Da ist alles schief gelaufen

29. August 2007, aus der Schublade Freizeit und Reisen

Da ist alles schief gelaufen (photocase.de © Pdapapada)Meine Liebste und ich fallen uns in die Arme und freuen uns sehr: denn wir waren zwei Tage wegen einer Geschäftsreise der Liebsten nach Prag voneinander getrennt.
Und wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen!

“Endlich wieder zuhause, puh…”
“Ja Süße, stell doch die Tasche ab.”

“Ich muss erst einmal was trinken.”
“Wie war es denn? Alles gut gelaufen?”

“Die Veranstaltung schon, die war gut…”
“Aber?”

“Was aber?”
“Ja was war nicht gut?”

“Ach so! Der Flug.”
“So? Was war denn?”

“Ich bin zu spät am Flughafen gewesen zum Rückflug.”
“Aber verpasst hast du den Flieger doch nicht?”

“Natürlich nicht, sonst wäre ich ja jetzt nicht hier!”
“Und was ist passiert?”

“Ich war erst 45 Minuten vor Abflug da.”
“Ähm… Ist der Flughafen in Prag so groß?”

“Nö, wieso?”
“Naja eine Dreiviertelstunde??”

“Viel zu spät.”
“War der Check-in so voll?”

“Check-in? Nö. Musste ich gar nicht hin.”
“Wie jetzt! Du musstest nicht einchecken??”

“Hatte ich doch schon in Hamburg gemacht!”
“Ach so… Ja, und wo war jetzt das Problem?”

“Da ist alles schief gelaufen.”
“Aber… Das verstehe ich jetzt nicht!?”

“Genau, das verstehst du nicht.”
“Wie bitte?? Ich wollte doch nur wissen, warum du…”

“Jaaa, aber dann regst du dich nur wieder auf.”
“Also warum war es denn nun zu spät?”

“Weil ich noch was erledigen musste.”
“Auf dem Prager Flughafen??”

“Ja.”
“Und was??”

“Ich wollte noch mein Parfum kaufen.”
“Am Flughafen?”

“Im Duty-free, ja.”
“Ach und da hast du dann deine Zeit vertrödelt?”

“Ich habe sie nicht vertrödelt sondern ich war gezwungen.”
“Gezwungen? Von wem??”

“Von dir.”
“VON MIR??”

“Ja, weil du mir ja keins gekauft hast!”
“Ach und wo steht, dass ich das kaufen sollte??”

“Das hättest du ja wohl merken können!”
“Ich prüfe doch nicht täglich deine zwanzig Parfumflaschen!”

“Wenn es nur das wäre…”
“Was soll denn das jetzt wieder heißen??”

“Was für ein Parfum trage ich denn meistens?”
“Ähm…”

[Ich hätte es wissen müssen... Aus diesem Grund werde ich wohl auch niemals Schachgroßmeister werden; mir unterlaufen einfach zu viele Flüchtigkeitsfehler. Einmal nicht aufgepasst, und schon schnappt die Falle zu. Manchmal beneide ich meine Liebste: gnadenlos nutzt sie jede Chance, um mir meine Türme und Läufer abzunehmen und mich von jetzt auf gleich Schachmatt zu setzen...]

“Also?”
“Tja… Meinst du das teure?”

“Ja, das. Und wie heißt es?”
“Ist das nicht dieser französische Name?”

“Blödmann!”
“Es liegt mir auf der Zunge…”

“Da wird es wohl nicht mehr lange zu leben haben!”
“Also schön, ich habe es vergessen! Darf ich jetzt weiterleben?”

“Und deswegen musste ich in den Duty-free.”
“Ja, ähm… Verstehe. Und das hat so lange gedauert?”

“Nein.”
“Nein?”

“Nein. Aber ich hatte dann kein Kleingeld.”
“Da bezahlt man doch aber nicht mit Kleingeld!?”

“Im Duty-free nicht, aber aufm Klo.”
“Ach so, da warst du auch noch?”

“Klar! Im Flugzeug gehe ich nicht auf Klo.”
“Aha… Ja, hätte ich auch selbst drauf kommen können…”

“Und woher soll ich wissen, wie viele Kronen man da gibt…”
“Also das hat dann auch noch gedauert und dann war es zu spät, ja?”

“Zu spät? Nee.”
“Schatz. WAS WAR DENN NUN EIGENTLICH!”

“Am Gate war ich nicht die erste, die einsteigen konnte.”
“Na und?”

“Da waren schon bestimmt, ähm, hundert Leute vor mir.”
“Und mit denen bist du dann eingestiegen?”

“Ja, fast als letzte, ist das nicht schrecklich?”
“Aber du hattest doch einen festen Sitzplatz, oder?”

“Natürlich, wieso?”
“WAS WAR DENN DANN JETZT SO SCHLIMM??”

“Das sagte ich doch schon!”
“Aber du bist doch pünktlich im Flieger gewesen??”

“Ja, aber da waren ganz viele andere vor mir.”
“NA UND!? IST DAS NICHT TOTAL EGAL??”

“Nein.”
“Himmel!! Warum denn??”

“Weil da waren dann schon alle Frauenzeitschriften weg!”

Kopfschüttel…

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Nee, so nicht!

5. August 2007, aus der Schublade Freizeit und Reisen

Nee, so nicht! (photocase.de © Alex-)Meine Liebste und ich nutzen das schöne Wetter und liegen an einem kleinen und wenig bekannten Bremer Deichsee im Gras.
Ein echter Geheimtipp; schon verwunderlich, dass dieses schöne Fleckchen Erde noch nicht von Sonnenanbetern und Badefreudigen überrannt wird…

“Dass hier nie Leute sind, verstehst du das?”
“Nein Süße. Das wundert mich auch.”

“Vielleicht ist der See vergiftet?”
“Glaube ich nicht; das ist ein Regenüberlaufbecken.”

“Es regnet doch gar nicht?”
“Sehr gut beobachtet Schatz, jetzt wo du es sagst…”

“Kein Mensch hier.”
“Außer uns.”

“Ja.”
“Gut, was?”

“Hast du Hunger?”
“Nein.”

“Ich habe uns Brote gemacht.”
“Sehr gut, vielleicht später, danke.”

“Da ist Käse bei.”
“Sehr gut, aber jetzt will ich nicht.”

“Aber die Sachen werden doch warm in der Sonne!”
“Gleich, Schatz, gleich.”

“Die müssen wir jetzt essen.”
“Herrgott ja, dann gib schon her.”

“Du musst ja nicht, ich meine ja nur!”
“Ich möchte Salami.”

“Ich habe aber nur eins mit Salami gemacht.”
“Und? Darf ich das nicht essen?”

“Für dich hatte ich eigentlich Käse vorgesehen.”
“Na gut, dann gib mir das mit Käse.”

“Naja, ich könnte auch Käse essen, dann kriegst du Salami.”
“Nein, egal, gib mir einfach das Käsebrot.”

“Hmhhmmhmmm…”
“Was ist?”

“Du freust dich ja gar nicht.”
“Was??”

“Na ich schmiere Brote für uns und alles und…”
“Das ist auch eine tolle Sache, ich freue mich.”

“Sonst isst du doch auch immer Käse.”
“Wenn ich es mir recht überlege, wäre mir Käse auch lieber.”

“Eben aber nicht!”
“Schon, aber da hatte ich nicht darüber nachgedacht.”

“Worüber?”
“Was ich eigentlich am liebsten hätte.”

“Eben, und du hast einfach irgendwas gesagt. Salami nämlich.”
“Schatz, ich möchte gerne dein leckeres Käsebrot.”

“Aber nur mit Tomate.”
“Tomate?”

“Ja, die habe ich nicht draufgelegt, damit die nicht so wässern.”
“Na schön, dann nehme ich auch eine Tomate dazu.”

“Möchtest du auch Salz?”
“Ja. Gerne.”

“Ach, das ist ja blöd jetzt…”
“Blöd? Wieso blöd??”

“Salz habe ich nicht eingepackt…”
“Warum fragst du mich denn dann danach??”

“Das frage ich doch immer, wenn wir Tomaten essen?”
“Aber wenn du doch gar kein… Egal, ganz ruhig bleiben…”

“Zuviel Salz ist sowieso ungesund.”
“Ja. Sicher. Kriege ich jetzt mein Brot? Bitte?”

“Und die Tomate?”
“Ja doch, gib mir auch eine Tomate.”

“Welche denn?”
“Herrgott, irgendeine!”

“Nee, so nicht!”
“Was??”

“Ich stehe in der Küche und muss mich hier anmaulen lassen!”
“Inzwischen hätte ich längst selbst Tomaten anbauen können!”

“Und das Salz? Wie hättest du das selber gemacht?”
“Einfach nach drei Stunden Schwitzen den Arm ablecken.”

“Das ist ja ekelig!”
“Aber es funktioniert.”

“Bäh! Da kann einem ja der ganze Appetit vergehen!”
“Aha. Also möchtest du das Salamibrot nicht mehr?”

“Doch!”
“Können wir dann jetzt essen?”

“Ja. Obwohl du doof bist.”
“Ich werde es in meinen Memoiren erwähnen…”

“Sehr witzig. Hier, dein Käsebrot. Und die Tomate.”
“Danke Schatz.”

“Sag mal, reicht dir ein Käsebrot überhaupt?”
“Nö.”

“Immer hast du was zu meckern!”

Kopfschüttel…

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Schön anlehnen

4. Juli 2007, aus der Schublade Freizeit und Reisen

Schön anlehnenMeine Liebste und ich stehen an der Kinokasse, Ocean´s 13 soll es heute werden.
Wie immer sind wir natürlich viel zu spät, da meine Liebste zuhause noch ihre “Haare machen” musste…
Nunja. Kommt ja immer noch reichlich Werbung vorweg. Ich bin endlich dran.

“Was ist denn los?”
“Süße, die Dame hier sagt, die Kuschelplätze sind schon alle weg.”

“Was??”
“Sie sagt, die Kuschelplätze seien schon alle weg.”

“Ja, das habe ich verstanden, ich bin ja nicht doof.”
“Nee, aber taub.”

“Ich will doch aber die Kuschelplätze haben!”
“Die sind aber weg, kann ich doch nichts dafür.”

“Und jetzt?”
“Sollen wir Loge links nehmen?”

“Sieht man denn da gut?”
“Woher soll ich das wissen! Wird schon gehen.”

“Ich wollte aber doch mit dir schön kuscheln.”
“Ja… So ein Pech jetzt…”

“Oder nicht?”
“Doch, Schatz, doch…”

“Bei den Kuschelplätzen kann man sich so schön anlehnen.”
“Ja, und mir das ganze Popcorn auf die Hose schütten!”

“Das war doch nur ein Mal und nur aus Versehen…”
“Wenn man davon absieht, dass du mich lautstark ausgelacht hast…”

“Haha! Und dein Gesicht dazu, da konnte ich einfach nicht…”
“Schön Schatz! Die Frau da wartet, soll ich jetzt Loge nehmen?”

“Ich will aber Kuschelsitze.”
“Sag mal, was soll denn das jetzt! Ich nehme die Logenplätze.”

“Nee!”

[Ich drehe mich zu der jungen Frau hinter der Kinokasse um und lächele ihr leicht gequält zu. Ebenso gequält freundlich lächelt sie zurück. Ihr Blick ist einer dieser Blicke, die mehrere Bedeutungen haben können:
Sie nerven mich, gehen Sie doch nach Hause. Sie beide sind wirklich das dümmste Pärchen unter der Sonne. Warum stehen die bloß ausgerechnet an meiner Kasse an? So ein hübscher Kerl, was will der nur mit so einer Verrückten? Und so weiter...]

“Ich hatte mich so auf Kuschelplätze gefreut.”
“Und was heißt das jetzt?? Sollen wir jetzt nicht mehr ins Kino??”

