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Jetzt meine Zeit

4. Dezember 2008, aus der Schublade Schlafen und Dösen

Meine Liebste und ich liegen am Abend in unserem Bett und sind froh, dass der Tag rum ist; wir sind beide ziemlich geschafft und freuen uns darauf, gleich die Augen schließen zu können.
Die Liebste stellt nur noch ihren Wecker für den nächsten Morgen…

“Was guckst du denn so, ist was?”
“Nein, Süße, aber: hast du nicht gerade deinen Wecker gestellt?”

“Ja, wieso?”
“Naja, anscheinend hast du dich vertan, die Uhrzeit stimmt nicht mehr.”

“Doch, doch, das ist schon richtig so.”
“Aber auf deinem Wecker ist es 23.44 Uhr?”

“Na und?”
“Es ist aber erst 23.34 Uhr, also geht dein Wecker doch falsch?”

“Der geht richtig, aber der hat jetzt meine Zeit eingestellt.”
“Deine Zeit?? Was ist denn DEINE Zeit??”

“Ich habe die Uhr vorgestern 10 Minuten vor gestellt.”
“Warum??”

“Dann stehe ich pünktlich auf, habe aber 10 Minuten mehr Zeit!”
“Ähm…”

“Da freue ich mich dann und habe mehr Zeit.”
“Aber… Könntest du dich nicht einfach 10 Minuten eher wecken lassen??”

“Dann muss ich ja 10 Minuten früher aufstehen!”
“Aber…”

“Das verstehst du sowieso nicht.”
“Ähm, Schatz, eine Uhr sollte doch aber richtig gehen, oder nicht?”

“Wieso? Ich brauche die ja nur zum Aufstehen?”
“Aha…”

“Gute Nacht mein Schatz.”
“Ähm, eine Frage hätte ich aber noch…”

“Zum Wecker?”
“Nicht direkt… Wann stehst du morgen früh auf?”

“Um sieben Uhr.”
“Also dann doch eigentlich um zehn vor sieben, richtig?”

“Richtig.”
“Und den Wecker auf 06.50 Uhr stellen geht nicht, oder was??”

“06.50 Uhr klingt doch aber viel schlimmer als 07.00 Uhr, oder?”
“Aber es IST doch dann nun mal erst 06.50 Uhr!”

“Na und??”
“Verstehe ich nicht…”

“Musst du auch nicht, und außerdem ist das ja mein Wecker!”
“Na schön, von mir aus… Solange ich meinen nicht ändern muss…”

“Das würdest du für mich machen??”
“Was! Meinen Wecker 10 Minuten vor? Niemals!”

“Das ist aber super, solltest du mal ausprobieren!”
“Nein, danke! Ich bleibe lieber bei der richtigen Zeit.”

“Und wenn ich aus Versehen mal auf deinen Wecker schaue??”
“Dann schau eben nicht drauf.”

“Das würde mich dann aber verwirren…”
“Mein Wecker bleibt so, wie er ist! Basta!”

“Schon gut, schon gut… Ist ja dein Wecker, obwohl…”
“Vergiss es! Also du stehst morgen um zehn vor sieben auf, gut.”

“Wieso willst du das denn so genau wissen?”
“Damit ich nach dir ins Bad kann, also so gegen zehn nach sieben.”

“Stell dich mal lieber auf zwanzig nach sieben ein.”
“Wieso? Normalerweise brauchst du doch nur zwanzig Minuten, oder?”

“Wenn ich nicht Duschen muss, dann stimmt das, richtig.”
“Schön, und musst du nun morgen früh duschen??”

“Nein.”
“Also, wieso brauchst du dann plötzlich mehr Zeit, als sonst?”

“Weil mein Wecker eine andere Zeit hat.”
“Was hat das denn damit zu tun??”

“Weil ich dann ja 10 Minuten länger liegen bleiben kann!”

Kopfschüttel…

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Welche Bettdecke?

3. November 2008, aus der Schublade Schlafen und Dösen

Meine Liebste ist – und das kommt nur sehr selten vor – am Sonntagabend auf dem Sofa unter ihrer Decke eingeschlafen.
Zu fortgeschrittener Stunde beschließe ich, zugunsten des Schlafzimmers zu handeln und streichele ihr sanft über den Kopf.

“Mhhmhhmmmmamm…”
“Liebste?”

“-”
“Liebste?”

“Mhhhhh….”
“Aufwachen…”

“Hmmjaam, lass mich.”
“Es ist schon spät, lass uns rüber gehen.”

“Geh weg!”
“Komm jetzt.”

“Geh weeeeeg!”
“Schatz, du kannst hier nicht schlafen.”

“Jaja, gleich. Noch eine Minute.”

[Bereits wenige Sekunden später fällt die Liebste wieder ins Koma.]

“Mjamjam…”
“Schaaaatz… Schaaaatz…”

“Mhh, was ist denn!”
“Rübergehen?”

“Ich kann mich nicht bewegen.”
“Los, komm.”

“Ich will nicht!”
“Ich aber.”

“Kannst du mich nicht ins Bett tragen?”
“Wie bitte??”

“Ins Bett tragen.”
“Nein, kann ich nicht.”

“Wieso denn nicht?”
“Naja, ähm…”

“Du hast mich gar nicht lieb!”
“Aha, du bist jetzt also offensichtlich wach!”

“Nein.”
“Doch, los, komm jetzt!”

“Wenn ich jetzt aufstehe, wird mir kalt.”
“Aber nur kurz.”

“Im Schlafzimmer ist meine Decke bestimmt eiskalt!”
“Ist sie nicht.”

“Ist sie doch! Da will ich nicht hin!”
“Na schön, dann musst du eben hier schlafen!”

“Kannst du die Decke nicht für mich anwärmen?”
“Och Schatz!”

“Bitte, bitte, bitte, bitte!”
“Ich soll mich jetzt also unter DEINE Decke legen??”

“Ja, und dann komme ich auch rüber.”
“Hm… Versprochen?”

“Versprochen!”

[Warum nicht, denke ich mir, gehe rüber ins Schlafzimmer und lege mich unter die Bettdecke der Liebsten. Nach ein paar Minuten anwärmen sollte die Temperatur ausreichen und ich rufe nach ihr, allerdings erhalte ich keine Antwort. Tja, was soll ich machen: also laufe ich wieder rüber ins Wohnzimmer und rüttele am rechten Arm der Liebsten, die natürlich wieder eingeschlafen ist...]

“Uahh, ah… Was ist denn!”
“Deine Bettdecke ist warm, komm jetzt!”

“Welche Bettdecke??”
“Die im Schlafzimmer, die ich anwärmen sollte.”

“Du hast meine Bettdecke angewärmt??”
“Sag mal, leidest du jetzt auch schon an Gedächtnisverlust, oder was??”

“Das ist aber lieb von dir, Schatz!”
“Ja. Und jetzt komm endlich, sonst wird sie wieder kalt.”

“Ich muss aber eigentlich vorher noch ins Badezimmer…”
“Himmel! Dann mach das, ich gehe jetzt ins Bett!”

“Aber du musst meine Decke warm halten, ja?”
“Ja…”

“Fein!”

[Ich schlappe wieder ins Schlafzimmer zurück und lege mich erneut auf die Bettseite der Liebsten unter ihre Decke. Ich höre, wie die Badezimmertür klappert, ein gutes Zeichen! Allerdings vergehen bestimmt 15 Minuten, bis die Liebste endlich ins Schlafzimmer kommt.]

“Schläfst du schon, Schatz?”
“Nein… Ich warte hier schon eine Ewigkeit auf dich!”

“Hat ein bisschen länger gedauert.”
“Das ist mir aufgefallen. Hier, deine Bettdecke ist jetzt schön warm.”

“Und was ist mit deiner Bettdecke?”
“Die dürfte wohl noch kalt sein, was sonst…”

“Prima!”
“Schön, dass du so großes Mitleid mit mir hast, danke…”

“Bleib unter meiner Decke liegen.”
“Ach so, du kommst dann jetzt dazu, ja?”

“Nee, auf keinen Fall!”
“Nicht? Sondern??”

“Ich lege mich unter deine kühle Decke, mir ist sooo warm jetzt!”

Kopfschüttel…

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Schon vergessen?

9. Oktober 2008, aus der Schublade Schlafen und Dösen

Meine Liebste und ich liegen am späten Abend endlich in unserem großen Bett.
Der Tag war für uns beide sehr stressig, im Augenblick ist einfach ständig irgendwas los.
Umso erfreulicher, dass jetzt Ruhe einkehrt und während ich bereits die Augen zu gemacht habe, höre ich, wie die Liebste noch ihren Wecker stellt. 

Du, Schatz?”
“Ja, Süße?”

“Weißt du, was ich jetzt gut fände?”
“Nein, was?”

“Wenn du mir noch den Rücken kraulen würdest!”
“Ähm… Schatz, ich wollte gerade die Augen zu machen und…”

“Das ist mir egal, ob du dabei die Augen zu hast oder nicht.”
“Aber…”

“Och bitte! Kraulen! Nur ein bisschen!”
“Na schön, also hier. Ich kraule. Und bin fertig. So.”

