Tennisshop

Mal richtig dänisch essen

29. September 2011, aus der Schublade Freizeit und Reisen

Ein Kurzurlaub mit meiner Liebsten im benachbarten Dänemark an einem wunderbaren, sonnigen Wochenende. Tolle Spaziergänge, ein gutes Hotel und gemütlich Essen gehen machten das Wochenende nahezu perfekt – zumindest für mich. Sie wusste wieder mal nicht, was sie wollte, außer was zu Essen:

„Oh, ich hab Hunger nach dem Strandspaziergang.“
„Na, dann lass uns was Essen gehen, ich lad dich ja schließlich ein.“

„Ja, unten hab ich eine Pizzeria gesehen und vorhin sind wir an einem Chinesen vorbeigekommen. Worauf hast du denn Lust?“
„Och, wollen wir nicht lieber was typisch dänisches essen, wenn wir schon hier sind?“

„Was ist denn typisch dänisch?“
„Na zum Beispiel Smörrebröd.“

„Hmmm. Trockenes Brot.“
„Belegtes Brot!“

„Ich mag lieber was Warmes essen.“
„Na, da gibt’s bestimmt irgendein leckeres Fischgericht, hier am Meer…“

„Jaaa….“
„Ach, komm. Die Pizza und Pasta gibt’s doch überall und im Urlaub kann man ruhig mal was ausprobieren.“

„Na gut. Dann suchen wir mal.“
„Das hier hat immerhin schon mal einen Fisch im Logo, und es ist nicht die ‚Nordsee‘…“

„Aber wir schauen erst mal außen auf der Karte, ja?“
„Gut. Immerhin erkennt man da auch die Preise.“

„Ja. Aber den Rest verstehe ich nicht. Wie ist dein Dänisch?“
„Öhh… Ach egal, hier hat’s einen schönen Biergarten, und du kannst ja auf die Teller der anderen Gäste schauen und dir bestellen, was lecker aussieht. Also nichts wie rein!“

„Das ist doch total peinlich!“
„Wieso?“

„Erstens mag ich nicht neugierig rumgucken und dann ist das viel zu auffällig.“
„Also ich guck dezent rum und bestell mir den Braten, den der Herr dahinten isst.“

„Pah. Oh, die Bedienung kommt schon.“
„Äh… ein Öl… Carlsberg Öl. Und da hinten das, was der Herr isst.“

„Sie hat glaube ich nur das Bier verstanden…“
„Na das was der da hinten hat…“

[Meine Liebste zeigt mit dem Finger hin.]

„Siehst du, jetzt hat sie’s verstanden! Ich nehme einen Orangensaft… äh…“
„Das war jetzt aber schon fast peinlich! Und das was du suchst, heißt Appelsinsaft oder so.“

„Also einen Appelsinsaft. Äh.. und einen Salat.“
„Sie versteht Salat wohl nicht…“

[Die Bedienung zeigt Richtung Innenraum und bedeutet meiner Liebsten, mitzukommen.]

„Äh nein… Ach so, sie will mir was zeigen!“
„Na dann mal los!“

[Einige Minuten später kommt meine Liebste wieder zurück.]

„So, bestellt!“
„Was war denn an dem Salat so kompliziert?“

„Sie hat’s mir in der Küche gezeigt: Es gibt ‚Grön Salat‘, das ist ein einfacher grüner Salat, oder ‚Blandet Salat‘, das ist so ein gemischter Salat.“
„Und, was hast du nun genommen?“

„Ich hab dann ein Schnitzel bestellt, das hatte der Koch grade in der Pfanne und das sah so lecker aus!“

Kopfschüttel…

19 Kommentare »

Hauptsache weg

23. September 2011, aus der Schublade Freizeit und Reisen

Als ich gestern heimkam, kam mir meine Liebste freudestrahlend mit einem Brief entgegen. Es stellte sich dann aber heraus, dass der Inhalt doch nicht sooo toll war. Sie rief aufgeregt:

„Guck mal Schatz, ich hab gewonnen!“
„Was denn? Wo denn?

„Na hier, bei einem Preisrätsel! Ein Wochenende in Tirol mit Hotelübernachtung für zwei! Ist das nicht toll?“
„Ja. Zeig mal.“

„Hier. Guck mal, wie hübsch es dort ist!“
„Ja… aber ist das auch nicht so eine Rentner-Neppveranstaltung?“

„Wie kommst du denn darauf?“
„Man liest ja immer von sowas.“

„Kann ich mir nicht vorstellen. Das macht ein Busunternehmen.“
„Das sind auch keine Heiligen…“

„Du denkst zu schlecht von den Menschen. Freu dich doch über den Gewinn!“
„Wo hast du denn da mitgerätselt?“

„Keine Ahnung… ich mach mal hier, mal dort mit, und irgendwann gewinne ich eben auch mal!“
„Diese ganzen Rätsel dienen doch nur dazu, den Leuten ihre Daten abzuschwatzen. Und ob der Gewinn dann auch verlost wird, überprüft doch auch keiner.“

„Also hier hab ich den Gewinn. Und meine Adresse haben sie ja gebraucht, um ihn mir zuzusenden.“
„Hast du das eigentlich genau gelesen?“

„Nein, wieso? Im Kleingedruckten steht auch bloß das Übliche.“
„Na ja… ‚Eine Zustiegsmöglichkeit besteht an folgenden Orten: Göttingen, Kassel und Fulda.“

„Ääh… das ist ja blöd. Da muss man ja erstmal hinkommen…“
„Und hier: ‘Frühstück und Abendessen sind zusätzlich zur Übernachtung fakultativ buchbar.‘“

„So ein Mist!“
„Haha… das ist gut: ‚Die Abbildungen stellen lediglich ein Anschauungsbeispiel dar und müssen nicht zwingend mit der Übernachtungsmöglichkeit übereinstimmen.‘ Das ist Nepp, wenn du mich fragst. Am Ende wird man da in einer Turnhalle am A… der Welt untergebracht.“

„Ach Mensch! Ich hab mich so gefreut, dass ich endlich mal was gewonnen habe!“
„Tja. Ich glaube, wenn wir da mitfahren, dürfte deine Enttäuschung nicht weniger werden.“

„Das gehört doch verboten! Da ist man vor lauter Freude mal nicht so kritisch und schon wird man abgezockt!“
„Ach, ärger dich nicht! Dann machen wir eben auf eigene Kosten ein Urlaubswochenende! Ich lade dich ein!“

„Ohh! Schatz, das ist ja toll! Nach Tirol?“
„Ähh… also wir müssen ja nicht ganz so weit, das wäre ein bisschen viel Fahrerei für ein Wochenende. Wo würde es dir denn noch gefallen?“

„Was mit Bergen wäre schon schön!“
„Ja, die sind aber alle so weit weg… Wie wär’s denn mit einem Kurztrip nach Dänemark?“

„Oh ja! Wenn wir mit dem Wetter auch noch Glück haben…“
„…dann könnten wir sogar einen Strandspaziergang machen.“

„Gute Idee! Suchen wir im Internet mal schnell ein Hotel?“
„Ja. Und es macht dir nichts, dass es da keine Berge gibt?

„Ach, das ist egal. Mir würde es sogar in einer Turnhalle am A… der Welt gefallen, wenn du dabei bist.“
„Seit wann hast du’s denn so mit Turnen?“

„Nein, das sag ich ja nur so. Obwohl… Wenn schlechtes Wetter ist, könnten wir auch in unserem Hotelbett turnen…“

Kopfschüttel…

10 Kommentare »

Ich packe in meinen Koffer…

8. September 2011, aus der Schublade Freizeit und Reisen

Die Liebste gönnt sich ein Freundinnen-Wochenende in irgend so einem Wellnesshotel und ist seit Stunden am Packen und Planen und Organisieren…

„Wo ist denn der große Koffer, der dunkelblaue mit den Rollen?“
„Im Keller.“

„Hol den doch mal bitte hoch, in dieses kleine Teil hier geht ja gar nichts rein.“
„Ja, ich hol ihn dir. Aber du fährst doch nur zwei Tage weg, wieviel willst du denn mitnehmen?“

„Nur das Nötigste.“
„Das passt doch in den Koffer hier.“

„Quatsch. Ich brauch eine normale Hose und eine Ersatzhose, falls ich die irgendwie schmutzig mache. Susi hat neulich beim Italiener versehentlich ein Glas Rotwein auf die Hose gekriegt, der Kellner hat nicht aufgepasst und zack, war’s passiert.
„Aber das passiert doch extrem selten!“

„Aber wenn es passiert, ist es doch gut, wenn ich noch eine Hose in Reserve habe.“
„Ja.“

„Na, und dann brauch ich was Schickeres für abends, dann noch Wäsche, Badesachen und Bademantel und auch noch was zum Drüberziehen, falls wir draußen sitzen und…“
„Ja, ich glaub es dir. Ich hol den Koffer.“

„Danke.“
„Ja, gern geschehen.“

„Vermisst du mich, wenn ich weg bin?“
„Bestimmt. Aber es sind ja nur zwei Tage und wir werden bestimmt eine Menge Spaß haben.“

„Wieso wir? Ich fahre doch mit den Mädels weg?“
„Jaja, ich meinte ja ‚Ihr werdet bestimmt Spaß haben.‘“

„Ja. Was machst du denn am Wochenende?“
„Och, nichts besonderes. Ausschlafen, vielleicht gehe ich abends mal wieder mit Jörg weg.“

