Ich will eben sicher sein

Meine Liebste und ich sitzen am heutigen Abend im Café del Sol nahe dem Weserpark auf der Sonnenterasse und trinken Cocktails.
Eigentlich wollten wir ja ins Kino gehen, aber wir haben spontan beschlossen, das auf ein anderes Mal zu verschieben und lieber noch ein paar letzte Sonnenstrahlen zu genießen.

„Du, Schatz?“
„Ja, Süße?“

„Ich glaube, ich muss mal aufs Klo eben schnell.“
„Das ist schön, dann wünsche ich dir viel Spaß…“

„Nein, jetzt mal ehrlich!“
„Ja, und? Geh doch einfach?“

„Passt du dann bitte auf meine Tasche auf so lange?“
„Ja.“

„Nee, jetzt mal wirklich!“
„Ja, ich passe auf deine Tasche auf!“

„Da ist viel Geld im Portmonee und ich möchte nicht, dass…“
„Liebste! Geh einfach aufs Klo, hier kommt nichts weg.“

„Na schön, aber dann nimm meine Tasche bitte.“
„Was??“

„Hier, nimm die in die Hand, ja?“
„Och nee!“

„Doch, hinterher nimmt die einfach einer von der Bank weg!“
„Hallo?? Ich sitze doch hier daneben!“

„Aber wenn der Dieb weg läuft, kommst du ja nicht hinterher.“
„Was soll das denn jetzt heißen??“

„Naja, ich meine, schnell rennen kannst du doch nicht, oder?“
„Woher willst du denn das wissen??“

„Och, würde ich jetzt mal so annehmen, weil…“
„Sag es nicht!“

„Na schön…“
„Geh jetzt endlich aufs Klo.“

„Nimm aber erst meine Tasche bitte.“
„Weißt du was, nimm sie doch einfach selber mit!?“

„Ich werde dich ja wohl mal um einen Gefallen bitten dürfen?!“
„Klar darfst du das, ich mache es ja auch!“

„Aber nicht richtig.“
„Deine Tasche kommt hier nicht weg! Reicht das nicht??“

„Ich will eben sicher sein, dass sie nicht weg kommt.“
„Dann bleibt dir aber nur, sie selbst mitzunehmen. Basta!“

„Also schön, dann lasse ich sie eben hier bei dir.“
„Dass sowas immer so schwierig sein muss!“

„Wieso, was ist denn hier schwierig??“
„Du könntest schon längst wieder da sein.“

„Geht dem Herren das hier wieder nicht schnell genug??“
„Ich meine nur, dass wir immer alles diskutieren müssen!“

„Weil ich dich EINMAL bitte, auf meine Tasche aufzupassen??“
„Es geht ja nicht um die Tasche, es geht um…“

„Nein, es geht um dich, das habe ich schon verstanden!“
„Um mich?? Um DICH geht es!“

„Wieso um mich denn??“
„Weil DU kein Vertrauen zu mir hast!“

„Habe ich doch, sonst würde ich dir nicht meine Tasche geben!“
„Und warum hat das dann irgendwie so einen faden Beigeschmack??“

„Das kann ich dir sagen, das liegt aber nicht an mir!“
„So?? Und woran dann, bitte??“

„An deinem Cocktail, woran sonst??“

Kopfschüttel…

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Ein richtiges Schnäppchen

Meine Liebste und ich besuchen am Sonntagnachmittag den Brokser Heiratsmarkt, ein Kirmes-artiges Volksfest in Bruchhausen-Vilsen.
Unter anderem kann man dort für einen Tag heiraten, deswegen heißt die Veranstaltung wohl auch so.
Nachdem wir einmal über das Gelände geschlendert sind und eine Bratwurst gegessen haben, setzen wir uns an einen Getränkestand und bestellen Cola.

