Gute Plätze?

Gute Plätze? (photocase.de © cydonna)Meine Liebste und ich sind zu Gast auf einer Hochzeit, die große Feier wird gleich losgehen.
Als wir den Festsaal betreten, bestaunen wir die wunderschön gedeckten und hochzeitlich verzierten Tische.
Es sollte noch erwähnt werden, dass wir – bis auf das Brautpaar – kaum jemanden der anderen Gäste kennen… Naja, wird schon!

„Das sieht aber gut aus, was?“
„Ja, Süße. Das ist toll, das stimmt.“

„Da sind aber Platzkarten.“
„Was ist da?“

„Platzkarten, mit Namen drauf, siehste?“
„Ach so, stimmt!“

„Wo sitzen wir denn??“
„Keine Ahnung, also hier am Eingang schon mal nicht.“

„Meinst du, die haben uns gute Plätze gegeben?“
„Was sind denn jetzt gute Plätze, bitte??“

„Naja, mit netten Leuten und gutem Ausblick und so.“
„Mit einem guten Ausblick?? Was möchtest du denn sehen??“

„Die Braut natürlich!“
„Schatz, die Braut sitzt da vorne, die kann man von überall sehen.“

„Ich will sehen, was das Hochzeitspaar so macht.“
„Wie bitte?? Was die so machen?? Was sollen sie schon machen!“

„Wie oft die sich küssen und ob die sich verliebt angucken und…“
„Schatz, die haben geheiratet, was sollen sie denn sonst machen??“

„Hoffentlich sind die nicht doof…“
„Das Brautpaar??“

„Nein, ich meine unsere Tischnachbarn.“
„Haben wir nicht gerade über das Brautpaar gesprochen?“

„Na und? Ich kann doch mal das Thema wechseln?“
„Schon, aber das war es jetzt also schon zu dem guten Ausblick??“

„Ja, wieso?“
„Ach nichts, warum frage ich eigentlich…“

„Oh schau, wir sitzen da hinten!“
„Wo?“

„Da, neben der Terrassentür!“
„Prima. Also ich glaube, mir gefällts da.“

„Abwarten!“

[Meine Liebste und ich schlendern zu unseren vorgesehenen Plätzen und schauen uns die liebevoll gemachten Tischkärtchen mit den Namen drauf an. Um uns herum sind einige weitere Gäste geplant, die wir allerdings nicht kennen und von denen wohl auch noch keiner da ist…]

„Carsten, Jan, Pierre… Hm… Ich sitze neben einem Carsten.“
„Gut.“

„Nicht gut.“
„Was? Wieso ist das nicht gut? Er ist doch noch gar nicht da?“

„Ich säße aber viel lieber neben Pierre.“
„Wieso das denn jetzt??“

„Pierre hört sich sehr gut aussehend an.“
„Wie bitte?? Und Carsten nicht oder was??“

„Ich weiß nicht, aber Carsten ist so, naja so…“
„Ja? Was??“

„Carsten hieß mein Exfreund.“
„Ach so, klar! Dann ist er natürlich gleich unten durch!“

„Wieso?? Carsten war immer sehr nett zu mir! Netter, als du!“
„Sicher! Sicher! Das wollte ich jetzt hören, danke Schatz!“

„Pierre hört sich hübsch an. Wer Pierre heißt, sieht auch gut aus.“
„Aha. Natürlich.“

„Das ist nun mal so.“
„Na schön, dann will ich zwischen Christina und Stefanie sitzen.“

„Wieso! Hast du die schon gesehen??“
„Nein. Aber Christina und Stefanie, also das kann ja nur…“

„Das vergiss mal schön!“
„Ach! Und wieso?? Du kriegst Pierre und was kriege ich??“

„Du kriegst Jan und Carsten, fertig!“
„Na toll! Und was soll ich dann mit denen machen??“

„Ihr könnt dann gemeinsam Pierre beneiden.“
„Beneiden? Um was denn bitte??“ 

„Um seine drei Frauen!“

Kopfschüttel…

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Mal so richtig daneben benehmen

Mal so richtig daneben benehmen (photocase.de © diesas)Meine Liebste und ich wollen heute Abend in den Mai tanzen, und zu diesem Zweck haben wir Eintrittskarten für einen Ball gekauft.
Es verspricht eine unterhaltsame und abwechslungsreiche Veranstaltung zu werden.

