Baguette, fromage, finito!

Meine Liebste und ich machen einen Kurzurlaub in Annecy, einer kleinen schönen Stadt im Südosten Frankreichs nahe den Alpen.
Nachdem wir unser Hotel direkt am wundervollen See von Annecy bezogen haben, machen wir erst einmal einen ausgedehnten Spaziergang bei schönstem Sonnenwetter.

„Du Schatz, das ist richtig schön hier!“
„Ja, Süße. Deswegen sind wir ja auch hier.“

„Ich war eben noch nicht so oft in Frankreich.“
„Du magst ja auch kein Baguette, also warum auch…“

„Ja wohl mag ich Baguette!“
„Ja, aber nur mit Kräuterbutter, das ist was anderes.“

„Essen die hier nur Baguette?“
„Und Madeleines zum Frühstück.“

„Madeleines?? Was ist das denn??“
„Das sind, naja, so kleine Kuchen eigentlich.“

„Kuchen zum Frühstück??“
„Und Baguette, nicht zu vergessen.“

„Schon komisch… Und die Sprache erst…“
„Wieso? Was ist damit?“

„Sprichst du eigentlich gut Französisch, Schatz?“
„Ähm… Naja, ich hatte damals in der Schule, also…“

„Sag mal was, ja?“
„Och nee.“

„Och bitte!“
„Was soll ich denn sagen??“

„Was heißt denn zum Beispiel Liebste auf Französisch?“
„Mon chéri.“

„Nein, jetzt mal in echt!“
„Mon chéri, das heißt Liebste auf Französisch!“

„Echt??“
„Oui.“

„Du sprichst ja doch Französisch!“
„Quatsch. Nur so das Nötigste eben…“

„Was heißt denn Fahrrad?“
„La bicyclette.“

„Und was heißt Hund?“
„Le chien.“

„Und was heißt kleiner Hund?“
„Liebste, du fängst doch nicht schon wieder damit an!?“

„Nein, nein, ich will nur wissen, wie das heißt!“
„Le petit chien.“

„Wie süüüß!“
„Ja…“

„Schon toll, die französische Sprache, oder nicht?“
„Ja, aber schwer, finde ich.“

„Kannst du auch ganze Sätze sagen?“
„Nein.“

„Och bitte! Ich will das mal hören!“
„Dann mach im Hotel den Fernseher an.“

„Nein, von dir!“
„Was soll ich denn sagen…“

„Sag: Ich möchte Pizza essen.“
„Je veux manger de la pizza.“

„Mit Salami!“
„…avec salami.“

„Salami und Pizza sind ja doof…“
„Was? Wieso?“

„Naja das heißt ja wie bei uns auch!“
„Tja… Weil das vielleicht italienische Worte sind??“

„Na schön, dann sag was typisches Französisches.“
„Ähm… Keine Ahnung??“

„Sag: Hier ist es wunderschön und toll.“
„Ici, il est très magnifique et… ähm… Et formidable.“

„Formi was??“
„Formidable. Glaube ich…“

„Klingt eher nach Weichkäse…“
„Du bist auch so ein Weichkäse!“

„Was heißt denn Weichkäse auf Französisch?“
„Camembert wahrscheinlich…“

„So ein Blödsinn!“
„Vous avez seulement de fromage dans votre tête.“

„Was heiß denn das?? Irgendwas mit Käse??“
„Ja. Sehr viel Käse…“

„Du sprichst ja super Französisch!“
„Wohl kaum, das waren ja alles ganz einfache Sachen.“

„OK, dann sag…“
„…können wir das jetzt bitte lassen, ja?“

„Wieso, ich finde das toll, dass du das kannst!“
„Ich kann es ja gar nicht…“

„…ich wäre hier total aufgeschmissen ohne dich!“
„Die sprechen hier auch alle Englisch, keine Sorge…“

„Gut, aber ein letzter Satz noch, ja?“
„Muss das sein?“

„Ich will nur testen, ob du wirklich die Grundlagen kannst.“
„Na schön, also einen noch, aber dann ist Schluss!“

„Jajaja, also, ähm…“
„Was ist denn?“

„Ich muss überlegen…“
„Il me faut penser à quelque chose.“

„Was??“
„Sollte ich doch sagen??“

„Was solltest du sagen??“
„Il me faut penser à quelque chose!“

„Was heißt denn das??“
„Ich muss über etwas nachdenken! Hoffe ich zumindest…“

„Das solltest du NICHT sagen!“
„Du hast es aber gesagt!“

„Aber das solltest du nicht übersetzen!“
„Habe ich aber, und deshalb ist jetzt Schluss!“

„Das habe ich aber nur so für mich gesagt, nicht für dich!“
„Das ist egal.“

„Bitte, bitte, den einen noch, ja Schatz?“
„Aber dann ist Schluss! Finito!“

„Finito ist ja gar nicht Französisch…“
„Frag jetzt deinen Satz!“

„OK, dann sag: Meine Liebste ist die Allerbeste auf der ganzen Welt und wenn ich nicht so ein alter Sack wäre, dann würde ich sie jetzt auf Händen einmal rund um den See tragen und anschließend würde ich mit ihr noch in die Altstadt gehen und ihr fünf Paar neue Schuhe kaufen!“
„Ähm…“