“Doch, darum sind wir ja hier.”
“Was nölst du denn dann hier so rum??”

“Entschuldigung? Können Sie da nicht noch was machen?”

[Die junge Frau hinter der Kasse verzieht bei der Frage der Liebsten keine Miene. Es sind diese unbeschreibbaren Sekundenbruchteile, innerhalb derer sich die Blicke zweier Frauen treffen, die sich eigentlich nichts zu sagen haben. Nach einer kurzen Pause antwortet die Dame, dass es ihr sehr leid täte, aber da sei nichts zu machen.]

“Hm…”
“Schatz, wenn wir den Film sehen wollen, dann…”

“Na gut, dann eben die normalen Plätze.”
“Endlich…”

“Aber wir könnten auch in Shrek Teil 3 gehen!”
“Nein!”

“Frag mal, ob da vielleicht noch Kuschelplätze…”
“NEIN! NEIN! NEIN!”

“Na gut, dann nicht!”
“Mann, Mann, was für ein Stress…”

“Wir gehen dann aber anschließend schnell nach Hause, ja?”
“Was? Wieso?”

“Dann können wir auf unserem Sofa noch kuscheln!”

Kopfschüttel…

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Aber nicht oft!

20. Juni 2007, aus der Schublade Freizeit und Reisen

Aber nicht oft! (photocase.de © sdaniel)Meine Liebste und ich haben durch Zufall eine uns bislang unbekannte Zeitschrift entdeckt, Titel: “Urlaub perfekt!”.
Die Liebste liebt Urlaube. Daher liegt sie nun bequem auf unserem Sofa und verschlingt diese neue Zeitung rund um das Reisen. Ich… konsumiere derweil die Flimmerkiste…

“Schatz?”
“Ja Süße?”

“Wusstest du, dass man in Afrika bei den Elefanten zelten kann?”
“Ähm… Nein.”

“Interessant, was?”
“Ja, naja…”

-

“Schatz?”
“Ja, was denn?”

“Wusstest du, dass es bei Expedia ein Sommerhoroskop gibt?”
“Wozu das denn bitte??”

“Man kann sich vorhersagen lassen, wo man hinfahren sollte.”
“Aha… Schön… Du, ich möchte die Sendung da sehen.”

“Den Blödsinn da?”
“Ja Schatz, den Blödsinn da, wenn du erlaubst…”

-

“Du Schatz?”
“Was ist denn!? Hat Istanbul ein neues Fladenbrot erfunden??”

“Fladenbrot? Wieso Fladenbrot?”
“Ach, vergiss es… Was willst du denn nun schon wieder?”

“Haben wir uns im Urlaub schon mal gestritten?”
“Schatz, ich möchte jetzt wirklich den Film da sehen…”

“Nun sag doch mal! Haben wir?”
“Ja. Wir haben.”

“Echt?”
“Aber nicht oft, soweit ich mich erinnern kann.”

“Was war denn??”
“Deine Aktion Liege-am-Strand-wollen, obwohl es keine Liegen gab.”

“Ach das…”
“Ja, genau! Jeder Mann mit Herzfehler hätte das nicht überlebt…”

“Das war doch aber nur, weil…”
“Bitte nicht noch einmal das Ganze!”

“Hier in der Zeitschrift steht, dass wir falsch Urlaub machen.”
“Ach! Waren die dabei, oder was? Ist mir gar nicht aufgefallen!”

“Nein, aber die haben da Tipps für den Traumurlaub zu zweit.”
“Steht da auch, wie man seiner Liebsten ein Pflaster auf den Mund klebt?”

“Nein, davon steht hier nichts…?”
“Damit fehlt dann wohl das Wichtigste.”

“Soll ich nicht weiter erzählen?”
“Nein.”

“Doch!”
“Aber du hast mich doch gefragt!”

“Aber ich dachte, dass du Ja sagst!”
“Himmel! Nun sag schon, was denn…”

“Also, hier steht: vermeiden Sie Reisestress vor der Reise.”
“Und?”

“Das finde ich richtig.”
“Ja, und was machen wir da jetzt falsch?”

“Nichts, wieso?”
“Schatz! Du hast gesagt, wir würden falsch Urlaub machen!”

“Ach so… Nein, nein.”
“Was NEIN??”

“Wir planen falsch.”
“Unser letzter Urlaub war ein Strandurlaub, was gibt´s da zu planen?”

“Wir hätten da ruhig mehr unternehmen können.”
“Wer hat denn immer gesagt: ich will aber braun werden! Du oder ich??”

“Hier steht, dass jeder abwechselnd einen Urlaubstag planen soll.”
“Warum?”

“Damit jeder mal bestimmen darf, was gemacht wird.”
“Dann wärst du in unserem Urlaub aber nur halb so braun geworden.”

“Wieso?”
“Weil bei mir kein ewiges Rumliegen am Strand dabei gewesen wäre.”

“Sondern?”
“Keine Ahnung, weiß ich jetzt nicht… Irgendwas anderes eben.”

“Siehst du!”
“Sehe ich was?”

“Du hast keinen schönen Urlaub mit mir gehabt!”
“Wie kommst du denn jetzt darauf?”

“Wenn du lieber was ganz anderes gemacht hättest?”
“Keine Sorge, es war alles in Ordnung.”

“So geht es cirka 80 Prozent aller Urlaubspaare.”
“Was? Dass alles in Ordnung ist?”

“Hier steht, dass sich 80 Prozent aller Paare im Urlaub streiten.”
“Aber wir haben uns doch im Urlaub gar nicht gestritten!?”

“Das war nur Glück.”
“Bitte?? NUR GLÜCK!?”

“Den nächsten Urlaub planst du!”
“Wieso! Du hast doch eben gesagt, dass…”

“Wenn dir mein Programm zu langweilig ist, bitte sehr!”
“Das habe ich doch gar nicht gesagt!”

“Du kannst jeden einzelnen Tag planen, so wie du willst.”
“Moment, ich dachte, jeder soll abwechselnd…”

“Richtig.”
“Aber warum soll ich denn dann alle Tage alleine planen??”

“Ich habe den letzten Urlaub geplant, du den nächsten…”
“Ja und??”

“Macht unterm Strich für jeden die Hälfte!”

Kopfschüttel…

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Was dir so gefällt

11. Juni 2007, aus der Schublade Freizeit und Reisen

Was dir so gefällt (photocase.de © tomby)Meine Liebste und ich liegen in unserem schönen Freibad am Osterdeich unmittelbar neben dem Weserstadion.
Die Wassertemperatur beträgt 21 Grad, die Lufttemperatur 32 Grad und diese Kombination hat offenbar mehr badende Gäste angelockt, als das Freibad wirklich verkraften kann.
Wir sonnen uns wie Makrele an Makrele.

“Ganz schön voll hier, da sind mehr Leute als Wasser im Becken.”
“Ja Liebste. Habe ich ja gleich gesagt, dass es rappelvoll wird.”

“Aber ich finde es trotzdem schön hier.”
“Ja Schatz. Sehr schön.”

“Gibt’s hier eigentlich auch Eis?”
“Klar, da hinten im Bistro Crossini.”

“Wo?”
“Na da hinten, wo die hundert Leute Schlange stehen.”

“Soll ich?”
“Also für mich nicht, danke.”

“Wieso denn nicht?”
“Ach ich weiß nicht, nee…”

“Du isst doch sonst immer eins?”
“Ja schon, aber jetzt eben nicht.”

“Verstehe ich nicht…”
“Hol dir halt selbst eins und mir ne Sprite und dann ist alles gut, ja?”

“Na ich doch sowieso nicht! Das geht ja gar nicht!”
“Ähm… Aber du wolltest doch Eis holen, oder nicht?”

“Ja schon, aber doch nicht für mich!”
“Und warum nicht?”

“Schau dir mal an, wie ich aussehe!”
“Was? Wie? Wie siehst du denn aus?”

“Hier ist es dick und da und hier und da auch.”
“So ein Quatsch!”

“Doch, guck mal hier, wenn man hier zusammendrückt, dann…”
“Schatz! Was soll ICH denn sagen!”

“Du?? Bei dir quillt aber nicht alles raus.”
“Ach, aber bei dir oder was?”

“Natürlich, hier!”
“Schatz, du bist nicht zu dick, hör auf jetzt!”

“Guck mal, die da.”
“Was? wer? Wo?”

“Na die da in dem roten Bikini, die ist schlank.”
“Naja, aber…”

“So würde ich auch gerne aussehen, guck mal, die hat einen ganz flachen Bauch.”
“Schatz! Die ist gerade mal 14 Jahre alt, wenn´s hoch kommt!”

“Wieso! Kennst du die etwa?”
“Nein, natürlich nicht.”

“Das will ich dir auch geraten haben!”
“Die ist viel zu dürre, du bist genau richtig.”

“Genau richtig?? Das heißt doch, ich bin zu dick!”
“Nein, aber ich mag es, wenn an einer Frau ein bisschen was dran ist.”

“Das sagst du erst, seit ich so fett geworden bin!”
“Nein, das sage ich schon immer, und jetzt nerv mich nicht!”

“Also stimmt es.”
“Es stimmt was?”

“Dass ich dick bin.”
“Nein, aber du bist doof, das stimmt!”

“Zeig mal, was dir so gefällt.”
“Was jetzt? An dir?”

“Nein, welches Mädel, meine ich. Hier gibt’s ja genug.”
“Och Schatz! Jetzt soll ich mir andere Frauen anschauen, oder was?”

“Nur so zur Einschätzung. Los, mach. Wie ist die da?”
“Zu dünn.”

“Quatsch! Und wie ist es mit der da an der Rutsche?”
“Ist das eine Frau?”

“Ja, natürlich ist das eine Frau!”
“Aber die hat doch gar keinen Busen, weil sie viel zu dünn ist.”

“Du schaust den Frauen auf den Busen?”
“Ich sollte gucken, hast du doch gesagt!”

“Aber doch nicht auf den Busen!”
“Oh entschuldige, und wohin sonst?”

“Immer dasselbe, auf den Bauch natürlich!”
“Na schön, also Bauch, bitte sehr! Die da hinten.”

“Wer? Wo? Was ist mit der!?”
“Die hat eine schöne Figur, finde ich, sehr lecker…”

“Wen meinst du denn, ich sehe ja gar nichts!”
“Die da mit der roten Kappe. Neben dem Sprungturm.”

“Aber… DAS IST DOCH DER BADEMEISTER!”
“Uups, mein Fehler…”

“Du bist so doof!”
“Hol dir jetzt ein Eis und sei still, ist ja nicht zum aushalten…”

“Nein, ich muss noch einmal schwimmen gehen.”
“Du musst?”

“Ja, ich habe eben nur 500 Meter geschafft, zwanzig Bahnen.”
“Wann? Als wir eben zusammen schwimmen waren?”

“Ja, ich hatte zwanzig Bahnen.”
“Aber…”

“Das reicht nicht, ich muss noch mal zwanzig machen.”
“Schatz, ich meine…”

“Du könntest ruhig auch mal noch ein paar Bahnen ziehen!”
“Jetzt warte…”

“Hätte ich nicht gedacht, dass 500 Meter so anstrengend sind.”
“Schatz!”

“Was denn??”
“Das ist ein 50 Meter-Becken!”

“50 Meter? Aber das heißt ja…”
“Richtig.”

“…ich habe 1.000 Meter gemacht!”
“Eben.”

“Das ist ja super! Ein ganzer Kilometer!”
“Ja Schatz. Aber wir können gerne noch einmal…”

“Nee, also 1.000 reicht ja wohl!”
“Aber eben hast du doch gesagt, weil du doch angeblich…”

“1.000 Meter! Ich bin ganz schön gut, was?”
“Ja doch, sehr gut, aber noch ein paar Bahnen können nicht schaden…”

“Ach was! 1.000 Meter! Ich hol mir jetzt ein Eis.”

