Es sah aber so aus!

17. Juli 2007, aus der Schublade Schlafen und Dösen

Es sah aber so aus! (photocase.de © popeljack)Meine Liebste und ich liegen endlich in unserem großen Bett.
Bei uns steht die Schlafzimmertür tagsüber immer offen; wenn sie abends von der Liebsten geschlossen wird, ist das immer ein angenehmes Zeichen:
der Tag ist zu Ende, die Nacht fängt an.

“Hmhhmhmhmmjam…”
“Schläfst du schon, Süße?”

“Nee; sonst könnte ich dir ja wohl nicht antworten.”
“Aber um zu wissen, ob du antwortest, muss ich doch fragen?”

“Ganz schön schlau, Schatz. Lass mich, ich bin müde.”
“Wenn du jetzt nichts gesagt hättest, dann wüsste ich…”

“Jaaa doch. Du hast ja recht, Schatz.”
“Obwohl du ja manchmal nichts sagst.”

“Was? Was sage ich nicht?”
“Ich frage dich was und du sagst einfach nichts.”

“Ich??”
“Ich denke dann, dass du schläfst, tust du aber gar nicht.”

“Kann sein, na und?”
“Na und??”

“Ja ist das so schlimm?”
“Wenn ich dich was frage und du stellst dich schlafend??”

“Tue ich ja gar nicht!”
“Hast du aber!”

“Habe ich nicht!”
“Es sah aber so aus.”

“Was hast du mich denn gefragt?”
“Das weiß ich nicht mehr, aber es war so.”

“Vielleicht habe ich ja wirklich schon geschlafen?”
“Nö. Hast du nicht, das weiß ich.”

“Schön! Und was willst du denn jetzt eigentlich von mir?”
“Ich wollte fragen, ob wir mal den Keller aufräumen sollen.”

“-”
“Jetzt sagst du ja schon wieder nichts!”

“-”
“Was ist denn jetzt??”

“Ich schlafe schon.”
“Tust du nicht! Sonst würdest du das ja nicht sagen können!”

“Bin grade aufgewacht.”
“Sehr witzig!”

“Hast du was gesagt?”
“Keller aufräumen?”

“Tu dir keinen Zwang an.”
“Ich meinte aber eigentlich WIR!”

“-”
“Süße?”

“-”
“Schläfst du jetzt schon wieder?”

“Ja.”
“Tust du nicht! Jetzt sag doch mal!”

“Doch mal.”
“Nein, ob wir demnächst mal den Keller aufräumen.”

“-”
“Liebste!”

“-”
“Ich lade dich morgen auf ein Eis ein.”

“Super!”
“Siehst du, du schläfst ja doch nicht!”

“Bin grade wieder aufgewacht.”
“DAS ist NICHT lustig!”

“Ich habe geträumt, dass du mich auf ein Eis einlädst.”
“-”

“Hast du doch, oder?”
“-”

“Ich habe es genau gehört!”
“-”

“Schatz? Oder?”
“Ich schlafe schon.”

“Tust du nicht!”
“Doch.”

“Aber ich schlafe doch schon, nicht du!”
“Pff! Schlafen wir eben beide schon.”

“Nein!”
“Doch!”

“Wir können uns ja wohl nicht unterhalten, wenn wir schlafen!”
“Das ist auch der Sinn und Zweck des Schlafens.”

“Damit du dich nicht mit mir unterhalten musst??”
“Nicht direkt. Aber es ist ein Nebeneffekt.”

“Blödmann!”
“Selber!”

“Kriege ich nun morgen das Eis!?”
“Räumen wir demnächst den Keller auf!?”

“-”
“-”

“Schläfst du schon, Schatz?”
“Ja, Liebste.”

“Was für ein Zufall, ich auch!”

Kopfschüttel…

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Ich gehe ins Gästezimmer!

12. Mai 2007, aus der Schublade Schlafen und Dösen

Ich gehe ins Gästezimmer! (photocase.de © Nenuphar)Meine Liebste und ich liegen abends endlich wieder in unserem Bett. Das besondere Highlight heute: es wurde neue und frisch duftende Bettwäsche aufgezogen.
Die Liebste scheint darin zu schwimmen, wie Dagobert Duck in seinem Geldspeicher.

“Ahhh, ist das herrlich!”
“Ja Süße. War aber auch mal wieder fällig.”

“Ich könnte jeden Tag das Bett neu beziehen.”
“Naja, also jeden Tag…”

“Wo ist denn eigentlich das Bild hin?”
“Was für ein Bild?”

“Na da an der Wand, da wo der Nagel hängt.”
“Da war kein Bild, Schatz.”

“Und wofür ist der Nagel?
“Welcher Nagel denn?”

“Der da neben dem Schrank?”
“Also ich habe da keinen Nagel in die Wand gehauen.”

“Und was ist das dann?”
“Steh doch auf und schau nach!”

“Nee, ich bleibe hier liegen, schau du, ja?”

[Widerwillig schlage ich meine frisch bezogene Bettdecke zur Seite und stehe noch einmal auf, um den ungewöhnlichen Nagel in Augenschein zu nehmen. Da hing vorher nichts, da soll nichts hängen und ich bin schon neugierig, wie da plötzlich ein Nagel hingekommen ist.]

“Das ist kein Nagel.”

“Was denn?”
“Eine Spinne.”

“EINE SPINNE?? IHHH, MACH DIE WEG!!”
“Es ist nur eine klitzekleine Spinne, Schatz.”

“Wie kommt die denn in MEIN Schlafzimmer??”
“Soll ich sie fragen?”

“Blödmann! Mach die weg, weg, weg!”
“Na schön… Ich leihe mir mal deinen Schlappen, ja?”

“Nee, nicht meine Schlappen! Dann klebt die da ja dran!”
“Ja und was soll ich sonst nehmen?”

“Kannst du sie nicht nach draußen setzen?”
“Och Schatz!”

“Mit einem Glas oder so.”
“Dann muss ich ja in die Küche laufen.”

“Bitte, bitte!”
“Na schön…”

[Also wenn schon, dann richtig. Ich hole aus der Küche ein altes Trinkglas, das früher einmal als Senfglas erworben wurde. Bei dieser Gelegenheit denke ich darüber nach, wie viele Menschen wohl diese Gläser zuhause haben. Dann schlurfe ich noch ins Arbeitszimmer und nehme ein Blatt Papier mit. Mangels Alternativen übrigens das teure Tintendrucker-Papier; für die kleine Spinne nur das Beste.]

“Wo warst du denn so lange?”
“Ich habe das Spinnen-Rettungsset zusammengestellt, aber… Ähm…”

“Was ist?”
“Wo ist die Spinne?”

“Was??”
“Sie ist nicht mehr da, hast du sie denn nicht beobachtet?”

“Soll das heißen, dass sie weggekrabbelt ist??”
“Naja… Sie wird sich nicht von selbst in Luft aufgelöst haben…”

“Jetzt ist hier irgendwo eine Spinne!”
“Vielleicht hinter dem Schrank oder so…”

“Ich gehe ins Gästezimmer!”
“Was? Wo willst du hin?”

“Ich kann hier nicht schlafen, wenn hier eine Spinne ist!”
“Schatz! Die ist klitzeklein, die hat mehr Angst vor dir!”

“Nein! Die krabbelt dann unter meine Bettdecke und dann…”
“So ein Blödsinn! Da würde sie ja sofort verbrutzeln.”

“Wieso das denn?”
“Weil unter deiner Bettdecke die klimatischen Bedingungen selbst für mich lebensbedrohlich sind.”

“Es zwingt dich ja niemand!”
“Was ist jetzt mit der Spinne?”

“Mach die weg!”
“Ich weiß doch aber nicht, wo sie jetzt ist!”

“Kannst du den Schrank nicht zur Seite schieben?”
“Schatz! Der wiegt 2 Tonnen.”

“Ich kann aber so nicht schlafen!”
“Halt!”

“Was?”
“Ich habe sie, ich habe sie! Da unten!”

[Die kleine Spinne sitzt friedlich auf der Fußleiste. Wahrscheinlich hat sie sich das alles mit angehört und schon Pläne geschmiedet, ein großes Glas über die Liebste zu stülpen, ein Blatt unterzuschieben und sie vorsichtig rauszusetzen. Ähnliche Pläne haben sich auch schon in meinem Kopf ausgebreitet... Dieses Schicksal ereilt dann am Ende aber doch die kleine Spinne selbst.]

“Ist sie weg?”
“Ja Schatz. Sie sitzt jetzt in der Blume auf dem Balkon.”

“Sehr gut, danke Schatz. Und jetzt weiter.”
“Ähm… Was weiter?”

“Na weitersuchen.”
“Wie jetzt! Wonach?”

“Ob hier noch andere Spinnen sind natürlich.”
“Schatz! Ich kann doch jetzt nicht…”

“Wo eine Spinne ist, da können auch noch andere sein!”
“Das kannst du echt selber machen! Ich gehe jetzt wieder ins Bett!”

“Was ist das denn da?”
“Wo?”

“Da oben?”
“Das ist ein Fleck, keine Spinne.”