„Ja. Macht das. Ihr habt auch ewig nichts mehr zusammen gemacht.“
„Ja, das stimmt.“

„Was wollt ihr denn machen?“
„Weiß ich doch nicht. Ich weiß ja noch nicht mal, ob Jörg Zeit hat.“

„Dann ruf ihn doch an!“
„Ja, aber das hat noch Zeit, wir machen das spontan.“

„Aha. Was wollt ihr denn spontan machen?“
„Keine Ahnung. Was trinken gehen vielleicht.“

„Oh, diese neue Bar, warte mal, ich glaub, die heißt ‚Wunder-Bar‘, da soll es total leckere Cocktails geben.“
„Och, ich denke wir werden eher ein Bier trinken gehen. Vielleicht im Biergarten, wenn das Wetter einigermaßen gut ist.“

„Das ist gut, dann kannst du dort auch was essen.“
„Ja, oder ich mach mir hier was.“

„Ja. Oder soll ich dir noch was vorbereiten?“
„Nee, musst du nicht.“

„Im Gefrierfach ist auch noch eine Portion Gulasch. Da musst du dir nur ein paar Nudeln kochen und bist schnell fertig.“
„Ja, das kann ich machen.“

„Oder du gehst essen, dann hast du gar keine Arbeit.“
„Ich komme schon klar.“

„Ja. Aber ich nicht.“
„Wieso?“

„Der Koffer geht nicht mehr zu!.“

Kopfschüttel…

9 Kommentare »

Einmal um die Welt

1. Juli 2011, aus der Schublade Freizeit und Reisen

Neulich ist meine Liebste an einem Bericht über zwei Aussteiger hängengeblieben, die mit dem Fahrrad um die Welt radelten. Interessant anzuschauen, aber nachmachen würde ich sowas nicht. Meine Liebste sicherlich auch nicht, auch wenn sie das in der Theorie anders sieht:

„Guck mal Schatz, das ist doch mal ein Abenteuer!“
„Für andere schon. Du bist ja nach zwei Wochen Urlaub schon froh, wieder daheim zu sein.“

„Nein, Urlaub ist ja auch ganz was anderes. Stell dir mal vor, du bist ein ganzes Jahr unterwegs, da gibt es sicherlich viele Situationen, die spannend sind.“
„Hmm… ob sie dir in dem Moment dann spannend vorkommen, ist die Frage. Vermutlich will man in diesem Moment einfach seine Ruhe und keinen Ärger. Stell dir mal vor, die fahren durch eine Wüste und der Fahrradrahmen bricht!“

„Na ja, das wäre ja ein Extremfall.“
„Kann aber vorkommen. Und was machst du dann, um nicht zu verdursten?“

„Man muss ja nicht grade mit dem Fahrrad durch die Wüste fahren.“
„Außenrum ist’s halt länger…“

„Nein, ich meine, man kann doch auch was anderes machen. Stell dir mal vor, mit dem Segelboot um die Welt!“
„Ich glaube, das wäre ziemlich langweilig. Da sieht man ja tagein, tagaus nur das Meer und den Mitsegler.“

„Würdest du dich nicht freuen, wenn du allein mit mir auf einem Boot um die Welt reisen würdest?“
„Doch schon, aber das meine ich doch gar nicht.“

„Grade hast du gesagt, dass man da ‘nur’ seinen Mitsegler sieht.“
„Nein, ich meine, dass man doch auch mal was anderes sehen will.“

„Also wäre ich dir als Begleitung zu wenig?“
„Nein, nein! Aber stell dir mal vor, wir wären hier im Zimmer eingesperrt, ein ganzes Jahr lang. Wir würden ja verrückt werden!“

„Ja, weil wir hier keinen Meerblick haben!“
„Mit Meerblick wäre das doch genauso. Du könntest nicht shoppen, nicht telefonieren…“

„Ach so, kein Telefon? Das wäre dann ja was anderes. Ich denke aber, dass die Radler schon ein Handy dabeihaben. Nur für den Fall, dass sie in der Wüste einen Rahmenbruch haben.“
„Und wen sollten sie dann anrufen, wenn sie grade in der Wüste Gobi stehen?“

„Na was weiß ich? Ein Fahrradfachgeschäft oder einen Klempner.“
„Einen Klempner?“

„Na ja, halt jemanden, der das wieder zusammenflicken kann. Das kann ein Klempner doch auch.“
„Und wie soll man ihm das Problem dann schildern?“

„Na mit dem Handy. Ich hab doch grade gesagt, dass die sicher…“
„Schon mit dem Handy. Aber in welcher Sprache? Und woher die Nummer nehmen?

„Na da muss man sich natürlich vorher drum kümmern, das kann man ja alles einspeichern. Oder man hat eben ein internetfähiges Handy.“
„Gut, und wenn der Akku leer ist?“

„Dann nimmt man eben den Ersatzakku.“
„Der ist auch irgendwann leer. Und du kannst in deinem Gepäck ja nicht nur Akkus mitnehmen.“

„Bestimmt gibt’s Ladegeräte, die mit Solarstrom funktionieren.“
„Ach… Kannst du dir denn gar nicht vorstellen, dass man da auch in ausweglose Situationen geraten kann?“

„Nein, sag ich ja, da kann man ja jemanden anrufen, der hilft.“
„Also ich würde sowas nicht machen. Erst recht nicht so blauäugig. Was da alles passieren kann!“

„Also interessant finde ich das schon. Aber ich würde sowas auch nicht machen.“
„Und wieso nicht, wenn du für alle Probleme eine Lösung hast?“

„Das ist doch kein Urlaub, wenn man sich ständig bewegen muss! Außerdem ist mein Fahrrad platt und einen Segelschein hab ich auch nicht.“

Kopfschüttel…

3 Kommentare »

Frauen-Fußball-WM

27. Juni 2011, aus der Schublade Freizeit und Reisen

Am Wochenende hatte mich meine Liebste überrascht. Sie wollte Fußball gucken. Freiwillig! Gut, es war Frauenfußball, aber immerhin. Und sie wollte es sogar mit mir zusammen schauen:

„Schaust du mit mir Fußball an?“
„Wie bitte?“

„Ob du mit mir Fußball anschaust.“
„Äh… ja. Seit wann interessierst du dich für Fußball? Wer spielt denn überhaupt?“

„Na hör mal! Es ist Fußball-WM der Frauen!“
„Ja, das weiß ich auch. Ich meine, wer gegen wen spielt.

„Deutschland gegen Kanada.“
„Da guck ich natürlich gerne mit. Ist ja bestimmt auch was für’s Auge.“

„Wie meinst du das?“
„Äh… also… Du weißt ja, der Frauensport ist nicht so… äh… athletisch. Also eher technisch. Das sind sicherlich interessante Spiele, weil da die Bälle ganz anders laufen.“

„Ist das Männersprech, wenn du sagst ‚die Bälle laufen‘?“
„Wie bitte? Nein!“

„Und was soll denn da für’s Auge sein, außer den Spielerinnen?“
„Na die Technik. Kaum gelbe und rote Karten, das ist doch interessant.“

„Du schaust also nicht nur, weil du die Mädels knackig findest? Und weil ihre ‚Bälle‘ so hüpfen?“
„Also hör mal! Ich werde doch Frauenfußball schauen können, ohne dass mir hier irgendwas unterstellt wird!“

„Ich frag ja nur.“
„Wenn du Männerfußball anschauen würdest, würde ich dir ja auch nicht unterstellen, dass du 90 Minuten lang zuschaust, nur weil die Kerls so athletisch sind.“

„Und welche Spielerin gefällt dir am besten?“
„Halt, Schatz. Das ist eine Fangfrage.“

„Ich meine fußballerisch.“
„Da kenn ich mich zu wenig aus.“

„Ich dachte, du kennst dich im Fußball aus?“
„Ja schon, aber nicht im Frauenfußball.“

„Und so vom ersten Eindruck her?“
„Also diese Babett Peter hat schon was…“

„Wie? Was hat die?“
„Technisch. Sie ist technisch sehr beschlagen.“

„Ach. Und das siehst du schon mit einem ersten Eindruck?“
„Also nein. Ich meine ja. Natürlich sehe ich das.“

„Du bist ja schon ganz verwirrt. Vielleicht ist es besser, wenn ich alleine weitergucke?“
„Nein, das ist doch hübsch.“

„Was?“
„Das Fußballspiel, mein ich.“

„Ein Fußballspiel ist hübsch?“
„Ähh… ja.“

„Das sagt man doch nicht so.“
„Jetzt nimm mich doch nicht andauernd ins Kreuzverhör und genieße lieber die schönen…“

„Die schönen was?“
„…die schönen Spielzüge.“

„Grade nochmal die Kurve gekriegt!“
„Jetzt ist’s aber mal gut! Erst fragst du mich, ob ich Fußball mitgucke, und dann versuchst du die ganze Zeit, mir sonstwas zu unterstellen! Da kann ich ja gleich die Reportage im Radio hören!“

„Ist ja schon gut, Schatz. Ich wollte dich nur ein bisschen ärgern.“
„Aha. Dann mach bitte in der Halbzeitpause weiter.“

„Ich weiß nicht, ob ich mir das noch so lange anschaue.“
„Wieso denn? Ist doch ein gutes Spiel?“

„Ja, aber weißt du… Wenn da richtige Männer spielen, finde ich das irgendwie besser. Also rein vom optischen Aufbau her. Also vom Spielaufbau, mein ich…“

