Guck mal!

Meine Liebste und ich sitzen zuhause auf unserem Sofa.
Während ich mir im Fernsehen die sensationellen Bilder vom Sieg gegen England im Achtelfinale anschaue und das anschließende Interview mit Thomas Müller verfolge, feilt die Liebste – leicht ignorant – an ihren Fingernägeln herum.

„Ist das Spiel jetzt endlich vorbei?“
„Süße, das sieht man wohl doch! Natürlich ist es vorbei.“

„Schön, dass wir gewonnen haben. Ole. Ole. Ole.“
„Deine Begeisterung ist wirklich überwältigend…“

„Oh, da ist Poldi, guck mal!“
„Ich sehe ihn auch, Liebste.“

„Der hätte sich ja mal rasieren können, finde ich…“
„Der soll Fußball spielen, wen interessieren da ein paar Stoppeln…“

„Und Schweini! Guck, der Schweini ist da!“
„Liebste, ich sehe ihn auch, danke.“

„Oh, der hat sich ja richtig schick gemacht, guck mal!“

„Sei still, sonst kann ja keiner hören, was er sagt!“

„Interessiert dich das denn??“
„Natürlich interessiert mich das!“

„Echt?“
„Dich denn nicht??“

„Nö.“
„Und warum schreist du dann Poldi, Schweini, Poldi, Schweini??“

„Weil ich froh bin, dass die da mitspielen.“

„Da bist – DU – froh drüber??“

„Natürlich, du nicht?“

„Ähm, doch; ich freue mich darüber auch, aber warum denn du??“

„Weil die den Fußball auch für Frauen interessant machen.“
„Poldi und Schweini??“

„Natürlich!“
„Diesen Zusammenhang erklärst du mir aber jetzt bitte mal, ja??“

„Liegt das nicht auf der Hand??“
„Also Poldi und Schweini sind interessant für Frauen??“

„Ja, weil das so süße Namen sind, die kann ich mir merken!“

Kopfschüttel…

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Arche Noah

Meine Liebste und ich haben uns für den Sonntag einen Film aus der Videothek ausgeliehen, und zwar „Evan Allmächtig“.
Wer den Film schon kennt, der weiß: der Abgeordnete Evan trifft zufällig Gott in seinem Vorgarten und wird von ihm gebeten, eine Arche zu bauen. Der Film scheint der Liebsten großen Spaß zu machen…

„Haha, guck mal, die Waschbären da, haha!“
„Ja, das ist schön, Süße…“

„Ach übrigens, was ich dir noch sagen wollte…“
„Was?“

„Das kann ja mit der Arche gar nicht so gewesen sein damals.“
„So? Und wieso nicht?“

„Naja, Noah sollte doch alle Tiere mitnehmen, oder?“
„Von jedem zwei, richtig.“

„Und der hat die Arche doch aus Tannenholz gebaut, richtig??“
„So steht es zumindest in der Bibel, ja.“

„Na also! Das kann ja gar nicht funktioniert haben!“
„Aha, und warum nicht?“

„Dann hätte er ja auch zwei Holzwürmer mitnehmen müssen!“

Kopfschüttel…

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Etwas Ungesundes, Schmieriges, Böses!

Meine Liebste und ich haben mitten in der Woche einen Tag frei, das kommt selten vor!
Also sitzen wir nun am späten Mittag in der Küche und überlegen, was wir mit dem restlichen Tag anfangen.
Heute könnten wir mal Sachen machen, zu denen wir an anderen Tagen nie kommen!
Mal sehen, ob die Liebste einen Wunsch hat…

„Schatz, was unternehmen wir denn nun heute Schönes?“
„Hm, keine Ahnung, Süße; hast du eine Idee?“

„Habe ich, aber zuerst einmal habe ich Hunger!“
„Aha, ja. Gut. Wollen wir vielleicht mal was ZUSAMMEN kochen?“

„Gute Idee, aber ich glaube, ich brauche heute was Schmieriges.“
„Was Schmieriges??“

„Ja, irgendetwas Ungesundes, Schmieriges, Böses!“
„Ähm… Und was schwebt dir da so vor?“

„Ich habe schon ewig keinen Hot Dog mehr gegessen!“
„Hot Dog? So ein Ding mit Würstchen drin und Zwiebeln und so?“

„Jaaaaa, SOWAS könnte ich jetzt gut verdrücken!“
„Das, ähm… Ist für deinen Geschmack eher etwas ungewöhnlich…“

„Ja, normalerweise esse ich ja solche Sachen auch gar nicht.“
„Aber heute schon?“

„Heute würde ich einen Hot Dog essen wollen, ja!“
„Naja, warum nicht… Allerdings wüsste ich gar nicht, wo…“

„Ich schon, ich schon! Lass uns los, ist nicht weit.“
„Du weißt, wo man Hot Dogs kriegt?“

„JEPP!“
„Na gut, dann… Willst du fahren oder soll ich?“

„Ich fahre, kein Problem.“
„Schön, na dann los!“

„Warte, ich muss noch die große Tasche holen.“
„Tasche? Was für eine Tasche??“

„Die liegt irgendwo im Haushaltsraum.“
„Ähm, Liebste, wie viele Hot Dogs willst du denn kaufen??“

„Öhm, maximal zwei, würde ich mal sagen.“
„Und wofür brauchst du dann eine Tasche??“

„Ja für die Hot Dogs natürlich nicht, du Dummerchen!“
„Wofür denn dann??“

„Weil wir dann doch keine kaufen brauchen?“
„Eine Tasche??“

„Ja, wir nehmen einfach unsere mit, das geht doch, oder?“
„Ähm…“

„Oder sagen die was, wenn man seine eigene Tasche mitbringt?“
„Wer sagst was? Wie? Was??“

„Schatz, wir wollen doch Hot Dogs essen oder nicht?“
„Ja, eben gerade das verwirrt mich ja!?“

„Du meinst, dass eine Tasche vielleicht gar nicht ausreicht?“
„Also Moment mal, zunächst…“

„Stimmt, du hast da sicher Recht.“
„Womit??“

„Wir sollten zusätzlich noch einen Wagen nehmen.“
„Für die Hot Dogs??“

„Nee, für IKEA! So, und jetzt mach den Mund zu und komm.“

Kopfschüttel…

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Das klingt ja so ernst?