“Ach so. Und das da neben der Gardine?”
“Schatz!”

“Das ist noch eine Spinne!”
“Das ist nur ein Schatten!”

“Na gut.”
“Gute Nacht.”

“Das war doch nur eine kleine Spinne, oder?”
“Ja. Mini.”

“Das verstehe ich echt nicht.”
“Was. Was verstehst du jetzt nicht?”

“Warum so viele Leute Angst vor Spinnen haben.”

Kopfschüttel…

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Da findet man ja nichts

4. Mai 2007, aus der Schublade Schlafen und Dösen

Da findet man ja nichtsMeine Liebste und ich liegen abends endlich im Bett und freuen uns auf das gemeinsame Einschlafen.
Ich finde, das sind häufig die schönsten und entspannendsten 5 Minuten des Tages.

“Machst du gleich das Licht aus?”
“Ja Süße, gleich.”

“Du, fährst du morgen zur Arbeit?”
“Nein, ich fahre morgen nach Mallorca.”

“Was??”
“NATÜRLICH fahre ich morgen zur Arbeit! Wieso?”

“Dann kommst du doch bei IKEA vorbei, oder?”
“Naja, ich fahre auf der Autobahn dran vorbei.”

“Kannst du dann da ein paar Kleiderbügel holen?”
“Bei IKEA??”

“Da gibt´s 8 Stück für 4 Euro.”
“Och Schatz, muss das sein?”

“Ja, weil du keinen mehr hast.”
“Ich? Wieso ich? Natürlich habe ich noch welche!”

“Nö.”
“Klar! Die hängen alle in meinem Schrank.”

“Jetzt nicht mehr.”
“Wie bitte??”

“Naja, ich habe mir drei Sommerblusen gekauft.”
“Ich weiß, na und?”

“Und ich hatte selber keine eigenen Bügel mehr.”
“Ach! Und da hast du einfach mal bei mir…”

“Du hattest doch noch welche und du kaufst dir ja nie was.”
“Schatz! Du belegst Dreiviertel unseres Schrankes!”

“Und was heißt das jetzt?”
“Kannst du da nicht wenigstens meinen kläglichen Rest in Ruhe lassen??”

“Tue ich ja auch, so wie das da drin aussieht…”
“Naja, ich könnte da mal wieder aufräumen…”

“Das ist wohl richtig, da findet man ja nichts.”
“Ich schon! Und die Bügel konntest du ja anscheinend finden.”

“Darf ich deine Bügel denn behalten?”
“Hm…”

“Habe ich dir heute schon gesagt, dass ich dich lieb habe?”
“Pff…!”

“Du kriegst auch die neuen Kleiderbügel. Von IKEA, die guten.”
“Hm…”

“Ich gebe dir auch die 4 Euro.”
“Na gut. Ausnahmsweise. Weil du meine Liebste bist.”

“Super Schatz!”
“Aber nur unter Protest! Das möchte ich noch mal betonen!”

“Nur unter Protest, verstanden.”
“Ich fahre da morgen mal vorbei, wenn ich es schaffe…”

“Kann ich dann noch 5 Bügel von dir ab haben?”
“Wie bitte??”

“Na du brauchst doch eh keine!”

Kopfschüttel…

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Eine eindeutig ablehnende Haltung

24. Februar 2007, aus der Schublade Schlafen und Dösen

Eine eindeutig ablehnende Haltung (photocase.de © popeljack)Meine Liebste und ich sind zu Bett gegangen. Besonders ich bin heute ziemlich erschlagen von der zurückliegenden stressigen Arbeitswoche, so dass mir langsam die Augen zufallen, während die Liebste noch ein Kreuzworträtsel macht. Warum auch nicht…

“Schatz?”
“… Ja, Süße?”

“Willst du jetzt schlafen?”
“Ja, das würde ich gerne.”

“Stört dich das, wenn ich das Licht noch an lasse?”
“Nein, mach nur.”

“Weil, wenn ich es aus mache, dann sehe ich ja nichts mehr.”
“Es stört mich nicht, kein Problem.”

“Darf ich dich noch was fragen?”
“Und das wäre?”

“Wie hieß noch mal dieser Kaiser da in Rom?”
“Keine Ahnung.”

“Vier Buchstaben.”
“Dann ist es Nero, glaube ich.”

“Stimmt! Das passt! Danke!”
“Träum was Schönes…”

“Ich muss dich aber vorher noch etwas fragen.”
“Kannst du das nicht auch morgen noch? Bitte?”

“Also eigentlich wäre das schon heute wichtig.”
“Na gut, also schön. Was ist denn so wichtig jetzt.”

“Wir passen eigentlich nicht zusammen.”
“Ähm… Was?”

“Wir passen nicht zusammen, weil du dich immer umdrehst.”
“Schatz, darf ich jetzt bitte schlafen?”

“Nein, weil dann machst du es ja wieder.”
“Was mache ich denn?”

“Na du drehst dich um!”
“Wobei? Im Schlaf oder was?”

“Die Schlafstellung eines Paares verrät viel über die Beziehung.”
“Ach und wir schlafen nicht so, wie es sein soll, oder was??”

“Nein, weil wir nachts immer beide nach außen liegen.”
“Und?”

“Das ist eine eindeutig ablehnende Haltung.”
“Aha, sehr schön, und wer sagt das bitte?”

“Ist doch egal, oder? Ich finde das sehr überzeugend.”
“Ich nicht.”

“Warum nicht?”
“Weil es Blödsinn ist, darum!”

“Und woher weißt du das?”
“Schatz, bitte, können wir das nicht morgen…”

“Nein! Weil ich möchte, dass wir es heute mal anders machen.”
“Was denn??”

“Naja, dass wir uns mal zueinander drehen.”
“Das klappt eh nicht.”

“Siehst du, es stimmt was nicht, du sagst es ja selber!”
“Was soll denn nicht stimmen??”

“Vielleicht verschweigst du mir ja was.”
“Ich verschweige dir nichts und ich liebe dich.”

“Jaaa, aber dann drehst du dich doch wieder weg!”
“Du doch auch!”

“Schon, aber ich habe einen ganz anderen Grund.”
“Also ich habe keinen Grund und: welchen hast du denn??”

“Weil du mich nachts immer anpustest.”
“Was??”

“Ich kann dann nicht schlafen, wenn du mir ins Gesicht pustest.”
“Ich puste doch nicht!”

“Nein, vielleicht nicht pusten, aber so doll atmen eben.”
“Ja Entschuldigung, ich meine, so ganz ohne geht ja wohl nicht!”

“Atme ich nachts auch so doll?”
“Keine Ahnung, du drehst mir ja immer deinen Allerwertesten zu.”

“Also möchtest du eigentlich auch, dass wir uns zueinander…”
“Ich möchte einfach nur so schlafen, wie es mir passt, mehr nicht.”

“Aber wir können es doch einmal ausprobieren, oder?”
“Das geht ja wohl anscheinend gar nicht.”

“Wieso?”
“WEIL ICH DICH IMMER ANPUSTE!”

“Hm…”
“Ach, was ist denn jetzt? Sackgasse??”

“Das ist schwierig…”
“Denk einfach darüber nach, und morgen kannst du mir ja…”

“Nein, nein, ich hab´s!”
“Das hört sich schon wieder nicht gut an…”

“Ich weiß jetzt, wie wir das machen können!”
“Und? Ich höre…”

“Ich muss nur einfach VOR DIR einschlafen!”
“Schatz, das ist doch wieder alles Mumpitz!”

“Warte, ich mache nur noch schnell das Kreuzworträtsel!”

Kopfschüttel…

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Die Liebste-Puppe

9. Januar 2007, aus der Schublade Schlafen und Dösen

Die Liebste-PuppeMeine Liebste muss leider für einige Tage beruflich verreisen. Fast eine ganze Woche wird sie unterwegs sein und ihre sorgfältigen Reisevorbereitungen fallen – wie immer – recht umfangreich aus.
In diesem Augenblick schnappt das Schloss des Koffers ein.

“Habe ich jetzt alles eingepackt, was ich brauche?”
“Bestimmt, Süße, bestimmt.”

“Und wenn nicht?”
“Na und? Zur Not kaufst du eben nach, was fehlt.”

“Klar! Ist ja auch nicht dein Geld!”
“Ich meine doch nur, im Fall der Fälle.”

“Man kann das auch sorgfältig planen.”
“Das tust du doch immer. Stundenlang…”

“Ich habe eben gerne alles dabei.”
“Schon gut, was soll´s. Wir haben ja noch Koffer…”

“Ich verstehe gar nicht, wieso du immer so wenig hast.”
“Weil ich mich auf einer Reise nicht 3-mal am Tag umziehe.”

“Tue ich doch auch nicht!”
“So? Und warum hast du dann 5 Pullover für 4 Tage mit??”

“Na für jeden Tag einen. Und einer in Reserve.”
“Na gut, von mir aus…”

“Jetzt sehen wir uns soooo lange nicht…”
“In 5 Tagen bist du ja wieder hier.”

“Macht dir das denn gar nichts aus?”
“Was?”

“Dass ich so lange weg bin!”
“Naja, ich hätte dich schon lieber hier.”