“Wie! Das war´s schon??”
“Habe ich dir den Rücken gekrault oder nicht?”

“Schon, aber doch nur eine Sekunde!”
“Über Zeiträume haben wir nicht gesprochen.”

“Schatz! Ich möchte aber länger!”
“Muss das denn jetzt sein, kann ich nicht auch morgen…”

“Morgen?? Früher hast du mir stundelang den Rücken gekrault!”
“So?”

“Hast du das vielleicht schon vergessen??”
“Nein, habe ich nicht vergessen.”

“Gut! Und warum muss ich dann jetzt hier lange betteln??”
“Also schön, kraule ich dir eben noch ein wenig den Rücken.”

“Jetzt brauchst du auch nicht mehr!”
“Aber du wolltest doch??”

“Aber nicht, wenn ich dich dazu überreden muss!”
“Musst du ja nicht, ich mach´s ja…”

“Nee. Du musst nichts machen, was dir keinen Spaß macht.”
“Es macht mir ja Spaß.”

“Macht es dir nicht.”
“Doch.”

“Nein!”
“Doch!”

“Wenn es dir Spaß machen würde, müsste ich ja nicht betteln!”
“Du musst ja auch gar nicht betteln!”

“Jetzt kraule ich dir den Rücken auch nicht mehr! So!”
“Schatz, du kraulst mir NIE den Rücken!”

“Aber ich könnte.”
“Und was soll das dann jetzt??”

“Frag mich doch mal, ob ich deinen Rücken kraulen würde.”
“Kraulst du mir bitte meinen Rücken??”

“Nein!”
“Pff! Brauchst du ja auch gar nicht!”

“Warum fragst du mich denn dann??”
“Ich?? Ich sollte doch fragen!?”

“Aber du hast doch nicht ernsthaft erwartet, dass ich Ja sage!?”
“Also Moment mal, du hast doch…”

“Erst fragen, es aber gar nicht so meinen und jetzt meckern!”
“Aber ich meckere doch gar nicht und außerdem…”

“Na schön, schön! Frag noch einmal.”
“Was jetzt!”

“Ob ich dir den Rücken kraule.”
“Ich will aber nicht fragen, da kommt nur wieder Blödsinn raus!”

“Nun frag schon! Ich will dir zeigen, wie man das richtig macht.”
“Also gut, was soll´s… Schatz: Kraulst du mir meinen Rücken?!”

“Ja, das mache ich sehr gerne für dich, weil ich dich lieb habe.”
“Aha, so muss man das also machen…”

“Aber nur, wenn du mir zuerst meinen kraulst!”
“Ähm, aber…”

“Deinen kraule ich dir dann morgen…”

Kopfschüttel…

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Mein Feuerwehrmann

11. Februar 2008, aus der Schublade Schlafen und Dösen

Mein Feuerwehrmann (photocase.de © i make design)Meine Liebste und ich liegen endlich in unserem Bett und lassen den Tag ausklingen. Während ich bereits die Augen geschlossen habe, höre ich, wie die Liebste ab und zu eine Seite in ihrem Buch umblättert.
Doch dann legt sie es plötzlich zur Seite…

“Schatz?”
“Ja, Süße?”

“Schläfst du schon?”
“Nein. Ich döse.”

“Bist du schon müde?”
“Naja müde, also… Es geht.”

“Willst du jetzt gleich schon schlafen?”
“Wieso, was ist denn?”

“Ich wollte nur mal fragen.”
“Und wieso wolltest du nur mal fragen?”

“Naja, ich dachte…”
“Schatz, was?”

“Ich dachte, wir könnten ja noch ein wenig Feuerwehr spielen.”
“Wie bitte??”

“Naja…”
“Feuerwehr??”

“Also, du könntest der kräftige und mutige Feuerwehrmann sein.”
“Aha… Und du?”

“Ich bin die zarte Gerettete im durchsichtigen Negligee.”
“Ach so, JETZT verstehe ich, was du meinst!”

“Schön!”
“Du meinst, du bist mir unendlich dankbar und so?”

“Genau.”
“Und du würdest deswegen alles für mich tun?”

“Zum Beispiel.”
“Weil ich dich todesmutig aus den Flammen gerissen habe?”

“Ja, weil du mein Held bist.”
“Hört sich SEHR interessant an!”

“Dann mach jetzt, mein Feuerwehrmann.”
“Komm, ich halte dich ein bisschen fest und tröste dich…”

“Nee! Nimm deine Finger da weg!”
“Ähm, aber ich dachte, ich meine, du hast doch…”

“Du sollst endlich das Licht löschen, du Blödmann!”

Kopfschüttel…

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Das musst du doch hören!

22. November 2007, aus der Schublade Schlafen und Dösen

Das musst du doch hören! (photocase.de © nicky_)Meine Liebste und ich liegen in unserem Bett und schlafen. Seit ungefähr vier Stunden übrigens.
Ich kann nicht sagen, was die Liebste geträumt hat, aber meine Seele war gerade irgendwo auf einem Bauernhof im Grünen, als mich jemand unsanft aus dem Schlaf reißt…

“Schatz! Schaaatz!”
“Hmhmmmhmmm… Was ist denn, Liebste…”

“Hörst du das?”
“Ich höre nichts.”

“Das musst du doch hören!”
“Schatz, ich war gerade so schön am…”

“Jetzt hör doch mal, da ist was!”
“Was denn??”

“An der Tür!”
“An welcher Tür??”

“An der Wohnungstür, da ist was!”
“Dann sei doch mal still, so kann ich ja auch nichts hören!”

“Und?”
“Ich höre nichts.”

“Geh nachschauen.”
“Och Schatz!”

“Ich habe was gehört, da bin ich ganz sicher!”
“Und was hast du gehört?”

“Weiß ich auch nicht, so ein Knacken.”
“Aha… Das werden wohl die Mäuse gewesen sein.”

“Was denn für Mäuse??”
“Von denen du geträumt hast!”

“Haha, sehr witzig! Gehst du jetzt nachschauen?”
“Ja.”

“Und was machst du dann?”
“Was soll das heißen, was machst du dann!”

“Ja also, wenn da jetzt ein Einbrecher vor der Tür steht?”
“Da steht kein Einbrecher vor der Tür.”

“Und wenn doch?”
“Dann werde ich ihn freundlich bitten, wieder zu gehen.”

“Das ist nicht dein ernst!”
“Natürlich nicht! Ich gehe jetzt…”

“Bleib hier!”
“Aber ich sollte doch…”

“Nee, wenn da einer steht, dann solltest du da nicht hingehen!”
“Da steht keiner!”

“Und wenn doch?”
“Schatz!”

“Was machen wir denn jetzt!?”
“Da kann keiner stehen, glaub mir Süße.”

“Und wieso??”
“Weil ihn dein Geschrei hier schon längst vertrieben hätte!”

“Ach ja, der kann uns ja hören…”
“Könnte, Schatz, KÖNNTE! Weil da ist nämlich niemand.”

“Hallo? Ist da jemand!?”
“Ich gehe jetzt nachschauen, warum die Tür knackt…”

“Also hast du es auch gehört??”
“Nein, aber das ist eben ein altes Haus und…”

“Haben wir eigentlich ein Sicherheitsschloss??”
“Ja.”

“Ja?? Ein gutes??”
“Natürlich, und unten auch. Wusstest du das nicht?”

“Dann gehe ich mit.”
“Wohin??”

“Na mit dir mit, wenn du gucken gehst.”
“Wie bitte?? Das ist wirklich nicht nötig, bleib liegen.”

“Das ist schon in Ordnung, ich kann auch gucken gehen.”
“Was soll denn das jetzt?? Eben wolltest du doch noch…”

“Ja, aber wir haben doch ein Sicherheitsschloss.”
“Ähm…”

“Nee, lass uns mal doch zu zweit gehen.”
“Aha… Und warum das jetzt?”

“Du kannst dich mit dem Einbrecher unterhalten und ich…”
“Und du?”

“…ich gehe aufs Klo.”

Kopfschüttel…

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Trau dich doch mal was!

15. November 2007, aus der Schublade Schlafen und Dösen

Trau dich doch mal was! (photocase.de © i make design)Meine Liebste und ich sind nach einem langen Arbeitstag zu Bett gegangen. Endlich liegen!
Heute habe ich irgendwie das Gefühl, dass dies die schönsten Minuten des ganzen Tages werden könnten.
Wie man sich doch täuschen kann…

“Schatz, weißt du was?”
“Was denn, Süße?”

“Wir liegen immer so.”
“Was?”

“Na wir liegen immer so, wie wir liegen.”
“Im Stehen schläft es sich halt deutlich schlechter.”

“Nein, ich meine, du da und ich hier.”
“Ich hier und du da, ja. Und?”

“Naja, aber warum?”
“Weil es immer so ist.”

“Wie ist das denn auf deiner Seite so?”
“Hier ist es super. Und bei dir?”

