Tennisshop

Das große Ding da

27. Oktober 2008, aus der Schublade Freizeit und Reisen

Diesmal: Geschichte in der Maxi-Version!

Meine Liebste und ich statten dem Bremer Freimarkt – auch das Oktoberfest Norddeutschlands genannt – einen Besuch ab. Karussells, Futterbuden, Festzelte, tausend Leute… Na, das kann ja was werden!

“Meine Güte, ist das voll hier!”
“In diesem Gedrängel kann man nicht umfallen, Süße…”

“Vorsicht!”
“Was denn??”

“Drück meine Hand nicht so fest!”
“Aber ich…”

“Ich hab meine Fingernägel eben noch lackiert!”
“Na und??”

“Drück da nicht so drauf!”
“Wieso, sind die noch nicht trocken, oder was??”

“Das gibt Abdrücke!”
“Ach so! Und wie soll ich bitte dann…”

“Los, wir gehen jetzt Spanferkel-Brötchen essen, ja?”
“Also ich möchte kein Spanferkel, glaube ich…”

“Was möchtest du denn?”
“Hm…”

“Oh, schau, da ist ein Fischstand daneben, da gibt´s Backfisch!”
“Backfisch, hm…”

“Du nimmst am besten einen Backfisch.”
“Naja, ich weiß nicht…”

“Dann kann ich den mal bei dir probieren.”
“Ich dachte, du willst Spanferkel??”

“Ja, und das kannst du dann mal bei mir probieren!”
“Aber…”

“Schatz, wenn wir nicht bald mal was essen, verhungere ich!”
“Aber Backfisch…”

“Seit Stunden kannst du dich nicht entscheiden!”
“Ich wollte halt erst einmal gucken…”

“Du kriegst jetzt Backfisch!”
“Ich hätte aber viel lieber eine Currywurst…”

“Die kriegst du, nachdem wir in der Geisterbahn waren.”
“Welche Geisterbahn??”

“Die da, da gehen wir gleich hin!”

[Nachdem sowohl das Spanferkel als auch der Backfisch ihr Leben für uns lassen mussten, steuern wir das "Daemonium" an, eine Geisterbahn mit "lebenden Akteuren".
8 Euro später stehen wir in der Schlange und warten darauf, dass wir in eine der Gondeln einsteigen können.]

“Schatz, sag mal, möchtest du in einer Geisterbahn arbeiten??”
“Nein, es reicht mir schon, in einer zu wohnen…”

“Das soll ja wohl jetzt keine Anspielung auf mich sein, oder??”
“Nein, nein, Schatz… Nein, nein…”

“Und wieso wohnst du dann in einer Geisterbahn??”
“Ich meine, wegen der, ähm… Wegen…”

“Wegen der vielen Spinnweben in der Rumpelkammer?”
“Genau! Die hättest du ja auch schon längst mal wegmachen können.”

“Pff! Gut, dass ich die nicht weggemacht habe.”
“Gut? Was ist daran gut??”

“Weil ich ab heute von dir jeden Tag 4 Euro Eintritt verlange.”
“Bitte?? Dann werde ich…”

[Ich kann meinen Satz nicht beenden, da unsere Gondel kommt und wir von einem grimmigen Mitarbeiter der Geisterbahn in den Wagen hinein geschubst werden. Kaum geht die Fahrt los, senkt die Liebste ihren Kopf auf ihre Oberschenkel und legt die Hände über dem Hinterkopf zusammen...]

“Liebste?? Was machst du denn da??”

“Ich verstecke mich.”
“Wovor??”

“Die greifen einem hier in die Haare oder pieken einen oder so!”
“Aber so siehst du doch gar nichts!”

“Das macht nichts.”
“Komm sofort wieder nach oben!”

“Nein!”

[Die Fahrt ist nach ca. 1 Minute vorbei und tatsächlich wurden andere Leute in den Gondeln vor und nach uns von versteckten Gestalten persönlich erschreckt; nur wir nicht...]

“Die haben ja gar nichts gemacht!?”
“Nee. Du hast dich ja auch versteckt…”

“Aber dich hätten die doch erschrecken können!”
“Haben sie aber nun mal nicht.”

“Die werden sich selbst erschrocken haben, als sie dich sahen…”
“Sehr witzig! Sonst noch was?!”

“Wir gehen jetzt zum Kettenkarussell.”
“Habe ich gar nicht gesehen??”

“Da, das große Ding!”

[Es handelt sich beim "Starflyer" tatsächlich um ein Kettenkarussell, allerdings kreiselt man bei dem Ding nicht gemütlich am Boden mit Schunkelmusik, sondern in 55 Meter Höhe bei Techno und kräftigen Wind! Mir ist nicht ganz wohl bei der Sache und ich wundere mich, dass die Liebste einen solchen Vorschlag macht...]

“Kettenkarussell mag ich sehr.”
“Ähm, Schatz, das ist kein normales Karussell, ich meine…”

“Wieso? Kettenkarussell ist Kettenkarussell, oder nicht?”
“Naja, ich meine, wo dir doch schon auf unserem Balkon schlecht wird…”

“So hoch ist das doch gar nicht!”
“Hallo?? 55 Meter, frei hängend, an rostigen Ketten??”

“Jetzt stell dich nicht so seniorenhaft an und komm!”
“Wollen wir nicht lieber erst mal eine Runde zuschauen??”

“Ach was!”

[Meine Liebste kauft zwei Eintrittskarten und zerrt mich hinter sich her. Wenige Augenblicke später sitzen wir in unserer Doppelschaukel mit angelegten Sicherheitsgurten und fest verriegelten Stangen vor den Händen. Die Maschine beginnt, das Karussell langsam zu drehen und auf 55 Meter Höhe zu ziehen; der Wind ist beachtlich. Ich spüre, wie die Liebste meine Hand kräftig zusammendrückt, kein gutes Zeichen...]

“Uaahhaahaaaa! Ohgottogottogott! Mir wird schlecht!”
“Schatz! Wir sind gerade mal 5 Sekunden oben!”

“Hoffentlich wird das nicht schneller!”
“Glaube ich nicht…”

[Das Karussell wird - nach einer "lustigen" Ansage des Mannes am Mikrofon - heftig schneller...]

“AHAHAAHAHAAAHAHAAAAAHAHAHAAAAA! Schatz! Hilfe!!”
“Bleib ruhig Schatz, ganz ruhig, schneller wird es nicht.”

[Das Karussell beschleunigt - nach einem erneuten "spaßigen" Spruch des Mikromannes - auf gefühlte 20 Umdrehungen pro Sekunde. So schnell, dass sich die Kettensitze beinahe waagerecht nach außen richten! Der steife böige Wind sorgt dafür, dass die Gondeln zusätzlich noch auf ihrer eigenen Achse hin- und her drehen...]

“SCHAAAAAAATTZZZ! ICH WILL HIER RAUS!!!!”
“Jetzt nicht!”

“ARGGHGAAAGAAGAAAHHH BABABABABAAA!!”
“Liebste! Drück meine Hand nicht so stark, dein Nagellack!”

“MEIN NAGELLACK IST MIR TOTAL SCHEISSEGAL!!”
“Aber du bohrst deine Fingernägel in meine Hand!”

“AAAAAAAHHHHHHAAAAAAHHHH! Geht´s schon wieder runter??”
“Ja, aber nur langsam…”

[Das Karussell verharrt in 55 Meter Höhe...]

“OH GOTT IST MIR SCHLECHT! Geht´s auch wirklich runter??”
“Ja, aber eben langsam…”

[Das Karussell verharrt nach wie vor in 55 Meter Höhe bei Vollgas...]

“LÜGST DU MICH AUCH NICHT AN??”
“Nein, nein, gleich hast du es geschafft!”

[Auch mir wäre es mittlerweile lieber, das Karussell würde wieder nach unten gehen, tut es aber nicht... Der "heitere" Mann am Mikro erläutert, dass er uns noch ein paar Extrarunden schenkt, weil wir alle so nette Leute seien. Unerbittlich rüttelt der Wind an den Ketten und die Gesichtszüge der Liebsten sind versteinert, ebenso wie ihre Hand...]

“SCHAAATZ!! ICH MUSS MICH ÜBERGEBEN!!! UUUHHHRRGGHHH!”
“JETZT NICHT! GLEICH!”

[Endlich wird der Starflyer langsamer, die Kettensitze beruhigen sich etwas und es geht wieder nach unten... Als die Liebste aus ihrem Sitz springt, kann sie kaum mehr stehen. Eine junge Frau, die wohl die nächste Fahrt mitmachen wollte, überlegt es sich spontan anders, nachdem sie die Liebste gesehen hat. Ich greife mir die Liebste, halte sie fest und schiebe sie die Treppen hinunter auf den Vorplatz des Starflyers.]

“Boah, ist mir schlecht! Ich muss mich irgendwo hinsetzen!”
“Liebste, setz dich hier auf die Stufen…”

“Hier nicht! Wenn ich mich übergeben muss, dann nicht hier…”

[Die Liebste rennt volles Programm los, während sie allerdings meinen Arm noch festhält und ich aufgrund dessen nur knapp einem Crash auf dem Kopfsteinpflaster entgehe... Ohne Rücksicht auf Verluste steuert die Liebste eine Poffertjes-Bude an und noch bevor ich mich fragen kann, warum sie ausgerechnet dort hin will, zerrt sie mich durch einen kleinen Spalt an der Seite ins Dunkel hinter die Poffertjes-Bude. Hier sieht es ein wenig aus wie nach einem Bombeneinschlag, umringt von Wohnwagen, Paletten, Mülltonnen, Kisten und Werkzeugen.]

“ICH FALLE JETZT GLEICH UM, HILFE!”
“Schatz, setz dich doch erst mal da auf die Kiste…”

[Plötzlich geht die Hintertür der Poffertjes-Bude auf und drei erschrockene Personen in roten Schürzen schauen uns verdutzt an. Dem selbsterklärenden Gesicht der Liebsten sowie ihrer nicht mehr vorhandenen Gesichtsfarbe war es wohl zu verdanken, dass die drei "Holländer" sofort jede nur erdenkliche Hilfevariante anbieten, die ihnen einfällt. Während die Liebste jammernd erläutert, was passiert ist, gehe ich ein Stück zurück um die Bude herum und sehe, wie ca. 20 Leute ungeduldig vor der Theke auf ihre Poffertjes warten, während sich aber niemand mehr hinter den gusseisernen Formpfannen befindet, die bereits anfangen, zu qualmen... Etwas überrumpelt von den Ereignissen gehe ich schnell zurück zu meiner Liebsten, um die Holländer abzulösen, bevor die Poffertjes-Bude abbrennt, dann der gesamte Freimarkt abfackelt und wir als Auslöser morgen in der Zeitung stehen...]

“Schatz, die sagen, ich soll Wasser mit Salz trinken!”
“Ähm, so?”

“Ich glaube, ich möchte jetzt lieber nach Hause…”
“Tja, dann warten wir noch eine Minute und dann gehen wir besser…”

“Lass uns gehen, es tut mir leid…”
“Macht ja nichts, kann passieren…”

“Boah, ist mir schlecht!”
“Also, ich muss sagen, selbst für mich war das Karussell zu heftig…”

“Das Karussell?”
“Ähm… Das Kettenkarussell, ja? Schon vergessen??”

“Mir ist doch nicht von dem Karussell schlecht!”
“Wie bitte?? Wovon denn dann??”

“Das war der Backfisch, den ich bei dir probiert habe.”
“Ja klar, der Backfisch, sicher!”

“Eigentlich wollte ich ja noch ins Riesenrad…”
“WAS?? Bist du jetzt total verrückt geworden!?”

