Ich suche nichts

Meine Liebste sitzt an ihrem Laptop, als ich am Abend nach Hause komme.
Schon bei Betreten des Arbeitszimmers sehe ich sofort, dass die Liebste zwar konzentriert, aber mit einem Lächeln im Gesicht vor dem Bildschirm sitzt; was sie da wohl wieder macht!?

„Hallo Schatz!“
„Nabend Süße, na? Alles klar bei dir?“

„Alles klar, ja.“
„Und? Was machst du da Schönes?“

„Ich bin hier bei eBay.“
„Ach ja?? Wonach suchst du denn?“

„Ich suche nichts.“
„Aha, nichts. Das ist, ähm… Also guckst du nur mal so, ja?“

„Nee, nee, ich suche nichts!“
„Ähm… Also kaufst du auch nichts?“

„Das weiß ich noch nicht, so toll sind die Ergebnisse nicht.“
„Liebste, entschuldige, ich verstehe kein Wort!?“

„Weil ich doch mit Tina gesprochen habe.“
„Mit Tina??“

„Sie sagt, man könne bei eBay die verrücktesten Sachen finden.“
„Da muss ich ihr ausnahmsweise mal Recht geben…“

„…und man soll mal nach komischen Wörtern suchen, sagt sie.“
„DAS hört sich allerdings sehr nach typisch Tina an!“

„Sie hätte da schon tolle Schnäppchen machen können, sagt sie.“
„Ja…“

„Und das mache ich jetzt auch.“
„Ja, aber… Ich dachte, du suchst gar nichts??“

„Doch, ich suche NICHTS! Hier!“

[Jetzt erst verstehe ich, was die Liebste meint; sie sucht bei eBay nach dem Wort „nichts“… Die Ergebnisliste enthält tatsächlich sehr unterschiedliche Gegenstände, angefangen bei String Tangas (ein Hauch von Nichts) über Kishon-Bücher (Abraham kann nichts dafür) bis hin zu Bremsenreiniger (nichts reinigt besser) ist allerhand vertreten…]

„Ist das nicht toll??“
„Ähm… Willst du meine ehrliche Meinung dazu hören?“

„Eigentlich nicht, kenne ich sowieso schon.“
„Tja, dann, ähm, viel Spaß beim, ähm…“

„Spaß, ja, Spaß! Moment…“

[Die Liebste sucht bei eBay nach „Spaß“… Die Ergebnisliste überrascht mich, denn ich hätte jetzt nicht unbedingt Strickhefte und Gummipuppen für die Frau erwartet…]

„Haha, ist das nicht lustig??“
„Liebste, ich glaube, du verbringst zu viel Zeit mit Tina…“

„Wonach möchtest du denn mal suchen?“
„Das muss jetzt wirklich nicht sein, danke…“

Wirklich! Sehr gutes Stichwort, Moment…“

[Die Liebste tippt „wirklich“ ein… Chilischoten, Küchenmesser, Einmachgläser, ein Buch (Titel: ist mein Hintern wirklich so dick?) sowie mehr als 7.000 weitere Ergebnisse… Und die Liebste hüpft freudig auf ihrem Stuhl herum und klatscht in die Hände… Gott, warum bleibt mir eigentlich nichts erspart!?]

„Guck, ein WIRKLICH schickes Hemd, möchtest du das haben?“
„Nein, aber danke, dass du gefragt hast…“

„Macht nichts, für dich habe ich schon was anderes gefunden.“
„Was anderes??“

„Ja. Ich suche ja schon länger.“
„Und was hast du für mich gefunden??“

„Das soll eine Überraschung werden.“
„Ich HASSE Überraschungen, vor allem, wenn sie was mit Tina zu t…“

„Quatsch, ich habe das passende Stichwort eingeben, und zack!“
„Was denn für ein Stichwort??“

[Klick]

„So, und jetzt darfst du raten, was ich für dich ausgesucht habe!“

Kopfschüttel…

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Nichts als Kirschen

Meine Liebste und ich genießen das lange Wochenende und haben ausnahmsweise nichts vor… Herrlich!
Und zur Überraschung des Tages habe ich etwas vorbereitet; mal sehen, ob ich die Liebste noch überraschen kann!

„Schatz, wo gehst du hin?“
„Ich gehe in die Küche, Süße.“

„…um dort WAS zu tun?“
„Ich will uns, ähm, dir einen Kuchen backen.“

„Was?? Einen Kuchen??“
„Einen Kuchen.“

„DU??“
„Ich, ja.“

„FÜR MICH??“
„Ja, für dich. Ich wollte dich damit überraschen.“

„Was denn für ein Kuchen??“
„Ähm, naja, also nichts Weltbewegendes…“

„Sag doch mal?“
„Es soll ein Kirschli-Kuchen werden.“

„Kirschli??“
„Ja, so mit Schokostückchen und Kirschen.“

„Tja, ich weiß gar nicht, was ich sagen soll!“
„Du musst ja gar nichts sagen, nur essen.“

„Ich bin wirklich überrascht!“
„Das freut mich, denn das hatte ich vor.“

„Du kannst doch aber gar nicht backen!?“
„Natürlich kann ich backen!“

„Das wäre mir aber neu…“
„Nun ja, also so eine Backmischung kriege ich wohl noch hin.“

