Turnschuh

30. August 2010, aus der Schublade Schlafen und Dösen

Meine Liebste sitzt in der Küche und trinkt Tee, als ich am Abend nach Hause komme. Das ist an sich nichts Besonderes, aber genau das mag ich ja an Partnerschaften: es ist jemand da, der dich liebt und auf dich wartet, wenn du erschöpft nach Hause kommst. Ist das Leben nicht schön?

“Hallo Schatz!”
“Hallo Süße!”

“Und? Geht´s dir gut?”
“Ja.”

“Aha.”
“Ja.”

“Geht das vielleicht auch etwas ausführlicher?”
“Es geht mir heute sehr gut, danke Liebste.”

“Aha.”
“Ja.”

“Mehr nicht??”
“Wieso? Was soll denn sein?”

“Naja, was heißt denn das??”
“Ähm… Ich verstehe die Frage irgendwie nicht?”

“Na ich sehe doch, dass es dir NICHT gut geht.”
“Wie bitte??”

“Wie geht es dir denn nun wirklich?”
“Es geht mir gut!”

“Männer…”
“Und was heißt das jetzt wieder??”

“Ihr könnt nie zugeben, wenn es euch mal nicht gut geht.”
“Aber ich…”

“…nicht mal euren eigenen Frauen gegenüber!”
“Wieso sollte es mir denn nicht gut gehen??”

“Frauen spüren das.”
“Was spürst du denn bitte??”

“Ich weiß nicht, aber mein Bauch sagt mir: da stimmt was nicht.”
“Was soll denn nicht stimmen??”

“Das will ich ja eben gerade von dir wissen!”
“Es ist alles mit mir in Ordnung! Etwas müde vielleicht, aber…”

“AHA!”
“Na und?? Ich bin doch öfters mal ein bisschen müde!?”

“Du solltest dich aufs Sofa legen und dich erholen.”
“Ähm…”

“…dann geht es dir auch bald wieder besser.”
“Es geht mir aber doch gar nicht schlecht!?”

“Vielleicht ist da auch eine Grippe im Anflug?”
“Quatsch!”

“Komm, ich mache dir einen Tee und du legst dich schön hin.”
“Nein! Ich will mich nicht hinlegen!!”

“Deine Nerven scheinen auch schon total blank zu liegen…”
“Hör jetzt auf mit dem Blödsinn!”

“Du willst mir also glaubhaft machen, du seist gar nicht krank??”
“Sooo! Jetzt kommen wir der Sache näher.”

“Also sagst du, dass du fit, frisch und gesund bist?”
“Richtig. Ich bin fit wie ein Turnschuh!”

“Gut! Das wusste ich.”
“Pff! Eben war ich doch noch todkrank, deiner Meinung nach!?”

“Hätte doch sein können??”
“Liebste, ich kann dir wieder mal nicht auch nur ansatzweise folgen…”

“Komm, lass uns gehen.”
“Gehen? Wohin??”

“Wir treffen uns gleich mit Tanja und Chrissi in der Bar Celona.”
“Was?? Wie bitte?? Also Moment mal, das…”

“Das wollten wir doch schon öfter mal machen!?”
“Das wolltest DU schon öfter machen, ICH NICHT!”

“Also Moment, DAS habe ich aber anders in Erinnerung!”
“Aha, und woran erinnerst du dich, bitte??”

“Immer, wenn wir uns treffen wollten, warst du leider krank.”
“Ähm…”

“…aber heute bist du ja zum Glück fit!”
“Aber…”

“Komm Turnschuh, lass uns gehen.”

Kopfschüttel…

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Ohne mich?

20. Juli 2010, aus der Schublade Schlafen und Dösen

(photocase.de © onesecondupndown)Meine Liebste und ich sitzen am späten Abend noch vor dem Fernseher.
Während die Liebste noch hellwach ist und (mir unverständlich) aufmerksam den Ausführungen eines allwöchentlichen RTL-Magazins mit eher unterdurchschnittlichem Qualitätsanspruch folgt, fallen mir schon so langsam die Augen zu…

 

“Bist du müde, Schatz?”
“Ja, Süße… Ich glaube, ich gehe jetzt mal ins Bett.”

“Jetzt??”
“Ja, jetzt. Ist ja wohl spät genug, oder?”

“Ja, aber JETZT??”
“Wieso nicht jetzt??”

“Ohne mich??”
“Ähm…”

“Das geht doch nicht mehr lange, ist gleich zu Ende!”
“Schön, dann kannst du ja gleich nachkommen.”

“Ich wollte aber mit dir zusammen ins Bett gehen!”
“Dann komm doch mit?”

“Ich finde das aber sehr interessant gerade!”
“Tatsächlich?? Ach, was wundere ich mich eigentlich noch…”

“Komm, die paar Minuten schaffst du doch noch, oder?”
“Och Liebste, ich…”

“Ich mag das, wenn wir zusammen schlafen gehen.”
“Ja…”

“Du nicht?”
“Doch, doch…”

“Siehste!”
“Ja, aber ich bin total müde, ich gehe jetzt.”

“Das heißt, du ignorierst mich einfach??”
“Pff! Ich könnte auch sagen, dass DU mich ignorierst!”

“Ich?? Wenn ich nichts gesagt hätte, wärst du schon weg!”
“Möglich…”

“Und das OHNE MICH!”
“Liebste, wir kennen uns jetzt seit zirka 100 Jahren und…”

“Ach so! Und das ist dein Argument jetzt??”
“Naja, ich meine ja nur, dass…”

“Was wäre denn, wenn du eine neue Schnecke hättest??”
“Wie bitte??”

“Würdest du dann auch einfach eher ins Bett gehen??”
“Wahrscheinlich würden wir BEIDE deutlich eher ins Bett gehen…”

“Wie meinst du denn das jetzt??”
“Naja, mit einer neuen Schnecke würde ich eher, also, ich meine…”

“Du bist so doof!”
“Wieso ich denn??”

“Ich bringe ein plausibles Argument und du nur Schweinereien!”
“Also Moment mal, du hast doch mit den Schnecken angefangen!?”

“Da verstehst du aber was ganz falsch!”
“Aha, und was verstehe ich daran nicht??”

“Weil ICH deine einzige und alleinige Schnecke bin!”
“Ach so…”

“Blödmann, blöder!”
“Ähm, demnach sollte ich jetzt also wohl besser nicht ins Bett gehen?”

“Das siehst du ausnahmsweise einmal richtig!”
“…weil ich stattdessen hier mit dir lieber rumstreiten sollte?”

“Ganz genau.”
“Aha… Liebe kann so schön sein…”

“Schön, dass du es jetzt auch verstanden hast.”
“Na gut, bleibe also hier noch 10 Minuten sitzen…”

[10 Minuten später...]

“So, siehst du Schatz, ist schon vorbei.”
“Gott sei Dank, dann kann ich, ähm, wir ja jetzt ins…”

“Ich schon, du kannst ruhig noch sitzen bleiben.”
“Wie bitte?? Ich dachte, wir gehen jetzt zusammen ins Bett?”

“Gleich.”
“Gleich?? Wieso gleich??”

“Ich will erst noch duschen.”
“Was??”

“Und ich muss unbedingt meine Haare für morgen waschen.”
“Liebste, auf KEINEN FALL bleibe ich SOLANGE hier noch sitzen!”

“Wieso nicht, das geht doch ganz schnell??”
“Schnell?? Deine Vorstellung von SCHNELL möchte ich mal haben!”

