Nirgendwo hinfliegen

28. Juli 2008, aus der Schublade Freizeit und Reisen

Meine Liebste und ich sind auf dem Weg an die Ostsee, Freunde besuchen und vielleicht auch ein wenig am Strand liegen.
Wir sind schon eine ganze Zeit lang unterwegs, aber wir sind uns sicher, die doch recht lange Fahrt lohnt sich!

“Schatz? Warum machst du so ein nachdenkliches Gesicht?”
“Ich lausche den Nachrichten im Radio, Süße.”

“Ach so, und? Gibt´s was Interessantes?”
“Ja. Die Lufthansa streikt am Montag ab 0.00 Uhr.”

“Echt jetzt??”
“Schatz! Das kommt seit Tagen in den Nachrichten!”

“Na und? Ich will doch sowieso nirgendwo hinfliegen.”
“Na toll. DAS ist wirklich echte Solidarität, Schatz…”

“Ab 0.00 Uhr streiken die, also genau ab Mitternacht?”
“Ja. Angeblich.”

“Aber wenn die da gerade in der Luft sind, ich meine…”
“Und? Was ist dann?”

“Naja, die können ja nicht einfach anhalten, oder?”
“Ähm… Ich denke nicht, nein…”

“Und was machen die dann??”
“Schatz, ich glaube, ich möchte jetzt nicht weiter darüber…”

“Naja, ist aber eigentlich auch ganz egal, oder?”
“Egal?? Mitten in der Hauptreisezeit ein Lufthansa-Streik??”

“Nein, ich meine, ob die während des Fluges streiken.”
“Ähm…”

“Die fliegen doch eh immer mit Autopilot, oder??”

Kopfschüttel…

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Du darfst dir was wünschen

23. Juni 2008, aus der Schublade Freizeit und Reisen

Du darfst dir was wünschen (photocase.de © laura.)Meine Liebste und ich sitzen am Nachmittag im Café Ambiente an der Weserpromenade und essen leckeren Käsekuchen.
Die Stimmung ist entspannt und wir freuen uns über die schöne Zeit.

“Ich hab dich lieb, mein Schatz.”
“Ich dich auch, Süße.”

“Und weil ich dich so lieb habe, möchte ich dir etwas schenken.”
“Etwas schenken?? Gerne! Womit habe ich das denn verdient??”

“Och, einfach nur so… Und wegen dem Kratzer an deinem Auto…”
“Aha! Daher weht der Wind! Trotzdem freut mich das. Gib her!”

“Aber JETZT doch noch nicht, ich habe ja noch gar nichts besorgt!”
“Ach so…”

“Du darfst dir was wünschen.”
“Hm…”

“Also: was soll ich dir schenken?”
“Eine Autorennbahn.”

“Ein schickes Sommerhemd vielleicht?”
“Nein, eine Autorennbahn.”

“Oder Kinokarten für Indiana Jones?”
“Eine Autorennbahn.”

“Wie wäre es mit einem Ryanair-Flug nach Barcelona?”
“Nee, ne Autorennbahn.”

“Oder zum Essen einladen?”
“Eine Autorennbahn.”

“Jetzt hör doch mal auf mit deiner blöden Autorennbahn!”
“Ich hätte aber gerne eine?”

“Ach was! Wo willst du die denn hinstellen!”
“Da findet sich schon was…”

“Jetzt wünsch dir endlich was Ordentliches!”
“Eine Autorennbahn.”

“Blödmann!”
“Na schön, dann eine Eisenbahn.”

“Wolltest du nicht einen neuen MP3-Player haben?”
“Nee, aber eine Eisenbahn.”

“Oder ein tolles Romantikwochenende für uns zwei?”
“Wenn ich da meine neue Eisenbahn mitnehmen darf, dann ja.”

“Oder wie wäre es mit einer neuen Tasche für die Arbeit?”
“Eine Eisenbahn. Spur H0 bitte.”

“SCHATZ! Warum willst du denn unbedingt so einen Blödsinn!?”
“Du hast gesagt, dass ich mir was wünschen darf!”

“Aber doch nicht so was!”
“Wieso denn! Wenn ich doch gerne eine Eisenbahn hätte??”

“Eben war es noch eine Autorennbahn!”
“Also gut, dann eine Autorennbahn.”

“NEIN! So meinte ich das jetzt nicht!”
“Aber du schlägst ja nur Sachen vor, die DU dir für mich wünschst!”

“Ich weiß ja schließlich auch, was gut für dich ist!”
“Eine Autorennbahn ist auch gut für mich. Für uns.”

“Ach! Und was ist daran bitte gut für uns??”
“Mit einer Autorennbahn können wir gemeinsam viel Spaß haben.”

“Zusammen?? Ich soll mit dir Autorennbahn spielen??”
“Natürlich!”

“Niemals! Das finde ich total doof, so Autorennen!”
“Schade…”

“Und müsste ich bei einer Eisenbahn auch irgendwas machen?”
“Bei einer Eisenbahn? Nö. Die fährt von alleine.”

“Gut, dann kriegst du eine Eisenbahn. Ich habe da eine Idee.”
“Super! Danke! Wollen wir gleich losgehen, eine kaufen??”

“Nee, nicht notwendig.”
“Nicht notwendig? Wie meinst du das?”

“Die kann man mieten, muss man nicht kaufen.”
“Mieten?? Wo das denn??”

“Am Bahnhof. Da setze ich dich jetzt gleich in den ICE nach München, du Blödmann! Und zwar OHNE Rückfahrkarte!”

Kopfschüttel…

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Der Lustigkeitsfaktor

12. Juni 2008, aus der Schublade Freizeit und Reisen

Der Lustigkeitsfaktor (photocase.de © es.war.einmal..)Meine Liebste und ich waren gestern Abend im Kino, “Love Vegas” mit Cameron Diaz und Ashton Kutcher wurde gewählt; nachdem ich mich mit “Indiana Jones” bei der Liebsten nicht durchsetzen konnte… Nunja.
Aber ich muss sagen: trotz anfänglicher Skepsis bereue ich das nicht! Eine prima Komödie.

“Und Schatz? Wie fandest du den Film?”
“Super. Echt klasse, der war sehr witzig, Süße!”

“Habe ich ja gleich gesagt!”
“Jaaa doch… Da hast du mal sehr gut gewählt, ich gebe es ja zu…”

“Filme mit Cameron Diaz sind immer gut.”
“Aha…”

“Mit der ist der Lustigkeitsfaktor immer turmhoch wolkenwärts.”
“Was? Was hast du gerade gesagt??”

“Cameron Diaz ist…”
“Nein, nein, das andere, was war das noch??”

“Der Lustigkeitsfaktor.”
“Genau! Und was war das mit den Wolken??”

“Wolkenwärts. Turmhoch.”
“Was ist das denn jetzt plötzlich??”

“Wieso! Was soll das sein??”
“Was ist denn bitte ein Lustigkeitsfaktor wolkenwärts turmhoch??”

“Nein, es heißt Lustigkeitsfaktor turmhoch wolkenwärts.”
“Na gut, dann eben so! Und was soll das??”

“Wie meinst du das, versteht man doch, oder??”
“Kannst du nicht einfach sagen SUPER?? Wie andere Menschen auch??”

“Genau Schatz! Genau DAS ist ja das Problem!”
“Was jetzt! Verstehe ich nicht??”

“Dass alle immer sagen: SUPER! oder GEIL! oder so.”
“Und was ist daran jetzt das Problem, bitte??”

“Weil es langweilig ist, immer das Gleiche zu sagen.”
“Ähm…”

“Du fragst: wie wars? Ich antworte: Super. Toll. Klasse. Prima.”
“Soweit kann ich dir ja folgen, aber…”

“Und das ist doch langweilig!”
“Ähm, und deswegen hast du dir jetzt…”

“…habe ich mir eine außergewöhnliche Antwort ausgedacht.”
“Der Lustigkeitsfaktor ist wolkenhoch…”

“Turmhoch wolkenwärts.”
“Oh, entschuldige…”

“Gut, oder?”
“Naja, also, ich, ähm…”

“Noch Fragen?”
“Und wenn ich sage: Schatz, heute siehst du
super aus??”

“Geht so, aber das sagt ja jeder Kerl zu seiner Freundin.”
“Ah, und deswegen ist das langweilig, verstehe ich das richtig??”

“Genau!”
“Soso, aha… Sag mal, nimmst du irgendwelche Tabletten??”

“Wieso! Dir muss erst einmal was Besseres einfallen!”
“Schatz, du siehst heute atemberaubend und bezaubernd aus.”

“Nee. Das ist zu sehr geschleimt.”
“Aha. Schatz, du bist die schönste Frau auf der ganzen Welt.”

“Nee! Das ist ja wohl total übertrieben!”
“Ähm… Schatz, dein Schönheitsfaktor ist heute turmhoch wolkenwärts…”

“Nee! Das ist nachgeplappert! Das ist mein Spruch!”
“Dein Beauty-Quotient ist überragend
exzellent. Exponentiell gesehen.”

“So ein Quatsch!”
“Wieso das denn jetzt??”