„Du Schatz?“
„Ja Süße?“

„Willst du heute Abend fahren oder soll ich?“
„Zu dem Ball? Wegen Alkohol und so?“

„Ja, genau.“
„Ich fahre, kein Problem.“

„So? Ich kann aber auch fahren?“
„Brauchst du nicht.“

„Wenn ich fahre, dann kannst du was trinken.“
„Schon klar, aber ich will gar nichts trinken.“

„Wir gehen auf einen Ball und du willst nichts trinken??“
„Doch, aber Bitter Lemon reicht mir völlig.“

„Bitter Lemon! Du immer mit deinem Bitter Lemon!“
„Wenn ich das doch nun mal gerne trinke?“

„Ich fahre, dann kannst du was Ordentliches trinken.“
„Nein, ich fahre.“

„Wieso denn??“
„Weil ich fahren will, deswegen.“

„Immer fährst du!“
„Blödsinn, außerdem trinkst du ja immer Caipirinhas.“

„Ich muss ja auch nie fahren.“
„Dann ist ja alles in Ordnung, oder?“

„Ich fahre dich aber gerne zurück, wenn du betrunken bist?“
„Schatz! Ich werde nicht betrunken sein!“

„Und warum nicht?“
„Was ist denn das für eine Frage!“

„Das würde dich mal ein bisschen lockerer machen…“
„Lockerer?? Wofür denn bitte??“

„Für mich.“
„Ach so! Ich bin dir also nicht locker genug, oder was??“

„Wir könnten uns doch beide da heute mal so richtig daneben benehmen, oder?“
„Ach nee! Ich dachte, du wolltest fahren??“

„Na und?“
„Was denn na und! Du kannst ja wohl kaum fahren, wenn du auch…“

„Ach jetzt verstehe ich, was du meinst.“
„Davon bin ich jetzt aber mal richtig begeistert!“

„Das hast du bloß falsch verstanden.“
„Was! Dass du Alkohol trinken UND nach Hause fahren willst??“

„Nee!“
„Sondern??“

„ICH kann mich auch ohne Alkohol daneben benehmen!“

Kopfschüttel…

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Von Tulpen und Gerberas

Von Tulpen und Gerberas (photocase.de © Miss Jones)Meine Liebste und ich sind von den Eltern der Liebsten zu einem Wochenendausflug eingeladen worden.
Tolle Sache! Da bringt man natürlich auch Blumen mit; das macht nicht nur Freude, sondern gehört sich auch so!
Wir stehen im Blumenladen um die Ecke.

„Was nehmen wir denn jetzt für einen Strauß?“
„Der hier, Süße, den finde ich richtig gut.“

„Welchen? Den mit den roten Dingens da?“
„Ja… Den mit den roten Dingens…“

„Er muss aber gelb sein. Meine Ma mag gelb.“
„Gelb? Na schön, dann den hier.“

„Der ist zu klein.“
„Das soll doch nur ein Mitbringsel sein, oder??“

„Trotzdem ist der zu klein.“
„Na schön, dann nehmen wir den da mit den Rosen.“

„Wieso willst du meiner Ma Rosen schenken??“
„Warum nicht?“

„Wie sieht denn das aus!“
„Aber… Also gut, keine Rosen. Da gibt´s auch noch Gerberas.“

„Woher weißt du denn, dass das Gerberas sind??“
„Na entschuldige, ich kaufe schließlich öfter mal Blumen!“

„Für wen!“
„Für dich!“

„Ach so…“
„Also manchmal, da könnte ich dich…“

„Gerberas sind gut, aber nicht der Strauß da.“
„Was stimmt denn nun mit dem nicht??“

„Der ist so… Orange.“
„Das sind nun mal die Frühlingsfarben, das mag jetzt jeder.“

„Ich will aber nicht irgendetwas von der Stange!“
„Die Sträuße sind doch alle klasse, jetzt hör auf!“

„Und der da? Der ist auch toll!“
„Das sind Tulpen.“

„Das weiß ich auch, dass das Tulpen sind!“
„Also Tulpen? Weiß und Gelb, genau das, was wir suchen.“

„Meine Ma mag aber keine Tulpen.“
„WARUM schlägst du denn dann Tulpen vor??“

„Ich wollte ja nur sagen, dass mir der gefällt.“
„Du kriegst aber heute keine Blumen!“

„Nicht?“
„Nein!“

„Warum eigentlich nicht?“
„WEIL HEUTE DEINE MA DRAN IST!“

„Aber ich…“
„Sei still, wir nehmen jetzt die Gerberas. Schluss.“

„Aber der kostet ja 15 Euro??“
„Na und?“

„Für so viel Geld können wir ja auch einen Strauß binden lassen!“
„Erstens: 15 Euro sind nicht viel Geld für Blumen und zweitens…“

