Darum habe ich dich mitgenommen!

Meine Liebste und ich sind gemeinsam in die Bremer Innenstadt gefahren, um ein paar Einkäufe zu erledigen.
Nach diversen (unangekündigten) Touren durch Handtaschen- und Schuhgeschäfte zieht mich die Liebste schließlich in die Geschenkpapierabteilung bei Karstadt.
Naja, immerhin nicht die Abteilung für „hübsche“ Schals und „flauschige“ Handschuhe…
Schauen wir mal…

„Schatz, kannst du bitte mal grade meine Tasche halten, ja?“
„Ähm, ja Süße. Sag mal, was wollen wir denn hier?“

„Wir wollen Geschenkpapier kaufen, was denn sonst??“
„Geschenkpapier? Für was?“

„Ob wir vielleicht am Samstag bei meiner Schwester sind??“
„Ach ja… Geburtstag.“

„Richtig. Und dafür brauchen wir noch Geschenkpapier.“
„Schon gut, alles klar, hatte ich vergessen.“

„Also ich suche was Schönes in Rosa.“
„Da.“

„Was? Wo?“
„Da!“

„Das da?? Das nennst du Rosa??“
„Was denn sonst, also Grün sieht anders aus!“

„Das ist Hellrot, das sieht man doch!“
„Und Hellrot geht nicht, oder was?“

„Ginge vielleicht, aber dieses hier auf keinen Fall.“
„Aha…“

„Guck mal dieses, das durchsichtige Papier, das finde ich schön!“
„Ja aber, wenn es durchsichtig ist, dann, ich meine…“

„Da macht man dann noch ein anderes drunter, Schatz.“
„Ach so…“

„Du bist mir wirklich eine große Hilfe, wirklich!“
„Ähm, sollte ich dir helfen??“

„Darum habe ich dich doch mitgenommen!“
„Ich will aber nicht rosa Geschenkpapier aussuchen müssen!“

„Gut, in Ordnung.“
„Ach ja?“

„Ja, du kannst schon mal das Schleifenband aussuchen.“
„Oh bitte nicht, das ist ja noch schlimmer!“

„Wieso denn??“
„Was weiß ich, was du haben willst!“

„Na was Schönes, was denn sonst??“
„Gut, dann nehmen wir, ähm… Dieses hier.“

„Schatz!“
„Was denn?? Mir gefällt das.“

„Im Dunkeln gefällt mir das auch!“
„Na toll, dann eben nicht! Ich wusste es!“

„Du gibst dir ja auch gar keine Mühe!“
„Weil es ja auch eh keinen Sinn hat.“

„Wollen wir meiner Schwester ein schönes Geschenk schenken?!“
„Ja, natürlich. Und ich bin mir sicher, du machst das schon…“

„Also wir nehmen dieses Papier, und das da, und diese Schleife.“
„Gott sei Dank; das ging ja jetzt doch schneller, als ich dachte…“

„Ich habe ja auch ein Händchen für sowas.“
„Schön. Können wir dann jetzt endlich wieder nach Hause fahren?“

„Nee.“
„Und wieso nicht?“

„Ich bin mir noch nicht sicher, ob das Papier auch ausreicht.“
„Was? Wieso bist du dir da nicht sicher??“

„Vielleicht brauche ich ja doch noch mehr…“
„Wie groß ist das Geschenk denn??“

„Das weiß ich nicht…“
„Nicht?? Was schenken wir ihr denn??“

„Ähm, das wäre jetzt auch meine nächste Frage gewesen!“

Kopfschüttel…

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Doch nicht auf einer Party!

Meine Liebste und ich sind am Wochenende auf einer Geburtstagsparty. Zu später Stunde sitzen wir beide im Wohnzimmer der Gastgeber und beobachten das verrückte Treiben der anderen Gäste, denen die Cocktails bereits merklich ins Gemüt gestiegen sind.

„Schatz?“
„Ja, Süße?“

„Sag mal, habe ich das eben richtig verstanden?“
„Verstanden? Was denn?“

„Hast du dich mit Yvonne wirklich über Klopapier unterhalten??“
„Ähm… Ja?“

„Das sollst du doch nicht!“
„Wie bitte?? Warum denn nicht??“

„Du kannst doch auf einer Party nicht über Klopapier reden!“
„Und wieso nicht?“

„Das tut man nicht! Vor allem, wenn man sich kaum kennt!“
„Eigentlich haben wir dabei über dich gesprochen.“

„Über mich??“
„Vielmehr über deinen Klopapier-Verbrauch.“

„Was?? Sag mal, spinnst du??“
„Es stellte sich allerdings heraus, dass Yvonne das ganz normal findet.“

„Was findet Yvonne normal!?“
„Dass du pro Woche eine Tonne Klopapier verbrauchst.“

„Über so etwas sprichst du mit Yvonne, die du kaum kennst??“
„Naja, ich wollte halt mal fragen, na und??“

„Und was hat sie jetzt genau gesagt??“
„Liebste, wir haben uns nur über Klopapier unterhalten, sonst nichts.“