“Das versteht ja keiner, so einen Fremdwort-Blödsinn!”
“Ach so?? Und ich dachte, das würde dir sicher gefallen…”

“Nee, tut es nicht!”
“Also ich fand´s lustig!”

“Du kannst mir ja nicht mal ein originelles Kompliment machen!”
“Na toll! Dir kann man es ja auch nie recht machen!”

“Das kommt aber nur, weil…”
“Ja?? Warum bitte!? Jetzt bin ich aber mal gespannt!”

“…weil dein Einschleimfaktor turmhoch wolkenwärts ist!”

Kopfschüttel…

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Nicht wieder so viel Unsinn!

5. Mai 2008, aus der Schublade Freizeit und Reisen

Nicht wieder so viel Unsinn! (photocase.de © judigrafie)Meine Liebste hat vor ein paar Monaten eine neue Freundin in Bremen gefunden.
Für heute haben die beiden Damen geplant, sich gegenseitig ihre männlichen Begleiter vorzustellen. Gleich soll es losgehen!

“Bist du fertig, Schatz?”
“Ja, Süße.”

“Und was ist mit dem Hemd?”
“Mit meinem Hemd? Was soll damit sein??”

“Willst du das wirklich an lassen?”
“Wieso, was ist denn damit??”

“Du hast so schöne Hemden, und dann ausgerechnet das!”
“Das ist eines meiner Lieblingshemden!”

“Wenigstens heute könntest du ja mal ein anderes anziehen.”
“Liebste, wir gehen ein Bier trinken und nicht in die Oper.”

“Ich möchte, dass Sandra einen guten Eindruck von dir kriegt.”
“Das wird voraussichtlich nicht an diesem Hemd scheitern.”

“Na schön, dann lass das eben an. Mir doch egal.”
“Danke.”

“Aber benimm dich wenigstens.”
“Wie bitte??”

“Du sollst dich heute Abend mal benehmen.”
“Soll das heißen, ich würde mich sonst nicht benehmen??”

“Ich sage es ja nur.”
“Und was heißt das jetzt genau??”

“Du sollst nicht wieder so viel Unsinn reden.”
“Na das sagt ja genau die Richtige…”

“Und keine Frauenwitze.”
“Ja, natürlich… Auch keine Blondinenwitze?”

“Ganz besonders keine Blondinenwitze!”
“Schade…”

“Schatz!”
“Jaja, ich werde keine Blondinenwitze machen. Wahrscheinlich.”

“Und auch keine Witze über Aerobic oder Body Pump.”
“Worüber?? Aerobic? BODY PUMP?? Was ist das denn??”

“Das ist neu.”
“Aha. Und Sandra und ihr Freund machen, ähm, Body Pump, ja?”

“Nein.”
“Sondern wer?”

“Ich.”
“DU?? Du machst Body Pump?? Was ist denn das!?”

“Das ist ein intensives Ganzkörpertraining im Fitnessstudio.”
“Also Aerobic.”

“Nein, bei Aerobic bewegt man sich zu Musik.”
“Und bei Body Pump??”

“Da bewegt man sich mit Hanteln zu Musik.”
“ACH SO! Klar, das ist natürlich ganz was anderes!”

“Siehst du! Genau sowas, das sollst du heute Abend lassen!”
“Aber Schatz! Seit wann gehst du denn in ein Fitnessstudio??”

“Noch nicht, aber ab nächste Woche. Mit Sandra zusammen.”
“Ihr beide?? Warum darf ich denn da nicht mit zum Body Pump?”

“Willst du denn mit?”
“Nein.”

“Blödmann!”
“Haha!”

“Reiß dich heute Abend zusammen, ich will da nichts von hören!”
“Gut, schön, also keine Witze über Body Pump.”

“Und bohr nicht in der Nase oder Schmatzen oder so.”
“Na toll! Und warum soll ich dann überhaupt mitgehen??”

“Schatz!”
“Gut, kein Popeln, kein Schmatzen. Rülpsen auch nicht?”

“Nein.”
“Hm… Also mal anders gefragt: was darf ich denn?”

“Nichts. Am besten gar nichts machen.”
“Einfach nur schön still neben dir sitzen, ja?”

“Genau.”
“Und wenn die mich was fragen? Ich meine, das könnte passieren…”

“Dann antwortest du höflich, und nichts Schwachsinniges.”
“OK, das muss ich natürlich erst einmal üben. Frag mal was.”

“Ich?? Was soll ich dich denn fragen?”
“Egal, was man eben so fragt, wenn man sich das erste Mal trifft.”

“Hm… Gut, also: Machst du auch Sport?”
“Ich? Klar! Ich mache Body Pump.”

“Mann! Lügen darfst du auch nicht!”
“Nicht? Aber Schatz, so etwas musst du mir doch sagen!”

“Also nochmal: Machst du irgendwas an Sport?”
“Ja sicher, aber nicht oft, sonst werde ich zu dick.”

“Zu dick?? Was machst du denn für einen Sport?”
“Ritter Sport.”

“SCHATZ!!”
“Haha!!”

“Ich sehe schon, das geht bestimmt in die Hose heute…”
“Quatsch! Ich werde einen glänzenden Begleiter für dich abgeben.”

“Hoffentlich ist Sandras Freund ein Trottel.”
“Was?? Wieso denn das?”

“Dann passt ihr wenigstens gut zusammen!”

Kopfschüttel…

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Zu dick gewickelt

28. April 2008, aus der Schublade Freizeit und Reisen

Zu dick gewickelt (photocase.de © mathias the dread)Meine Liebste und ich sind mit Freunden zu einer Radtour verabredet.
Wir stehen bei allerschönstem Frühlingswetter bereits vor unserer Haustür, um auf die beiden zu warten, denn sie sind noch nicht da.
Aber ich bin mir sicher: es kann jeden Augenblick losgehen.

“Wo wollen wir denn eigentlich hinfahren?”
“Mal sehen, Süße. Müssen wir gleich mal besprechen.”

“Ich mache mir jetzt erst einmal die Klammern um die Hose.”
“Tu das.”

“Soll ich nur rechts oder auch links?”
“Wieso… Hast du denn zwei Klammern??”

“Ja, ich habe zwei, soll ich?”
“Warum nicht… Mach beide drum.”

[Meine Liebste legt sorgfältig beide Hosenklammern an.]

“Sieht das jetzt nicht komisch aus?”
“Naja… Ein bisschen vielleicht, aber wenn du erst…”

“Nee, das geht so nicht!”
“Also wenn du erst mal auf dem Fahrrad sitzt, dann…”

[Meine Liebste nimmt die linke Klammer wieder ab.]

“So, aber irgendwie sieht das immer noch doof aus…”
“Schatz, die sollst du ja auch nur zum Radfahren tragen, und nicht…”

“Ich nehme die andere auch ab, das gefällt mir nicht.”
“Aber…”

[Meine Liebste nimmt auch die rechte Klammer wieder ab.]

“Und jetzt?”
“Was und jetzt!”

“Jetzt mache ich mir beim Fahren bestimmt die Hose schmutzig!”
“Du hast ja auch die Klammern wieder abgenommen!”

“Ich könnte die Hose ja vielleicht auch hochkrempeln…”
“Ja, das könntest du natürlich…”

“Soll ich nicht?”
“Doch, mach. Hauptsache, du wirst mal fertig bald…”

[Meine Liebste krempelt ihre Hosenbeine bis zu den Knien hoch.]

“Und wie sieht das jetzt aus?”
“Alles gut, lass es jetzt so.”

“Ist das jetzt nicht zu dick gewickelt?”
“Nein, ist in Ordnung, alles gut. So geht´s.”

[Meine Liebste läuft zu dem Bäcker nebenan und schaut sich dort im spiegelnden Schaufenster an.]

“Ja, stimmt. Hose geht jetzt.”
“Na Gott sei Dank…”

“Aber die Schuhe gehen jetzt so nicht mehr!”
“Was?? Wieso, was ist denn jetzt mit den Schuhen??”

“Mit hochgekrempelter Hose sehen meine Füße so groß aus!”
“So ein Quatsch!”

“Doch, schau doch mal, wie groß die Schuhe jetzt sind!”
“Ich schätze, genauso groß wie vorher!”

“Wie machst du das denn eigentlich?”
“Meine Füße sind jeden Tag gleich groß.”

“Nein, ich meine doch, mit deiner Hose und der Kette?”
“Gar nichts. Bei mir wird da nichts schmutzig.”

“Und wieso dann bei mir??”
“Keine Ahnung, was du da immer machst!”

“Hätte ich mir doch besser gleich eine kurze Hose angezogen…”
“Schatz! Wir machen eine kleine Radtour, keine Tour de France!”

“Trotzdem muss man da ja nicht wie Hein Blöd aussehen.”
“Ich mag Hein Blöd.”

“Nee, du BIST Hein Blöd!”
“Pff! Aber du mit deinen Sieben-Meilen-Stiefeln!”

“Du bist so doof!”
“Habe ich mit dem Blödsinn angefangen? Nein!”

“Ich hätte besser eine andere Hose und andere Schuhe angez…”
“Quatsch! Jetzt hör auf damit!”

“Jaaa… Wo bleiben Nicole und Frank denn eigentlich?”
“Keine Ahnung, aber die kommen schon gleich.”

