Spaziergang

Als Mann hat man es nun wirklich nicht leicht. Nach einem anstrengenden Arbeitstag will man sich einfach nur auf die Couch werfen, ein bisschen durch die Kanäle zappen und entspannen. Doch da spielt meine Herzensdame meistens nicht mit. Schließlich weiß nur sie, was für mich am besten ist.;) Jedenfalls war sie neulich der festen Überzeugung, ich müsse nach der Arbeit noch einen Spaziergang machen. Aber „Spaziergang“ ist ein dehnbarer Begriff…

„Schatz, komm, lass uns ‘nen Spaziergang machen. Ein bisschen frische Luft wird dir gut tun!“
„Ach nö, du siehst doch, dass ich mich gerade entspanne.“

„Da läuft doch sowieso nichts Interessantes!“
„Ja und? An nichts denken macht auch manchmal Spaß. Ich bin gerade erst von der Arbeit gekommen! Lass mich bitte…“

[etwas ungeduldiger] „Schatz, komm jetzt, du brauchst doch frische Luft!“
[sichtlich genervt] „Na dann mach doch das Fenster auf, dann kriegen wir Frischluft!“

„Wieso wirst du denn gleich so patzig?!
„Weil ich keine Lust habe! Außerdem waren wir doch erst vorgestern spazieren.“

„Wie bitte?!“
„Na im Einkaufszentrum. Hast du das schon wieder vergessen? Deine tollen Jeans…“

„Aber das war doch kein Spaziergang!“
„Natürlich war das einer, nur eben ohne frische Luft.“

„Jetzt werde doch nicht albern, Schatz. Das ist nun wirklich kein Spaziergang.“
„Wieso denn albern? Wenn du etwas Neues kaufen willst, lässt du das immer als Spaziergang durchgehen, sogar ziemlich oft.“

„Das stimmt SO doch gar nicht. Ich möchte einfach etwas mehr Zeit mit dir verbringen. Alle Männer gehen mit ihren Frauen spazieren … Schau doch mal zum Fenster raus, wie schön es draußen ist.“
„Ich weiß das, ich bin gerade erst von dort gekommen. Das ändert aber nichts daran, dass ich keine Lust habe. Kann ich bitte mal 5 Minuten in Ruhe fernsehen.“

[etwa eine halbe Minute später]
[mit leiserer, mitleiderregender Stimme] „Und, gehst du nun mit oder nicht? Ach bitte Schatzi, eigentlich hast du doch auch Lust.“
„Was? Wieso weißt du eigentlich immer, was ich denke?! Ich hab’ doch gar keine andere Wahl. Wenn ich „nein“ sage, bist du beleidigt, oder?“

„Nein, nein. Das ist schon okay. Dann geh ich halt allein raus. Ich wollte nur ein wenig mit Dir spazieren und reden. Ich wusste ja nicht, dass das zu viel verlangt ist.
[augenrollend] „Oh man, jetzt geht das schon wieder los. Redest Du mir jetzt ein schlechtes Gewissen ein, um deine Wünsche zu bekommen?“

„Nein, mir ging es nur um uns. Ich wollte halt nicht jeden Abend nur auf der Couch rumhocken, sondern mich ein wenig mit Dir unterhalten. Ich zieh mich dann mal an und bin für eine Stunde weg. Könnte aber auch länger werden.
[kurze Denkpause] „Okay, ich komm ja schon mit. Aber ich würde lieber ins Kaufhaus fahren und dort ein wenig herumlaufen.“

„Oh ja. Toll Schatz! Dann gehen wir beim Shopping spazieren. Und wenn wir schon einmal dort sind, kann ich gleich nochmal nach den passenden Stiefeln zu der neuen Jeans schauen.
[rufend] „Siehst Du: Klamotten kaufen ist für dich ein Spaziergang. Dann hätten wir die ganze Situation auch abkürzen können und ich hätte noch ein paar Minuten vor dem Fernseher entspannt.“

