Schön anlehnen

Schön anlehnenMeine Liebste und ich stehen an der Kinokasse, Ocean´s 13 soll es heute werden.
Wie immer sind wir natürlich viel zu spät, da meine Liebste zuhause noch ihre „Haare machen“ musste…
Nunja. Kommt ja immer noch reichlich Werbung vorweg. Ich bin endlich dran.

„Was ist denn los?“
„Süße, die Dame hier sagt, die Kuschelplätze sind schon alle weg.“

„Was??“
„Sie sagt, die Kuschelplätze seien schon alle weg.“

„Ja, das habe ich verstanden, ich bin ja nicht doof.“
„Nee, aber taub.“

„Ich will doch aber die Kuschelplätze haben!“
„Die sind aber weg, kann ich doch nichts dafür.“

„Und jetzt?“
„Sollen wir Loge links nehmen?“

„Sieht man denn da gut?“
„Woher soll ich das wissen! Wird schon gehen.“

„Ich wollte aber doch mit dir schön kuscheln.“
„Ja… So ein Pech jetzt…“

„Oder nicht?“
„Doch, Schatz, doch…“

„Bei den Kuschelplätzen kann man sich so schön anlehnen.“
„Ja, und mir das ganze Popcorn auf die Hose schütten!“

„Das war doch nur ein Mal und nur aus Versehen…“
„Wenn man davon absieht, dass du mich lautstark ausgelacht hast…“

„Haha! Und dein Gesicht dazu, da konnte ich einfach nicht…“
„Schön Schatz! Die Frau da wartet, soll ich jetzt Loge nehmen?“

„Ich will aber Kuschelsitze.“
„Sag mal, was soll denn das jetzt! Ich nehme die Logenplätze.“

„Nee!“

[Ich drehe mich zu der jungen Frau hinter der Kinokasse um und lächele ihr leicht gequält zu. Ebenso gequält freundlich lächelt sie zurück. Ihr Blick ist einer dieser Blicke, die mehrere Bedeutungen haben können:
Sie nerven mich, gehen Sie doch nach Hause. Sie beide sind wirklich das dümmste Pärchen unter der Sonne. Warum stehen die bloß ausgerechnet an meiner Kasse an? So ein hübscher Kerl, was will der nur mit so einer Verrückten? Und so weiter…]

„Ich hatte mich so auf Kuschelplätze gefreut.“
„Und was heißt das jetzt?? Sollen wir jetzt nicht mehr ins Kino??“

„Doch, darum sind wir ja hier.“
„Was nölst du denn dann hier so rum??“

„Entschuldigung? Können Sie da nicht noch was machen?“

[Die junge Frau hinter der Kasse verzieht bei der Frage der Liebsten keine Miene. Es sind diese unbeschreibbaren Sekundenbruchteile, innerhalb derer sich die Blicke zweier Frauen treffen, die sich eigentlich nichts zu sagen haben. Nach einer kurzen Pause antwortet die Dame, dass es ihr sehr leid täte, aber da sei nichts zu machen.]

„Hm…“
„Schatz, wenn wir den Film sehen wollen, dann…“

„Na gut, dann eben die normalen Plätze.“
„Endlich…“

„Aber wir könnten auch in Shrek Teil 3 gehen!“
„Nein!“

„Frag mal, ob da vielleicht noch Kuschelplätze…“
„NEIN! NEIN! NEIN!“

„Na gut, dann nicht!“
„Mann, Mann, was für ein Stress…“

„Wir gehen dann aber anschließend schnell nach Hause, ja?“
„Was? Wieso?“

„Dann können wir auf unserem Sofa noch kuscheln!“

Kopfschüttel…

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Aber nicht oft!

Aber nicht oft! (photocase.de © sdaniel)Meine Liebste und ich haben durch Zufall eine uns bislang unbekannte Zeitschrift entdeckt, Titel: „Urlaub perfekt!“.
Die Liebste liebt Urlaube. Daher liegt sie nun bequem auf unserem Sofa und verschlingt diese neue Zeitung rund um das Reisen. Ich… konsumiere derweil die Flimmerkiste…

„Schatz?“
„Ja Süße?“

„Wusstest du, dass man in Afrika bei den Elefanten zelten kann?“
„Ähm… Nein.“

„Interessant, was?“
„Ja, naja…“

„Schatz?“
„Ja, was denn?“

„Wusstest du, dass es bei Expedia ein Sommerhoroskop gibt?“
„Wozu das denn bitte??“