“Dann könnte ich ja noch mal hoch gehen.”
“Was! Jetzt?? Die kommen gleich, bleib hier!”

“Ich gehe eben schnell hoch.”
“Warum?? Du willst dich doch jetzt nicht ernsthaft noch umziehen??”

“Umziehen? Nee, wieso?”
“Aha. Und warum willst du dann jetzt noch mal nach oben?”

“Dann kann ich mir schnell noch die Beine eincremen!”

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Ich sehe alles

18. Februar 2008, aus der Schublade Freizeit und Reisen

Ich sehe alles (photocase.de © prokop)Meine Liebste und ich verbringen – Dank eines Schnäppchens von Ryanair – ein wundervolles verlängertes Wochenende im norwegischen Oslo.
Und die Stadt kann sich wirklich sehen lassen!
Hier sind wir also genau richtig und es gibt beim ersten Schlendern bereits viel zu entdecken.

“Ganz schön kalt hier, oder?”
“Ja Süße. Egal, wir sind ja schön warm angezogen.”

“Ich friere jetzt schon…”
“Wir sind doch aber gerade erst losgegangen??”

“Trotzdem, ich habe gar keine Strümpfe eingepackt…”
“Schau mal, da ist das Theater.”

“Wo?”
“Na da, direkt vor uns? Sieht doch aus wie ein Theater…”

“Ach ja.”
“Und dahinter ist auch die U-Bahn-Station.”

“Wo?”
“Da!”

“Ach ja…”
“Du solltest vielleicht mal deine Sonnenbrille absetzen…”

“Nee, ich sehe alles.”
“Guck mal, eine Eisbahn mitten in der Stadt!”

“Wo?”
“DA VORNE!”

“Ach ja…”
“Sag mal, was ist denn mit dir los??”

“Nichts, wieso?”
“Weil du anscheinend blind bist!”

“Quatsch, ich sehe hundertprozentig.”
“Also wenn ich dich nicht schon so lange kennen würde, dann…”

“Jajaja, sag mir einfach, wenn du was Tolles siehst.”
“Wie bitte??”

“Wenn du was Interessantes siehst, dann sag mir das.”
“Ja, rein akustisch habe ich das wohl verstanden, aber…”

“Mach einfach!”
“Ähm… Da ist ein riesiges Hard Rock Café…”

“Wo?”
“DA! Dadadadada!! Da links!!”

“Ach ja, das sieht gut aus, wollen wir da mal rein?”
“Vielleicht gehen wir besser erst bei einem Optiker vorbei??”

“Was soll ich da denn??”
“Eine Brille mit sehr hohen Korrekturwerten vielleicht??”

“Nee, dann lass uns lieber Schuhe kaufen gehen.”
“Jetzt?? Das kommt überhaupt gar nicht in Frage!”

“Wäre aber besser, dann sehe ich auch wieder was.”
“Wenn wir Schuhe kaufen gehen??”

“Ja.”
“Ähm… Schatz! Wir sind gerade angekommen und da willst du…”

“Du verstehst das nicht, ich kann dann wieder alles sehen.”
“Wenn du neue Schuhe hast??”

“Ja.”
“Und wieso??”

“Weil ich, wenn ich Schuhe ohne Absätze hätte, nicht die ganze Zeit auf das Kopfsteinpflaster hier schauen müsste!”

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Schätzungsweise 2.356

23. Januar 2008, aus der Schublade Freizeit und Reisen

Schätzungsweise 2.356 (photocase.de © Accela)Meine Liebste und ich schlendern durch die Bremer Einkaufsstraße und schauen uns Schaufenster an; Tchibo, Nokia, Roland-Schuhe, L´TUR, und so weiter. Mein Aufwand, die Liebste vom Betreten jedes Geschäftes abzuhalten, ist beachtlich…

“Lass uns mal bei Thalia nach Reiseführern gucken, ja?”
“Und wofür brauchen wir jetzt einen Reiseführer, Süße?”

“Nur so, die kann man immer gebrauchen.”
“Ah… Dann können wir ja auch 100 Brötchen kaufen.”

“Wofür denn 100 Brötchen??”
“DIE kann man auch immer brauchen!”

“Das ist doch Blödsinn!”
“Und wofür willst du einen Reiseführer, wenn wir gar nicht verreisen??”

“Wer sagt, dass wir nicht verreisen??”
“Habe ich was verpasst, oder was?? Wohin verreisen wir, bitte??”

“Wo möchtest du denn hin?”
“Ich möchte jetzt nirgendwo hin!”

“Du möchtest nicht mit mir in Urlaub fahren?”
“Doch, aber…”

“Dann können wir doch auch einen Reiseführer kaufen!?”
“Aber Schatz, dazu müssten wir doch wenigstens wissen, wohin!”

“Wieso?”
“Was heißt denn wieso??”

“Wenn wir einen Reiseführer finden, kann man da doch mal hin?”
“Aber so haben wir ja noch nie einen Urlaub geplant!”

“Jetzt habe ich mal eine Idee und das passt dem Herrn nicht!”
“Liebste, da gibt es schätzungsweise 2.356 Reiseführer bei Thalia!”

“Na und?”
“Ja willst du die alle erst durchlesen oder wie??”

“Wir können ja erst alle aus dem Bereich Karibik raussuchen.”
“Karibik??”

“Da haben die bestimmt was.”
“Wieso denn Karibik??”

“Weil da im April sehr gutes Wetter ist.”
“April?? Wieso bloß werde ich das Gefühl nicht los, dass du…”

“Habe ich so gehört.”
“Gehört, ja klar! Ich glaube eher, dass du schon längst…”

“Ich will doch nur einen Reiseführer über Punta Cana oder so!”
“Das geht mir schon wieder alles viel zu schnell!”

“Wenn ich mich nicht immer darum kümmern würde, dann…”
“Ach so! Waren wir die letzten Jahre im Urlaub oder nicht!?”

“Doch, waren wir.”
“Also.”

“Aber noch nie auf Punta Cana.”
“Da will ich auch nicht hin!”

“Genau deswegen will ich einen Reiseführer über Punta Cana.”
“Weil ich da nicht hin will??”

“Wenn wir erst den Reiseführer haben, dann willst du auch hin!”

Kopfschüttel…

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Sei doch nicht so unflexibel!

19. Dezember 2007, aus der Schublade Freizeit und Reisen

Sei doch nicht so unflexibel! (photocase.de © Krissi3012)Meine Liebste und ich wollen uns mit Freunden auf dem Bremer Weihnachtsmarkt treffen, um gemeinsam ein paar Leckereien zu futtern, Lumumba zu trinken und natürlich auch um zu quatschen. Es verspricht, ein netter Abend zu werden! Wir sitzen aber noch zu Hause.

“Es wird langsam Zeit, Schatz. Wir müssen los…”
“Ja, Süße. Aber wieso die Eile? ”

“Weil wir in 20 Minuten da sein müssen.”
“Oh… OK, und wo treffen wir uns denn auf dem Weihnachtsmarkt?”

“Pff! Weiß ich doch nicht?”
“Wie bitte??”

“Das musst du doch wohl wissen.”
“Warum ich denn??”

“Was hast du denn mit Michael abgesprochen?”
“Ich?? Nichts! Ich habe gar nicht mit Michael gesprochen!”

“Aber Simone hat gesagt, ihr regelt das?”
“Aber DU hast doch mit Simone telefoniert, warum…”

“Wir wollten das nicht ganz über eure Köpfe hinweg entscheiden.”
“Was! Wo wir uns treffen??”

“Wir haben nur die Zeit abgemacht, sonst nichts.”
“Aha. Na toll! Ja und jetzt???”

“Ruf Michael doch einfach an?”
“Das ist ja echt wieder nach meinem Geschmack!”

“Kann ich doch nichts dafür, wenn ihr das vergesst!”
“Ich wusste doch aber gar nichts davon!”

“Das stimmt nicht! Ich habe dir gesagt, ruf Michael an.”
“Aber du hast nicht gesagt, warum!”

“Ich dachte, das würde er dir dann schon am Telefon sagen.”
“Schatz! Das ist ja wohl nicht dein ernst!”

“Klar, jetzt bin ich wieder schuld!”
“Ja, das bist du auch!”

“Nur weil ihr Männer euch immer drauf verlasst!”
“So? Und worauf verlassen wir uns?”

“Dass wir Frauen immer alles organisieren.”
“Tut ihr ja auch, besonders Simone und du!”

“Was soll das denn heißen, Simone und ich??”
“Weil ihr immer alles plant und wir da nichts zu sagen haben.”

“Aber dieses Mal wollten wir doch, dass ihr auch was plant!”
“Oh! Da bedanke ich mich vielmals, Gnädigste!”

“Man sieht ja, was rauskommt, wenn man euch was überlässt…”
“Vielleicht hätten die Damen mal einen Ton sagen können?”

“Vielleicht hätten die Herren mal Interesse zeigen können?”
“Und was genau willst du damit jetzt sagen?”

“Dass du ohne mich mal wieder total aufgeschmissen wärst.”
“Nur weil ich nicht weiß, wo wir uns auf dem Weihnachtsmarkt treffen??”