“Na gut, also schön; dann geh halt ins Bett.”
“Gott sei Dank, es geschehen noch Zeichen und Wunder…”

“Moment mal, das ist keine Aufforderung, schlafen zu gehen!”
“Was?? Nicht??”

“Du darfst ins Bett gehen, ja.”
“Aber??”

“Aber du darfst nicht einschlafen, bis ich auch da bin!”

Kopfschüttel…

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Beweise es

5. Juli 2010, aus der Schublade Schlafen und Dösen

Meine Liebste und ich liegen am späten Abend endlich im Bett und lassen den Tag ausklingen.
Während ich noch eben schnell meinen Wecker auf die richtige Uhrzeit einstelle, beobachtet mich die Liebste und scheint auf irgendetwas zu warten.
Wenn das mal nicht wieder Komplikationen gibt…

“Bist du fertig, Schatz?”
“Ja, Süße. Alles klar, Wecker gestellt.”

“Liebst du mich noch?”
“Wie bitte??”

“Hast du die Frage nicht verstanden, oder was??”
“Akustisch schon, inhaltlich irgendwie nicht??”

“Pff! Als wenn das sooo eine komplizierte Frage wäre!”
“Natürlich liebe ich dich noch!”

“Hm.”
“Hm??”

“Beweise es.”
“Beweisen?? Wie soll ich das denn beweisen??”

“Du könntest mir zum Beispiel mal wieder Blumen mitbringen.”
“Liebste, ich HABE dir letzte Woche Blumen mitgebracht!?”

“Echt?? Wann!”
“Letzten Mittwoch??”

“Ach ja…”
“Ach ja, ach ja! Na super…”

“Stimmt, habe ich irgendwie vergessen.”
“Schön, kann ja mal passieren, und? Was sagt man da?”

“Wer! Ich jetzt??”
“Ja, du! Was müsstest du jetzt eigentlich sagen?”

“Was soll ich denn sagen??”
“Das Wort fängt mit E an, kleiner Tipp.”

“Mit E??”
“Ja, E wie Ent… Ent… ung…”

“Entscheidung??”
“Nein, nicht Entscheidung!”

“Bezieht sich das Wort auf die Blumen?”
“In gewisser Weise schon, aber insbesondere auf mich!”

“Ach so, ja dann ist mir klar, was du hören willst.”
“Schön, und??”

“Das war eine schöne Entschädigung, danke Schatz!”

Kopfschüttel…

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Es geht mir nicht aus dem Kopf

13. Juni 2010, aus der Schublade Schlafen und Dösen

Meine Liebste und ich schlafen bereits seit ein paar Stunden; ich selbst befinde mich irgendwo in meiner tiefsten Tiefschlafphase, als meine zerebralen Reservesysteme ein kontinuierliches Zupfen an meinem T-Shirt registrieren und beschließen, den Rest meines Körpers vorsichtshalber aufzuwecken…

“Schatz? Bist du wach?”
“Nein…”

“Aber du sagst doch schon was?”
“Das sind nur Reflexe…”

“Aber…”
“Liebste, was willst du denn, warum weckst du mich??”

“Weil ich dringend deinen Rat brauche.”
“Jetzt?? Es ist, ähm… Es ist halb vier morgens!!”

“Wenn ich mit der Zeitansage sprechen wollte, hätte ich das Telefon geholt!”
“Viel mehr als die Zeitansage kriegst du von mir auch nicht!”

“Jetzt hör doch mal zu, dann kannst du gleich weiterschlafen.”
“Also schön… Was ist denn los?”

“Ich kriege einfach dieses Problem nicht aus dem Kopf.”
“Welches Problem?”

“Ich habe gestern mit Nicole telefoniert.”
“Aha. Das wäre für mich allerdings auch ein Problem…”

“Nein, jetzt lass doch mal die dummen Scherze!”
“…also du hast mit Nicole telefoniert. Und?”

“Wir haben über alles Mögliche gesprochen, du weißt schon.”
“Weiß ich nicht, aber könntest du jetzt bitte zur Sache kommen?”

“Sie hat gesagt, ich sei ja auch nicht mehr die Jüngste.”
“Und?”

“Und??”
“Ja. Na und?”

“Was sagst du denn dazu??”
“Wozu??”

“Dass ich nicht mehr die Jüngste wäre??”
“Liebste, du weckst mich nicht wirklich deswegen, oder?”

“Nein.”
“Himmel… UND WESWEGEN DANN??”

“Weil Nicole gesagt hat, ich müsse mich auch mehr frisch halten.”
“Dann geh in die Küche.”

“In die Küche?? Was soll ich denn da??”
“Da haben wir Frischhaltefolie.”

“SCHATZ!”
“Liebste, WAS WILLST DU VON MIR JETZT!?”

“Ich frage mich die ganze Zeit, was sie damit gemeint hat!”
“Und warum fragst du das nicht Nicole??”

“Ich habe so getan, als wüsste ich, wovon sie spricht.”
“Oh Gott, ich spüre schon wieder meine Halsschlagader pochen…”

“Jetzt sag doch mal, was meint sie denn??”
“Woher soll ich denn das wissen??”

“Naja, denkst du denn auch, dass ich nicht mehr so frisch bin??”
“Nein. Ein Frischkäse sieht alt gegen dich aus. Gute Nacht.”

“Schatz, wenn du dich jetzt umdrehst, dann…!”
“Was dann!”

“…dann wecke ich dich jede halbe Stunde!”
“Bist du verrückt?? Können wir das nicht morgen besprechen??”

“Ich kann aber deswegen schon die ganze Zeit nicht schlafen!”
“Nur weil dir deine geisteskranke Freundin Schwachsinn erzählt hat??”

“Du meinst, ich kann das einfach ignorieren?”
“Das meine ich nicht nur, dass empfehle ich dir dringend.”

“Aber soooo jung bin ich ja nun auch nicht mehr, oder?”
“Du bist aber jung geblieben und wirst es immer sein.”

“Ohhh, danke! Danke! Du bist so süß, mein Schatz!”
“Gern geschehen. Darf ich jetzt weiterschlafen?”

“Moment, eine Sache hätte ich da noch…”
“Herrgott, was denn noch??”

“Nicole meinte, du wärst ja ebenfalls nicht mehr der Jüngste.”
“Ich??”

“Naja, ich meine, du bist ja nun auch wirklich schon alt.”
“Ähm…”

“Aber mach dir darüber keine Gedanken. Gute Nacht!”

Kopfschüttel…

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Weiß ich selber!

14. Mai 2010, aus der Schublade Schlafen und Dösen

Meine Liebste ist heute früher aufgestanden, als ich; das kommt selten vor und gewöhnlich ist es die Liebste, die sich noch 20-mal umdreht, bevor sie freiwillig aus dem Bett steigt.
Als ich dann auch endlich aus dem Schlafzimmer schlappe, kommt die Liebste gerade aus dem Badezimmer.

“Morgen.”
“Guten Morgen, meine Süße! Na, hast du gut geschlafen?”

“Wieso?”
“Naja, ähm… Ich wollte nur wissen, ob du…”

“Sehe ich so Scheiße aus, oder was??”
“Ähm… Nein, ich habe doch nur gefragt, ob du…”

“Ich weiß selber, dass ich Scheiße aussehe heute!”
“Aber du siehst doch nicht Scheiße aus??”

“So? Ich bin total müde, guck die Ringe unter meinen Augen!”
“Aha… Demnach hast du also nicht so gut geschlafen?”

“Schön, dass dir das jetzt auch aufgefallen ist!”
“Ähm…”

“Ich hasse das, wenn du mir nicht die Wahrheit sagst!”
“Wieso Wahrheit?? Was sage ich denn nicht??”