„Man kann sich vorhersagen lassen, wo man hinfahren sollte.“
„Aha… Schön… Du, ich möchte die Sendung da sehen.“

„Den Blödsinn da?“
„Ja Schatz, den Blödsinn da, wenn du erlaubst…“

„Du Schatz?“
„Was ist denn!? Hat Istanbul ein neues Fladenbrot erfunden??“

„Fladenbrot? Wieso Fladenbrot?“
„Ach, vergiss es… Was willst du denn nun schon wieder?“

„Haben wir uns im Urlaub schon mal gestritten?“
„Schatz, ich möchte jetzt wirklich den Film da sehen…“

„Nun sag doch mal! Haben wir?“
„Ja. Wir haben.“

„Echt?“
„Aber nicht oft, soweit ich mich erinnern kann.“

„Was war denn??“
„Deine Aktion Liege-am-Strand-wollen, obwohl es keine Liegen gab.“

„Ach das…“
„Ja, genau! Jeder Mann mit Herzfehler hätte das nicht überlebt…“

„Das war doch aber nur, weil…“
„Bitte nicht noch einmal das Ganze!“

„Hier in der Zeitschrift steht, dass wir falsch Urlaub machen.“
„Ach! Waren die dabei, oder was? Ist mir gar nicht aufgefallen!“

„Nein, aber die haben da Tipps für den Traumurlaub zu zweit.“
„Steht da auch, wie man seiner Liebsten ein Pflaster auf den Mund klebt?“

„Nein, davon steht hier nichts…?“
„Damit fehlt dann wohl das Wichtigste.“

„Soll ich nicht weiter erzählen?“
„Nein.“

„Doch!“
„Aber du hast mich doch gefragt!“

„Aber ich dachte, dass du Ja sagst!“
„Himmel! Nun sag schon, was denn…“

„Also, hier steht: vermeiden Sie Reisestress vor der Reise.“
„Und?“

„Das finde ich richtig.“
„Ja, und was machen wir da jetzt falsch?“

„Nichts, wieso?“
„Schatz! Du hast gesagt, wir würden falsch Urlaub machen!“

„Ach so… Nein, nein.“
„Was NEIN??“

„Wir planen falsch.“
„Unser letzter Urlaub war ein Strandurlaub, was gibt´s da zu planen?“

„Wir hätten da ruhig mehr unternehmen können.“
„Wer hat denn immer gesagt: ich will aber braun werden! Du oder ich??“

„Hier steht, dass jeder abwechselnd einen Urlaubstag planen soll.“
„Warum?“

„Damit jeder mal bestimmen darf, was gemacht wird.“
„Dann wärst du in unserem Urlaub aber nur halb so braun geworden.“

„Wieso?“
„Weil bei mir kein ewiges Rumliegen am Strand dabei gewesen wäre.“

„Sondern?“
„Keine Ahnung, weiß ich jetzt nicht… Irgendwas anderes eben.“

„Siehst du!“
„Sehe ich was?“

„Du hast keinen schönen Urlaub mit mir gehabt!“
„Wie kommst du denn jetzt darauf?“

„Wenn du lieber was ganz anderes gemacht hättest?“
„Keine Sorge, es war alles in Ordnung.“

„So geht es cirka 80 Prozent aller Urlaubspaare.“
„Was? Dass alles in Ordnung ist?“

„Hier steht, dass sich 80 Prozent aller Paare im Urlaub streiten.“
„Aber wir haben uns doch im Urlaub gar nicht gestritten!?“

„Das war nur Glück.“
„Bitte?? NUR GLÜCK!?“

„Den nächsten Urlaub planst du!“
„Wieso! Du hast doch eben gesagt, dass…“

„Wenn dir mein Programm zu langweilig ist, bitte sehr!“
„Das habe ich doch gar nicht gesagt!“

„Du kannst jeden einzelnen Tag planen, so wie du willst.“
„Moment, ich dachte, jeder soll abwechselnd…“

„Richtig.“
„Aber warum soll ich denn dann alle Tage alleine planen??“

„Ich habe den letzten Urlaub geplant, du den nächsten…“
„Ja und??“

„Macht unterm Strich für jeden die Hälfte!“

Kopfschüttel…

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Was dir so gefällt

Was dir so gefällt (photocase.de © tomby)Meine Liebste und ich liegen in unserem schönen Freibad am Osterdeich unmittelbar neben dem Weserstadion.
Die Wassertemperatur beträgt 21 Grad, die Lufttemperatur 32 Grad und diese Kombination hat offenbar mehr badende Gäste angelockt, als das Freibad wirklich verkraften kann.
Wir sonnen uns wie Makrele an Makrele.