„…Kopfschüttel…“

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Ich würde ja lieber Innenraum

Innenraum

Vor einiger Zeit unterhielten wir uns darüber, was wir noch so alles machen wollen in nächster Zeit. Dabei war ein Thema Konzerte und sie erzählte mir, dass sie schon immer einmal Beyoncé sehen wollte. Einige Wochen später, wie der Zufall so wollte, bekam ich einen Newsletter zu 2 Beyoncé-Konzerten -> Eins in München und eins in Berlin. Sofort hab ich sie via Skype kontaktiert:

„Schatz, Beyoncé kommt nach München und Berlin. Wollen wir dahin? Müssen uns aber schnell entscheiden. Es sind kaum noch Karten frei.“

„Beyoncé? Wieso sollte ich zu Beyoncé?“
„Mhhh?? Hatten wir nicht erst neulich darüber gesprochen, dass du dahin willst?“

„Ne! Nicht zu Beyoncé!“
„Sicher? Ich bin fest davon ausgegangen, dass du dahin willst … nagut dann nicht. “

[Nach 5 Minuten kam sie dann wieder an]

„ACH! BEYONCE !! … ich dachte du meintest Rihanna! Ja, da will ich hin!“
„Ja Beyoncé. Ok .. Berlin oder München? München ist in der Woche und Berlin an einem Freitag. Dafür sind in München mehr gute Plätze frei.“

„Ich will nur nach Berlin.“
„Ok, da hätten wir Oberrang oder so seitlich/hinter der Tribüne.“

„Sonst nichts mehr? Was ist mit dem Innenraum?“
„Nope, das ist alles. Innenraum ist ausverkauft. Aber in München ist im Innenraum noch was frei.“

„Nein nicht München. Ja dann schau mal bitte, welche Plätze genau frei sind.“
„Mach mal bitte die Saalplanbuchung auf, dann können wir ja gemeinsam schauen“

„Geht nicht!“
„Hast du Java installiert? Dann sollte es auch gehen.“

„Keine Ahnung, aber es geht nicht!“
„Ok. Also wir könnten Block 415 – 2 Sitzplätze in der Mitte, 416 – 2 Sitzplätze am Gang, 421 (ist aber neben der Bühne). Wenn wir getrennt sitzen wollen, auch 203 und 204.“

„Getrennt? Scherzkeks. Also 416, da saß ich, glaube schonmal, das war in Ordnung und am Gang ist auch gut.“
„Gut, dann buch ich die jetzt?“

„Ich würde ja lieber Innenraum.“
„Ok dann schau ich mal bei Ebay oder wir fahren nach München.“

„Ne, München nicht … der lange Hinweg und dann wieder zurück. Und du weißt, ich würde nicht fahren.“
„Naja wir könnten uns auch gleich ein Hotel nehmen und da 1-2 Tage bleiben.“

„Oh, das wäre schön! Ja dann nehmen wir München“
„Nun doch? Ok ich schaue … Mist alles Weg jetzt. Ok ich schau bei Ebay wegen Berlin.“

„Och nein .. jetzt hab ich mich so auf München gefreut!“
„Na, nun also doch München lieber als Berlin?“

„Nene .. schau mal bei Ebay nach Berlin.“
„Ja, da gibt es Karten, aber die sind jetzt schon doppelt so teuer! Lass doch die 416 in Berlin buchen. Die bekommen wir auch immer wieder los.“

„Ja, du hast recht. Buch die bitte.“
„Ach Shit! Jetzt sind die auch schon weg!“

„Wieso hast du die nicht gleich gebucht?“
„… ehrlich .. da sag ich jetzt lieber nichts zu …“

„Ja, ist auch besser. So jetzt hab ich mich so auf Beyoncé gefreut und da ist nichts mehr frei.“
„Doch die 415, aber da sitzen wir nicht am Gang.“

