Ins Bett

Meine Liebste und ich sitzen am Wochenende im Wohnzimmer und lesen. Die Liebste allerdings rutscht schon seit einer Viertelstunde irgendwie ungeduldig herum und schaut mich zwischendurch immer mal wieder an.
Was in ihrem Kopf wohl wieder vorgeht…

„Du, Schatz?“
„Ja, Süße?“

„Wir sollten mal ins Schlafzimmer rübergehen.“

„Aha, und wieso?“

„Weil, ähm… Weil da eine Birne in der Lampe kaputt ist.“
„Welche Lampe?“

„Ähm, die auf meinem Nachttisch.“

„Tatsächlich?? Ist mir gar nicht aufgefallen.“

„Die solltest du dir mal ansehen.“
„Mache ich später.“

„Und warum nicht jetzt?“
„Weil ich ja eh nichts machen kann, wir haben keine Ersatzlampe.“

„Ach so…“

„Ich kaufe morgen eine neue Birne.“

„Gut…“
„Fein.“

„-„
„-„

„Wir sollten aber trotzdem ins Schlafzimmer gehen.“
„Wieso?“

„Naja, mal ne Stunde ausruhen oder so?“

„Ich bin nicht müde.“

„Also ich schon.“
„Dann geh doch?“

„Kommst du nicht mit?“
„Nee. Ich kann jetzt nicht schlafen.“

„Hm…“
„Gute Nacht.“

„Aber ich wollte doch mit dir zusammen ins Schlafzimmer?“
„Wieso? Soll ich dir zugucken, wie du schläfst, oder was??“

„Nein…“
„Na also.“

„Aber du könntest doch trotzdem mitgehen?“

„Warum??“

„Vielleicht kannst du ja noch was anderes reparieren?“
„Im Schlafzimmer ist meines Wissens nichts anderes kaputt.“

„Also kommst du jetzt mit oder nicht!?“
„Warum soll ich denn unbedingt ins Schlafzimmer gehen??“

„Weil du doof bist, darum!“

„Ja, aha, das macht die Sache natürlich viel klarer…“

„Du bist müde und musst dich ins Bett legen! VERSTANDEN??“

„Ich bin doch aber gar nicht…“

„…sei einfach still jetzt und komm mit!“
„Aber…“

„Wie kann man nur so schwer von Begriff sein!“
„Ähm… Ach so, jetzt verstehe ich, glaube ich…“

„Na das hat aber gedauert!“
„Warum sagst du denn nicht einfach, dass du wuschig bist??“

„WUSCHIG?? ICH??“
„Na das meintest du doch, oder?“

„WUSCHIG??“
„Um nicht zu sagen…“

„Verkneif dir alle weiteren Kommentare!“
„Ich mag ja diese ganz besondere romantische Stimmung und…“

„Trottel!“
„…und wie dezent du mich umschmeichelst, fantastisch…“

„Weißt du was, bleib doch einfach da sitzen!“

„Ich dachte, wir wollten ins Schlafzimmer gehen?“

„Ich wollte ja, aber du ja nicht!“
„Jetzt will ich aber auch?“

„Vergiss es!“
„Aber…“

„Und soll ich dir noch was sagen??“

„Ähm, was denn?“

„Die Lampe ist gar nicht kaputt!“
„Was für ein Zufall…“

„Aber ich kann vorhersehen, dass sie gleich kaputt gehen wird!“

Kopfschüttel…

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Voller Zettel

Meine Liebste hat mich vor kurzem gebeten, mir heute einen Tag frei zu nehmen, damit wir gemeinsam einige wichtige Dinge erledigen können. Zum Beispiel Sperrmüll sortieren, Fenster putzen, Dachrinnen reinigen, zusammen ein neues Sofa aussuchen und vieles mehr.
Der Wecker der Liebsten klingelt am frühen Morgen…

„Schatz… Schatz, aufwachen…“
„Süße, wir haben doch heute frei, lass mich noch ein bisschen…“

„Och nee, das ist kein Urlaubstag heute, komm!“
„Mist…“

„Stehst du jetzt auf, ja?“
„Jaaa… Willst du denn nicht zuerst ins Bad?“

„Nee, du gehst zuerst ins Bad.“
„Und warum das?“

„Weil du sonst wieder einpennst!“
„Das wäre nicht ganz unwahrscheinlich…“

„Eben, also los!“
„Wieso müssen wir denn so früh aufstehen??“

„Damit wir heute was schaffen, deswegen.“
„Aber wir haben doch noch den ganzen Tag Zeit??“

„Ich habe aber tausend Sachen auf dem Zettel!“

„Aha…“

„Los, geh jetzt.“
„Tausend Sachen?“

„Wenn nicht sogar noch mehr.“
„Verdammt…“

„Wir arbeiten den Zettel ab und dann vielleicht.“
„Dann vielleicht??“

„…vielleicht haben ja dann noch etwas Zeit übrig.“
„Aha… Ich hasse volle Zettel…“