Kopfschüttel…

7 Kommentare »

Entspannung

18. Juni 2011, aus der Schublade Freizeit und Reisen

Nach einer Woche mit viel Arbeit und viel Ärger auf Arbeit kam ich am Freitag ziemlich geschafft heim und wollte nur noch auf mein Sofa. Doch die Liebste hatte andere Pläne:

„Hallo Schatz, prima, dass du da bist!“
„Ja. Bin ich froh, dass Wochenende ist.“

„Oh ja! Es ist so viel los an diesem Wochenende!“
„So. Was denn?“

„Naja, wir könnten heute abend den neuen Film ‘Eine Insel namens Udo’ ansehen, der soll total lustig sein. Susi war schon drin.“
„Ja, äh…“

„Prima. Dann ziehe ich mich um, dann können wir vorher noch irgendwo eine Kleinigeit essen!“
„Halt, nicht so schnell. Ich will heute abend gar nicht ausgehen. Wir könnten doch auch mal daheim bleiben. Du kochst was Leckeres, wir gucken gemütlich Fernsehen und bleiben auf unserem kuscheligen Sofa liegen und wenn du noch ganz viel Energie übrig hast, kannst du mir Rücken und Schultern massieren. Das wäre doch was!“

„Och, nö. Daheim bleiben ist doch langweilig. Schatz, es ist WOCHENENDE!“
„Eben, es ist Wochenende. Das heißt wir erholen und entspannen uns.“

„Dann könnten wir ja morgen endlich mal frühs zum Trödelmarkt, da wollten wir doch schon lange mal hin.“
„Ja, schon. Aber wie früh ist bei dir denn früh?“

„Naja, früh halt. Nicht vorm Aufstehen, aber Mittags brauchen wir da auch nicht mehr hin, dann sind alle Schnäppchen weg.“
„Quatsch, Schnäppchen. Du kaufst dann nur irgendeinen nutzlosen Kram, der dann hier vor sich hinstaubt.“

„Ha, wer hat dir mal die eine spezielle CD da mitgebracht? Von diesem … hab den Namen vergessen. Ist ja auch egal, die war auf jeden Fall vom Flohmarkt!“
„Okay, manchmal kaufst du auch was Sinnvolles.“

„Prima, dann gehen wir also morgen früh dahin.“
„Ach, Schatz. Ich will ausschlafen, nichts tun, vielleicht mal bis zum See fahren und mich dort hinlegen. Heimkommen und mich vom Nichtstun ausruhen.“

„Oh, wie langweilig.“
„Nein, nicht langweilig, erholsam.“

„Wir könnten ja auch heute ausruhen und morgen wegfahren, dann hättest du heute deine Erholung und ich morgen meine Abwechslung.“
„Ja. Wo willst du denn hin?“

„Wir könnten mal ans Meer fahren.“
„Ach was, wenn ich den See seh, brauch ich kein Meer mehr.“

„Ach, hör auf mit dem Quatsch, es wird dir auch guttun, mal rauszukommen und was anderes zu sehen.“
„Naja, wenn du unbedingt willst, dann fahren wir halt morgen mal ans Meer.“

„Oh, du bist ein Schatz! Ich freu mich.“
„Prima, dann hab ich heute abend meine Ruhe, kann morgen ausschlafen und dann geht’s los ans Meer. Was willst du denn am Meer?“

„Na an den Strand legen und entspannen.“

Kopfschüttel…

6 Kommentare »

Nummer gesucht

8. Juni 2011, aus der Schublade Freizeit und Reisen

Gestern war die Liebste mit ihren Freundinnen unterwegs – Shopping, Café und solcher Klimbim. Ich hatte es mir grade gemütlich gemacht, als ihr Anruf kam:

„Hallo Schatz, kannst du mir mal einen Gefallen tun?“
„Aber klar, was denn?“

„Schau mal bitte für mich nach Melanies Telefonnummer.“
„Wo soll ich da schauen?“

„In meinen E-Mails. Melanie hat eine neue Handynummer und hat sie mir neulich gemailt und ich hab vergessen, die Nummer gleich in mein Handy zu speichern.“
„Kein Problem, Schatz. Der Rechner fährt schon hoch. Gleich hast du die Nummer.“

„Hach, du bist der Beste.“
„Wie war nochmal dein Kennwort?“

„Na, der Name vom Restaurant, wo wir das erste Mal essen waren plus unser Kennenlerntag.“
„Oh. Ähhh… verrätst du es mir nochmal?“

„Du hast es vergessen?“
„Naja, also… ja.“

„Also: Francescos215.“
„Danke. Jetzt fällt‘s mir wieder ein. Also, wie hieß der Betreff der Mail?“

„Das weiß ich nicht mehr, aber sie mailte das so Anfang letzten Monats.“
„Schatz, du hast 487 Mails im Postfach! Warum löschst du gelesene Mails nicht? Wo finde ich das denn jetzt?“

„Einfach zurückblättern.“
„Ha, hier eine Mail von Melanie. Ich mach sie mal auf. Das ist ein Rezept für einen Kuchen.“

„Nicht irgendein Kuchen. Das ist eine Limetten-Joghurt-Torte, superlecker!“
„Tja, aber keine Telefonnummer.“

„Dann such mal weiter…“
„Sag mal, du lässt ja sogar die Spammails drin, hier werben sie für ein Potenzmittel.“

„Vielleicht brauchen wir es ja mal…“
„Haha, sehr witzig.“

„Ach, Schatz, war nur Spaß. Suchst du mir jetzt die Nummer raus?“
„Hier ist noch eine Mail von Melanie. Nein, nur ein weitergeleiteter Link.“

„Weitersuchen. Bei welchem Datum bist du denn?“
„Anfang des letzten Monats. Hier ist noch eine. Nein, auch keine Telefonnummer…“

„Vielleicht war es auch schon vor zwei Monaten?“
„Ach Schatz, ich kann doch jetzt nicht über 400 Mails durchgucken. Dann bin ich doch morgen noch beschäftigt. Hat denn keins von den anderen Mädels die Nummer von Melanie?“

„Nein.“
„Kannst du nicht die Auskunft anrufen?“

„Ich glaube nicht, dass Melanie ihre Handynummer ins Telefonbuch schreibt. Und am Festnetz geht sie nicht ran.“
„Dann sprich doch auf den Anrufbeantworter.“

„Nein, Melanie hat vorhin gesagt, dass sie später kommt und wir gehen jetzt noch woanders hin und dann findet sie uns doch nicht.“
„Wenn Melanie gesagt hat, sie kommt später, hast du sie doch gesprochen.“

„Nein. Sie hat eine SMS geschrieben.“
„Dann hast du doch ihre Handynummer als SMS-Absender.“

„Oh, das stimmt! Manchmal steht man echt auf dem Schlauch. Danke Schatz und bis heute abend!“

Kopfschüttel…

17 Kommentare »

Sonnenbrand

8. Mai 2011, aus der Schublade Freizeit und Reisen

Am Samstag waren wir nachmittags zum Faulenzen am Unisee. Während ich immerhin ein T-Shirt anhatte, war meine Liebste so sonnenhungrig, dass sie gleich zum Bikini gegriffen hatte. Ein Nickerchen im Sonnenschein brachte ihr dann den ersten Sonnenbrand des Jahres ein, der abends im Bett seinen Höhepunkt erreichte. Sie jammerte:

„Aua, mein Rücken! So ein Mist!“
„Das war aber auch unvorsichtig!“

„Danke für die Hilfe! Das merke ich grade auch!“
„Na ja, was soll ich machen…“

„Du könntest mir den Rücken kühlen. So kann ich unmöglich schlafen!“
„Soll ich draufpusten?“

„Quatsch, schau mal im Kühlschrank, ob da noch Quark drin ist.“
„Quark?“

„Ja, Quark! Das hilft!“
„Und den isst du dann?“

„Nein, der ist zum Draufschmieren, der kühlt.“
„Du willst mich auf den Arm nehmen, oder?“

„Nein, nicht in dem Zustand. Also schau doch mal bitte, ob Quark da ist.“
(Nach kurzem Suchen kam ich wieder zurück.)
„Hier, wir hatten noch was. Und das soll ich jetzt wirklich auf deinen Rücken streichen?“

„Ja bitte.“
„Gut. Man könnte auch noch Zwiebeln drauftun…“

„Oooch Schatz, spar dir bitte deine Witze.“
„Gut.“

„Sag mal, nach was riecht das denn?“
„Na ja, nach Quark. Ich hab doch gleich gewusst, dass das eine komische Idee ist.“

„Zeig mir mal die Packung.“
„Bitteschön.“

„Das ist ja Kräuterquark!“
„Na und? Quark ist Quark ist Quark.“

„Jetzt rieche ich nach Schnittlauch! Und all den anderen Kräutern!“
„Du wolltest es so. Hilft es wenigstens?“

„Ähh… ich komme mir grad wie eine Folienkartoffel vor. Heiß und mit Kräuterquark!“
„Schatz, du hast so gejammert, da musst du jetzt eben durch. Du kannst es ja nachher abduschen.“

„Ich dachte an ganz normalen Quark… Erzähl das bloß niemandem!“
„Was ist denn daran so schlimm? Andere Frauen machen sich auch Gurkenmasken und sind damit hochzufrieden! Hilft es denn jetzt?“

„Ein bisschen schon… Glaub ich. Weißt du aber, was das größte Problem an deiner alternativen Behandlung ist?“
„Nein.“