“Ohne Simone und mich gäbe es ja gar kein Treffen.”
“Richtig! Danke! Dann rufe ich Michael jetzt also mal an.”

“Und was willst du ihm dann sagen?”
“Wir werden einen Treffpunkt vereinbaren, was sonst.”

“Und wo?”
“Ich dachte, wir sollen das entscheiden?”

“Aber ich kann doch mal fragen?”
“Na schön, am Bremer Stadtmusikanten-Denkmal.”

“Wieso denn da?”
“Ja wieso denn nicht??”

“Da ist es immer so voll.”
“Na und??”

“Warum nicht in der Lloyd-Passage bei Gosch?”
“Da ist es ja noch viel voller!”

“Aber dafür ist es viel wärmer.”
“Schatz! Das entscheiden Michael und ich!”

“Aber ich werde doch wohl ein paar Wünsche äußern dürfen!”
“Darfst du nicht.”

“Sei doch nicht so unflexibel!”
“Soll ich das nun in die Hand nehmen oder nicht!?”

“Nein.”
“Wieso denn jetzt Nein??”

“Weil das nur wieder in die Hose geht.”
“Sag mal, du spinnst ja wohl! Gib mir das Telefon!”

“Nee! Das behalte ich!”
“Schatz, gib mir sofort das Telefon!”

“Nein!”
“Wie soll ich denn dann Michael anrufen??”

“Versprich erst, dass du nicht die Stadtmusikanten nimmst!”
“Und jetzt nehme ich erst recht die Stadtmusikanten!”

“Dann gebe ich dir auch nicht das Telefon!”
“Gib her!”

“NEIN!”
“GIB!”

“NIEMALS!”

[Die nun folgende Szene könnte spektakulärer kaum sein! Man sieht einen vom Sofa aufspringenden Kopfschüttler, der sich auf seine Liebste stürzt.
Das Telefon befindet sich hinter dem Rücken der Liebsten und wird erstaunlich standhaft von ihr verteidigt. Selbst ins Ohr pusten, Kitzeln in den Kniekehlen und in die Nase beißen fördern es nicht zutage.]

“Siehste, du kriegst das Telefon nicht!”
“Na schön. Also gut. Und jetzt?”

“Lloyd-Passage bei Gosch. Was anderes geht nicht.”
“Liebste, du weißt, ich liebe dich… Aber warum denn unbedingt da…”

“Weil das Plan B ist.”
“Plan B? Was ist denn nun wieder Plan B??”

“Von Simone und mir, falls ihr das wieder nicht hinkriegt!”

Kopfschüttel…

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Wetten, das zischt?

1. November 2007, aus der Schublade Freizeit und Reisen

Wetten, das zischt? (photocase.de © *paprika*)Meine Liebste und ich haben Urlaub.
Und wir liegen entspannt an einem Pool mit 30 Grad Wassertemperatur, der dennoch beim Hineinspringen eine Erfrischung darstellt; was unschwer auf die Umgebungstemperatur schließen lässt…

“Wollen wir mal?”
“Was? Ins Wasser, Süße?”

“Ja. Ich wette, das zischt, wenn ich rein springe!”
“Du bist ja auch verrückt, da stundenlang in der Sonne zu schmoren…”

“Das muss ich doch ausnutzen, die Sonne und alles.”
“Ein Brathähnchen ist nichts gegen dich.”

“Sehr witzig! Gehen wir jetzt?”
“Ich komme ja schon…”

[Meine Liebste lässt sich am Poolrand hinab ins Wasser und stößt dabei einen lauten und langen Genießerseufzer aus. Während ich sie so beobachte, formiert sich vor meinem geistigen Auge das Bild eines heißen Tauchsieders, den man zischend in einen Wassertopf stellt...]

“Ist das nicht herrlich, Schatz?”
“Ja. Das hat schon was. Trotzdem ein bisschen warm das Wasser…”

“Warm? Das Wasser? Nee!”
“Wie bitte?”

“Ich finde es ganz schön kalt.”
“Den Pool?? Schatz, der hat 30 Grad!”

“Na und? Hier, ich habe schon Gänsehaut, siehste?”
“Das kann doch jetzt nicht sein!”

“Habe ich Gänsehaut oder nicht!?”
“Doch, jaja… Das glaubt mir wieder keiner…”

“Was?”
“Dass dir hier in dieser Badewanne kalt ist!”

“Doch, du musst mich wärmen.”
“Ich??”

“Ja, du musst mich in den Arm nehmen.”
“Och Schatz! Lass uns lieber schwimmen, da wird dir auch warm.”

“Nein, Arm nehmen!”
“Schwimmen!”

“Arm nehmen!”
“Aber du bist glitschig!”

“Arm nehmen! Arm nehmen! ARM NEHMEN!”
“Himmel… Dann komm her.”

“Das mag ich, du nicht auch?”
“Ja.”

“Schau mal, ich kann hier ganz leicht auf deinem Schoß sitzen!”
“Das ist toll…”

“Magst du das denn nicht?”
“Doch, aber eigentlich wollte ich lieber…”

“…du wolltest mich lieber küssen, stimmt´s?”
“Nein, ich…”

“Du willst mich nicht küssen??”
“Doch, aber…”

“Du kannst einem aber auch die ganze Stimmung versauen!”
“So war das doch gar nicht gemeint!”

“Blasskäse!”
“Brathähnchen!”

“Kalkleiste!”
“Schokomarie!”

“Ich bin gar nicht braun!”
“Stimmt, du wirst schon langsam schwarz!”

“Guck mal die da an der Bar, DIE ist braun!”
“Aber Liebste, das ist doch eine Afrikanerin oder so!”

“Na und?”
“Das ist doch was völlig anderes!”

“So braun will ich aber auch sein!”
“Hör auf zu spinnen!”

“Nur einmal.”
“So ein Quatsch!”

“Wenn ich das doch aber will?”
“Aber wofür denn??”

“Weil es gut aussieht.”
“Du siehst doch auch so gut aus!”

“So blass meinst du?”
“Du bist nicht blass und jetzt hör auf damit! Himmel!”

“Mein Arm ist viel brauner als deiner, hier.”
“Ja…”

“Und deine Nase ist schon ganz rot.”
“Was?? Warum sagst du mir das denn nicht früher??”

“Weil du dich dann ja sofort eincremst.”
“Das werde ich jetzt auch gleich tun!”

“Du sollst aber auch braun werden.”
“Schatz! Ich werde auch mit Sonnencreme braun!”

“Aber nicht so braun wie ich!”

Kopfschüttel…

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Kann man die essen?

9. Oktober 2007, aus der Schublade Freizeit und Reisen

Kann man die essen? (photocase.de © onesecondupndown)Meine Liebste und ich nutzen den wunderschönen Sonntag, um einen langen Waldspaziergang durch die pure Natur zu machen. Das geht besonders gut am Bremer Behlingsee, ein echter Geheimtipp; selbst für Bremer.
Was man so alles entdeckt, wenn man sich seine Umgebung mal wieder aufmerksam anschaut…

“Schau mal, da sind ja Pferde!”
“Ja Liebste, die sind hier überall.”

“Ich möchte auch mal wieder reiten gehen.”
“Kannst ja mal auf einem der Höfe da fragen.”

“Und schau mal: hier sind ganz viele Pilze!”
“Ja.”

“Kann man die essen?”
“Es sind Champignons, Schatz…”

“Die hier?? Das sind Champignons?”
“Wusstest du das nicht?”

“Nö. Also ich würde die nicht essen.”
“Und warum nicht?”

“Wer weiß, ob es wirklich Champignons sind.”
“Was denn sonst??”

“Vielleicht sehen die nur so aus?”
“Dann darfst du auch keine Erdbeeren mehr essen.”

“Wieso denn Erdbeeren?”
“Naja vielleicht sehen die ja nur so aus wie Erdbeeren?”

“Ich weiß doch wohl, wie Erdbeeren aussehen!”
“Und ich weiß, wie Champignons aussehen!”

“Dann pflück dir doch welche!”
“Nee.”

“Siehst du, du traust dich auch nicht.”
“Was heißt denn hier nicht trauen??”

“Ich dachte, das sind Champignons?”
“Sind es ja auch!”

“Und warum nimmst du die dann nicht mit?”
“Was soll ich denn jetzt damit??”

“Naja für heute Abend?”
“Nein, ach was!”

“Du traust dich nicht!”
“Hör auf jetzt!”

“Feigling! Feigling!”
“Schatz!”

“Hämämäämämäää Häääääää!”
“Ich stelle dich gleich in das Maisfeld da!”

“Wieso in das Maisfeld??”
“Da pflanze ich dich ein.”

“Und warum das?”
“Da kannst du dann in aller Ruhe groß werden!”

“Ich soll wachsen?”
“Ich meinte eher…”

“Aber dann bin ich ja größer als du!”
“Ähm…”

“Nee, nee, nee! Ich will keinen kleinen Bubi!”
“Bubi?? Du nennst mich einen…”

“Obwohl, das hätte auch einen Vorteil.”
“Was! Wenn ich ein Bubi wäre??”

“Nee, wenn du kleiner wärst, als ich.”
“So? Und welchen Vorteil hätte das bitte?”

“Dann kannst du viel leichter für mich Erdbeeren pflücken!”