“Kann ich dich nicht mit in den Koffer packen??”
“Nein Schatz, dann müsstest du die Pullover hier lassen.”

“Du bist doof.”
“Wieso??”

“Weil du mich gar nicht vermisst!”
“Doch, tue ich wohl.”

“Ich würde dich vermissen, wenn du 1 Woche weg wärst.”
“Aber ich dich doch auch!”

“Was würdest du denn sagen, wenn du so lange weg müsstest?”
“Ähm… Bis Freitag dann, Tschüß Süße!”

“Typisch! Bis Freitag dann. Na toll!”
“Aber es nutzt doch nichts, es muss doch sein.”

“Du könntest ja auch sagen, kannst du nicht hier bleiben?”
“Aber das geht doch gar nicht!”

“Aber ich würde mich freuen.”
“Ich freue mich lieber auf deine Heimkehr.”

“Was machst du denn alles, während ich nicht da bin?”
“Also, hm… Keine Ahnung. Wie immer.”

“Aber ich bin doch gar nicht da.”
“Das ist mir jetzt auch schon aufgefallen…”

“Du musst ohne mich einschlafen dann.”
“Ach ja, stimmt. Das geht nicht.”

“Wieso?”
“Wenn du nicht da bist, kann ich nicht einschlafen.”

“Ehrlich?”
“Dann muss ich mir wohl eine Liebste-Puppe zulegen.”

“Du spinnst wohl! Was ist denn eine Liebste-Puppe??”
“Was zum aufblasen vielleicht. Muss ich mal nach googlen.”

“Du willst dir ja wohl nicht so eine Puppe kaufen!”
“Warum denn nicht? Wenn sie mich an dich erinnert?”

“Die kann dich doch gar nicht knutschen und sich ankuscheln!”
“Vielleicht eine mit blonden Haaren…”

“Aber ich bin doch gar nicht blond!”
“Eben. Damit ich euch nicht verwechsele.”

“Wenn die MEINE Haare hätte, würdest du mich verwechseln??”
“Nur, wenn sie auch noch im Schlaf sprechen würde.”

“Habe ich letzte Nacht wieder was erzählt?”
“Ja. Morgens um 6 Uhr, war ganz toll.”

“Jetzt hast du ja ein paar Nächte ohne mein Reden im Schlaf.”
“Stimmt. Endlich mal wieder ausschlafen…”

“Aber Schatz, eins musst du mir versprechen.”
“So? Was denn?”

“Kauf eine Puppe mit brauen Haaren.”
“Ach was! Warum denn das jetzt plötzlich?”

“Weil ich keine langen blonden Haare im Bett haben will.”

Kopfschüttel…

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Mein tolles T-Shirt

16. Oktober 2006, aus der Schublade Schlafen und Dösen

Mein tolles T-ShirtMeine Liebste und ich liegen nach einem langen Tag erschöpft im Bett. Meistens wechseln wir noch ein paar Worte und unterhalten uns über dies und das, bevor wir das Licht ausmachen.
So auch heute…

“Herrlich! Endlich im Bett! Hui!!”
“Ja, Gott sei dank, was für ein Tag.”

“Was ist das eigentlich für ein komisches T-Shirt?”
“Welches?”

“Na das, was du da an hast.”
“Wieso komisch? Was ist denn damit??”

“Na guck mal, das hat überall so Knubbel.”
“Wo!”

“Da! Und hier! Und hier auch!”
“Ist mir noch gar nicht aufgefallen, naja.”

“Warum trägst du denn so etwas!”
“Ja aber das habe ich doch eh nur nachts ab und zu an.”

“Ach! Ich ziehe mir immer leckere Sachen an und du?”
“LECKERE SACHEN??”

[Meine Liebste reißt ihre Bettdecke nach oben und offenbart mir einen Blick auf Ihr sexy Nachtoutfit. Ich bin beeindruckt!]

“Soll das heißen, das hast du gar nicht bemerkt?”
“Ähm, doch, doch!”

“Du sollst doch nicht lügen!”
“Schatz, ich meine, es war ja die Decke drüber und…”

“Das habe ich ja nicht nur heute an, sondern ganz oft!”
“Ja, jetzt wo du es sagst…”

“Blödmann!”
“Soll ich ein wenig zu dir rüber rutschen?”

“Ach jetzt plötzlich! Nee!”

[Meine Liebste schließt ihre Bettdecke wieder und vergräbt sich bis zur Nasenspitze darin.]

“Glaub mal ja nicht, dass ich das nur für dich anziehe! Pff!”
“Nicht?”

“Nein!”
“Und warum dann?”

“Weil das meine Lieblingssachen für nachts sind!”
“Ja aber das ist mein T-Shirt doch für mich auch!”

“DAS soll dein Lieblings-T-Shirt sein??”
“Ist es. Das habe ich schon ganz lange!”

“DAS SIEHT MAN!”
“Schatz, nun sei doch nicht so und lass mich…”

“Geh weg! Kuschel doch mit deinem tollen T-Shirt!”
“Es kommt nicht auf das T-Shirt, sondern auf den Inhalt an…”

“So? Wer sagt das?”
“Das habe ich ganz alleine rausgefunden.”

“Schön. Ganz toll. Los, zieh mal das T-Shirt aus.”
“Ahh, jetzt wird es interessant!”

[Ich ziehe mir flott mein T-Shirt aus und lege es auf die Bettdecke meiner Liebsten.]

“Schon besser! Warte, jetzt ziehe ich mein Top aus…”
“Lass mich das doch lieber machen, Süße…”

“Nimm die Finger weg!”
“Na gut!”

[Ich schaue meiner Liebsten zu, wie sie sich langsam aufrichtet und sich behutsam von dem samtigen Stück Stoff befreit. Herrlich! Ich freue mich schon! Wie Frauen das bloß immer so hinkriegen!]

“Und?”
“Sehr gut Schatz! Und jetzt?”

“Moment…!”

[Wie aus heiterem Himmel stülpt sich die Liebste MEIN T-Shirt über den Kopf, zieht es nach unten und schmeißt sich gekonnt wieder unter ihre Decke...]

“Du kannst ja meins anziehen! Gute Nacht!”

Kopfschüttel…

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Es war einmal…

8. September 2006, aus der Schublade Schlafen und Dösen

Es war einmal...Meine Liebste und ich sind ziemlich müde, außerdem ist es schon recht spät geworden. Also schnell noch Zähne putzen, Türen schließen und im Bett bequem ausbreiten. Licht aus. Herrlich!

“Ich bin sooo müde, schlaf schön mein Schatz.”
“Ich auch, gute Nacht Süße und träume schön.”

“Kriege ich noch einen Gute Nacht-Kuss?”
“Ja Schatz. Ich hab dich lieb.”

[Meine Liebste schwingt sich auf die Seite und ich lege mich an sie. Es vergehen wohlige 5 Minuten.]

“Du Schatz?”
“Ja?”

“Schläfst du schon?”
“Nein?”

“Dann ist ja gut.”
“Ähm, was?”

“Ich dachte, du schläfst schon.”
“Ja soll ich nicht?”

“Doch, aber ich dachte, ich schlafe vor dir ein.”
“Wie?”

“Egal, ich wollte nur vor dir einschlafen, das mag ich.”
“Ja, aber… na gut. Also schlaf schön.”

-

“Schatz?”
“Was? Ja? Was ist denn??”

“Ich kann nicht einschlafen.”
“Oh Schatz! Du warst doch eben so müde, und jetzt nicht mehr?”

“Nein. Ich bin hellwach und kalte Füße habe ich auch, schau!”

[Wie ein Blitz schießt die Kälte durch mich hindurch, als meine Liebste ihre eisigen Füße zwischen meine Beine schiebt.]

“Ganz kalt sind die!”
“Schatz! Wie kannst du denn nur so kalte Füße haben??”

“Weiß ich doch auch nicht!”
“Zähl ein paar Schafe und denk an was schönes. Schlaf gut.”

-

“Du Schatz?”
“Es darf nicht wahr sein… Was ist denn jetzt wieder?”

“Mir ist total warm.”
“Bitte?”

“Ich schwitze und das Schafe zählen hat nicht geklappt.”
“SCHATZ! Wir zahlen GEZ-Gebühren, schau doch einfach noch eine Viertelstunde Fernsehen!”

“Im Wohnzimmer?”
“Ja, im Wohnzimmer. Das bringt dich auf andere Gedanken und dann kannst du auch schlafen.”

“Nein, nicht ins Wohnzimmer! Da ist das Fenster auf und…”
“…und da ist es wohl zu kalt?? Ich dachte, dir sei so warm!”

“Ja, aber soooo warm jetzt auch wieder nicht.”
“Schatz. Ich liebe dich. Aber was soll ich denn jetzt tun bitte??”

“Erzähl mir was.”
“Was erzählen??”

“Ja, eine Geschichte oder so!”
“Es war einmal ein kleiner Hase, der…”

“Ich bin doch keine zwölf mehr! Was anderes.”
“Oh Mann… Also, wie geht es denn deiner Schwester?”