[Noch während ich das sage, beugt sich die Liebste über einen kleinen blauen Eimer und übergibt sich, als gäbe es kein Morgen mehr...]

“Boah, ist mir schlecht…”
“Ähm, das sieht man…”

“Wir müssen nächstes Jahr unbedingt wieder hier hin kommen!”

Kopfschüttel…

56 Kommentare »

Nirgendwo hin!

11. September 2008, aus der Schublade Freizeit und Reisen

Meine Liebste und ich wollen am Abend noch einen kleinen Spaziergang machen, das Wetter ist – zumindest für Bremer Verhältnisse – noch wunderschön.
Es soll auch kein ein großer Marsch werden, einfach nur noch ein Stündchen um die Häuser ziehen.

“Schatz? Wollen wir gleich los?”
“Ja, Süße.”

“Bis du fertig?”
“Nur noch Schuhe anziehen, dann bin ich fertig.”

“Keine Jacke??”
“Nee, wieso? Ist doch noch warm draußen?”

“Wie warm ist es denn?”
“Ähm… Keine Ahnung. Aber noch warm genug.”

“Schatz! Mit so einer Antwort kann ich nichts anfangen!”
“Dann geh auf den Balkon und fühl einfach selbst?”

“Nee, das funktioniert nicht, das ist kein guter Vergleich.”
“Und wieso nicht? Ist da vielleicht anderes Wetter, oder was??”

“Zwar das gleiche Wetter, aber Schatten und Wind und so.”
“Zum Fühlen wird es doch aber wohl reichen, oder??”

“Scheint denn die Sonne?”
“Liebste, dreh deinen Kopf doch einfach und schaue aus dem Fenster!”

“Glaubst du, ich bin doof, oder was?? Natürlich ist da Sonne!”
“Was soll denn dann die Frage??”

“Die Frage ist, ob die Sonne auch bleibt.”
“Ich glaube nicht, dass sie plötzlich wegrennen wird!”

“Aber vielleicht eine Wolke oder so?”
“Hör auf jetzt!”

“Ich weiß aber nicht, was ich nun anziehen soll!”
“Schatz, wir wollen nur einen kleinen Spaziergang machen!”

“Na und? Es macht aber keinen Spaß, wenn man frieren muss!”
“Du wirst nicht frieren! Es sind noch 20 Grad draußen.”

“Das kennt man doch, man geht raus und Schwups regnet es!”
“Es wird zwar nicht regnen, aber wenn, dann ist das eben so!”

“Dir ist das ja auch egal mit deinen paar Stoppeln auf dem Kopf!”
“Stoppeln?? Also hör mal, ich…”

“Ich muss meine Haare neu machen, wenn die nass werden!”
“DIE WERDEN NICHT NASS!”

“Ich nehme einen Schirm mit.”
“Gut. Schön. Aber ich trage den nicht, das sage ich jetzt schon!”

“Wieso denn nicht?? Halbe Strecke du, halbe Strecke ich!”
“Nee!”

“Oder willst du etwa nicht mit unter den Schirm?”
“Ich BRAUCHE nicht mit unter den Schirm, weil es nicht regnet!”

“Du könntest mir ruhig mal ein bisschen entgegenkommen.”
“Ich?? Ich will einfach nur mit dir einen Spaziergang machen!”

“Wundert mich sowieso, willst du ja sonst auch nicht.”
“Wie bitte??”

“Naja, zumindest nicht unter der Woche.”
“Gehen wir jetzt oder nicht!”

“Jajaja. Soll ich mir einfach einen Pullover umhängen?”
“Von mir aus, mach.”

“Den weißen?”
“Den weißen.”

“Und warum nicht den blauen?”
“Von mir aus auch den blauen.”

“Du bist so doof!”
“Wieso, was ist denn jetzt schon wieder??”

“Du hörst mir wieder mal nicht zu!”
“Wegen dem Pullover, oder was??”

“Ja, genau!”
“Also schön, dann häng dir den blauen Pullover um.”

“Wieso denn den blauen??”
“Du hast eine schwarze Hose an, also nimm den blauen.”

“Ich gehe mir dir nirgendwo hin!”
“Wieso denn?? Ich habe doch jetzt gesagt, was du anziehen sollst!”

“Ich rede kein Wort mehr mit dir!”
“Sag mal, spinnst du jetzt, was soll denn das!?”

“Du würdest nicht mal merken, ob ich es bin, die neben dir geht!”
“Wer soll denn sonst neben mir spazieren gehen??”

“Ich bin jetzt nicht zu irgendwelchen Späßen aufgelegt!”
“Warum regst du dich denn jetzt plötzlich so auf??”

“Weil du gesagt hast, dass ich den blauen Pullover anziehen soll.”
“Ja, das habe ich gesagt, und? Ist das jetzt schlimm, oder was??”

“Ja, das ist schlimm!”
“Wieso denn??”

“Ich habe gar keinen blauen Pullover!”

Kopfschüttel…

43 Kommentare »

Nirgendwo hinfliegen

28. Juli 2008, aus der Schublade Freizeit und Reisen

Meine Liebste und ich sind auf dem Weg an die Ostsee, Freunde besuchen und vielleicht auch ein wenig am Strand liegen.
Wir sind schon eine ganze Zeit lang unterwegs, aber wir sind uns sicher, die doch recht lange Fahrt lohnt sich!

“Schatz? Warum machst du so ein nachdenkliches Gesicht?”
“Ich lausche den Nachrichten im Radio, Süße.”

“Ach so, und? Gibt´s was Interessantes?”
“Ja. Die Lufthansa streikt am Montag ab 0.00 Uhr.”

“Echt jetzt??”
“Schatz! Das kommt seit Tagen in den Nachrichten!”

“Na und? Ich will doch sowieso nirgendwo hinfliegen.”
“Na toll. DAS ist wirklich echte Solidarität, Schatz…”

“Ab 0.00 Uhr streiken die, also genau ab Mitternacht?”
“Ja. Angeblich.”

“Aber wenn die da gerade in der Luft sind, ich meine…”
“Und? Was ist dann?”

“Naja, die können ja nicht einfach anhalten, oder?”
“Ähm… Ich denke nicht, nein…”

“Und was machen die dann??”
“Schatz, ich glaube, ich möchte jetzt nicht weiter darüber…”

“Naja, ist aber eigentlich auch ganz egal, oder?”
“Egal?? Mitten in der Hauptreisezeit ein Lufthansa-Streik??”

“Nein, ich meine, ob die während des Fluges streiken.”
“Ähm…”

“Die fliegen doch eh immer mit Autopilot, oder??”

Kopfschüttel…

34 Kommentare »

Du darfst dir was wünschen

23. Juni 2008, aus der Schublade Freizeit und Reisen

Du darfst dir was wünschen (photocase.de © laura.)Meine Liebste und ich sitzen am Nachmittag im Café Ambiente an der Weserpromenade und essen leckeren Käsekuchen.
Die Stimmung ist entspannt und wir freuen uns über die schöne Zeit.

“Ich hab dich lieb, mein Schatz.”
“Ich dich auch, Süße.”

“Und weil ich dich so lieb habe, möchte ich dir etwas schenken.”
“Etwas schenken?? Gerne! Womit habe ich das denn verdient??”

“Och, einfach nur so… Und wegen dem Kratzer an deinem Auto…”
“Aha! Daher weht der Wind! Trotzdem freut mich das. Gib her!”

“Aber JETZT doch noch nicht, ich habe ja noch gar nichts besorgt!”
“Ach so…”

“Du darfst dir was wünschen.”
“Hm…”

“Also: was soll ich dir schenken?”
“Eine Autorennbahn.”

“Ein schickes Sommerhemd vielleicht?”
“Nein, eine Autorennbahn.”

“Oder Kinokarten für Indiana Jones?”
“Eine Autorennbahn.”

“Wie wäre es mit einem Ryanair-Flug nach Barcelona?”
“Nee, ne Autorennbahn.”

“Oder zum Essen einladen?”
“Eine Autorennbahn.”

“Jetzt hör doch mal auf mit deiner blöden Autorennbahn!”
“Ich hätte aber gerne eine?”

“Ach was! Wo willst du die denn hinstellen!”
“Da findet sich schon was…”

“Jetzt wünsch dir endlich was Ordentliches!”
“Eine Autorennbahn.”

Blödmann!”
“Na schön, dann eine Eisenbahn.”

“Wolltest du nicht einen neuen MP3-Player haben?”
“Nee, aber eine Eisenbahn.”

“Oder ein tolles Romantikwochenende für uns zwei?”
“Wenn ich da meine neue Eisenbahn mitnehmen darf, dann ja.”

“Oder wie wäre es mit einer neuen Tasche für die Arbeit?”
“Eine Eisenbahn. Spur H0 bitte.”

“SCHATZ! Warum willst du denn unbedingt so einen Blödsinn!?”
“Du hast gesagt, dass ich mir was wünschen darf!”

“Aber doch nicht so was!”
“Wieso denn! Wenn ich doch gerne eine Eisenbahn hätte??”

“Eben war es noch eine Autorennbahn!”
“Also gut, dann eine Autorennbahn.”

“NEIN! So meinte ich das jetzt nicht!”
“Aber du schlägst ja nur Sachen vor, die DU dir für mich wünschst!”

“Ich weiß ja schließlich auch, was gut für dich ist!”
“Eine Autorennbahn ist auch gut für mich. Für uns.”

“Ach! Und was ist daran bitte gut für uns??”
“Mit einer Autorennbahn können wir gemeinsam viel Spaß haben.”

“Zusammen?? Ich soll mit dir Autorennbahn spielen??”
“Natürlich!”

“Niemals! Das finde ich total doof, so Autorennen!”
“Schade…”

“Und müsste ich bei einer Eisenbahn auch irgendwas machen?”
“Bei einer Eisenbahn? Nö. Die fährt von alleine.”

“Gut, dann kriegst du eine Eisenbahn. Ich habe da eine Idee.”
“Super! Danke! Wollen wir gleich losgehen, eine kaufen??”

“Nee, nicht notwendig.”
“Nicht notwendig? Wie meinst du das?”

“Die kann man mieten, muss man nicht kaufen.”
“Mieten?? Wo das denn??”

“Am Bahnhof. Da setze ich dich jetzt gleich in den ICE nach München, du Blödmann! Und zwar OHNE Rückfahrkarte!”

Kopfschüttel…

60 Kommentare »

Der Lustigkeitsfaktor

12. Juni 2008, aus der Schublade Freizeit und Reisen

Der Lustigkeitsfaktor (photocase.de © es.war.einmal..)Meine Liebste und ich waren gestern Abend im Kino, “Love Vegas” mit Cameron Diaz und Ashton Kutcher wurde gewählt; nachdem ich mich mit “Indiana Jones” bei der Liebsten nicht durchsetzen konnte… Nunja.
Aber ich muss sagen: trotz anfänglicher Skepsis bereue ich das nicht! Eine prima Komödie.

“Und Schatz? Wie fandest du den Film?”
“Super. Echt klasse, der war sehr witzig, Süße!”

“Habe ich ja gleich gesagt!”
“Jaaa doch… Da hast du mal sehr gut gewählt, ich gebe es ja zu…”

“Filme mit Cameron Diaz sind immer gut.”
“Aha…”

“Mit der ist der Lustigkeitsfaktor immer turmhoch wolkenwärts.”
“Was? Was hast du gerade gesagt??”

“Cameron Diaz ist…”
“Nein, nein, das andere, was war das noch??”

“Der Lustigkeitsfaktor.”
“Genau! Und was war das mit den Wolken??”

“Wolkenwärts. Turmhoch.”
“Was ist das denn jetzt plötzlich??”