“Dass ich Scheiße aussehe!”
“Du siehst doch aber gar nicht Scheiße aus??”

“Doch!”
“Ein bisschen müde vielleicht, aber…”

“AHA!”
“…aber nicht…”

“Los! Sag es!”
“Was denn??”

“NUN SAG ES SCHON!”
“Na gut, wenn du das unbedingt hören willst, dann…”

“Ich höre?”
“Du siehst heute Morgen echt Scheiße aus.”

“Was??”
“Ein bisschen zumindest.”

“Pff! Guck dich doch mal an, du Blödmann!”

Kopfschüttel…

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Eine rein rhetorische Frage

12. März 2010, aus der Schublade Schlafen und Dösen

Meine Liebste und ich sitzen am späten Abend auf unserem Sofa im Wohnzimmer und schauen Fernsehen. Eigentlich fallen uns abwechselnd bereits die Augen zu, aber keiner von uns kann sich aufraffen…
Plötzlich schrecken wir auf, als es an der Haustür klingelt!

“Schatz, es hat geklingelt!”
“Ähm, das ist mir auch aufgefallen, Süße.”

“Wer ist denn das jetzt noch um diese Zeit??”
“Keine Ahnung. Das ist mir aber auch egal.”

“Willst du denn gar nicht aufmachen??”
“Nee.”

“Aber da will doch jemand was von uns!?”
“Von mir nicht.”

“Ja von mir ja wohl auch nicht!?”
“Schön, dann hat sich da wohl jemand geirrt.”

“Geh jetzt und schau nach, wer da ist!”
“Warum gehst du denn nicht selber??”

“Hallo?? Ich bin eine Frau, schon vergessen??”
“Nein, du erinnerst mich täglich daran…”

“Wie soll ich denn das jetzt bitte verstehen??”
“Pff! Machen Frauen die Tür neuerdings nicht mehr auf, oder was??”

“Doch, aber nicht um halb zwölf nachts!”
“Du musst ja auch gar nicht aufmachen, verlangt ja keiner!”

“Ich will wissen, wer da ist!”

[Es klingelt erneut...]

“Siehst du! Der ist immer noch da, der Klingeler!”
“Da hat vielleicht jemand dein Auto angefahren oder so…”

“MEIN AUTO??”
“Könnte ja sein.”

“MACH SOFORT AUF! Mit meinem Auto verstehe ich keinen Spaß!”
“Siehste, ist also doch für dich. Geh hin.”

“Pff! Du wolltest mich reinlegen, aber das läuft nicht!”
“Einen Versuch war es wert…”

“Machst du jetzt auf oder nicht??”
“Nein.”

“DOCH!”
“Warum fragst du mich denn dann eigentlich??”

“Das war mehr so eine rhetorische Frage…”
“Ach so! Prima, dann antworte ich philosophisch: NEIN!”

“Es ist aber Licht an, jeder weiß doch, dass wir hier sind!?”
“Wenn es dringend wäre, würde derjenige ja sturmklingeln.”

“Stimmt, da hast du Recht…”
“Eben. Das solltest du viel öfter mal sagen.”

“Was! Dass du ausnahmsweise mal Recht hast??”
“Ohne das ausnahmsweise, ja.”

“Pff! Träum weiter…”

[Es klingelt zweimal kurz hintereinander...]

“Siehst du, das ist Sturmklingeln! Los, geh an die Tür!”
“Na gut, also schön, gehe ich eben hin…”

“Aber sei vorsichtig!”
“Jaja…”

[Ich schlurfe zur Haustür und bin nun selbst gespannt, wer oder was mich da erwartet.
Als ich die Tür öffne und nach draußen blicke, ist da: nichts. Gähnende Leere. Tja, da war ich wohl doch zu langsam.
Ich kehre zurück ins Wohnzimmer, wo die Liebste auf dem Sofa sitzt und hektisch ihre Haare in Ordnung bringt...]

“Und? Was ist??”
“Nichts. Da ist niemand mehr.”

“Niemand??”
“Nein. Habe ich ja gleich gesagt.”

“Komisch…”
“Können wir dann jetzt ins Bett gehen, ja?”

“Nein.”
“Nicht? Wieso nicht??”

“Zieh dich an, du kommst mit.”
“Was?? Wohin??”

“Ich gehe nicht alleine.”
“Wieso, wo willst du denn hin??”

“Gucken, ob mein Auto noch heile ist, was sonst??”

Kopfschüttel…

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Großes Indianer-Ehrenwort

18. Januar 2010, aus der Schublade Schlafen und Dösen

Meine Liebste sitzt am frühen Morgen schon in der Küche beim Tee, als ich verschlafen hereinkomme.
Obwohl ich eigentlich noch gar nicht wirklich aus den Augen schauen kann, bemerke ich jedoch, dass sich das rechte Bein der Liebsten über ihrem Knie hektisch auf und ab bewegt…

“Morgen.”
“Guten Morgen, Süße… Na?”

“Was na?”
“Hast du gut geschlafen?”

“Och. Jaja.”
“Hm, also das hört sich aber nicht so an??”

“Doch, aber sag mal: wer ist eigentlich Bianca?”
“Bianca? Ähm… Eine Kollegin von mir heißt Bianca, wieso?”

“Aha!”
“Wieso, was ist denn??”

“Ist das die, die neu ist??”
“Liebste, darf ich mir erst mal einen Kaffee nehmen, ich…”

“Nein, darfst du nicht nicht nicht!”
“Was ist denn los??”

“Was läuft da zwischen dir und dieser Bianca!”
“Nichts! Was soll denn da laufen??”

“Du kannst mir nichts vormachen!”
“Wovon redest du denn eigentlich??”

“Du hast dich mit der getroffen, habe ich Recht??”
“Ich treffe sie jeden Tag, sie arbeitet ja bei uns!?”

“Ich meine das aber anders, du weißt genau, wovon ich rede!!”

[Die Liebste fängt richtig an, zu kochen! Ich weiß zwar immer noch nicht, was eigentlich los ist, aber ich entscheide mich, ihre Erregung etwas ernster zu nehmen und setze mich an den Küchentisch.]

“So, also?”
“Süße. Jetzt mal von ganz vorne: WAS willst du mir sagen?”

“Bist du mit Bianca in einem Hotel gewesen Ja oder Nein!”
“Nein.”

“Doch!”
“Aber wie kommst du denn auf diesen Gedanken??”

“Habe ich geträumt.”
“Geträumt??”

“Ja. Und ein riesen Whirlpool war da auch im Zimmer!”
“Ähm…”

“Du weißt ganz genau, wie gerne ICH einen Whirlpool hätte!”
“Ja, aber, ähm…”

“…und mit DER sitzt du in einem, das gibt es ja wohl nicht!”
“Also Moment mal, wenn du was träumst, was kann ich daf…”

“Ich träume das ja wohl nicht ohne Grund!”
“Aber ich war nicht mit Bianca in einem Hotel mit Whirlpool!”

“Wo denn??”
“Nirgendwo!”

“Pff! Das glaube ich dir nicht!”
“Liebste, jetzt hör auf mit dem Blödsinn, das war nur ein Traum!”

“Und wieso träume ich dann sowas??”
“Keine Ahnung, vielleicht hast du Schweinegrippe, oder so?”

“Du bist so doof!! Frauen haben gute Antennen für sowas!”
“Ja… Ihr hört auch in einem Parkhaus das Gras wachsen…”

“Ich sage dir, belüg mich nicht!”
“Liebste, es ist alles in bester Ordnung.”