“Keine Fragen stellen, dabei schlafe ich ja nicht ein!”
“Na gut, also schön: Fischers Fritze fängt frische…”

“NICHT! Das geht mir doch sonst nicht mehr aus dem Kopf!”
“OK… Es war einmal eine Frau, die konnte nicht einschlafen…”

“Schon besser…”
“…und die Frau quälte ihren lieben, attraktiven, charmanten und müden Mann damit.”

“Womit?”
“Mit ihren kalten Füßen!”

“Kommt mir bekannt vor?”
“ACH WAS!”

“Und wie endet die Geschichte?”
“Der Mann ist aufs Sofa im Wohnzimmer umgezogen.”

“Warum?”
“WEIL IHN DIE FRAU FAST WAHNSINNIG GEMACHT HAT!!!”

“Der tut mir aber leid…”
“Schatz, ich meinte damit eigentlich dich!”

“Mich?”
“JA DICH!”

“Ich mache dich wahnsinnig?”
“JAAA!”

“Du scheinst jetzt ziemlich wach zu sein…”
“DAS STIMMT! Ich bin jetzt auch hellwach! Leider!”

“Dann geh doch ins Wohnzimmer, ein bisschen fernsehen!”

Kopfschüttel…

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Das Bett mit der Mitte

9. August 2006, aus der Schublade Schlafen und Dösen

Das Bett mit der MitteEs war lange schonmal fällig; und jetzt haben meine Liebste und ich ein neues Bett angeschafft. Alle wichtigen Kriterien wurden beachtet: es ist elegant und groß, hat die richtige Farbe, die Matratzen super, dekoriert drumherum, neue Bettwäsche, und so weiter. Wir liegen abends drin.

“Du das ist blöd das neue Bett.”
“Was?? Vorhin war es doch noch das schönste Bett von allen!”

“Ja schon, es sieht toll aus und man liegt auch super drin.”
“Und was ist dann jetzt bitte blöd?”

“Ich liege auf der Ritze.”
“Auf welcher Ritze??”

“Na hier, zwischen den beiden Matratzen ist eine Ritze und da liege ich jetzt.”
“Ach so, das meinst du. Und?”

“Ich mag nicht auf der Ritze liegen, sonst falle ich da rein!”
“Schatz, du bist zwar sehr schlank, aber…”

“Schau, hier, mit meinem Ellenbogen, jetzt stecke ich drin!”
“Das meinst du doch jetzt nicht ernst!”

“Doch. Wenn sich die Matratzen verschieben, liege ich drin!”
“Erstens verschieben die sich nicht und zweitens: leg dich doch einfach auf deine Bettseite!”

“Wenn ich mich auf meine Seite lege, dann bin ich aber so weit weg von dir.”
“Ja aber dafür haben wir doch extra DIESES große Bett gekauft!”

“Schon, aber ich habe nicht dran gedacht, dass ich dann auf der Ritze liegen muss.”
“Ja, aber, ich, du… Also gut. Schatz, bitte pass auf, dass du nicht in die Ritze fällst.”

“Haha. Veräppeln kann ich mich auch alleine!”
“Nicht, dass es dir so geht, wie einem deiner Kartoffelchips, der zwischen die Sofafalte gerutscht ist und nun dort ein einsames Dasein fristet.”

“Du nimmst mich wieder überhaupt nicht ernst. Ich habe hier ein Problem und für dich bin ich nur ein fettiger Kartoffelchip!”
“Wenn du in die Bettritze fällst, nehme ich die lange Staubsaugerdüse und sauge dich wieder raus! Haha!”

“Du hast mich gar nicht lieb. Ich geh auf meine Seite.”

[Meine Liebste rollt sich eingeschnappt auf ihre Seite des Bettes, legt sich abkehrend auf die Seite und wendet mir stumm Ihren Allerwertesten zu. So hält sie es gewöhnlich bis zu 30 Sekunden aus, wenn wir irgendwas diskutieren.]

“Ich kann so nicht einschlafen!”
“Ach! Und jetzt?”

“Du musst zu mir rüberkommen.”
“Du meinst, so wie jeden Abend, wenn wir einschlafen?”

“Ja.”
“Also so, wie wir es hunderte Nächte zuvor schon taten?”

“Jaaaa.”
“Also ist die Ritze hier jetzt doch nicht so schlimm?”

“Du hast noch drei Sekunden!”
“Und dann passiert was?”

“Dann komme ich zu DIR rüber und dann bleibe ich auch da!”
“Oh nein, bitte Schatz, das kannst du mir nicht antun!”

“Doch! Noch zwei Sekunden.”
“Du schmorst nachts heißer als ein Hochofen, das halte ich nicht aus!”

“Das machen wir jetzt jeden Abend so. Noch eine Sekunde!”
“Moment, ich komme ja, ich komme schon!”

“Eigentlich ganz praktisch so eine Ritze. Aber fall nicht rein!”

Kopfschüttel…

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Morgens um 7

15. Juli 2006, aus der Schublade Schlafen und Dösen

Morgens um 7Am heutigen Morgen kann meine Liebste eine halbe Stunde länger liegenbleiben; sie muss erst später los. Also stehe ich ganz leise auf und schleiche auf Zehenspitzen aus dem Schlafzimmer.

“Schatz, wo willst du denn hin??”
“Ja, ich stehe auf? Schlaf du noch schön weiter.”

“Du kannst doch nicht aufstehen, ohne dich vorher angekuschelt zu haben!”
“Ich wollte dich nicht wecken.”

“Du weißt doch, dass ich immer aufwache, wenn du aufstehst!”
“Ja, aber ich dachte, heute vielleicht nicht.”

“Komm her!” [rudert wild mit den Armen]
“Also gut.”

“Das ist blöd, wenn du einfach aufstehst. Dann fängt der Tag schon doof an.”
“Ich wollte dich doch aber schlafen lassen.”

“Ich kann ja dann später weiterschlafen.”
“Ach komm, wenn morgens dein Kopf angeht, bist du doch ruck zuck hell wach.”

“Warum stehst du überhaupt jetzt schon auf?”
“Ähm, weil ich vielleicht zur Arbeit muss??”

“Du könntest ja ruhig mal auch etwas länger liegenbleiben.”
“Schatz, das kannst du heute ja auch tun, ich aber nicht.”

“Warum nicht? Du bist doch da der Chef?”
“Bin ich nicht. Und außerdem möchte ich jetzt aufstehen.”

“Nur noch 5 Minuten!”
“Och Schatz, ich…”

“Nur noch 5 Minuten!! Einmal Ankuscheln!”
“Also gut, aber gleich lässt du mich aufstehen.”

“Ja, dann kannst du gehen.”
“Danke Schatz…”

[1 Minute später...]

“Ich glaube, ich muss auf Klo.”
“Wie? Jetzt??”

“Ich muss immer aufs Klo, wenn ich wach werde.”
“Aber ich dachte, du wolltest länger schlafen? “

“Ja aber jetzt bin ich doch wach!”
“Jetzt bin ich extra wegen dir ins Bett zurück gekommen und da willst du…”

“Ich muss jetzt mal aufstehen eben. Bleib du doch ruhig noch liegen! Ich muss eh Haare waschen.”

Kopfschüttel…

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Mücken im Schlafzimmer

7. Juli 2006, aus der Schublade Schlafen und Dösen

Mücken im SchlafzimmerMeine Liebste ist der festen Überzeugung, alle Mücken dieser Welt hätten nur auf sie gewartet.
Daher müssen alle Maßnahmen ergriffen werden, den Einfall eines Mückenschwadrons in die heimische Wohnung zu verhindern.

“Du, ist das Fenster im Schlafzimmer auch zu?”
“Nein, es ist auf. Zum Lüften. So wie immer.”

“Aber dann kommen doch die ganzen Mücken rein!”
“War gestern abend eine Mücke im Schlafzimmer?”

“Ich habe keine gesehen, glaube ich?”
“Siehst du.”

“Ist denn das Licht auch aus?”
“Ja.”

“Dann mach es aber auch nicht an, ja?”
“Nein. Wir sind ja auch nicht drin.”

“Aber auch kein Licht anmachen, wenn wir drin sind!”
“Schatz, aber wenn wir schlafen gehen, dann machen wir doch immer…”

“Es wird kein Licht angemacht!”
“Nun gut. Du organisierst das heute abend dann, ja?”

“Ist doch einfach: im Dunkeln reingehen, Fenster zu, Licht an, ins Bett gehen, Licht aus, Fenster wieder aufmachen.”
“Aha, soso… Und wie macht man das Fenster auf, wenn man schon im Bett liegt?”

“Man nicht, aber du!”
“Wieso denn ich? Ich muss doch dann im Dunkeln einmal um das Bett rum!”

“Aber du hast das Fenster doch auch aufgemacht und lässt die Mücken rein.”
“Ich lasse die Mücken nicht rein!”

“Tust du wohl! Und mich stechen die dann!”
“Schatz, OK. Also. Weil ich dich so lieb habe, mache ich im Dunkeln heute abend das Fenster wieder auf, wenn du im Bett liegst, und stolpere um dich rum ins Bett zurück. OK? Bist du dann zufrieden?”