„Wieso sind 15 Euro nicht viel Geld??“
„Schatz, wann hast du das letzte Mal Blumen gekauft!“

„Ähm…“
„Eben! Das war wahrscheinlich, als im Kino noch Stummfilme liefen.“

„Das stimmt gar nicht! Ich kann auch Blumen kaufen!“
„Richtig. Diesen Strauß Gerberas zum Beispiel. Den kaufst du jetzt.“

„Wieso ich??“
„Wieso nicht??“

„Ich kann doch meiner Mutter keine Blumen schenken!“
„Schatz! WARUM sind wir hier!?“

„Um Blumen zu kaufen.“
„Und für wen?“

„Für meine Ma.“
„Für deine Ma. So, und jetzt nimm diese Blumen und geh zur Kasse!“

„Aber das ist doch dein Job, meiner Ma die Blumen zu schenken.“
„Wie bitte?? Mein Job ist es, DICH mit Blumen zu überhäufen!“

„Aber ich kriege ja keine!“
„Heute nicht, das ist richtig.“

„Ich finde die Tulpen da schön.“
„Danke Schatz, ich habe es erneut zur Kenntnis genommen.“

„Ob du wohl eine Rabatt kriegst, wenn du zwei Sträuße kaufst?“
„Schatz! Es geht um deine Ma, sie bekommt heute Blumen, du nicht!“

„Wieso ist sie nur meine Ma??“
„Ja meine vielleicht oder was??“

„Nee.“
„Was soll denn dann diese Frage??“

„Ich meine ja nur, also vielleicht.“
„Vielleicht was!? Verstehe ich jetzt nicht?“

„Vielleicht ist sie ja auch bald mal deine Ma? Schatz? Schatz??“

Kopfschüttel…

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Zwei Minuten

(photocase.de © Shuwal)Meine Liebste und ich gehen heute Abend auf einen großen Galaball in Bremen-Vegesack.
Es verspricht, eine unterhaltsame Veranstaltung zu werden und es ist wichtig, dass wir pünktlich zur Eröffnung um 20.00 Uhr da sind.
Aber: wir sind noch gar nicht unterwegs!

„Schatz, könntest du bitte woanders hingehen?“
„Wieso woanders hin, Liebste?“

„Warum stehst du denn da so blöd an der Tür!?“
„Weil ich sie eigentlich jeden Moment öffnen möchte??“

„Das macht mich ganz nervös!“
„Ich warte schon ewig auf dich! Mach jetzt!“

„Nimm die Hand von der Klinke, da werde ich echt wahnsinnig!“
„Wir müssen los, warum bist du denn noch nicht fertig??“

„Ich bin ja gleich fertig.“
„Und wie lange dauert das jetzt noch?“

„Zwei Minuten.“
„Du sagst immer zwei Minuten und dann dauert es Zwanzig!“

„Wenn du mich nicht hetzen würdest, wäre ich längst fertig.“
„Ich?? Ich hetze dich doch nicht!“

„Und warum stehst du dann da in Jacke?“
„Wie bitte?? Wir müssen los, schon vergessen??“

„Wie spät ist es denn?“
„Wir wollten vor zehn Minuten losfahren.“

„Dann kommen wir eben zehn Minuten später, na und?“
„Schatz! Wir sind da mit unseren Tischnachbarn verabredet!“

„Petra ist doch auch nie pünktlich…“
„Ich aber!“

„Heute nicht, Schatz.“
„Ja! Wegen dir! Was machst du denn jetzt da noch??“

„Mein Mantel ist weg.“
„Welcher Mantel??“

„Der lange mit den großen Knöpfen, ich weiß nicht, wo der ist…“
„Du hast doch noch fünf andere Mäntel, wo ist das Problem??“

„Ich wollte aber genau den anziehen.“
„Der eine hat große Knöpfe, der andere kleine, der nächste eckige…“

„Vielleicht hängt der bei dir im Schrank?“
„Bei mir? Wohl kaum!“

„Da habe ich noch gar nicht nachgesehen.“
„Das kannst du dir auch sparen, warum sollte DEIN Mantel in meinem…“

„Ich schaue mal gerade…“
„Untersteh dich! Mein Schrank ist tabu für dich!“

„Sowieso eine blöde Regel, dass ich nicht an deinen…“
„Du weißt genau, dass das einen guten Grund hatte!“