„Soll ich das nicht lieber machen?“
„Nein, nun lass mich doch mal!“

„Komm, ich mache das eben schnell.“
„Nein!“

„Warum denn nicht??“
„Weil ICH DIR einen Kuchen backen will, darum!“

„Ok, schön, dann helfe ich dir.“
„Nein.“

„Also ich darf dir nicht mal helfen??“
„Nein.“

„Du willst was für mich tun und sagst immer nur Nein!“
„Lass mich doch einfach den Kuchen backen!?“

„Ich finde das aber doof, dass ich nicht mitmachen darf!“
„Aber…“

„So habe ich mir unser Wochenende aber nicht vorgestellt!“
„Aber ich wollte dir doch nur eine Überraschung…“

„…und immer musst du das letzte Wort haben!!“
„Also Moment mal, du…“

„Ich kann nämlich sehr gut Kuchen backen, weißt du??“
„Ja, das weiß ich.“

„Gut, dann lass mich das machen.“
„Och Schatz, ich…“

„Da kann man viel verkehrt machen, glaub mir!“
„Quatsch, was soll man denn da verkehrt machen??“

„Außerdem wüsste ich gerne, was du da alles rein tust.“
„Bitte?? Nur das, was in der Backmischung ist, was sonst??“

„Siehst du, weil man das SO eben NICHT macht!“
„Was macht man denn nicht so??“

„Man verfeinert so einen Fertigkuchen immer noch.“
„Aha, und womit??“

„Mit diesem und jenem.“
„Na schön, dann tue ich noch Vanillezucker extra rein.“

„Um Gottes Willen, bloß nicht.“
„Warum nicht??“

„Ich dachte mir das schon, dass du da Unsinn machst!“
„Aber Vanille passt doch dazu, oder??“

„Ja, aber der Vanillezucker im Schrank ist längst abgelaufen.“
„Ähm…“

„Du kannst doch keine abgelaufenen Zutaten da rein tun!?“
„Sag mal, warum wirfst du ihn nicht weg, wenn du weißt, dass…“

„Weil der mich daran erinnern soll, dass wir neuen brauchen.“
„Das ist ja mal wieder totaler Humbug!?“

„Was willst du noch in den Kuchen machen!?“
„Nichts! Nur noch Kirschen!“

„Kirschen??“
„Die sind logischerweise nicht in der Backmischung…“

„Wir haben keine Kirschen.“
„Doch, haben wir.“

„Hast du welche gekauft??“
„Nein, wir hatten noch welche.“

„Kann nicht sein.“
„Och Liebste, jetzt hör doch mal auf, die Kirschen waren…“

„Unmöglich, wir haben schon ewig keine Kirschen mehr gekauft!“
„Aber da war noch ein Glas, glaub mir!“

„Die sind bestimmt schon längst abgelaufen!“
„Sind sie nicht!“

„Das glaube ich aber doch!“
„Los, komm, wir gehen in die Küche und sehen nach.“

[Ich gehe zügig in die Küche und die Liebste schlappt hinter mir her.
Das Glas Kirschen steht im Schrank hinter ein paar Erbsendosen und schnell habe ich es dort herausgefischt…]

„Und??“
„Hier, ähm… Die sind haltbar bis… 09.07.2012!“

„Siehste!“
„Was heißt denn siehste??“

„Na, aber das musst du jetzt schon zugeben!“
„Was denn zugeben??“

„Das ist schon ziemlich knapp!“

Kopfschüttel…

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Nach Susanne

Meine Liebste und ich liegen gegen Mitternacht endlich im Bett, nach dem wir den Abend zusammen bei Susanne verbracht haben…
Susanne ist (eigentlich) ganz nett und sie ist eine gute Freundin der Liebsten; aber irgendwie gibt sie mir immer das unterschwellige Gefühl, ich sei ein Kindskopf.
Wie kommt sie bloß darauf??

„Endlich im Bett, da freue ich mich!“
„Ja, Süße. Der Tag ist rum.“

„Du, ich wollte mich noch bei dir bedanken.“
„Bedanken? Wofür denn?“

„Dass du mit zu Susanne gekommen bist.“
„Geschenkt…“

„Nein, nein, ich weiß ja, dass du eigentlich nicht wolltest.“
„Liebste, was ist denn los mit dir??“

„Wieso?“
„Warum plötzlich so verständnisvoll und einfühlsam??“

„Danke Schatz, aber so bin ich doch immer?“
„Bist du immer, ja…“

„Wie hat es dir denn nun heute Abend eigentlich gefallen?“
„Tja, also, ähm, wenn ich ehrlich bin, dann muss ich…“

„Ja, ich fand es auch superlustig!“
„Ähm…“

„Das müssen wir unbedingt bald wiederholen!“
„Also das muss nun wirklich nicht…“

„Bist du dabei?“
„Nein.“

„Prima! Dann fahren wir über die Feiertage noch mal hin!“

Kopfschüttel…

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Susanne

Meine Liebste und ich sind am heutigen Tag einmal beide etwas früher nach Hause gekommen; das haben wir uns aber auch verdient, die Vorweihnachtszeit ist immer so stressig…
Das könnte also endlich mal wieder ein richtig schöner und entspannter Abend zu weit werden und da freue ich mich drauf!

„Du, Schatz?“
„Ja, Süße?“

„Wollen wir uns heute Abend mit Susanne treffen?“
„Nein.“

„Gut. Wir müssen dann so gegen halb acht los.“

Kopfschüttel…

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