„STEH JETZT AUF!“

„Ist ja gut, ich geh ja schon…“

„Ich checke in der Zwischenzeit schon mal, womit wir anfangen.“
„Toll…“

[Ich schäle mich unwillig aus meiner Bettdecke und schlurfe ins Badezimmer, es nutzt ja nichts. Dort muss ich feststellen, dass auch ein Schwall eiskaltes Wasser meinen Wachzustand nicht deutlich verbessert…
Eines muss ich aber anerkennend festhalten: normalerweise ist die Liebste der Morgenmuffel, es sei denn, sie hat sich etwas in den Kopf gesetzt, dann entwickelt sie ungeheuerliche Energien; da habe ich schon großen Respekt vor und dafür gebührt ihr wirklich Anerkennung!

Zehn Minuten später bin ich fertig und gehe zurück ins Schlafzimmer, um mir ein Hemd aus dem Schrank zu nehmen; allerdings ist es hier noch dunkel!?]

„-„
„Liebste??“

„Was…“
„Du liegst ja noch im Bett??“

„Ja, sieht man doch, oder?“
„Aber ich dachte, wir wollten aufstehen und was schaffen??“

„Ich bin ja auch aufgestanden.“
„Komisch, sieht man gar nicht??“

„Ich bin dann aber wieder ins Bett gegangen.“
„Warum?? Ich meine, mich scheuchst du raus und du…“

„Ja, aber jetzt bleibe ich noch ein Stündchen liegen.“
„Wie bitte??“

„Du kannst dir ja schon mal einen Kaffee machen oder so.“

„Aber…“

„So, und jetzt lass mich noch schön hier liegen, ja? Tschüss!“

„Und was ist mit deinem vollen Zettel??“

„Ja genau, das ist die Ursache.“
„Ursache?? Ursache wofür??“

„Dass ich jetzt noch liegen bleibe.“
„Steht da vielleicht drauf, zuerst noch eine Stunde pennen??“

„Quatsch! Das würde ICH niemals auf den Zettel schreiben!“
„Sondern??“

„Ich kann den Zettel nicht wiederfinden…“

Kopfschüttel…

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Turnschuh

Meine Liebste sitzt in der Küche und trinkt Tee, als ich am Abend nach Hause komme. Das ist an sich nichts Besonderes, aber genau das mag ich ja an Partnerschaften: es ist jemand da, der dich liebt und auf dich wartet, wenn du erschöpft nach Hause kommst. Ist das Leben nicht schön?

„Hallo Schatz!“
„Hallo Süße!“

„Und? Geht´s dir gut?“
„Ja.“

„Aha.“
„Ja.“

„Geht das vielleicht auch etwas ausführlicher?“
„Es geht mir heute sehr gut, danke Liebste.“

„Aha.“
„Ja.“

„Mehr nicht??“
„Wieso? Was soll denn sein?“

„Naja, was heißt denn das??“
„Ähm… Ich verstehe die Frage irgendwie nicht?“

„Na ich sehe doch, dass es dir NICHT gut geht.“
„Wie bitte??“

„Wie geht es dir denn nun wirklich?“
„Es geht mir gut!“

„Männer…“
„Und was heißt das jetzt wieder??“

„Ihr könnt nie zugeben, wenn es euch mal nicht gut geht.“
„Aber ich…“

„…nicht mal euren eigenen Frauen gegenüber!“
„Wieso sollte es mir denn nicht gut gehen??“

„Frauen spüren das.“
„Was spürst du denn bitte??“

„Ich weiß nicht, aber mein Bauch sagt mir: da stimmt was nicht.“
„Was soll denn nicht stimmen??“

„Das will ich ja eben gerade von dir wissen!“
„Es ist alles mit mir in Ordnung! Etwas müde vielleicht, aber…“

„AHA!“
„Na und?? Ich bin doch öfters mal ein bisschen müde!?“

„Du solltest dich aufs Sofa legen und dich erholen.“
„Ähm…“

„…dann geht es dir auch bald wieder besser.“
„Es geht mir aber doch gar nicht schlecht!?“

„Vielleicht ist da auch eine Grippe im Anflug?“
„Quatsch!“

„Komm, ich mache dir einen Tee und du legst dich schön hin.“
„Nein! Ich will mich nicht hinlegen!!“

„Deine Nerven scheinen auch schon total blank zu liegen…“
„Hör jetzt auf mit dem Blödsinn!“

„Du willst mir also glaubhaft machen, du seist gar nicht krank??“
„Sooo! Jetzt kommen wir der Sache näher.“

„Also sagst du, dass du fit, frisch und gesund bist?“
„Richtig. Ich bin fit wie ein Turnschuh!“

„Gut! Das wusste ich.“
„Pff! Eben war ich doch noch todkrank, deiner Meinung nach!?“

„Hätte doch sein können??“
„Liebste, ich kann dir wieder mal nicht auch nur ansatzweise folgen…“

„Komm, lass uns gehen.“
„Gehen? Wohin??“

„Wir treffen uns gleich mit Tanja und Chrissi in der Bar Celona.“
„Was?? Wie bitte?? Also Moment mal, das…“

„Das wollten wir doch schon öfter mal machen!?“
„Das wolltest DU schon öfter machen, ICH NICHT!“

„Also Moment, DAS habe ich aber anders in Erinnerung!“
„Aha, und woran erinnerst du dich, bitte??“

„Immer, wenn wir uns treffen wollten, warst du leider krank.“
„Ähm…“

„…aber heute bist du ja zum Glück fit!“
„Aber…“

„Komm Turnschuh, lass uns gehen.“

Kopfschüttel…

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Ohne mich?

