Meine Liebste und ich wollen uns mit Freunden auf dem Bremer Weihnachtsmarkt treffen, um gemeinsam ein paar Leckereien zu futtern, Lumumba zu trinken und natürlich auch um zu quatschen. Es verspricht, ein netter Abend zu werden! Wir sitzen aber noch zu Hause.
“Es wird langsam Zeit, Schatz. Wir müssen los…”
“Ja, Süße. Aber wieso die Eile? ”
“Weil wir in 20 Minuten da sein müssen.”
“Oh… OK, und wo treffen wir uns denn auf dem Weihnachtsmarkt?”
“Pff! Weiß ich doch nicht?”
“Wie bitte??”
“Das musst du doch wohl wissen.”
“Warum ich denn??”
“Was hast du denn mit Michael abgesprochen?”
“Ich?? Nichts! Ich habe gar nicht mit Michael gesprochen!”
“Aber Simone hat gesagt, ihr regelt das?”
“Aber DU hast doch mit Simone telefoniert, warum…”
“Wir wollten das nicht ganz über eure Köpfe hinweg entscheiden.”
“Was! Wo wir uns treffen??”
“Wir haben nur die Zeit abgemacht, sonst nichts.”
“Aha. Na toll! Ja und jetzt???”
“Ruf Michael doch einfach an?”
“Das ist ja echt wieder nach meinem Geschmack!”
“Kann ich doch nichts dafür, wenn ihr das vergesst!”
“Ich wusste doch aber gar nichts davon!”
“Das stimmt nicht! Ich habe dir gesagt, ruf Michael an.”
“Aber du hast nicht gesagt, warum!”
“Ich dachte, das würde er dir dann schon am Telefon sagen.”
“Schatz! Das ist ja wohl nicht dein ernst!”
“Klar, jetzt bin ich wieder schuld!”
“Ja, das bist du auch!”
“Nur weil ihr Männer euch immer drauf verlasst!”
“So? Und worauf verlassen wir uns?”
“Dass wir Frauen immer alles organisieren.”
“Tut ihr ja auch, besonders Simone und du!”
“Was soll das denn heißen, Simone und ich??”
“Weil ihr immer alles plant und wir da nichts zu sagen haben.”
“Aber dieses Mal wollten wir doch, dass ihr auch was plant!”
“Oh! Da bedanke ich mich vielmals, Gnädigste!”
“Man sieht ja, was rauskommt, wenn man euch was überlässt…”
“Vielleicht hätten die Damen mal einen Ton sagen können?”
“Vielleicht hätten die Herren mal Interesse zeigen können?”
“Und was genau willst du damit jetzt sagen?”
“Dass du ohne mich mal wieder total aufgeschmissen wärst.”
“Nur weil ich nicht weiß, wo wir uns auf dem Weihnachtsmarkt treffen??”
“Ohne Simone und mich gäbe es ja gar kein Treffen.”
“Richtig! Danke! Dann rufe ich Michael jetzt also mal an.”
“Und was willst du ihm dann sagen?”
“Wir werden einen Treffpunkt vereinbaren, was sonst.”
“Und wo?”
“Ich dachte, wir sollen das entscheiden?”
“Aber ich kann doch mal fragen?”
“Na schön, am Bremer Stadtmusikanten-Denkmal.”
“Wieso denn da?”
“Ja wieso denn nicht??”
“Da ist es immer so voll.”
“Na und??”
“Warum nicht in der Lloyd-Passage bei Gosch?”
“Da ist es ja noch viel voller!”
“Aber dafür ist es viel wärmer.”
“Schatz! Das entscheiden Michael und ich!”
“Aber ich werde doch wohl ein paar Wünsche äußern dürfen!”
“Darfst du nicht.”
“Sei doch nicht so unflexibel!”
“Soll ich das nun in die Hand nehmen oder nicht!?”
“Nein.”
“Wieso denn jetzt Nein??”
“Weil das nur wieder in die Hose geht.”
“Sag mal, du spinnst ja wohl! Gib mir das Telefon!”
“Nee! Das behalte ich!”
“Schatz, gib mir sofort das Telefon!”
“Nein!”
“Wie soll ich denn dann Michael anrufen??”
“Versprich erst, dass du nicht die Stadtmusikanten nimmst!”
“Und jetzt nehme ich erst recht die Stadtmusikanten!”
“Dann gebe ich dir auch nicht das Telefon!”
“Gib her!”
“NEIN!”
“GIB!”
“NIEMALS!”
[Die nun folgende Szene könnte spektakulärer kaum sein! Man sieht einen vom Sofa aufspringenden Kopfschüttler, der sich auf seine Liebste stürzt.
Das Telefon befindet sich hinter dem Rücken der Liebsten und wird erstaunlich standhaft von ihr verteidigt. Selbst ins Ohr pusten, Kitzeln in den Kniekehlen und in die Nase beißen fördern es nicht zutage.]
“Siehste, du kriegst das Telefon nicht!”
“Na schön. Also gut. Und jetzt?”
“Lloyd-Passage bei Gosch. Was anderes geht nicht.”
“Liebste, du weißt, ich liebe dich… Aber warum denn unbedingt da…”
“Weil das Plan B ist.”
“Plan B? Was ist denn nun wieder Plan B??”
“Von Simone und mir, falls ihr das wieder nicht hinkriegt!”
Kopfschüttel…