Halt doch mal eben

27. August 2007, aus der Schublade Familie und Feste

Halt doch mal eben (photocase.de © dangross)Meine Liebste und ich sind in der Nachbarschaft auf einer Gartenparty. Tolle Sache: das Wetter ist prima, Der Grill läuft auf Hochtouren und unter den Gästen herrscht gute Stimmung.
Soeben wurde ein Tablett mit Gläsern herum gereicht, die mit Erdbeer-Ananas-Bowle gefüllt sind. Da haben wir natürlich zugegriffen! Wir stehen mit einem anderen Pärchen am Gartenteich.

“Voll lecker die Bowle.”
“Ja Süße, da könnte ich mich dran gewöhnen.”

“Mit Ananas drin kenne ich gar nicht.”
“Ich kenne das sonst auch nur mit Erdbeeren.”

“Kannst du mal grade mein Glas halten?”
“Schatz! Du hast dein Glas ja schon leer!”

“Na und?”
“Ganz schönen Zug am Leibe!”

“Nun halt doch mal eben.”
“Warum??”

“Halt doch mal bitte mein Glas!”
“Na schön…”

[Meine Liebste drückt mir ihr leeres Bowle-Glas in die Hand.
Jetzt wird sie gleich anfangen, in ihrer Handtasche rumzukramen; da sie grundsätzlich nie irgendetwas darin auf Anhieb findet, benötigt sie immer beide Hände für die Sucherei.
Dass Frauen selbst auf Gartenpartys stets ihre Handtaschen mitschleppen, ist wahrscheinlich eines dieser Geheimnisse, das sich unsereins nie so wirklich offenbaren wird.
Was soll´s, nehme ich ihr also ihr Glas ab, dann hat sie Bewegungsfreiheit und läuft nicht Gefahr, sich vor den anderen Gästen zu verrenken oder etwas fallen zu lassen, etc. In so einem Fall hilft man seiner Liebsten schließlich gern.
Vor allem, wenn man auch noch von einer Menge fremder Leute umgeben ist, die einen beobachten und mustern.]

“Danke!”
“Gern geschehen. Und jetzt?”

“Jetzt hole ich mir ein neues Glas!”

Kopfschüttel…

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Was denn?

29. Juni 2007, aus der Schublade Familie und Feste

Was denn? (photocase.de © Krissi3012)Der Geburtstag meiner Liebsten steht bevor. Nur noch eine Woche und dann ist es soweit. Natürlich müssen ein paar Dinge organisiert werden, um alle Gäste am Tag der Tage unter einen Hut zu kriegen.
Dabei vergisst man schon mal sich selbst…

“Du Schatz, darf ich dich mal was fragen?”
“Ja sicher Süße, nur raus damit.”

“Was kriege ich überhaupt für ein Geburtstagsgeschenk von dir?”
“Pff! Das sage ich dir doch nicht!”

“Aber ich kriege eins?”
“Natürlich!”

“Was denn?”
“Das sage ich dir nicht.”

“Warum nicht?”
“Weil es doch sonst gar keine Überraschung mehr ist!”

“Ist es groß?”
“Vielleicht.”

“Ist es klein?”
“Etwas größer als klein.”

“Also so mittel?”
“Schatz! Jetzt frag mich nicht und lass dich überraschen!”

“Hast du denn überhaupt schon eins?”
“Wieso? Möchtest du noch einen Wunsch äußern?”

“Hm… Also hast du noch gar nichts für mich!”
“Doch, aber…”

“Du hast gesagt, ich könnte mir noch was wünschen!”
“Ja, das sagte ich, aber…”

“Das würdest du ja nicht sagen, wenn du schon was hättest!”
“Aber ich habe doch schon was gekauft!”

“Was denn?”
“SCHATZ!”

“Dann brauche ich mir doch aber nichts mehr zu wünschen.”
“Im Grunde nicht, aber vielleicht schenke ich dir noch was anderes?”

“Was denn?”
“Hör auf jetzt!”

“Ich will aber nicht, dass du so viele Geschenke kaufst.”
“Das überlass doch einfach mir, ja?”

“Nee, weil du das immer übertreibst mit den Geschenken.”
“Bislang hast du dich aber noch nie beschwert!”

“Ich bin auch mit Kleinigkeiten zufrieden.”
“Du bekommt ja auch nur eine Kleinigkeit.”

“Was denn?”
“HIMMEL! DAS SAGE ICH DIR NICHT!”

“Also es ist eine Kleinigkeit. Mehr nicht?”
“Ich dachte, du wolltest nur eine…”

“Ich meinte, es müssen nicht gleich zwanzig Geschenke sein.”
“Es sind auch keine zwanzig, Schatz.”