„Na?“
„Kannst du das mit dem alten Sack noch einmal wiederholen, bitte!?“

„Meine Liebste ist die aller aller Allerbeste von der ganzen Welt und wenn ich nicht so ein Französisch-Angeber wäre, dann würde ich sie jetzt einmal rund um den See auf Händen tragen und dann noch mit ihr in die Altstadt gehen und ihr fünf Paar neue Schuhe kaufen! Und ein Eis, versteht sich!“
„Tja, tut mir wirklich sehr leid!!“

„Was tut dir sehr leid?“
„Das kann ich LEIDER nicht für dich übersetzen!“

„Wusste ich´s doch.“
„Was wusstest du!?“

„Dass du die wirklich wichtigen Sachen doch nicht drauf hast!“

Kopfschüttel…

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143-mal, 576-mal, 289-mal…

Meine Liebste und ich sind am Abend im Auto auf dem Weg zu Freunden von uns, die wir anlässlich deren Urlaubsdia-Event (ja, so etwas gibt es tatsächlich noch) besuchen wollen.
Während der Fahrt unterhalten wir uns noch über diverse letzte Details…

„Wo waren die noch gleich in Urlaub, Schatz?“
„Neuseeland, Süße.“

„Ach ja, richtig. Warst du schon mal in Neuseeland?“
„Nein.“

„Ich auch nicht.“
„Ich weiß.“

„Woher weißt du denn das??“
„Weil du es mir bestimmt schon mal erzählt hättest.“

„Wieso sollte ich??“
„Weil du mir ALLES schon einmal erzählt hast, und das mehrfach.“

„Ich?? Mehrfach??“
„Richtig.“

„Was habe ich davon denn mehrfach erzählt??“
„Zum Beispiel den Teneriffa-Urlaub, wo du mit deiner Freundin warst.“

„Das war ja auch ein ganz besonderer Urlaub!“
„Ja, weiß ich.“

„Und das habe ich schon öfter erzählt??“
„Gefühlte 143-mal, würde ich sagen.“

„Quatsch!“
„Na gut, sagen wir 57-mal.“

„Das wüsste ich doch, wenn ich das schon mehrfach…“
„Liebste, ich weiß ALLES über deinen Teneriffa-Urlaub, glaub mir.“

„Von mir??“
„Ja, von wem denn wohl sonst??“

„Sag mal ein Detail!“
„Och nee, wir kriegen gleich noch genug Urlaubsthemen…“

„Jetzt sag doch mal was von dem, was ich dir erzählt haben soll!“
„Naja, ähm, also da war doch das mit dem Taxi, oder?“

„Was für ein Taxi denn?? Auf Teneriffa??“
„Seid ihr da nicht Taxi gefahren, obwohl ihr kein Geld hattet?“

„Wie kommst du denn auf die Idee??“
„…und dann musstet ihr dem Taxifahrer zur Strafe was vorsingen?“

„Was für ein Quatsch ist das denn??“
„Das hast DU mir doch erzählt, und zwar schon mehrmals!?“

„Ich weiß überhaupt gar nicht, wovon du sprichst??“

„Soll das heißen, dass du auf Teneriffa NICHT Taxi gefahren bist??“

„Doch, natürlich bin ich da Taxi gefahren.“

„Sag ich doch!?“

„Aber das war alles ganz anders!“
„Die Details vielleicht, aber im Kern stimmt es doch, oder??“

„Die Details sind aber das Entscheidende.“
„An die Details kann ich mich nicht mehr so genau erinnern.“

„Ich dachte, ich hätte dir das schon 576-mal erzählt??“
„Ja, aber so um 178 habe ich dann irgendwann abgeschaltet.“

„Du bist so doof!!“
„Aber richtig bleibt, dass du es mir schon mehrmals erzählt hast!“

„Aber du weißt ja gar nichts mehr davon!?“
„Das Nötigste weiß ich noch, keine Sorge.“

„Ich muss dir ja auch alles 289-mal erzählen!“
„34-mal reicht für normale Sachen völlig…“

„…sieht man ja, dass du dir selbst dann nichts merken kannst!“
„Warst du nun auf Teneriffa oder nicht??“

„Ja, aber das ist ja bloß ein Name, die GESCHICHTE macht´s!“

„Schön, heute Abend hören wir uns die Neuseeland-Geschichte an.“

„Dann pass aber wenigstens da ein bisschen auf.“
„Zum Glück gibt es ja schöne Bilder dazu.“

„Hoffentlich sind die auch schön…“

„Wieso? Letztes Jahr die Thailand-Bilder, die waren doch toll?“

„Ja, aber viele von den Portraits waren hässlich.“
„Nicht überall können die Menschen so schön sein wie auf Teneriffa.“

„Was soll das denn jetzt bitte heißen??“

„Menschen sehen in echt eben anders aus als in deinen Zeitschriften!“

„Und was hat das mit meinem Teneriffa-Urlaub zu tun??“
„Nichts, vergiss es, ja?“

„Apropos hässliche Fotos:“
„Ja?“

„Mir fällt ein, dass ich noch gar kein Kinderfoto von dir habe.“

Kopfschüttel…

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Können die etwa fliegen?