„Einmal habe ich den ganz kurz benutzt…“
„Du hast deine Blusen reingehängt und meine Hemden auf den Balkon!“

„Das war doch aber nur kurz…“
„Schatz!! Es hat in Strömen geregnet!“

„Naja…“
„Nix naja! Wo ist jetzt dein Mantel!“

„Ach da ist er ja, hinter dem anderen Mantel!“
„Ruhig atmen, ganz ruhig atmen… Können wir jetzt? LIEBSTE!“

„Nee, ich brauche noch Taschentücher.“
„Wofür! Bist du krank?“

„Was hat denn das damit zu tun??“
„Also ich brauche nur Taschentücher, wenn ich einen Schnupfen habe.“

„Taschentücher braucht man immer.“
„Schatz! Hol dir einfach Taschentücher und dann los!“

[Meine Liebste rennt los in Richtung Küche, wo sich in der Rumpelkammer unser Taschentuchvorrat befindet, der quantitativ einen Kindergarten zur Grippezeit locker einige Wochen versorgen könnte. Das gilt übrigens auch für unsere Vorräte an Toilettenpapier, Wattepads, Ohrenstäbchen, Duschgel, Cremeseife, Nagellackentferner, Einkaufstüten…]

„Wir haben keine mehr!“
„Das ist völlig unmöglich, Schatz.“

„Aber wenn wir doch keine mehr haben??“
„Ich brech zusammen… OB WIR HEUTE WOHL NOCH LOSKOMMEN??“

„Was mache ich denn jetzt!“
„Dann gehen wir eben OHNE Taschentücher.“

„Unmöglich! Hast du nicht noch irgendwo welche?“
„Nein.“

„In deiner Arbeitstasche vielleicht?“
„Woher weißt du denn, dass…“

„Ich schaue mal nach…“
„Lass die Finger von meiner Tasche! Ich darf ja auch nicht an deine!“

„Na schön, aber ohne Taschentücher fahre ich nicht los!“
„Diese Frau treibt mich noch in den Wahnsinn…“

„Was hast du gesagt?“
„Ach, nichts…“

[Ich gehe genervt ins Arbeitszimmer und schaue in meine Arbeitstasche. Und tatsächlich finde ich da – begraben unter diversen Schreib- und Büroutensilien – eine uralte Packung Taschentücher, schon leicht angegraut… Egal, das muss jetzt reichen!]

„Hast du welche?“
„Ja, hier. Gehen die?“

„Hm… Wieso sind die denn so schlampig?“
„Weil sie da schon zehn Jahre drin liegen, na und?“

„Die kann man ja gar nicht benutzen.“
„Wieso! Ist das Haltbarkeitsdatum abgelaufen, oder was??“

„Aber die sind doch dreckig!“
„Entschuldige, das sind die letzten, die wir jetzt haben!“

„Dass du sowas überhaupt mit dir rumschleppst…“
„Immerhin habe ich welche!“

„Männer…“
„Willst du sie nun, oder nicht!?“

„Das eine hier, das ist noch OK.“
„Na Gott sei Dank…“

„Aber wo stecke ich das jetzt hin?“
„In deine Tasche vielleicht??“

„Da ist kein Platz mehr drin.“
„In deiner Tasche ist kein Platz mehr für EIN Taschentuch??“

„Nee.“
„Das gibt´s doch gar nicht!“

„Ich wollte doch die kleine hier mitnehmen…“
„Und warum nun unbedingt die kleinste Tasche, die du hast??“

„Weil die so gut zu meinem Kleid passt, schau, hier…“
„Ja, super. Ich stecke das Taschentuch ein, können wir dann jetzt?“

„Gleich.“
„Was denn noch!!“

„Die Kamera, wo ist die Kamera!“
„Welche Kamera?“

„Ich wollte doch Fotos machen von Christine Deck!“
„Wer ist Christine Deck??“

„Die Tänzerin aus Let´s Dance, die ist heute Abend auch da!“
„So?? Die tanzt dann was vor mit ihrem Tanzpartner, oder was?“

„Ja, das gehört zum Programm, hat Petra mir erzählt!“
„War die nicht auch im Playboy?? Ist das die??“

„Ja.“
„KÖNNEN WIR DANN JETZT BITTE ENDLICH LOS??“

„Und wo ist die Kamera?“
„Ach so, muss ich holen, warte…“

„Das ist ja wieder typisch!“
„Typisch? Was!“

„Ich bin fertig und muss wieder auf dich warten!“

Kopfschüttel…

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