“Wie viele denn?”
“Das sage ich dir auch nicht.”

“Ich will aber nicht, dass du da so einen Aufwand machst.”
“Ich schenke dir Geschenke so, wie es mir passt!”

“Aber sie sind doch für mich, warum…”
“Natürlich für dich, aber ob nun zwei oder vier…”

“Du hast vier Geschenke für mich?”
“Ja, ähm, nein! Verdammt!”

“Also vier?”
“Ja, bist du jetzt zufrieden?”

“Zwei hätten auch gereicht.”
“Aber du weißt doch noch gar nicht, was es ist!”

“Nein, du sagst es mir ja auch nicht! Gib mal einen Tipp!”
“Tue ich nicht, da musst du schon noch warten.”

“Einen Anfangsbuchstaben, ja?”
“Na schön, es beginnt mit einem A.”

“Hm… A… Ein Armreif?”
“Nein.”

“Ein… Ein Aquarium?”
“Pff, nein.”

“Ein D-A-lmatiner?”
“Nein! Dalmatiner…”

“Was denn?”
“Boah, du nervst! Das sage ich dir NICHT!”

“Kann ich das gut gebrauchen?”
“Schatz, gib es auf, ich sage es dir sowieso nicht.”

“Ich weiß nie, was ich dir schenken soll.”
“So?”

“Ja, weil du ja schon alles hast.”
“Habe ich nicht!”

“Und was hast du noch nicht?”
“Was ist denn das für eine Frage!?”

“Woher weißt du immer, was du mir schenken kannst?”
“Weil ich dir zuhöre. Deswegen. Und dann merke ich mir das.”

“Was habe ich denn gesagt?”
“Zum Beispiel, dass deine Visitenkarten immer durcheinander fliegen.”

“Du schenkst mir ein Visitenkartenbuch??”
“Nein!”

“Was denn?”
“Schatz! Noch einmal diese Frage und ich schenke dir gar nichts!”

“Man wird doch wohl mal fragen dürfen?”
“Schon, aber nicht so!”

“Wie denn sonst?”
“Wünsch dir doch einfach was, das reicht völlig.”

“Und dann kriege ich das?”
“Vielleicht.”

“Dann wünsche ich mir… Einen Hund.”
“Oh nein, nicht schon wieder! Du kriegst keinen Hund!”

“Du hast aber gesagt, ich soll mir was wünschen!”
“Aber doch keinen Hund!!”

“Wieso nicht?”
“Ein Hund ist doch keine Kleinigkeit!”

“Aber ein Hundchen hätte ich gern.”
“Wünsch dir was anderes!”

“Was denn??”

Kopfschüttel…

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Mit nur einem gezielten SchwingerMeine Liebste und ich tanzen in den Mai! Gemeinsam mit guten Freunden stehen wir zwischendurch zum Luft schnappen vor der Tür des Tanzsaales in geselliger Runde mit zahlreichen anderen Gästen.
Und: meine Liebste sieht so gut aus!

“Du Schatz?”
“Ja Süße?”

“Du hast aber einen ganz schönen Bauch bekommen!”
“Ähm…”

[Es ist einer dieser Momente, in denen man selbst bei klirrender Kälte keine Heizdecke benötigt. War die Umgebung noch vor einer Sekunde mit Gemurmel und Gelächter erfüllt, herrscht nun plötzlich eine Art Todesstille und ich spüre, wie sich geschätzte 42 Augen auf meine Körpermitte ausrichten.
Meine gefühlte Körpergröße beträgt schlagartig nur noch ca. 40cm und alle Gäste schauen entsetzt auf mich herab.]

“Also…”

[Ally McBeal müsste man jetzt sein. Dann könnte man einen drei Meter großen Hammer wie aus dem Nichts aus der Tasche ziehen und die Liebste mit nur einem gezielten Schwinger platt machen.
Nun bin ich dummerweise nicht Ally McBeal.
Deswegen werde ich sie wohl mit meinen bloßen Händen erwürgen müssen. Bestimmt bekomme ich mildernde Umstände und wenn ich einen verständnisvollen (männlichen) Richter finde, könnte ich in ein paar Jahren wieder draußen sein.]

“Ach nee, ist ja nur die Beule in deinem Hemd! Haha!”

Kopfschüttel…

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Vom Guten nur das Allerbeste!

23. Dezember 2006, aus der Schublade Familie und Feste

Vom Guten nur das Allerbeste!Meine Liebste und ich feiern jetzt Weihnachten. So mit allem Drum und Dran. Die aufwendige Planung der nun kommenden Tage ist abgeschlossen, alle Familienbesuche minutiös geplant und wir überlegen noch, ob wir auch nichts vergessen haben.