„Ja, das sind doch super Plätze. Die nehmen wir!“
„OK gebucht .. wir fahren zu Beyoncé“

„Ja und wir haben so tolle Plätze .. ich hatte sowieso keine richtige Lust auf den Innenraum und die ganze Zeit nur rumstehen.“

Kopfschüttel…

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Mal richtig dänisch essen

Ein Kurzurlaub mit meiner Liebsten im benachbarten Dänemark an einem wunderbaren, sonnigen Wochenende. Tolle Spaziergänge, ein gutes Hotel und gemütlich Essen gehen machten das Wochenende nahezu perfekt – zumindest für mich. Sie wusste wieder mal nicht, was sie wollte, außer was zu Essen:

„Oh, ich hab Hunger nach dem Strandspaziergang.“
„Na, dann lass uns was Essen gehen, ich lad dich ja schließlich ein.“

„Ja, unten hab ich eine Pizzeria gesehen und vorhin sind wir an einem Chinesen vorbeigekommen. Worauf hast du denn Lust?“
„Och, wollen wir nicht lieber was typisch dänisches essen, wenn wir schon hier sind?“

„Was ist denn typisch dänisch?“
„Na zum Beispiel Smörrebröd.“

„Hmmm. Trockenes Brot.“
„Belegtes Brot!“

„Ich mag lieber was Warmes essen.“
„Na, da gibt’s bestimmt irgendein leckeres Fischgericht, hier am Meer…“

„Jaaa….“
„Ach, komm. Die Pizza und Pasta gibt’s doch überall und im Urlaub kann man ruhig mal was ausprobieren.“

„Na gut. Dann suchen wir mal.“
„Das hier hat immerhin schon mal einen Fisch im Logo, und es ist nicht die ‚Nordsee‘…“

„Aber wir schauen erst mal außen auf der Karte, ja?“
„Gut. Immerhin erkennt man da auch die Preise.“

„Ja. Aber den Rest verstehe ich nicht. Wie ist dein Dänisch?“
„Öhh… Ach egal, hier hat’s einen schönen Biergarten, und du kannst ja auf die Teller der anderen Gäste schauen und dir bestellen, was lecker aussieht. Also nichts wie rein!“

„Das ist doch total peinlich!“
„Wieso?“

„Erstens mag ich nicht neugierig rumgucken und dann ist das viel zu auffällig.“
„Also ich guck dezent rum und bestell mir den Braten, den der Herr dahinten isst.“

„Pah. Oh, die Bedienung kommt schon.“
„Äh… ein Öl… Carlsberg Öl. Und da hinten das, was der Herr isst.“

„Sie hat glaube ich nur das Bier verstanden…“
„Na das was der da hinten hat…“

[Meine Liebste zeigt mit dem Finger hin.]

„Siehst du, jetzt hat sie’s verstanden! Ich nehme einen Orangensaft… äh…“
„Das war jetzt aber schon fast peinlich! Und das was du suchst, heißt Appelsinsaft oder so.“

„Also einen Appelsinsaft. Äh.. und einen Salat.“
„Sie versteht Salat wohl nicht…“

[Die Bedienung zeigt Richtung Innenraum und bedeutet meiner Liebsten, mitzukommen.]

„Äh nein… Ach so, sie will mir was zeigen!“
„Na dann mal los!“

[Einige Minuten später kommt meine Liebste wieder zurück.]

„So, bestellt!“
„Was war denn an dem Salat so kompliziert?“

„Sie hat’s mir in der Küche gezeigt: Es gibt ‚Grön Salat‘, das ist ein einfacher grüner Salat, oder ‚Blandet Salat‘, das ist so ein gemischter Salat.“
„Und, was hast du nun genommen?“

„Ich hab dann ein Schnitzel bestellt, das hatte der Koch grade in der Pfanne und das sah so lecker aus!“

Kopfschüttel…

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Hauptsache weg

Als ich gestern heimkam, kam mir meine Liebste freudestrahlend mit einem Brief entgegen. Es stellte sich dann aber heraus, dass der Inhalt doch nicht sooo toll war. Sie rief aufgeregt:

„Guck mal Schatz, ich hab gewonnen!“
„Was denn? Wo denn?