“Nee, weil bis dahin sind die Mücken eh schon alle drin!”

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Es sah aber so aus!

17. Juli 2007, aus der Schublade Schlafen und Dösen

Es sah aber so aus! (photocase.de © popeljack)Meine Liebste und ich liegen endlich in unserem großen Bett.
Bei uns steht die Schlafzimmertür tagsüber immer offen; wenn sie abends von der Liebsten geschlossen wird, ist das immer ein angenehmes Zeichen:
der Tag ist zu Ende, die Nacht fängt an.

“Hmhhmhmhmmjam…”
“Schläfst du schon, Süße?”

“Nee; sonst könnte ich dir ja wohl nicht antworten.”
“Aber um zu wissen, ob du antwortest, muss ich doch fragen?”

“Ganz schön schlau, Schatz. Lass mich, ich bin müde.”
“Wenn du jetzt nichts gesagt hättest, dann wüsste ich…”

“Jaaa doch. Du hast ja recht, Schatz.”
“Obwohl du ja manchmal nichts sagst.”

“Was? Was sage ich nicht?”
“Ich frage dich was und du sagst einfach nichts.”

“Ich??”
“Ich denke dann, dass du schläfst, tust du aber gar nicht.”

“Kann sein, na und?”
“Na und??”

“Ja ist das so schlimm?”
“Wenn ich dich was frage und du stellst dich schlafend??”

“Tue ich ja gar nicht!”
“Hast du aber!”

“Habe ich nicht!”
“Es sah aber so aus.”

“Was hast du mich denn gefragt?”
“Das weiß ich nicht mehr, aber es war so.”

“Vielleicht habe ich ja wirklich schon geschlafen?”
“Nö. Hast du nicht, das weiß ich.”

“Schön! Und was willst du denn jetzt eigentlich von mir?”
“Ich wollte fragen, ob wir mal den Keller aufräumen sollen.”

“-”
“Jetzt sagst du ja schon wieder nichts!”

“-”
“Was ist denn jetzt??”

“Ich schlafe schon.”
“Tust du nicht! Sonst würdest du das ja nicht sagen können!”

“Bin grade aufgewacht.”
“Sehr witzig!”

“Hast du was gesagt?”
“Keller aufräumen?”

“Tu dir keinen Zwang an.”
“Ich meinte aber eigentlich WIR!”

“-”
“Süße?”

“-”
“Schläfst du jetzt schon wieder?”

“Ja.”
“Tust du nicht! Jetzt sag doch mal!”

“Doch mal.”
“Nein, ob wir demnächst mal den Keller aufräumen.”

“-”
“Liebste!”

“-”
“Ich lade dich morgen auf ein Eis ein.”

“Super!”
“Siehst du, du schläfst ja doch nicht!”

“Bin grade wieder aufgewacht.”
“DAS ist NICHT lustig!”

“Ich habe geträumt, dass du mich auf ein Eis einlädst.”
“-”

“Hast du doch, oder?”
“-”

“Ich habe es genau gehört!”
“-”

“Schatz? Oder?”
“Ich schlafe schon.”

“Tust du nicht!”
“Doch.”

“Aber ich schlafe doch schon, nicht du!”
“Pff! Schlafen wir eben beide schon.”

“Nein!”
“Doch!”

“Wir können uns ja wohl nicht unterhalten, wenn wir schlafen!”
“Das ist auch der Sinn und Zweck des Schlafens.”

“Damit du dich nicht mit mir unterhalten musst??”
“Nicht direkt. Aber es ist ein Nebeneffekt.”

“Blödmann!”
“Selber!”

“Kriege ich nun morgen das Eis!?”
“Räumen wir demnächst den Keller auf!?”

“-”
“-”

“Schläfst du schon, Schatz?”
“Ja, Liebste.”

“Was für ein Zufall, ich auch!”

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Ich gehe ins Gästezimmer!

12. Mai 2007, aus der Schublade Schlafen und Dösen

Ich gehe ins Gästezimmer! (photocase.de © Nenuphar)Meine Liebste und ich liegen abends endlich wieder in unserem Bett. Das besondere Highlight heute: es wurde neue und frisch duftende Bettwäsche aufgezogen.
Die Liebste scheint darin zu schwimmen, wie Dagobert Duck in seinem Geldspeicher.

“Ahhh, ist das herrlich!”
“Ja Süße. War aber auch mal wieder fällig.”

“Ich könnte jeden Tag das Bett neu beziehen.”
“Naja, also jeden Tag…”

“Wo ist denn eigentlich das Bild hin?”
“Was für ein Bild?”

“Na da an der Wand, da wo der Nagel hängt.”
“Da war kein Bild, Schatz.”

“Und wofür ist der Nagel?
“Welcher Nagel denn?”

“Der da neben dem Schrank?”
“Also ich habe da keinen Nagel in die Wand gehauen.”

“Und was ist das dann?”
“Steh doch auf und schau nach!”

“Nee, ich bleibe hier liegen, schau du, ja?”

[Widerwillig schlage ich meine frisch bezogene Bettdecke zur Seite und stehe noch einmal auf, um den ungewöhnlichen Nagel in Augenschein zu nehmen. Da hing vorher nichts, da soll nichts hängen und ich bin schon neugierig, wie da plötzlich ein Nagel hingekommen ist.]

“Das ist kein Nagel.”

“Was denn?”
“Eine Spinne.”

“EINE SPINNE?? IHHH, MACH DIE WEG!!”
“Es ist nur eine klitzekleine Spinne, Schatz.”

“Wie kommt die denn in MEIN Schlafzimmer??”
“Soll ich sie fragen?”

“Blödmann! Mach die weg, weg, weg!”
“Na schön… Ich leihe mir mal deinen Schlappen, ja?”

“Nee, nicht meine Schlappen! Dann klebt die da ja dran!”
“Ja und was soll ich sonst nehmen?”

“Kannst du sie nicht nach draußen setzen?”
“Och Schatz!”

“Mit einem Glas oder so.”
“Dann muss ich ja in die Küche laufen.”

“Bitte, bitte!”
“Na schön…”

[Also wenn schon, dann richtig. Ich hole aus der Küche ein altes Trinkglas, das früher einmal als Senfglas erworben wurde. Bei dieser Gelegenheit denke ich darüber nach, wie viele Menschen wohl diese Gläser zuhause haben. Dann schlurfe ich noch ins Arbeitszimmer und nehme ein Blatt Papier mit. Mangels Alternativen übrigens das teure Tintendrucker-Papier; für die kleine Spinne nur das Beste.]

“Wo warst du denn so lange?”
“Ich habe das Spinnen-Rettungsset zusammengestellt, aber… Ähm…”

“Was ist?”
“Wo ist die Spinne?”

“Was??”
“Sie ist nicht mehr da, hast du sie denn nicht beobachtet?”

“Soll das heißen, dass sie weggekrabbelt ist??”
“Naja… Sie wird sich nicht von selbst in Luft aufgelöst haben…”

“Jetzt ist hier irgendwo eine Spinne!”
“Vielleicht hinter dem Schrank oder so…”

“Ich gehe ins Gästezimmer!”
“Was? Wo willst du hin?”

“Ich kann hier nicht schlafen, wenn hier eine Spinne ist!”
“Schatz! Die ist klitzeklein, die hat mehr Angst vor dir!”

“Nein! Die krabbelt dann unter meine Bettdecke und dann…”
“So ein Blödsinn! Da würde sie ja sofort verbrutzeln.”

“Wieso das denn?”
“Weil unter deiner Bettdecke die klimatischen Bedingungen selbst für mich lebensbedrohlich sind.”

“Es zwingt dich ja niemand!”
“Was ist jetzt mit der Spinne?”

“Mach die weg!”
“Ich weiß doch aber nicht, wo sie jetzt ist!”

“Kannst du den Schrank nicht zur Seite schieben?”
“Schatz! Der wiegt 2 Tonnen.”

“Ich kann aber so nicht schlafen!”
“Halt!”

“Was?”
“Ich habe sie, ich habe sie! Da unten!”

[Die kleine Spinne sitzt friedlich auf der Fußleiste. Wahrscheinlich hat sie sich das alles mit angehört und schon Pläne geschmiedet, ein großes Glas über die Liebste zu stülpen, ein Blatt unterzuschieben und sie vorsichtig rauszusetzen. Ähnliche Pläne haben sich auch schon in meinem Kopf ausgebreitet... Dieses Schicksal ereilt dann am Ende aber doch die kleine Spinne selbst.]

“Ist sie weg?”
“Ja Schatz. Sie sitzt jetzt in der Blume auf dem Balkon.”

“Sehr gut, danke Schatz. Und jetzt weiter.”
“Ähm… Was weiter?”

“Na weitersuchen.”
“Wie jetzt! Wonach?”

“Ob hier noch andere Spinnen sind natürlich.”
“Schatz! Ich kann doch jetzt nicht…”

“Wo eine Spinne ist, da können auch noch andere sein!”
“Das kannst du echt selber machen! Ich gehe jetzt wieder ins Bett!”

“Was ist das denn da?”
“Wo?”

“Da oben?”
“Das ist ein Fleck, keine Spinne.”