„Ganz schön voll hier, da sind mehr Leute als Wasser im Becken.“
„Ja Liebste. Habe ich ja gleich gesagt, dass es rappelvoll wird.“

„Aber ich finde es trotzdem schön hier.“
„Ja Schatz. Sehr schön.“

„Gibt’s hier eigentlich auch Eis?“
„Klar, da hinten im Bistro Crossini.“

„Wo?“
„Na da hinten, wo die hundert Leute Schlange stehen.“

„Soll ich?“
„Also für mich nicht, danke.“

„Wieso denn nicht?“
„Ach ich weiß nicht, nee…“

„Du isst doch sonst immer eins?“
„Ja schon, aber jetzt eben nicht.“

„Verstehe ich nicht…“
„Hol dir halt selbst eins und mir ne Sprite und dann ist alles gut, ja?“

„Na ich doch sowieso nicht! Das geht ja gar nicht!“
„Ähm… Aber du wolltest doch Eis holen, oder nicht?“

„Ja schon, aber doch nicht für mich!“
„Und warum nicht?“

„Schau dir mal an, wie ich aussehe!“
„Was? Wie? Wie siehst du denn aus?“

„Hier ist es dick und da und hier und da auch.“
„So ein Quatsch!“

„Doch, guck mal hier, wenn man hier zusammendrückt, dann…“
„Schatz! Was soll ICH denn sagen!“

„Du?? Bei dir quillt aber nicht alles raus.“
„Ach, aber bei dir oder was?“

„Natürlich, hier!“
„Schatz, du bist nicht zu dick, hör auf jetzt!“

„Guck mal, die da.“
„Was? wer? Wo?“

„Na die da in dem roten Bikini, die ist schlank.“
„Naja, aber…“

„So würde ich auch gerne aussehen, guck mal, die hat einen ganz flachen Bauch.“
„Schatz! Die ist gerade mal 14 Jahre alt, wenn´s hoch kommt!“

„Wieso! Kennst du die etwa?“
„Nein, natürlich nicht.“

„Das will ich dir auch geraten haben!“
„Die ist viel zu dürre, du bist genau richtig.“

„Genau richtig?? Das heißt doch, ich bin zu dick!“
„Nein, aber ich mag es, wenn an einer Frau ein bisschen was dran ist.“

„Das sagst du erst, seit ich so fett geworden bin!“
„Nein, das sage ich schon immer, und jetzt nerv mich nicht!“

„Also stimmt es.“
„Es stimmt was?“

„Dass ich dick bin.“
„Nein, aber du bist doof, das stimmt!“

„Zeig mal, was dir so gefällt.“
„Was jetzt? An dir?“

„Nein, welches Mädel, meine ich. Hier gibt’s ja genug.“
„Och Schatz! Jetzt soll ich mir andere Frauen anschauen, oder was?“

„Nur so zur Einschätzung. Los, mach. Wie ist die da?“
„Zu dünn.“

„Quatsch! Und wie ist es mit der da an der Rutsche?“
„Ist das eine Frau?“

„Ja, natürlich ist das eine Frau!“
„Aber die hat doch gar keinen Busen, weil sie viel zu dünn ist.“

„Du schaust den Frauen auf den Busen?“
„Ich sollte gucken, hast du doch gesagt!“

„Aber doch nicht auf den Busen!“
„Oh entschuldige, und wohin sonst?“

„Immer dasselbe, auf den Bauch natürlich!“
„Na schön, also Bauch, bitte sehr! Die da hinten.“

„Wer? Wo? Was ist mit der!?“
„Die hat eine schöne Figur, finde ich, sehr lecker…“

„Wen meinst du denn, ich sehe ja gar nichts!“
„Die da mit der roten Kappe. Neben dem Sprungturm.“

„Aber… DAS IST DOCH DER BADEMEISTER!“
„Uups, mein Fehler…“

„Du bist so doof!“
„Hol dir jetzt ein Eis und sei still, ist ja nicht zum aushalten…“

„Nein, ich muss noch einmal schwimmen gehen.“
„Du musst?“

„Ja, ich habe eben nur 500 Meter geschafft, zwanzig Bahnen.“
„Wann? Als wir eben zusammen schwimmen waren?“