„Das war der kalorienreduzierte Quark für meine Diät. Was soll ich denn jetzt morgen früh frühstücken?“

Kopfschüttel…

5 Kommentare »

Zoobesuch

26. März 2011, aus der Schublade Freizeit und Reisen


Neulich waren wir seit langem mal wieder im Zoo. Ich dachte, dass meiner Liebsten vor allem die kleinen und niedlichen Tiere gefallen, aber da hatte ich mich getäuscht. Mit einem Zaun oder Wassergraben zwischen uns und den Tieren hatte sie auch großen Gefallen an den großen Tieren. Das Nilpferd hätte sie wohl am liebsten gleich mitgenommen:

„Oooch, guck mal Schatz, das arme Nilpferd! Wie traurig das guckt!“
„Vielleicht kann ich es ja mit einem Witz aufheitern!“

„Nein, das ist bestimmt so traurig, weil es eingesperrt ist!“
„Mir ist das ganz recht so…“

„Ach, das arme Tier! Und es hat auch keine Gesellschaft!“
„Wieso, da sind doch noch mehr.“

„Ja, aber die halten alle Abstand.“
„Vielleicht ist das arme, traurige Nilpferd abgrundtief bösartig?“

„Nein Schatz, guck doch mal, wie lieb es herschaut!“
„Das ist bestimmt einer seiner Tricks. Es wartet, bis du über den Zaun kletterst, und dann frisst es dich mit einem Haps.“

„Du bist blöd! Nilpferde fressen keine Menschen.“
„Ach! Und wieso ist da ein Zaun drumherum?“

„Na, damit niemand reingeht.“
„Eben. Weil das aggressive Nilpferd den armen, wehrlosen Besucher sofort tottrampeln und auffressen würde!“

„Quatsch! Nilpferde sind Pflanzenfresser!“
„Stell dir mal vor, du bist dein Leben lang eingesperrt, da wirst du doch auch komisch, oder?“

„Wie meinst du denn das?“
„Na ja, du würdest doch auch komische Gedanken bekommen…“

„Hä? Was für Gedanken?“
„Na, das Nilpferd ist vielleicht schon schizophren. Oder es hat Lust auf Fleisch bekommen.“

„Ich bin nicht schizophren! Und ich esse auch ganz oft vegetarisch!“
„Ich sage ja auch nicht, dass du ein Nilpferd bist.“

„Ach, da bin ich aber froh! Und wieso stellst du dann Vergleiche zwischen dem Nilpferd und mir an?“
„Das war doch nur zur Verdeutlichung… Man wird in Gefangenschaft halt krank. Psychisch, mein ich.“

„Ich bin nicht psychisch krank!!!“
„Das sag ich doch auch gar nicht… Ich habe ja auch nie behauptet, dass du eingesperrt gewesen wärst!“

„Natürlich bin ich nicht eingesperrt! Wieso machst du denn dann so komische Vergleiche?“
„Na, damit du siehst, dass das Nilpferd jetzt vielleicht auch Fleisch frisst.“

„Das tut es eben nicht. Seit wir hier stehen, liegt Ramona da und döst und guckt traurig rum.“
„Ramona?“

„Ja, so habe ich sie genannt. Weil sie so traurig guckt.“
„Da fände ich Hannibal passender… Sie frisst bestimmt auch ihre Artgenossen!“

„Schatz, du bist doof! Und du hast keine Ahnung. Lies mal, was hier auf dem Schild steht!“
„Flusspferd (Hippopotamus amphibius). Lebensraum: mittleres und südliches Afrika. Das Flusspferd ist ein reiner Pflanzenfresser…‘“

„Da! Da hast du’s! Ein Pflanzenfresser!“
„Ja klar, die reden hier ja von Nilpferden in freier Natur. Aber wenn eines eben einen an der Waffel hat, weil es die ganze Zeit eingesperrt ist, dann trifft das ja nicht mehr zu. Die können ja auf das Schild schlecht schreiben: ‚Das Flusspferd ist üblicherweise ein normaler Pflanzenfresser. Nur bei schweren psychischen Störungen frisst es auch Fleisch, so wie hier.‘“

„Also hör mal. Mir ist noch nie was zu Ohren gekommen von Nilpferden mit psychischen Störungen.“
„Und was glaubst du, weshalb es dann so traurig guckt?“

„Na hab ich dir doch gesagt: Weil es so einsam ist! Du bist doch auch traurig, wenn ich mal weggehe.“
„Also…“

„Oder etwa nicht?“
„Doch, doch! Aber…“

„Aber was?“
„Aber das ist doch bei Menschen nicht genauso wie bei Nilpferden!“

„Jetzt vergleichst du mich schon wieder mit einem Nilpferd!“
„Nein, ich mein ja nur…“

„Ach, das ist ja zwecklos, mit dir darüber zu diskutieren. Gehen wir lieber zum nächsten Gehege.“
„Was ist dort?“

„Wilde Esel.“

Kopfschüttel…

14 Kommentare »

Lyrik

18. März 2011, aus der Schublade Freizeit und Reisen, Wohnen und Leben


Manchmal entdeckt man völlig unerwartet neue Seiten seines Partners. Mir ist das neulich beim Frühstück passiert, als ich feststellte, dass meine Liebste ein Faible für hochgeistige Lyrik zu haben scheint. Ich verstehe davon zwar nichts, aber ich glaube, das spielt bei diesen Werken auch überhaupt keine Rolle. Wir saßen also beim Frühstück und sie las mir aus der Zeitung vor:

„Schwer wogt der Nebel
von der nächtlichen Wacht
Luna ist fern
ihr Schein fällt ganz sacht
auf die Dinge, im Morgen entrückt.
Kein Auge sah je ein Schauspiel wie dies.“

„Häää?“

„Das ist ein Gedicht, hier aus dem Feuilleton. Wie findst’n das?“
„So ein Schrott!“

„Nein, hör nochmal: Schwer wogt…“
„Liebste, ich hab schon gehört. Ich hab keine Ahnung, was das sein soll.

„Na, ein schönes Gedicht!“
„Ich kapier da gar nix.“

„Berührt dich das denn nicht? Diese schöne Sprache?“
„Nöö. Gib mir mal bitte den Sportteil.“

„Da. Das ist doch leicht zu verstehen: Es ist neblig, der Mond scheint noch ein bißchen und es sieht ganz geheimnisvoll aus… so bezaubernd halt, verstehst du, mit so einem speziellen Licht.“
„Nein.“

„Ich glaube, dir fehlt das Gefühl für Lyrik… Was ist denn daran nicht zu verstehen?“
„Na, zum Beispiel wieso der Dichter das so geschwollen ausdrückt!“

„Wenn er eine Pressemeldung wie in deinem Sportteil schreiben würde, wär’s doch kein Gedicht mehr!“
„Aber man würd’s wenigstens verstehen: ‚Es war neblig, dazu ein wenig Mondschein, und Dinge standen rum, die noch niemand gesehen hat.‘“

„Aber das ist doch Quatsch!“
„Sag ich ja!“

„Nein, schon inhaltlich stimmt deine Kurzfassung nicht – es heißt ja ‚ Kein Auge sah je ein Schauspiel wie dies‘.“
„Gut, also könnte er meinetwegen schreiben: ‚Es war neblig, dazu ein wenig Mondschein, Dinge standen rum, sowas hat noch keiner gesehen.‘ Ich hab keine Ahnung, was daran so toll sein soll.“

„Na ja, in deiner Version ist es ja auch kein Gedicht, das ist ja nicht lyrisch. Das wäre so, wie wenn ich den Spielbericht von Werder Bremen gegen FC Duisburg…“
„MSV Duisburg…“

„Meinetwegen MSV, also wenn ich da schreiben würde: ‚90 Minuten, ein Tor für Duisburg, Ende.‘“
„Na das ist doch Quatsch. Erstens spielt Duisburg in der zweiten Liga, und zweitens gewinnen die doch nicht in Bremen!“

„Das war doch nur ein Beispiel dafür, dass du ein Gedicht nicht einfach zusammenfassen kannst!“
„Wieso? Hab ich doch gut gekonnt. War alles drin.“

„Nur die Poesie eben nicht. Die macht das Gedicht so geheimnisvoll.“
„Quatsch mit Soße. Wenn du mich fragst: Der kokst garantiert.“

„Nein, das verstehst du nicht. Der ist eben ein sensibler Typ.“
„Oder er hat halt einen Dachschaden.“

„Ach, du hast da kein Gefühl dafür. Stell dir mal vor, dein Sportteil wäre poetisch verfasst!“
„Dann würde ich ihn halt nicht mehr lesen. Das wäre doch viel zu umständlich.“

„Das ist eben das Schöne an der Poesie – dass sie alles so im Ungefähren lässt!“
„Sag mal, Schatz… Ist was in deinem Kaffee?“

„Nein, ich versuche nur, dir das Gedicht zu erklären!“
„Das wirst du wohl nicht schaffen.“

„Also pass auf. Dein Spielbericht würde sich in etwa so anhören:
Ein Tor ist gefallen
in der langen Zeit
es jubeln die einen
für die anderen: Leid.“

„Ähh… Und wie soll ich jetzt wissen, wer der Torschütze war? Und wieviele gelbe Karten es gab? Und die Einzelkritiken? Und der Schiri?“