„SCHATZ! Du erzählst mir jetzt sofort ALLES GANZ GENAU!!“
„Aber da gibt´s nicht viel zu erzählen!“

„Jedes Wort! Haarklein! Wer weiß, was die über mich gesagt hat!“
„Gar nichts, sie hat gar nichts über dich gesagt!“

„Sondern??“
„Na wie Frauen eben so sind, die üblichen Verrücktheiten.“

„Das hat sie über mich gesagt??“
„Nein, das habe ich über sie gesagt!“

„Das hast du gesagt?“
„Ja, ich.“

„Und was hat sie gesagt??“
„Sie bedauerte, dass es kein 8-lagiges Klopapier gibt…“

„Ach so, ja. Da hat sie natürlich recht.“

Kopfschüttel…

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Oh, oh, oh!!

Meine Liebste und ich haben am Wochenende Besuch; gemeinsam mit guten Freunden sitzen wir in unserem Wohnzimmer, trinken Wein und futtern Snacks.
Alles in allem: es ist Schwung in der Bude!

„Schatz, wieso trinkst du eigentlich nur Weißwein?“
„Tja, ich weiß auch nicht… Heute mag ich den lieber, Süße.“

„Möchtest du meinen Rotwein hier mal probieren?“
„Nein, lass mal, danke.“

„Na schön, dann lass uns anstoßen!“
„So? Auf was denn??“

„Hm… Darauf, dass Nina und Jörg da sind!“
„Salute! Auf Nina und Jörg!“

[Wir alle erheben unsere Gläser über die Mitte des Tisches und stoßen gemeinsam an; das allerdings so heftig, dass der Liebsten ihr Glas etwas verrutscht und sich ein ordentlicher Teil des guten italienischen Rotweins wenig später auf ihrer weißen (!) Hose wiederfindet!]

„Oh nein, oh nein!! Schatz!“
„Das ist jetzt Pech, würde ich sagen…“

„Meine Hose!! Was mache ich denn jetzt?!“
„Ähm… Soll da nicht Weißwein helfen?“

„Genau! Weißwein auf Rotwein! Genau! Gib dein Glas!“
„Wie bitte?? Mein Glas?“

„Gib her!“

[Noch bevor ich Herr der Lage werden kann, reißt mir die Liebste mein Weißwein-Glas aus der Hand, das noch gut zur Hälfte gefüllt ist, und gießt es sich mit einem einzigen Schwung über ihre Hose!
Nina und Jörg sitzen wie angewurzelt und mit offenem Mund auf dem Sofa und vergessen darüber offensichtlich auch, ihre Gläser wieder zu senken. Ich meine, ich bin ja schon so Einiges gewöhnt, aber jetzt weiß ich auch nicht so richtig, was ich nun sagen soll…]

„Und jetzt??“
„Ähm, Schatz, sag mal…“

„Das hilft nicht!“
„Du hast dir jetzt nicht gerade ein Glas Weißwein über…“

„Aber das ist doch das Geheimrezept, oder nicht??“
„Schon, aber…“

„Der Rotwein-Fleck ist aber noch da! Hier!“
„Das ist er, ja…“

„Und jetzt?? Weißwein hilft ja gar nicht!“
„Aber Schatz, man benutzt den Weißwein doch nur, um…“

„Du hast gesagt, ich soll Weißwein nehmen!“
„Aber doch nicht so!“

„Wie sehe ich denn jetzt aus, guck dir das mal an!“
„Stimmt, bleib so, ich hole nur schnell meine Kamera!“

„Quatsch! Gib mir bitte mal die Serviette.“
„Welche Serviette??“

„Na die da!“
„Schatz! Da liegen doch die ganzen Süßigkeiten drauf!“

„Zieh einfach schnell weg, dann bleibt alles auf dem Teller!“
„Was?? Sind wir hier bei David Copperfield, oder was??“

„Alles muss man selber machen!“

[Meine Liebste greift das Ende der Serviette, die auf dem Süßigkeitenteller liegt und mit M&Ms, Keksen und Lakritze beladen ist. Mit einem raschen Schwung reißt die Liebste die Serviette vom Teller! Erstaunlich! Weniger erstaunlich ist allerdings das sicher jedermann bekannte Geräusch von M&Ms, die über den Parkettboden hüpfen und allesamt – zusammen mit der Lakritze und den Keksen – im Wohnzimmer weit verstreut zum Liegen kommen.
Immerhin haben Nina und Jörg schon mal ihre Gläser wieder leicht gesenkt; zu Wortäußerungen sind sie aber noch nicht wieder fähig…]

„Mist, im Fernsehen klappt das doch immer!“
„Sag mal, was machst du denn da, spinnst du jetzt völlig??“

„Ich wollte die Serviette!“
„Die hast du ja jetzt!“

„Aber die ist ja voller Zucker!“
„Ach tatsächlich?? Komisch!“

„Oh, oh, oh, oh!!!“
„Was ist denn jetzt schon wieder!“

„Mir läuft der Wein in den Schuh!“
„WAS??“

„Am Bein runter, am Bein runter!“
„Ich breche zusammen…“

[Meine Liebste zieht ihren rechten Schuh aus und hüpft nun auf einem Bein im Wohnzimmer herum… Leicht überfordert mit den aktuellen Ereignissen geht mir dieser alte Werbespot für eine Haftpflicht-Versicherung durch den Kopf, wo im Kaufhaus ein Fußball die Rolltreppe herunter springt und durch die Verkettung unglücklicher Zufälle das halbe Einkaufszentrum in Schutt und Asche legt… Währenddessen neigt sich Jörg bereits hilfsbereit in Richtung Boden, um ein paar M&Ms aufzusammeln, allerdings ohne die Liebste dabei auch nur einen Moment lang aus den Augen zu lassen.]