“Wieso! Was soll das sein??”
“Was ist denn bitte ein Lustigkeitsfaktor wolkenwärts turmhoch??”

“Nein, es heißt Lustigkeitsfaktor turmhoch wolkenwärts.”
“Na gut, dann eben so! Und was soll das??”

“Wie meinst du das, versteht man doch, oder??”
“Kannst du nicht einfach sagen SUPER?? Wie andere Menschen auch??”

“Genau Schatz! Genau DAS ist ja das Problem!”
“Was jetzt! Verstehe ich nicht??”

“Dass alle immer sagen: SUPER! oder GEIL! oder so.”
“Und was ist daran jetzt das Problem, bitte??”

“Weil es langweilig ist, immer das Gleiche zu sagen.”
“Ähm…”

“Du fragst: wie wars? Ich antworte: Super. Toll. Klasse. Prima.”
“Soweit kann ich dir ja folgen, aber…”

“Und das ist doch langweilig!”
“Ähm, und deswegen hast du dir jetzt…”

“…habe ich mir eine außergewöhnliche Antwort ausgedacht.”
“Der Lustigkeitsfaktor ist wolkenhoch…”

“Turmhoch wolkenwärts.”
“Oh, entschuldige…”

“Gut, oder?”
“Naja, also, ich, ähm…”

“Noch Fragen?”
“Und wenn ich sage: Schatz, heute siehst du
super aus??”

“Geht so, aber das sagt ja jeder Kerl zu seiner Freundin.”
“Ah, und deswegen ist das langweilig, verstehe ich das richtig??”

“Genau!”
“Soso, aha… Sag mal, nimmst du irgendwelche Tabletten??”

“Wieso! Dir muss erst einmal was Besseres einfallen!”
“Schatz, du siehst heute atemberaubend und bezaubernd aus.”

“Nee. Das ist zu sehr geschleimt.”
“Aha. Schatz, du bist die schönste Frau auf der ganzen Welt.”

“Nee! Das ist ja wohl total übertrieben!”
“Ähm… Schatz, dein Schönheitsfaktor ist heute turmhoch wolkenwärts…”

“Nee! Das ist nachgeplappert! Das ist mein Spruch!”
“Dein Beauty-Quotient ist überragend
exzellent. Exponentiell gesehen.”

“So ein Quatsch!”
“Wieso das denn jetzt??”

“Das versteht ja keiner, so einen Fremdwort-Blödsinn!”
“Ach so?? Und ich dachte, das würde dir sicher gefallen…”

“Nee, tut es nicht!”
“Also ich fand´s lustig!”

“Du kannst mir ja nicht mal ein originelles Kompliment machen!”
“Na toll! Dir kann man es ja auch nie recht machen!”

“Das kommt aber nur, weil…”
“Ja?? Warum bitte!? Jetzt bin ich aber mal gespannt!”

“…weil dein Einschleimfaktor turmhoch wolkenwärts ist!”

Kopfschüttel…

28 Kommentare »

Nicht wieder so viel Unsinn!

5. Mai 2008, aus der Schublade Freizeit und Reisen

Nicht wieder so viel Unsinn! (photocase.de © judigrafie)Meine Liebste hat vor ein paar Monaten eine neue Freundin in Bremen gefunden.
Für heute haben die beiden Damen geplant, sich gegenseitig ihre männlichen Begleiter vorzustellen. Gleich soll es losgehen!

“Bist du fertig, Schatz?”
“Ja, Süße.”

“Und was ist mit dem Hemd?”
“Mit meinem Hemd? Was soll damit sein??”

“Willst du das wirklich an lassen?”
“Wieso, was ist denn damit??”

“Du hast so schöne Hemden, und dann ausgerechnet das!”
“Das ist eines meiner Lieblingshemden!”

“Wenigstens heute könntest du ja mal ein anderes anziehen.”
“Liebste, wir gehen ein Bier trinken und nicht in die Oper.”

“Ich möchte, dass Sandra einen guten Eindruck von dir kriegt.”
“Das wird voraussichtlich nicht an diesem Hemd scheitern.”

“Na schön, dann lass das eben an. Mir doch egal.”
“Danke.”

“Aber benimm dich wenigstens.”
“Wie bitte??”

“Du sollst dich heute Abend mal benehmen.”
“Soll das heißen, ich würde mich sonst nicht benehmen??”

“Ich sage es ja nur.”
“Und was heißt das jetzt genau??”

“Du sollst nicht wieder so viel Unsinn reden.”
“Na das sagt ja genau die Richtige…”

“Und keine Frauenwitze.”
“Ja, natürlich… Auch keine Blondinenwitze?”

“Ganz besonders keine Blondinenwitze!”
“Schade…”

“Schatz!”
“Jaja, ich werde keine Blondinenwitze machen. Wahrscheinlich.”

“Und auch keine Witze über Aerobic oder Body Pump.”
“Worüber?? Aerobic? BODY PUMP?? Was ist das denn??”

“Das ist neu.”
“Aha. Und Sandra und ihr Freund machen, ähm, Body Pump, ja?”

“Nein.”
“Sondern wer?”

“Ich.”
“DU?? Du machst Body Pump?? Was ist denn das!?”

“Das ist ein intensives Ganzkörpertraining im Fitnessstudio.”
“Also Aerobic.”

“Nein, bei Aerobic bewegt man sich zu Musik.”
“Und bei Body Pump??”

“Da bewegt man sich mit Hanteln zu Musik.”
“ACH SO! Klar, das ist natürlich ganz was anderes!”

“Siehst du! Genau sowas, das sollst du heute Abend lassen!”
“Aber Schatz! Seit wann gehst du denn in ein Fitnessstudio??”

“Noch nicht, aber ab nächste Woche. Mit Sandra zusammen.”
“Ihr beide?? Warum darf ich denn da nicht mit zum Body Pump?”

“Willst du denn mit?”
“Nein.”

Blödmann!”
“Haha!”

“Reiß dich heute Abend zusammen, ich will da nichts von hören!”
“Gut, schön, also keine Witze über Body Pump.”

“Und bohr nicht in der Nase oder Schmatzen oder so.”
“Na toll! Und warum soll ich dann überhaupt mitgehen??”

“Schatz!”
“Gut, kein Popeln, kein Schmatzen. Rülpsen auch nicht?”

“Nein.”
“Hm… Also mal anders gefragt: was darf ich denn?”

“Nichts. Am besten gar nichts machen.”
“Einfach nur schön still neben dir sitzen, ja?”

“Genau.”
“Und wenn die mich was fragen? Ich meine, das könnte passieren…”

“Dann antwortest du höflich, und nichts Schwachsinniges.”
“OK, das muss ich natürlich erst einmal üben. Frag mal was.”

“Ich?? Was soll ich dich denn fragen?”
“Egal, was man eben so fragt, wenn man sich das erste Mal trifft.”

“Hm… Gut, also: Machst du auch Sport?”
“Ich? Klar! Ich mache Body Pump.”

“Mann! Lügen darfst du auch nicht!”
“Nicht? Aber Schatz, so etwas musst du mir doch sagen!”

“Also nochmal: Machst du irgendwas an Sport?”
“Ja sicher, aber nicht oft, sonst werde ich zu dick.”

“Zu dick?? Was machst du denn für einen Sport?”
“Ritter Sport.”

“SCHATZ!!”
“Haha!!”

“Ich sehe schon, das geht bestimmt in die Hose heute…”
“Quatsch! Ich werde einen glänzenden Begleiter für dich abgeben.”

“Hoffentlich ist Sandras Freund ein Trottel.”
“Was?? Wieso denn das?”

“Dann passt ihr wenigstens gut zusammen!”

Kopfschüttel…

49 Kommentare »

Zu dick gewickelt

28. April 2008, aus der Schublade Freizeit und Reisen

Zu dick gewickelt (photocase.de © mathias the dread)Meine Liebste und ich sind mit Freunden zu einer Radtour verabredet.
Wir stehen bei allerschönstem Frühlingswetter bereits vor unserer Haustür, um auf die beiden zu warten, denn sie sind noch nicht da.
Aber ich bin mir sicher: es kann jeden Augenblick losgehen.

“Wo wollen wir denn eigentlich hinfahren?”
“Mal sehen, Süße. Müssen wir gleich mal besprechen.”

“Ich mache mir jetzt erst einmal die Klammern um die Hose.”
“Tu das.”

“Soll ich nur rechts oder auch links?”
“Wieso… Hast du denn zwei Klammern??”

“Ja, ich habe zwei, soll ich?”
“Warum nicht… Mach beide drum.”

[Meine Liebste legt sorgfältig beide Hosenklammern an.]

“Sieht das jetzt nicht komisch aus?”
“Naja… Ein bisschen vielleicht, aber wenn du erst…”

“Nee, das geht so nicht!”
“Also wenn du erst mal auf dem Fahrrad sitzt, dann…”

[Meine Liebste nimmt die linke Klammer wieder ab.]

“So, aber irgendwie sieht das immer noch doof aus…”
“Schatz, die sollst du ja auch nur zum Radfahren tragen, und nicht…”

“Ich nehme die andere auch ab, das gefällt mir nicht.”
“Aber…”

[Meine Liebste nimmt auch die rechte Klammer wieder ab.]

“Und jetzt?”
“Was und jetzt!”

“Jetzt mache ich mir beim Fahren bestimmt die Hose schmutzig!”
“Du hast ja auch die Klammern wieder abgenommen!”

“Ich könnte die Hose ja vielleicht auch hochkrempeln…”
“Ja, das könntest du natürlich…”

“Soll ich nicht?”
“Doch, mach. Hauptsache, du wirst mal fertig bald…”

[Meine Liebste krempelt ihre Hosenbeine bis zu den Knien hoch.]

“Und wie sieht das jetzt aus?”
“Alles gut, lass es jetzt so.”

“Ist das jetzt nicht zu dick gewickelt?”
“Nein, ist in Ordnung, alles gut. So geht´s.”

[Meine Liebste läuft zu dem Bäcker nebenan und schaut sich dort im spiegelnden Schaufenster an.]

“Ja, stimmt. Hose geht jetzt.”
“Na Gott sei Dank…”

“Aber die Schuhe gehen jetzt so nicht mehr!”
“Was?? Wieso, was ist denn jetzt mit den Schuhen??”

“Mit hochgekrempelter Hose sehen meine Füße so groß aus!”
“So ein Quatsch!”

“Doch, schau doch mal, wie groß die Schuhe jetzt sind!”
“Ich schätze, genauso groß wie vorher!”

“Wie machst du das denn eigentlich?”
“Meine Füße sind jeden Tag gleich groß.”

“Nein, ich meine doch, mit deiner Hose und der Kette?”
“Gar nichts. Bei mir wird da nichts schmutzig.”

“Und wieso dann bei mir??”
“Keine Ahnung, was du da immer machst!”

“Hätte ich mir doch besser gleich eine kurze Hose angezogen…”
“Schatz! Wir machen eine kleine Radtour, keine Tour de France!”

“Trotzdem muss man da ja nicht wie Hein Blöd aussehen.”
“Ich mag Hein Blöd.”

“Nee, du BIST Hein Blöd!”
“Pff! Aber du mit deinen Sieben-Meilen-Stiefeln!”

“Du bist so doof!”
“Habe ich mit dem Blödsinn angefangen? Nein!”

“Ich hätte besser eine andere Hose und andere Schuhe angez…”
“Quatsch! Jetzt hör auf damit!”

“Jaaa… Wo bleiben Nicole und Frank denn eigentlich?”
“Keine Ahnung, aber die kommen schon gleich.”

“Dann könnte ich ja noch mal hoch gehen.”
“Was! Jetzt?? Die kommen gleich, bleib hier!”