“Ja. Hier auch.”
“Also darf ich jetzt hier liegenbleiben, ja?”

“Hast du nie daran gedacht, mal zu wechseln?”
“Nein.”

“Und warum nicht?”
“Weil ich IMMER links liege.”

“Links von dir aus oder vom Bett aus oder von davor?”
“Davor? Links? Och Schatz!”

“Was denn!”
“Hier eben auf dieser Seite! Links. Glaube ich…”

“Darf ich da auch mal ausprobieren?”
“Jetzt??”

“Warum denn nicht?”
“Muss das sein?”

“Jetzt sei doch nicht so!”
“Morgen bin ich nicht da, dann kannst du in aller Ruhe…”

“Wenn du nicht da bist, ist das ja was anderes.”
“Aber ich will jetzt nicht auf deine Seite!”

“Wieso denn nicht? Ich liege doch hier auch?”
“Weil ich dann bestimmt schlechter schlafe, deswegen.”

“Auf meiner Seite??”
“Es liegt nicht an DEINER Seite, sondern an der ANDEREN Seite.”

“Wieso musst du denn immer links liegen?”
“Ich muss nicht; aber ich möchte. Und jetzt möchte ich schlafen.”

“Ich will auch mal links liegen!”
“Wieso denn??”

“Nur mal so!”
“Aber muss das unbedingt jetzt sein??”

“Wann denn sonst?”
“Am Wochenende. Vielleicht.”

“Trau dich doch mal was!”
“Ich soll mich was trauen??”

“Ja!”
“Wieso denn?? Und was heißt denn das??”

“Ich habe gelesen, dass Abwechslung in der Beziehung gut sei.”
“Aha! Daher weht der Wind! Und wo hast du das gelesen?”

“In der Brigitte.”
“Du liest Brigitte?? Seit wann das denn?”

“Reiner Zufall.”
“Ja klar! Und da steht also drin, dass wir Abwechslung brauchen?”

“Nein, da steht, dass auch kleine Dinge den Alltag bereichern.”
“Zum Beispiel?”

“Irgendwas verändern, die Möbel verschieben oder so.”
“Und da steht auch, dass man die Bettseiten tauschen soll??”

“Nee, das ist mir eingefallen.”
“Ja… Können wir nicht morgen einfach nur die Möbel verschieben?”

“Gut, dass du darauf zu sprechen kommst!”

Kopfschüttel…

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Durst

28. Juli 2007, aus der Schublade Schlafen und Dösen

Durst (photocase.de © pheebs)Meine Liebste und ich liegen abends gemütlich in unserem Bett und obwohl die kleine Lampe auf dem Nachttisch noch an ist, haben wir beide schon die Augen geschlossen und lassen den Tag vorm Schlummern noch einmal schnell an uns vorbeiziehen. Ganz gemütlich…

“Schatz?”
“Ja süße?”

“Hast du noch eine Wasserflasche neben deinem Bett?”
“Ja.”

“Meine ist nämlich leer.”
“Das ist natürlich Pech.”

“Kann du mir deine nicht mal rüber geben? Bitte?”
“Na gut, ausnahmsweise.”

“Ohh, das ist lieb von dir, danke.”

[Ich greife mit weiterhin geschlossenen Augen suchend mit der rechten Hand neben das Bett und rudere da ein bisschen rum, bis mir der Flaschenhals in die Finger kommt.
Ich nehme also  - zugegeben mit etwas Widerwillen - meine Wasserflasche und reiche sie rüber auf die linke Seite zu meiner Liebsten.
Aber was hätte ich sonst machen sollen? Wenn sie doch Durst hat und ich ihr eine kleine Freude machen kann... Also warum nicht?]

“Danke Schatz.”
“Bitte. – Ähm… Hast du die Flasche jetzt abgestellt?”

“Ja, wieso?”
“Willst du denn nichts trinken?”

“Nein, warum?”
“Aber du wolltest doch die Wasserflasche haben?”

“Ja, und das ist auch ganz lieb von dir.”
“Moment, ich meine, ich dachte, du hättest Durst?”

“Nö, jetzt noch nicht.”
“Aber…”

“Schlaf schön!”
“Also Moment, du hast gar keinen Durst?”

“Nein, jetzt nicht.”
“Und warum wolltest du dann meine Wasserflasche haben?”

“Das sagte ich doch schon, meine ist alle.”
“Aber jetzt habe ich doch keine mehr!?”

“Brauchst du denn jetzt eine?”
“Nein, aber das ist immer noch meine Flasche!”

“Bleibt sie ja auch, ich leihe sie mir doch nur.”
“Und warum holst du dir nicht aus der Küche eine eigene?”

“Weil es gerade so schön kuschelig ist unter meiner Decke.”
“Unter meiner aber auch!”

“Und wo ist jetzt das Problem?”
“Ich dachte, dass du nur einen Schluck willst!”

“Ach so! Nein.”
“Nein??”

“Nee, nur für den Fall, dass ich nachher Durst kriege.”
“Sehr schön, und was mache ich jetzt??”

“Du hast doch nachts nie Durst.”
“Und ob!”

“Ist mir aber noch nie aufgefallen.”
“Na und?? Gib mir meine Flasche zurück!”

“Aber du hast sie mir doch gerade erst gegeben?”
“Richtig, und jetzt möchte ich sie wieder haben.”

“Das geht nicht.”
“Und wohl geht das! Gib her!”

“Och bitte, bitte.”
“Nein! Das ist ja wieder mal typisch!”

“Ich gebe sie dir heute Nacht zurück, wenn du Durst kriegst.”
“Pff! Das möchte ich sehen!”

“Doch, ganz bestimmt. Versprochen!”
“Na da bin ich ja mal sehr gespannt…”

“Aber weck mich dann nicht, ja?”

Kopfschüttel…

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Es sah aber so aus!

17. Juli 2007, aus der Schublade Schlafen und Dösen

Es sah aber so aus! (photocase.de © popeljack)Meine Liebste und ich liegen endlich in unserem großen Bett.
Bei uns steht die Schlafzimmertür tagsüber immer offen; wenn sie abends von der Liebsten geschlossen wird, ist das immer ein angenehmes Zeichen:
der Tag ist zu Ende, die Nacht fängt an.

“Hmhhmhmhmmjam…”
“Schläfst du schon, Süße?”

“Nee; sonst könnte ich dir ja wohl nicht antworten.”
“Aber um zu wissen, ob du antwortest, muss ich doch fragen?”

“Ganz schön schlau, Schatz. Lass mich, ich bin müde.”
“Wenn du jetzt nichts gesagt hättest, dann wüsste ich…”

“Jaaa doch. Du hast ja recht, Schatz.”
“Obwohl du ja manchmal nichts sagst.”

“Was? Was sage ich nicht?”
“Ich frage dich was und du sagst einfach nichts.”

“Ich??”
“Ich denke dann, dass du schläfst, tust du aber gar nicht.”

“Kann sein, na und?”
“Na und??”

“Ja ist das so schlimm?”
“Wenn ich dich was frage und du stellst dich schlafend??”

“Tue ich ja gar nicht!”
“Hast du aber!”

“Habe ich nicht!”
“Es sah aber so aus.”

“Was hast du mich denn gefragt?”
“Das weiß ich nicht mehr, aber es war so.”

“Vielleicht habe ich ja wirklich schon geschlafen?”
“Nö. Hast du nicht, das weiß ich.”

“Schön! Und was willst du denn jetzt eigentlich von mir?”
“Ich wollte fragen, ob wir mal den Keller aufräumen sollen.”

“-”
“Jetzt sagst du ja schon wieder nichts!”

“-”
“Was ist denn jetzt??”

“Ich schlafe schon.”
“Tust du nicht! Sonst würdest du das ja nicht sagen können!”

“Bin grade aufgewacht.”
“Sehr witzig!”

“Hast du was gesagt?”
“Keller aufräumen?”

“Tu dir keinen Zwang an.”
“Ich meinte aber eigentlich WIR!”

“-”
“Süße?”

“-”
“Schläfst du jetzt schon wieder?”

“Ja.”
“Tust du nicht! Jetzt sag doch mal!”

“Doch mal.”
“Nein, ob wir demnächst mal den Keller aufräumen.”

“-”
“Liebste!”

“-”
“Ich lade dich morgen auf ein Eis ein.”

“Super!”
“Siehst du, du schläfst ja doch nicht!”

“Bin grade wieder aufgewacht.”
“DAS ist NICHT lustig!”

“Ich habe geträumt, dass du mich auf ein Eis einlädst.”
“-”

“Hast du doch, oder?”
“-”

“Ich habe es genau gehört!”
“-”

“Schatz? Oder?”
“Ich schlafe schon.”

“Tust du nicht!”
“Doch.”

“Aber ich schlafe doch schon, nicht du!”
“Pff! Schlafen wir eben beide schon.”

“Nein!”
“Doch!”

“Wir können uns ja wohl nicht unterhalten, wenn wir schlafen!”
“Das ist auch der Sinn und Zweck des Schlafens.”