„Mann, ist das ein Mist! Schadet Wein meinem Nagellack??“
„Schatz, wie wäre es, wenn du dich einfach mal kurz hinsetzt…“

„Ich habe aber auch ein Pech!“
„Und wir erst…“

„Was soll das heißen!“
„Och…“

„Ich ziehe mich jetzt erst mal aus!“
„Wie bitte??“

„Na die Hose!“

[Während die Liebste bereits ihren Hosenknopf geöffnet hat, richtet sich Jörg wieder auf und vergisst angesichts der Entwicklung wohl die M&Ms; was ich ihm nicht wirklich übel nehmen kann. Nina scheint gerade etwas sagen zu wollen, kommt aber nicht weit…]

„Die Hose kommt sofort in die Waschmaschine.“
„Lass die Hose an!!“

„Wieso? Ich habe mich ganz nass gemacht!“
„Geh vielleicht erst einmal ins Schlafzimmer, oder??“

„Ach so, ja…“
„Himmel…!“

[Meine Liebste macht den Knopf ihrer Hose wieder zu und hüpft auf einem Bein durch die Wohnzimmertür in den Flur. Ein paar M&Ms, die sich auf den Weg der Liebsten verirrt hatten, lassen dabei leider zerplatzend ihr Leben. Aus der Ferne hört man die Liebste noch…]

„Schatz?“
„Ähm… Ja?“

„Frag mal Nina und Jörg, ob sie noch was trinken wollen!“
„Mache ich, Liebste, mache ich…“

„Mann, habe ich ein Glück gehabt!
„Ähm… Wieso jetzt Glück??“

„Na stell dir vor, ich hätte mir meine Bluse bekleckert!“

Kopfschüttel…

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Ein paar mehr Sätze

Meine Liebste und ich haben am Wochenende Besuch, meine Schwester stellt uns endlich mal ihren neuen Freund vor.
Das wurde auch mal langsam Zeit, denn schließlich will man ja wissen, mit wem sich die Familie so rumtreibt!

„Schatz?“
„Ja, Süße?“

„Und?“
„Was denn und??“

„Und was meinst du?“
„Zu was jetzt??“

„Na zu Jörg!“
„Ach so! Ja.“

„Und weiter?“
„Was denn weiter??“

„Du wirst ja wohl mehr als nur ein Wort für ihn übrig haben!“
„Was soll ich denn da noch sagen, JA ist doch eindeutig, oder nicht??“

„Naja, findest du, dass die beiden zusammen passen?“
„Ja.“

„Mann!“
„Was denn??“

„Ich wüsste es gerne ETWAS genauer!“
„Und was jetzt genau??“

„Ob du denkst, dass das mit denen was werden kann, meine ich!“
„Ja.“

„SCHATZ!“
„Wenn ich was anderes denken würde, hätte ich es schon gesagt.“

„Mit dir kann man sich nie mal sachlich unterhalten!“
„Bitte?? Ich habe doch wohl eine eindeutig sachliche Antwort gegeben!“

„Ich will aber mit dir darüber reden!“
„Wir reden doch drüber!“

„Aber nicht richtig.“
„Und was wäre richtig??“

„Wenn du ein paar mehr Sätze machen würdest zum Beispiel!“
„Na schön, also gut… Annes neuer Freund ist genehmigt.“

„Als wenn du das für Anne entscheiden könntest! Pff!“
„Na und?? Ich kann es aber ja wohl für mich selbst entscheiden.“

„Toll! Applaus!“
„Wolltest du mit mir drüber reden, oder nicht?!“

„Schon, aber doch nicht so einen Quatsch!“
„Bitte sehr, bitte sehr! Also: was denkst DU denn von Jörg?“

„Der ist ganz OK!“
„Ganz OK?? Ganz OK ist ja wohl der kleine Bruder von Scheiße!“

„Na gut, dann ist er eben nicht ganz OK, sondern sehr OK.“
„Aha, und das ist jetzt also das Niveau, auf das du dieses Gespräch bringen wolltest, ja??“

„Ich hatte nur einen schlechten Start!“
„Ach so, ja klar!“

„Ich kann das Niveau auch deutlich heben, wenn ich will!“
„Na gut, bitte, dann hebe! Also: wie findest du Jörg?“

„Der ist wirklich sehr nett! Also für einen Mann, meine ich.“

Kopfschüttel…

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