“Hm.”
“Ich liebe dich, darf ich mir jetzt einen Kaffee nehmen?”

“Ja.”
“Danke.”

“Aber erst musst du mir noch zwei Sachen versprechen!”
“Aha, und was?”

“Erstens: du lässt immer schön die Finger von Bianca.”
“Das verspreche ich.”

“Großes Indianer-Ehrenwort??”
“Das ganz große.”

“Und solltest du doch einmal schwach werden, dann…”
“Dann??”

“…dann nimm wenigstens ein Hotel ohne Whirlpool!”

Kopfschüttel…

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Ping Pong

11. Januar 2010, aus der Schublade Schlafen und Dösen

Meine Liebste und ich liegen am Abend in unserem kuscheligen Bett und machen die Lichter aus.
Dunkelheit, Ruhe, warme Decke… Wunderbar!
Ich denke, dass ich schnell einschlafen werde und mache entspannt die Augen zu.
Die Liebste arrangiert derweil noch ihre Bettdecke.

“Schlaf schön, mein Schatz!”
“Du auch, Süße… Und träum was Schönes.”

“Nacht.”
“Nacht.”

“-”
“-”

“Schatz?”
“-”

“Schaaatz!?”
“…was…”

“Wann stehst du denn morgen auf?”
“Gar nicht.”

“Musst du nicht arbeiten??”
“Doch… Das war leider nur ein Witz…”

“Sehr witzig, wirklich, sehr witzig!”
“-”

“-”
“-”

“Schatz??”
“Was denn!?”

“Wann stehst du denn nun morgen auf??”
“Um sieben Uhr.”

“Um sieben, aha…”
“-”

“Das geht aber nicht.”
“Wieso geht das nicht?”

“Weil ich um sieben aufstehen wollte!”
“Kannst du ja.”

“Aber dann kann ich ja nicht ins Bad??”
“Ich brauche nur zehn Minuten, kein Problem…”

“Also stehst du um zehn vor sieben auf??”
“Nein, um sieben.”

“Das geht aber nicht!”
“Und warum stehst du dann nicht einfach früher auf??”

“Weil ich todmüde bin.”
“Bin ich auch!?”

“Bist du nicht.”
“Pff! Und ob!”

“Wetten, dass ich müder bin??”
“Und wie willst du das messen, bitte??”

“Wer zuerst einschläft, ist müder!”
“Ähm… Und wie finden wir raus, wer zuerst einschläft??”

“Wir sagen einfach jede Minute was.”
“Och Liebste, das ist doch Blödsinn!”

“Du sagst PING und ich antworte mit PONG.”
“Ähm… Und wenn du nicht mehr antwortest, dann…”

“…dann schlafe ich schon und bin müder, als du.”
“Aha…”

“Also los.”
“PING!”

“-”
“-”

“-”
“PING! PING!”

“-”
“PING PING PING!”

“-”
“Liebste! Du schläfst ja wohl noch nicht!?”

“Ich habe gewonnen. Wusste ich ja.”
“Aber…”

“Und vergiss nicht, deinen Wecker auf halb sieben zu stellen!”

Kopfschüttel…

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Rumgefummelt

14. September 2009, aus der Schublade Schlafen und Dösen

Meine Liebste und ich liegen am Sonntagabend im Bett und bereiten uns auf die baldige Nachtruhe vor.
Während ich mich noch eben schnell mit meinem Wecker beschäftige, liegt die Liebste neben mir und schaut mir aufmerksam zu.

“Schatz, stehst du morgen auf, wie immer?”
“Ja, Süße.”

“Warum musst du denn dann den Wecker neu stellen??”
“Ich stelle ihn nicht, ich kontrolliere ihn nur.”

“Bist du denn Freitag zu einer anderen Zeit aufgestanden?”
“Nein, wieso?”

“Wieso kontrollierst du dann den Wecker??”
“Wieso denn nicht??”

“Naja, ich meine, wer soll ihn denn verstellt haben??”
“Ähm…”

“Wenn, dann kannst du das ja nur selber gewesen sein.”
“Ich habe den Wecker nicht verstellt.”

“Sage ich ja, das finde ich nicht nett!”
“Hä? Was?? Was findest du denn jetzt nicht nett??”

“Dass du prüfst, ob einer an deinem Wecker rumgefummelt hat!”
“Aber…”

“…denn das könnte dann ja nur ich gewesen sein!”
“Du??”

“Wer denn sonst! Du glaubst, ich hätte deinen Wecker verstellt!”
“Quatsch!”

“Du kontrollierst mich!”
“Wie bitte?? Nur, weil ich meinen Wecker prüfe??”

“Wenn du dir sicher wärst, bräuchtest du das ja nicht!”
“Liebste, ich schaue doch einfach nur nach, ob…”

“Ich habe deinen Wecker nicht verstellt!”
“Das glaube ich dir ja auch!”

“Jetzt! Jetzt vielleicht, eben aber nicht!”
“Hör mal, ich vertraue dir voll und ganz, es ist anders!”

“So?? Wie ist es denn??”
“Ich vertraue mir selbst nicht, DESWEGEN schaue ich nach!”

“Du vertraust dir selber nicht?? Wer soll das denn glauben??”
“Manchmal vergesse ich Sachen oder bin schusselig oder…”

“Das stimmt allerdings.”
“Schön! Bist du jetzt endlich zufrieden, ja??”

“Nein.”
“Nein?? Warum denn nicht??”

“Weil du mich total verunsichert hast, du Blödmann!”
“Schatz, weder kontrolliere ich dich, noch misstraue ich dir!”

“Jaja, das weiß ich.”
“Aha. Und was ist es dann??”

“Ich muss meinen Wecker jetzt auch kontrollieren…”

Kopfschüttel…

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Hin und her

7. September 2009, aus der Schublade Schlafen und Dösen

Meine Liebste und ich sitzen am Sonntagmorgen in der Küche, frühstücken eine Kleinigkeit und geben uns Mühe, wach zu werden.
Bis Tee und Kaffee ihre entsprechende Wirkung entfalten, dauert es wohl noch etwas; daher kann man die Situation als eher “still” bezeichnen…
Die Liebste ist wohl noch sehr verschlafen.

“Schatz, ich werde gar nicht richtig wach…”
“Für deine Verhältnisse bist du ja auch früh auf, Süße.”

“Hä?”
“Naja, es ist gerade mal erst zehn Uhr.”

“Ich bin doch sonntags immer um diese Zeit wach!?”
“Pff, normalerweise dümpelst du doch bis elf Uhr im Bett rum!”

“Ja, aber da schlafe ich dann ja schon lange nicht mehr.”
“Aha; und was machst du dann in dieser Zeit?”

“Das wüsstest du, wenn du mal mit mir liegen bleiben würdest!”
“Nee, also das ist nichts für mich, ich muss dann aufstehen.”

“Ich schlummere dann, drehe mich hin und her, denke nach…”
“Nachdenken??”

“Ja, so über uns und so und alles.”
“Über uns, aha… Und heute nicht?”

“Nein, heute nicht.”
“Und warum heute nicht?”

“Warum fragst du mich das, willst du mich los werden??”
“Nein, nein, aber es interessiert mich eben!”

“Es gab heute nichts, worüber ich hätte nachdenken können.”
“Ist das jetzt gut oder schlecht, deiner Meinung nach?”

“Hm… Darüber muss ich mal nachdenken…”
“Ähm…”

“Ich geh wieder ins Bett!”