“Ach so. Und das da neben der Gardine?”
“Schatz!”

“Das ist noch eine Spinne!”
“Das ist nur ein Schatten!”

“Na gut.”
“Gute Nacht.”

“Das war doch nur eine kleine Spinne, oder?”
“Ja. Mini.”

“Das verstehe ich echt nicht.”
“Was. Was verstehst du jetzt nicht?”

“Warum so viele Leute Angst vor Spinnen haben.”

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Da findet man ja nichts

4. Mai 2007, aus der Schublade Schlafen und Dösen

Da findet man ja nichtsMeine Liebste und ich liegen abends endlich im Bett und freuen uns auf das gemeinsame Einschlafen.
Ich finde, das sind häufig die schönsten und entspannendsten 5 Minuten des Tages.

“Machst du gleich das Licht aus?”
“Ja Süße, gleich.”

“Du, fährst du morgen zur Arbeit?”
“Nein, ich fahre morgen nach Mallorca.”

“Was??”
“NATÜRLICH fahre ich morgen zur Arbeit! Wieso?”

“Dann kommst du doch bei IKEA vorbei, oder?”
“Naja, ich fahre auf der Autobahn dran vorbei.”

“Kannst du dann da ein paar Kleiderbügel holen?”
“Bei IKEA??”

“Da gibt´s 8 Stück für 4 Euro.”
“Och Schatz, muss das sein?”

“Ja, weil du keinen mehr hast.”
“Ich? Wieso ich? Natürlich habe ich noch welche!”

“Nö.”
“Klar! Die hängen alle in meinem Schrank.”

“Jetzt nicht mehr.”
“Wie bitte??”

“Naja, ich habe mir drei Sommerblusen gekauft.”
“Ich weiß, na und?”

“Und ich hatte selber keine eigenen Bügel mehr.”
“Ach! Und da hast du einfach mal bei mir…”

“Du hattest doch noch welche und du kaufst dir ja nie was.”
“Schatz! Du belegst Dreiviertel unseres Schrankes!”

“Und was heißt das jetzt?”
“Kannst du da nicht wenigstens meinen kläglichen Rest in Ruhe lassen??”

“Tue ich ja auch, so wie das da drin aussieht…”
“Naja, ich könnte da mal wieder aufräumen…”

“Das ist wohl richtig, da findet man ja nichts.”
“Ich schon! Und die Bügel konntest du ja anscheinend finden.”

“Darf ich deine Bügel denn behalten?”
“Hm…”

“Habe ich dir heute schon gesagt, dass ich dich lieb habe?”
“Pff…!”

“Du kriegst auch die neuen Kleiderbügel. Von IKEA, die guten.”
“Hm…”

“Ich gebe dir auch die 4 Euro.”
“Na gut. Ausnahmsweise. Weil du meine Liebste bist.”

“Super Schatz!”
“Aber nur unter Protest! Das möchte ich noch mal betonen!”

“Nur unter Protest, verstanden.”
“Ich fahre da morgen mal vorbei, wenn ich es schaffe…”

“Kann ich dann noch 5 Bügel von dir ab haben?”
“Wie bitte??”

“Na du brauchst doch eh keine!”

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Eine eindeutig ablehnende Haltung

24. Februar 2007, aus der Schublade Schlafen und Dösen

Eine eindeutig ablehnende Haltung (photocase.de © popeljack)Meine Liebste und ich sind zu Bett gegangen. Besonders ich bin heute ziemlich erschlagen von der zurückliegenden stressigen Arbeitswoche, so dass mir langsam die Augen zufallen, während die Liebste noch ein Kreuzworträtsel macht. Warum auch nicht…

“Schatz?”
“… Ja, Süße?”

“Willst du jetzt schlafen?”
“Ja, das würde ich gerne.”

“Stört dich das, wenn ich das Licht noch an lasse?”
“Nein, mach nur.”

“Weil, wenn ich es aus mache, dann sehe ich ja nichts mehr.”
“Es stört mich nicht, kein Problem.”

“Darf ich dich noch was fragen?”
“Und das wäre?”

“Wie hieß noch mal dieser Kaiser da in Rom?”
“Keine Ahnung.”

“Vier Buchstaben.”
“Dann ist es Nero, glaube ich.”

“Stimmt! Das passt! Danke!”
“Träum was Schönes…”

“Ich muss dich aber vorher noch etwas fragen.”
“Kannst du das nicht auch morgen noch? Bitte?”

“Also eigentlich wäre das schon heute wichtig.”
“Na gut, also schön. Was ist denn so wichtig jetzt.”

“Wir passen eigentlich nicht zusammen.”
“Ähm… Was?”

“Wir passen nicht zusammen, weil du dich immer umdrehst.”
“Schatz, darf ich jetzt bitte schlafen?”

“Nein, weil dann machst du es ja wieder.”
“Was mache ich denn?”

“Na du drehst dich um!”
“Wobei? Im Schlaf oder was?”

“Die Schlafstellung eines Paares verrät viel über die Beziehung.”
“Ach und wir schlafen nicht so, wie es sein soll, oder was??”

“Nein, weil wir nachts immer beide nach außen liegen.”
“Und?”

“Das ist eine eindeutig ablehnende Haltung.”
“Aha, sehr schön, und wer sagt das bitte?”

“Ist doch egal, oder? Ich finde das sehr überzeugend.”
“Ich nicht.”

“Warum nicht?”
“Weil es Blödsinn ist, darum!”

“Und woher weißt du das?”
“Schatz, bitte, können wir das nicht morgen…”

“Nein! Weil ich möchte, dass wir es heute mal anders machen.”
“Was denn??”

“Naja, dass wir uns mal zueinander drehen.”
“Das klappt eh nicht.”

“Siehst du, es stimmt was nicht, du sagst es ja selber!”
“Was soll denn nicht stimmen??”

“Vielleicht verschweigst du mir ja was.”
“Ich verschweige dir nichts und ich liebe dich.”

“Jaaa, aber dann drehst du dich doch wieder weg!”
“Du doch auch!”

“Schon, aber ich habe einen ganz anderen Grund.”
“Also ich habe keinen Grund und: welchen hast du denn??”

“Weil du mich nachts immer anpustest.”
“Was??”

“Ich kann dann nicht schlafen, wenn du mir ins Gesicht pustest.”
“Ich puste doch nicht!”

“Nein, vielleicht nicht pusten, aber so doll atmen eben.”
“Ja Entschuldigung, ich meine, so ganz ohne geht ja wohl nicht!”

“Atme ich nachts auch so doll?”
“Keine Ahnung, du drehst mir ja immer deinen Allerwertesten zu.”

“Also möchtest du eigentlich auch, dass wir uns zueinander…”
“Ich möchte einfach nur so schlafen, wie es mir passt, mehr nicht.”

“Aber wir können es doch einmal ausprobieren, oder?”
“Das geht ja wohl anscheinend gar nicht.”

“Wieso?”
“WEIL ICH DICH IMMER ANPUSTE!”

“Hm…”
“Ach, was ist denn jetzt? Sackgasse??”

“Das ist schwierig…”
“Denk einfach darüber nach, und morgen kannst du mir ja…”

“Nein, nein, ich hab´s!”
“Das hört sich schon wieder nicht gut an…”

“Ich weiß jetzt, wie wir das machen können!”
“Und? Ich höre…”

“Ich muss nur einfach VOR DIR einschlafen!”
“Schatz, das ist doch wieder alles Mumpitz!”

“Warte, ich mache nur noch schnell das Kreuzworträtsel!”

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Die Liebste-Puppe

9. Januar 2007, aus der Schublade Schlafen und Dösen

Die Liebste-PuppeMeine Liebste muss leider für einige Tage beruflich verreisen. Fast eine ganze Woche wird sie unterwegs sein und ihre sorgfältigen Reisevorbereitungen fallen – wie immer – recht umfangreich aus.
In diesem Augenblick schnappt das Schloss des Koffers ein.

“Habe ich jetzt alles eingepackt, was ich brauche?”
“Bestimmt, Süße, bestimmt.”

“Und wenn nicht?”
“Na und? Zur Not kaufst du eben nach, was fehlt.”

“Klar! Ist ja auch nicht dein Geld!”
“Ich meine doch nur, im Fall der Fälle.”

“Man kann das auch sorgfältig planen.”
“Das tust du doch immer. Stundenlang…”

“Ich habe eben gerne alles dabei.”
“Schon gut, was soll´s. Wir haben ja noch Koffer…”

“Ich verstehe gar nicht, wieso du immer so wenig hast.”
“Weil ich mich auf einer Reise nicht 3-mal am Tag umziehe.”

“Tue ich doch auch nicht!”
“So? Und warum hast du dann 5 Pullover für 4 Tage mit??”

“Na für jeden Tag einen. Und einer in Reserve.”
“Na gut, von mir aus…”

“Jetzt sehen wir uns soooo lange nicht…”
“In 5 Tagen bist du ja wieder hier.”

“Macht dir das denn gar nichts aus?”
“Was?”

“Dass ich so lange weg bin!”
“Naja, ich hätte dich schon lieber hier.”