„Na ja, das könnte man ja noch ausbauen. Soll ich’s mal probieren?“

Kopfschüttel…

28 Kommentare »

Mal richtig dänisch essen

29. September 2011, aus der Schublade Freizeit und Reisen

Ein Kurzurlaub mit meiner Liebsten im benachbarten Dänemark an einem wunderbaren, sonnigen Wochenende. Tolle Spaziergänge, ein gutes Hotel und gemütlich Essen gehen machten das Wochenende nahezu perfekt – zumindest für mich. Sie wusste wieder mal nicht, was sie wollte, außer was zu Essen:

„Oh, ich hab Hunger nach dem Strandspaziergang.“
„Na, dann lass uns was Essen gehen, ich lad dich ja schließlich ein.“

„Ja, unten hab ich eine Pizzeria gesehen und vorhin sind wir an einem Chinesen vorbeigekommen. Worauf hast du denn Lust?“
„Och, wollen wir nicht lieber was typisch dänisches essen, wenn wir schon hier sind?“

„Was ist denn typisch dänisch?“
„Na zum Beispiel Smörrebröd.“

„Hmmm. Trockenes Brot.“
„Belegtes Brot!“

„Ich mag lieber was Warmes essen.“
„Na, da gibt’s bestimmt irgendein leckeres Fischgericht, hier am Meer…“

„Jaaa….“
„Ach, komm. Die Pizza und Pasta gibt’s doch überall und im Urlaub kann man ruhig mal was ausprobieren.“

„Na gut. Dann suchen wir mal.“
„Das hier hat immerhin schon mal einen Fisch im Logo, und es ist nicht die ‚Nordsee‘…“

„Aber wir schauen erst mal außen auf der Karte, ja?“
„Gut. Immerhin erkennt man da auch die Preise.“

„Ja. Aber den Rest verstehe ich nicht. Wie ist dein Dänisch?“
„Öhh… Ach egal, hier hat’s einen schönen Biergarten, und du kannst ja auf die Teller der anderen Gäste schauen und dir bestellen, was lecker aussieht. Also nichts wie rein!“

„Das ist doch total peinlich!“
„Wieso?“

„Erstens mag ich nicht neugierig rumgucken und dann ist das viel zu auffällig.“
„Also ich guck dezent rum und bestell mir den Braten, den der Herr dahinten isst.“

„Pah. Oh, die Bedienung kommt schon.“
„Äh… ein Öl… Carlsberg Öl. Und da hinten das, was der Herr isst.“

„Sie hat glaube ich nur das Bier verstanden…“
„Na das was der da hinten hat…“

[Meine Liebste zeigt mit dem Finger hin.]

„Siehst du, jetzt hat sie’s verstanden! Ich nehme einen Orangensaft… äh…“
„Das war jetzt aber schon fast peinlich! Und das was du suchst, heißt Appelsinsaft oder so.“

„Also einen Appelsinsaft. Äh.. und einen Salat.“
„Sie versteht Salat wohl nicht…“

[Die Bedienung zeigt Richtung Innenraum und bedeutet meiner Liebsten, mitzukommen.]

„Äh nein… Ach so, sie will mir was zeigen!“
„Na dann mal los!“

[Einige Minuten später kommt meine Liebste wieder zurück.]

„So, bestellt!“
„Was war denn an dem Salat so kompliziert?“

„Sie hat’s mir in der Küche gezeigt: Es gibt ‚Grön Salat‘, das ist ein einfacher grüner Salat, oder ‚Blandet Salat‘, das ist so ein gemischter Salat.“
„Und, was hast du nun genommen?“

„Ich hab dann ein Schnitzel bestellt, das hatte der Koch grade in der Pfanne und das sah so lecker aus!“

Kopfschüttel…

19 Kommentare »

Hauptsache weg

23. September 2011, aus der Schublade Freizeit und Reisen

Als ich gestern heimkam, kam mir meine Liebste freudestrahlend mit einem Brief entgegen. Es stellte sich dann aber heraus, dass der Inhalt doch nicht sooo toll war. Sie rief aufgeregt:

„Guck mal Schatz, ich hab gewonnen!“
„Was denn? Wo denn?

„Na hier, bei einem Preisrätsel! Ein Wochenende in Tirol mit Hotelübernachtung für zwei! Ist das nicht toll?“
„Ja. Zeig mal.“

„Hier. Guck mal, wie hübsch es dort ist!“
„Ja… aber ist das auch nicht so eine Rentner-Neppveranstaltung?“

„Wie kommst du denn darauf?“
„Man liest ja immer von sowas.“

„Kann ich mir nicht vorstellen. Das macht ein Busunternehmen.“
„Das sind auch keine Heiligen…“

„Du denkst zu schlecht von den Menschen. Freu dich doch über den Gewinn!“
„Wo hast du denn da mitgerätselt?“

„Keine Ahnung… ich mach mal hier, mal dort mit, und irgendwann gewinne ich eben auch mal!“
„Diese ganzen Rätsel dienen doch nur dazu, den Leuten ihre Daten abzuschwatzen. Und ob der Gewinn dann auch verlost wird, überprüft doch auch keiner.“

„Also hier hab ich den Gewinn. Und meine Adresse haben sie ja gebraucht, um ihn mir zuzusenden.“
„Hast du das eigentlich genau gelesen?“

„Nein, wieso? Im Kleingedruckten steht auch bloß das Übliche.“
„Na ja… ‚Eine Zustiegsmöglichkeit besteht an folgenden Orten: Göttingen, Kassel und Fulda.“

„Ääh… das ist ja blöd. Da muss man ja erstmal hinkommen…“
„Und hier: ‘Frühstück und Abendessen sind zusätzlich zur Übernachtung fakultativ buchbar.‘“

„So ein Mist!“
„Haha… das ist gut: ‚Die Abbildungen stellen lediglich ein Anschauungsbeispiel dar und müssen nicht zwingend mit der Übernachtungsmöglichkeit übereinstimmen.‘ Das ist Nepp, wenn du mich fragst. Am Ende wird man da in einer Turnhalle am A… der Welt untergebracht.“

„Ach Mensch! Ich hab mich so gefreut, dass ich endlich mal was gewonnen habe!“
„Tja. Ich glaube, wenn wir da mitfahren, dürfte deine Enttäuschung nicht weniger werden.“

„Das gehört doch verboten! Da ist man vor lauter Freude mal nicht so kritisch und schon wird man abgezockt!“
„Ach, ärger dich nicht! Dann machen wir eben auf eigene Kosten ein Urlaubswochenende! Ich lade dich ein!“

„Ohh! Schatz, das ist ja toll! Nach Tirol?“
„Ähh… also wir müssen ja nicht ganz so weit, das wäre ein bisschen viel Fahrerei für ein Wochenende. Wo würde es dir denn noch gefallen?“

„Was mit Bergen wäre schon schön!“
„Ja, die sind aber alle so weit weg… Wie wär’s denn mit einem Kurztrip nach Dänemark?“

„Oh ja! Wenn wir mit dem Wetter auch noch Glück haben…“
„…dann könnten wir sogar einen Strandspaziergang machen.“

„Gute Idee! Suchen wir im Internet mal schnell ein Hotel?“
„Ja. Und es macht dir nichts, dass es da keine Berge gibt?

„Ach, das ist egal. Mir würde es sogar in einer Turnhalle am A… der Welt gefallen, wenn du dabei bist.“
„Seit wann hast du’s denn so mit Turnen?“

„Nein, das sag ich ja nur so. Obwohl… Wenn schlechtes Wetter ist, könnten wir auch in unserem Hotelbett turnen…“

Kopfschüttel…

10 Kommentare »

Ich packe in meinen Koffer…

8. September 2011, aus der Schublade Freizeit und Reisen

Die Liebste gönnt sich ein Freundinnen-Wochenende in irgend so einem Wellnesshotel und ist seit Stunden am Packen und Planen und Organisieren…

„Wo ist denn der große Koffer, der dunkelblaue mit den Rollen?“
„Im Keller.“

„Hol den doch mal bitte hoch, in dieses kleine Teil hier geht ja gar nichts rein.“
„Ja, ich hol ihn dir. Aber du fährst doch nur zwei Tage weg, wieviel willst du denn mitnehmen?“

„Nur das Nötigste.“
„Das passt doch in den Koffer hier.“

„Quatsch. Ich brauch eine normale Hose und eine Ersatzhose, falls ich die irgendwie schmutzig mache. Susi hat neulich beim Italiener versehentlich ein Glas Rotwein auf die Hose gekriegt, der Kellner hat nicht aufgepasst und zack, war’s passiert.
„Aber das passiert doch extrem selten!“

„Aber wenn es passiert, ist es doch gut, wenn ich noch eine Hose in Reserve habe.“
„Ja.“

„Na, und dann brauch ich was Schickeres für abends, dann noch Wäsche, Badesachen und Bademantel und auch noch was zum Drüberziehen, falls wir draußen sitzen und…“
„Ja, ich glaub es dir. Ich hol den Koffer.“

„Danke.“
„Ja, gern geschehen.“

„Vermisst du mich, wenn ich weg bin?“
„Bestimmt. Aber es sind ja nur zwei Tage und wir werden bestimmt eine Menge Spaß haben.“

„Wieso wir? Ich fahre doch mit den Mädels weg?“
„Jaja, ich meinte ja ‚Ihr werdet bestimmt Spaß haben.‘“

„Ja. Was machst du denn am Wochenende?“
„Och, nichts besonderes. Ausschlafen, vielleicht gehe ich abends mal wieder mit Jörg weg.“

„Ja. Macht das. Ihr habt auch ewig nichts mehr zusammen gemacht.“
„Ja, das stimmt.“

