Meine Liebste und ich fallen uns in die Arme und freuen uns sehr: denn wir waren zwei Tage wegen einer Geschäftsreise der Liebsten nach Prag voneinander getrennt.
Und wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen!
“Endlich wieder zuhause, puh…”
“Ja Süße, stell doch die Tasche ab.”
“Ich muss erst einmal was trinken.”
“Wie war es denn? Alles gut gelaufen?”
“Die Veranstaltung schon, die war gut…”
“Aber?”
“Was aber?”
“Ja was war nicht gut?”
“Ach so! Der Flug.”
“So? Was war denn?”
“Ich bin zu spät am Flughafen gewesen zum Rückflug.”
“Aber verpasst hast du den Flieger doch nicht?”
“Natürlich nicht, sonst wäre ich ja jetzt nicht hier!”
“Und was ist passiert?”
“Ich war erst 45 Minuten vor Abflug da.”
“Ähm… Ist der Flughafen in Prag so groß?”
“Nö, wieso?”
“Naja eine Dreiviertelstunde??”
“Viel zu spät.”
“War der Check-in so voll?”
“Check-in? Nö. Musste ich gar nicht hin.”
“Wie jetzt! Du musstest nicht einchecken??”
“Hatte ich doch schon in Hamburg gemacht!”
“Ach so… Ja, und wo war jetzt das Problem?”
“Da ist alles schief gelaufen.”
“Aber… Das verstehe ich jetzt nicht!?”
“Genau, das verstehst du nicht.”
“Wie bitte?? Ich wollte doch nur wissen, warum du…”
“Jaaa, aber dann regst du dich nur wieder auf.”
“Also warum war es denn nun zu spät?”
“Weil ich noch was erledigen musste.”
“Auf dem Prager Flughafen??”
“Ja.”
“Und was??”
“Ich wollte noch mein Parfum kaufen.”
“Am Flughafen?”
“Im Duty-free, ja.”
“Ach und da hast du dann deine Zeit vertrödelt?”
“Ich habe sie nicht vertrödelt sondern ich war gezwungen.”
“Gezwungen? Von wem??”
“Von dir.”
“VON MIR??”
“Ja, weil du mir ja keins gekauft hast!”
“Ach und wo steht, dass ich das kaufen sollte??”
“Das hättest du ja wohl merken können!”
“Ich prüfe doch nicht täglich deine zwanzig Parfumflaschen!”
“Wenn es nur das wäre…”
“Was soll denn das jetzt wieder heißen??”
“Was für ein Parfum trage ich denn meistens?”
“Ähm…”
[Ich hätte es wissen müssen... Aus diesem Grund werde ich wohl auch niemals Schachgroßmeister werden; mir unterlaufen einfach zu viele Flüchtigkeitsfehler. Einmal nicht aufgepasst, und schon schnappt die Falle zu. Manchmal beneide ich meine Liebste: gnadenlos nutzt sie jede Chance, um mir meine Türme und Läufer abzunehmen und mich von jetzt auf gleich Schachmatt zu setzen...]
“Also?”
“Tja… Meinst du das teure?”
“Ja, das. Und wie heißt es?”
“Ist das nicht dieser französische Name?”
“Blödmann!”
“Es liegt mir auf der Zunge…”
“Da wird es wohl nicht mehr lange zu leben haben!”
“Also schön, ich habe es vergessen! Darf ich jetzt weiterleben?”
“Und deswegen musste ich in den Duty-free.”
“Ja, ähm… Verstehe. Und das hat so lange gedauert?”
“Nein.”
“Nein?”
“Nein. Aber ich hatte dann kein Kleingeld.”
“Da bezahlt man doch aber nicht mit Kleingeld!?”
“Im Duty-free nicht, aber aufm Klo.”
“Ach so, da warst du auch noch?”
“Klar! Im Flugzeug gehe ich nicht auf Klo.”
“Aha… Ja, hätte ich auch selbst drauf kommen können…”
“Und woher soll ich wissen, wie viele Kronen man da gibt…”
“Also das hat dann auch noch gedauert und dann war es zu spät, ja?”
“Zu spät? Nee.”
“Schatz. WAS WAR DENN NUN EIGENTLICH!”
“Am Gate war ich nicht die erste, die einsteigen konnte.”
“Na und?”
“Da waren schon bestimmt, ähm, hundert Leute vor mir.”
“Und mit denen bist du dann eingestiegen?”
“Ja, fast als letzte, ist das nicht schrecklich?”
“Aber du hattest doch einen festen Sitzplatz, oder?”
“Natürlich, wieso?”
“WAS WAR DENN DANN JETZT SO SCHLIMM??”
“Das sagte ich doch schon!”
“Aber du bist doch pünktlich im Flieger gewesen??”
“Ja, aber da waren ganz viele andere vor mir.”
“NA UND!? IST DAS NICHT TOTAL EGAL??”
“Nein.”
“Himmel!! Warum denn??”
“Weil da waren dann schon alle Frauenzeitschriften weg!”
Kopfschüttel…











Meine Liebste und ich nutzen das schöne Wetter und liegen an einem kleinen und wenig bekannten Bremer Deichsee im Gras.
Meine Liebste und ich stehen an der Kinokasse, Ocean´s 13 soll es heute werden.
Meine Liebste und ich haben durch Zufall eine uns bislang unbekannte Zeitschrift entdeckt, Titel: “Urlaub perfekt!”.
Meine Liebste und ich liegen in unserem schönen Freibad am Osterdeich unmittelbar neben dem Weserstadion.
Meine Liebste und ich sitzen nebeneinander auf unserem Sofa in einer Art und Weise, die man der Öffentlichkeit nicht zeigen könnte.
Meine Liebste und ich verbringen mal wieder einen Abend in der Tanzschule Renz, Bronze-Kurs.
Meine Liebste und ich sitzen im Wohnzimmer an unserem Esstisch und spielen eine Runde “Mensch ärgere dich nicht”.
Meine Liebste und ich wollen das schöne Wetter nutzen und endlich mal wieder raus in die sonnige Natur. Was gibt es da schöneres, als eine herrliche Radtour rund um den Werdersee.
Meine Liebste und ich haben gemeinsam mitten in der Woche einen Tag frei.
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