“Kann ich dich nicht mit in den Koffer packen??”
“Nein Schatz, dann müsstest du die Pullover hier lassen.”

“Du bist doof.”
“Wieso??”

“Weil du mich gar nicht vermisst!”
“Doch, tue ich wohl.”

“Ich würde dich vermissen, wenn du 1 Woche weg wärst.”
“Aber ich dich doch auch!”

“Was würdest du denn sagen, wenn du so lange weg müsstest?”
“Ähm… Bis Freitag dann, Tschüß Süße!”

“Typisch! Bis Freitag dann. Na toll!”
“Aber es nutzt doch nichts, es muss doch sein.”

“Du könntest ja auch sagen, kannst du nicht hier bleiben?”
“Aber das geht doch gar nicht!”

“Aber ich würde mich freuen.”
“Ich freue mich lieber auf deine Heimkehr.”

“Was machst du denn alles, während ich nicht da bin?”
“Also, hm… Keine Ahnung. Wie immer.”

“Aber ich bin doch gar nicht da.”
“Das ist mir jetzt auch schon aufgefallen…”

“Du musst ohne mich einschlafen dann.”
“Ach ja, stimmt. Das geht nicht.”

“Wieso?”
“Wenn du nicht da bist, kann ich nicht einschlafen.”

“Ehrlich?”
“Dann muss ich mir wohl eine Liebste-Puppe zulegen.”

“Du spinnst wohl! Was ist denn eine Liebste-Puppe??”
“Was zum aufblasen vielleicht. Muss ich mal nach googlen.”

“Du willst dir ja wohl nicht so eine Puppe kaufen!”
“Warum denn nicht? Wenn sie mich an dich erinnert?”

“Die kann dich doch gar nicht knutschen und sich ankuscheln!”
“Vielleicht eine mit blonden Haaren…”

“Aber ich bin doch gar nicht blond!”
“Eben. Damit ich euch nicht verwechsele.”

“Wenn die MEINE Haare hätte, würdest du mich verwechseln??”
“Nur, wenn sie auch noch im Schlaf sprechen würde.”

“Habe ich letzte Nacht wieder was erzählt?”
“Ja. Morgens um 6 Uhr, war ganz toll.”

“Jetzt hast du ja ein paar Nächte ohne mein Reden im Schlaf.”
“Stimmt. Endlich mal wieder ausschlafen…”

“Aber Schatz, eins musst du mir versprechen.”
“So? Was denn?”

“Kauf eine Puppe mit brauen Haaren.”
“Ach was! Warum denn das jetzt plötzlich?”

“Weil ich keine langen blonden Haare im Bett haben will.”

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Mein tolles T-Shirt

16. Oktober 2006, aus der Schublade Schlafen und Dösen

Mein tolles T-ShirtMeine Liebste und ich liegen nach einem langen Tag erschöpft im Bett. Meistens wechseln wir noch ein paar Worte und unterhalten uns über dies und das, bevor wir das Licht ausmachen.
So auch heute…

“Herrlich! Endlich im Bett! Hui!!”
“Ja, Gott sei dank, was für ein Tag.”

“Was ist das eigentlich für ein komisches T-Shirt?”
“Welches?”

“Na das, was du da an hast.”
“Wieso komisch? Was ist denn damit??”

“Na guck mal, das hat überall so Knubbel.”
“Wo!”

“Da! Und hier! Und hier auch!”
“Ist mir noch gar nicht aufgefallen, naja.”

“Warum trägst du denn so etwas!”
“Ja aber das habe ich doch eh nur nachts ab und zu an.”

“Ach! Ich ziehe mir immer leckere Sachen an und du?”
“LECKERE SACHEN??”

[Meine Liebste reißt ihre Bettdecke nach oben und offenbart mir einen Blick auf Ihr sexy Nachtoutfit. Ich bin beeindruckt!]

“Soll das heißen, das hast du gar nicht bemerkt?”
“Ähm, doch, doch!”

“Du sollst doch nicht lügen!”
“Schatz, ich meine, es war ja die Decke drüber und…”

“Das habe ich ja nicht nur heute an, sondern ganz oft!”
“Ja, jetzt wo du es sagst…”

“Blödmann!”
“Soll ich ein wenig zu dir rüber rutschen?”

“Ach jetzt plötzlich! Nee!”

[Meine Liebste schließt ihre Bettdecke wieder und vergräbt sich bis zur Nasenspitze darin.]

“Glaub mal ja nicht, dass ich das nur für dich anziehe! Pff!”
“Nicht?”

“Nein!”
“Und warum dann?”

“Weil das meine Lieblingssachen für nachts sind!”
“Ja aber das ist mein T-Shirt doch für mich auch!”

“DAS soll dein Lieblings-T-Shirt sein??”
“Ist es. Das habe ich schon ganz lange!”

“DAS SIEHT MAN!”
“Schatz, nun sei doch nicht so und lass mich…”

“Geh weg! Kuschel doch mit deinem tollen T-Shirt!”
“Es kommt nicht auf das T-Shirt, sondern auf den Inhalt an…”

“So? Wer sagt das?”
“Das habe ich ganz alleine rausgefunden.”

“Schön. Ganz toll. Los, zieh mal das T-Shirt aus.”
“Ahh, jetzt wird es interessant!”

[Ich ziehe mir flott mein T-Shirt aus und lege es auf die Bettdecke meiner Liebsten.]

“Schon besser! Warte, jetzt ziehe ich mein Top aus…”
“Lass mich das doch lieber machen, Süße…”

“Nimm die Finger weg!”
“Na gut!”

[Ich schaue meiner Liebsten zu, wie sie sich langsam aufrichtet und sich behutsam von dem samtigen Stück Stoff befreit. Herrlich! Ich freue mich schon! Wie Frauen das bloß immer so hinkriegen!]

“Und?”
“Sehr gut Schatz! Und jetzt?”

“Moment…!”

[Wie aus heiterem Himmel stülpt sich die Liebste MEIN T-Shirt über den Kopf, zieht es nach unten und schmeißt sich gekonnt wieder unter ihre Decke...]

“Du kannst ja meins anziehen! Gute Nacht!”

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Es war einmal…

8. September 2006, aus der Schublade Schlafen und Dösen

Es war einmal...Meine Liebste und ich sind ziemlich müde, außerdem ist es schon recht spät geworden. Also schnell noch Zähne putzen, Türen schließen und im Bett bequem ausbreiten. Licht aus. Herrlich!

“Ich bin sooo müde, schlaf schön mein Schatz.”
“Ich auch, gute Nacht Süße und träume schön.”

“Kriege ich noch einen Gute Nacht-Kuss?”
“Ja Schatz. Ich hab dich lieb.”

[Meine Liebste schwingt sich auf die Seite und ich lege mich an sie. Es vergehen wohlige 5 Minuten.]

“Du Schatz?”
“Ja?”

“Schläfst du schon?”
“Nein?”

“Dann ist ja gut.”
“Ähm, was?”

“Ich dachte, du schläfst schon.”
“Ja soll ich nicht?”

“Doch, aber ich dachte, ich schlafe vor dir ein.”
“Wie?”

“Egal, ich wollte nur vor dir einschlafen, das mag ich.”
“Ja, aber… na gut. Also schlaf schön.”

-

“Schatz?”
“Was? Ja? Was ist denn??”

“Ich kann nicht einschlafen.”
“Oh Schatz! Du warst doch eben so müde, und jetzt nicht mehr?”

“Nein. Ich bin hellwach und kalte Füße habe ich auch, schau!”

[Wie ein Blitz schießt die Kälte durch mich hindurch, als meine Liebste ihre eisigen Füße zwischen meine Beine schiebt.]

“Ganz kalt sind die!”
“Schatz! Wie kannst du denn nur so kalte Füße haben??”

“Weiß ich doch auch nicht!”
“Zähl ein paar Schafe und denk an was schönes. Schlaf gut.”

-

“Du Schatz?”
“Es darf nicht wahr sein… Was ist denn jetzt wieder?”

“Mir ist total warm.”
“Bitte?”

“Ich schwitze und das Schafe zählen hat nicht geklappt.”
“SCHATZ! Wir zahlen GEZ-Gebühren, schau doch einfach noch eine Viertelstunde Fernsehen!”

“Im Wohnzimmer?”
“Ja, im Wohnzimmer. Das bringt dich auf andere Gedanken und dann kannst du auch schlafen.”

“Nein, nicht ins Wohnzimmer! Da ist das Fenster auf und…”
“…und da ist es wohl zu kalt?? Ich dachte, dir sei so warm!”

“Ja, aber soooo warm jetzt auch wieder nicht.”
“Schatz. Ich liebe dich. Aber was soll ich denn jetzt tun bitte??”

“Erzähl mir was.”
“Was erzählen??”

“Ja, eine Geschichte oder so!”
“Es war einmal ein kleiner Hase, der…”

“Ich bin doch keine zwölf mehr! Was anderes.”
“Oh Mann… Also, wie geht es denn deiner Schwester?”