„Eigentlich hätten wir ja Dienstag hier hinfahren müssen…“
„So? Warum denn das, Süße?“

„Dienstags ist immer die beliebte Junggesellenversteigerung.“
„Wie bitte??“

„Ja, da können Frauen ein paar Junggesellen ersteigern.“
„Ähm…“

„Da kann man richtige Schnäppchen machen!“
 Aha… Willst du damit andeuten, dass du Bedarf hast??“

„Für einen anderen Mann??“
„Naja, wenn du auf eine Junggesellenversteigerung willst??“

„Ich will doch keinen anderen Kerl, bist du verrückt!?“
„Aber du hast doch eben gesagt, dass du…“

„Ich habe mit dir schon genug zu tun, vielen Dank.“
„Das nehme ich jetzt einfach mal als missglücktes Kompliment…“

„Ich will doch keinen Typ ersteigern, der sonst keine ab kriegt!“
„Dann willst du also nur zuschauen, oder was?“

„Nee.“
„Sondern?“

„Ich dachte mir, dass ich DICH da irgendwie versteigern kann!“

Kopfschüttel…

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Es ist halb

Meine Liebste und ich sind heute Abend bei Freunden zum Uno spielen eingeladen; ein Mau-Mau für Erwachsene. Das ist immer sehr lustig und schon seit Tagen freuen wir uns da drauf.
Um 20.00 Uhr sollen wir da sein und es ist schon 19.30 Uhr; aber die Liebste sitzt immer noch entspannt an ihrem Notebook…

„Schatz, wie spät ist es denn?“
„Es ist halb, Süße.“

„Halb?“
„Ja.“

„Sehr gut, dann habe ich ja noch Zeit.“
„Ähm… Schatz, es ist SCHON halb.“

„Na und?“
„Naja, willst du dich nicht noch umziehen?“

„Na klar, glaubst du, ich gehe so??“
„Naja, weiß ich ja nicht, also…“

„Und duschen will ich auch noch.“
„Wie bitte??“

„Wir fahren doch nur 10 Minuten höchstens, oder?“
„Ja schon, das ist richtig, aber das schaffst du doch niemals!?“

„Doch, doch, das schaffe ich; Haare wasche ich heute nicht.“
„Aha… Und ähm, du weißt, dass wir pünktlich sein sollen, ja?“

„Wieso eigentlich?“
„Was? Wieso wir pünktlich sein sollen??“

„Ja?“
„Sowas kann wirklich nur eine Frau fragen…“

„Wir wollen doch aber nur spielen, oder?“
„Naja, aber es soll ja auch was zu essen geben und…“

„Ach so, das ist auch gut, ich habe nämlich Hunger!“
„Wusstest du das nicht?“

„Nee, ich hätte mir gleich noch was zu essen gemacht.“
„Jetzt noch??“

„Wieso nicht?“
„Du willst noch duschen, dich umziehen und hättest noch gekocht??“

„Warum fragst du das denn so doof??“
„Weil du das nie im Leben pünktlich schaffst!“

„Quatsch!“
„Liebste, könntest du jetzt mal so langsam, also ich meine…“

„Schatz, ich weiß, dass du ungern zu spät kommst.“
„Und könntest du dich heute ausnahmsweise mal dran halten??“

„Jaaa doch, gleich. Jetzt drängel mich nicht so!“
„Ich sage es ja nur.“

„Ich rufe jetzt noch meine Schwester an und dann stehe ich auf.“
„Deine Schwester?? Oh Himmel, bitte nicht!!“

„Wieso nicht?“
„Weil ihr immer stundenlang quatscht und kein Ende findet!!“

„Ich hab doch aber noch Zeit?“
„Schatz, es ist HALB! In Buchstaben: H-A-L-B!“

„Ich bin ja nicht taub!“
„Ruf deine Schwester morgen an und komm jetzt endlich!“

„Ich verstehe echt nicht, warum du so einen Aufstand machst!?“
„Liebste, es ist schon nach halb acht und eigentlich müssen wir los!“

„Es ist schon nach halb acht?“
„Ja, das sagte ich doch schon mehrmals!?“

„Das kann aber nicht sein.“
„Was! Dass die Uhr eine annähernd richtige Zeit anzeigt??“