“Du, sollen wir im Blog nicht auch was schreiben?”
“Zu was denn Süße?”

“So mit Fröhliche Weihnachten an alle Leser und so.”
“Klar! Das finde ich gut! Hast du schon eine Idee?”

“Fröhliche Weihnachten an alle!”
“Ähm… Geht´s nicht vielleicht etwas origineller??”

“Nun leuchten wieder die Weihnachtskerzen und zaubern Freude in all eure Herzen.”
“Also, ich…”

“Wir wollen euch wünschen zum heiligen Feste: Vom Schönsten das Allerschönste, vom Guten nur das Allerbeste!”
“Naja das klingt toll, tja, also ich weiß ja nicht…”

“Was passt dir denn daran nun wieder nicht??”
“Ist das nicht wieder viel zu schnulzig? Typisch Frauen…”

“Jetzt komm mir nicht wieder auf die Tour!”
“Welche Tour denn? Stimmt doch wohl!”

“Weißt du, was der Unterschied zwischen dir und einem dummen Esel ist?”
“Ähm… Nein?”

“Der Esel würde es wissen!”

Kopfschüttel…

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Wir schenken uns ja nichts

15. Dezember 2006, aus der Schublade Familie und Feste

Wir schenken uns ja nichtsMeine Liebste und ich kehren von einem netten Abend mit Freunden zurück. Wir hatten mexikanisches Essen, prickelnde Cocktails und nette Gespräche. Natürlich auch die Planung der Feiertage sowie die jährliche Diskussion darüber, was man Sinnvolles verschenken könnte.

“Du, schenken wir den beiden denn was zu Weihnachten?”
“Ja Süße, natürlich.”

“Und was?”
“Ich habe schon was besorgt, lief mir so über den Weg.”

“Ah, gut! Was denn?”
“Das hier, schau.”

“Super Idee! Da freuen sie sich sicher drüber!”
“Bestimmt.”

“Wir schenken uns ja nichts.”
“Nein.”

“Oder doch?”
“Nein, wir wollten uns doch nichts schenken.”

“Aber wir wollten zusammen was unternehmen.”
“Ja, wir gehen ja auch in Dirty Dancing…”

[Ich muss "Dirty Dancing" wohl etwas überbetont haben...]

“Was denn?? Nicht gut?”
“Doch, klar, das ist gut. Ich freue mich schon.”

“Das hört sich aber nicht so an…”
“Doch, ich freue mich. Hamburg mag ich sowieso.”

“Aber das Musical nicht, oder was?”
“Doch! Das auch! Also hoffe ich…”

“Das war teuer, für ein bisschen Hoffnung etwas ZU TEUER!”
“Es ist doch nicht nur das Musical, auch unser Wochenende.”

“Ja, aber das Musical ist das Highlight.”
“Das Highlight bist stets du… Es wird schon schön werden.”

“Da bin ich mir sicher. Auch wenn das erst im März ist…”
“Es gab vorher keine vernünftigen Plätze mehr, weißt du doch.”

“Blöd bloß, dass dann ja so irgendwie gar nichts unterm Weihnachtsbaum…”
“Schatz, wir haben gar keinen Weihnachtsbaum.”

“So in übertragenem Sinne eben.”
“Ich kann ja eine schöne Tanne kaufen gehen.”

“Nein, lass mal, wir haben ja gar keinen Schmuck dafür.”
“Kaufe ich dann auch.”

“Nein, lass. Wo sollten wir den denn auch hinstellen.”
“Da, neben der Schiebetür im Wohnzimmer zum Beispiel?”

“Da steht doch die kleine Palme!”
“Na und? Die können wir auch ins Schlafzimmer stellen.”

“Was kostet so ein Baum eigentlich?”
“Hm, 15 bis 20 Euro vielleicht?”

“Das geht ja noch. Hätte ich mehr geschätzt.”
“Ich denke, der Schmuck wird teurer…”

“Und was kostet das dann?”
“Was weiß ich! Vielleicht 50 Euro?”

“So viel??”
“Wenn du ihn aussuchst ganz sicher noch mehr!”

“ICH?? Willst du damit sagen, ich sei teuer??”
“Nein, ich will sagen, dass du bei Deko nie ein Ende findest!”

“Das stimmt ja überhaupt nicht!”
“Und wohl stimmt das! Ich erinnere an unseren IKEA-Besuch…”

“Dafür würdest du aber den teuersten Weihnachtsbaum kaufen, wie ich dich kenne.”
“Und du den teuersten Schmuck dafür, sage ich doch.”

“Und wenn wir es anders herum machen?”
“Was?”