(photocase.de © onesecondupndown)Meine Liebste und ich sitzen am späten Abend noch vor dem Fernseher.
Während die Liebste noch hellwach ist und (mir unverständlich) aufmerksam den Ausführungen eines allwöchentlichen RTL-Magazins mit eher unterdurchschnittlichem Qualitätsanspruch folgt, fallen mir schon so langsam die Augen zu…

 

„Bist du müde, Schatz?“
„Ja, Süße… Ich glaube, ich gehe jetzt mal ins Bett.“

„Jetzt??“
„Ja, jetzt. Ist ja wohl spät genug, oder?“

„Ja, aber JETZT??“
„Wieso nicht jetzt??“

„Ohne mich??“
„Ähm…“

„Das geht doch nicht mehr lange, ist gleich zu Ende!“
„Schön, dann kannst du ja gleich nachkommen.“

„Ich wollte aber mit dir zusammen ins Bett gehen!“
„Dann komm doch mit?“

„Ich finde das aber sehr interessant gerade!“
„Tatsächlich?? Ach, was wundere ich mich eigentlich noch…“

„Komm, die paar Minuten schaffst du doch noch, oder?“
„Och Liebste, ich…“

„Ich mag das, wenn wir zusammen schlafen gehen.“
„Ja…“

„Du nicht?“
„Doch, doch…“

„Siehste!“
„Ja, aber ich bin total müde, ich gehe jetzt.“

„Das heißt, du ignorierst mich einfach??“
„Pff! Ich könnte auch sagen, dass DU mich ignorierst!“

„Ich?? Wenn ich nichts gesagt hätte, wärst du schon weg!“
„Möglich…“

„Und das OHNE MICH!“
„Liebste, wir kennen uns jetzt seit zirka 100 Jahren und…“

„Ach so! Und das ist dein Argument jetzt??“
„Naja, ich meine ja nur, dass…“

„Was wäre denn, wenn du eine neue Schnecke hättest??“
„Wie bitte??“

„Würdest du dann auch einfach eher ins Bett gehen??“
„Wahrscheinlich würden wir BEIDE deutlich eher ins Bett gehen…“

„Wie meinst du denn das jetzt??“
„Naja, mit einer neuen Schnecke würde ich eher, also, ich meine…“

„Du bist so doof!“
„Wieso ich denn??“

„Ich bringe ein plausibles Argument und du nur Schweinereien!“
„Also Moment mal, du hast doch mit den Schnecken angefangen!?“

„Da verstehst du aber was ganz falsch!“
„Aha, und was verstehe ich daran nicht??“

„Weil ICH deine einzige und alleinige Schnecke bin!“
„Ach so…“

Blödmann, blöder!“
„Ähm, demnach sollte ich jetzt also wohl besser nicht ins Bett gehen?“

„Das siehst du ausnahmsweise einmal richtig!“
„…weil ich stattdessen hier mit dir lieber rumstreiten sollte?“

„Ganz genau.“
„Aha… Liebe kann so schön sein…“

„Schön, dass du es jetzt auch verstanden hast.“
„Na gut, bleibe also hier noch 10 Minuten sitzen…“

[10 Minuten später…]

„So, siehst du Schatz, ist schon vorbei.“
„Gott sei Dank, dann kann ich, ähm, wir ja jetzt ins…“

„Ich schon, du kannst ruhig noch sitzen bleiben.“
„Wie bitte?? Ich dachte, wir gehen jetzt zusammen ins Bett?“

„Gleich.“
„Gleich?? Wieso gleich??“

„Ich will erst noch duschen.“
„Was??“

„Und ich muss unbedingt meine Haare für morgen waschen.“
„Liebste, auf KEINEN FALL bleibe ich SOLANGE hier noch sitzen!“

„Wieso nicht, das geht doch ganz schnell??“
„Schnell?? Deine Vorstellung von SCHNELL möchte ich mal haben!“

„Na gut, also schön; dann geh halt ins Bett.“
„Gott sei Dank, es geschehen noch Zeichen und Wunder…“

„Moment mal, das ist keine Aufforderung, schlafen zu gehen!“
„Was?? Nicht??“

„Du darfst ins Bett gehen, ja.“
„Aber??“

„Aber du darfst nicht einschlafen, bis ich auch da bin!“

Kopfschüttel…

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