“Keine Fragen stellen, dabei schlafe ich ja nicht ein!”
“Na gut, also schön: Fischers Fritze fängt frische…”

“NICHT! Das geht mir doch sonst nicht mehr aus dem Kopf!”
“OK… Es war einmal eine Frau, die konnte nicht einschlafen…”

“Schon besser…”
“…und die Frau quälte ihren lieben, attraktiven, charmanten und müden Mann damit.”

“Womit?”
“Mit ihren kalten Füßen!”

“Kommt mir bekannt vor?”
“ACH WAS!”

“Und wie endet die Geschichte?”
“Der Mann ist aufs Sofa im Wohnzimmer umgezogen.”

“Warum?”
“WEIL IHN DIE FRAU FAST WAHNSINNIG GEMACHT HAT!!!”

“Der tut mir aber leid…”
“Schatz, ich meinte damit eigentlich dich!”

“Mich?”
“JA DICH!”

“Ich mache dich wahnsinnig?”
“JAAA!”

“Du scheinst jetzt ziemlich wach zu sein…”
“DAS STIMMT! Ich bin jetzt auch hellwach! Leider!”

“Dann geh doch ins Wohnzimmer, ein bisschen fernsehen!”

Kopfschüttel…

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Das Bett mit der Mitte

9. August 2006, aus der Schublade Schlafen und Dösen

Das Bett mit der MitteEs war lange schonmal fällig; und jetzt haben meine Liebste und ich ein neues Bett angeschafft. Alle wichtigen Kriterien wurden beachtet: es ist elegant und groß, hat die richtige Farbe, die Matratzen super, dekoriert drumherum, neue Bettwäsche, und so weiter. Wir liegen abends drin.

“Du das ist blöd das neue Bett.”
“Was?? Vorhin war es doch noch das schönste Bett von allen!”

“Ja schon, es sieht toll aus und man liegt auch super drin.”
“Und was ist dann jetzt bitte blöd?”

“Ich liege auf der Ritze.”
“Auf welcher Ritze??”

“Na hier, zwischen den beiden Matratzen ist eine Ritze und da liege ich jetzt.”
“Ach so, das meinst du. Und?”

“Ich mag nicht auf der Ritze liegen, sonst falle ich da rein!”
“Schatz, du bist zwar sehr schlank, aber…”

“Schau, hier, mit meinem Ellenbogen, jetzt stecke ich drin!”
“Das meinst du doch jetzt nicht ernst!”

“Doch. Wenn sich die Matratzen verschieben, liege ich drin!”
“Erstens verschieben die sich nicht und zweitens: leg dich doch einfach auf deine Bettseite!”

“Wenn ich mich auf meine Seite lege, dann bin ich aber so weit weg von dir.”
“Ja aber dafür haben wir doch extra DIESES große Bett gekauft!”

“Schon, aber ich habe nicht dran gedacht, dass ich dann auf der Ritze liegen muss.”
“Ja, aber, ich, du… Also gut. Schatz, bitte pass auf, dass du nicht in die Ritze fällst.”

“Haha. Veräppeln kann ich mich auch alleine!”
“Nicht, dass es dir so geht, wie einem deiner Kartoffelchips, der zwischen die Sofafalte gerutscht ist und nun dort ein einsames Dasein fristet.”

“Du nimmst mich wieder überhaupt nicht ernst. Ich habe hier ein Problem und für dich bin ich nur ein fettiger Kartoffelchip!”
“Wenn du in die Bettritze fällst, nehme ich die lange Staubsaugerdüse und sauge dich wieder raus! Haha!”

“Du hast mich gar nicht lieb. Ich geh auf meine Seite.”

[Meine Liebste rollt sich eingeschnappt auf ihre Seite des Bettes, legt sich abkehrend auf die Seite und wendet mir stumm Ihren Allerwertesten zu. So hält sie es gewöhnlich bis zu 30 Sekunden aus, wenn wir irgendwas diskutieren.]

“Ich kann so nicht einschlafen!”
“Ach! Und jetzt?”

“Du musst zu mir rüberkommen.”
“Du meinst, so wie jeden Abend, wenn wir einschlafen?”

“Ja.”
“Also so, wie wir es hunderte Nächte zuvor schon taten?”

“Jaaaa.”
“Also ist die Ritze hier jetzt doch nicht so schlimm?”

“Du hast noch drei Sekunden!”
“Und dann passiert was?”

“Dann komme ich zu DIR rüber und dann bleibe ich auch da!”
“Oh nein, bitte Schatz, das kannst du mir nicht antun!”

“Doch! Noch zwei Sekunden.”
“Du schmorst nachts heißer als ein Hochofen, das halte ich nicht aus!”

“Das machen wir jetzt jeden Abend so. Noch eine Sekunde!”
“Moment, ich komme ja, ich komme schon!”

“Eigentlich ganz praktisch so eine Ritze. Aber fall nicht rein!”

Kopfschüttel…

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Morgens um 7

15. Juli 2006, aus der Schublade Schlafen und Dösen

Morgens um 7Am heutigen Morgen kann meine Liebste eine halbe Stunde länger liegenbleiben; sie muss erst später los. Also stehe ich ganz leise auf und schleiche auf Zehenspitzen aus dem Schlafzimmer.

“Schatz, wo willst du denn hin??”
“Ja, ich stehe auf? Schlaf du noch schön weiter.”

“Du kannst doch nicht aufstehen, ohne dich vorher angekuschelt zu haben!”
“Ich wollte dich nicht wecken.”

“Du weißt doch, dass ich immer aufwache, wenn du aufstehst!”
“Ja, aber ich dachte, heute vielleicht nicht.”

“Komm her!” [rudert wild mit den Armen]
“Also gut.”

“Das ist blöd, wenn du einfach aufstehst. Dann fängt der Tag schon doof an.”
“Ich wollte dich doch aber schlafen lassen.”

“Ich kann ja dann später weiterschlafen.”
“Ach komm, wenn morgens dein Kopf angeht, bist du doch ruck zuck hell wach.”

“Warum stehst du überhaupt jetzt schon auf?”
“Ähm, weil ich vielleicht zur Arbeit muss??”

“Du könntest ja ruhig mal auch etwas länger liegenbleiben.”
“Schatz, das kannst du heute ja auch tun, ich aber nicht.”

“Warum nicht? Du bist doch da der Chef?”
“Bin ich nicht. Und außerdem möchte ich jetzt aufstehen.”

“Nur noch 5 Minuten!”
“Och Schatz, ich…”

“Nur noch 5 Minuten!! Einmal Ankuscheln!”
“Also gut, aber gleich lässt du mich aufstehen.”

“Ja, dann kannst du gehen.”
“Danke Schatz…”

[1 Minute später...]

“Ich glaube, ich muss auf Klo.”
“Wie? Jetzt??”

“Ich muss immer aufs Klo, wenn ich wach werde.”
“Aber ich dachte, du wolltest länger schlafen? “

“Ja aber jetzt bin ich doch wach!”
“Jetzt bin ich extra wegen dir ins Bett zurück gekommen und da willst du…”

“Ich muss jetzt mal aufstehen eben. Bleib du doch ruhig noch liegen! Ich muss eh Haare waschen.”

Kopfschüttel…

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Mücken im Schlafzimmer

7. Juli 2006, aus der Schublade Schlafen und Dösen

Mücken im SchlafzimmerMeine Liebste ist der festen Überzeugung, alle Mücken dieser Welt hätten nur auf sie gewartet.
Daher müssen alle Maßnahmen ergriffen werden, den Einfall eines Mückenschwadrons in die heimische Wohnung zu verhindern.

“Du, ist das Fenster im Schlafzimmer auch zu?”
“Nein, es ist auf. Zum Lüften. So wie immer.”

“Aber dann kommen doch die ganzen Mücken rein!”
“War gestern abend eine Mücke im Schlafzimmer?”

“Ich habe keine gesehen, glaube ich?”
“Siehst du.”

“Ist denn das Licht auch aus?”
“Ja.”

“Dann mach es aber auch nicht an, ja?”
“Nein. Wir sind ja auch nicht drin.”

“Aber auch kein Licht anmachen, wenn wir drin sind!”
“Schatz, aber wenn wir schlafen gehen, dann machen wir doch immer…”

“Es wird kein Licht angemacht!”
“Nun gut. Du organisierst das heute abend dann, ja?”

“Ist doch einfach: im Dunkeln reingehen, Fenster zu, Licht an, ins Bett gehen, Licht aus, Fenster wieder aufmachen.”
“Aha, soso… Und wie macht man das Fenster auf, wenn man schon im Bett liegt?”

“Man nicht, aber du!”
“Wieso denn ich? Ich muss doch dann im Dunkeln einmal um das Bett rum!”

“Aber du hast das Fenster doch auch aufgemacht und lässt die Mücken rein.”
“Ich lasse die Mücken nicht rein!”

“Tust du wohl! Und mich stechen die dann!”
“Schatz, OK. Also. Weil ich dich so lieb habe, mache ich im Dunkeln heute abend das Fenster wieder auf, wenn du im Bett liegst, und stolpere um dich rum ins Bett zurück. OK? Bist du dann zufrieden?”

“Nee, weil bis dahin sind die Mücken eh schon alle drin!”

Kopfschüttel…

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