Kopfschüttel…

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Nirgendwo hinfliegen

28. Juli 2008, aus der Schublade Freizeit und Reisen

Meine Liebste und ich sind auf dem Weg an die Ostsee, Freunde besuchen und vielleicht auch ein wenig am Strand liegen.
Wir sind schon eine ganze Zeit lang unterwegs, aber wir sind uns sicher, die doch recht lange Fahrt lohnt sich!

“Schatz? Warum machst du so ein nachdenkliches Gesicht?”
“Ich lausche den Nachrichten im Radio, Süße.”

“Ach so, und? Gibt´s was Interessantes?”
“Ja. Die Lufthansa streikt am Montag ab 0.00 Uhr.”

“Echt jetzt??”
“Schatz! Das kommt seit Tagen in den Nachrichten!”

“Na und? Ich will doch sowieso nirgendwo hinfliegen.”
“Na toll. DAS ist wirklich echte Solidarität, Schatz…”

“Ab 0.00 Uhr streiken die, also genau ab Mitternacht?”
“Ja. Angeblich.”

“Aber wenn die da gerade in der Luft sind, ich meine…”
“Und? Was ist dann?”

“Naja, die können ja nicht einfach anhalten, oder?”
“Ähm… Ich denke nicht, nein…”

“Und was machen die dann??”
“Schatz, ich glaube, ich möchte jetzt nicht weiter darüber…”

“Naja, ist aber eigentlich auch ganz egal, oder?”
“Egal?? Mitten in der Hauptreisezeit ein Lufthansa-Streik??”

“Nein, ich meine, ob die während des Fluges streiken.”
“Ähm…”

“Die fliegen doch eh immer mit Autopilot, oder??”

Kopfschüttel…

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Du darfst dir was wünschen

23. Juni 2008, aus der Schublade Freizeit und Reisen

Du darfst dir was wünschen (photocase.de © laura.)Meine Liebste und ich sitzen am Nachmittag im Café Ambiente an der Weserpromenade und essen leckeren Käsekuchen.
Die Stimmung ist entspannt und wir freuen uns über die schöne Zeit.

“Ich hab dich lieb, mein Schatz.”
“Ich dich auch, Süße.”

“Und weil ich dich so lieb habe, möchte ich dir etwas schenken.”
“Etwas schenken?? Gerne! Womit habe ich das denn verdient??”

“Och, einfach nur so… Und wegen dem Kratzer an deinem Auto…”
“Aha! Daher weht der Wind! Trotzdem freut mich das. Gib her!”

“Aber JETZT doch noch nicht, ich habe ja noch gar nichts besorgt!”
“Ach so…”

“Du darfst dir was wünschen.”
“Hm…”

“Also: was soll ich dir schenken?”
“Eine Autorennbahn.”

“Ein schickes Sommerhemd vielleicht?”
“Nein, eine Autorennbahn.”

“Oder Kinokarten für Indiana Jones?”
“Eine Autorennbahn.”

“Wie wäre es mit einem Ryanair-Flug nach Barcelona?”
“Nee, ne Autorennbahn.”

“Oder zum Essen einladen?”
“Eine Autorennbahn.”

“Jetzt hör doch mal auf mit deiner blöden Autorennbahn!”
“Ich hätte aber gerne eine?”

“Ach was! Wo willst du die denn hinstellen!”
“Da findet sich schon was…”

“Jetzt wünsch dir endlich was Ordentliches!”
“Eine Autorennbahn.”

“Blödmann!”
“Na schön, dann eine Eisenbahn.”

“Wolltest du nicht einen neuen MP3-Player haben?”
“Nee, aber eine Eisenbahn.”

“Oder ein tolles Romantikwochenende für uns zwei?”
“Wenn ich da meine neue Eisenbahn mitnehmen darf, dann ja.”

“Oder wie wäre es mit einer neuen Tasche für die Arbeit?”
“Eine Eisenbahn. Spur H0 bitte.”

“SCHATZ! Warum willst du denn unbedingt so einen Blödsinn!?”
“Du hast gesagt, dass ich mir was wünschen darf!”

“Aber doch nicht so was!”
“Wieso denn! Wenn ich doch gerne eine Eisenbahn hätte??”

“Eben war es noch eine Autorennbahn!”
“Also gut, dann eine Autorennbahn.”

“NEIN! So meinte ich das jetzt nicht!”
“Aber du schlägst ja nur Sachen vor, die DU dir für mich wünschst!”

“Ich weiß ja schließlich auch, was gut für dich ist!”
“Eine Autorennbahn ist auch gut für mich. Für uns.”

“Ach! Und was ist daran bitte gut für uns??”
“Mit einer Autorennbahn können wir gemeinsam viel Spaß haben.”

“Zusammen?? Ich soll mit dir Autorennbahn spielen??”
“Natürlich!”

“Niemals! Das finde ich total doof, so Autorennen!”
“Schade…”

“Und müsste ich bei einer Eisenbahn auch irgendwas machen?”
“Bei einer Eisenbahn? Nö. Die fährt von alleine.”

“Gut, dann kriegst du eine Eisenbahn. Ich habe da eine Idee.”
“Super! Danke! Wollen wir gleich losgehen, eine kaufen??”

“Nee, nicht notwendig.”
“Nicht notwendig? Wie meinst du das?”

“Die kann man mieten, muss man nicht kaufen.”
“Mieten?? Wo das denn??”

“Am Bahnhof. Da setze ich dich jetzt gleich in den ICE nach München, du Blödmann! Und zwar OHNE Rückfahrkarte!”

Kopfschüttel…

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Der Lustigkeitsfaktor

12. Juni 2008, aus der Schublade Freizeit und Reisen

Der Lustigkeitsfaktor (photocase.de © es.war.einmal..)Meine Liebste und ich waren gestern Abend im Kino, “Love Vegas” mit Cameron Diaz und Ashton Kutcher wurde gewählt; nachdem ich mich mit “Indiana Jones” bei der Liebsten nicht durchsetzen konnte… Nunja.
Aber ich muss sagen: trotz anfänglicher Skepsis bereue ich das nicht! Eine prima Komödie.

“Und Schatz? Wie fandest du den Film?”
“Super. Echt klasse, der war sehr witzig, Süße!”

“Habe ich ja gleich gesagt!”
“Jaaa doch… Da hast du mal sehr gut gewählt, ich gebe es ja zu…”

“Filme mit Cameron Diaz sind immer gut.”
“Aha…”

“Mit der ist der Lustigkeitsfaktor immer turmhoch wolkenwärts.”
“Was? Was hast du gerade gesagt??”

“Cameron Diaz ist…”
“Nein, nein, das andere, was war das noch??”

“Der Lustigkeitsfaktor.”
“Genau! Und was war das mit den Wolken??”

“Wolkenwärts. Turmhoch.”
“Was ist das denn jetzt plötzlich??”

“Wieso! Was soll das sein??”
“Was ist denn bitte ein Lustigkeitsfaktor wolkenwärts turmhoch??”

“Nein, es heißt Lustigkeitsfaktor turmhoch wolkenwärts.”
“Na gut, dann eben so! Und was soll das??”

“Wie meinst du das, versteht man doch, oder??”
“Kannst du nicht einfach sagen SUPER?? Wie andere Menschen auch??”

“Genau Schatz! Genau DAS ist ja das Problem!”
“Was jetzt! Verstehe ich nicht??”

“Dass alle immer sagen: SUPER! oder GEIL! oder so.”
“Und was ist daran jetzt das Problem, bitte??”

“Weil es langweilig ist, immer das Gleiche zu sagen.”
“Ähm…”

“Du fragst: wie wars? Ich antworte: Super. Toll. Klasse. Prima.”
“Soweit kann ich dir ja folgen, aber…”

“Und das ist doch langweilig!”
“Ähm, und deswegen hast du dir jetzt…”

“…habe ich mir eine außergewöhnliche Antwort ausgedacht.”
“Der Lustigkeitsfaktor ist wolkenhoch…”

“Turmhoch wolkenwärts.”
“Oh, entschuldige…”

“Gut, oder?”
“Naja, also, ich, ähm…”

“Noch Fragen?”
“Und wenn ich sage: Schatz, heute siehst du
super aus??”

“Geht so, aber das sagt ja jeder Kerl zu seiner Freundin.”
“Ah, und deswegen ist das langweilig, verstehe ich das richtig??”

“Genau!”
“Soso, aha… Sag mal, nimmst du irgendwelche Tabletten??”

“Wieso! Dir muss erst einmal was Besseres einfallen!”
“Schatz, du siehst heute atemberaubend und bezaubernd aus.”

“Nee. Das ist zu sehr geschleimt.”
“Aha. Schatz, du bist die schönste Frau auf der ganzen Welt.”

“Nee! Das ist ja wohl total übertrieben!”
“Ähm… Schatz, dein Schönheitsfaktor ist heute turmhoch wolkenwärts…”

“Nee! Das ist nachgeplappert! Das ist mein Spruch!”
“Dein Beauty-Quotient ist überragend
exzellent. Exponentiell gesehen.”

“So ein Quatsch!”
“Wieso das denn jetzt??”