Meine Liebste und ich machen am Wochenende einen kleinen Spaziergang durch den Wald rund um den Bremer Behlingsee.
Während die Liebste Ausschau nach Eichhörnchen hält, überlege ich mir, wie ich ein etwas ernsteres Gespräch mit ihr anfange…

„Wieso sind hier denn keine Eichhörnchen??“
„Die schlafen noch, Süße.“

„Quatsch!“
„Vielleicht hättest du einen Sack Nüsse mitnehmen sollen…“

„Nee, ich hab keinen Hunger.“
„Doch nicht für dich, für die Eichhörnchen!“

„Ach so!“
„Du, ich wollte da mal was mit dir besprechen.“

„Ich finde Eichhörnchen soooo niedlich!“
„Ja, ich weiß. Liebste, ich möchte etwas mit dir besprechen.“

„Ich habe im Gefühl, dass wir heute welche hier finden!“
„SCHATZ!“

„Was denn??“
„Ich möchte etwas mit dir besprechen!“

„Ist ja gut, alles gut! Was denn?“
„Schön, also:“

„Das klingt ja so ernst?“
„Ab und zu kann ich auch mal ernst sein, richtig.“

„Ist es was Schlimmes??“
„Nein, also schlimm jetzt nicht, aber…“

„Hat es was mit mir zu tun??“
„Ja.“

„Mit mir??“
„Ja, mit dir.“

„Was denn??“
„Ich wollte mit dir reden, wie du dich mir gegenüber verhältst.“

„Was??“
„Also, ich finde, du könntest mir manchmal etwas mehr…“

„Halt, warte, hast du gesehen?? Da!“
„Was?“

„Ich glaube, da sitzt ein Eichhörnchen im Baum! Da!“
„Liebste, könntest du mir jetzt mal 5 Minuten zuhören, bitte??“

„Tue ich ja, also was war?“
„Ich möchte, dass du mir mehr Respekt entgegen bringst.“

„Respekt?? Ich??“
„Ja. Ich meine, wir kennen uns ja schon sehr lange, aber…“

„Willst du damit sagen, ich würde dich nicht respektieren??“
„So extrem meine ich das nun auch nicht, aber…“

„Ich habe den allerhöchsten Respekt vor dir!“
„Manchmal aber nicht.“

„Nenn mir doch mal ein konkretes Beispiel?“
„Ähm, habe ich jetzt nicht, aber…“

„Also du musst mir schon ein Beispiel nennen!“
„Ich möchte aber lieber ganz allgemein mit dir reden!“

„Ich verstehe aber nicht, was du damit meinst??“
„Was war zum Beispiel neulich mit den Schaftsandaletten?“

„Was war denn da??“
„Ich wusste nicht, was das ist!“

„Musst du doch auch gar nicht wissen??“
„Richtig, aber du hast mich ausgelacht.“

„Weil du gesagt hast, das sei wahrscheinlich eine Kondomsorte!“
„Ja, aber das hättest du nicht gleich deinen ganzen Freundinnen per SMS schicken müssen, und schon gar nicht mit der Bitte, dass die mir das alle einmal ausführlich erklären sollten!“

„Die fanden das aber sehr lustig und haben sich alle bemüht!?“
„Eben! Und bis heute darf ich mir das von denen anhören!“

„Und das war respektlos, meinst du?“
„Ja. Das kränkt meinen Stolz und meine Ehre.“

„Quatsch! Außerdem machst du das mit mir auch dauernd!“
„Mache ich nicht!“

„Und was ist das da im Kopfschüttel-Blog jeden Tag??“
„Das ist etwas ganz anderes!“

„Jetzt sei nicht so einen Momise, äh, Mimose! Haha!“
„Liebste, ich meine es wirklich ernst!“

„Na schön.“
„Ja. Ich möchte mehr Respekt von dir!“

„Also, jetzt mal ernsthaft: ich liebe dich.“
„Hm.“

„Und ich bin immer wieder fasziniert, was du alles kannst.“
„Hm.“

„Du bist so vielseitig und kreativ, viel mehr, als ich.“
„Hm.“

„Ich und alle Leute, die wir kennen, schätzen dich sehr.“
„Hm.“

„Du hast klare Ziele und kennst immer eine Lösung.“
„Naja…“

„Niemandem bringe ich mehr Respekt entgegen, als dir!“
„Hm… Das ist schön, dass du das sagst.“

„Ich sage es nicht nur, ich meine es auch so!“
„Danke.“

„Ich stehe wirklich 150% hinter dir!“
„Ich auch hinter dir, Liebste.“

„Ich sehe dich jeden Tag wieder gerne an, entdecke was an dir.“
„Tatsächlich??“

„Ja, heute, jetzt gerade zum Beispiel ist mir was aufgefallen.“
„So? Was denn??“

„Dass du da einen Fleck auf deinem Hemd da unten hast.“
„Fleck? Wo??“

„Ätschibäsch, reingefallen!!“

Kopfschüttel…

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