“Damit du dich nicht mit mir unterhalten musst??”
“Nicht direkt. Aber es ist ein Nebeneffekt.”

Blödmann!”
“Selber!”

“Kriege ich nun morgen das Eis!?”
“Räumen wir demnächst den Keller auf!?”

“-”
“-”

“Schläfst du schon, Schatz?”
“Ja, Liebste.”

“Was für ein Zufall, ich auch!”

Kopfschüttel…

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Ich gehe ins Gästezimmer!

12. Mai 2007, aus der Schublade Schlafen und Dösen

Ich gehe ins Gästezimmer! (photocase.de © Nenuphar)Meine Liebste und ich liegen abends endlich wieder in unserem Bett. Das besondere Highlight heute: es wurde neue und frisch duftende Bettwäsche aufgezogen.
Die Liebste scheint darin zu schwimmen, wie Dagobert Duck in seinem Geldspeicher.

“Ahhh, ist das herrlich!”
“Ja Süße. War aber auch mal wieder fällig.”

“Ich könnte jeden Tag das Bett neu beziehen.”
“Naja, also jeden Tag…”

“Wo ist denn eigentlich das Bild hin?”
“Was für ein Bild?”

“Na da an der Wand, da wo der Nagel hängt.”
“Da war kein Bild, Schatz.”

“Und wofür ist der Nagel?
“Welcher Nagel denn?”

“Der da neben dem Schrank?”
“Also ich habe da keinen Nagel in die Wand gehauen.”

“Und was ist das dann?”
“Steh doch auf und schau nach!”

“Nee, ich bleibe hier liegen, schau du, ja?”

[Widerwillig schlage ich meine frisch bezogene Bettdecke zur Seite und stehe noch einmal auf, um den ungewöhnlichen Nagel in Augenschein zu nehmen. Da hing vorher nichts, da soll nichts hängen und ich bin schon neugierig, wie da plötzlich ein Nagel hingekommen ist.]

“Das ist kein Nagel.”

“Was denn?”
“Eine Spinne.”

“EINE SPINNE?? IHHH, MACH DIE WEG!!”
“Es ist nur eine klitzekleine Spinne, Schatz.”

“Wie kommt die denn in MEIN Schlafzimmer??”
“Soll ich sie fragen?”

Blödmann! Mach die weg, weg, weg!”
“Na schön… Ich leihe mir mal deinen Schlappen, ja?”

“Nee, nicht meine Schlappen! Dann klebt die da ja dran!”
“Ja und was soll ich sonst nehmen?”

“Kannst du sie nicht nach draußen setzen?”
“Och Schatz!”

“Mit einem Glas oder so.”
“Dann muss ich ja in die Küche laufen.”

“Bitte, bitte!”
“Na schön…”

[Also wenn schon, dann richtig. Ich hole aus der Küche ein altes Trinkglas, das früher einmal als Senfglas erworben wurde. Bei dieser Gelegenheit denke ich darüber nach, wie viele Menschen wohl diese Gläser zuhause haben. Dann schlurfe ich noch ins Arbeitszimmer und nehme ein Blatt Papier mit. Mangels Alternativen übrigens das teure Tintendrucker-Papier; für die kleine Spinne nur das Beste.]

“Wo warst du denn so lange?”
“Ich habe das Spinnen-Rettungsset zusammengestellt, aber… Ähm…”

“Was ist?”
“Wo ist die Spinne?”

“Was??”
“Sie ist nicht mehr da, hast du sie denn nicht beobachtet?”

“Soll das heißen, dass sie weggekrabbelt ist??”
“Naja… Sie wird sich nicht von selbst in Luft aufgelöst haben…”

“Jetzt ist hier irgendwo eine Spinne!”
“Vielleicht hinter dem Schrank oder so…”

“Ich gehe ins Gästezimmer!”
“Was? Wo willst du hin?”

“Ich kann hier nicht schlafen, wenn hier eine Spinne ist!”
“Schatz! Die ist klitzeklein, die hat mehr Angst vor dir!”

“Nein! Die krabbelt dann unter meine Bettdecke und dann…”
“So ein Blödsinn! Da würde sie ja sofort verbrutzeln.”

“Wieso das denn?”
“Weil unter deiner Bettdecke die klimatischen Bedingungen selbst für mich lebensbedrohlich sind.”

“Es zwingt dich ja niemand!”
“Was ist jetzt mit der Spinne?”

“Mach die weg!”
“Ich weiß doch aber nicht, wo sie jetzt ist!”

“Kannst du den Schrank nicht zur Seite schieben?”
“Schatz! Der wiegt 2 Tonnen.”

“Ich kann aber so nicht schlafen!”
“Halt!”

“Was?”
“Ich habe sie, ich habe sie! Da unten!”

[Die kleine Spinne sitzt friedlich auf der Fußleiste. Wahrscheinlich hat sie sich das alles mit angehört und schon Pläne geschmiedet, ein großes Glas über die Liebste zu stülpen, ein Blatt unterzuschieben und sie vorsichtig rauszusetzen. Ähnliche Pläne haben sich auch schon in meinem Kopf ausgebreitet... Dieses Schicksal ereilt dann am Ende aber doch die kleine Spinne selbst.]

“Ist sie weg?”
“Ja Schatz. Sie sitzt jetzt in der Blume auf dem Balkon.”

“Sehr gut, danke Schatz. Und jetzt weiter.”
“Ähm… Was weiter?”

“Na weitersuchen.”
“Wie jetzt! Wonach?”

“Ob hier noch andere Spinnen sind natürlich.”
“Schatz! Ich kann doch jetzt nicht…”

“Wo eine Spinne ist, da können auch noch andere sein!”
“Das kannst du echt selber machen! Ich gehe jetzt wieder ins Bett!”

“Was ist das denn da?”
“Wo?”

“Da oben?”
“Das ist ein Fleck, keine Spinne.”

“Ach so. Und das da neben der Gardine?”
“Schatz!”

“Das ist noch eine Spinne!”
“Das ist nur ein Schatten!”

“Na gut.”
“Gute Nacht.”

“Das war doch nur eine kleine Spinne, oder?”
“Ja. Mini.”

“Das verstehe ich echt nicht.”
“Was. Was verstehst du jetzt nicht?”

“Warum so viele Leute Angst vor Spinnen haben.”

Kopfschüttel…

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Da findet man ja nichts

4. Mai 2007, aus der Schublade Schlafen und Dösen

Da findet man ja nichtsMeine Liebste und ich liegen abends endlich im Bett und freuen uns auf das gemeinsame Einschlafen.
Ich finde, das sind häufig die schönsten und entspannendsten 5 Minuten des Tages.

“Machst du gleich das Licht aus?”
“Ja Süße, gleich.”

“Du, fährst du morgen zur Arbeit?”
“Nein, ich fahre morgen nach Mallorca.”

“Was??”
“NATÜRLICH fahre ich morgen zur Arbeit! Wieso?”

“Dann kommst du doch bei IKEA vorbei, oder?”
“Naja, ich fahre auf der Autobahn dran vorbei.”

“Kannst du dann da ein paar Kleiderbügel holen?”
“Bei IKEA??”

“Da gibt´s 8 Stück für 4 Euro.”
“Och Schatz, muss das sein?”

“Ja, weil du keinen mehr hast.”
“Ich? Wieso ich? Natürlich habe ich noch welche!”

“Nö.”
“Klar! Die hängen alle in meinem Schrank.”

“Jetzt nicht mehr.”
“Wie bitte??”

“Naja, ich habe mir drei Sommerblusen gekauft.”
“Ich weiß, na und?”

“Und ich hatte selber keine eigenen Bügel mehr.”
“Ach! Und da hast du einfach mal bei mir…”

“Du hattest doch noch welche und du kaufst dir ja nie was.”
“Schatz! Du belegst Dreiviertel unseres Schrankes!”

“Und was heißt das jetzt?”
“Kannst du da nicht wenigstens meinen kläglichen Rest in Ruhe lassen??”

“Tue ich ja auch, so wie das da drin aussieht…”
“Naja, ich könnte da mal wieder aufräumen…”

“Das ist wohl richtig, da findet man ja nichts.”
“Ich schon! Und die Bügel konntest du ja anscheinend finden.”

“Darf ich deine Bügel denn behalten?”
“Hm…”

“Habe ich dir heute schon gesagt, dass ich dich lieb habe?”
“Pff…!”

“Du kriegst auch die neuen Kleiderbügel. Von IKEA, die guten.”
“Hm…”

“Ich gebe dir auch die 4 Euro.”
“Na gut. Ausnahmsweise. Weil du meine Liebste bist.”

“Super Schatz!”
“Aber nur unter Protest! Das möchte ich noch mal betonen!”

“Nur unter Protest, verstanden.”
“Ich fahre da morgen mal vorbei, wenn ich es schaffe…”

“Kann ich dann noch 5 Bügel von dir ab haben?”
“Wie bitte??”

“Na du brauchst doch eh keine!”