“Ich gehe eben schnell hoch.”
“Warum?? Du willst dich doch jetzt nicht ernsthaft noch umziehen??”

“Umziehen? Nee, wieso?”
“Aha. Und warum willst du dann jetzt noch mal nach oben?”

“Dann kann ich mir schnell noch die Beine eincremen!”

Kopfschüttel…

23 Kommentare »

Ich sehe alles

18. Februar 2008, aus der Schublade Freizeit und Reisen

Ich sehe alles (photocase.de © prokop)Meine Liebste und ich verbringen – Dank eines Schnäppchens von Ryanair – ein wundervolles verlängertes Wochenende im norwegischen Oslo.
Und die Stadt kann sich wirklich sehen lassen!
Hier sind wir also genau richtig und es gibt beim ersten Schlendern bereits viel zu entdecken.

“Ganz schön kalt hier, oder?”
“Ja Süße. Egal, wir sind ja schön warm angezogen.”

“Ich friere jetzt schon…”
“Wir sind doch aber gerade erst losgegangen??”

“Trotzdem, ich habe gar keine Strümpfe eingepackt…”
“Schau mal, da ist das Theater.”

“Wo?”
“Na da, direkt vor uns? Sieht doch aus wie ein Theater…”

“Ach ja.”
“Und dahinter ist auch die U-Bahn-Station.”

“Wo?”
“Da!”

“Ach ja…”
“Du solltest vielleicht mal deine Sonnenbrille absetzen…”

“Nee, ich sehe alles.”
“Guck mal, eine Eisbahn mitten in der Stadt!”

“Wo?”
“DA VORNE!”

“Ach ja…”
“Sag mal, was ist denn mit dir los??”

“Nichts, wieso?”
“Weil du anscheinend blind bist!”

“Quatsch, ich sehe hundertprozentig.”
“Also wenn ich dich nicht schon so lange kennen würde, dann…”

“Jajaja, sag mir einfach, wenn du was Tolles siehst.”
“Wie bitte??”

“Wenn du was Interessantes siehst, dann sag mir das.”
“Ja, rein akustisch habe ich das wohl verstanden, aber…”

“Mach einfach!”
“Ähm… Da ist ein riesiges Hard Rock Café…”

“Wo?”
“DA! Dadadadada!! Da links!!”

“Ach ja, das sieht gut aus, wollen wir da mal rein?”
“Vielleicht gehen wir besser erst bei einem Optiker vorbei??”

“Was soll ich da denn??”
“Eine Brille mit sehr hohen Korrekturwerten vielleicht??”

“Nee, dann lass uns lieber Schuhe kaufen gehen.”
“Jetzt?? Das kommt überhaupt gar nicht in Frage!”

“Wäre aber besser, dann sehe ich auch wieder was.”
“Wenn wir Schuhe kaufen gehen??”

“Ja.”
“Ähm… Schatz! Wir sind gerade angekommen und da willst du…”

“Du verstehst das nicht, ich kann dann wieder alles sehen.”
“Wenn du neue Schuhe hast??”

“Ja.”
“Und wieso??”

“Weil ich, wenn ich Schuhe ohne Absätze hätte, nicht die ganze Zeit auf das Kopfsteinpflaster hier schauen müsste!”

Kopfschüttel…

38 Kommentare »

Schätzungsweise 2.356

23. Januar 2008, aus der Schublade Freizeit und Reisen

Schätzungsweise 2.356 (photocase.de © Accela)Meine Liebste und ich schlendern durch die Bremer Einkaufsstraße und schauen uns Schaufenster an; Tchibo, Nokia, Roland-Schuhe, L´TUR, und so weiter. Mein Aufwand, die Liebste vom Betreten jedes Geschäftes abzuhalten, ist beachtlich…

“Lass uns mal bei Thalia nach Reiseführern gucken, ja?”
“Und wofür brauchen wir jetzt einen Reiseführer, Süße?”

“Nur so, die kann man immer gebrauchen.”
“Ah… Dann können wir ja auch 100 Brötchen kaufen.”

“Wofür denn 100 Brötchen??”
“DIE kann man auch immer brauchen!”

“Das ist doch Blödsinn!”
“Und wofür willst du einen Reiseführer, wenn wir gar nicht verreisen??”

“Wer sagt, dass wir nicht verreisen??”
“Habe ich was verpasst, oder was?? Wohin verreisen wir, bitte??”

“Wo möchtest du denn hin?”
“Ich möchte jetzt nirgendwo hin!”

“Du möchtest nicht mit mir in Urlaub fahren?”
“Doch, aber…”

“Dann können wir doch auch einen Reiseführer kaufen!?”
“Aber Schatz, dazu müssten wir doch wenigstens wissen, wohin!”

“Wieso?”
“Was heißt denn wieso??”

“Wenn wir einen Reiseführer finden, kann man da doch mal hin?”
“Aber so haben wir ja noch nie einen Urlaub geplant!”

“Jetzt habe ich mal eine Idee und das passt dem Herrn nicht!”
“Liebste, da gibt es schätzungsweise 2.356 Reiseführer bei Thalia!”

“Na und?”
“Ja willst du die alle erst durchlesen oder wie??”

“Wir können ja erst alle aus dem Bereich Karibik raussuchen.”
“Karibik??”

“Da haben die bestimmt was.”
“Wieso denn Karibik??”

“Weil da im April sehr gutes Wetter ist.”
“April?? Wieso bloß werde ich das Gefühl nicht los, dass du…”

“Habe ich so gehört.”
“Gehört, ja klar! Ich glaube eher, dass du schon längst…”

“Ich will doch nur einen Reiseführer über Punta Cana oder so!”
“Das geht mir schon wieder alles viel zu schnell!”

“Wenn ich mich nicht immer darum kümmern würde, dann…”
“Ach so! Waren wir die letzten Jahre im Urlaub oder nicht!?”

“Doch, waren wir.”
“Also.”

“Aber noch nie auf Punta Cana.”
“Da will ich auch nicht hin!”

“Genau deswegen will ich einen Reiseführer über Punta Cana.”
“Weil ich da nicht hin will??”

“Wenn wir erst den Reiseführer haben, dann willst du auch hin!”

Kopfschüttel…

33 Kommentare »

Sei doch nicht so unflexibel!

19. Dezember 2007, aus der Schublade Freizeit und Reisen

Sei doch nicht so unflexibel! (photocase.de © Krissi3012)Meine Liebste und ich wollen uns mit Freunden auf dem Bremer Weihnachtsmarkt treffen, um gemeinsam ein paar Leckereien zu futtern, Lumumba zu trinken und natürlich auch um zu quatschen. Es verspricht, ein netter Abend zu werden! Wir sitzen aber noch zu Hause.

“Es wird langsam Zeit, Schatz. Wir müssen los…”
“Ja, Süße. Aber wieso die Eile? ”

“Weil wir in 20 Minuten da sein müssen.”
“Oh… OK, und wo treffen wir uns denn auf dem Weihnachtsmarkt?”

“Pff! Weiß ich doch nicht?”
“Wie bitte??”

“Das musst du doch wohl wissen.”
“Warum ich denn??”

“Was hast du denn mit Michael abgesprochen?”
“Ich?? Nichts! Ich habe gar nicht mit Michael gesprochen!”

“Aber Simone hat gesagt, ihr regelt das?”
“Aber DU hast doch mit Simone telefoniert, warum…”

“Wir wollten das nicht ganz über eure Köpfe hinweg entscheiden.”
“Was! Wo wir uns treffen??”

“Wir haben nur die Zeit abgemacht, sonst nichts.”
“Aha. Na toll! Ja und jetzt???”

“Ruf Michael doch einfach an?”
“Das ist ja echt wieder nach meinem Geschmack!”

“Kann ich doch nichts dafür, wenn ihr das vergesst!”
“Ich wusste doch aber gar nichts davon!”

“Das stimmt nicht! Ich habe dir gesagt, ruf Michael an.”
“Aber du hast nicht gesagt, warum!”

“Ich dachte, das würde er dir dann schon am Telefon sagen.”
“Schatz! Das ist ja wohl nicht dein ernst!”

“Klar, jetzt bin ich wieder schuld!”
“Ja, das bist du auch!”

“Nur weil ihr Männer euch immer drauf verlasst!”
“So? Und worauf verlassen wir uns?”

“Dass wir Frauen immer alles organisieren.”
“Tut ihr ja auch, besonders Simone und du!”

“Was soll das denn heißen, Simone und ich??”
“Weil ihr immer alles plant und wir da nichts zu sagen haben.”

“Aber dieses Mal wollten wir doch, dass ihr auch was plant!”
“Oh! Da bedanke ich mich vielmals, Gnädigste!”

“Man sieht ja, was rauskommt, wenn man euch was überlässt…”
“Vielleicht hätten die Damen mal einen Ton sagen können?”

“Vielleicht hätten die Herren mal Interesse zeigen können?”
“Und was genau willst du damit jetzt sagen?”

“Dass du ohne mich mal wieder total aufgeschmissen wärst.”
“Nur weil ich nicht weiß, wo wir uns auf dem Weihnachtsmarkt treffen??”

“Ohne Simone und mich gäbe es ja gar kein Treffen.”
“Richtig! Danke! Dann rufe ich Michael jetzt also mal an.”

“Und was willst du ihm dann sagen?”
“Wir werden einen Treffpunkt vereinbaren, was sonst.”

“Und wo?”
“Ich dachte, wir sollen das entscheiden?”

“Aber ich kann doch mal fragen?”
“Na schön, am Bremer Stadtmusikanten-Denkmal.”

“Wieso denn da?”
“Ja wieso denn nicht??”

“Da ist es immer so voll.”
“Na und??”

“Warum nicht in der Lloyd-Passage bei Gosch?”
“Da ist es ja noch viel voller!”

“Aber dafür ist es viel wärmer.”
“Schatz! Das entscheiden Michael und ich!”

“Aber ich werde doch wohl ein paar Wünsche äußern dürfen!”
“Darfst du nicht.”

“Sei doch nicht so unflexibel!”
“Soll ich das nun in die Hand nehmen oder nicht!?”

“Nein.”
“Wieso denn jetzt Nein??”

“Weil das nur wieder in die Hose geht.”
“Sag mal, du spinnst ja wohl! Gib mir das Telefon!”

“Nee! Das behalte ich!”
“Schatz, gib mir sofort das Telefon!”

“Nein!”
“Wie soll ich denn dann Michael anrufen??”

“Versprich erst, dass du nicht die Stadtmusikanten nimmst!”
“Und jetzt nehme ich erst recht die Stadtmusikanten!”

“Dann gebe ich dir auch nicht das Telefon!”
“Gib her!”

“NEIN!”
“GIB!”

“NIEMALS!”

[Die nun folgende Szene könnte spektakulärer kaum sein! Man sieht einen vom Sofa aufspringenden Kopfschüttler, der sich auf seine Liebste stürzt.
Das Telefon befindet sich hinter dem Rücken der Liebsten und wird erstaunlich standhaft von ihr verteidigt. Selbst ins Ohr pusten, Kitzeln in den Kniekehlen und in die Nase beißen fördern es nicht zutage.]

“Siehste, du kriegst das Telefon nicht!”
“Na schön. Also gut. Und jetzt?”

“Lloyd-Passage bei Gosch. Was anderes geht nicht.”
“Liebste, du weißt, ich liebe dich… Aber warum denn unbedingt da…”

“Weil das Plan B ist.”
“Plan B? Was ist denn nun wieder Plan B??”

“Von Simone und mir, falls ihr das wieder nicht hinkriegt!”