“Na ich kaufe den Baum, du den Schmuck.”
“Hm. Könnte klappen…”

“Du musst die Tanne dann nur aufstellen, ich schmücke.”
“Wer weiß, was du da für ein armseliges Gerippe kaufst…”

“Und wer weiß, was du für einen Kitsch mitbringst!”
“Na gut! Dann kauf den Weihnachtsschmuck doch selber!”

“Dann kaufst du aber auch die Tanne!”
“Womit wir wieder am Anfang wären…”

-

“Jetzt weiß ich, wie wir es machen!”
“Ach ja? Und?”

“Ich kaufe eine kleine Tanne UND ein Dekoset auf dem Weihnachtsmarkt.”
“Aha. Schön, und ich?”

“Na das, was du am besten kannst.”
“Und das wäre bitte sehr??”

“Du kaufst die Geschenke zum drunter legen!”

Kopfschüttel…

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Teufelchen

25. November 2006, aus der Schublade Familie und Feste

TeufelchenMeine Liebste und ich sind zum Geburtstag einer Freundin eingeladen. Es sind ausdrücklich keine Geschenke erwünscht; aber eine nette Geburtstagskarte wird ja wohl erlaubt sein.
Also stehen wir bei Karstadt vor dem riesigen Regal mit Millionen an Glückwunschkarten und für alles und jedes müsste etwas dabei sein.

“Was nehmen wir denn jetzt?”
“Hm. Also ich denke, irgendetwas zum Lachen.”

“Warum?”
“Warum?? Na weil es ein Geburtstag ist und keine Beerdigung.”

“Schau mal, es gibt  doch so schöne Karten.”
“Ja sicher, aber ich würde zum Beispiel diese hier nehmen…”

“Schatz! Sie wird 29, nicht 12!”
“Ja, aber schau doch mal, den Hund kann man rausklappen!”

“Du kannst die ja für dich selber kaufen.”
“Das ist ja langweilig. Na gut, dann nicht.”

“Du hast immer so einen komischen Geschmack…”
“Bitte? Nur weil ich was Lustiges schenken würde?”

“Nein, ich meine, ganz anders, als meiner.”
“Na und? Ist das schlecht?”

“Du kannst ja deinen eigenen Geschmack haben, aber…”
“Aber?”

“Aber es wäre auch schön, wenn wir den gleichen hätten.”
“Schatz, wir sind uns doch in 99% aller Fragen einig.”

“Ja, bei den Kleinigkeiten vielleicht.”
“Und bei den großen Dingen nicht? Zum Beispiel?”

“Ich erinnere nur an die Urlaubsplanung.”
“Was war denn da??”

“Ich wollte ins Warme und du ins Billige.”
“Das ist ja jetzt wohl ein starkes Stück!”

“Ja war es denn nicht so??”
“Erstens wollte ich nicht billig, sondern günstig.”

“Pff, wo ist da schon der Unterschied…”
“Und zweitens wollte ich auch ins Warme, aber eben günstig.”

“Du hast immer eine Ausrede!”
“Nee, aber du drehst immer alles so, wie es dir passt.”

“Und bei den Urlaubspostkarten konntest du dich auch nicht entscheiden.”
“Haben wir welche verschickt?”

“Ja.”
“Also. Eben. Und jetzt finden wir auch eine Geburtstagskarte.”

[Bei Karstadt in Bremen gibt es 5 lange Regale und etliche Ständer, die beidseitig mit Karten bepflastert sind. Natürlich in Kategorien sortiert, wie man das ja gewohnt ist. Nur was nutzt es einem, wenn allein zwei der riesigen Regale voll mit Geburtstagskarten sind. Warum gibt es hier keine Unterteilungen? Runder Geburtstag, lustiger Geburtstag, spannender Geburtstag, Pflichtgeburtstag, verpasster Geburtstag, Schwiegermuttergeburtstag, usw. Also schlappen wir von links nach rechts und um die Ecke und wieder von vorn und noch einmal das Ganze. Gefühlte drei Tage lang...]

“Ich glaube, ich habe was gefunden!”
“So, zeig mal.”

“Ist die nicht schön?”
“Ähm…”

“Was denn? Nicht?”
“Doch, aber so ein Gedicht vorne drauf, ich weiß ja nicht…”

“Ich finde das schön, lies doch mal.”
“So mit Engelchen und so, das passt ja gar nicht.”

“Ja sorry, ist halt kein Hund zum Aufklappen!”
“Grr, ich meine, ein Engel ist das Geburtstagskind ja nicht gerade.”

“So? Was ist sie denn deiner Meinung nach?”
“Eher ein… Ein Teufelchen.”