„Das kann nicht sein, das fühlt sich ganz anders an.“
„WAS fühlt sich anders an??“

„Ich habe das Gefühl, es ist erst halb sieben!“
„Schatz, demnach geht deine innere Uhr FALSCH!“

„OK, OK. Tschuldigung, ich dachte, es sei erst halb sieben.“
„Na schön, jetzt verstehe ich auch deine Gelassenheit.“

„Da ist mir die Zeit aber ganz schön davon gelaufen…“
„Kann ja passieren, so, und jetzt komm in den Quark, ja?“

„Jajaja, ich regel das schon, gib mir mal das Telefon rüber.“
„Willst du anrufen, dass wir uns verspäten?“

„Nee.“
„Sondern?“

„Ich rufe meine Schwester an, wieso??“

Kopfschüttel…

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Das, wo man nicht weiß, wer man ist

Meine Liebste und ich sitzen im Wohnzimmer und überlegen, was wir mit dem angebrochenen Abend nun machen.
Natürlich könnten wir das schöne Wetter nutzen, allerdings hat die Liebste eine kleine Erkältung und sie möchte lieber zuhause bleiben.
OK! Da wird sich doch was finden lassen…

„Schatz, was wollen wir denn jetzt machen?“
„Hm, keine Ahnung, Süße, aber uns fällt schon was ein…“

„Wollen wir mal wieder was spielen?“
„Spielen? Ähm, ja… Was denn?“

„Was haben wir denn alles?“
„Tja, also… Mensch ärgere dich nicht?“

„Nee.“
„Warum denn nicht? Das spielen wir doch gern?“

„Ja, aber wir spielen ja immer Mensch ärgere dich nicht.“
„Aha…“

„Das ist doch langweilig, immer dasselbe zu spielen!“
„Aber…“

„Ich möchte jetzt mal was anderes spielen.“
„OK, schön, also wie wäre es mit Monopoly?“

„Nee, bloß nicht Monopoly.“
„Spiel des Lebens?“

„Nee.“
„Vier gewinnt?“

„Doof.“
„Hexentanz?“

„Ist das das, wo man nicht weiß, wer man ist?“
„Genau, sehr lustig.“

„Nee.“
„Aha, auch nicht, tja… Kniffel?“

„Nö.“
„Scotland Yard vielleicht?“

„Das mit dem Spion jagen?“
„Ja.“

„Nee.“
„Och Schatz!“

„Mehr haben wir nicht??“
„Doch, wir hätten noch Trivial Pursuit.“

„Auf keinen Fall.“
„Und wie wäre es mit Scrabble, das haben wir auch noch?“

„Nee.“
„Sag mal, was soll denn das??“

„Was denn??“
„Du wolltest doch mal was anderes spielen!“

„Ja, aber die gefallen mir jetzt alle nicht irgendwie…“
„Wir hätten noch Kartenspiele, zum Beispiel Uno, Mau Mau…“

„Och nee.“
„Warum stellst du dich denn jetzt so an??“

„Ich stelle mich nicht an und außerdem bin ich krank!“
„Gute Besserung!“

Blödmann!“
„Doofmarie!“

„Wir müssen unbedingt mal ein neues Spiel kaufen.“
„Bitte?? Wir haben doch den ganzen Schrank voll??“

„Da ist aber nichts dabei, worauf ich jetzt Lust hätte!“
„Da fällt mir ein, Wer wird Millionär haben wir noch am PC?“

„Vorm PC sitzen?? Bei dem Wetter??“
„Aber wir sind doch sowieso hier drin??“

„Ja, aber nee. Kein Wer wird Millionär. Nee.“
„Himmel! Also dann weiß ich auch nicht…“

„Da hat man so viele Spiele und keins passt…“
„Da hat man EINE FRAU und nie passt was, so muss es heißen!“

„Blödmann!“
„Doofmarie!“

„OK, also ich habe mich entschieden.“
„Entschieden? Wofür??“

„Was wir spielen.“
„Und zwar?“

„Mensch ärgere dich nicht. Und ich darf anfangen!“

Kopfschüttel…

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