Kopfschüttel…

34 Kommentare »

Das große Ding da

27. Oktober 2008, aus der Schublade Freizeit und Reisen

Diesmal: Geschichte in der Maxi-Version!

Meine Liebste und ich statten dem Bremer Freimarkt – auch das Oktoberfest Norddeutschlands genannt – einen Besuch ab. Karussells, Futterbuden, Festzelte, tausend Leute… Na, das kann ja was werden!

“Meine Güte, ist das voll hier!”
“In diesem Gedrängel kann man nicht umfallen, Süße…”

“Vorsicht!”
“Was denn??”

“Drück meine Hand nicht so fest!”
“Aber ich…”

“Ich hab meine Fingernägel eben noch lackiert!”
“Na und??”

“Drück da nicht so drauf!”
“Wieso, sind die noch nicht trocken, oder was??”

“Das gibt Abdrücke!”
“Ach so! Und wie soll ich bitte dann…”

“Los, wir gehen jetzt Spanferkel-Brötchen essen, ja?”
“Also ich möchte kein Spanferkel, glaube ich…”

“Was möchtest du denn?”
“Hm…”

“Oh, schau, da ist ein Fischstand daneben, da gibt´s Backfisch!”
“Backfisch, hm…”

“Du nimmst am besten einen Backfisch.”
“Naja, ich weiß nicht…”

“Dann kann ich den mal bei dir probieren.”
“Ich dachte, du willst Spanferkel??”

“Ja, und das kannst du dann mal bei mir probieren!”
“Aber…”

“Schatz, wenn wir nicht bald mal was essen, verhungere ich!”
“Aber Backfisch…”

“Seit Stunden kannst du dich nicht entscheiden!”
“Ich wollte halt erst einmal gucken…”

“Du kriegst jetzt Backfisch!”
“Ich hätte aber viel lieber eine Currywurst…”

“Die kriegst du, nachdem wir in der Geisterbahn waren.”
“Welche Geisterbahn??”

“Die da, da gehen wir gleich hin!”

[Nachdem sowohl das Spanferkel als auch der Backfisch ihr Leben für uns lassen mussten, steuern wir das "Daemonium" an, eine Geisterbahn mit "lebenden Akteuren".
8 Euro später stehen wir in der Schlange und warten darauf, dass wir in eine der Gondeln einsteigen können.]

“Schatz, sag mal, möchtest du in einer Geisterbahn arbeiten??”
“Nein, es reicht mir schon, in einer zu wohnen…”

“Das soll ja wohl jetzt keine Anspielung auf mich sein, oder??”
“Nein, nein, Schatz… Nein, nein…”

“Und wieso wohnst du dann in einer Geisterbahn??”
“Ich meine, wegen der, ähm… Wegen…”

“Wegen der vielen Spinnweben in der Rumpelkammer?”
“Genau! Die hättest du ja auch schon längst mal wegmachen können.”

“Pff! Gut, dass ich die nicht weggemacht habe.”
“Gut? Was ist daran gut??”

“Weil ich ab heute von dir jeden Tag 4 Euro Eintritt verlange.”
“Bitte?? Dann werde ich…”

[Ich kann meinen Satz nicht beenden, da unsere Gondel kommt und wir von einem grimmigen Mitarbeiter der Geisterbahn in den Wagen hinein geschubst werden. Kaum geht die Fahrt los, senkt die Liebste ihren Kopf auf ihre Oberschenkel und legt die Hände über dem Hinterkopf zusammen...]

“Liebste?? Was machst du denn da??”

“Ich verstecke mich.”
“Wovor??”

“Die greifen einem hier in die Haare oder pieken einen oder so!”
“Aber so siehst du doch gar nichts!”

“Das macht nichts.”
“Komm sofort wieder nach oben!”

“Nein!”

[Die Fahrt ist nach ca. 1 Minute vorbei und tatsächlich wurden andere Leute in den Gondeln vor und nach uns von versteckten Gestalten persönlich erschreckt; nur wir nicht...]

“Die haben ja gar nichts gemacht!?”
“Nee. Du hast dich ja auch versteckt…”

“Aber dich hätten die doch erschrecken können!”
“Haben sie aber nun mal nicht.”

“Die werden sich selbst erschrocken haben, als sie dich sahen…”
“Sehr witzig! Sonst noch was?!”

“Wir gehen jetzt zum Kettenkarussell.”
“Habe ich gar nicht gesehen??”

“Da, das große Ding!”

[Es handelt sich beim "Starflyer" tatsächlich um ein Kettenkarussell, allerdings kreiselt man bei dem Ding nicht gemütlich am Boden mit Schunkelmusik, sondern in 55 Meter Höhe bei Techno und kräftigen Wind! Mir ist nicht ganz wohl bei der Sache und ich wundere mich, dass die Liebste einen solchen Vorschlag macht...]

“Kettenkarussell mag ich sehr.”
“Ähm, Schatz, das ist kein normales Karussell, ich meine…”

“Wieso? Kettenkarussell ist Kettenkarussell, oder nicht?”
“Naja, ich meine, wo dir doch schon auf unserem Balkon schlecht wird…”

“So hoch ist das doch gar nicht!”
“Hallo?? 55 Meter, frei hängend, an rostigen Ketten??”

“Jetzt stell dich nicht so seniorenhaft an und komm!”
“Wollen wir nicht lieber erst mal eine Runde zuschauen??”

“Ach was!”

[Meine Liebste kauft zwei Eintrittskarten und zerrt mich hinter sich her. Wenige Augenblicke später sitzen wir in unserer Doppelschaukel mit angelegten Sicherheitsgurten und fest verriegelten Stangen vor den Händen. Die Maschine beginnt, das Karussell langsam zu drehen und auf 55 Meter Höhe zu ziehen; der Wind ist beachtlich. Ich spüre, wie die Liebste meine Hand kräftig zusammendrückt, kein gutes Zeichen...]

“Uaahhaahaaaa! Ohgottogottogott! Mir wird schlecht!”
“Schatz! Wir sind gerade mal 5 Sekunden oben!”

“Hoffentlich wird das nicht schneller!”
“Glaube ich nicht…”

[Das Karussell wird - nach einer "lustigen" Ansage des Mannes am Mikrofon - heftig schneller...]

“AHAHAAHAHAAAHAHAAAAAHAHAHAAAAA! Schatz! Hilfe!!”
“Bleib ruhig Schatz, ganz ruhig, schneller wird es nicht.”

[Das Karussell beschleunigt - nach einem erneuten "spaßigen" Spruch des Mikromannes - auf gefühlte 20 Umdrehungen pro Sekunde. So schnell, dass sich die Kettensitze beinahe waagerecht nach außen richten! Der steife böige Wind sorgt dafür, dass die Gondeln zusätzlich noch auf ihrer eigenen Achse hin- und her drehen...]

“SCHAAAAAAATTZZZ! ICH WILL HIER RAUS!!!!”
“Jetzt nicht!”

“ARGGHGAAAGAAGAAAHHH BABABABABAAA!!”
“Liebste! Drück meine Hand nicht so stark, dein Nagellack!”

“MEIN NAGELLACK IST MIR TOTAL SCHEISSEGAL!!”
“Aber du bohrst deine Fingernägel in meine Hand!”

“AAAAAAAHHHHHHAAAAAAHHHH! Geht´s schon wieder runter??”
“Ja, aber nur langsam…”

[Das Karussell verharrt in 55 Meter Höhe...]

“OH GOTT IST MIR SCHLECHT! Geht´s auch wirklich runter??”
“Ja, aber eben langsam…”

[Das Karussell verharrt nach wie vor in 55 Meter Höhe bei Vollgas...]

“LÜGST DU MICH AUCH NICHT AN??”
“Nein, nein, gleich hast du es geschafft!”

[Auch mir wäre es mittlerweile lieber, das Karussell würde wieder nach unten gehen, tut es aber nicht... Der "heitere" Mann am Mikro erläutert, dass er uns noch ein paar Extrarunden schenkt, weil wir alle so nette Leute seien. Unerbittlich rüttelt der Wind an den Ketten und die Gesichtszüge der Liebsten sind versteinert, ebenso wie ihre Hand...]

“SCHAAATZ!! ICH MUSS MICH ÜBERGEBEN!!! UUUHHHRRGGHHH!”
“JETZT NICHT! GLEICH!”

[Endlich wird der Starflyer langsamer, die Kettensitze beruhigen sich etwas und es geht wieder nach unten... Als die Liebste aus ihrem Sitz springt, kann sie kaum mehr stehen. Eine junge Frau, die wohl die nächste Fahrt mitmachen wollte, überlegt es sich spontan anders, nachdem sie die Liebste gesehen hat. Ich greife mir die Liebste, halte sie fest und schiebe sie die Treppen hinunter auf den Vorplatz des Starflyers.]

“Boah, ist mir schlecht! Ich muss mich irgendwo hinsetzen!”
“Liebste, setz dich hier auf die Stufen…”

“Hier nicht! Wenn ich mich übergeben muss, dann nicht hier…”

[Die Liebste rennt volles Programm los, während sie allerdings meinen Arm noch festhält und ich aufgrund dessen nur knapp einem Crash auf dem Kopfsteinpflaster entgehe... Ohne Rücksicht auf Verluste steuert die Liebste eine Poffertjes-Bude an und noch bevor ich mich fragen kann, warum sie ausgerechnet dort hin will, zerrt sie mich durch einen kleinen Spalt an der Seite ins Dunkel hinter die Poffertjes-Bude. Hier sieht es ein wenig aus wie nach einem Bombeneinschlag, umringt von Wohnwagen, Paletten, Mülltonnen, Kisten und Werkzeugen.]

“ICH FALLE JETZT GLEICH UM, HILFE!”
“Schatz, setz dich doch erst mal da auf die Kiste…”

[Plötzlich geht die Hintertür der Poffertjes-Bude auf und drei erschrockene Personen in roten Schürzen schauen uns verdutzt an. Dem selbsterklärenden Gesicht der Liebsten sowie ihrer nicht mehr vorhandenen Gesichtsfarbe war es wohl zu verdanken, dass die drei "Holländer" sofort jede nur erdenkliche Hilfevariante anbieten, die ihnen einfällt. Während die Liebste jammernd erläutert, was passiert ist, gehe ich ein Stück zurück um die Bude herum und sehe, wie ca. 20 Leute ungeduldig vor der Theke auf ihre Poffertjes warten, während sich aber niemand mehr hinter den gusseisernen Formpfannen befindet, die bereits anfangen, zu qualmen... Etwas überrumpelt von den Ereignissen gehe ich schnell zurück zu meiner Liebsten, um die Holländer abzulösen, bevor die Poffertjes-Bude abbrennt, dann der gesamte Freimarkt abfackelt und wir als Auslöser morgen in der Zeitung stehen...]

“Schatz, die sagen, ich soll Wasser mit Salz trinken!”
“Ähm, so?”

“Ich glaube, ich möchte jetzt lieber nach Hause…”
“Tja, dann warten wir noch eine Minute und dann gehen wir besser…”

“Lass uns gehen, es tut mir leid…”
“Macht ja nichts, kann passieren…”

“Boah, ist mir schlecht!”
“Also, ich muss sagen, selbst für mich war das Karussell zu heftig…”

“Das Karussell?”
“Ähm… Das Kettenkarussell, ja? Schon vergessen??”

“Mir ist doch nicht von dem Karussell schlecht!”
“Wie bitte?? Wovon denn dann??”

“Das war der Backfisch, den ich bei dir probiert habe.”
“Ja klar, der Backfisch, sicher!”

“Eigentlich wollte ich ja noch ins Riesenrad…”
“WAS?? Bist du jetzt total verrückt geworden!?”