Kopfschüttel…

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Turnschuh

30. August 2010, aus der Schublade Schlafen und Dösen

Meine Liebste sitzt in der Küche und trinkt Tee, als ich am Abend nach Hause komme. Das ist an sich nichts Besonderes, aber genau das mag ich ja an Partnerschaften: es ist jemand da, der dich liebt und auf dich wartet, wenn du erschöpft nach Hause kommst. Ist das Leben nicht schön?

“Hallo Schatz!”
“Hallo Süße!”

“Und? Geht´s dir gut?”
“Ja.”

“Aha.”
“Ja.”

“Geht das vielleicht auch etwas ausführlicher?”
“Es geht mir heute sehr gut, danke Liebste.”

“Aha.”
“Ja.”

“Mehr nicht??”
“Wieso? Was soll denn sein?”

“Naja, was heißt denn das??”
“Ähm… Ich verstehe die Frage irgendwie nicht?”

“Na ich sehe doch, dass es dir NICHT gut geht.”
“Wie bitte??”

“Wie geht es dir denn nun wirklich?”
“Es geht mir gut!”

“Männer…”
“Und was heißt das jetzt wieder??”

“Ihr könnt nie zugeben, wenn es euch mal nicht gut geht.”
“Aber ich…”

“…nicht mal euren eigenen Frauen gegenüber!”
“Wieso sollte es mir denn nicht gut gehen??”

“Frauen spüren das.”
“Was spürst du denn bitte??”

“Ich weiß nicht, aber mein Bauch sagt mir: da stimmt was nicht.”
“Was soll denn nicht stimmen??”

“Das will ich ja eben gerade von dir wissen!”
“Es ist alles mit mir in Ordnung! Etwas müde vielleicht, aber…”

“AHA!”
“Na und?? Ich bin doch öfters mal ein bisschen müde!?”

“Du solltest dich aufs Sofa legen und dich erholen.”
“Ähm…”

“…dann geht es dir auch bald wieder besser.”
“Es geht mir aber doch gar nicht schlecht!?”

“Vielleicht ist da auch eine Grippe im Anflug?”
“Quatsch!”

“Komm, ich mache dir einen Tee und du legst dich schön hin.”
“Nein! Ich will mich nicht hinlegen!!”

“Deine Nerven scheinen auch schon total blank zu liegen…”
“Hör jetzt auf mit dem Blödsinn!”

“Du willst mir also glaubhaft machen, du seist gar nicht krank??”
“Sooo! Jetzt kommen wir der Sache näher.”

“Also sagst du, dass du fit, frisch und gesund bist?”
“Richtig. Ich bin fit wie ein Turnschuh!”

“Gut! Das wusste ich.”
“Pff! Eben war ich doch noch todkrank, deiner Meinung nach!?”

“Hätte doch sein können??”
“Liebste, ich kann dir wieder mal nicht auch nur ansatzweise folgen…”

“Komm, lass uns gehen.”
“Gehen? Wohin??”

“Wir treffen uns gleich mit Tanja und Chrissi in der Bar Celona.”
“Was?? Wie bitte?? Also Moment mal, das…”

“Das wollten wir doch schon öfter mal machen!?”
“Das wolltest DU schon öfter machen, ICH NICHT!”

“Also Moment, DAS habe ich aber anders in Erinnerung!”
“Aha, und woran erinnerst du dich, bitte??”

“Immer, wenn wir uns treffen wollten, warst du leider krank.”
“Ähm…”

“…aber heute bist du ja zum Glück fit!”
“Aber…”

“Komm Turnschuh, lass uns gehen.”

Kopfschüttel…

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Ohne mich?

20. Juli 2010, aus der Schublade Schlafen und Dösen

(photocase.de © onesecondupndown)Meine Liebste und ich sitzen am späten Abend noch vor dem Fernseher.
Während die Liebste noch hellwach ist und (mir unverständlich) aufmerksam den Ausführungen eines allwöchentlichen RTL-Magazins mit eher unterdurchschnittlichem Qualitätsanspruch folgt, fallen mir schon so langsam die Augen zu…

 

“Bist du müde, Schatz?”
“Ja, Süße… Ich glaube, ich gehe jetzt mal ins Bett.”

“Jetzt??”
“Ja, jetzt. Ist ja wohl spät genug, oder?”

“Ja, aber JETZT??”
“Wieso nicht jetzt??”

“Ohne mich??”
“Ähm…”

“Das geht doch nicht mehr lange, ist gleich zu Ende!”
“Schön, dann kannst du ja gleich nachkommen.”

“Ich wollte aber mit dir zusammen ins Bett gehen!”
“Dann komm doch mit?”

“Ich finde das aber sehr interessant gerade!”
“Tatsächlich?? Ach, was wundere ich mich eigentlich noch…”

“Komm, die paar Minuten schaffst du doch noch, oder?”
“Och Liebste, ich…”

“Ich mag das, wenn wir zusammen schlafen gehen.”
“Ja…”

“Du nicht?”
“Doch, doch…”

“Siehste!”
“Ja, aber ich bin total müde, ich gehe jetzt.”

“Das heißt, du ignorierst mich einfach??”
“Pff! Ich könnte auch sagen, dass DU mich ignorierst!”

“Ich?? Wenn ich nichts gesagt hätte, wärst du schon weg!”
“Möglich…”

“Und das OHNE MICH!”
“Liebste, wir kennen uns jetzt seit zirka 100 Jahren und…”

“Ach so! Und das ist dein Argument jetzt??”
“Naja, ich meine ja nur, dass…”

“Was wäre denn, wenn du eine neue Schnecke hättest??”
“Wie bitte??”

“Würdest du dann auch einfach eher ins Bett gehen??”
“Wahrscheinlich würden wir BEIDE deutlich eher ins Bett gehen…”

“Wie meinst du denn das jetzt??”
“Naja, mit einer neuen Schnecke würde ich eher, also, ich meine…”

“Du bist so doof!”
“Wieso ich denn??”

“Ich bringe ein plausibles Argument und du nur Schweinereien!”
“Also Moment mal, du hast doch mit den Schnecken angefangen!?”

“Da verstehst du aber was ganz falsch!”
“Aha, und was verstehe ich daran nicht??”

“Weil ICH deine einzige und alleinige Schnecke bin!”
“Ach so…”

“Blödmann, blöder!”
“Ähm, demnach sollte ich jetzt also wohl besser nicht ins Bett gehen?”

“Das siehst du ausnahmsweise einmal richtig!”
“…weil ich stattdessen hier mit dir lieber rumstreiten sollte?”

“Ganz genau.”
“Aha… Liebe kann so schön sein…”

“Schön, dass du es jetzt auch verstanden hast.”
“Na gut, bleibe also hier noch 10 Minuten sitzen…”

[10 Minuten später...]

“So, siehst du Schatz, ist schon vorbei.”
“Gott sei Dank, dann kann ich, ähm, wir ja jetzt ins…”

“Ich schon, du kannst ruhig noch sitzen bleiben.”
“Wie bitte?? Ich dachte, wir gehen jetzt zusammen ins Bett?”

“Gleich.”
“Gleich?? Wieso gleich??”

“Ich will erst noch duschen.”
“Was??”

“Und ich muss unbedingt meine Haare für morgen waschen.”
“Liebste, auf KEINEN FALL bleibe ich SOLANGE hier noch sitzen!”

“Wieso nicht, das geht doch ganz schnell??”
“Schnell?? Deine Vorstellung von SCHNELL möchte ich mal haben!”