“Das versteht ja keiner, so einen Fremdwort-Blödsinn!”
“Ach so?? Und ich dachte, das würde dir sicher gefallen…”

“Nee, tut es nicht!”
“Also ich fand´s lustig!”

“Du kannst mir ja nicht mal ein originelles Kompliment machen!”
“Na toll! Dir kann man es ja auch nie recht machen!”

“Das kommt aber nur, weil…”
“Ja?? Warum bitte!? Jetzt bin ich aber mal gespannt!”

“…weil dein Einschleimfaktor turmhoch wolkenwärts ist!”

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Nicht wieder so viel Unsinn!

5. Mai 2008, aus der Schublade Freizeit und Reisen

Nicht wieder so viel Unsinn! (photocase.de © judigrafie)Meine Liebste hat vor ein paar Monaten eine neue Freundin in Bremen gefunden.
Für heute haben die beiden Damen geplant, sich gegenseitig ihre männlichen Begleiter vorzustellen. Gleich soll es losgehen!

“Bist du fertig, Schatz?”
“Ja, Süße.”

“Und was ist mit dem Hemd?”
“Mit meinem Hemd? Was soll damit sein??”

“Willst du das wirklich an lassen?”
“Wieso, was ist denn damit??”

“Du hast so schöne Hemden, und dann ausgerechnet das!”
“Das ist eines meiner Lieblingshemden!”

“Wenigstens heute könntest du ja mal ein anderes anziehen.”
“Liebste, wir gehen ein Bier trinken und nicht in die Oper.”

“Ich möchte, dass Sandra einen guten Eindruck von dir kriegt.”
“Das wird voraussichtlich nicht an diesem Hemd scheitern.”

“Na schön, dann lass das eben an. Mir doch egal.”
“Danke.”

“Aber benimm dich wenigstens.”
“Wie bitte??”

“Du sollst dich heute Abend mal benehmen.”
“Soll das heißen, ich würde mich sonst nicht benehmen??”

“Ich sage es ja nur.”
“Und was heißt das jetzt genau??”

“Du sollst nicht wieder so viel Unsinn reden.”
“Na das sagt ja genau die Richtige…”

“Und keine Frauenwitze.”
“Ja, natürlich… Auch keine Blondinenwitze?”

“Ganz besonders keine Blondinenwitze!”
“Schade…”

“Schatz!”
“Jaja, ich werde keine Blondinenwitze machen. Wahrscheinlich.”

“Und auch keine Witze über Aerobic oder Body Pump.”
“Worüber?? Aerobic? BODY PUMP?? Was ist das denn??”

“Das ist neu.”
“Aha. Und Sandra und ihr Freund machen, ähm, Body Pump, ja?”

“Nein.”
“Sondern wer?”

“Ich.”
“DU?? Du machst Body Pump?? Was ist denn das!?”

“Das ist ein intensives Ganzkörpertraining im Fitnessstudio.”
“Also Aerobic.”

“Nein, bei Aerobic bewegt man sich zu Musik.”
“Und bei Body Pump??”

“Da bewegt man sich mit Hanteln zu Musik.”
“ACH SO! Klar, das ist natürlich ganz was anderes!”

“Siehst du! Genau sowas, das sollst du heute Abend lassen!”
“Aber Schatz! Seit wann gehst du denn in ein Fitnessstudio??”

“Noch nicht, aber ab nächste Woche. Mit Sandra zusammen.”
“Ihr beide?? Warum darf ich denn da nicht mit zum Body Pump?”

“Willst du denn mit?”
“Nein.”

“Blödmann!”
“Haha!”

“Reiß dich heute Abend zusammen, ich will da nichts von hören!”
“Gut, schön, also keine Witze über Body Pump.”

“Und bohr nicht in der Nase oder Schmatzen oder so.”
“Na toll! Und warum soll ich dann überhaupt mitgehen??”

“Schatz!”
“Gut, kein Popeln, kein Schmatzen. Rülpsen auch nicht?”

“Nein.”
“Hm… Also mal anders gefragt: was darf ich denn?”

“Nichts. Am besten gar nichts machen.”
“Einfach nur schön still neben dir sitzen, ja?”

“Genau.”
“Und wenn die mich was fragen? Ich meine, das könnte passieren…”

“Dann antwortest du höflich, und nichts Schwachsinniges.”
“OK, das muss ich natürlich erst einmal üben. Frag mal was.”

“Ich?? Was soll ich dich denn fragen?”
“Egal, was man eben so fragt, wenn man sich das erste Mal trifft.”

“Hm… Gut, also: Machst du auch Sport?”
“Ich? Klar! Ich mache Body Pump.”

“Mann! Lügen darfst du auch nicht!”
“Nicht? Aber Schatz, so etwas musst du mir doch sagen!”

“Also nochmal: Machst du irgendwas an Sport?”
“Ja sicher, aber nicht oft, sonst werde ich zu dick.”

“Zu dick?? Was machst du denn für einen Sport?”
“Ritter Sport.”

“SCHATZ!!”
“Haha!!”

“Ich sehe schon, das geht bestimmt in die Hose heute…”
“Quatsch! Ich werde einen glänzenden Begleiter für dich abgeben.”

“Hoffentlich ist Sandras Freund ein Trottel.”
“Was?? Wieso denn das?”

“Dann passt ihr wenigstens gut zusammen!”

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Zu dick gewickelt

28. April 2008, aus der Schublade Freizeit und Reisen

Zu dick gewickelt (photocase.de © mathias the dread)Meine Liebste und ich sind mit Freunden zu einer Radtour verabredet.
Wir stehen bei allerschönstem Frühlingswetter bereits vor unserer Haustür, um auf die beiden zu warten, denn sie sind noch nicht da.
Aber ich bin mir sicher: es kann jeden Augenblick losgehen.

“Wo wollen wir denn eigentlich hinfahren?”
“Mal sehen, Süße. Müssen wir gleich mal besprechen.”

“Ich mache mir jetzt erst einmal die Klammern um die Hose.”
“Tu das.”

“Soll ich nur rechts oder auch links?”
“Wieso… Hast du denn zwei Klammern??”

“Ja, ich habe zwei, soll ich?”
“Warum nicht… Mach beide drum.”

[Meine Liebste legt sorgfältig beide Hosenklammern an.]

“Sieht das jetzt nicht komisch aus?”
“Naja… Ein bisschen vielleicht, aber wenn du erst…”

“Nee, das geht so nicht!”
“Also wenn du erst mal auf dem Fahrrad sitzt, dann…”

[Meine Liebste nimmt die linke Klammer wieder ab.]

“So, aber irgendwie sieht das immer noch doof aus…”
“Schatz, die sollst du ja auch nur zum Radfahren tragen, und nicht…”

“Ich nehme die andere auch ab, das gefällt mir nicht.”
“Aber…”

[Meine Liebste nimmt auch die rechte Klammer wieder ab.]

“Und jetzt?”
“Was und jetzt!”

“Jetzt mache ich mir beim Fahren bestimmt die Hose schmutzig!”
“Du hast ja auch die Klammern wieder abgenommen!”

“Ich könnte die Hose ja vielleicht auch hochkrempeln…”
“Ja, das könntest du natürlich…”

“Soll ich nicht?”
“Doch, mach. Hauptsache, du wirst mal fertig bald…”

[Meine Liebste krempelt ihre Hosenbeine bis zu den Knien hoch.]

“Und wie sieht das jetzt aus?”
“Alles gut, lass es jetzt so.”

“Ist das jetzt nicht zu dick gewickelt?”
“Nein, ist in Ordnung, alles gut. So geht´s.”

[Meine Liebste läuft zu dem Bäcker nebenan und schaut sich dort im spiegelnden Schaufenster an.]

“Ja, stimmt. Hose geht jetzt.”
“Na Gott sei Dank…”

“Aber die Schuhe gehen jetzt so nicht mehr!”
“Was?? Wieso, was ist denn jetzt mit den Schuhen??”

“Mit hochgekrempelter Hose sehen meine Füße so groß aus!”
“So ein Quatsch!”

“Doch, schau doch mal, wie groß die Schuhe jetzt sind!”
“Ich schätze, genauso groß wie vorher!”

“Wie machst du das denn eigentlich?”
“Meine Füße sind jeden Tag gleich groß.”

“Nein, ich meine doch, mit deiner Hose und der Kette?”
“Gar nichts. Bei mir wird da nichts schmutzig.”

“Und wieso dann bei mir??”
“Keine Ahnung, was du da immer machst!”

“Hätte ich mir doch besser gleich eine kurze Hose angezogen…”
“Schatz! Wir machen eine kleine Radtour, keine Tour de France!”

“Trotzdem muss man da ja nicht wie Hein Blöd aussehen.”
“Ich mag Hein Blöd.”

“Nee, du BIST Hein Blöd!”
“Pff! Aber du mit deinen Sieben-Meilen-Stiefeln!”

“Du bist so doof!”
“Habe ich mit dem Blödsinn angefangen? Nein!”

“Ich hätte besser eine andere Hose und andere Schuhe angez…”
“Quatsch! Jetzt hör auf damit!”

“Jaaa… Wo bleiben Nicole und Frank denn eigentlich?”
“Keine Ahnung, aber die kommen schon gleich.”