„Na hier, bei einem Preisrätsel! Ein Wochenende in Tirol mit Hotelübernachtung für zwei! Ist das nicht toll?“
„Ja. Zeig mal.“

„Hier. Guck mal, wie hübsch es dort ist!“
„Ja… aber ist das auch nicht so eine Rentner-Neppveranstaltung?“

„Wie kommst du denn darauf?“
„Man liest ja immer von sowas.“

„Kann ich mir nicht vorstellen. Das macht ein Busunternehmen.“
„Das sind auch keine Heiligen…“

„Du denkst zu schlecht von den Menschen. Freu dich doch über den Gewinn!“
„Wo hast du denn da mitgerätselt?“

„Keine Ahnung… ich mach mal hier, mal dort mit, und irgendwann gewinne ich eben auch mal!“
„Diese ganzen Rätsel dienen doch nur dazu, den Leuten ihre Daten abzuschwatzen. Und ob der Gewinn dann auch verlost wird, überprüft doch auch keiner.“

„Also hier hab ich den Gewinn. Und meine Adresse haben sie ja gebraucht, um ihn mir zuzusenden.“
„Hast du das eigentlich genau gelesen?“

„Nein, wieso? Im Kleingedruckten steht auch bloß das Übliche.“
„Na ja… ‚Eine Zustiegsmöglichkeit besteht an folgenden Orten: Göttingen, Kassel und Fulda.“

„Ääh… das ist ja blöd. Da muss man ja erstmal hinkommen…“
„Und hier: ‘Frühstück und Abendessen sind zusätzlich zur Übernachtung fakultativ buchbar.‘“

„So ein Mist!“
„Haha… das ist gut: ‚Die Abbildungen stellen lediglich ein Anschauungsbeispiel dar und müssen nicht zwingend mit der Übernachtungsmöglichkeit übereinstimmen.‘ Das ist Nepp, wenn du mich fragst. Am Ende wird man da in einer Turnhalle am A… der Welt untergebracht.“

„Ach Mensch! Ich hab mich so gefreut, dass ich endlich mal was gewonnen habe!“
„Tja. Ich glaube, wenn wir da mitfahren, dürfte deine Enttäuschung nicht weniger werden.“

„Das gehört doch verboten! Da ist man vor lauter Freude mal nicht so kritisch und schon wird man abgezockt!“
„Ach, ärger dich nicht! Dann machen wir eben auf eigene Kosten ein Urlaubswochenende! Ich lade dich ein!“

„Ohh! Schatz, das ist ja toll! Nach Tirol?“
„Ähh… also wir müssen ja nicht ganz so weit, das wäre ein bisschen viel Fahrerei für ein Wochenende. Wo würde es dir denn noch gefallen?“

„Was mit Bergen wäre schon schön!“
„Ja, die sind aber alle so weit weg… Wie wär’s denn mit einem Kurztrip nach Dänemark?“

„Oh ja! Wenn wir mit dem Wetter auch noch Glück haben…“
„…dann könnten wir sogar einen Strandspaziergang machen.“

„Gute Idee! Suchen wir im Internet mal schnell ein Hotel?“
„Ja. Und es macht dir nichts, dass es da keine Berge gibt?

„Ach, das ist egal. Mir würde es sogar in einer Turnhalle am A… der Welt gefallen, wenn du dabei bist.“
„Seit wann hast du’s denn so mit Turnen?“

„Nein, das sag ich ja nur so. Obwohl… Wenn schlechtes Wetter ist, könnten wir auch in unserem Hotelbett turnen…“

Kopfschüttel…

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