“Und was bin ich??”
“Oh nein, ich hätte es wissen müssen…”

“Wieso ist die ein Teufelchen?? Klingt, als gefiele dir das!”
“Du bist ein Engel, mein Schatz. Meine Liebste.”

“Ich wäre aber auch lieber ein Teufelchen!”
“Na gut, schön, dann bist du eben auch ein Teufelchen.”

“Nee, jetzt will ich kein Teufelchen mehr sein.”
“Was denn dann?”

“Ja das wüsste ich ja gerne von dir!”
“Dann bist du mein… Das Schnuffel.”

“DAS Schnuffel??”
“Mein Schnutz.”

“Was ist denn ein Schnutz?”
“Das ist die Mischung aus Schnuffel und Schatz. Schnutz.”

“Dann bist du mein Schnatz!”
“Schnatz??”

“Das ist die Mischung aus Schatz und…”
“Schatz und? Und was?”

“Schn… Schn… Schn…”
“Was?”

“Schnarchnase!”

Kopfschüttel…

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Planerische Antworten

17. November 2006, aus der Schublade Familie und Feste

Planerische AntwortenMeiner Liebsten und mir ist aufgefallen, dass die Weihnachtszeit vor der Tür steht.
Im Grunde kommt Weihnachten ja jedes Jahr nicht überraschend, aber trotzdem stets schneller, als erwartet.

“Du, bald ist schon wieder Weihnachten.”
“Ja, das stimmt, wo ist bloß die Zeit geblieben…”

“Schenkst du mir denn was?”
“Warst du denn brav in diesem Jahr?”

“Natürlich.”
“Pff, natürlich nicht!”

“Nicht? Wieso, was habe ich denn gemacht?”
“Du hast neulich meine Lieblingstasse zerschmettert.”

“Oh, ach ja, aber das tut mir auch sehr leid.”
“Und du hast mir vom Einkaufen keine Erdnüsse mitgebracht.”

“Naja das zählt ja wohl nicht!”
“Wieso denn nicht?”

“Du vergisst ja auch ständig was!”
“So? Na das wüsste ich aber!”

“Was war denn zum Beispiel gestern?”
“Gestern? Was war denn gestern?”

“Da solltest du meine Schwester anrufen.”
“Habe ich doch auch!”

“Hast du nicht, ich musste sogar für dich wählen!”
“Aber nur, weil du so ungeduldig warst! Ich hätte schon noch…”

“Hättest du nicht und dabei wolltest DU ja was von IHR.”
“Das stimmt, aber ich wollte gerade, als du…”

“Ist ja auch egal, also kriege ich jetzt was zu Weihnachten?”
“Doch Schatz. Ausnahmsweise, weil ich dich trotzdem lieb habe.”

“Was heißt denn trotzdem??”
“Trotzdem heißt, obwohl du dich nicht entscheiden kannst.”

“Entscheiden für was??”
“Wo wir Weihnachten feiern.”

“Du meinst, ob bei deinen oder meinen Eltern?”
“Ja, das meine ich. Meine Mutter verlangt planerische Antworten!”

“Ich könnte mich ja entscheiden.”
“Und warum tust du es dann nicht?”

“Weil du dich schon entschieden hast, ohne MEINE Antwort abzuwarten!”
“Bitte??”

“Wir fahren zu deinen Eltern am 24-sten, hast du gesagt.”
“Ja und? Du freust dich doch, oder nicht?”

“Doch, aber du hast mich nicht richtig gefragt!”
“Ich habe nur meinem Wunsch etwas Nachdruck verliehen.”

“Na das hört sich ja an! Wenn du mich lieb hättest, dann…”
“Nee, fang jetzt nicht auf die Tour an! Ich habe gefragt.”

“Aber es war von vornherein klar für dich.”
“Naja, sagen wir, ich habe damit gerechnet.”

“Und wenn ich jetzt aber lieber zu meinen Eltern will?”
“Willst du denn?”

“Vielleicht.”
“Wieso denn vielleicht? Das ist doch keine Antwort!”

“Wir könnten ja auch über Weihnachten in Urlaub fahren.”
“Schatz, wir haben noch den Sand vom letzten Urlaub zwischen den Zehen kleben!”

“Ich meine ja auch nur, dass es mehrere Möglichkeiten gibt.”
“Gut, und welche der Möglichkeiten möchtest du jetzt?”

“Hm, ich denke… Wir fahren zu deinen Eltern.”
“Himmel…!”

“Aber wieso willst du denn nicht zu meinen?”
“Will ich doch, können wir ja nächstes Jahr machen.”

“Ja, das sagst du jetzt! Und dann?”
“Was und dann??”

“Dann entscheidest du dich wieder anders!”
“Das ist doch… Wenigstens entscheide ich mich!”