Kopfschüttel…

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Frauentausch

19. Mai 2007, aus der Schublade Freizeit und Reisen

Frauentausch (photocase.de © macgyver)Meine Liebste und ich sitzen nebeneinander auf unserem Sofa in einer Art und Weise, die man der Öffentlichkeit nicht zeigen könnte.
Wir tragen Schlabberhosen, Tüte Haribo liegt auf dem Tisch, zwei Flaschen Becks Lemon warten auf den Verzehr. Zu alledem noch eine braune Wolldecke mit Katzenmuster über den Beinen.
Brad Pitt und Angelina Jolie würden sich sicher über uns totlachen…

“Du Schatz?”
“Ja Süße?”

“Heute kommt Frauentausch im Fernsehen.”
“Ach wirklich? Davon stand gar nichts in meinem Horoskop…”

“Gucken wir das?”
“Nein. Also ich zumindest nicht.”

“Und warum nicht?”
“Weil ich das doof finde, das weißt du doch.”

“Neulich hast du aber darüber gelacht.”
“Nein, ich habe nicht gelacht, ich habe mich darüber lustig gemacht.”

“Wo ist denn da der Unterschied?”
“Ich habe darüber gelacht, wie schwachsinnig diese Sendung ist.”

“Finde ich nicht. Stell dir mal vor, wir würden da mitmachen.”
“Das möchte ich mir lieber nicht vorstellen…”

“Wo ich dann wohl hin käme…”
“Schatz. Bei uns wäre Frauentausch total langweilig.”

“Wieso?”
“Weil wir keine Kinder haben oder einen Bauerhof oder ähnliches.”

“Na und?”
“Ja was sollte denn eine Tauschmama hier bei uns bitte machen?”

“Hm…”
“Eben. Nichts. – Was kommt denn noch in der Flimmerkiste?”

“Meinst du damit, dass es bei uns total langweilig ist?”
“Ja. Nein! Ich meine, für die Frauentausch-Zuschauer schon.”

“Du findest unser Leben also langweilig.”
“Nein Schatz, das hast du jetzt falsch verstanden…”

“So? Meinst du dann, andere fänden unser Leben langweilig?”
“Naja… Ich meine bei Frauentausch geht es doch um…”

“Ich bin überhaupt nicht langweilig!”
“Das habe ich doch auch gar nicht gesagt!”

“Wenn ich langweilig für dich bin, dann sag es ruhig!”
“So ein Blödsinn!”

“Das würdest du schon merken, wenn hier eine andere…”
“Was würde ich dann merken?”

“Dass ich nicht langweilig bin!”
“Herrgott, ich kann das Wort schon nicht mehr hören…”

“Dann sag so etwas auch nicht.”
“Ich habe NIE behauptet, dass du langweilig bist.”

“Aber gedacht.”
“Nein!”

“Ich wäre ja beim Frauentausch nicht hier, sondern woanders.”
“Das stimmt.”

“Denen würde ich es aber zeigen!”
“Das kann ich mir lebhaft vorstellen…”

“Und du müsstest es hier mit einer langweiligen Kuh aushalten.”
“Eben! Und das interessiert keinen! Das sage ich ja die ganze Zeit!”

“Ach! Und wenn das so eine tolle blonde Powerfrau mit riesen Dingern wäre, dann wäre es wieder interessant?”
“Für die Zuschauer vielleicht, kann sein?”

“Klar! Und dir wäre das natürlich völlig egal!”
“Schatz! Ich will dich doch gar nicht eintauschen!”

“Wirklich nicht?”
“Nein!”

“Du bist so langweilig!”

Kopfschüttel…

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Helmut guckt schon

16. Mai 2007, aus der Schublade Freizeit und Reisen

Helmut guckt schon (photocase.de © WalC1)Meine Liebste und ich verbringen mal wieder einen Abend in der Tanzschule Renz, Bronze-Kurs.
Die Vorgeschichte kann man hier im Blog nachlesen, mittlerweile ist es schon unsere zehnte Tanzstunde; und wir sind richtig gut!

“Aua!”
“Oh, habe ich dich getreten? Entschuldige, Süße.”

“Nein, du hast mich nicht getreten. Meine Schuhe drücken.”
“Ich habe dir gleich gesagt, dass du die erst einlaufen sollst.”

“Jive ist aber auch mit so viel Getrappel.”
“Getrappel??”

“Hoffentlich kommt gleich Foxtrott oder Rumba oder…”
“Aua!”

“Was denn?”
“Jetzt hast du mich getreten!”

“Das war aber nicht meine Schuld!”
“Ach so! Dann war es wohl MEINE Schuld, oder was?”

“Ich wusste nicht, dass du einen Platzwechsel machen willst.”
“Soll ich das nächste Mal vielleicht ein Schild hoch halten??”

“Nein, aber führen würde schon reichen.”
“Ich führe doch, aber du lässt mich ja nicht!”

“Jawohl lasse ich dich! Mist, jetzt sind wir raus…”
“Gut, fangen wir wieder an.”

[Wir gehen zurück in die Ausgangsposition.]

“Helmut muss auch denken, dass wir doof sind.”
“Helmut? Wieso?”

[Helmut ist unser wirklich ausgezeichneter Tanzlehrer, der sich über uns stets köstlich amüsiert. Ich denke, dass er uns mag...
Und das ist schlecht, weil er uns daher ständig im Auge behält.]

“Der guckt schon, schau mal.”
“Dann reiß dich zusammen, sonst kommt er gleich.”

“Aua!”
“Ja Schatz, ich wollte starten!”

“Ich war aber noch nicht so weit!”
“Entschuldige, aber ich dachte, ich soll führen?”

“Aber doch nicht so!”
“Jawohl so!”

“Mist, also noch einmal.”
“Ich kann dir auch mit links ein Zeichen geben?”

“Helmut hat aber gesagt, dass die Herren mit rechts führen.”
“Na gut, dann eben mit rechts.”

“Kein Wunder, dass du nicht so gut führen kannst.”
“Wie bitte?? ich führe ausgezeichnet!”

“Kannst du ja gar nicht, das verstehe ich auch.”
“Was? Was verstehst du?”

“Na, weil du doch Linkshänder bist.”
“Was hat denn das damit zu tun?”

“Du kannst eben mit rechts nicht so gut führen.”
“Helmut hat auch gesagt, dass sich die Damen FÜHREN LASSEN sollen.”

“Ich mache doch, was du willst?”
“Kann ich das bitte schriftlich haben?”

“Jetzt lass uns tanzen, sonst ist das Lied gleich vorbei.”

[Wir starten und tanzen Jive, was das die Tanzfläche hergibt.
Voreinander, nebeneinander, hin und her, vor und zurück.
Es muss göttlich aussehen.]

“Das sieht voll blöd aus.”
“Was? Wer?”

“Na wir! Eher du.”
“Warum denn ich?? Läuft doch super!”

“Du machst viel zu große Schritte mit links.”
“Ich mache Rück-Platz, Seit und Seit, so wie wir es gelernt haben.”

“Außerdem stehen wir gar nicht richtig in Tanzrichtung.”
“Schatz! ich will hier tanzen und nicht Architektur studieren.”

“Aua!”
“Was ist denn jetzt wieder??”

“Du hast auf meinen Ring gedrückt!”
“Was habe ich??”

“Du hast meine Hand so fest gedrückt!”
“Ich muss dich doch fest halten, wenn wir hier hin und her schleudern.”

“Aber nicht so doll!”
“Tut mir leid, warum nimmst du den Ring nicht einfach ab?”

“Den nehme ich nicht ab.”
“Und warum nicht?”

“Weil der schick ist.”
“So wie deine Schuhe?”

“Soll ich die vielleicht auch ausziehen??”
“Ja und den Rest auch. Dann kommt Helmut bestimmt gleich rüber…”

“Sehr witzig, Schatz, wirklich sehr witzig.”
“Aua!”

“Was denn??”
“Du hast mir absichtlich auf den Fuß getreten!”

“Hast du ja auch verdient!”
“Ich rufe Helmut, wenn du das noch einmal machst!”

“Ruf ihn doch! Was willst du ihm denn sagen?”
“Ich sage ihm nichts, ich frage ihn was.”

“Und was?”
“Ob man hier mal die Dame tauschen kann!”

“Pff! Mit wem willst du denn hier lieber tanzen, bitte??”
“Mit seiner Assistentin.”

“Na die wird sich bedanken!”
“Wieso? Die freut sich bestimmt, wenn ich…”

“…wenn du ihr auf die Füße trittst, wolltest du wohl sagen?”
“Nein, wollte ich nicht, ich wollte… AUA!”

“Du tanzt mit mir! Und mit sonst keiner! KLAR?”
“Ahh, mein Fuß…”

“Hör auf, so zu humpeln! Ist ja peinlich!”
“Aber du hast mir doch…”

[In diesem Moment entdecken wir Helmut, der sich neben uns gestellt hat und uns fragend ansieht. Dabei hat er dieses fiese kleine Grinsen im Gesicht und man spürt förmlich, dass ihm gleich seine Standardfrage für solche Momente über die Lippen quillt, ob man denn auch klarkomme oder ob er behilflich sein könne.
Bevor er jedoch etwas sagen kann, kommt ihm die Liebste zuvor.]

“Alles klar hier, macht großen Spaß! Kein Problem!”
“Schatz, ich würde gerne eine kleine Pause…”

“Wir müssen nur den Platzwechsel noch üben, stimmt´s Schatz?”
“Ja, ähm, stimmt, ja… Danke Helmut, wir kommen klar…”

“Helmut, kann man hier auch mal die Herren tauschen?”
“Meiner ist kaputt.”

Kopfschüttel…

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So sind nun mal die Regeln!

8. Mai 2007, aus der Schublade Freizeit und Reisen

So sind nun mal die Regeln! (photocase.de © wombatonline)Meine Liebste und ich sitzen im Wohnzimmer an unserem Esstisch und spielen eine Runde “Mensch ärgere dich nicht”.
Da die Liebste keiner Fliege etwas zu Leide tun kann und auch sonst ein herzensguter Mensch ist, macht das Spiel große Freude…

“Ha! Und Zack! Und ab ins Häuschen! Du bist erledigt!”
“Danke Süße…”

“Du musst den Pott frei machen!”
“Ja, ich weiß.”

“So, und jetzt brauche ich eine Sechs… JAAAA! Eine Sechs!”
“Mist…”

“Wir sollten viel öfter spielen…”
“Nee, danke.”

“Was denn?? Nur, weil ich mal gewinne?”
“Das wäre ja OK, aber dein dauerndes Indianergeschrei nervt!”

“Uh bu bu bubu bu huuuu!”
“Schatz! Das nervt! Los, würfel endlich.”

“Siehst du das? Siehst du das? HIER! POING!!!”

[Meine Liebste hat eine Zwei gewürfelt. Dummerweise ermöglicht ihr das den Rauswurf meiner letzten auf dem Spielbrett verbliebenen Figur. Die Liebste nimmt ihren eigenen Kegel, hebt ihn an, zieht damit mehrere Schleifen durch die Luft und stürzt sich dann wie Spiderman auf meinen armen Kerl in Blau, der mit einem Elefantentritt vom Brett gefegt wird und irgendwo drei Meter weiter polternd hinter dem Sofa landet.]

“Toll gemacht, Schatz…”

“Ich liebe Mensch ärgere dich nicht! Und dich!”
“Das sieht man…”

“Stell dich nicht so an, du kannst bloß nicht verlieren.”
“Kann ich wohl! Aber das hier ist eher eine Hinrichtung…”

“So? Ach was! Weil ich so nett bin, hole ich deine Figur wieder.”
“Das ist sehr großzügig von dir, Frau Feldherrin.”

[Meine Liebste steht auf, räuspert sich einmal kurz, zieht ihre Ritterrüstung gerade und marschiert zum Sofa.]