„Was wollt ihr denn machen?“
„Weiß ich doch nicht. Ich weiß ja noch nicht mal, ob Jörg Zeit hat.“

„Dann ruf ihn doch an!“
„Ja, aber das hat noch Zeit, wir machen das spontan.“

„Aha. Was wollt ihr denn spontan machen?“
„Keine Ahnung. Was trinken gehen vielleicht.“

„Oh, diese neue Bar, warte mal, ich glaub, die heißt ‚Wunder-Bar‘, da soll es total leckere Cocktails geben.“
„Och, ich denke wir werden eher ein Bier trinken gehen. Vielleicht im Biergarten, wenn das Wetter einigermaßen gut ist.“

„Das ist gut, dann kannst du dort auch was essen.“
„Ja, oder ich mach mir hier was.“

„Ja. Oder soll ich dir noch was vorbereiten?“
„Nee, musst du nicht.“

„Im Gefrierfach ist auch noch eine Portion Gulasch. Da musst du dir nur ein paar Nudeln kochen und bist schnell fertig.“
„Ja, das kann ich machen.“

„Oder du gehst essen, dann hast du gar keine Arbeit.“
„Ich komme schon klar.“

„Ja. Aber ich nicht.“
„Wieso?“

„Der Koffer geht nicht mehr zu!.“

Kopfschüttel…

9 Kommentare »

Einmal um die Welt

1. Juli 2011, aus der Schublade Freizeit und Reisen

Neulich ist meine Liebste an einem Bericht über zwei Aussteiger hängengeblieben, die mit dem Fahrrad um die Welt radelten. Interessant anzuschauen, aber nachmachen würde ich sowas nicht. Meine Liebste sicherlich auch nicht, auch wenn sie das in der Theorie anders sieht:

„Guck mal Schatz, das ist doch mal ein Abenteuer!“
„Für andere schon. Du bist ja nach zwei Wochen Urlaub schon froh, wieder daheim zu sein.“

„Nein, Urlaub ist ja auch ganz was anderes. Stell dir mal vor, du bist ein ganzes Jahr unterwegs, da gibt es sicherlich viele Situationen, die spannend sind.“
„Hmm… ob sie dir in dem Moment dann spannend vorkommen, ist die Frage. Vermutlich will man in diesem Moment einfach seine Ruhe und keinen Ärger. Stell dir mal vor, die fahren durch eine Wüste und der Fahrradrahmen bricht!“

„Na ja, das wäre ja ein Extremfall.“
„Kann aber vorkommen. Und was machst du dann, um nicht zu verdursten?“

„Man muss ja nicht grade mit dem Fahrrad durch die Wüste fahren.“
„Außenrum ist’s halt länger…“

„Nein, ich meine, man kann doch auch was anderes machen. Stell dir mal vor, mit dem Segelboot um die Welt!“
„Ich glaube, das wäre ziemlich langweilig. Da sieht man ja tagein, tagaus nur das Meer und den Mitsegler.“

„Würdest du dich nicht freuen, wenn du allein mit mir auf einem Boot um die Welt reisen würdest?“
„Doch schon, aber das meine ich doch gar nicht.“

„Grade hast du gesagt, dass man da ‘nur’ seinen Mitsegler sieht.“
„Nein, ich meine, dass man doch auch mal was anderes sehen will.“

„Also wäre ich dir als Begleitung zu wenig?“
„Nein, nein! Aber stell dir mal vor, wir wären hier im Zimmer eingesperrt, ein ganzes Jahr lang. Wir würden ja verrückt werden!“

„Ja, weil wir hier keinen Meerblick haben!“
„Mit Meerblick wäre das doch genauso. Du könntest nicht shoppen, nicht telefonieren…“

„Ach so, kein Telefon? Das wäre dann ja was anderes. Ich denke aber, dass die Radler schon ein Handy dabeihaben. Nur für den Fall, dass sie in der Wüste einen Rahmenbruch haben.“
„Und wen sollten sie dann anrufen, wenn sie grade in der Wüste Gobi stehen?“

„Na was weiß ich? Ein Fahrradfachgeschäft oder einen Klempner.“
„Einen Klempner?“

„Na ja, halt jemanden, der das wieder zusammenflicken kann. Das kann ein Klempner doch auch.“
„Und wie soll man ihm das Problem dann schildern?“

„Na mit dem Handy. Ich hab doch grade gesagt, dass die sicher…“
„Schon mit dem Handy. Aber in welcher Sprache? Und woher die Nummer nehmen?

„Na da muss man sich natürlich vorher drum kümmern, das kann man ja alles einspeichern. Oder man hat eben ein internetfähiges Handy.“
„Gut, und wenn der Akku leer ist?“

„Dann nimmt man eben den Ersatzakku.“
„Der ist auch irgendwann leer. Und du kannst in deinem Gepäck ja nicht nur Akkus mitnehmen.“

„Bestimmt gibt’s Ladegeräte, die mit Solarstrom funktionieren.“
„Ach… Kannst du dir denn gar nicht vorstellen, dass man da auch in ausweglose Situationen geraten kann?“

„Nein, sag ich ja, da kann man ja jemanden anrufen, der hilft.“
„Also ich würde sowas nicht machen. Erst recht nicht so blauäugig. Was da alles passieren kann!“

„Also interessant finde ich das schon. Aber ich würde sowas auch nicht machen.“
„Und wieso nicht, wenn du für alle Probleme eine Lösung hast?“

„Das ist doch kein Urlaub, wenn man sich ständig bewegen muss! Außerdem ist mein Fahrrad platt und einen Segelschein hab ich auch nicht.“

Kopfschüttel…

3 Kommentare »

Frauen-Fußball-WM

27. Juni 2011, aus der Schublade Freizeit und Reisen

Am Wochenende hatte mich meine Liebste überrascht. Sie wollte Fußball gucken. Freiwillig! Gut, es war Frauenfußball, aber immerhin. Und sie wollte es sogar mit mir zusammen schauen:

„Schaust du mit mir Fußball an?“
„Wie bitte?“

„Ob du mit mir Fußball anschaust.“
„Äh… ja. Seit wann interessierst du dich für Fußball? Wer spielt denn überhaupt?“

„Na hör mal! Es ist Fußball-WM der Frauen!“
„Ja, das weiß ich auch. Ich meine, wer gegen wen spielt.

„Deutschland gegen Kanada.“
„Da guck ich natürlich gerne mit. Ist ja bestimmt auch was für’s Auge.“

„Wie meinst du das?“
„Äh… also… Du weißt ja, der Frauensport ist nicht so… äh… athletisch. Also eher technisch. Das sind sicherlich interessante Spiele, weil da die Bälle ganz anders laufen.“

„Ist das Männersprech, wenn du sagst ‚die Bälle laufen‘?“
„Wie bitte? Nein!“

„Und was soll denn da für’s Auge sein, außer den Spielerinnen?“
„Na die Technik. Kaum gelbe und rote Karten, das ist doch interessant.“

„Du schaust also nicht nur, weil du die Mädels knackig findest? Und weil ihre ‚Bälle‘ so hüpfen?“
„Also hör mal! Ich werde doch Frauenfußball schauen können, ohne dass mir hier irgendwas unterstellt wird!“

„Ich frag ja nur.“
„Wenn du Männerfußball anschauen würdest, würde ich dir ja auch nicht unterstellen, dass du 90 Minuten lang zuschaust, nur weil die Kerls so athletisch sind.“

„Und welche Spielerin gefällt dir am besten?“
„Halt, Schatz. Das ist eine Fangfrage.“

„Ich meine fußballerisch.“
„Da kenn ich mich zu wenig aus.“

„Ich dachte, du kennst dich im Fußball aus?“
„Ja schon, aber nicht im Frauenfußball.“

„Und so vom ersten Eindruck her?“
„Also diese Babett Peter hat schon was…“

„Wie? Was hat die?“
„Technisch. Sie ist technisch sehr beschlagen.“

„Ach. Und das siehst du schon mit einem ersten Eindruck?“
„Also nein. Ich meine ja. Natürlich sehe ich das.“

„Du bist ja schon ganz verwirrt. Vielleicht ist es besser, wenn ich alleine weitergucke?“
„Nein, das ist doch hübsch.“

„Was?“
„Das Fußballspiel, mein ich.“

„Ein Fußballspiel ist hübsch?“
„Ähh… ja.“

„Das sagt man doch nicht so.“
„Jetzt nimm mich doch nicht andauernd ins Kreuzverhör und genieße lieber die schönen…“

„Die schönen was?“
„…die schönen Spielzüge.“

„Grade nochmal die Kurve gekriegt!“
„Jetzt ist’s aber mal gut! Erst fragst du mich, ob ich Fußball mitgucke, und dann versuchst du die ganze Zeit, mir sonstwas zu unterstellen! Da kann ich ja gleich die Reportage im Radio hören!“

„Ist ja schon gut, Schatz. Ich wollte dich nur ein bisschen ärgern.“
„Aha. Dann mach bitte in der Halbzeitpause weiter.“

„Ich weiß nicht, ob ich mir das noch so lange anschaue.“
„Wieso denn? Ist doch ein gutes Spiel?“

„Ja, aber weißt du… Wenn da richtige Männer spielen, finde ich das irgendwie besser. Also rein vom optischen Aufbau her. Also vom Spielaufbau, mein ich…“