[Noch während ich das sage, beugt sich die Liebste über einen kleinen blauen Eimer und übergibt sich, als gäbe es kein Morgen mehr...]

“Boah, ist mir schlecht…”
“Ähm, das sieht man…”

“Wir müssen nächstes Jahr unbedingt wieder hier hin kommen!”

Kopfschüttel…

56 Kommentare »

Nirgendwo hin!

11. September 2008, aus der Schublade Freizeit und Reisen

Meine Liebste und ich wollen am Abend noch einen kleinen Spaziergang machen, das Wetter ist – zumindest für Bremer Verhältnisse – noch wunderschön.
Es soll auch kein ein großer Marsch werden, einfach nur noch ein Stündchen um die Häuser ziehen.

“Schatz? Wollen wir gleich los?”
“Ja, Süße.”

“Bis du fertig?”
“Nur noch Schuhe anziehen, dann bin ich fertig.”

“Keine Jacke??”
“Nee, wieso? Ist doch noch warm draußen?”

“Wie warm ist es denn?”
“Ähm… Keine Ahnung. Aber noch warm genug.”

“Schatz! Mit so einer Antwort kann ich nichts anfangen!”
“Dann geh auf den Balkon und fühl einfach selbst?”

“Nee, das funktioniert nicht, das ist kein guter Vergleich.”
“Und wieso nicht? Ist da vielleicht anderes Wetter, oder was??”

“Zwar das gleiche Wetter, aber Schatten und Wind und so.”
“Zum Fühlen wird es doch aber wohl reichen, oder??”

“Scheint denn die Sonne?”
“Liebste, dreh deinen Kopf doch einfach und schaue aus dem Fenster!”

“Glaubst du, ich bin doof, oder was?? Natürlich ist da Sonne!”
“Was soll denn dann die Frage??”

“Die Frage ist, ob die Sonne auch bleibt.”
“Ich glaube nicht, dass sie plötzlich wegrennen wird!”

“Aber vielleicht eine Wolke oder so?”
“Hör auf jetzt!”

“Ich weiß aber nicht, was ich nun anziehen soll!”
“Schatz, wir wollen nur einen kleinen Spaziergang machen!”

“Na und? Es macht aber keinen Spaß, wenn man frieren muss!”
“Du wirst nicht frieren! Es sind noch 20 Grad draußen.”

“Das kennt man doch, man geht raus und Schwups regnet es!”
“Es wird zwar nicht regnen, aber wenn, dann ist das eben so!”

“Dir ist das ja auch egal mit deinen paar Stoppeln auf dem Kopf!”
“Stoppeln?? Also hör mal, ich…”

“Ich muss meine Haare neu machen, wenn die nass werden!”
“DIE WERDEN NICHT NASS!”

“Ich nehme einen Schirm mit.”
“Gut. Schön. Aber ich trage den nicht, das sage ich jetzt schon!”

“Wieso denn nicht?? Halbe Strecke du, halbe Strecke ich!”
“Nee!”

“Oder willst du etwa nicht mit unter den Schirm?”
“Ich BRAUCHE nicht mit unter den Schirm, weil es nicht regnet!”

“Du könntest mir ruhig mal ein bisschen entgegenkommen.”
“Ich?? Ich will einfach nur mit dir einen Spaziergang machen!”

“Wundert mich sowieso, willst du ja sonst auch nicht.”
“Wie bitte??”

“Naja, zumindest nicht unter der Woche.”
“Gehen wir jetzt oder nicht!”

“Jajaja. Soll ich mir einfach einen Pullover umhängen?”
“Von mir aus, mach.”

“Den weißen?”
“Den weißen.”

“Und warum nicht den blauen?”
“Von mir aus auch den blauen.”

“Du bist so doof!”
“Wieso, was ist denn jetzt schon wieder??”

“Du hörst mir wieder mal nicht zu!”
“Wegen dem Pullover, oder was??”

“Ja, genau!”
“Also schön, dann häng dir den blauen Pullover um.”

“Wieso denn den blauen??”
“Du hast eine schwarze Hose an, also nimm den blauen.”

“Ich gehe mir dir nirgendwo hin!”
“Wieso denn?? Ich habe doch jetzt gesagt, was du anziehen sollst!”

“Ich rede kein Wort mehr mit dir!”
“Sag mal, spinnst du jetzt, was soll denn das!?”

“Du würdest nicht mal merken, ob ich es bin, die neben dir geht!”
“Wer soll denn sonst neben mir spazieren gehen??”

“Ich bin jetzt nicht zu irgendwelchen Späßen aufgelegt!”
“Warum regst du dich denn jetzt plötzlich so auf??”

“Weil du gesagt hast, dass ich den blauen Pullover anziehen soll.”
“Ja, das habe ich gesagt, und? Ist das jetzt schlimm, oder was??”

“Ja, das ist schlimm!”
“Wieso denn??”

“Ich habe gar keinen blauen Pullover!”

Kopfschüttel…

43 Kommentare »

Nirgendwo hinfliegen

28. Juli 2008, aus der Schublade Freizeit und Reisen

Meine Liebste und ich sind auf dem Weg an die Ostsee, Freunde besuchen und vielleicht auch ein wenig am Strand liegen.
Wir sind schon eine ganze Zeit lang unterwegs, aber wir sind uns sicher, die doch recht lange Fahrt lohnt sich!

“Schatz? Warum machst du so ein nachdenkliches Gesicht?”
“Ich lausche den Nachrichten im Radio, Süße.”

“Ach so, und? Gibt´s was Interessantes?”
“Ja. Die Lufthansa streikt am Montag ab 0.00 Uhr.”

“Echt jetzt??”
“Schatz! Das kommt seit Tagen in den Nachrichten!”

“Na und? Ich will doch sowieso nirgendwo hinfliegen.”
“Na toll. DAS ist wirklich echte Solidarität, Schatz…”

“Ab 0.00 Uhr streiken die, also genau ab Mitternacht?”
“Ja. Angeblich.”

“Aber wenn die da gerade in der Luft sind, ich meine…”
“Und? Was ist dann?”

“Naja, die können ja nicht einfach anhalten, oder?”
“Ähm… Ich denke nicht, nein…”

“Und was machen die dann??”
“Schatz, ich glaube, ich möchte jetzt nicht weiter darüber…”

“Naja, ist aber eigentlich auch ganz egal, oder?”
“Egal?? Mitten in der Hauptreisezeit ein Lufthansa-Streik??”

“Nein, ich meine, ob die während des Fluges streiken.”
“Ähm…”

“Die fliegen doch eh immer mit Autopilot, oder??”

Kopfschüttel…

34 Kommentare »

Du darfst dir was wünschen

23. Juni 2008, aus der Schublade Freizeit und Reisen

Du darfst dir was wünschen (photocase.de © laura.)Meine Liebste und ich sitzen am Nachmittag im Café Ambiente an der Weserpromenade und essen leckeren Käsekuchen.
Die Stimmung ist entspannt und wir freuen uns über die schöne Zeit.

“Ich hab dich lieb, mein Schatz.”
“Ich dich auch, Süße.”

“Und weil ich dich so lieb habe, möchte ich dir etwas schenken.”
“Etwas schenken?? Gerne! Womit habe ich das denn verdient??”

“Och, einfach nur so… Und wegen dem Kratzer an deinem Auto…”
“Aha! Daher weht der Wind! Trotzdem freut mich das. Gib her!”

“Aber JETZT doch noch nicht, ich habe ja noch gar nichts besorgt!”
“Ach so…”

“Du darfst dir was wünschen.”
“Hm…”

“Also: was soll ich dir schenken?”
“Eine Autorennbahn.”

“Ein schickes Sommerhemd vielleicht?”
“Nein, eine Autorennbahn.”

“Oder Kinokarten für Indiana Jones?”
“Eine Autorennbahn.”

“Wie wäre es mit einem Ryanair-Flug nach Barcelona?”
“Nee, ne Autorennbahn.”

“Oder zum Essen einladen?”
“Eine Autorennbahn.”

“Jetzt hör doch mal auf mit deiner blöden Autorennbahn!”
“Ich hätte aber gerne eine?”

“Ach was! Wo willst du die denn hinstellen!”
“Da findet sich schon was…”

“Jetzt wünsch dir endlich was Ordentliches!”
“Eine Autorennbahn.”

Blödmann!”
“Na schön, dann eine Eisenbahn.”

“Wolltest du nicht einen neuen MP3-Player haben?”
“Nee, aber eine Eisenbahn.”

“Oder ein tolles Romantikwochenende für uns zwei?”
“Wenn ich da meine neue Eisenbahn mitnehmen darf, dann ja.”

“Oder wie wäre es mit einer neuen Tasche für die Arbeit?”
“Eine Eisenbahn. Spur H0 bitte.”

“SCHATZ! Warum willst du denn unbedingt so einen Blödsinn!?”
“Du hast gesagt, dass ich mir was wünschen darf!”

“Aber doch nicht so was!”
“Wieso denn! Wenn ich doch gerne eine Eisenbahn hätte??”

“Eben war es noch eine Autorennbahn!”
“Also gut, dann eine Autorennbahn.”

“NEIN! So meinte ich das jetzt nicht!”
“Aber du schlägst ja nur Sachen vor, die DU dir für mich wünschst!”

“Ich weiß ja schließlich auch, was gut für dich ist!”
“Eine Autorennbahn ist auch gut für mich. Für uns.”

“Ach! Und was ist daran bitte gut für uns??”
“Mit einer Autorennbahn können wir gemeinsam viel Spaß haben.”

“Zusammen?? Ich soll mit dir Autorennbahn spielen??”
“Natürlich!”

“Niemals! Das finde ich total doof, so Autorennen!”
“Schade…”

“Und müsste ich bei einer Eisenbahn auch irgendwas machen?”
“Bei einer Eisenbahn? Nö. Die fährt von alleine.”

“Gut, dann kriegst du eine Eisenbahn. Ich habe da eine Idee.”
“Super! Danke! Wollen wir gleich losgehen, eine kaufen??”

“Nee, nicht notwendig.”
“Nicht notwendig? Wie meinst du das?”

“Die kann man mieten, muss man nicht kaufen.”
“Mieten?? Wo das denn??”

“Am Bahnhof. Da setze ich dich jetzt gleich in den ICE nach München, du Blödmann! Und zwar OHNE Rückfahrkarte!”

Kopfschüttel…

60 Kommentare »

Der Lustigkeitsfaktor

12. Juni 2008, aus der Schublade Freizeit und Reisen

Der Lustigkeitsfaktor (photocase.de © es.war.einmal..)Meine Liebste und ich waren gestern Abend im Kino, “Love Vegas” mit Cameron Diaz und Ashton Kutcher wurde gewählt; nachdem ich mich mit “Indiana Jones” bei der Liebsten nicht durchsetzen konnte… Nunja.
Aber ich muss sagen: trotz anfänglicher Skepsis bereue ich das nicht! Eine prima Komödie.

“Und Schatz? Wie fandest du den Film?”
“Super. Echt klasse, der war sehr witzig, Süße!”

“Habe ich ja gleich gesagt!”
“Jaaa doch… Da hast du mal sehr gut gewählt, ich gebe es ja zu…”

“Filme mit Cameron Diaz sind immer gut.”
“Aha…”

“Mit der ist der Lustigkeitsfaktor immer turmhoch wolkenwärts.”
“Was? Was hast du gerade gesagt??”

“Cameron Diaz ist…”
“Nein, nein, das andere, was war das noch??”

“Der Lustigkeitsfaktor.”
“Genau! Und was war das mit den Wolken??”

“Wolkenwärts. Turmhoch.”
“Was ist das denn jetzt plötzlich??”

“Wieso! Was soll das sein??”
“Was ist denn bitte ein Lustigkeitsfaktor wolkenwärts turmhoch??”