“Na gut, also schön; dann geh halt ins Bett.”
“Gott sei Dank, es geschehen noch Zeichen und Wunder…”

“Moment mal, das ist keine Aufforderung, schlafen zu gehen!”
“Was?? Nicht??”

“Du darfst ins Bett gehen, ja.”
“Aber??”

“Aber du darfst nicht einschlafen, bis ich auch da bin!”

Kopfschüttel…

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Beweise es

5. Juli 2010, aus der Schublade Schlafen und Dösen

Meine Liebste und ich liegen am späten Abend endlich im Bett und lassen den Tag ausklingen.
Während ich noch eben schnell meinen Wecker auf die richtige Uhrzeit einstelle, beobachtet mich die Liebste und scheint auf irgendetwas zu warten.
Wenn das mal nicht wieder Komplikationen gibt…

“Bist du fertig, Schatz?”
“Ja, Süße. Alles klar, Wecker gestellt.”

“Liebst du mich noch?”
“Wie bitte??”

“Hast du die Frage nicht verstanden, oder was??”
“Akustisch schon, inhaltlich irgendwie nicht??”

“Pff! Als wenn das sooo eine komplizierte Frage wäre!”
“Natürlich liebe ich dich noch!”

“Hm.”
“Hm??”

“Beweise es.”
“Beweisen?? Wie soll ich das denn beweisen??”

“Du könntest mir zum Beispiel mal wieder Blumen mitbringen.”
“Liebste, ich HABE dir letzte Woche Blumen mitgebracht!?”

“Echt?? Wann!”
“Letzten Mittwoch??”

“Ach ja…”
“Ach ja, ach ja! Na super…”

“Stimmt, habe ich irgendwie vergessen.”
“Schön, kann ja mal passieren, und? Was sagt man da?”

“Wer! Ich jetzt??”
“Ja, du! Was müsstest du jetzt eigentlich sagen?”

“Was soll ich denn sagen??”
“Das Wort fängt mit E an, kleiner Tipp.”

“Mit E??”
“Ja, E wie Ent… Ent… ung…”

“Entscheidung??”
“Nein, nicht Entscheidung!”

“Bezieht sich das Wort auf die Blumen?”
“In gewisser Weise schon, aber insbesondere auf mich!”

“Ach so, ja dann ist mir klar, was du hören willst.”
“Schön, und??”

“Das war eine schöne Entschädigung, danke Schatz!”

Kopfschüttel…

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Es geht mir nicht aus dem Kopf

13. Juni 2010, aus der Schublade Schlafen und Dösen

Meine Liebste und ich schlafen bereits seit ein paar Stunden; ich selbst befinde mich irgendwo in meiner tiefsten Tiefschlafphase, als meine zerebralen Reservesysteme ein kontinuierliches Zupfen an meinem T-Shirt registrieren und beschließen, den Rest meines Körpers vorsichtshalber aufzuwecken…

“Schatz? Bist du wach?”
“Nein…”

“Aber du sagst doch schon was?”
“Das sind nur Reflexe…”

“Aber…”
“Liebste, was willst du denn, warum weckst du mich??”

“Weil ich dringend deinen Rat brauche.”
“Jetzt?? Es ist, ähm… Es ist halb vier morgens!!”

“Wenn ich mit der Zeitansage sprechen wollte, hätte ich das Telefon geholt!”
“Viel mehr als die Zeitansage kriegst du von mir auch nicht!”

“Jetzt hör doch mal zu, dann kannst du gleich weiterschlafen.”
“Also schön… Was ist denn los?”

“Ich kriege einfach dieses Problem nicht aus dem Kopf.”
“Welches Problem?”

“Ich habe gestern mit Nicole telefoniert.”
“Aha. Das wäre für mich allerdings auch ein Problem…”

“Nein, jetzt lass doch mal die dummen Scherze!”
“…also du hast mit Nicole telefoniert. Und?”

“Wir haben über alles Mögliche gesprochen, du weißt schon.”
“Weiß ich nicht, aber könntest du jetzt bitte zur Sache kommen?”

“Sie hat gesagt, ich sei ja auch nicht mehr die Jüngste.”
“Und?”

“Und??”
“Ja. Na und?”

“Was sagst du denn dazu??”
“Wozu??”

“Dass ich nicht mehr die Jüngste wäre??”
“Liebste, du weckst mich nicht wirklich deswegen, oder?”

“Nein.”
“Himmel… UND WESWEGEN DANN??”

“Weil Nicole gesagt hat, ich müsse mich auch mehr frisch halten.”
“Dann geh in die Küche.”

“In die Küche?? Was soll ich denn da??”
“Da haben wir Frischhaltefolie.”

“SCHATZ!”
“Liebste, WAS WILLST DU VON MIR JETZT!?”

“Ich frage mich die ganze Zeit, was sie damit gemeint hat!”
“Und warum fragst du das nicht Nicole??”

“Ich habe so getan, als wüsste ich, wovon sie spricht.”
“Oh Gott, ich spüre schon wieder meine Halsschlagader pochen…”

“Jetzt sag doch mal, was meint sie denn??”
“Woher soll ich denn das wissen??”

“Naja, denkst du denn auch, dass ich nicht mehr so frisch bin??”
“Nein. Ein Frischkäse sieht alt gegen dich aus. Gute Nacht.”

“Schatz, wenn du dich jetzt umdrehst, dann…!”
“Was dann!”

“…dann wecke ich dich jede halbe Stunde!”
“Bist du verrückt?? Können wir das nicht morgen besprechen??”

“Ich kann aber deswegen schon die ganze Zeit nicht schlafen!”
“Nur weil dir deine geisteskranke Freundin Schwachsinn erzählt hat??”

“Du meinst, ich kann das einfach ignorieren?”
“Das meine ich nicht nur, dass empfehle ich dir dringend.”

“Aber soooo jung bin ich ja nun auch nicht mehr, oder?”
“Du bist aber jung geblieben und wirst es immer sein.”

“Ohhh, danke! Danke! Du bist so süß, mein Schatz!”
“Gern geschehen. Darf ich jetzt weiterschlafen?”

“Moment, eine Sache hätte ich da noch…”
“Herrgott, was denn noch??”

“Nicole meinte, du wärst ja ebenfalls nicht mehr der Jüngste.”
“Ich??”

“Naja, ich meine, du bist ja nun auch wirklich schon alt.”
“Ähm…”

“Aber mach dir darüber keine Gedanken. Gute Nacht!”

Kopfschüttel…

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Weiß ich selber!

14. Mai 2010, aus der Schublade Schlafen und Dösen

Meine Liebste ist heute früher aufgestanden, als ich; das kommt selten vor und gewöhnlich ist es die Liebste, die sich noch 20-mal umdreht, bevor sie freiwillig aus dem Bett steigt.
Als ich dann auch endlich aus dem Schlafzimmer schlappe, kommt die Liebste gerade aus dem Badezimmer.

“Morgen.”
“Guten Morgen, meine Süße! Na, hast du gut geschlafen?”

“Wieso?”
“Naja, ähm… Ich wollte nur wissen, ob du…”

“Sehe ich so Scheiße aus, oder was??”
“Ähm… Nein, ich habe doch nur gefragt, ob du…”

“Ich weiß selber, dass ich Scheiße aussehe heute!”
“Aber du siehst doch nicht Scheiße aus??”

“So? Ich bin total müde, guck die Ringe unter meinen Augen!”
“Aha… Demnach hast du also nicht so gut geschlafen?”

“Schön, dass dir das jetzt auch aufgefallen ist!”
“Ähm…”

“Ich hasse das, wenn du mir nicht die Wahrheit sagst!”
“Wieso Wahrheit?? Was sage ich denn nicht??”