“So, hier isser. Da. Zufrieden?”
“Danke Schatz. Wenn ich dich nicht hätte…”

“Du bist dran. Du brauchst eine Sechs.”
“Ach tatsächlich! Das wusste ich gar nicht?!”

“Warum bist du denn so gereizt?”
“Ich weiß selber, dass ich eine Sechs brauche!”

“Ich wollte dir doch nur helfen?”
“Du könntest mir ja mal eine Chance geben und nicht alles raushauen.”

“Nee, das darf man nicht! Wenn man rausschmeißen kann, dann muss man auch!”
“Wo steht das?”

“Das haben wir früher immer so gespielt.”
“Wer? Du und Attila, der Hunnenkönig?”

“Nö, meine Familie und ich. Wer ist denn Attila?”
“Ach, der hat früher auch ein paar Spiele mit eigenen Regeln gespielt…”

“Mensch ärgere dich nicht?”
“Nicht ganz…”

“Würfelst du jetzt oder gibst du auf?”
“Aufgeben! Pff…! Ich würfele, Schatz, ich würfele…”

[Und wie es der Zufall so will, bekomme ich eine Sechs. Und noch eine. Und eine Drei. Macht neun Felder vorrücken; und wer steht auf diesem Feld? Richtig, Frau Attila mit einem ihrer Soldaten; den ich mit stiller Genugtuung schlicht und leise in das heimische Häuschen schiebe... ]

“Mann!”
“Was ist?”

“Voll doof, der war schon fast drin!”
“Na und? Pech gehabt!”

“Du hast da bestimmt irgendwas gedreht.”
“Bitte?? Ich habe gewürfelt und sonst nichts!”

“Du hast aber den Würfel nur so leicht dahingeschoben!”
“Ich habe gewürfelt!”

“Würfeln ist, den Würfel zu werfen, nicht hinzulegen!”
“Willst du damit andeuten, ich würde betrügen?”

“Bei uns früher war das nicht erlaubt, so zu würfeln.”
“Ach nee! Und was war die Strafe dafür, bitte schön?”

[Meine Liebste nimmt ihre von mir soeben geschlagene Figur, hebt diese an, zieht damit mehrere Schleifen durch die Luft und haut meinen blauen Kameraden erneut mit einem riesigen Stoß vom Brett.
Und wo landet er? Natürlich.]

“So!”
“Sag mal, du spinnst ja wohl!”

“Tut mir leid, aber so sind nun mal die Regeln!”
“Ich habe doch gar nichts gemacht!”

“Du hast nicht richtig gewürfelt.”
“Das ist kein Grund, das halbe Spiel durchs Wohnzimmer zu werfen!”

“Mecker nicht, hol lieber deine Figur wieder.”
“DAS kannst du machen! Du hast sie ja auch weggeschossen!”

“Ich würde ja gerne, aber das geht nicht.”
“Ich denke schon, sonst spiele ich nicht weiter!”

“Du musst aber die Figur jetzt holen, tut mir ja leid, ehrlich.”
“Und wieso MUSS ICH jetzt??”

“Weil wir das früher auch immer so gespielt haben!”

Kopfschüttel…

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Halt!

24. April 2007, aus der Schublade Freizeit und Reisen

Halt!Meine Liebste und ich wollen das schöne Wetter nutzen und endlich mal wieder raus in die sonnige Natur. Was gibt es da schöneres, als eine herrliche Radtour rund um den Werdersee.
Luft auf die Reifen, und los geht´s!

“Ist an meinem Fahrrad noch alles in Ordnung?”
“Soweit ich sehen kann, ist alles gut, Süße.”

“Prima, dann können wir ja los!”
“Ja. Hast du eigentlich Geld dabei?”

“Nö, du?”
“Nein, ich habe mein Portmonee oben gelassen.”

“Egal, wir brauchen ja auch keins. Ich brauche nur dich!”
“Na schön, obwohl… So ganz ohne Geld?”

“Mann, es ist ganz schön warm so in der Sonne…”
“Du wolltest Sonne, hier ist Sonne.”

“Bin ich da nicht zu warm angezogen?”
“Habe ich dir ja gleich gesagt!”

“Warte, ich ziehe meine Jacke eben aus.”
“Hättest du ja auch zuhause lassen können.”

“Nee, ich binde mir die um… So, siehste?”
“Wunderbar Schatz. Können wir jetzt?”

[Meine Liebste und ich radeln los. Und kommen ca. 200 Meter weit.]

“So im Wind ist es doch ziemlich kalt, oder?”
“Ach was. Es ist super.”

“Halt!”

[Meine Liebste bremst, steigt ab und zieht sich ihre Jacke wieder an. Ich stehe derweil an eine Laterne gelehnt und sehe mir das Schauspiel geduldig an.]

“So, nun können wir weiter!”
“Alles gut jetzt? Warm genug und alles?”

“Ja, alles fein mein Schatz.”
“Lass uns da hinten rechts fahren und dann Erdbeerbrücke.”

[Meine Liebste und ich radeln weiter. Und kommen ca. 500 Meter weit.]

“Halt!”
“Was ist denn jetzt schon wieder??”

“Die Jacke die wedelt so im Wind, das geht nicht.”
“Dann mach sie doch einfach zu!”

“Das ist mir dann aber zu warm.”
“Ja und jetzt??”

“Ich ziehe sie wieder aus.”

[Meine Liebste bremst, steigt ab und zieht sich ihre Jacke wieder aus. Ich stehe derweil an einem Stromkasten gelehnt und sehe mir das Spielchen geduldig an.]

“So, nun können wir weiter!”
“Alles gut jetzt? Auch nicht zu kalt oder so?”

“Ja, alles gut.”
“Gut, dann… Wirklich??”

“Ja, wirklich.”
“Schön, also dann da hinten links den Radweg runter in die Kleingärten.”

[Meine Liebste und ich radeln weiter. Und kommen ca. 300 Meter weit.]

“Halt!”
“Es darf nicht wahr sein… WAS ist denn nun los?”

“Ich glaube, ich habe meine Hose an der Kette eingesaut.”
“Dann klemm sie doch in deine Socke!”

“Na das sieht ja wohl total doof aus.”
“Ja und jetzt??”

“Ich krempel´die hoch, Moment…”

[Ich steige derweil ab, setze mich auf eine Bank am Werdersee und betrachte meine Liebste geduldig.]

“So, nun können wir weiter!”
“Das glaube ich nicht.”

“Doch, ehrlich!”
“Das hast du eben auch schon gesagt…”

“Aber jetzt wirklich.”
“Bist du ganz sicher?”

“Ja, komm jetzt.”
“Hm… Also dann weiter und gleich rechts Richtung Café Sand.”

“Kaffee trinken? Wir sind doch gerade erst losgefahren!”
“Ach tatsächlich?? Nein, ich will da nur die Schleife fahren, sonst nichts.”

[Meine Liebste und ich radeln weiter. Und kommen ca. 900 Meter weit.]

“Halt!”
“Nein, nein, nein, nein!”

“Doch, ich muss mal.”
“Das ist jetzt nicht dein ernst…”

“Ich kann doch auch nichts dafür, oder?”
“Nein, aber ich.”

“Wieso du?”
“WEIL ICH DICH MITGENOMMEN HABE!”

“Jetzt sei doch nicht so, ich gehe schnell im Café Sand.”

[Meine Liebste bremst am Steg des Café Sand, steigt ab und drückt mir ihr Fahrrad in die Hand.]

“Ich bin in 5 Minuten wieder da!”
“Toll. Und was mache ich in der Zwischenzeit?”

“Bestell uns doch eine Apfelschorle, ist doch schön hier!”
“Ähm, Schatz, wir haben kein Geld dabei, du erinnerst dich?”

“Na du wirst doch hier wohl jemanden kennen?”
“Ich?? Hier?? Und dann?”

“Na dann leihst du dir einfach ein bisschen Geld.”
“Sag mal, bei dir piept´s wohl!”

“Warum meckerst du mich denn an??”
“Ganz tolle Radtour Schatz, GANZ TOLL!”

“War doch bisher alles super! Ich nehme eine große Schorle.”

Kopfschüttel…

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Der Andere kann drücken

15. Februar 2007, aus der Schublade Freizeit und Reisen

Der Aandere kann drückenMeine Liebste und ich haben gemeinsam mitten in der Woche einen Tag frei.
Super! Gemeinsam frühstücken, plaudern, auf dem Sofa kuscheln.
Und was fängt man dann noch an? Richtig, man riskiert mal einen Blick auf eine Mittagstalkshow auf Sat1.

“Die Britt macht das auch schon ganz schön lange…”
“Ja Süße. Und die Talkshows sind noch genau so, wie vor 10 Jahren.”

“Das stimmt nicht.”
“Wieso? Das Thema da habe ich schon tausendmal gesehen.”

“Ach, ich dachte, du guckst so was gar nicht?”
“Nein, gewöhnlich nicht, aber ab und zu zappt man ja so…”

“Du bist doch tagsüber nie da?”
“Nein, aber wenn man mal krank ist. Was soll man sonst schauen.”

“Bei Britt ist das aber anders.”
“Was?”

“Da gibt es das Entscheidungstor.”
“Entscheidungstor?”

“Ja, da steht einer drin und der Andere kann drücken.”
“Um was zu tun?”

“Dann geht das Tor zu und derjenige ist weg.”
“Ähm… Verzeihst du mir Ja/Nein? So was in der Art?”

“Genau! Das gab es früher nicht.”
“Was für ein Blödsinn.”

“Wieso? Ich finde das gut.”
“Das siehst du nicht mehr so, wenn du selbst in dem Tor stehst.”

“Ich stehe doch da nicht!”
“Ja und wenn doch?”

“Und du müsstest drücken?”
“Genau! Ich entscheide ob Tür auf oder Tür zu.”

“Zu was für einer Frage denn??”
“Na ob ich dir das alles verzeihe.”

“Was denn verzeihen?? Ich mache doch gar nichts!”
“Du hast unsere Fernbedienung kaputt gemacht.”

“Habe ich nicht!”
“Und ob! Erst hast du sie mir einfach weggenommen und dann hast du sie nach mir geworfen!”

“Ich wollte dich aber gar nicht treffen, Schatz.”
“Ach so! Na fein! Du hättest sie ja gar nicht erst werfen müssen!”

“Und du hättest sie nicht auf mich richten brauchen.”
“Das ist aber kein guter Grund jetzt!”

“Wohl! Schließlich wolltest du mich damit umschalten.”
“Nein, ich wollte dich nur leiser stellen. Stummschaltung. Temporär…”

“Tja, das geht aber nicht. Pech für dich. Ich rede weiter.”
“Einen Versuch war es wert…”

“Ich dachte, du unterhältst dich gerne mit mir??”
“Das tue ich ja auch. Normalerweise.”

“Und warum wolltest du mich dann ausschalten?”
“Weil du mir den Unterschied zwischen Hypothese und Hypotenuse erklären wolltest!”

“Ach und das darf ich nicht?”
“Schatz! Das war der größte Blödsinn, den ich je gehört habe!”

“Ich hatte früher Mathe-Leistungskurs. Ich mag Dreiecke.”
“Schön, aber das kann man doch nicht mit einer Hypothese vergleichen!”

“Klingt doch aber so ähnlich!”
“Ja schon, aber…”

“Wieso? Man könnte auch die Kathete mit katholisch vergleichen.”
“Um Himmels Willen! Wo sind meine Tabletten…”

“Was machst du da?”
“Ich drücke auf den Knopf.”

“Was für ein Knopf? Das ist die Tischkerze!”
“Ich hoffe, dass dadurch schnell das Entscheidungstor zu geht…”

“Das, wo ich drin stehe?”
“Ja.”

“Na dann mach doch!”
“Geht leider irgendwie nicht…”

“Kann ja auch nicht.”
“So? Und warum?”

“Weil nur Frauen wissen, wie man Männer ausschaltet.”