Kopfschüttel…

7 Kommentare »

Entspannung

18. Juni 2011, aus der Schublade Freizeit und Reisen

Nach einer Woche mit viel Arbeit und viel Ärger auf Arbeit kam ich am Freitag ziemlich geschafft heim und wollte nur noch auf mein Sofa. Doch die Liebste hatte andere Pläne:

„Hallo Schatz, prima, dass du da bist!“
„Ja. Bin ich froh, dass Wochenende ist.“

„Oh ja! Es ist so viel los an diesem Wochenende!“
„So. Was denn?“

„Naja, wir könnten heute abend den neuen Film ‘Eine Insel namens Udo’ ansehen, der soll total lustig sein. Susi war schon drin.“
„Ja, äh…“

„Prima. Dann ziehe ich mich um, dann können wir vorher noch irgendwo eine Kleinigeit essen!“
„Halt, nicht so schnell. Ich will heute abend gar nicht ausgehen. Wir könnten doch auch mal daheim bleiben. Du kochst was Leckeres, wir gucken gemütlich Fernsehen und bleiben auf unserem kuscheligen Sofa liegen und wenn du noch ganz viel Energie übrig hast, kannst du mir Rücken und Schultern massieren. Das wäre doch was!“

„Och, nö. Daheim bleiben ist doch langweilig. Schatz, es ist WOCHENENDE!“
„Eben, es ist Wochenende. Das heißt wir erholen und entspannen uns.“

„Dann könnten wir ja morgen endlich mal frühs zum Trödelmarkt, da wollten wir doch schon lange mal hin.“
„Ja, schon. Aber wie früh ist bei dir denn früh?“

„Naja, früh halt. Nicht vorm Aufstehen, aber Mittags brauchen wir da auch nicht mehr hin, dann sind alle Schnäppchen weg.“
„Quatsch, Schnäppchen. Du kaufst dann nur irgendeinen nutzlosen Kram, der dann hier vor sich hinstaubt.“

„Ha, wer hat dir mal die eine spezielle CD da mitgebracht? Von diesem … hab den Namen vergessen. Ist ja auch egal, die war auf jeden Fall vom Flohmarkt!“
„Okay, manchmal kaufst du auch was Sinnvolles.“

„Prima, dann gehen wir also morgen früh dahin.“
„Ach, Schatz. Ich will ausschlafen, nichts tun, vielleicht mal bis zum See fahren und mich dort hinlegen. Heimkommen und mich vom Nichtstun ausruhen.“

„Oh, wie langweilig.“
„Nein, nicht langweilig, erholsam.“

„Wir könnten ja auch heute ausruhen und morgen wegfahren, dann hättest du heute deine Erholung und ich morgen meine Abwechslung.“
„Ja. Wo willst du denn hin?“

„Wir könnten mal ans Meer fahren.“
„Ach was, wenn ich den See seh, brauch ich kein Meer mehr.“

„Ach, hör auf mit dem Quatsch, es wird dir auch guttun, mal rauszukommen und was anderes zu sehen.“
„Naja, wenn du unbedingt willst, dann fahren wir halt morgen mal ans Meer.“

„Oh, du bist ein Schatz! Ich freu mich.“
„Prima, dann hab ich heute abend meine Ruhe, kann morgen ausschlafen und dann geht’s los ans Meer. Was willst du denn am Meer?“

„Na an den Strand legen und entspannen.“

Kopfschüttel…

6 Kommentare »

Nummer gesucht

8. Juni 2011, aus der Schublade Freizeit und Reisen

Gestern war die Liebste mit ihren Freundinnen unterwegs – Shopping, Café und solcher Klimbim. Ich hatte es mir grade gemütlich gemacht, als ihr Anruf kam:

„Hallo Schatz, kannst du mir mal einen Gefallen tun?“
„Aber klar, was denn?“

„Schau mal bitte für mich nach Melanies Telefonnummer.“
„Wo soll ich da schauen?“

„In meinen E-Mails. Melanie hat eine neue Handynummer und hat sie mir neulich gemailt und ich hab vergessen, die Nummer gleich in mein Handy zu speichern.“
„Kein Problem, Schatz. Der Rechner fährt schon hoch. Gleich hast du die Nummer.“

„Hach, du bist der Beste.“
„Wie war nochmal dein Kennwort?“

„Na, der Name vom Restaurant, wo wir das erste Mal essen waren plus unser Kennenlerntag.“
„Oh. Ähhh… verrätst du es mir nochmal?“

„Du hast es vergessen?“
„Naja, also… ja.“

„Also: Francescos215.“
„Danke. Jetzt fällt‘s mir wieder ein. Also, wie hieß der Betreff der Mail?“

„Das weiß ich nicht mehr, aber sie mailte das so Anfang letzten Monats.“
„Schatz, du hast 487 Mails im Postfach! Warum löschst du gelesene Mails nicht? Wo finde ich das denn jetzt?“

„Einfach zurückblättern.“
„Ha, hier eine Mail von Melanie. Ich mach sie mal auf. Das ist ein Rezept für einen Kuchen.“

„Nicht irgendein Kuchen. Das ist eine Limetten-Joghurt-Torte, superlecker!“
„Tja, aber keine Telefonnummer.“

„Dann such mal weiter…“
„Sag mal, du lässt ja sogar die Spammails drin, hier werben sie für ein Potenzmittel.“

„Vielleicht brauchen wir es ja mal…“
„Haha, sehr witzig.“

„Ach, Schatz, war nur Spaß. Suchst du mir jetzt die Nummer raus?“
„Hier ist noch eine Mail von Melanie. Nein, nur ein weitergeleiteter Link.“

„Weitersuchen. Bei welchem Datum bist du denn?“
„Anfang des letzten Monats. Hier ist noch eine. Nein, auch keine Telefonnummer…“

„Vielleicht war es auch schon vor zwei Monaten?“
„Ach Schatz, ich kann doch jetzt nicht über 400 Mails durchgucken. Dann bin ich doch morgen noch beschäftigt. Hat denn keins von den anderen Mädels die Nummer von Melanie?“

„Nein.“
„Kannst du nicht die Auskunft anrufen?“

„Ich glaube nicht, dass Melanie ihre Handynummer ins Telefonbuch schreibt. Und am Festnetz geht sie nicht ran.“
„Dann sprich doch auf den Anrufbeantworter.“

„Nein, Melanie hat vorhin gesagt, dass sie später kommt und wir gehen jetzt noch woanders hin und dann findet sie uns doch nicht.“
„Wenn Melanie gesagt hat, sie kommt später, hast du sie doch gesprochen.“

„Nein. Sie hat eine SMS geschrieben.“
„Dann hast du doch ihre Handynummer als SMS-Absender.“

„Oh, das stimmt! Manchmal steht man echt auf dem Schlauch. Danke Schatz und bis heute abend!“

Kopfschüttel…

17 Kommentare »

Sonnenbrand

8. Mai 2011, aus der Schublade Freizeit und Reisen

Am Samstag waren wir nachmittags zum Faulenzen am Unisee. Während ich immerhin ein T-Shirt anhatte, war meine Liebste so sonnenhungrig, dass sie gleich zum Bikini gegriffen hatte. Ein Nickerchen im Sonnenschein brachte ihr dann den ersten Sonnenbrand des Jahres ein, der abends im Bett seinen Höhepunkt erreichte. Sie jammerte:

„Aua, mein Rücken! So ein Mist!“
„Das war aber auch unvorsichtig!“

„Danke für die Hilfe! Das merke ich grade auch!“
„Na ja, was soll ich machen…“

„Du könntest mir den Rücken kühlen. So kann ich unmöglich schlafen!“
„Soll ich draufpusten?“

„Quatsch, schau mal im Kühlschrank, ob da noch Quark drin ist.“
„Quark?“

„Ja, Quark! Das hilft!“
„Und den isst du dann?“

„Nein, der ist zum Draufschmieren, der kühlt.“
„Du willst mich auf den Arm nehmen, oder?“

„Nein, nicht in dem Zustand. Also schau doch mal bitte, ob Quark da ist.“
(Nach kurzem Suchen kam ich wieder zurück.)
„Hier, wir hatten noch was. Und das soll ich jetzt wirklich auf deinen Rücken streichen?“

„Ja bitte.“
„Gut. Man könnte auch noch Zwiebeln drauftun…“

„Oooch Schatz, spar dir bitte deine Witze.“
„Gut.“

„Sag mal, nach was riecht das denn?“
„Na ja, nach Quark. Ich hab doch gleich gewusst, dass das eine komische Idee ist.“

„Zeig mir mal die Packung.“
„Bitteschön.“

„Das ist ja Kräuterquark!“
„Na und? Quark ist Quark ist Quark.“

„Jetzt rieche ich nach Schnittlauch! Und all den anderen Kräutern!“
„Du wolltest es so. Hilft es wenigstens?“

„Ähh… ich komme mir grad wie eine Folienkartoffel vor. Heiß und mit Kräuterquark!“
„Schatz, du hast so gejammert, da musst du jetzt eben durch. Du kannst es ja nachher abduschen.“

„Ich dachte an ganz normalen Quark… Erzähl das bloß niemandem!“
„Was ist denn daran so schlimm? Andere Frauen machen sich auch Gurkenmasken und sind damit hochzufrieden! Hilft es denn jetzt?“

„Ein bisschen schon… Glaub ich. Weißt du aber, was das größte Problem an deiner alternativen Behandlung ist?“
„Nein.“

„Das war der kalorienreduzierte Quark für meine Diät. Was soll ich denn jetzt morgen früh frühstücken?“