„Ja, ich hatte zwanzig Bahnen.“
„Aber…“

„Das reicht nicht, ich muss noch mal zwanzig machen.“
„Schatz, ich meine…“

„Du könntest ruhig auch mal noch ein paar Bahnen ziehen!“
„Jetzt warte…“

„Hätte ich nicht gedacht, dass 500 Meter so anstrengend sind.“
„Schatz!“

„Was denn??“
„Das ist ein 50 Meter-Becken!“

„50 Meter? Aber das heißt ja…“
„Richtig.“

„…ich habe 1.000 Meter gemacht!“
„Eben.“

„Das ist ja super! Ein ganzer Kilometer!“
„Ja Schatz. Aber wir können gerne noch einmal…“

„Nee, also 1.000 reicht ja wohl!“
„Aber eben hast du doch gesagt, weil du doch angeblich…“

„1.000 Meter! Ich bin ganz schön gut, was?“
„Ja doch, sehr gut, aber noch ein paar Bahnen können nicht schaden…“

„Ach was! 1.000 Meter! Ich hol mir jetzt ein Eis.“

Kopfschüttel…

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Frauentausch

Frauentausch (photocase.de © macgyver)Meine Liebste und ich sitzen nebeneinander auf unserem Sofa in einer Art und Weise, die man der Öffentlichkeit nicht zeigen könnte.
Wir tragen Schlabberhosen, Tüte Haribo liegt auf dem Tisch, zwei Flaschen Becks Lemon warten auf den Verzehr. Zu alledem noch eine braune Wolldecke mit Katzenmuster über den Beinen.
Brad Pitt und Angelina Jolie würden sich sicher über uns totlachen…

„Du Schatz?“
„Ja Süße?“

„Heute kommt Frauentausch im Fernsehen.“
„Ach wirklich? Davon stand gar nichts in meinem Horoskop…“

„Gucken wir das?“
„Nein. Also ich zumindest nicht.“

„Und warum nicht?“
„Weil ich das doof finde, das weißt du doch.“

„Neulich hast du aber darüber gelacht.“
„Nein, ich habe nicht gelacht, ich habe mich darüber lustig gemacht.“

„Wo ist denn da der Unterschied?“
„Ich habe darüber gelacht, wie schwachsinnig diese Sendung ist.“

„Finde ich nicht. Stell dir mal vor, wir würden da mitmachen.“
„Das möchte ich mir lieber nicht vorstellen…“

„Wo ich dann wohl hin käme…“
„Schatz. Bei uns wäre Frauentausch total langweilig.“

„Wieso?“
„Weil wir keine Kinder haben oder einen Bauerhof oder ähnliches.“

„Na und?“
„Ja was sollte denn eine Tauschmama hier bei uns bitte machen?“

„Hm…“
„Eben. Nichts. – Was kommt denn noch in der Flimmerkiste?“

„Meinst du damit, dass es bei uns total langweilig ist?“
„Ja. Nein! Ich meine, für die Frauentausch-Zuschauer schon.“

„Du findest unser Leben also langweilig.“
„Nein Schatz, das hast du jetzt falsch verstanden…“

„So? Meinst du dann, andere fänden unser Leben langweilig?“
„Naja… Ich meine bei Frauentausch geht es doch um…“

„Ich bin überhaupt nicht langweilig!“
„Das habe ich doch auch gar nicht gesagt!“

„Wenn ich langweilig für dich bin, dann sag es ruhig!“
„So ein Blödsinn!“

„Das würdest du schon merken, wenn hier eine andere…“
„Was würde ich dann merken?“

„Dass ich nicht langweilig bin!“
„Herrgott, ich kann das Wort schon nicht mehr hören…“

„Dann sag so etwas auch nicht.“
„Ich habe NIE behauptet, dass du langweilig bist.“

„Aber gedacht.“
„Nein!“

„Ich wäre ja beim Frauentausch nicht hier, sondern woanders.“
„Das stimmt.“

„Denen würde ich es aber zeigen!“
„Das kann ich mir lebhaft vorstellen…“

„Und du müsstest es hier mit einer langweiligen Kuh aushalten.“
„Eben! Und das interessiert keinen! Das sage ich ja die ganze Zeit!“

„Ach! Und wenn das so eine tolle blonde Powerfrau mit riesen Dingern wäre, dann wäre es wieder interessant?“
„Für die Zuschauer vielleicht, kann sein?“

„Klar! Und dir wäre das natürlich völlig egal!“
„Schatz! Ich will dich doch gar nicht eintauschen!“

„Wirklich nicht?“
„Nein!“

„Du bist so langweilig!“

Kopfschüttel…

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