“Dann könnte ich ja noch mal hoch gehen.”
“Was! Jetzt?? Die kommen gleich, bleib hier!”

“Ich gehe eben schnell hoch.”
“Warum?? Du willst dich doch jetzt nicht ernsthaft noch umziehen??”

“Umziehen? Nee, wieso?”
“Aha. Und warum willst du dann jetzt noch mal nach oben?”

“Dann kann ich mir schnell noch die Beine eincremen!”

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Ich sehe alles

18. Februar 2008, aus der Schublade Freizeit und Reisen

Ich sehe alles (photocase.de © prokop)Meine Liebste und ich verbringen – Dank eines Schnäppchens von Ryanair – ein wundervolles verlängertes Wochenende im norwegischen Oslo.
Und die Stadt kann sich wirklich sehen lassen!
Hier sind wir also genau richtig und es gibt beim ersten Schlendern bereits viel zu entdecken.

“Ganz schön kalt hier, oder?”
“Ja Süße. Egal, wir sind ja schön warm angezogen.”

“Ich friere jetzt schon…”
“Wir sind doch aber gerade erst losgegangen??”

“Trotzdem, ich habe gar keine Strümpfe eingepackt…”
“Schau mal, da ist das Theater.”

“Wo?”
“Na da, direkt vor uns? Sieht doch aus wie ein Theater…”

“Ach ja.”
“Und dahinter ist auch die U-Bahn-Station.”

“Wo?”
“Da!”

“Ach ja…”
“Du solltest vielleicht mal deine Sonnenbrille absetzen…”

“Nee, ich sehe alles.”
“Guck mal, eine Eisbahn mitten in der Stadt!”

“Wo?”
“DA VORNE!”

“Ach ja…”
“Sag mal, was ist denn mit dir los??”

“Nichts, wieso?”
“Weil du anscheinend blind bist!”

“Quatsch, ich sehe hundertprozentig.”
“Also wenn ich dich nicht schon so lange kennen würde, dann…”

“Jajaja, sag mir einfach, wenn du was Tolles siehst.”
“Wie bitte??”

“Wenn du was Interessantes siehst, dann sag mir das.”
“Ja, rein akustisch habe ich das wohl verstanden, aber…”

“Mach einfach!”
“Ähm… Da ist ein riesiges Hard Rock Café…”

“Wo?”
“DA! Dadadadada!! Da links!!”

“Ach ja, das sieht gut aus, wollen wir da mal rein?”
“Vielleicht gehen wir besser erst bei einem Optiker vorbei??”

“Was soll ich da denn??”
“Eine Brille mit sehr hohen Korrekturwerten vielleicht??”

“Nee, dann lass uns lieber Schuhe kaufen gehen.”
“Jetzt?? Das kommt überhaupt gar nicht in Frage!”

“Wäre aber besser, dann sehe ich auch wieder was.”
“Wenn wir Schuhe kaufen gehen??”

“Ja.”
“Ähm… Schatz! Wir sind gerade angekommen und da willst du…”

“Du verstehst das nicht, ich kann dann wieder alles sehen.”
“Wenn du neue Schuhe hast??”

“Ja.”
“Und wieso??”

“Weil ich, wenn ich Schuhe ohne Absätze hätte, nicht die ganze Zeit auf das Kopfsteinpflaster hier schauen müsste!”

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Schätzungsweise 2.356

23. Januar 2008, aus der Schublade Freizeit und Reisen

Schätzungsweise 2.356 (photocase.de © Accela)Meine Liebste und ich schlendern durch die Bremer Einkaufsstraße und schauen uns Schaufenster an; Tchibo, Nokia, Roland-Schuhe, L´TUR, und so weiter. Mein Aufwand, die Liebste vom Betreten jedes Geschäftes abzuhalten, ist beachtlich…

“Lass uns mal bei Thalia nach Reiseführern gucken, ja?”
“Und wofür brauchen wir jetzt einen Reiseführer, Süße?”

“Nur so, die kann man immer gebrauchen.”
“Ah… Dann können wir ja auch 100 Brötchen kaufen.”

“Wofür denn 100 Brötchen??”
“DIE kann man auch immer brauchen!”

“Das ist doch Blödsinn!”
“Und wofür willst du einen Reiseführer, wenn wir gar nicht verreisen??”

“Wer sagt, dass wir nicht verreisen??”
“Habe ich was verpasst, oder was?? Wohin verreisen wir, bitte??”

“Wo möchtest du denn hin?”
“Ich möchte jetzt nirgendwo hin!”

“Du möchtest nicht mit mir in Urlaub fahren?”
“Doch, aber…”

“Dann können wir doch auch einen Reiseführer kaufen!?”
“Aber Schatz, dazu müssten wir doch wenigstens wissen, wohin!”

“Wieso?”
“Was heißt denn wieso??”

“Wenn wir einen Reiseführer finden, kann man da doch mal hin?”
“Aber so haben wir ja noch nie einen Urlaub geplant!”

“Jetzt habe ich mal eine Idee und das passt dem Herrn nicht!”
“Liebste, da gibt es schätzungsweise 2.356 Reiseführer bei Thalia!”

“Na und?”
“Ja willst du die alle erst durchlesen oder wie??”

“Wir können ja erst alle aus dem Bereich Karibik raussuchen.”
“Karibik??”

“Da haben die bestimmt was.”
“Wieso denn Karibik??”

“Weil da im April sehr gutes Wetter ist.”
“April?? Wieso bloß werde ich das Gefühl nicht los, dass du…”

“Habe ich so gehört.”
“Gehört, ja klar! Ich glaube eher, dass du schon längst…”

“Ich will doch nur einen Reiseführer über Punta Cana oder so!”
“Das geht mir schon wieder alles viel zu schnell!”

“Wenn ich mich nicht immer darum kümmern würde, dann…”
“Ach so! Waren wir die letzten Jahre im Urlaub oder nicht!?”

“Doch, waren wir.”
“Also.”

“Aber noch nie auf Punta Cana.”
“Da will ich auch nicht hin!”

“Genau deswegen will ich einen Reiseführer über Punta Cana.”
“Weil ich da nicht hin will??”

“Wenn wir erst den Reiseführer haben, dann willst du auch hin!”

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Sei doch nicht so unflexibel!

19. Dezember 2007, aus der Schublade Freizeit und Reisen

Sei doch nicht so unflexibel! (photocase.de © Krissi3012)Meine Liebste und ich wollen uns mit Freunden auf dem Bremer Weihnachtsmarkt treffen, um gemeinsam ein paar Leckereien zu futtern, Lumumba zu trinken und natürlich auch um zu quatschen. Es verspricht, ein netter Abend zu werden! Wir sitzen aber noch zu Hause.

“Es wird langsam Zeit, Schatz. Wir müssen los…”
“Ja, Süße. Aber wieso die Eile? ”

“Weil wir in 20 Minuten da sein müssen.”
“Oh… OK, und wo treffen wir uns denn auf dem Weihnachtsmarkt?”

“Pff! Weiß ich doch nicht?”
“Wie bitte??”

“Das musst du doch wohl wissen.”
“Warum ich denn??”

“Was hast du denn mit Michael abgesprochen?”
“Ich?? Nichts! Ich habe gar nicht mit Michael gesprochen!”

“Aber Simone hat gesagt, ihr regelt das?”
“Aber DU hast doch mit Simone telefoniert, warum…”

“Wir wollten das nicht ganz über eure Köpfe hinweg entscheiden.”
“Was! Wo wir uns treffen??”

“Wir haben nur die Zeit abgemacht, sonst nichts.”
“Aha. Na toll! Ja und jetzt???”

“Ruf Michael doch einfach an?”
“Das ist ja echt wieder nach meinem Geschmack!”

“Kann ich doch nichts dafür, wenn ihr das vergesst!”
“Ich wusste doch aber gar nichts davon!”

“Das stimmt nicht! Ich habe dir gesagt, ruf Michael an.”
“Aber du hast nicht gesagt, warum!”

“Ich dachte, das würde er dir dann schon am Telefon sagen.”
“Schatz! Das ist ja wohl nicht dein ernst!”

“Klar, jetzt bin ich wieder schuld!”
“Ja, das bist du auch!”

“Nur weil ihr Männer euch immer drauf verlasst!”
“So? Und worauf verlassen wir uns?”

“Dass wir Frauen immer alles organisieren.”
“Tut ihr ja auch, besonders Simone und du!”

“Was soll das denn heißen, Simone und ich??”
“Weil ihr immer alles plant und wir da nichts zu sagen haben.”

“Aber dieses Mal wollten wir doch, dass ihr auch was plant!”
“Oh! Da bedanke ich mich vielmals, Gnädigste!”

“Man sieht ja, was rauskommt, wenn man euch was überlässt…”
“Vielleicht hätten die Damen mal einen Ton sagen können?”

“Vielleicht hätten die Herren mal Interesse zeigen können?”
“Und was genau willst du damit jetzt sagen?”

“Dass du ohne mich mal wieder total aufgeschmissen wärst.”
“Nur weil ich nicht weiß, wo wir uns auf dem Weihnachtsmarkt treffen??”

“Ohne Simone und mich gäbe es ja gar kein Treffen.”
“Richtig! Danke! Dann rufe ich Michael jetzt also mal an.”