“Dass ich Scheiße aussehe!”
“Du siehst doch aber gar nicht Scheiße aus??”

“Doch!”
“Ein bisschen müde vielleicht, aber…”

“AHA!”
“…aber nicht…”

“Los! Sag es!”
“Was denn??”

“NUN SAG ES SCHON!”
“Na gut, wenn du das unbedingt hören willst, dann…”

“Ich höre?”
“Du siehst heute Morgen echt Scheiße aus.”

“Was??”
“Ein bisschen zumindest.”

“Pff! Guck dich doch mal an, du Blödmann!”

Kopfschüttel…

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Eine rein rhetorische Frage

12. März 2010, aus der Schublade Schlafen und Dösen

Meine Liebste und ich sitzen am späten Abend auf unserem Sofa im Wohnzimmer und schauen Fernsehen. Eigentlich fallen uns abwechselnd bereits die Augen zu, aber keiner von uns kann sich aufraffen…
Plötzlich schrecken wir auf, als es an der Haustür klingelt!

“Schatz, es hat geklingelt!”
“Ähm, das ist mir auch aufgefallen, Süße.”

“Wer ist denn das jetzt noch um diese Zeit??”
“Keine Ahnung. Das ist mir aber auch egal.”

“Willst du denn gar nicht aufmachen??”
“Nee.”

“Aber da will doch jemand was von uns!?”
“Von mir nicht.”

“Ja von mir ja wohl auch nicht!?”
“Schön, dann hat sich da wohl jemand geirrt.”

“Geh jetzt und schau nach, wer da ist!”
“Warum gehst du denn nicht selber??”

“Hallo?? Ich bin eine Frau, schon vergessen??”
“Nein, du erinnerst mich täglich daran…”

“Wie soll ich denn das jetzt bitte verstehen??”
“Pff! Machen Frauen die Tür neuerdings nicht mehr auf, oder was??”

“Doch, aber nicht um halb zwölf nachts!”
“Du musst ja auch gar nicht aufmachen, verlangt ja keiner!”

“Ich will wissen, wer da ist!”

[Es klingelt erneut...]

“Siehst du! Der ist immer noch da, der Klingeler!”
“Da hat vielleicht jemand dein Auto angefahren oder so…”

“MEIN AUTO??”
“Könnte ja sein.”

“MACH SOFORT AUF! Mit meinem Auto verstehe ich keinen Spaß!”
“Siehste, ist also doch für dich. Geh hin.”

“Pff! Du wolltest mich reinlegen, aber das läuft nicht!”
“Einen Versuch war es wert…”

“Machst du jetzt auf oder nicht??”
“Nein.”

“DOCH!”
“Warum fragst du mich denn dann eigentlich??”

“Das war mehr so eine rhetorische Frage…”
“Ach so! Prima, dann antworte ich philosophisch: NEIN!”

“Es ist aber Licht an, jeder weiß doch, dass wir hier sind!?”
“Wenn es dringend wäre, würde derjenige ja sturmklingeln.”

“Stimmt, da hast du Recht…”
“Eben. Das solltest du viel öfter mal sagen.”

“Was! Dass du ausnahmsweise mal Recht hast??”
“Ohne das ausnahmsweise, ja.”

“Pff! Träum weiter…”

[Es klingelt zweimal kurz hintereinander...]

“Siehst du, das ist Sturmklingeln! Los, geh an die Tür!”
“Na gut, also schön, gehe ich eben hin…”

“Aber sei vorsichtig!”
“Jaja…”

[Ich schlurfe zur Haustür und bin nun selbst gespannt, wer oder was mich da erwartet.
Als ich die Tür öffne und nach draußen blicke, ist da: nichts. Gähnende Leere. Tja, da war ich wohl doch zu langsam.
Ich kehre zurück ins Wohnzimmer, wo die Liebste auf dem Sofa sitzt und hektisch ihre Haare in Ordnung bringt...]

“Und? Was ist??”
“Nichts. Da ist niemand mehr.”

“Niemand??”
“Nein. Habe ich ja gleich gesagt.”

“Komisch…”
“Können wir dann jetzt ins Bett gehen, ja?”

“Nein.”
“Nicht? Wieso nicht??”

“Zieh dich an, du kommst mit.”
“Was?? Wohin??”

“Ich gehe nicht alleine.”
“Wieso, wo willst du denn hin??”

“Gucken, ob mein Auto noch heile ist, was sonst??”

Kopfschüttel…

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Großes Indianer-Ehrenwort

18. Januar 2010, aus der Schublade Schlafen und Dösen

Meine Liebste sitzt am frühen Morgen schon in der Küche beim Tee, als ich verschlafen hereinkomme.
Obwohl ich eigentlich noch gar nicht wirklich aus den Augen schauen kann, bemerke ich jedoch, dass sich das rechte Bein der Liebsten über ihrem Knie hektisch auf und ab bewegt…

“Morgen.”
“Guten Morgen, Süße… Na?”

“Was na?”
“Hast du gut geschlafen?”

“Och. Jaja.”
“Hm, also das hört sich aber nicht so an??”

“Doch, aber sag mal: wer ist eigentlich Bianca?”
“Bianca? Ähm… Eine Kollegin von mir heißt Bianca, wieso?”

“Aha!”
“Wieso, was ist denn??”

“Ist das die, die neu ist??”
“Liebste, darf ich mir erst mal einen Kaffee nehmen, ich…”

“Nein, darfst du nicht nicht nicht!”
“Was ist denn los??”

“Was läuft da zwischen dir und dieser Bianca!”
“Nichts! Was soll denn da laufen??”

“Du kannst mir nichts vormachen!”
“Wovon redest du denn eigentlich??”

“Du hast dich mit der getroffen, habe ich Recht??”
“Ich treffe sie jeden Tag, sie arbeitet ja bei uns!?”

“Ich meine das aber anders, du weißt genau, wovon ich rede!!”

[Die Liebste fängt richtig an, zu kochen! Ich weiß zwar immer noch nicht, was eigentlich los ist, aber ich entscheide mich, ihre Erregung etwas ernster zu nehmen und setze mich an den Küchentisch.]

“So, also?”
“Süße. Jetzt mal von ganz vorne: WAS willst du mir sagen?”

“Bist du mit Bianca in einem Hotel gewesen Ja oder Nein!”
“Nein.”

“Doch!”
“Aber wie kommst du denn auf diesen Gedanken??”

“Habe ich geträumt.”
“Geträumt??”

“Ja. Und ein riesen Whirlpool war da auch im Zimmer!”
“Ähm…”

“Du weißt ganz genau, wie gerne ICH einen Whirlpool hätte!”
“Ja, aber, ähm…”

“…und mit DER sitzt du in einem, das gibt es ja wohl nicht!”
“Also Moment mal, wenn du was träumst, was kann ich daf…”

“Ich träume das ja wohl nicht ohne Grund!”
“Aber ich war nicht mit Bianca in einem Hotel mit Whirlpool!”

“Wo denn??”
“Nirgendwo!”

“Pff! Das glaube ich dir nicht!”
“Liebste, jetzt hör auf mit dem Blödsinn, das war nur ein Traum!”

“Und wieso träume ich dann sowas??”
“Keine Ahnung, vielleicht hast du Schweinegrippe, oder so?”

“Du bist so doof!! Frauen haben gute Antennen für sowas!”
“Ja… Ihr hört auch in einem Parkhaus das Gras wachsen…”

“Ich sage dir, belüg mich nicht!”
“Liebste, es ist alles in bester Ordnung.”