“Nein, es heißt Lustigkeitsfaktor turmhoch wolkenwärts.”
“Na gut, dann eben so! Und was soll das??”

“Wie meinst du das, versteht man doch, oder??”
“Kannst du nicht einfach sagen SUPER?? Wie andere Menschen auch??”

“Genau Schatz! Genau DAS ist ja das Problem!”
“Was jetzt! Verstehe ich nicht??”

“Dass alle immer sagen: SUPER! oder GEIL! oder so.”
“Und was ist daran jetzt das Problem, bitte??”

“Weil es langweilig ist, immer das Gleiche zu sagen.”
“Ähm…”

“Du fragst: wie wars? Ich antworte: Super. Toll. Klasse. Prima.”
“Soweit kann ich dir ja folgen, aber…”

“Und das ist doch langweilig!”
“Ähm, und deswegen hast du dir jetzt…”

“…habe ich mir eine außergewöhnliche Antwort ausgedacht.”
“Der Lustigkeitsfaktor ist wolkenhoch…”

“Turmhoch wolkenwärts.”
“Oh, entschuldige…”

“Gut, oder?”
“Naja, also, ich, ähm…”

“Noch Fragen?”
“Und wenn ich sage: Schatz, heute siehst du
super aus??”

“Geht so, aber das sagt ja jeder Kerl zu seiner Freundin.”
“Ah, und deswegen ist das langweilig, verstehe ich das richtig??”

“Genau!”
“Soso, aha… Sag mal, nimmst du irgendwelche Tabletten??”

“Wieso! Dir muss erst einmal was Besseres einfallen!”
“Schatz, du siehst heute atemberaubend und bezaubernd aus.”

“Nee. Das ist zu sehr geschleimt.”
“Aha. Schatz, du bist die schönste Frau auf der ganzen Welt.”

“Nee! Das ist ja wohl total übertrieben!”
“Ähm… Schatz, dein Schönheitsfaktor ist heute turmhoch wolkenwärts…”

“Nee! Das ist nachgeplappert! Das ist mein Spruch!”
“Dein Beauty-Quotient ist überragend
exzellent. Exponentiell gesehen.”

“So ein Quatsch!”
“Wieso das denn jetzt??”

“Das versteht ja keiner, so einen Fremdwort-Blödsinn!”
“Ach so?? Und ich dachte, das würde dir sicher gefallen…”

“Nee, tut es nicht!”
“Also ich fand´s lustig!”

“Du kannst mir ja nicht mal ein originelles Kompliment machen!”
“Na toll! Dir kann man es ja auch nie recht machen!”

“Das kommt aber nur, weil…”
“Ja?? Warum bitte!? Jetzt bin ich aber mal gespannt!”

“…weil dein Einschleimfaktor turmhoch wolkenwärts ist!”

Kopfschüttel…

28 Kommentare »

Nicht wieder so viel Unsinn!

5. Mai 2008, aus der Schublade Freizeit und Reisen

Nicht wieder so viel Unsinn! (photocase.de © judigrafie)Meine Liebste hat vor ein paar Monaten eine neue Freundin in Bremen gefunden.
Für heute haben die beiden Damen geplant, sich gegenseitig ihre männlichen Begleiter vorzustellen. Gleich soll es losgehen!

“Bist du fertig, Schatz?”
“Ja, Süße.”

“Und was ist mit dem Hemd?”
“Mit meinem Hemd? Was soll damit sein??”

“Willst du das wirklich an lassen?”
“Wieso, was ist denn damit??”

“Du hast so schöne Hemden, und dann ausgerechnet das!”
“Das ist eines meiner Lieblingshemden!”

“Wenigstens heute könntest du ja mal ein anderes anziehen.”
“Liebste, wir gehen ein Bier trinken und nicht in die Oper.”

“Ich möchte, dass Sandra einen guten Eindruck von dir kriegt.”
“Das wird voraussichtlich nicht an diesem Hemd scheitern.”

“Na schön, dann lass das eben an. Mir doch egal.”
“Danke.”

“Aber benimm dich wenigstens.”
“Wie bitte??”

“Du sollst dich heute Abend mal benehmen.”
“Soll das heißen, ich würde mich sonst nicht benehmen??”

“Ich sage es ja nur.”
“Und was heißt das jetzt genau??”

“Du sollst nicht wieder so viel Unsinn reden.”
“Na das sagt ja genau die Richtige…”

“Und keine Frauenwitze.”
“Ja, natürlich… Auch keine Blondinenwitze?”

“Ganz besonders keine Blondinenwitze!”
“Schade…”

“Schatz!”
“Jaja, ich werde keine Blondinenwitze machen. Wahrscheinlich.”

“Und auch keine Witze über Aerobic oder Body Pump.”
“Worüber?? Aerobic? BODY PUMP?? Was ist das denn??”

“Das ist neu.”
“Aha. Und Sandra und ihr Freund machen, ähm, Body Pump, ja?”

“Nein.”
“Sondern wer?”

“Ich.”
“DU?? Du machst Body Pump?? Was ist denn das!?”

“Das ist ein intensives Ganzkörpertraining im Fitnessstudio.”
“Also Aerobic.”

“Nein, bei Aerobic bewegt man sich zu Musik.”
“Und bei Body Pump??”

“Da bewegt man sich mit Hanteln zu Musik.”
“ACH SO! Klar, das ist natürlich ganz was anderes!”

“Siehst du! Genau sowas, das sollst du heute Abend lassen!”
“Aber Schatz! Seit wann gehst du denn in ein Fitnessstudio??”

“Noch nicht, aber ab nächste Woche. Mit Sandra zusammen.”
“Ihr beide?? Warum darf ich denn da nicht mit zum Body Pump?”

“Willst du denn mit?”
“Nein.”

Blödmann!”
“Haha!”

“Reiß dich heute Abend zusammen, ich will da nichts von hören!”
“Gut, schön, also keine Witze über Body Pump.”

“Und bohr nicht in der Nase oder Schmatzen oder so.”
“Na toll! Und warum soll ich dann überhaupt mitgehen??”

“Schatz!”
“Gut, kein Popeln, kein Schmatzen. Rülpsen auch nicht?”

“Nein.”
“Hm… Also mal anders gefragt: was darf ich denn?”

“Nichts. Am besten gar nichts machen.”
“Einfach nur schön still neben dir sitzen, ja?”

“Genau.”
“Und wenn die mich was fragen? Ich meine, das könnte passieren…”

“Dann antwortest du höflich, und nichts Schwachsinniges.”
“OK, das muss ich natürlich erst einmal üben. Frag mal was.”

“Ich?? Was soll ich dich denn fragen?”
“Egal, was man eben so fragt, wenn man sich das erste Mal trifft.”

“Hm… Gut, also: Machst du auch Sport?”
“Ich? Klar! Ich mache Body Pump.”

“Mann! Lügen darfst du auch nicht!”
“Nicht? Aber Schatz, so etwas musst du mir doch sagen!”

“Also nochmal: Machst du irgendwas an Sport?”
“Ja sicher, aber nicht oft, sonst werde ich zu dick.”

“Zu dick?? Was machst du denn für einen Sport?”
“Ritter Sport.”

“SCHATZ!!”
“Haha!!”

“Ich sehe schon, das geht bestimmt in die Hose heute…”
“Quatsch! Ich werde einen glänzenden Begleiter für dich abgeben.”

“Hoffentlich ist Sandras Freund ein Trottel.”
“Was?? Wieso denn das?”

“Dann passt ihr wenigstens gut zusammen!”

Kopfschüttel…

49 Kommentare »

Zu dick gewickelt

28. April 2008, aus der Schublade Freizeit und Reisen

Zu dick gewickelt (photocase.de © mathias the dread)Meine Liebste und ich sind mit Freunden zu einer Radtour verabredet.
Wir stehen bei allerschönstem Frühlingswetter bereits vor unserer Haustür, um auf die beiden zu warten, denn sie sind noch nicht da.
Aber ich bin mir sicher: es kann jeden Augenblick losgehen.

“Wo wollen wir denn eigentlich hinfahren?”
“Mal sehen, Süße. Müssen wir gleich mal besprechen.”

“Ich mache mir jetzt erst einmal die Klammern um die Hose.”
“Tu das.”

“Soll ich nur rechts oder auch links?”
“Wieso… Hast du denn zwei Klammern??”

“Ja, ich habe zwei, soll ich?”
“Warum nicht… Mach beide drum.”

[Meine Liebste legt sorgfältig beide Hosenklammern an.]

“Sieht das jetzt nicht komisch aus?”
“Naja… Ein bisschen vielleicht, aber wenn du erst…”

“Nee, das geht so nicht!”
“Also wenn du erst mal auf dem Fahrrad sitzt, dann…”

[Meine Liebste nimmt die linke Klammer wieder ab.]

“So, aber irgendwie sieht das immer noch doof aus…”
“Schatz, die sollst du ja auch nur zum Radfahren tragen, und nicht…”

“Ich nehme die andere auch ab, das gefällt mir nicht.”
“Aber…”

[Meine Liebste nimmt auch die rechte Klammer wieder ab.]

“Und jetzt?”
“Was und jetzt!”

“Jetzt mache ich mir beim Fahren bestimmt die Hose schmutzig!”
“Du hast ja auch die Klammern wieder abgenommen!”

“Ich könnte die Hose ja vielleicht auch hochkrempeln…”
“Ja, das könntest du natürlich…”

“Soll ich nicht?”
“Doch, mach. Hauptsache, du wirst mal fertig bald…”

[Meine Liebste krempelt ihre Hosenbeine bis zu den Knien hoch.]

“Und wie sieht das jetzt aus?”
“Alles gut, lass es jetzt so.”

“Ist das jetzt nicht zu dick gewickelt?”
“Nein, ist in Ordnung, alles gut. So geht´s.”

[Meine Liebste läuft zu dem Bäcker nebenan und schaut sich dort im spiegelnden Schaufenster an.]

“Ja, stimmt. Hose geht jetzt.”
“Na Gott sei Dank…”

“Aber die Schuhe gehen jetzt so nicht mehr!”
“Was?? Wieso, was ist denn jetzt mit den Schuhen??”

“Mit hochgekrempelter Hose sehen meine Füße so groß aus!”
“So ein Quatsch!”

“Doch, schau doch mal, wie groß die Schuhe jetzt sind!”
“Ich schätze, genauso groß wie vorher!”

“Wie machst du das denn eigentlich?”
“Meine Füße sind jeden Tag gleich groß.”

“Nein, ich meine doch, mit deiner Hose und der Kette?”
“Gar nichts. Bei mir wird da nichts schmutzig.”

“Und wieso dann bei mir??”
“Keine Ahnung, was du da immer machst!”

“Hätte ich mir doch besser gleich eine kurze Hose angezogen…”
“Schatz! Wir machen eine kleine Radtour, keine Tour de France!”

“Trotzdem muss man da ja nicht wie Hein Blöd aussehen.”
“Ich mag Hein Blöd.”

“Nee, du BIST Hein Blöd!”
“Pff! Aber du mit deinen Sieben-Meilen-Stiefeln!”

“Du bist so doof!”
“Habe ich mit dem Blödsinn angefangen? Nein!”

“Ich hätte besser eine andere Hose und andere Schuhe angez…”
“Quatsch! Jetzt hör auf damit!”

“Jaaa… Wo bleiben Nicole und Frank denn eigentlich?”
“Keine Ahnung, aber die kommen schon gleich.”

“Dann könnte ich ja noch mal hoch gehen.”
“Was! Jetzt?? Die kommen gleich, bleib hier!”