Kopfschüttel…

5 Kommentare »

Zoobesuch

26. März 2011, aus der Schublade Freizeit und Reisen


Neulich waren wir seit langem mal wieder im Zoo. Ich dachte, dass meiner Liebsten vor allem die kleinen und niedlichen Tiere gefallen, aber da hatte ich mich getäuscht. Mit einem Zaun oder Wassergraben zwischen uns und den Tieren hatte sie auch großen Gefallen an den großen Tieren. Das Nilpferd hätte sie wohl am liebsten gleich mitgenommen:

„Oooch, guck mal Schatz, das arme Nilpferd! Wie traurig das guckt!“
„Vielleicht kann ich es ja mit einem Witz aufheitern!“

„Nein, das ist bestimmt so traurig, weil es eingesperrt ist!“
„Mir ist das ganz recht so…“

„Ach, das arme Tier! Und es hat auch keine Gesellschaft!“
„Wieso, da sind doch noch mehr.“

„Ja, aber die halten alle Abstand.“
„Vielleicht ist das arme, traurige Nilpferd abgrundtief bösartig?“

„Nein Schatz, guck doch mal, wie lieb es herschaut!“
„Das ist bestimmt einer seiner Tricks. Es wartet, bis du über den Zaun kletterst, und dann frisst es dich mit einem Haps.“

„Du bist blöd! Nilpferde fressen keine Menschen.“
„Ach! Und wieso ist da ein Zaun drumherum?“

„Na, damit niemand reingeht.“
„Eben. Weil das aggressive Nilpferd den armen, wehrlosen Besucher sofort tottrampeln und auffressen würde!“

„Quatsch! Nilpferde sind Pflanzenfresser!“
„Stell dir mal vor, du bist dein Leben lang eingesperrt, da wirst du doch auch komisch, oder?“

„Wie meinst du denn das?“
„Na ja, du würdest doch auch komische Gedanken bekommen…“

„Hä? Was für Gedanken?“
„Na, das Nilpferd ist vielleicht schon schizophren. Oder es hat Lust auf Fleisch bekommen.“

„Ich bin nicht schizophren! Und ich esse auch ganz oft vegetarisch!“
„Ich sage ja auch nicht, dass du ein Nilpferd bist.“

„Ach, da bin ich aber froh! Und wieso stellst du dann Vergleiche zwischen dem Nilpferd und mir an?“
„Das war doch nur zur Verdeutlichung… Man wird in Gefangenschaft halt krank. Psychisch, mein ich.“

„Ich bin nicht psychisch krank!!!“
„Das sag ich doch auch gar nicht… Ich habe ja auch nie behauptet, dass du eingesperrt gewesen wärst!“

„Natürlich bin ich nicht eingesperrt! Wieso machst du denn dann so komische Vergleiche?“
„Na, damit du siehst, dass das Nilpferd jetzt vielleicht auch Fleisch frisst.“

„Das tut es eben nicht. Seit wir hier stehen, liegt Ramona da und döst und guckt traurig rum.“
„Ramona?“

„Ja, so habe ich sie genannt. Weil sie so traurig guckt.“
„Da fände ich Hannibal passender… Sie frisst bestimmt auch ihre Artgenossen!“

„Schatz, du bist doof! Und du hast keine Ahnung. Lies mal, was hier auf dem Schild steht!“
„Flusspferd (Hippopotamus amphibius). Lebensraum: mittleres und südliches Afrika. Das Flusspferd ist ein reiner Pflanzenfresser…‘“

„Da! Da hast du’s! Ein Pflanzenfresser!“
„Ja klar, die reden hier ja von Nilpferden in freier Natur. Aber wenn eines eben einen an der Waffel hat, weil es die ganze Zeit eingesperrt ist, dann trifft das ja nicht mehr zu. Die können ja auf das Schild schlecht schreiben: ‚Das Flusspferd ist üblicherweise ein normaler Pflanzenfresser. Nur bei schweren psychischen Störungen frisst es auch Fleisch, so wie hier.‘“

„Also hör mal. Mir ist noch nie was zu Ohren gekommen von Nilpferden mit psychischen Störungen.“
„Und was glaubst du, weshalb es dann so traurig guckt?“

„Na hab ich dir doch gesagt: Weil es so einsam ist! Du bist doch auch traurig, wenn ich mal weggehe.“
„Also…“

„Oder etwa nicht?“
„Doch, doch! Aber…“

„Aber was?“
„Aber das ist doch bei Menschen nicht genauso wie bei Nilpferden!“

„Jetzt vergleichst du mich schon wieder mit einem Nilpferd!“
„Nein, ich mein ja nur…“

„Ach, das ist ja zwecklos, mit dir darüber zu diskutieren. Gehen wir lieber zum nächsten Gehege.“
„Was ist dort?“

„Wilde Esel.“

Kopfschüttel…

14 Kommentare »

Lyrik

18. März 2011, aus der Schublade Freizeit und Reisen, Wohnen und Leben


Manchmal entdeckt man völlig unerwartet neue Seiten seines Partners. Mir ist das neulich beim Frühstück passiert, als ich feststellte, dass meine Liebste ein Faible für hochgeistige Lyrik zu haben scheint. Ich verstehe davon zwar nichts, aber ich glaube, das spielt bei diesen Werken auch überhaupt keine Rolle. Wir saßen also beim Frühstück und sie las mir aus der Zeitung vor:

„Schwer wogt der Nebel
von der nächtlichen Wacht
Luna ist fern
ihr Schein fällt ganz sacht
auf die Dinge, im Morgen entrückt.
Kein Auge sah je ein Schauspiel wie dies.“

„Häää?“

„Das ist ein Gedicht, hier aus dem Feuilleton. Wie findst’n das?“
„So ein Schrott!“

„Nein, hör nochmal: Schwer wogt…“
„Liebste, ich hab schon gehört. Ich hab keine Ahnung, was das sein soll.

„Na, ein schönes Gedicht!“
„Ich kapier da gar nix.“

„Berührt dich das denn nicht? Diese schöne Sprache?“
„Nöö. Gib mir mal bitte den Sportteil.“

„Da. Das ist doch leicht zu verstehen: Es ist neblig, der Mond scheint noch ein bißchen und es sieht ganz geheimnisvoll aus… so bezaubernd halt, verstehst du, mit so einem speziellen Licht.“
„Nein.“

„Ich glaube, dir fehlt das Gefühl für Lyrik… Was ist denn daran nicht zu verstehen?“
„Na, zum Beispiel wieso der Dichter das so geschwollen ausdrückt!“

„Wenn er eine Pressemeldung wie in deinem Sportteil schreiben würde, wär’s doch kein Gedicht mehr!“
„Aber man würd’s wenigstens verstehen: ‚Es war neblig, dazu ein wenig Mondschein, und Dinge standen rum, die noch niemand gesehen hat.‘“

„Aber das ist doch Quatsch!“
„Sag ich ja!“

„Nein, schon inhaltlich stimmt deine Kurzfassung nicht – es heißt ja ‚ Kein Auge sah je ein Schauspiel wie dies‘.“
„Gut, also könnte er meinetwegen schreiben: ‚Es war neblig, dazu ein wenig Mondschein, Dinge standen rum, sowas hat noch keiner gesehen.‘ Ich hab keine Ahnung, was daran so toll sein soll.“

„Na ja, in deiner Version ist es ja auch kein Gedicht, das ist ja nicht lyrisch. Das wäre so, wie wenn ich den Spielbericht von Werder Bremen gegen FC Duisburg…“
„MSV Duisburg…“

„Meinetwegen MSV, also wenn ich da schreiben würde: ‚90 Minuten, ein Tor für Duisburg, Ende.‘“
„Na das ist doch Quatsch. Erstens spielt Duisburg in der zweiten Liga, und zweitens gewinnen die doch nicht in Bremen!“

„Das war doch nur ein Beispiel dafür, dass du ein Gedicht nicht einfach zusammenfassen kannst!“
„Wieso? Hab ich doch gut gekonnt. War alles drin.“

„Nur die Poesie eben nicht. Die macht das Gedicht so geheimnisvoll.“
„Quatsch mit Soße. Wenn du mich fragst: Der kokst garantiert.“

„Nein, das verstehst du nicht. Der ist eben ein sensibler Typ.“
„Oder er hat halt einen Dachschaden.“

„Ach, du hast da kein Gefühl dafür. Stell dir mal vor, dein Sportteil wäre poetisch verfasst!“
„Dann würde ich ihn halt nicht mehr lesen. Das wäre doch viel zu umständlich.“

„Das ist eben das Schöne an der Poesie – dass sie alles so im Ungefähren lässt!“
„Sag mal, Schatz… Ist was in deinem Kaffee?“

„Nein, ich versuche nur, dir das Gedicht zu erklären!“
„Das wirst du wohl nicht schaffen.“

„Also pass auf. Dein Spielbericht würde sich in etwa so anhören:
Ein Tor ist gefallen
in der langen Zeit
es jubeln die einen
für die anderen: Leid.“

„Ähh… Und wie soll ich jetzt wissen, wer der Torschütze war? Und wieviele gelbe Karten es gab? Und die Einzelkritiken? Und der Schiri?“

„Na ja, das könnte man ja noch ausbauen. Soll ich’s mal probieren?“

Kopfschüttel…

28 Kommentare »

Gefällt Dir dieser Blog?

Kopfschüttel Ratgeber »





Blog der Woche