Kopfschüttel…

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Jetzt meine Zeit

4. Dezember 2008, aus der Schublade Schlafen und Dösen

Meine Liebste und ich liegen am Abend in unserem Bett und sind froh, dass der Tag rum ist; wir sind beide ziemlich geschafft und freuen uns darauf, gleich die Augen schließen zu können.
Die Liebste stellt nur noch ihren Wecker für den nächsten Morgen…

“Was guckst du denn so, ist was?”
“Nein, Süße, aber: hast du nicht gerade deinen Wecker gestellt?”

“Ja, wieso?”
“Naja, anscheinend hast du dich vertan, die Uhrzeit stimmt nicht mehr.”

“Doch, doch, das ist schon richtig so.”
“Aber auf deinem Wecker ist es 23.44 Uhr?”

“Na und?”
“Es ist aber erst 23.34 Uhr, also geht dein Wecker doch falsch?”

“Der geht richtig, aber der hat jetzt meine Zeit eingestellt.”
“Deine Zeit?? Was ist denn DEINE Zeit??”

“Ich habe die Uhr vorgestern 10 Minuten vor gestellt.”
“Warum??”

“Dann stehe ich pünktlich auf, habe aber 10 Minuten mehr Zeit!”
“Ähm…”

“Da freue ich mich dann und habe mehr Zeit.”
“Aber… Könntest du dich nicht einfach 10 Minuten eher wecken lassen??”

“Dann muss ich ja 10 Minuten früher aufstehen!”
“Aber…”

“Das verstehst du sowieso nicht.”
“Ähm, Schatz, eine Uhr sollte doch aber richtig gehen, oder nicht?”

“Wieso? Ich brauche die ja nur zum Aufstehen?”
“Aha…”

“Gute Nacht mein Schatz.”
“Ähm, eine Frage hätte ich aber noch…”

“Zum Wecker?”
“Nicht direkt… Wann stehst du morgen früh auf?”

“Um sieben Uhr.”
“Also dann doch eigentlich um zehn vor sieben, richtig?”

“Richtig.”
“Und den Wecker auf 06.50 Uhr stellen geht nicht, oder was??”

“06.50 Uhr klingt doch aber viel schlimmer als 07.00 Uhr, oder?”
“Aber es IST doch dann nun mal erst 06.50 Uhr!”

“Na und??”
“Verstehe ich nicht…”

“Musst du auch nicht, und außerdem ist das ja mein Wecker!”
“Na schön, von mir aus… Solange ich meinen nicht ändern muss…”

“Das würdest du für mich machen??”
“Was! Meinen Wecker 10 Minuten vor? Niemals!”

“Das ist aber super, solltest du mal ausprobieren!”
“Nein, danke! Ich bleibe lieber bei der richtigen Zeit.”

“Und wenn ich aus Versehen mal auf deinen Wecker schaue??”
“Dann schau eben nicht drauf.”

“Das würde mich dann aber verwirren…”
“Mein Wecker bleibt so, wie er ist! Basta!”

“Schon gut, schon gut… Ist ja dein Wecker, obwohl…”
“Vergiss es! Also du stehst morgen um zehn vor sieben auf, gut.”

“Wieso willst du das denn so genau wissen?”
“Damit ich nach dir ins Bad kann, also so gegen zehn nach sieben.”

“Stell dich mal lieber auf zwanzig nach sieben ein.”
“Wieso? Normalerweise brauchst du doch nur zwanzig Minuten, oder?”

“Wenn ich nicht Duschen muss, dann stimmt das, richtig.”
“Schön, und musst du nun morgen früh duschen??”

“Nein.”
“Also, wieso brauchst du dann plötzlich mehr Zeit, als sonst?”

“Weil mein Wecker eine andere Zeit hat.”
“Was hat das denn damit zu tun??”

“Weil ich dann ja 10 Minuten länger liegen bleiben kann!”

Kopfschüttel…

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Welche Bettdecke?

3. November 2008, aus der Schublade Schlafen und Dösen

Meine Liebste ist – und das kommt nur sehr selten vor – am Sonntagabend auf dem Sofa unter ihrer Decke eingeschlafen.
Zu fortgeschrittener Stunde beschließe ich, zugunsten des Schlafzimmers zu handeln und streichele ihr sanft über den Kopf.

“Mhhmhhmmmmamm…”
“Liebste?”

“-”
“Liebste?”

“Mhhhhh….”
“Aufwachen…”

“Hmmjaam, lass mich.”
“Es ist schon spät, lass uns rüber gehen.”

“Geh weg!”
“Komm jetzt.”

“Geh weeeeeg!”
“Schatz, du kannst hier nicht schlafen.”

“Jaja, gleich. Noch eine Minute.”

[Bereits wenige Sekunden später fällt die Liebste wieder ins Koma.]

“Mjamjam…”
“Schaaaatz… Schaaaatz…”

“Mhh, was ist denn!”
“Rübergehen?”

“Ich kann mich nicht bewegen.”
“Los, komm.”

“Ich will nicht!”
“Ich aber.”

“Kannst du mich nicht ins Bett tragen?”
“Wie bitte??”

“Ins Bett tragen.”
“Nein, kann ich nicht.”

“Wieso denn nicht?”
“Naja, ähm…”

“Du hast mich gar nicht lieb!”
“Aha, du bist jetzt also offensichtlich wach!”

“Nein.”
“Doch, los, komm jetzt!”

“Wenn ich jetzt aufstehe, wird mir kalt.”
“Aber nur kurz.”

“Im Schlafzimmer ist meine Decke bestimmt eiskalt!”
“Ist sie nicht.”

“Ist sie doch! Da will ich nicht hin!”
“Na schön, dann musst du eben hier schlafen!”

“Kannst du die Decke nicht für mich anwärmen?”
“Och Schatz!”

“Bitte, bitte, bitte, bitte!”
“Ich soll mich jetzt also unter DEINE Decke legen??”

“Ja, und dann komme ich auch rüber.”
“Hm… Versprochen?”

“Versprochen!”

[Warum nicht, denke ich mir, gehe rüber ins Schlafzimmer und lege mich unter die Bettdecke der Liebsten. Nach ein paar Minuten anwärmen sollte die Temperatur ausreichen und ich rufe nach ihr, allerdings erhalte ich keine Antwort. Tja, was soll ich machen: also laufe ich wieder rüber ins Wohnzimmer und rüttele am rechten Arm der Liebsten, die natürlich wieder eingeschlafen ist...]

“Uahh, ah… Was ist denn!”
“Deine Bettdecke ist warm, komm jetzt!”

“Welche Bettdecke??”
“Die im Schlafzimmer, die ich anwärmen sollte.”

“Du hast meine Bettdecke angewärmt??”
“Sag mal, leidest du jetzt auch schon an Gedächtnisverlust, oder was??”

“Das ist aber lieb von dir, Schatz!”
“Ja. Und jetzt komm endlich, sonst wird sie wieder kalt.”

“Ich muss aber eigentlich vorher noch ins Badezimmer…”
“Himmel! Dann mach das, ich gehe jetzt ins Bett!”

“Aber du musst meine Decke warm halten, ja?”
“Ja…”

“Fein!”

[Ich schlappe wieder ins Schlafzimmer zurück und lege mich erneut auf die Bettseite der Liebsten unter ihre Decke. Ich höre, wie die Badezimmertür klappert, ein gutes Zeichen! Allerdings vergehen bestimmt 15 Minuten, bis die Liebste endlich ins Schlafzimmer kommt.]

“Schläfst du schon, Schatz?”
“Nein… Ich warte hier schon eine Ewigkeit auf dich!”

“Hat ein bisschen länger gedauert.”
“Das ist mir aufgefallen. Hier, deine Bettdecke ist jetzt schön warm.”

“Und was ist mit deiner Bettdecke?”
“Die dürfte wohl noch kalt sein, was sonst…”

“Prima!”
“Schön, dass du so großes Mitleid mit mir hast, danke…”

“Bleib unter meiner Decke liegen.”
“Ach so, du kommst dann jetzt dazu, ja?”

“Nee, auf keinen Fall!”
“Nicht? Sondern??”

“Ich lege mich unter deine kühle Decke, mir ist sooo warm jetzt!”

Kopfschüttel…

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Schon vergessen?

9. Oktober 2008, aus der Schublade Schlafen und Dösen

Meine Liebste und ich liegen am späten Abend endlich in unserem großen Bett.
Der Tag war für uns beide sehr stressig, im Augenblick ist einfach ständig irgendwas los.
Umso erfreulicher, dass jetzt Ruhe einkehrt und während ich bereits die Augen zu gemacht habe, höre ich, wie die Liebste noch ihren Wecker stellt. 

Du, Schatz?”
“Ja, Süße?”

“Weißt du, was ich jetzt gut fände?”
“Nein, was?”

“Wenn du mir noch den Rücken kraulen würdest!”
“Ähm… Schatz, ich wollte gerade die Augen zu machen und…”

“Das ist mir egal, ob du dabei die Augen zu hast oder nicht.”
“Aber…”

“Och bitte! Kraulen! Nur ein bisschen!”
“Na schön, also hier. Ich kraule. Und bin fertig. So.”