“Und was willst du ihm dann sagen?”
“Wir werden einen Treffpunkt vereinbaren, was sonst.”

“Und wo?”
“Ich dachte, wir sollen das entscheiden?”

“Aber ich kann doch mal fragen?”
“Na schön, am Bremer Stadtmusikanten-Denkmal.”

“Wieso denn da?”
“Ja wieso denn nicht??”

“Da ist es immer so voll.”
“Na und??”

“Warum nicht in der Lloyd-Passage bei Gosch?”
“Da ist es ja noch viel voller!”

“Aber dafür ist es viel wärmer.”
“Schatz! Das entscheiden Michael und ich!”

“Aber ich werde doch wohl ein paar Wünsche äußern dürfen!”
“Darfst du nicht.”

“Sei doch nicht so unflexibel!”
“Soll ich das nun in die Hand nehmen oder nicht!?”

“Nein.”
“Wieso denn jetzt Nein??”

“Weil das nur wieder in die Hose geht.”
“Sag mal, du spinnst ja wohl! Gib mir das Telefon!”

“Nee! Das behalte ich!”
“Schatz, gib mir sofort das Telefon!”

“Nein!”
“Wie soll ich denn dann Michael anrufen??”

“Versprich erst, dass du nicht die Stadtmusikanten nimmst!”
“Und jetzt nehme ich erst recht die Stadtmusikanten!”

“Dann gebe ich dir auch nicht das Telefon!”
“Gib her!”

“NEIN!”
“GIB!”

“NIEMALS!”

[Die nun folgende Szene könnte spektakulärer kaum sein! Man sieht einen vom Sofa aufspringenden Kopfschüttler, der sich auf seine Liebste stürzt.
Das Telefon befindet sich hinter dem Rücken der Liebsten und wird erstaunlich standhaft von ihr verteidigt. Selbst ins Ohr pusten, Kitzeln in den Kniekehlen und in die Nase beißen fördern es nicht zutage.]

“Siehste, du kriegst das Telefon nicht!”
“Na schön. Also gut. Und jetzt?”

“Lloyd-Passage bei Gosch. Was anderes geht nicht.”
“Liebste, du weißt, ich liebe dich… Aber warum denn unbedingt da…”

“Weil das Plan B ist.”
“Plan B? Was ist denn nun wieder Plan B??”

“Von Simone und mir, falls ihr das wieder nicht hinkriegt!”

Kopfschüttel…

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Wetten, das zischt?

1. November 2007, aus der Schublade Freizeit und Reisen

Wetten, das zischt? (photocase.de © *paprika*)Meine Liebste und ich haben Urlaub.
Und wir liegen entspannt an einem Pool mit 30 Grad Wassertemperatur, der dennoch beim Hineinspringen eine Erfrischung darstellt; was unschwer auf die Umgebungstemperatur schließen lässt…

“Wollen wir mal?”
“Was? Ins Wasser, Süße?”

“Ja. Ich wette, das zischt, wenn ich rein springe!”
“Du bist ja auch verrückt, da stundenlang in der Sonne zu schmoren…”

“Das muss ich doch ausnutzen, die Sonne und alles.”
“Ein Brathähnchen ist nichts gegen dich.”

“Sehr witzig! Gehen wir jetzt?”
“Ich komme ja schon…”

[Meine Liebste lässt sich am Poolrand hinab ins Wasser und stößt dabei einen lauten und langen Genießerseufzer aus. Während ich sie so beobachte, formiert sich vor meinem geistigen Auge das Bild eines heißen Tauchsieders, den man zischend in einen Wassertopf stellt...]

“Ist das nicht herrlich, Schatz?”
“Ja. Das hat schon was. Trotzdem ein bisschen warm das Wasser…”

“Warm? Das Wasser? Nee!”
“Wie bitte?”

“Ich finde es ganz schön kalt.”
“Den Pool?? Schatz, der hat 30 Grad!”

“Na und? Hier, ich habe schon Gänsehaut, siehste?”
“Das kann doch jetzt nicht sein!”

“Habe ich Gänsehaut oder nicht!?”
“Doch, jaja… Das glaubt mir wieder keiner…”

“Was?”
“Dass dir hier in dieser Badewanne kalt ist!”

“Doch, du musst mich wärmen.”
“Ich??”

“Ja, du musst mich in den Arm nehmen.”
“Och Schatz! Lass uns lieber schwimmen, da wird dir auch warm.”

“Nein, Arm nehmen!”
“Schwimmen!”

“Arm nehmen!”
“Aber du bist glitschig!”

“Arm nehmen! Arm nehmen! ARM NEHMEN!”
“Himmel… Dann komm her.”

“Das mag ich, du nicht auch?”
“Ja.”

“Schau mal, ich kann hier ganz leicht auf deinem Schoß sitzen!”
“Das ist toll…”

“Magst du das denn nicht?”
“Doch, aber eigentlich wollte ich lieber…”

“…du wolltest mich lieber küssen, stimmt´s?”
“Nein, ich…”

“Du willst mich nicht küssen??”
“Doch, aber…”

“Du kannst einem aber auch die ganze Stimmung versauen!”
“So war das doch gar nicht gemeint!”

“Blasskäse!”
“Brathähnchen!”

“Kalkleiste!”
“Schokomarie!”

“Ich bin gar nicht braun!”
“Stimmt, du wirst schon langsam schwarz!”

“Guck mal die da an der Bar, DIE ist braun!”
“Aber Liebste, das ist doch eine Afrikanerin oder so!”

“Na und?”
“Das ist doch was völlig anderes!”

“So braun will ich aber auch sein!”
“Hör auf zu spinnen!”

“Nur einmal.”
“So ein Quatsch!”

“Wenn ich das doch aber will?”
“Aber wofür denn??”

“Weil es gut aussieht.”
“Du siehst doch auch so gut aus!”

“So blass meinst du?”
“Du bist nicht blass und jetzt hör auf damit! Himmel!”

“Mein Arm ist viel brauner als deiner, hier.”
“Ja…”

“Und deine Nase ist schon ganz rot.”
“Was?? Warum sagst du mir das denn nicht früher??”

“Weil du dich dann ja sofort eincremst.”
“Das werde ich jetzt auch gleich tun!”

“Du sollst aber auch braun werden.”
“Schatz! Ich werde auch mit Sonnencreme braun!”

“Aber nicht so braun wie ich!”

Kopfschüttel…

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Kann man die essen?

9. Oktober 2007, aus der Schublade Freizeit und Reisen

Kann man die essen? (photocase.de © onesecondupndown)Meine Liebste und ich nutzen den wunderschönen Sonntag, um einen langen Waldspaziergang durch die pure Natur zu machen. Das geht besonders gut am Bremer Behlingsee, ein echter Geheimtipp; selbst für Bremer.
Was man so alles entdeckt, wenn man sich seine Umgebung mal wieder aufmerksam anschaut…

“Schau mal, da sind ja Pferde!”
“Ja Liebste, die sind hier überall.”

“Ich möchte auch mal wieder reiten gehen.”
“Kannst ja mal auf einem der Höfe da fragen.”

“Und schau mal: hier sind ganz viele Pilze!”
“Ja.”

“Kann man die essen?”
“Es sind Champignons, Schatz…”

“Die hier?? Das sind Champignons?”
“Wusstest du das nicht?”

“Nö. Also ich würde die nicht essen.”
“Und warum nicht?”

“Wer weiß, ob es wirklich Champignons sind.”
“Was denn sonst??”

“Vielleicht sehen die nur so aus?”
“Dann darfst du auch keine Erdbeeren mehr essen.”

“Wieso denn Erdbeeren?”
“Naja vielleicht sehen die ja nur so aus wie Erdbeeren?”

“Ich weiß doch wohl, wie Erdbeeren aussehen!”
“Und ich weiß, wie Champignons aussehen!”

“Dann pflück dir doch welche!”
“Nee.”

“Siehst du, du traust dich auch nicht.”
“Was heißt denn hier nicht trauen??”

“Ich dachte, das sind Champignons?”
“Sind es ja auch!”

“Und warum nimmst du die dann nicht mit?”
“Was soll ich denn jetzt damit??”

“Naja für heute Abend?”
“Nein, ach was!”

“Du traust dich nicht!”
“Hör auf jetzt!”

“Feigling! Feigling!”
“Schatz!”

“Hämämäämämäää Häääääää!”
“Ich stelle dich gleich in das Maisfeld da!”

“Wieso in das Maisfeld??”
“Da pflanze ich dich ein.”

“Und warum das?”
“Da kannst du dann in aller Ruhe groß werden!”

“Ich soll wachsen?”
“Ich meinte eher…”

“Aber dann bin ich ja größer als du!”
“Ähm…”

“Nee, nee, nee! Ich will keinen kleinen Bubi!”
“Bubi?? Du nennst mich einen…”

“Obwohl, das hätte auch einen Vorteil.”
“Was! Wenn ich ein Bubi wäre??”

“Nee, wenn du kleiner wärst, als ich.”
“So? Und welchen Vorteil hätte das bitte?”

“Dann kannst du viel leichter für mich Erdbeeren pflücken!”

Kopfschüttel…

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