??“
„Nein.“

„DOCH!“
„Warum fragst du mich denn dann eigentlich??“

„Das war mehr so eine rhetorische Frage…“
„Ach so! Prima, dann antworte ich philosophisch: NEIN!“

„Es ist aber Licht an, jeder weiß doch, dass wir hier sind!?“
„Wenn es dringend wäre, würde derjenige ja sturmklingeln.“

„Stimmt, da hast du Recht…“
„Eben. Das solltest du viel öfter mal sagen.“

„Was! Dass du ausnahmsweise mal Recht hast??“
„Ohne das ausnahmsweise, ja.“

„Pff! Träum weiter…“

[Es klingelt zweimal kurz hintereinander…]

„Siehst du, das ist Sturmklingeln! Los, geh an die Tür!“
„Na gut, also schön, gehe ich eben hin…“

„Aber sei vorsichtig!“
„Jaja…“

[Ich schlurfe zur Haustür und bin nun selbst gespannt, wer oder was mich da erwartet.
Als ich die Tür öffne und nach draußen blicke, ist da: nichts. Gähnende Leere. Tja, da war ich wohl doch zu langsam.
Ich kehre zurück ins Wohnzimmer, wo die Liebste auf dem Sofa sitzt und hektisch ihre Haare in Ordnung bringt…]

„Und? Was ist??“
„Nichts. Da ist niemand mehr.“

„Niemand??“
„Nein. Habe ich ja gleich gesagt.“

„Komisch…“
„Können wir dann jetzt ins Bett gehen, ja?“

„Nein.“
„Nicht? Wieso nicht??“

„Zieh dich an, du kommst mit.“
„Was?? Wohin??“

„Ich gehe nicht alleine.“
„Wieso, wo willst du denn hin??“

„Gucken, ob mein Auto noch heile ist, was sonst??“

Kopfschüttel…

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