Kopfschüttel…

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Da ist alles schief gelaufen

29. August 2007, aus der Schublade Freizeit und Reisen

Da ist alles schief gelaufen (photocase.de © Pdapapada)Meine Liebste und ich fallen uns in die Arme und freuen uns sehr: denn wir waren zwei Tage wegen einer Geschäftsreise der Liebsten nach Prag voneinander getrennt.
Und wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen!

“Endlich wieder zuhause, puh…”
“Ja Süße, stell doch die Tasche ab.”

“Ich muss erst einmal was trinken.”
“Wie war es denn? Alles gut gelaufen?”

“Die Veranstaltung schon, die war gut…”
“Aber?”

“Was aber?”
“Ja was war nicht gut?”

“Ach so! Der Flug.”
“So? Was war denn?”

“Ich bin zu spät am Flughafen gewesen zum Rückflug.”
“Aber verpasst hast du den Flieger doch nicht?”

“Natürlich nicht, sonst wäre ich ja jetzt nicht hier!”
“Und was ist passiert?”

“Ich war erst 45 Minuten vor Abflug da.”
“Ähm… Ist der Flughafen in Prag so groß?”

“Nö, wieso?”
“Naja eine Dreiviertelstunde??”

“Viel zu spät.”
“War der Check-in so voll?”

“Check-in? Nö. Musste ich gar nicht hin.”
“Wie jetzt! Du musstest nicht einchecken??”

“Hatte ich doch schon in Hamburg gemacht!”
“Ach so… Ja, und wo war jetzt das Problem?”

“Da ist alles schief gelaufen.”
“Aber… Das verstehe ich jetzt nicht!?”

“Genau, das verstehst du nicht.”
“Wie bitte?? Ich wollte doch nur wissen, warum du…”

“Jaaa, aber dann regst du dich nur wieder auf.”
“Also warum war es denn nun zu spät?”

“Weil ich noch was erledigen musste.”
“Auf dem Prager Flughafen??”

“Ja.”
“Und was??”

“Ich wollte noch mein Parfum kaufen.”
“Am Flughafen?”

“Im Duty-free, ja.”
“Ach und da hast du dann deine Zeit vertrödelt?”

“Ich habe sie nicht vertrödelt sondern ich war gezwungen.”
“Gezwungen? Von wem??”

“Von dir.”
“VON MIR??”

“Ja, weil du mir ja keins gekauft hast!”
“Ach und wo steht, dass ich das kaufen sollte??”

“Das hättest du ja wohl merken können!”
“Ich prüfe doch nicht täglich deine zwanzig Parfumflaschen!”

“Wenn es nur das wäre…”
“Was soll denn das jetzt wieder heißen??”

“Was für ein Parfum trage ich denn meistens?”
“Ähm…”

[Ich hätte es wissen müssen... Aus diesem Grund werde ich wohl auch niemals Schachgroßmeister werden; mir unterlaufen einfach zu viele Flüchtigkeitsfehler. Einmal nicht aufgepasst, und schon schnappt die Falle zu. Manchmal beneide ich meine Liebste: gnadenlos nutzt sie jede Chance, um mir meine Türme und Läufer abzunehmen und mich von jetzt auf gleich Schachmatt zu setzen...]

“Also?”
“Tja… Meinst du das teure?”

“Ja, das. Und wie heißt es?”
“Ist das nicht dieser französische Name?”

“Blödmann!”
“Es liegt mir auf der Zunge…”

“Da wird es wohl nicht mehr lange zu leben haben!”
“Also schön, ich habe es vergessen! Darf ich jetzt weiterleben?”

“Und deswegen musste ich in den Duty-free.”
“Ja, ähm… Verstehe. Und das hat so lange gedauert?”

“Nein.”
“Nein?”

“Nein. Aber ich hatte dann kein Kleingeld.”
“Da bezahlt man doch aber nicht mit Kleingeld!?”

“Im Duty-free nicht, aber aufm Klo.”
“Ach so, da warst du auch noch?”

“Klar! Im Flugzeug gehe ich nicht auf Klo.”
“Aha… Ja, hätte ich auch selbst drauf kommen können…”

“Und woher soll ich wissen, wie viele Kronen man da gibt…”
“Also das hat dann auch noch gedauert und dann war es zu spät, ja?”

“Zu spät? Nee.”
“Schatz. WAS WAR DENN NUN EIGENTLICH!”

“Am Gate war ich nicht die erste, die einsteigen konnte.”
“Na und?”

“Da waren schon bestimmt, ähm, hundert Leute vor mir.”
“Und mit denen bist du dann eingestiegen?”

“Ja, fast als letzte, ist das nicht schrecklich?”
“Aber du hattest doch einen festen Sitzplatz, oder?”

“Natürlich, wieso?”
“WAS WAR DENN DANN JETZT SO SCHLIMM??”

“Das sagte ich doch schon!”
“Aber du bist doch pünktlich im Flieger gewesen??”

“Ja, aber da waren ganz viele andere vor mir.”
“NA UND!? IST DAS NICHT TOTAL EGAL??”

“Nein.”
“Himmel!! Warum denn??”

“Weil da waren dann schon alle Frauenzeitschriften weg!”

Kopfschüttel…

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Nee, so nicht!

5. August 2007, aus der Schublade Freizeit und Reisen

Nee, so nicht! (photocase.de © Alex-)Meine Liebste und ich nutzen das schöne Wetter und liegen an einem kleinen und wenig bekannten Bremer Deichsee im Gras.
Ein echter Geheimtipp; schon verwunderlich, dass dieses schöne Fleckchen Erde noch nicht von Sonnenanbetern und Badefreudigen überrannt wird…

“Dass hier nie Leute sind, verstehst du das?”
“Nein Süße. Das wundert mich auch.”

“Vielleicht ist der See vergiftet?”
“Glaube ich nicht; das ist ein Regenüberlaufbecken.”

“Es regnet doch gar nicht?”
“Sehr gut beobachtet Schatz, jetzt wo du es sagst…”

“Kein Mensch hier.”
“Außer uns.”

“Ja.”
“Gut, was?”

“Hast du Hunger?”
“Nein.”

“Ich habe uns Brote gemacht.”
“Sehr gut, vielleicht später, danke.”

“Da ist Käse bei.”
“Sehr gut, aber jetzt will ich nicht.”

“Aber die Sachen werden doch warm in der Sonne!”
“Gleich, Schatz, gleich.”

“Die müssen wir jetzt essen.”
“Herrgott ja, dann gib schon her.”

“Du musst ja nicht, ich meine ja nur!”
“Ich möchte Salami.”

“Ich habe aber nur eins mit Salami gemacht.”
“Und? Darf ich das nicht essen?”

“Für dich hatte ich eigentlich Käse vorgesehen.”
“Na gut, dann gib mir das mit Käse.”

“Naja, ich könnte auch Käse essen, dann kriegst du Salami.”
“Nein, egal, gib mir einfach das Käsebrot.”

“Hmhhmmhmmm…”
“Was ist?”

“Du freust dich ja gar nicht.”
“Was??”

“Na ich schmiere Brote für uns und alles und…”
“Das ist auch eine tolle Sache, ich freue mich.”

“Sonst isst du doch auch immer Käse.”
“Wenn ich es mir recht überlege, wäre mir Käse auch lieber.”

“Eben aber nicht!”
“Schon, aber da hatte ich nicht darüber nachgedacht.”

“Worüber?”
“Was ich eigentlich am liebsten hätte.”

“Eben, und du hast einfach irgendwas gesagt. Salami nämlich.”
“Schatz, ich möchte gerne dein leckeres Käsebrot.”

“Aber nur mit Tomate.”
“Tomate?”

“Ja, die habe ich nicht draufgelegt, damit die nicht so wässern.”
“Na schön, dann nehme ich auch eine Tomate dazu.”

“Möchtest du auch Salz?”
“Ja. Gerne.”

“Ach, das ist ja blöd jetzt…”
“Blöd? Wieso blöd??”

“Salz habe ich nicht eingepackt…”
“Warum fragst du mich denn dann danach??”

“Das frage ich doch immer, wenn wir Tomaten essen?”
“Aber wenn du doch gar kein… Egal, ganz ruhig bleiben…”

“Zuviel Salz ist sowieso ungesund.”
“Ja. Sicher. Kriege ich jetzt mein Brot? Bitte?”

“Und die Tomate?”
“Ja doch, gib mir auch eine Tomate.”

“Welche denn?”
“Herrgott, irgendeine!”

“Nee, so nicht!”
“Was??”

“Ich stehe in der Küche und muss mich hier anmaulen lassen!”
“Inzwischen hätte ich längst selbst Tomaten anbauen können!”

“Und das Salz? Wie hättest du das selber gemacht?”
“Einfach nach drei Stunden Schwitzen den Arm ablecken.”

“Das ist ja ekelig!”
“Aber es funktioniert.”

“Bäh! Da kann einem ja der ganze Appetit vergehen!”
“Aha. Also möchtest du das Salamibrot nicht mehr?”

“Doch!”
“Können wir dann jetzt essen?”

“Ja. Obwohl du doof bist.”
“Ich werde es in meinen Memoiren erwähnen…”

“Sehr witzig. Hier, dein Käsebrot. Und die Tomate.”
“Danke Schatz.”

“Sag mal, reicht dir ein Käsebrot überhaupt?”
“Nö.”

“Immer hast du was zu meckern!”

Kopfschüttel…

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Schön anlehnen

4. Juli 2007, aus der Schublade Freizeit und Reisen

Schön anlehnenMeine Liebste und ich stehen an der Kinokasse, Ocean´s 13 soll es heute werden.
Wie immer sind wir natürlich viel zu spät, da meine Liebste zuhause noch ihre “Haare machen” musste…
Nunja. Kommt ja immer noch reichlich Werbung vorweg. Ich bin endlich dran.

“Was ist denn los?”
“Süße, die Dame hier sagt, die Kuschelplätze sind schon alle weg.”

“Was??”
“Sie sagt, die Kuschelplätze seien schon alle weg.”

“Ja, das habe ich verstanden, ich bin ja nicht doof.”
“Nee, aber taub.”

“Ich will doch aber die Kuschelplätze haben!”
“Die sind aber weg, kann ich doch nichts dafür.”

“Und jetzt?”
“Sollen wir Loge links nehmen?”

“Sieht man denn da gut?”
“Woher soll ich das wissen! Wird schon gehen.”

“Ich wollte aber doch mit dir schön kuscheln.”
“Ja… So ein Pech jetzt…”

“Oder nicht?”
“Doch, Schatz, doch…”

“Bei den Kuschelplätzen kann man sich so schön anlehnen.”
“Ja, und mir das ganze Popcorn auf die Hose schütten!”

“Das war doch nur ein Mal und nur aus Versehen…”
“Wenn man davon absieht, dass du mich lautstark ausgelacht hast…”

“Haha! Und dein Gesicht dazu, da konnte ich einfach nicht…”
“Schön Schatz! Die Frau da wartet, soll ich jetzt Loge nehmen?”

“Ich will aber Kuschelsitze.”
“Sag mal, was soll denn das jetzt! Ich nehme die Logenplätze.”

“Nee!”

[Ich drehe mich zu der jungen Frau hinter der Kinokasse um und lächele ihr leicht gequält zu. Ebenso gequält freundlich lächelt sie zurück. Ihr Blick ist einer dieser Blicke, die mehrere Bedeutungen haben können:
Sie nerven mich, gehen Sie doch nach Hause. Sie beide sind wirklich das dümmste Pärchen unter der Sonne. Warum stehen die bloß ausgerechnet an meiner Kasse an? So ein hübscher Kerl, was will der nur mit so einer Verrückten? Und so weiter...]

“Ich hatte mich so auf Kuschelplätze gefreut.”
“Und was heißt das jetzt?? Sollen wir jetzt nicht mehr ins Kino??”