“Ich gehe eben schnell hoch.”
“Warum?? Du willst dich doch jetzt nicht ernsthaft noch umziehen??”

“Umziehen? Nee, wieso?”
“Aha. Und warum willst du dann jetzt noch mal nach oben?”

“Dann kann ich mir schnell noch die Beine eincremen!”

Kopfschüttel…

23 Kommentare »

Ich sehe alles

18. Februar 2008, aus der Schublade Freizeit und Reisen

Ich sehe alles (photocase.de © prokop)Meine Liebste und ich verbringen – Dank eines Schnäppchens von Ryanair – ein wundervolles verlängertes Wochenende im norwegischen Oslo.
Und die Stadt kann sich wirklich sehen lassen!
Hier sind wir also genau richtig und es gibt beim ersten Schlendern bereits viel zu entdecken.

“Ganz schön kalt hier, oder?”
“Ja Süße. Egal, wir sind ja schön warm angezogen.”

“Ich friere jetzt schon…”
“Wir sind doch aber gerade erst losgegangen??”

“Trotzdem, ich habe gar keine Strümpfe eingepackt…”
“Schau mal, da ist das Theater.”

“Wo?”
“Na da, direkt vor uns? Sieht doch aus wie ein Theater…”

“Ach ja.”
“Und dahinter ist auch die U-Bahn-Station.”

“Wo?”
“Da!”

“Ach ja…”
“Du solltest vielleicht mal deine Sonnenbrille absetzen…”

“Nee, ich sehe alles.”
“Guck mal, eine Eisbahn mitten in der Stadt!”

“Wo?”
“DA VORNE!”

“Ach ja…”
“Sag mal, was ist denn mit dir los??”

“Nichts, wieso?”
“Weil du anscheinend blind bist!”

“Quatsch, ich sehe hundertprozentig.”
“Also wenn ich dich nicht schon so lange kennen würde, dann…”

“Jajaja, sag mir einfach, wenn du was Tolles siehst.”
“Wie bitte??”

“Wenn du was Interessantes siehst, dann sag mir das.”
“Ja, rein akustisch habe ich das wohl verstanden, aber…”

“Mach einfach!”
“Ähm… Da ist ein riesiges Hard Rock Café…”

“Wo?”
“DA! Dadadadada!! Da links!!”

“Ach ja, das sieht gut aus, wollen wir da mal rein?”
“Vielleicht gehen wir besser erst bei einem Optiker vorbei??”

“Was soll ich da denn??”
“Eine Brille mit sehr hohen Korrekturwerten vielleicht??”

“Nee, dann lass uns lieber Schuhe kaufen gehen.”
“Jetzt?? Das kommt überhaupt gar nicht in Frage!”

“Wäre aber besser, dann sehe ich auch wieder was.”
“Wenn wir Schuhe kaufen gehen??”

“Ja.”
“Ähm… Schatz! Wir sind gerade angekommen und da willst du…”

“Du verstehst das nicht, ich kann dann wieder alles sehen.”
“Wenn du neue Schuhe hast??”

“Ja.”
“Und wieso??”

“Weil ich, wenn ich Schuhe ohne Absätze hätte, nicht die ganze Zeit auf das Kopfsteinpflaster hier schauen müsste!”

Kopfschüttel…

38 Kommentare »

Schätzungsweise 2.356

23. Januar 2008, aus der Schublade Freizeit und Reisen

Schätzungsweise 2.356 (photocase.de © Accela)Meine Liebste und ich schlendern durch die Bremer Einkaufsstraße und schauen uns Schaufenster an; Tchibo, Nokia, Roland-Schuhe, L´TUR, und so weiter. Mein Aufwand, die Liebste vom Betreten jedes Geschäftes abzuhalten, ist beachtlich…

“Lass uns mal bei Thalia nach Reiseführern gucken, ja?”
“Und wofür brauchen wir jetzt einen Reiseführer, Süße?”

“Nur so, die kann man immer gebrauchen.”
“Ah… Dann können wir ja auch 100 Brötchen kaufen.”

“Wofür denn 100 Brötchen??”
“DIE kann man auch immer brauchen!”

“Das ist doch Blödsinn!”
“Und wofür willst du einen Reiseführer, wenn wir gar nicht verreisen??”

“Wer sagt, dass wir nicht verreisen??”
“Habe ich was verpasst, oder was?? Wohin verreisen wir, bitte??”

“Wo möchtest du denn hin?”
“Ich möchte jetzt nirgendwo hin!”

“Du möchtest nicht mit mir in Urlaub fahren?”
“Doch, aber…”

“Dann können wir doch auch einen Reiseführer kaufen!?”
“Aber Schatz, dazu müssten wir doch wenigstens wissen, wohin!”

“Wieso?”
“Was heißt denn wieso??”

“Wenn wir einen Reiseführer finden, kann man da doch mal hin?”
“Aber so haben wir ja noch nie einen Urlaub geplant!”

“Jetzt habe ich mal eine Idee und das passt dem Herrn nicht!”
“Liebste, da gibt es schätzungsweise 2.356 Reiseführer bei Thalia!”

“Na und?”
“Ja willst du die alle erst durchlesen oder wie??”

“Wir können ja erst alle aus dem Bereich Karibik raussuchen.”
“Karibik??”

“Da haben die bestimmt was.”
“Wieso denn Karibik??”

“Weil da im April sehr gutes Wetter ist.”
“April?? Wieso bloß werde ich das Gefühl nicht los, dass du…”

“Habe ich so gehört.”
“Gehört, ja klar! Ich glaube eher, dass du schon längst…”

“Ich will doch nur einen Reiseführer über Punta Cana oder so!”
“Das geht mir schon wieder alles viel zu schnell!”

“Wenn ich mich nicht immer darum kümmern würde, dann…”
“Ach so! Waren wir die letzten Jahre im Urlaub oder nicht!?”

“Doch, waren wir.”
“Also.”

“Aber noch nie auf Punta Cana.”
“Da will ich auch nicht hin!”

“Genau deswegen will ich einen Reiseführer über Punta Cana.”
“Weil ich da nicht hin will??”

“Wenn wir erst den Reiseführer haben, dann willst du auch hin!”

Kopfschüttel…

33 Kommentare »

Sei doch nicht so unflexibel!

19. Dezember 2007, aus der Schublade Freizeit und Reisen

Sei doch nicht so unflexibel! (photocase.de © Krissi3012)Meine Liebste und ich wollen uns mit Freunden auf dem Bremer Weihnachtsmarkt treffen, um gemeinsam ein paar Leckereien zu futtern, Lumumba zu trinken und natürlich auch um zu quatschen. Es verspricht, ein netter Abend zu werden! Wir sitzen aber noch zu Hause.

“Es wird langsam Zeit, Schatz. Wir müssen los…”
“Ja, Süße. Aber wieso die Eile? ”

“Weil wir in 20 Minuten da sein müssen.”
“Oh… OK, und wo treffen wir uns denn auf dem Weihnachtsmarkt?”

“Pff! Weiß ich doch nicht?”
“Wie bitte??”

“Das musst du doch wohl wissen.”
“Warum ich denn??”

“Was hast du denn mit Michael abgesprochen?”
“Ich?? Nichts! Ich habe gar nicht mit Michael gesprochen!”

“Aber Simone hat gesagt, ihr regelt das?”
“Aber DU hast doch mit Simone telefoniert, warum…”

“Wir wollten das nicht ganz über eure Köpfe hinweg entscheiden.”
“Was! Wo wir uns treffen??”

“Wir haben nur die Zeit abgemacht, sonst nichts.”
“Aha. Na toll! Ja und jetzt???”

“Ruf Michael doch einfach an?”
“Das ist ja echt wieder nach meinem Geschmack!”

“Kann ich doch nichts dafür, wenn ihr das vergesst!”
“Ich wusste doch aber gar nichts davon!”

“Das stimmt nicht! Ich habe dir gesagt, ruf Michael an.”
“Aber du hast nicht gesagt, warum!”

“Ich dachte, das würde er dir dann schon am Telefon sagen.”
“Schatz! Das ist ja wohl nicht dein ernst!”

“Klar, jetzt bin ich wieder schuld!”
“Ja, das bist du auch!”

“Nur weil ihr Männer euch immer drauf verlasst!”
“So? Und worauf verlassen wir uns?”

“Dass wir Frauen immer alles organisieren.”
“Tut ihr ja auch, besonders Simone und du!”

“Was soll das denn heißen, Simone und ich??”
“Weil ihr immer alles plant und wir da nichts zu sagen haben.”

“Aber dieses Mal wollten wir doch, dass ihr auch was plant!”
“Oh! Da bedanke ich mich vielmals, Gnädigste!”

“Man sieht ja, was rauskommt, wenn man euch was überlässt…”
“Vielleicht hätten die Damen mal einen Ton sagen können?”

“Vielleicht hätten die Herren mal Interesse zeigen können?”
“Und was genau willst du damit jetzt sagen?”

“Dass du ohne mich mal wieder total aufgeschmissen wärst.”
“Nur weil ich nicht weiß, wo wir uns auf dem Weihnachtsmarkt treffen??”

“Ohne Simone und mich gäbe es ja gar kein Treffen.”
“Richtig! Danke! Dann rufe ich Michael jetzt also mal an.”

“Und was willst du ihm dann sagen?”
“Wir werden einen Treffpunkt vereinbaren, was sonst.”

“Und wo?”
“Ich dachte, wir sollen das entscheiden?”

“Aber ich kann doch mal fragen?”
“Na schön, am Bremer Stadtmusikanten-Denkmal.”

“Wieso denn da?”
“Ja wieso denn nicht??”

“Da ist es immer so voll.”
“Na und??”

“Warum nicht in der Lloyd-Passage bei Gosch?”
“Da ist es ja noch viel voller!”

“Aber dafür ist es viel wärmer.”
“Schatz! Das entscheiden Michael und ich!”

“Aber ich werde doch wohl ein paar Wünsche äußern dürfen!”
“Darfst du nicht.”

“Sei doch nicht so unflexibel!”
“Soll ich das nun in die Hand nehmen oder nicht!?”

“Nein.”
“Wieso denn jetzt Nein??”

“Weil das nur wieder in die Hose geht.”
“Sag mal, du spinnst ja wohl! Gib mir das Telefon!”

“Nee! Das behalte ich!”
“Schatz, gib mir sofort das Telefon!”

“Nein!”
“Wie soll ich denn dann Michael anrufen??”

“Versprich erst, dass du nicht die Stadtmusikanten nimmst!”
“Und jetzt nehme ich erst recht die Stadtmusikanten!”

“Dann gebe ich dir auch nicht das Telefon!”
“Gib her!”

“NEIN!”
“GIB!”

“NIEMALS!”

[Die nun folgende Szene könnte spektakulärer kaum sein! Man sieht einen vom Sofa aufspringenden Kopfschüttler, der sich auf seine Liebste stürzt.
Das Telefon befindet sich hinter dem Rücken der Liebsten und wird erstaunlich standhaft von ihr verteidigt. Selbst ins Ohr pusten, Kitzeln in den Kniekehlen und in die Nase beißen fördern es nicht zutage.]

“Siehste, du kriegst das Telefon nicht!”
“Na schön. Also gut. Und jetzt?”

“Lloyd-Passage bei Gosch. Was anderes geht nicht.”
“Liebste, du weißt, ich liebe dich… Aber warum denn unbedingt da…”

“Weil das Plan B ist.”
“Plan B? Was ist denn nun wieder Plan B??”

“Von Simone und mir, falls ihr das wieder nicht hinkriegt!”

Kopfschüttel…

34 Kommentare »

Gefällt Dir dieser Blog?

Kopfschüttel Ratgeber »





Blog der Woche