“Wie! Das war´s schon??”
“Habe ich dir den Rücken gekrault oder nicht?”

“Schon, aber doch nur eine Sekunde!”
“Über Zeiträume haben wir nicht gesprochen.”

“Schatz! Ich möchte aber länger!”
“Muss das denn jetzt sein, kann ich nicht auch morgen…”

“Morgen?? Früher hast du mir stundelang den Rücken gekrault!”
“So?”

“Hast du das vielleicht schon vergessen??”
“Nein, habe ich nicht vergessen.”

“Gut! Und warum muss ich dann jetzt hier lange betteln??”
“Also schön, kraule ich dir eben noch ein wenig den Rücken.”

“Jetzt brauchst du auch nicht mehr!”
“Aber du wolltest doch??”

“Aber nicht, wenn ich dich dazu überreden muss!”
“Musst du ja nicht, ich mach´s ja…”

“Nee. Du musst nichts machen, was dir keinen Spaß macht.”
“Es macht mir ja Spaß.”

“Macht es dir nicht.”
“Doch.”

“Nein!”
“Doch!”

“Wenn es dir Spaß machen würde, müsste ich ja nicht betteln!”
“Du musst ja auch gar nicht betteln!”

“Jetzt kraule ich dir den Rücken auch nicht mehr! So!”
“Schatz, du kraulst mir NIE den Rücken!”

“Aber ich könnte.”
“Und was soll das dann jetzt??”

“Frag mich doch mal, ob ich deinen Rücken kraulen würde.”
“Kraulst du mir bitte meinen Rücken??”

“Nein!”
“Pff! Brauchst du ja auch gar nicht!”

“Warum fragst du mich denn dann??”
“Ich?? Ich sollte doch fragen!?”

“Aber du hast doch nicht ernsthaft erwartet, dass ich Ja sage!?”
“Also Moment mal, du hast doch…”

“Erst fragen, es aber gar nicht so meinen und jetzt meckern!”
“Aber ich meckere doch gar nicht und außerdem…”

“Na schön, schön! Frag noch einmal.”
“Was jetzt!”

“Ob ich dir den Rücken kraule.”
“Ich will aber nicht fragen, da kommt nur wieder Blödsinn raus!”

“Nun frag schon! Ich will dir zeigen, wie man das richtig macht.”
“Also gut, was soll´s… Schatz: Kraulst du mir meinen Rücken?!”

“Ja, das mache ich sehr gerne für dich, weil ich dich lieb habe.”
“Aha, so muss man das also machen…”

“Aber nur, wenn du mir zuerst meinen kraulst!”
“Ähm, aber…”

“Deinen kraule ich dir dann morgen…”

Kopfschüttel…

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Mein Feuerwehrmann

11. Februar 2008, aus der Schublade Schlafen und Dösen

Mein Feuerwehrmann (photocase.de © i make design)Meine Liebste und ich liegen endlich in unserem Bett und lassen den Tag ausklingen. Während ich bereits die Augen geschlossen habe, höre ich, wie die Liebste ab und zu eine Seite in ihrem Buch umblättert.
Doch dann legt sie es plötzlich zur Seite…

“Schatz?”
“Ja, Süße?”

“Schläfst du schon?”
“Nein. Ich döse.”

“Bist du schon müde?”
“Naja müde, also… Es geht.”

“Willst du jetzt gleich schon schlafen?”
“Wieso, was ist denn?”

“Ich wollte nur mal fragen.”
“Und wieso wolltest du nur mal fragen?”

“Naja, ich dachte…”
“Schatz, was?”

“Ich dachte, wir könnten ja noch ein wenig Feuerwehr spielen.”
“Wie bitte??”

“Naja…”
“Feuerwehr??”

“Also, du könntest der kräftige und mutige Feuerwehrmann sein.”
“Aha… Und du?”

“Ich bin die zarte Gerettete im durchsichtigen Negligee.”
“Ach so, JETZT verstehe ich, was du meinst!”

“Schön!”
“Du meinst, du bist mir unendlich dankbar und so?”

“Genau.”
“Und du würdest deswegen alles für mich tun?”

“Zum Beispiel.”
“Weil ich dich todesmutig aus den Flammen gerissen habe?”

“Ja, weil du mein Held bist.”
“Hört sich SEHR interessant an!”

“Dann mach jetzt, mein Feuerwehrmann.”
“Komm, ich halte dich ein bisschen fest und tröste dich…”

“Nee! Nimm deine Finger da weg!”
“Ähm, aber ich dachte, ich meine, du hast doch…”

“Du sollst endlich das Licht löschen, du Blödmann!”

Kopfschüttel…

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Das musst du doch hören!

22. November 2007, aus der Schublade Schlafen und Dösen

Das musst du doch hören! (photocase.de © nicky_)Meine Liebste und ich liegen in unserem Bett und schlafen. Seit ungefähr vier Stunden übrigens.
Ich kann nicht sagen, was die Liebste geträumt hat, aber meine Seele war gerade irgendwo auf einem Bauernhof im Grünen, als mich jemand unsanft aus dem Schlaf reißt…

“Schatz! Schaaatz!”
“Hmhmmmhmmm… Was ist denn, Liebste…”

“Hörst du das?”
“Ich höre nichts.”

“Das musst du doch hören!”
“Schatz, ich war gerade so schön am…”

“Jetzt hör doch mal, da ist was!”
“Was denn??”

“An der Tür!”
“An welcher Tür??”

“An der Wohnungstür, da ist was!”
“Dann sei doch mal still, so kann ich ja auch nichts hören!”

“Und?”
“Ich höre nichts.”

“Geh nachschauen.”
“Och Schatz!”

“Ich habe was gehört, da bin ich ganz sicher!”
“Und was hast du gehört?”

“Weiß ich auch nicht, so ein Knacken.”
“Aha… Das werden wohl die Mäuse gewesen sein.”

“Was denn für Mäuse??”
“Von denen du geträumt hast!”

“Haha, sehr witzig! Gehst du jetzt nachschauen?”
“Ja.”

“Und was machst du dann?”
“Was soll das heißen, was machst du dann!”

“Ja also, wenn da jetzt ein Einbrecher vor der Tür steht?”
“Da steht kein Einbrecher vor der Tür.”

“Und wenn doch?”
“Dann werde ich ihn freundlich bitten, wieder zu gehen.”

“Das ist nicht dein ernst!”
“Natürlich nicht! Ich gehe jetzt…”

“Bleib hier!”
“Aber ich sollte doch…”

“Nee, wenn da einer steht, dann solltest du da nicht hingehen!”
“Da steht keiner!”

“Und wenn doch?”
“Schatz!”

“Was machen wir denn jetzt!?”
“Da kann keiner stehen, glaub mir Süße.”

“Und wieso??”
“Weil ihn dein Geschrei hier schon längst vertrieben hätte!”

“Ach ja, der kann uns ja hören…”
“Könnte, Schatz, KÖNNTE! Weil da ist nämlich niemand.”

“Hallo? Ist da jemand!?”
“Ich gehe jetzt nachschauen, warum die Tür knackt…”

“Also hast du es auch gehört??”
“Nein, aber das ist eben ein altes Haus und…”

“Haben wir eigentlich ein Sicherheitsschloss??”
“Ja.”

“Ja?? Ein gutes??”
“Natürlich, und unten auch. Wusstest du das nicht?”

“Dann gehe ich mit.”
“Wohin??”

“Na mit dir mit, wenn du gucken gehst.”
“Wie bitte?? Das ist wirklich nicht nötig, bleib liegen.”

“Das ist schon in Ordnung, ich kann auch gucken gehen.”
“Was soll denn das jetzt?? Eben wolltest du doch noch…”

“Ja, aber wir haben doch ein Sicherheitsschloss.”
“Ähm…”

“Nee, lass uns mal doch zu zweit gehen.”
“Aha… Und warum das jetzt?”

“Du kannst dich mit dem Einbrecher unterhalten und ich…”
“Und du?”

“…ich gehe aufs Klo.”

Kopfschüttel…

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Trau dich doch mal was!

15. November 2007, aus der Schublade Schlafen und Dösen

Trau dich doch mal was! (photocase.de © i make design)Meine Liebste und ich sind nach einem langen Arbeitstag zu Bett gegangen. Endlich liegen!
Heute habe ich irgendwie das Gefühl, dass dies die schönsten Minuten des ganzen Tages werden könnten.
Wie man sich doch täuschen kann…

“Schatz, weißt du was?”
“Was denn, Süße?”

“Wir liegen immer so.”
“Was?”

“Na wir liegen immer so, wie wir liegen.”
“Im Stehen schläft es sich halt deutlich schlechter.”

“Nein, ich meine, du da und ich hier.”
“Ich hier und du da, ja. Und?”

“Naja, aber warum?”
“Weil es immer so ist.”

“Wie ist das denn auf deiner Seite so?”
“Hier ist es super. Und bei dir?”