“Aber ohne mich zu fragen!”
“Nur, wenn DU dich NICHT entscheiden kannst!”

“Dann kriegst du eben auch nichts zu Weihnachten!”

Kopfschüttel…

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Wilde Maus

6. Oktober 2006, aus der Schublade Familie und Feste

Wilde MausMeine Liebste und ich sind heute besonders unternehmenslustig. In Oldenburg ist derzeit Kramermarkt, ein Volks- und Kirmesspektakel mit recht ordentlichen Ausmaßen. Es ist nicht das Oktoberfest, aber durchaus sehenswert. Da dürfen wir natürlich nicht fehlen!

“Du, der Parkplatz ist aber schon ganz schön voll!”
“Ja Süße. Wo parke ich denn jetzt mal…”

“Nicht so weit weg, hinterher regnet das und…”
“Jaja, ich finde schon was in der Nähe.”

“HALT!” [Ich trete erschrocken auf die Bremse...]
“Was denn??”

“Na da, da kannst du parken, hier!”
“Schatz, das sind die Behindertenparkplätze!”

“Ach so, blöd, ja… Brauchen die denn SO VIELE Parkplätze?”
“SCHATZ!”

“Na gut, laufen wir halt ein wenig!”
“So und jetzt sei still, damit ich heute noch einen Parkplatz finde.”

“Gut! Sage ich halt nichts! Du hörst mich gar nicht! Lala la…”
“Dann muss das wohl ein verspätetes Echo sein…”

[Der Wagen ist geparkt, Wertsachen verstaut, Handtasche dreimal gesichert. Jetzt geht's endlich los!]

“Na, freust du dich, dass wir auf dem Rummel sind?”
“Ja, und wir gehen auch zum Riesenrad, ja?”

“Gut, aber erst muss ich mal auf Klo.”
“Jetzt? Warst du denn nicht gerade eben noch??”

“Schon, aber ich will nicht im Riesenrad ganz oben sitzen und dann mal müssen!”
“Verstehe ich nicht, zuhause musst du doch auch nicht so oft!”

“Ja, aber jetzt muss ich halt mal, ist das ein Problem?”
“Nein, aber es wundert mich eben.”

“Im Kino muss ich auch immer!”
“Ja… Und im Theater und auf der Schiffsrundfahrt und…”

“Das ist sehr merkwürdig, oder?”
“Ja Schatz, du bist, ähm… Das ist sehr merkwürdig, ja.”

“Hast du mal 50 Cent?”
“Auch das noch, kannst du denn dein Klo nicht selber bezahlen?”

“Doch, aber ich habe nichts klein gerade.”
“Schatz, das kostet aber nur 30 Cent, das steht da…”

“Ja, aber ich gebe immer etwas mehr, dann freuen die sich!”
“Schön. Und ich??”"

“Wieso? Musst du auch?”

[Während meine Liebste in der nicht enden wollenden Schlange vor dem weißen Klowagen steht, gehe ich schon einmal ein paar Schritte weiter und bleibe am "Tornado" stehen. Das ist eines von diesen Fahrgeschäften, das Personen über 30 Jahren aus Imagegründen nur in Begleitung von 14-jährigen benutzen sollten. Drei volle Runden schaue ich mir an...]

“Huhu! Schatzi!”
“Ah, da bist du ja wieder. Können wir denn jetzt?”

“Ja, jetzt ist alles gut! Wo lang denn?”
“Hier? Einfach geradeaus? Da ist auch das Riesenrad.”

“Wo?”
“Schatz! Schau mal nach oben…”

“Ach da, haha!”
“Oh Mann…”

“Warum heißt das eigentlich Riesenrad fahren?”
“Ähm…”

“Es müsste doch eigentlich Riesenrad rollen heißen oder so.”
“Also ich, ja das… Ach Schatz! Ist das nicht völlig egal??”

“Das sagst du jetzt nur, weil du die Antwort nicht weißt!”
“Soll ich jetzt zwei Karten kaufen? Schatz? Bitte?”

“Ich möchte Plätze ganz oben! Haha!”
“Mal sehen, ob oben noch frei ist…”

[Ich kaufe zwei Chips und wir fahren / rollen / drehen / schaukeln / kreiseln Riesenrad. Mit Küssen und alles. Anschließend schlendern wir weiter...]

“Ich war früher richtig gut im Rosen-Schießen.”
“So? Willst du mal?”

“Nein.”
“Gut…”

“Am Autoscooter habe ich früher auch immer rumgehangen.”
“Dachte ich mir. Willst du mal?”

“Och nö.”
“Gut…”

“Softeis habe ich immer sehr gerne auf der Kirmes gegessen.”
“Ich auch. Willst du mal?”