“Hm.”
“Ich liebe dich, darf ich mir jetzt einen Kaffee nehmen?”

“Ja.”
“Danke.”

“Aber erst musst du mir noch zwei Sachen versprechen!”
“Aha, und was?”

“Erstens: du lässt immer schön die Finger von Bianca.”
“Das verspreche ich.”

“Großes Indianer-Ehrenwort??”
“Das ganz große.”

“Und solltest du doch einmal schwach werden, dann…”
“Dann??”

“…dann nimm wenigstens ein Hotel ohne Whirlpool!”

Kopfschüttel…

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Ping Pong

11. Januar 2010, aus der Schublade Schlafen und Dösen

Meine Liebste und ich liegen am Abend in unserem kuscheligen Bett und machen die Lichter aus.
Dunkelheit, Ruhe, warme Decke… Wunderbar!
Ich denke, dass ich schnell einschlafen werde und mache entspannt die Augen zu.
Die Liebste arrangiert derweil noch ihre Bettdecke.

“Schlaf schön, mein Schatz!”
“Du auch, Süße… Und träum was Schönes.”

“Nacht.”
“Nacht.”

“-”
“-”

“Schatz?”
“-”

“Schaaatz!?”
“…was…”

“Wann stehst du denn morgen auf?”
“Gar nicht.”

“Musst du nicht arbeiten??”
“Doch… Das war leider nur ein Witz…”

“Sehr witzig, wirklich, sehr witzig!”
“-”

“-”
“-”

“Schatz??”
“Was denn!?”

“Wann stehst du denn nun morgen auf??”
“Um sieben Uhr.”

“Um sieben, aha…”
“-”

“Das geht aber nicht.”
“Wieso geht das nicht?”

“Weil ich um sieben aufstehen wollte!”
“Kannst du ja.”

“Aber dann kann ich ja nicht ins Bad??”
“Ich brauche nur zehn Minuten, kein Problem…”

“Also stehst du um zehn vor sieben auf??”
“Nein, um sieben.”

“Das geht aber nicht!”
“Und warum stehst du dann nicht einfach früher auf??”

“Weil ich todmüde bin.”
“Bin ich auch!?”

“Bist du nicht.”
“Pff! Und ob!”

“Wetten, dass ich müder bin??”
“Und wie willst du das messen, bitte??”

“Wer zuerst einschläft, ist müder!”
“Ähm… Und wie finden wir raus, wer zuerst einschläft??”

“Wir sagen einfach jede Minute was.”
“Och Liebste, das ist doch Blödsinn!”

“Du sagst PING und ich antworte mit PONG.”
“Ähm… Und wenn du nicht mehr antwortest, dann…”

“…dann schlafe ich schon und bin müder, als du.”
“Aha…”

“Also los.”
“PING!”

“-”
“-”

“-”
“PING! PING!”

“-”
“PING PING PING!”

“-”
“Liebste! Du schläfst ja wohl noch nicht!?”

“Ich habe gewonnen. Wusste ich ja.”
“Aber…”

“Und vergiss nicht, deinen Wecker auf halb sieben zu stellen!”

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Rumgefummelt

14. September 2009, aus der Schublade Schlafen und Dösen

Meine Liebste und ich liegen am Sonntagabend im Bett und bereiten uns auf die baldige Nachtruhe vor.
Während ich mich noch eben schnell mit meinem Wecker beschäftige, liegt die Liebste neben mir und schaut mir aufmerksam zu.

“Schatz, stehst du morgen auf, wie immer?”
“Ja, Süße.”

“Warum musst du denn dann den Wecker neu stellen??”
“Ich stelle ihn nicht, ich kontrolliere ihn nur.”

“Bist du denn Freitag zu einer anderen Zeit aufgestanden?”
“Nein, wieso?”

“Wieso kontrollierst du dann den Wecker??”
“Wieso denn nicht??”

“Naja, ich meine, wer soll ihn denn verstellt haben??”
“Ähm…”

“Wenn, dann kannst du das ja nur selber gewesen sein.”
“Ich habe den Wecker nicht verstellt.”

“Sage ich ja, das finde ich nicht nett!”
“Hä? Was?? Was findest du denn jetzt nicht nett??”

“Dass du prüfst, ob einer an deinem Wecker rumgefummelt hat!”
“Aber…”

“…denn das könnte dann ja nur ich gewesen sein!”
“Du??”

“Wer denn sonst! Du glaubst, ich hätte deinen Wecker verstellt!”
“Quatsch!”

“Du kontrollierst mich!”
“Wie bitte?? Nur, weil ich meinen Wecker prüfe??”

“Wenn du dir sicher wärst, bräuchtest du das ja nicht!”
“Liebste, ich schaue doch einfach nur nach, ob…”

“Ich habe deinen Wecker nicht verstellt!”
“Das glaube ich dir ja auch!”

“Jetzt! Jetzt vielleicht, eben aber nicht!”
“Hör mal, ich vertraue dir voll und ganz, es ist anders!”

“So?? Wie ist es denn??”
“Ich vertraue mir selbst nicht, DESWEGEN schaue ich nach!”

“Du vertraust dir selber nicht?? Wer soll das denn glauben??”
“Manchmal vergesse ich Sachen oder bin schusselig oder…”

“Das stimmt allerdings.”
“Schön! Bist du jetzt endlich zufrieden, ja??”

“Nein.”
“Nein?? Warum denn nicht??”

“Weil du mich total verunsichert hast, du Blödmann!”
“Schatz, weder kontrolliere ich dich, noch misstraue ich dir!”

“Jaja, das weiß ich.”
“Aha. Und was ist es dann??”

“Ich muss meinen Wecker jetzt auch kontrollieren…”

Kopfschüttel…

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Hin und her

7. September 2009, aus der Schublade Schlafen und Dösen

Meine Liebste und ich sitzen am Sonntagmorgen in der Küche, frühstücken eine Kleinigkeit und geben uns Mühe, wach zu werden.
Bis Tee und Kaffee ihre entsprechende Wirkung entfalten, dauert es wohl noch etwas; daher kann man die Situation als eher “still” bezeichnen…
Die Liebste ist wohl noch sehr verschlafen.

“Schatz, ich werde gar nicht richtig wach…”
“Für deine Verhältnisse bist du ja auch früh auf, Süße.”

“Hä?”
“Naja, es ist gerade mal erst zehn Uhr.”

“Ich bin doch sonntags immer um diese Zeit wach!?”
“Pff, normalerweise dümpelst du doch bis elf Uhr im Bett rum!”

“Ja, aber da schlafe ich dann ja schon lange nicht mehr.”
“Aha; und was machst du dann in dieser Zeit?”

“Das wüsstest du, wenn du mal mit mir liegen bleiben würdest!”
“Nee, also das ist nichts für mich, ich muss dann aufstehen.”

“Ich schlummere dann, drehe mich hin und her, denke nach…”
“Nachdenken??”

“Ja, so über uns und so und alles.”
“Über uns, aha… Und heute nicht?”

“Nein, heute nicht.”
“Und warum heute nicht?”

“Warum fragst du mich das, willst du mich los werden??”
“Nein, nein, aber es interessiert mich eben!”

“Es gab heute nichts, worüber ich hätte nachdenken können.”
“Ist das jetzt gut oder schlecht, deiner Meinung nach?”

“Hm… Darüber muss ich mal nachdenken…”
“Ähm…”

“Ich geh wieder ins Bett!”

Kopfschüttel…

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