“Ja. Hier auch.”
“Also darf ich jetzt hier liegenbleiben, ja?”

“Hast du nie daran gedacht, mal zu wechseln?”
“Nein.”

“Und warum nicht?”
“Weil ich IMMER links liege.”

“Links von dir aus oder vom Bett aus oder von davor?”
“Davor? Links? Och Schatz!”

“Was denn!”
“Hier eben auf dieser Seite! Links. Glaube ich…”

“Darf ich da auch mal ausprobieren?”
“Jetzt??”

“Warum denn nicht?”
“Muss das sein?”

“Jetzt sei doch nicht so!”
“Morgen bin ich nicht da, dann kannst du in aller Ruhe…”

“Wenn du nicht da bist, ist das ja was anderes.”
“Aber ich will jetzt nicht auf deine Seite!”

“Wieso denn nicht? Ich liege doch hier auch?”
“Weil ich dann bestimmt schlechter schlafe, deswegen.”

“Auf meiner Seite??”
“Es liegt nicht an DEINER Seite, sondern an der ANDEREN Seite.”

“Wieso musst du denn immer links liegen?”
“Ich muss nicht; aber ich möchte. Und jetzt möchte ich schlafen.”

“Ich will auch mal links liegen!”
“Wieso denn??”

“Nur mal so!”
“Aber muss das unbedingt jetzt sein??”

“Wann denn sonst?”
“Am Wochenende. Vielleicht.”

“Trau dich doch mal was!”
“Ich soll mich was trauen??”

“Ja!”
“Wieso denn?? Und was heißt denn das??”

“Ich habe gelesen, dass Abwechslung in der Beziehung gut sei.”
“Aha! Daher weht der Wind! Und wo hast du das gelesen?”

“In der Brigitte.”
“Du liest Brigitte?? Seit wann das denn?”

“Reiner Zufall.”
“Ja klar! Und da steht also drin, dass wir Abwechslung brauchen?”

“Nein, da steht, dass auch kleine Dinge den Alltag bereichern.”
“Zum Beispiel?”

“Irgendwas verändern, die Möbel verschieben oder so.”
“Und da steht auch, dass man die Bettseiten tauschen soll??”

“Nee, das ist mir eingefallen.”
“Ja… Können wir nicht morgen einfach nur die Möbel verschieben?”

“Gut, dass du darauf zu sprechen kommst!”

Kopfschüttel…

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Durst

28. Juli 2007, aus der Schublade Schlafen und Dösen

Durst (photocase.de © pheebs)Meine Liebste und ich liegen abends gemütlich in unserem Bett und obwohl die kleine Lampe auf dem Nachttisch noch an ist, haben wir beide schon die Augen geschlossen und lassen den Tag vorm Schlummern noch einmal schnell an uns vorbeiziehen. Ganz gemütlich…

“Schatz?”
“Ja süße?”

“Hast du noch eine Wasserflasche neben deinem Bett?”
“Ja.”

“Meine ist nämlich leer.”
“Das ist natürlich Pech.”

“Kann du mir deine nicht mal rüber geben? Bitte?”
“Na gut, ausnahmsweise.”

“Ohh, das ist lieb von dir, danke.”

[Ich greife mit weiterhin geschlossenen Augen suchend mit der rechten Hand neben das Bett und rudere da ein bisschen rum, bis mir der Flaschenhals in die Finger kommt.
Ich nehme also  - zugegeben mit etwas Widerwillen - meine Wasserflasche und reiche sie rüber auf die linke Seite zu meiner Liebsten.
Aber was hätte ich sonst machen sollen? Wenn sie doch Durst hat und ich ihr eine kleine Freude machen kann... Also warum nicht?]

“Danke Schatz.”
“Bitte. – Ähm… Hast du die Flasche jetzt abgestellt?”

“Ja, wieso?”
“Willst du denn nichts trinken?”

“Nein, warum?”
“Aber du wolltest doch die Wasserflasche haben?”

“Ja, und das ist auch ganz lieb von dir.”
“Moment, ich meine, ich dachte, du hättest Durst?”

“Nö, jetzt noch nicht.”
“Aber…”

“Schlaf schön!”
“Also Moment, du hast gar keinen Durst?”

“Nein, jetzt nicht.”
“Und warum wolltest du dann meine Wasserflasche haben?”

“Das sagte ich doch schon, meine ist alle.”
“Aber jetzt habe ich doch keine mehr!?”

“Brauchst du denn jetzt eine?”
“Nein, aber das ist immer noch meine Flasche!”

“Bleibt sie ja auch, ich leihe sie mir doch nur.”
“Und warum holst du dir nicht aus der Küche eine eigene?”

“Weil es gerade so schön kuschelig ist unter meiner Decke.”
“Unter meiner aber auch!”

“Und wo ist jetzt das Problem?”
“Ich dachte, dass du nur einen Schluck willst!”

“Ach so! Nein.”
“Nein??”

“Nee, nur für den Fall, dass ich nachher Durst kriege.”
“Sehr schön, und was mache ich jetzt??”

“Du hast doch nachts nie Durst.”
“Und ob!”

“Ist mir aber noch nie aufgefallen.”
“Na und?? Gib mir meine Flasche zurück!”

“Aber du hast sie mir doch gerade erst gegeben?”
“Richtig, und jetzt möchte ich sie wieder haben.”

“Das geht nicht.”
“Und wohl geht das! Gib her!”

“Och bitte, bitte.”
“Nein! Das ist ja wieder mal typisch!”

“Ich gebe sie dir heute Nacht zurück, wenn du Durst kriegst.”
“Pff! Das möchte ich sehen!”

“Doch, ganz bestimmt. Versprochen!”
“Na da bin ich ja mal sehr gespannt…”

“Aber weck mich dann nicht, ja?”

Kopfschüttel…

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Es sah aber so aus!

17. Juli 2007, aus der Schublade Schlafen und Dösen

Es sah aber so aus! (photocase.de © popeljack)Meine Liebste und ich liegen endlich in unserem großen Bett.
Bei uns steht die Schlafzimmertür tagsüber immer offen; wenn sie abends von der Liebsten geschlossen wird, ist das immer ein angenehmes Zeichen:
der Tag ist zu Ende, die Nacht fängt an.

“Hmhhmhmhmmjam…”
“Schläfst du schon, Süße?”

“Nee; sonst könnte ich dir ja wohl nicht antworten.”
“Aber um zu wissen, ob du antwortest, muss ich doch fragen?”

“Ganz schön schlau, Schatz. Lass mich, ich bin müde.”
“Wenn du jetzt nichts gesagt hättest, dann wüsste ich…”

“Jaaa doch. Du hast ja recht, Schatz.”
“Obwohl du ja manchmal nichts sagst.”

“Was? Was sage ich nicht?”
“Ich frage dich was und du sagst einfach nichts.”

“Ich??”
“Ich denke dann, dass du schläfst, tust du aber gar nicht.”

“Kann sein, na und?”
“Na und??”

“Ja ist das so schlimm?”
“Wenn ich dich was frage und du stellst dich schlafend??”

“Tue ich ja gar nicht!”
“Hast du aber!”

“Habe ich nicht!”
“Es sah aber so aus.”

“Was hast du mich denn gefragt?”
“Das weiß ich nicht mehr, aber es war so.”

“Vielleicht habe ich ja wirklich schon geschlafen?”
“Nö. Hast du nicht, das weiß ich.”

“Schön! Und was willst du denn jetzt eigentlich von mir?”
“Ich wollte fragen, ob wir mal den Keller aufräumen sollen.”

“-”
“Jetzt sagst du ja schon wieder nichts!”

“-”
“Was ist denn jetzt??”

“Ich schlafe schon.”
“Tust du nicht! Sonst würdest du das ja nicht sagen können!”

“Bin grade aufgewacht.”
“Sehr witzig!”

“Hast du was gesagt?”
“Keller aufräumen?”

“Tu dir keinen Zwang an.”
“Ich meinte aber eigentlich WIR!”

“-”
“Süße?”

“-”
“Schläfst du jetzt schon wieder?”

“Ja.”
“Tust du nicht! Jetzt sag doch mal!”

“Doch mal.”
“Nein, ob wir demnächst mal den Keller aufräumen.”

“-”
“Liebste!”

“-”
“Ich lade dich morgen auf ein Eis ein.”

“Super!”
“Siehst du, du schläfst ja doch nicht!”

“Bin grade wieder aufgewacht.”
“DAS ist NICHT lustig!”

“Ich habe geträumt, dass du mich auf ein Eis einlädst.”
“-”

“Hast du doch, oder?”
“-”

“Ich habe es genau gehört!”
“-”

“Schatz? Oder?”
“Ich schlafe schon.”

“Tust du nicht!”
“Doch.”

“Aber ich schlafe doch schon, nicht du!”
“Pff! Schlafen wir eben beide schon.”

“Nein!”
“Doch!”

“Wir können uns ja wohl nicht unterhalten, wenn wir schlafen!”
“Das ist auch der Sinn und Zweck des Schlafens.”