“Doch, darum sind wir ja hier.”
“Was nölst du denn dann hier so rum??”

“Entschuldigung? Können Sie da nicht noch was machen?”

[Die junge Frau hinter der Kasse verzieht bei der Frage der Liebsten keine Miene. Es sind diese unbeschreibbaren Sekundenbruchteile, innerhalb derer sich die Blicke zweier Frauen treffen, die sich eigentlich nichts zu sagen haben. Nach einer kurzen Pause antwortet die Dame, dass es ihr sehr leid täte, aber da sei nichts zu machen.]

“Hm…”
“Schatz, wenn wir den Film sehen wollen, dann…”

“Na gut, dann eben die normalen Plätze.”
“Endlich…”

“Aber wir könnten auch in Shrek Teil 3 gehen!”
“Nein!”

“Frag mal, ob da vielleicht noch Kuschelplätze…”
“NEIN! NEIN! NEIN!”

“Na gut, dann nicht!”
“Mann, Mann, was für ein Stress…”

“Wir gehen dann aber anschließend schnell nach Hause, ja?”
“Was? Wieso?”

“Dann können wir auf unserem Sofa noch kuscheln!”

Kopfschüttel…

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Aber nicht oft!

20. Juni 2007, aus der Schublade Freizeit und Reisen

Aber nicht oft! (photocase.de © sdaniel)Meine Liebste und ich haben durch Zufall eine uns bislang unbekannte Zeitschrift entdeckt, Titel: “Urlaub perfekt!”.
Die Liebste liebt Urlaube. Daher liegt sie nun bequem auf unserem Sofa und verschlingt diese neue Zeitung rund um das Reisen. Ich… konsumiere derweil die Flimmerkiste…

“Schatz?”
“Ja Süße?”

“Wusstest du, dass man in Afrika bei den Elefanten zelten kann?”
“Ähm… Nein.”

“Interessant, was?”
“Ja, naja…”

-

“Schatz?”
“Ja, was denn?”

“Wusstest du, dass es bei Expedia ein Sommerhoroskop gibt?”
“Wozu das denn bitte??”

“Man kann sich vorhersagen lassen, wo man hinfahren sollte.”
“Aha… Schön… Du, ich möchte die Sendung da sehen.”

“Den Blödsinn da?”
“Ja Schatz, den Blödsinn da, wenn du erlaubst…”

-

“Du Schatz?”
“Was ist denn!? Hat Istanbul ein neues Fladenbrot erfunden??”

“Fladenbrot? Wieso Fladenbrot?”
“Ach, vergiss es… Was willst du denn nun schon wieder?”

“Haben wir uns im Urlaub schon mal gestritten?”
“Schatz, ich möchte jetzt wirklich den Film da sehen…”

“Nun sag doch mal! Haben wir?”
“Ja. Wir haben.”

“Echt?”
“Aber nicht oft, soweit ich mich erinnern kann.”

“Was war denn??”
“Deine Aktion Liege-am-Strand-wollen, obwohl es keine Liegen gab.”

“Ach das…”
“Ja, genau! Jeder Mann mit Herzfehler hätte das nicht überlebt…”

“Das war doch aber nur, weil…”
“Bitte nicht noch einmal das Ganze!”

“Hier in der Zeitschrift steht, dass wir falsch Urlaub machen.”
“Ach! Waren die dabei, oder was? Ist mir gar nicht aufgefallen!”

“Nein, aber die haben da Tipps für den Traumurlaub zu zweit.”
“Steht da auch, wie man seiner Liebsten ein Pflaster auf den Mund klebt?”

“Nein, davon steht hier nichts…?”
“Damit fehlt dann wohl das Wichtigste.”

“Soll ich nicht weiter erzählen?”
“Nein.”

“Doch!”
“Aber du hast mich doch gefragt!”

“Aber ich dachte, dass du Ja sagst!”
“Himmel! Nun sag schon, was denn…”

“Also, hier steht: vermeiden Sie Reisestress vor der Reise.”
“Und?”

“Das finde ich richtig.”
“Ja, und was machen wir da jetzt falsch?”

“Nichts, wieso?”
“Schatz! Du hast gesagt, wir würden falsch Urlaub machen!”

“Ach so… Nein, nein.”
“Was NEIN??”

“Wir planen falsch.”
“Unser letzter Urlaub war ein Strandurlaub, was gibt´s da zu planen?”

“Wir hätten da ruhig mehr unternehmen können.”
“Wer hat denn immer gesagt: ich will aber braun werden! Du oder ich??”

“Hier steht, dass jeder abwechselnd einen Urlaubstag planen soll.”
“Warum?”

“Damit jeder mal bestimmen darf, was gemacht wird.”
“Dann wärst du in unserem Urlaub aber nur halb so braun geworden.”

“Wieso?”
“Weil bei mir kein ewiges Rumliegen am Strand dabei gewesen wäre.”

“Sondern?”
“Keine Ahnung, weiß ich jetzt nicht… Irgendwas anderes eben.”

“Siehst du!”
“Sehe ich was?”

“Du hast keinen schönen Urlaub mit mir gehabt!”
“Wie kommst du denn jetzt darauf?”

“Wenn du lieber was ganz anderes gemacht hättest?”
“Keine Sorge, es war alles in Ordnung.”

“So geht es cirka 80 Prozent aller Urlaubspaare.”
“Was? Dass alles in Ordnung ist?”

“Hier steht, dass sich 80 Prozent aller Paare im Urlaub streiten.”
“Aber wir haben uns doch im Urlaub gar nicht gestritten!?”

“Das war nur Glück.”
“Bitte?? NUR GLÜCK!?”

“Den nächsten Urlaub planst du!”
“Wieso! Du hast doch eben gesagt, dass…”

“Wenn dir mein Programm zu langweilig ist, bitte sehr!”
“Das habe ich doch gar nicht gesagt!”

“Du kannst jeden einzelnen Tag planen, so wie du willst.”
“Moment, ich dachte, jeder soll abwechselnd…”

“Richtig.”
“Aber warum soll ich denn dann alle Tage alleine planen??”

“Ich habe den letzten Urlaub geplant, du den nächsten…”
“Ja und??”

“Macht unterm Strich für jeden die Hälfte!”

Kopfschüttel…

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Was dir so gefällt

11. Juni 2007, aus der Schublade Freizeit und Reisen

Was dir so gefällt (photocase.de © tomby)Meine Liebste und ich liegen in unserem schönen Freibad am Osterdeich unmittelbar neben dem Weserstadion.
Die Wassertemperatur beträgt 21 Grad, die Lufttemperatur 32 Grad und diese Kombination hat offenbar mehr badende Gäste angelockt, als das Freibad wirklich verkraften kann.
Wir sonnen uns wie Makrele an Makrele.

“Ganz schön voll hier, da sind mehr Leute als Wasser im Becken.”
“Ja Liebste. Habe ich ja gleich gesagt, dass es rappelvoll wird.”

“Aber ich finde es trotzdem schön hier.”
“Ja Schatz. Sehr schön.”

“Gibt’s hier eigentlich auch Eis?”
“Klar, da hinten im Bistro Crossini.”

“Wo?”
“Na da hinten, wo die hundert Leute Schlange stehen.”

“Soll ich?”
“Also für mich nicht, danke.”

“Wieso denn nicht?”
“Ach ich weiß nicht, nee…”

“Du isst doch sonst immer eins?”
“Ja schon, aber jetzt eben nicht.”

“Verstehe ich nicht…”
“Hol dir halt selbst eins und mir ne Sprite und dann ist alles gut, ja?”

“Na ich doch sowieso nicht! Das geht ja gar nicht!”
“Ähm… Aber du wolltest doch Eis holen, oder nicht?”

“Ja schon, aber doch nicht für mich!”
“Und warum nicht?”

“Schau dir mal an, wie ich aussehe!”
“Was? Wie? Wie siehst du denn aus?”

“Hier ist es dick und da und hier und da auch.”
“So ein Quatsch!”

“Doch, guck mal hier, wenn man hier zusammendrückt, dann…”
“Schatz! Was soll ICH denn sagen!”

“Du?? Bei dir quillt aber nicht alles raus.”
“Ach, aber bei dir oder was?”

“Natürlich, hier!”
“Schatz, du bist nicht zu dick, hör auf jetzt!”

“Guck mal, die da.”
“Was? wer? Wo?”

“Na die da in dem roten Bikini, die ist schlank.”
“Naja, aber…”

“So würde ich auch gerne aussehen, guck mal, die hat einen ganz flachen Bauch.”
“Schatz! Die ist gerade mal 14 Jahre alt, wenn´s hoch kommt!”

“Wieso! Kennst du die etwa?”
“Nein, natürlich nicht.”

“Das will ich dir auch geraten haben!”
“Die ist viel zu dürre, du bist genau richtig.”

“Genau richtig?? Das heißt doch, ich bin zu dick!”
“Nein, aber ich mag es, wenn an einer Frau ein bisschen was dran ist.”

“Das sagst du erst, seit ich so fett geworden bin!”
“Nein, das sage ich schon immer, und jetzt nerv mich nicht!”

“Also stimmt es.”
“Es stimmt was?”

“Dass ich dick bin.”
“Nein, aber du bist doof, das stimmt!”

“Zeig mal, was dir so gefällt.”
“Was jetzt? An dir?”

“Nein, welches Mädel, meine ich. Hier gibt’s ja genug.”
“Och Schatz! Jetzt soll ich mir andere Frauen anschauen, oder was?”

“Nur so zur Einschätzung. Los, mach. Wie ist die da?”
“Zu dünn.”

“Quatsch! Und wie ist es mit der da an der Rutsche?”
“Ist das eine Frau?”

“Ja, natürlich ist das eine Frau!”
“Aber die hat doch gar keinen Busen, weil sie viel zu dünn ist.”

“Du schaust den Frauen auf den Busen?”
“Ich sollte gucken, hast du doch gesagt!”

“Aber doch nicht auf den Busen!”
“Oh entschuldige, und wohin sonst?”

“Immer dasselbe, auf den Bauch natürlich!”
“Na schön, also Bauch, bitte sehr! Die da hinten.”

“Wer? Wo? Was ist mit der!?”
“Die hat eine schöne Figur, finde ich, sehr lecker…”

“Wen meinst du denn, ich sehe ja gar nichts!”
“Die da mit der roten Kappe. Neben dem Sprungturm.”

“Aber… DAS IST DOCH DER BADEMEISTER!”
“Uups, mein Fehler…”

“Du bist so doof!”
“Hol dir jetzt ein Eis und sei still, ist ja nicht zum aushalten…”

“Nein, ich muss noch einmal schwimmen gehen.”
“Du musst?”

“Ja, ich habe eben nur 500 Meter geschafft, zwanzig Bahnen.”
“Wann? Als wir eben zusammen schwimmen waren?”

“Ja, ich hatte zwanzig Bahnen.”
“Aber…”

“Das reicht nicht, ich muss noch mal zwanzig machen.”
“Schatz, ich meine…”

“Du könntest ruhig auch mal noch ein paar Bahnen ziehen!”
“Jetzt warte…”

“Hätte ich nicht gedacht, dass 500 Meter so anstrengend sind.”
“Schatz!”

“Was denn??”
“Das ist ein 50 Meter-Becken!”

“50 Meter? Aber das heißt ja…”
“Richtig.”

“…ich habe 1.000 Meter gemacht!”
“Eben.”

“Das ist ja super! Ein ganzer Kilometer!”
“Ja Schatz. Aber wir können gerne noch einmal…”

“Nee, also 1.000 reicht ja wohl!”
“Aber eben hast du doch gesagt, weil du doch angeblich…”

“1.000 Meter! Ich bin ganz schön gut, was?”
“Ja doch, sehr gut, aber noch ein paar Bahnen können nicht schaden…”

“Ach was! 1.000 Meter! Ich hol mir jetzt ein Eis.”