“Nee.”
“Gut…”

“Als Kind durfte ich auch immer auf den Ponys reiten.”
“Tatsächlich? Willst du mal?”

“Bin zu groß jetzt.”
“Gut…”

“Oh schau, da ist ja der Liebesexpress!”
“Den kenne ich auch. Willst du mal?”

“Nein.”
“Gut…”

“Geisterbahn fand ich früher schon immer blöd.”
“Eine Geisterbahn! Super! Da will ich aber rein!”

“In die Geisterbahn?? Na da gehörst du auch hin!”
“Sehr witzig, los, komm.”

[Die Geisterbahnfahrt macht großen Spaß; vor allem, da meine Liebste nicht damit gerechnet hat, dass echte Schauspieler als gruselige Gespenster die Fahrgäste durch das Dunkel begleiten...]

“Der hat mich voll erschreckt und dann ist der auch noch hinter mir hergelaufen!”
“Vielleicht ein Seelenverwandter von dir, Schatz…”

“Ich habe es ja gesagt, Geisterbahn ist echt doof!”
“Du hast es überlebt, los, wir gehen was futtern.”

“Gute Idee, was wollen wir uns denn gönnen?”
“Hm. Wie wäre es mit Backfisch?”

“Nein.”
“Gut… Und eine leckere Krakauer im Brötchen?”

“Nee.”
“Gut… Und was meinst du zu einem Stück Pizza?”

“Nö.”
“Gut… Vielleicht ein Hotdog mit viel Zwiebeln?”

“Bäh!”
“Gut… Schmalzkuchen, Poffertjes oder ein Crepe?”

“Hm. Nein.”
“SCHATZ!”

“Was denn?”
“Was willst du denn nun??”

“Wolltest du nicht noch Wilde Maus fahren?”
“Ja. Und? Was hat das jetzt damit zu tun??”

“Wenn ich jetzt was esse, dann wird mir gleich in der Wilden Maus schlecht!”
“Na gut, dann fahren wir eben JETZT Wilde Maus!”

“Das geht auch nicht.”
“WARUM DENN NICHT??”

“Die Wilde Maus ist am anderen Ende und bis wir da angekommen sind, muss ich wieder auf Klo.”

Kopfschüttel…

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Auf jedenfall woanders

1. September 2006, aus der Schublade Familie und Feste

Auf jedenfall woandersMeine Liebste und ich überlegen, was es bedeutet, alt zu werden. Alt werden könnte den Vorteil der zunehmenden Weisheit haben. Der Besinnlichkeit. Der Erfahrung dessen, was im Leben wichtig ist oder nicht und so weiter.

“Ich bin übrigens nächstes Jahr nicht da.”
“Hä? Wie jetzt?”

“Ich bin nächstes Jahr weg! Futsch! Nicht hier!”
“Ach und deine Betthälfte vermiete ich solange, oder was?”

“Mir egal. Auf jedenfall bin ich woanders.”
“Und wo bitte schön? Und vor allem: WARUM?”

“Ich werde nicht die Klinken der Rathaustüren putzen!”
“Aaahh, jetzt verstehe ich. Dein 30ster Geburtstag.”

“Das ist eh total doof, dass Ledige mit 30 putzen müssen!”
“Du WIRST die Klinken putzen. Schatz.”

“Werde ich nicht! Und du lässt da deine Finger von!”
“Du wirst auch in der Zeitung stehen. Mit Foto.”

“Zeitung? NEIN! Untersteh dich!”
“Du brauchst dich da um nichts kümmern, Schatz.”

“Blödmann! Ich nehme dir alle Fotos von mir weg!”
“Das würde mich hart treffen, aber zur Not hat deine Schwester noch welche…”

“Dann nehme ich ihr auch alles weg!”
“Ich dachte, du bist sowieso nicht da nächstes Jahr??”

“Ach ja. Stimmt…”
“Also, wir können auch ohne dich an deinem Geburtstag Spaß haben.”

“Nee, nee. Ich habe mir das gerade anders überlegt.”
“Du bist jetzt doch nächstes Jahr hier?”

“Nö. Aber du auch nicht.”
“ICH AUCH NICHT? Wo bin ich denn??”

“Dich nehme ich mit. Dann kannst du wenigstens keinen Schaden anrichten.”
“Soweit ich weiß, gibt es in jeder Stadt auf der Welt ein Rathaus oder ähnliches, das eine Tür mit Klinken hat…”

“Alte Rathäuser finde ich sehr romantisch.”
“Huch! Woher der plötzliche Sinneswandel??”

“Aber ich werde dort nicht die Klinken putzen.”
“SONDERN??”