“Damit du dich nicht mit mir unterhalten musst??”
“Nicht direkt. Aber es ist ein Nebeneffekt.”

Blödmann!”
“Selber!”

“Kriege ich nun morgen das Eis!?”
“Räumen wir demnächst den Keller auf!?”

“-”
“-”

“Schläfst du schon, Schatz?”
“Ja, Liebste.”

“Was für ein Zufall, ich auch!”

Kopfschüttel…

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Ich gehe ins Gästezimmer!

12. Mai 2007, aus der Schublade Schlafen und Dösen

Ich gehe ins Gästezimmer! (photocase.de © Nenuphar)Meine Liebste und ich liegen abends endlich wieder in unserem Bett. Das besondere Highlight heute: es wurde neue und frisch duftende Bettwäsche aufgezogen.
Die Liebste scheint darin zu schwimmen, wie Dagobert Duck in seinem Geldspeicher.

“Ahhh, ist das herrlich!”
“Ja Süße. War aber auch mal wieder fällig.”

“Ich könnte jeden Tag das Bett neu beziehen.”
“Naja, also jeden Tag…”

“Wo ist denn eigentlich das Bild hin?”
“Was für ein Bild?”

“Na da an der Wand, da wo der Nagel hängt.”
“Da war kein Bild, Schatz.”

“Und wofür ist der Nagel?
“Welcher Nagel denn?”

“Der da neben dem Schrank?”
“Also ich habe da keinen Nagel in die Wand gehauen.”

“Und was ist das dann?”
“Steh doch auf und schau nach!”

“Nee, ich bleibe hier liegen, schau du, ja?”

[Widerwillig schlage ich meine frisch bezogene Bettdecke zur Seite und stehe noch einmal auf, um den ungewöhnlichen Nagel in Augenschein zu nehmen. Da hing vorher nichts, da soll nichts hängen und ich bin schon neugierig, wie da plötzlich ein Nagel hingekommen ist.]

“Das ist kein Nagel.”

“Was denn?”
“Eine Spinne.”

“EINE SPINNE?? IHHH, MACH DIE WEG!!”
“Es ist nur eine klitzekleine Spinne, Schatz.”

“Wie kommt die denn in MEIN Schlafzimmer??”
“Soll ich sie fragen?”

Blödmann! Mach die weg, weg, weg!”
“Na schön… Ich leihe mir mal deinen Schlappen, ja?”

“Nee, nicht meine Schlappen! Dann klebt die da ja dran!”
“Ja und was soll ich sonst nehmen?”

“Kannst du sie nicht nach draußen setzen?”
“Och Schatz!”

“Mit einem Glas oder so.”
“Dann muss ich ja in die Küche laufen.”

“Bitte, bitte!”
“Na schön…”

[Also wenn schon, dann richtig. Ich hole aus der Küche ein altes Trinkglas, das früher einmal als Senfglas erworben wurde. Bei dieser Gelegenheit denke ich darüber nach, wie viele Menschen wohl diese Gläser zuhause haben. Dann schlurfe ich noch ins Arbeitszimmer und nehme ein Blatt Papier mit. Mangels Alternativen übrigens das teure Tintendrucker-Papier; für die kleine Spinne nur das Beste.]

“Wo warst du denn so lange?”
“Ich habe das Spinnen-Rettungsset zusammengestellt, aber… Ähm…”

“Was ist?”
“Wo ist die Spinne?”

“Was??”
“Sie ist nicht mehr da, hast du sie denn nicht beobachtet?”

“Soll das heißen, dass sie weggekrabbelt ist??”
“Naja… Sie wird sich nicht von selbst in Luft aufgelöst haben…”

“Jetzt ist hier irgendwo eine Spinne!”
“Vielleicht hinter dem Schrank oder so…”

“Ich gehe ins Gästezimmer!”
“Was? Wo willst du hin?”

“Ich kann hier nicht schlafen, wenn hier eine Spinne ist!”
“Schatz! Die ist klitzeklein, die hat mehr Angst vor dir!”

“Nein! Die krabbelt dann unter meine Bettdecke und dann…”
“So ein Blödsinn! Da würde sie ja sofort verbrutzeln.”

“Wieso das denn?”
“Weil unter deiner Bettdecke die klimatischen Bedingungen selbst für mich lebensbedrohlich sind.”

“Es zwingt dich ja niemand!”
“Was ist jetzt mit der Spinne?”

“Mach die weg!”
“Ich weiß doch aber nicht, wo sie jetzt ist!”

“Kannst du den Schrank nicht zur Seite schieben?”
“Schatz! Der wiegt 2 Tonnen.”

“Ich kann aber so nicht schlafen!”
“Halt!”

“Was?”
“Ich habe sie, ich habe sie! Da unten!”

[Die kleine Spinne sitzt friedlich auf der Fußleiste. Wahrscheinlich hat sie sich das alles mit angehört und schon Pläne geschmiedet, ein großes Glas über die Liebste zu stülpen, ein Blatt unterzuschieben und sie vorsichtig rauszusetzen. Ähnliche Pläne haben sich auch schon in meinem Kopf ausgebreitet... Dieses Schicksal ereilt dann am Ende aber doch die kleine Spinne selbst.]

“Ist sie weg?”
“Ja Schatz. Sie sitzt jetzt in der Blume auf dem Balkon.”

“Sehr gut, danke Schatz. Und jetzt weiter.”
“Ähm… Was weiter?”

“Na weitersuchen.”
“Wie jetzt! Wonach?”

“Ob hier noch andere Spinnen sind natürlich.”
“Schatz! Ich kann doch jetzt nicht…”

“Wo eine Spinne ist, da können auch noch andere sein!”
“Das kannst du echt selber machen! Ich gehe jetzt wieder ins Bett!”

“Was ist das denn da?”
“Wo?”

“Da oben?”
“Das ist ein Fleck, keine Spinne.”

“Ach so. Und das da neben der Gardine?”
“Schatz!”

“Das ist noch eine Spinne!”
“Das ist nur ein Schatten!”

“Na gut.”
“Gute Nacht.”

“Das war doch nur eine kleine Spinne, oder?”
“Ja. Mini.”

“Das verstehe ich echt nicht.”
“Was. Was verstehst du jetzt nicht?”

“Warum so viele Leute Angst vor Spinnen haben.”

Kopfschüttel…

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Da findet man ja nichts

4. Mai 2007, aus der Schublade Schlafen und Dösen

Da findet man ja nichtsMeine Liebste und ich liegen abends endlich im Bett und freuen uns auf das gemeinsame Einschlafen.
Ich finde, das sind häufig die schönsten und entspannendsten 5 Minuten des Tages.

“Machst du gleich das Licht aus?”
“Ja Süße, gleich.”

“Du, fährst du morgen zur Arbeit?”
“Nein, ich fahre morgen nach Mallorca.”

“Was??”
“NATÜRLICH fahre ich morgen zur Arbeit! Wieso?”

“Dann kommst du doch bei IKEA vorbei, oder?”
“Naja, ich fahre auf der Autobahn dran vorbei.”

“Kannst du dann da ein paar Kleiderbügel holen?”
“Bei IKEA??”

“Da gibt´s 8 Stück für 4 Euro.”
“Och Schatz, muss das sein?”

“Ja, weil du keinen mehr hast.”
“Ich? Wieso ich? Natürlich habe ich noch welche!”

“Nö.”
“Klar! Die hängen alle in meinem Schrank.”

“Jetzt nicht mehr.”
“Wie bitte??”

“Naja, ich habe mir drei Sommerblusen gekauft.”
“Ich weiß, na und?”

“Und ich hatte selber keine eigenen Bügel mehr.”
“Ach! Und da hast du einfach mal bei mir…”

“Du hattest doch noch welche und du kaufst dir ja nie was.”
“Schatz! Du belegst Dreiviertel unseres Schrankes!”

“Und was heißt das jetzt?”
“Kannst du da nicht wenigstens meinen kläglichen Rest in Ruhe lassen??”

“Tue ich ja auch, so wie das da drin aussieht…”
“Naja, ich könnte da mal wieder aufräumen…”

“Das ist wohl richtig, da findet man ja nichts.”
“Ich schon! Und die Bügel konntest du ja anscheinend finden.”

“Darf ich deine Bügel denn behalten?”
“Hm…”

“Habe ich dir heute schon gesagt, dass ich dich lieb habe?”
“Pff…!”

“Du kriegst auch die neuen Kleiderbügel. Von IKEA, die guten.”
“Hm…”

“Ich gebe dir auch die 4 Euro.”
“Na gut. Ausnahmsweise. Weil du meine Liebste bist.”

“Super Schatz!”
“Aber nur unter Protest! Das möchte ich noch mal betonen!”

“Nur unter Protest, verstanden.”
“Ich fahre da morgen mal vorbei, wenn ich es schaffe…”

“Kann ich dann noch 5 Bügel von dir ab haben?”
“Wie bitte??”

“Na du brauchst doch eh keine!”

Kopfschüttel…

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