Meine Liebste und ich machen am Abend, nachdem es sich draußen etwas abgekühlt hat, eine kleine Radtour durch unser Umland.
Ich finde, es gibt nichts Entspannenderes nach einem stressigen Arbeitstag, als bei einem lauen Lüftchen gemächlich durch Land und Wiesen zu gleiten…

„Schatz, halt doch mal eben, halt doch mal an!“
„Was ist denn, Süße?“

„Mich hat was gestochen am Bein!“
„Was war es denn? Ein Elefant?“

„Nein, kein Elefant, du Blödmann!“
„Ich wollte nur höflich mal nachfragen.“

„Ein Elefant, pff! Du bist so doof!“
„Ja, ich hätte sicher bemerkt, wenn es ein Elefant gewesen wäre.“

„Sich über andere lustig machen ist NICHT lustig!“
„Man wird ja wohl mal ganz höflich fragen dürfen, oder??“

„Das war ja wohl eine total blöde Frage!“
„Tut mir sehr leid, Liebste.“
[Mit gekreuzten Fingern…]

„Wie soll das denn bitte ein Elefant gewesen sein??“
„OK, es war keiner.“

„Als wenn es hier Elefanten gäbe, pff!“
„Ist ja gut, können wir jetzt weiterfahren?“

„Und selbst wenn, können die etwa fliegen??“
„Ähm, nein, ich glaube nicht…“

„Eben! Deswegen kann das kein Elefant gewesen sein!“
„Liebste, ich wollte dich nur ärgern, ich weiß doch, dass…“

„…und Elefanten fressen Gras und Blätter, und nicht mein Blut!“
„Jaaaa doch…“

„Ja nee, das musst du dir jetzt schon mal anhören!“
„OK, ich habe es verstanden, danke.“

„Außerdem gibt´s Elefanten nur in Afrika und Asien.“
„Ich weiß.“

„Weißt du nicht, sonst hättest du ja nicht gefragt!“
„Es war doch nur ein Witz, sonst nichts!?“

„Nichts von Elefanten verstehen, aber hier doof rumquatschen.“
„Also was kann ich tun, damit du mit dem Elefantenkram aufhörst?“

„Du hast damit angefangen.“
„Ja, aber jetzt würde ich das gerne wieder beenden.“

„Pff.“
„Können wir dann jetzt weiterfahren, ja?“

„Nee.“
„Und warum nicht?“

„Vielleicht fliegen hier ja noch mehr Elefanten rum?“
„Och Süße, jetzt hör doch mal mit den blöden Elefanten auf!“

„Du hast angefangen, du, du, du und du!“
„Na schön, also es tut mir SEHR LEID!“

„Hm.“
„Können wir vielleicht noch einmal von vorne anfangen?“

„Na schön, ausnahmeweise.“
„Gut, also: was ist denn los, warum halten wir an?“

„Mich hat irgendwas gestochen, hier am Bein.“
„War es vielleicht eine – MÜCKE??“

„Kann gut sein, scheiß Mücken!“
„Dass du aber auch immer so ein Pech hast, du Arme…“

„Du bist so doof!“
„Ähm, habe ich schon wieder was Falsches gesagt??“

„Ist doch nur ein Mückenstich, kein Grund, so rumzuschleimen!“
„Aber ich wollte doch nur…“

„Dass du aber auch immer aus einer Mücke einen Elefanten machen musst!“

Kopfschüttel…

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Ich bin erstaunt!

Meine Liebste sitzt auf dem Sofa und liest eine dieser Zeitschriften, die Männer niemals kaufen (und verstehen) würden.
Allerdings hat sich die Liebste in Schale geworfen; ich erinnere mich dunkel daran, dass sie heute noch irgendetwas vor hat…

„Warum guckst du mich so fragend an, Schatz?“
„Süße, ich überlege gerade, ob du heute noch weg wolltest…“

„Oh, ich bin erstaunt, dass du das noch weißt??“
„Erstaunt? Worüber jetzt?“

„Dass du mir anscheinend doch mal zugehört hast!“
„Naja, kommt schon mal vor, muss mich wohl vertan haben…“

„Ich bin heute noch mit Sylvia verabredet.“

„Ach ja, genau! Hast du mir ja erzählt.“

„Wir treffen uns bei ihr und dann mal sehen.“
„Aha…“

„Könnte später werden.“
„Gut, aber sag mal, wann wolltest du nochmal bei Sylvia sein?“

„Um 19.00 Uhr, wieso?“
„Ähm… Liebste, es IST jetzt bereits 19.00 Uhr!?“

„Ja, und?“
„Ähm…“

„So in 10 Minuten muss ich los.“

Kopfschüttel…

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