Kopfschüttel…

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Frauentausch

19. Mai 2007, aus der Schublade Freizeit und Reisen

Frauentausch (photocase.de © macgyver)Meine Liebste und ich sitzen nebeneinander auf unserem Sofa in einer Art und Weise, die man der Öffentlichkeit nicht zeigen könnte.
Wir tragen Schlabberhosen, Tüte Haribo liegt auf dem Tisch, zwei Flaschen Becks Lemon warten auf den Verzehr. Zu alledem noch eine braune Wolldecke mit Katzenmuster über den Beinen.
Brad Pitt und Angelina Jolie würden sich sicher über uns totlachen…

“Du Schatz?”
“Ja Süße?”

“Heute kommt Frauentausch im Fernsehen.”
“Ach wirklich? Davon stand gar nichts in meinem Horoskop…”

“Gucken wir das?”
“Nein. Also ich zumindest nicht.”

“Und warum nicht?”
“Weil ich das doof finde, das weißt du doch.”

“Neulich hast du aber darüber gelacht.”
“Nein, ich habe nicht gelacht, ich habe mich darüber lustig gemacht.”

“Wo ist denn da der Unterschied?”
“Ich habe darüber gelacht, wie schwachsinnig diese Sendung ist.”

“Finde ich nicht. Stell dir mal vor, wir würden da mitmachen.”
“Das möchte ich mir lieber nicht vorstellen…”

“Wo ich dann wohl hin käme…”
“Schatz. Bei uns wäre Frauentausch total langweilig.”

“Wieso?”
“Weil wir keine Kinder haben oder einen Bauerhof oder ähnliches.”

“Na und?”
“Ja was sollte denn eine Tauschmama hier bei uns bitte machen?”

“Hm…”
“Eben. Nichts. – Was kommt denn noch in der Flimmerkiste?”

“Meinst du damit, dass es bei uns total langweilig ist?”
“Ja. Nein! Ich meine, für die Frauentausch-Zuschauer schon.”

“Du findest unser Leben also langweilig.”
“Nein Schatz, das hast du jetzt falsch verstanden…”

“So? Meinst du dann, andere fänden unser Leben langweilig?”
“Naja… Ich meine bei Frauentausch geht es doch um…”

“Ich bin überhaupt nicht langweilig!”
“Das habe ich doch auch gar nicht gesagt!”

“Wenn ich langweilig für dich bin, dann sag es ruhig!”
“So ein Blödsinn!”

“Das würdest du schon merken, wenn hier eine andere…”
“Was würde ich dann merken?”

“Dass ich nicht langweilig bin!”
“Herrgott, ich kann das Wort schon nicht mehr hören…”

“Dann sag so etwas auch nicht.”
“Ich habe NIE behauptet, dass du langweilig bist.”

“Aber gedacht.”
“Nein!”

“Ich wäre ja beim Frauentausch nicht hier, sondern woanders.”
“Das stimmt.”

“Denen würde ich es aber zeigen!”
“Das kann ich mir lebhaft vorstellen…”

“Und du müsstest es hier mit einer langweiligen Kuh aushalten.”
“Eben! Und das interessiert keinen! Das sage ich ja die ganze Zeit!”

“Ach! Und wenn das so eine tolle blonde Powerfrau mit riesen Dingern wäre, dann wäre es wieder interessant?”
“Für die Zuschauer vielleicht, kann sein?”

“Klar! Und dir wäre das natürlich völlig egal!”
“Schatz! Ich will dich doch gar nicht eintauschen!”

“Wirklich nicht?”
“Nein!”

“Du bist so langweilig!”

Kopfschüttel…

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Helmut guckt schon

16. Mai 2007, aus der Schublade Freizeit und Reisen

Helmut guckt schon (photocase.de © WalC1)Meine Liebste und ich verbringen mal wieder einen Abend in der Tanzschule Renz, Bronze-Kurs.
Die Vorgeschichte kann man hier im Blog nachlesen, mittlerweile ist es schon unsere zehnte Tanzstunde; und wir sind richtig gut!

“Aua!”
“Oh, habe ich dich getreten? Entschuldige, Süße.”

“Nein, du hast mich nicht getreten. Meine Schuhe drücken.”
“Ich habe dir gleich gesagt, dass du die erst einlaufen sollst.”

“Jive ist aber auch mit so viel Getrappel.”
“Getrappel??”

“Hoffentlich kommt gleich Foxtrott oder Rumba oder…”
“Aua!”

“Was denn?”
“Jetzt hast du mich getreten!”

“Das war aber nicht meine Schuld!”
“Ach so! Dann war es wohl MEINE Schuld, oder was?”

“Ich wusste nicht, dass du einen Platzwechsel machen willst.”
“Soll ich das nächste Mal vielleicht ein Schild hoch halten??”

“Nein, aber führen würde schon reichen.”
“Ich führe doch, aber du lässt mich ja nicht!”

“Jawohl lasse ich dich! Mist, jetzt sind wir raus…”
“Gut, fangen wir wieder an.”

[Wir gehen zurück in die Ausgangsposition.]

“Helmut muss auch denken, dass wir doof sind.”
“Helmut? Wieso?”

[Helmut ist unser wirklich ausgezeichneter Tanzlehrer, der sich über uns stets köstlich amüsiert. Ich denke, dass er uns mag...
Und das ist schlecht, weil er uns daher ständig im Auge behält.]

“Der guckt schon, schau mal.”
“Dann reiß dich zusammen, sonst kommt er gleich.”

“Aua!”
“Ja Schatz, ich wollte starten!”

“Ich war aber noch nicht so weit!”
“Entschuldige, aber ich dachte, ich soll führen?”

“Aber doch nicht so!”
“Jawohl so!”

“Mist, also noch einmal.”
“Ich kann dir auch mit links ein Zeichen geben?”

“Helmut hat aber gesagt, dass die Herren mit rechts führen.”
“Na gut, dann eben mit rechts.”

“Kein Wunder, dass du nicht so gut führen kannst.”
“Wie bitte?? ich führe ausgezeichnet!”

“Kannst du ja gar nicht, das verstehe ich auch.”
“Was? Was verstehst du?”

“Na, weil du doch Linkshänder bist.”
“Was hat denn das damit zu tun?”

“Du kannst eben mit rechts nicht so gut führen.”
“Helmut hat auch gesagt, dass sich die Damen FÜHREN LASSEN sollen.”

“Ich mache doch, was du willst?”
“Kann ich das bitte schriftlich haben?”

“Jetzt lass uns tanzen, sonst ist das Lied gleich vorbei.”

[Wir starten und tanzen Jive, was das die Tanzfläche hergibt.
Voreinander, nebeneinander, hin und her, vor und zurück.
Es muss göttlich aussehen.]

“Das sieht voll blöd aus.”
“Was? Wer?”

“Na wir! Eher du.”
“Warum denn ich?? Läuft doch super!”

“Du machst viel zu große Schritte mit links.”
“Ich mache Rück-Platz, Seit und Seit, so wie wir es gelernt haben.”

“Außerdem stehen wir gar nicht richtig in Tanzrichtung.”
“Schatz! ich will hier tanzen und nicht Architektur studieren.”

“Aua!”
“Was ist denn jetzt wieder??”

“Du hast auf meinen Ring gedrückt!”
“Was habe ich??”

“Du hast meine Hand so fest gedrückt!”
“Ich muss dich doch fest halten, wenn wir hier hin und her schleudern.”

“Aber nicht so doll!”
“Tut mir leid, warum nimmst du den Ring nicht einfach ab?”

“Den nehme ich nicht ab.”
“Und warum nicht?”

“Weil der schick ist.”
“So wie deine Schuhe?”

“Soll ich die vielleicht auch ausziehen??”
“Ja und den Rest auch. Dann kommt Helmut bestimmt gleich rüber…”

“Sehr witzig, Schatz, wirklich sehr witzig.”
“Aua!”

“Was denn??”
“Du hast mir absichtlich auf den Fuß getreten!”

“Hast du ja auch verdient!”
“Ich rufe Helmut, wenn du das noch einmal machst!”

“Ruf ihn doch! Was willst du ihm denn sagen?”
“Ich sage ihm nichts, ich frage ihn was.”

“Und was?”
“Ob man hier mal die Dame tauschen kann!”

“Pff! Mit wem willst du denn hier lieber tanzen, bitte??”
“Mit seiner Assistentin.”

“Na die wird sich bedanken!”
“Wieso? Die freut sich bestimmt, wenn ich…”

“…wenn du ihr auf die Füße trittst, wolltest du wohl sagen?”
“Nein, wollte ich nicht, ich wollte… AUA!”

“Du tanzt mit mir! Und mit sonst keiner! KLAR?”
“Ahh, mein Fuß…”

“Hör auf, so zu humpeln! Ist ja peinlich!”
“Aber du hast mir doch…”

[In diesem Moment entdecken wir Helmut, der sich neben uns gestellt hat und uns fragend ansieht. Dabei hat er dieses fiese kleine Grinsen im Gesicht und man spürt förmlich, dass ihm gleich seine Standardfrage für solche Momente über die Lippen quillt, ob man denn auch klarkomme oder ob er behilflich sein könne.
Bevor er jedoch etwas sagen kann, kommt ihm die Liebste zuvor.]

“Alles klar hier, macht großen Spaß! Kein Problem!”
“Schatz, ich würde gerne eine kleine Pause…”

“Wir müssen nur den Platzwechsel noch üben, stimmt´s Schatz?”
“Ja, ähm, stimmt, ja… Danke Helmut, wir kommen klar…”

“Helmut, kann man hier auch mal die Herren tauschen?”
“Meiner ist kaputt.”

Kopfschüttel…

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So sind nun mal die Regeln!

8. Mai 2007, aus der Schublade Freizeit und Reisen

So sind nun mal die Regeln! (photocase.de © wombatonline)Meine Liebste und ich sitzen im Wohnzimmer an unserem Esstisch und spielen eine Runde “Mensch ärgere dich nicht”.
Da die Liebste keiner Fliege etwas zu Leide tun kann und auch sonst ein herzensguter Mensch ist, macht das Spiel große Freude…

“Ha! Und Zack! Und ab ins Häuschen! Du bist erledigt!”
“Danke Süße…”

“Du musst den Pott frei machen!”
“Ja, ich weiß.”

“So, und jetzt brauche ich eine Sechs… JAAAA! Eine Sechs!”
“Mist…”

“Wir sollten viel öfter spielen…”
“Nee, danke.”

“Was denn?? Nur, weil ich mal gewinne?”
“Das wäre ja OK, aber dein dauerndes Indianergeschrei nervt!”

“Uh bu bu bubu bu huuuu!”
“Schatz! Das nervt! Los, würfel endlich.”

“Siehst du das? Siehst du das? HIER! POING!!!”

[Meine Liebste hat eine Zwei gewürfelt. Dummerweise ermöglicht ihr das den Rauswurf meiner letzten auf dem Spielbrett verbliebenen Figur. Die Liebste nimmt ihren eigenen Kegel, hebt ihn an, zieht damit mehrere Schleifen durch die Luft und stürzt sich dann wie Spiderman auf meinen armen Kerl in Blau, der mit einem Elefantentritt vom Brett gefegt wird und irgendwo drei Meter weiter polternd hinter dem Sofa landet.]

“Toll gemacht, Schatz…”

“Ich liebe Mensch ärgere dich nicht! Und dich!”
“Das sieht man…”

“Stell dich nicht so an, du kannst bloß nicht verlieren.”
“Kann ich wohl! Aber das hier ist eher eine Hinrichtung…”

“So? Ach was! Weil ich so nett bin, hole ich deine Figur wieder.”
“Das ist sehr großzügig von dir, Frau Feldherrin.”

[Meine Liebste steht auf, räuspert sich einmal kurz, zieht ihre Ritterrüstung gerade und marschiert zum Sofa.]

“So, hier isser. Da. Zufrieden?”
“Danke Schatz. Wenn ich dich nicht hätte…”

“Du bist dran. Du brauchst eine Sechs.”
“Ach tatsächlich! Das wusste ich gar nicht?!”

“Warum bist du denn so gereizt?”
“Ich weiß selber, dass ich eine Sechs brauche!”

“Ich wollte dir doch nur helfen?”
“Du könntest mir ja mal eine Chance geben und nicht alles raushauen.”

“Nee, das darf man nicht! Wenn man rausschmeißen kann, dann muss man auch!”
“Wo steht das?”

“Das haben wir früher immer so gespielt.”
“Wer? Du und Attila, der Hunnenkönig?”

“Nö, meine Familie und ich. Wer ist denn Attila?”
“Ach, der hat früher auch ein paar Spiele mit eigenen Regeln gespielt…”

“Mensch ärgere dich nicht?”
“Nicht ganz…”

“Würfelst du jetzt oder gibst du auf?”
“Aufgeben! Pff…! Ich würfele, Schatz, ich würfele…”

[Und wie es der Zufall so will, bekomme ich eine Sechs. Und noch eine. Und eine Drei. Macht neun Felder vorrücken; und wer steht auf diesem Feld? Richtig, Frau Attila mit einem ihrer Soldaten; den ich mit stiller Genugtuung schlicht und leise in das heimische Häuschen schiebe... ]

“Mann!”
“Was ist?”

“Voll doof, der war schon fast drin!”
“Na und? Pech gehabt!”

“Du hast da bestimmt irgendwas gedreht.”
“Bitte?? Ich habe gewürfelt und sonst nichts!”

“Du hast aber den Würfel nur so leicht dahingeschoben!”
“Ich habe gewürfelt!”

“Würfeln ist, den Würfel zu werfen, nicht hinzulegen!”
“Willst du damit andeuten, ich würde betrügen?”

“Bei uns früher war das nicht erlaubt, so zu würfeln.”
“Ach nee! Und was war die Strafe dafür, bitte schön?”

[Meine Liebste nimmt ihre von mir soeben geschlagene Figur, hebt diese an, zieht damit mehrere Schleifen durch die Luft und haut meinen blauen Kameraden erneut mit einem riesigen Stoß vom Brett.
Und wo landet er? Natürlich.]

“So!”
“Sag mal, du spinnst ja wohl!”

“Tut mir leid, aber so sind nun mal die Regeln!”
“Ich habe doch gar nichts gemacht!”

“Du hast nicht richtig gewürfelt.”
“Das ist kein Grund, das halbe Spiel durchs Wohnzimmer zu werfen!”

“Mecker nicht, hol lieber deine Figur wieder.”
“DAS kannst du machen! Du hast sie ja auch weggeschossen!”

“Ich würde ja gerne, aber das geht nicht.”
“Ich denke schon, sonst spiele ich nicht weiter!”

“Du musst aber die Figur jetzt holen, tut mir ja leid, ehrlich.”
“Und wieso MUSS ICH jetzt??”

“Weil wir das früher auch immer so gespielt haben!”

Kopfschüttel…

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Halt!

24. April 2007, aus der Schublade Freizeit und Reisen

Halt!Meine Liebste und ich wollen das schöne Wetter nutzen und endlich mal wieder raus in die sonnige Natur. Was gibt es da schöneres, als eine herrliche Radtour rund um den Werdersee.
Luft auf die Reifen, und los geht´s!

“Ist an meinem Fahrrad noch alles in Ordnung?”
“Soweit ich sehen kann, ist alles gut, Süße.”

“Prima, dann können wir ja los!”
“Ja. Hast du eigentlich Geld dabei?”

“Nö, du?”
“Nein, ich habe mein Portmonee oben gelassen.”

“Egal, wir brauchen ja auch keins. Ich brauche nur dich!”
“Na schön, obwohl… So ganz ohne Geld?”

“Mann, es ist ganz schön warm so in der Sonne…”
“Du wolltest Sonne, hier ist Sonne.”

“Bin ich da nicht zu warm angezogen?”
“Habe ich dir ja gleich gesagt!”

“Warte, ich ziehe meine Jacke eben aus.”
“Hättest du ja auch zuhause lassen können.”

“Nee, ich binde mir die um… So, siehste?”
“Wunderbar Schatz. Können wir jetzt?”

[Meine Liebste und ich radeln los. Und kommen ca. 200 Meter weit.]

“So im Wind ist es doch ziemlich kalt, oder?”
“Ach was. Es ist super.”

“Halt!”

[Meine Liebste bremst, steigt ab und zieht sich ihre Jacke wieder an. Ich stehe derweil an eine Laterne gelehnt und sehe mir das Schauspiel geduldig an.]

“So, nun können wir weiter!”
“Alles gut jetzt? Warm genug und alles?”

“Ja, alles fein mein Schatz.”
“Lass uns da hinten rechts fahren und dann Erdbeerbrücke.”

[Meine Liebste und ich radeln weiter. Und kommen ca. 500 Meter weit.]

“Halt!”
“Was ist denn jetzt schon wieder??”

“Die Jacke die wedelt so im Wind, das geht nicht.”
“Dann mach sie doch einfach zu!”

“Das ist mir dann aber zu warm.”
“Ja und jetzt??”

“Ich ziehe sie wieder aus.”

[Meine Liebste bremst, steigt ab und zieht sich ihre Jacke wieder aus. Ich stehe derweil an einem Stromkasten gelehnt und sehe mir das Spielchen geduldig an.]

“So, nun können wir weiter!”
“Alles gut jetzt? Auch nicht zu kalt oder so?”

“Ja, alles gut.”
“Gut, dann… Wirklich??”

“Ja, wirklich.”
“Schön, also dann da hinten links den Radweg runter in die Kleingärten.”

[Meine Liebste und ich radeln weiter. Und kommen ca. 300 Meter weit.]

“Halt!”
“Es darf nicht wahr sein… WAS ist denn nun los?”

“Ich glaube, ich habe meine Hose an der Kette eingesaut.”
“Dann klemm sie doch in deine Socke!”

“Na das sieht ja wohl total doof aus.”
“Ja und jetzt??”

“Ich krempel´die hoch, Moment…”

[Ich steige derweil ab, setze mich auf eine Bank am Werdersee und betrachte meine Liebste geduldig.]

“So, nun können wir weiter!”
“Das glaube ich nicht.”

“Doch, ehrlich!”
“Das hast du eben auch schon gesagt…”

“Aber jetzt wirklich.”
“Bist du ganz sicher?”

“Ja, komm jetzt.”
“Hm… Also dann weiter und gleich rechts Richtung Café Sand.”

“Kaffee trinken? Wir sind doch gerade erst losgefahren!”
“Ach tatsächlich?? Nein, ich will da nur die Schleife fahren, sonst nichts.”

[Meine Liebste und ich radeln weiter. Und kommen ca. 900 Meter weit.]

“Halt!”
“Nein, nein, nein, nein!”

“Doch, ich muss mal.”
“Das ist jetzt nicht dein ernst…”

“Ich kann doch auch nichts dafür, oder?”
“Nein, aber ich.”

“Wieso du?”
“WEIL ICH DICH MITGENOMMEN HABE!”

“Jetzt sei doch nicht so, ich gehe schnell im Café Sand.”

[Meine Liebste bremst am Steg des Café Sand, steigt ab und drückt mir ihr Fahrrad in die Hand.]

“Ich bin in 5 Minuten wieder da!”
“Toll. Und was mache ich in der Zwischenzeit?”

“Bestell uns doch eine Apfelschorle, ist doch schön hier!”
“Ähm, Schatz, wir haben kein Geld dabei, du erinnerst dich?”

“Na du wirst doch hier wohl jemanden kennen?”
“Ich?? Hier?? Und dann?”

“Na dann leihst du dir einfach ein bisschen Geld.”
“Sag mal, bei dir piept´s wohl!”

“Warum meckerst du mich denn an??”
“Ganz tolle Radtour Schatz, GANZ TOLL!”

“War doch bisher alles super! Ich nehme eine große Schorle.”

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Der Andere kann drücken

15. Februar 2007, aus der Schublade Freizeit und Reisen

Der Aandere kann drückenMeine Liebste und ich haben gemeinsam mitten in der Woche einen Tag frei.
Super! Gemeinsam frühstücken, plaudern, auf dem Sofa kuscheln.
Und was fängt man dann noch an? Richtig, man riskiert mal einen Blick auf eine Mittagstalkshow auf Sat1.

“Die Britt macht das auch schon ganz schön lange…”
“Ja Süße. Und die Talkshows sind noch genau so, wie vor 10 Jahren.”

“Das stimmt nicht.”
“Wieso? Das Thema da habe ich schon tausendmal gesehen.”

“Ach, ich dachte, du guckst so was gar nicht?”
“Nein, gewöhnlich nicht, aber ab und zu zappt man ja so…”

“Du bist doch tagsüber nie da?”
“Nein, aber wenn man mal krank ist. Was soll man sonst schauen.”

“Bei Britt ist das aber anders.”
“Was?”

“Da gibt es das Entscheidungstor.”
“Entscheidungstor?”

“Ja, da steht einer drin und der Andere kann drücken.”
“Um was zu tun?”

“Dann geht das Tor zu und derjenige ist weg.”
“Ähm… Verzeihst du mir Ja/Nein? So was in der Art?”

“Genau! Das gab es früher nicht.”
“Was für ein Blödsinn.”

“Wieso? Ich finde das gut.”
“Das siehst du nicht mehr so, wenn du selbst in dem Tor stehst.”

“Ich stehe doch da nicht!”
“Ja und wenn doch?”

“Und du müsstest drücken?”
“Genau! Ich entscheide ob Tür auf oder Tür zu.”

“Zu was für einer Frage denn??”
“Na ob ich dir das alles verzeihe.”

“Was denn verzeihen?? Ich mache doch gar nichts!”
“Du hast unsere Fernbedienung kaputt gemacht.”

“Habe ich nicht!”
“Und ob! Erst hast du sie mir einfach weggenommen und dann hast du sie nach mir geworfen!”

“Ich wollte dich aber gar nicht treffen, Schatz.”
“Ach so! Na fein! Du hättest sie ja gar nicht erst werfen müssen!”

“Und du hättest sie nicht auf mich richten brauchen.”
“Das ist aber kein guter Grund jetzt!”

“Wohl! Schließlich wolltest du mich damit umschalten.”
“Nein, ich wollte dich nur leiser stellen. Stummschaltung. Temporär…”

“Tja, das geht aber nicht. Pech für dich. Ich rede weiter.”
“Einen Versuch war es wert…”

“Ich dachte, du unterhältst dich gerne mit mir??”
“Das tue ich ja auch. Normalerweise.”

“Und warum wolltest du mich dann ausschalten?”
“Weil du mir den Unterschied zwischen Hypothese und Hypotenuse erklären wolltest!”

“Ach und das darf ich nicht?”
“Schatz! Das war der größte Blödsinn, den ich je gehört habe!”

“Ich hatte früher Mathe-Leistungskurs. Ich mag Dreiecke.”
“Schön, aber das kann man doch nicht mit einer Hypothese vergleichen!”

“Klingt doch aber so ähnlich!”
“Ja schon, aber…”

“Wieso? Man könnte auch die Kathete mit katholisch vergleichen.”
“Um Himmels Willen! Wo sind meine Tabletten…”

“Was machst du da?”
“Ich drücke auf den Knopf.”

“Was für ein Knopf? Das ist die Tischkerze!”
“Ich hoffe, dass dadurch schnell das Entscheidungstor zu geht…”

“Das, wo ich drin stehe?”
“Ja.”

“Na dann mach doch!”
“Geht leider irgendwie nicht…”

“Kann ja auch nicht.”
“So? Und warum?”

“Weil nur Frauen wissen, wie man Männer ausschaltet.”

Kopfschüttel…

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