“Du hast noch 11 Monate.”
“Worauf willst du denn hinaus? Nein! Du meinst doch wohl nicht…”

“Doch! Und vergiss die Ringe nicht! Klinken putzen… pfff!”

Kopfschüttel…

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Geburtstagsüberraschung

8. Juli 2006, aus der Schublade Familie und Feste

GeburtstagsüberraschungHeute hat meine Liebste Geburtstag. Sie hat sich ein abwechslungsreiches Wochenende gewünscht, bei dem sie sich um nichts kümmern muss. Eines der Geschenke ist also ein 2-Tagesplan, der minutiös vollgepackt ist mit tollen Sachen und Veranstaltungen. Bescherung nachts um 0.00 Uhr.

“Was ist denn in dem großen Umschlag hier?”
“Eine Überraschung. Mach ihn doch mal auf.”

“Wow, das alles haben wir vor am Wochenende?”
“Ist alles geplant und organisiert. So, wie du es magst.”

“Danke Schatz! Ein tolles Geschenk! Da ist ja jede Minute verplant!”
“Natürlich. Du wolltest doch, dass nichts dem Zufall überlassen wird.”

“Und was bedeutet Kajenmarkt hier am Samstag um 11.30 Uhr?”
“Das ist ein Bummel über den Luxusflohmarkt an der Schlachte.”

“Flohmarkt? Na gut.”
“Naja es ist nicht richtig ein Flohmarkt, eher…”

“Und wo ist das Café Theatro?”
“Im Foyer des Goethetheaters, da werden wir…”

“Theater, ach so.”
“Nein, also wir gehen dahin, um…”

“Und dies hier? Rundfahrt auf der Lesum?”
“Das ist eine romantische und historische Schiffstour durch….”

“Da kommt meine Schwester aber auch mit, oder!?”
“Ja doch, sie kommt natürlich auch mit, und wir…”

“Du, der Plan geht aber so nicht.”
“Was? Wieso geht der nicht??”

“Da steht Samstag 10.30 Uhr Frühstück und 11.30 Uhr losschlendern. Da fehlt doch mein Duschen! Das wirft alles um und ich muss doch an meinem Geburtstag Duschen!”
“Entschuldige Schatz…”

Kopfschüttel…

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Halt doch mal eben

27. August 2007, aus der Schublade Familie und Feste

Halt doch mal eben (photocase.de © dangross)Meine Liebste und ich sind in der Nachbarschaft auf einer Gartenparty. Tolle Sache: das Wetter ist prima, Der Grill läuft auf Hochtouren und unter den Gästen herrscht gute Stimmung.
Soeben wurde ein Tablett mit Gläsern herum gereicht, die mit Erdbeer-Ananas-Bowle gefüllt sind. Da haben wir natürlich zugegriffen! Wir stehen mit einem anderen Pärchen am Gartenteich.

“Voll lecker die Bowle.”
“Ja Süße, da könnte ich mich dran gewöhnen.”

“Mit Ananas drin kenne ich gar nicht.”
“Ich kenne das sonst auch nur mit Erdbeeren.”

“Kannst du mal grade mein Glas halten?”
“Schatz! Du hast dein Glas ja schon leer!”

“Na und?”
“Ganz schönen Zug am Leibe!”

“Nun halt doch mal eben.”
“Warum??”

“Halt doch mal bitte mein Glas!”
“Na schön…”

[Meine Liebste drückt mir ihr leeres Bowle-Glas in die Hand.
Jetzt wird sie gleich anfangen, in ihrer Handtasche rumzukramen; da sie grundsätzlich nie irgendetwas darin auf Anhieb findet, benötigt sie immer beide Hände für die Sucherei.
Dass Frauen selbst auf Gartenpartys stets ihre Handtaschen mitschleppen, ist wahrscheinlich eines dieser Geheimnisse, das sich unsereins nie so wirklich offenbaren wird.
Was soll´s, nehme ich ihr also ihr Glas ab, dann hat sie Bewegungsfreiheit und läuft nicht Gefahr, sich vor den anderen Gästen zu verrenken oder etwas fallen zu lassen, etc. In so einem Fall hilft man seiner Liebsten schließlich gern.
Vor allem, wenn man auch noch von einer Menge fremder Leute umgeben ist, die einen beobachten und mustern.]

“Danke!”
“Gern geschehen. Und jetzt?”

“Jetzt hole ich mir ein neues Glas!”

Kopfschüttel…

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Was denn?

29. Juni 2007, aus der Schublade Familie und Feste

Was denn? (photocase.de © Krissi3012)Der Geburtstag meiner Liebsten steht bevor. Nur noch eine Woche und dann ist es soweit. Natürlich müssen ein paar Dinge organisiert werden, um alle Gäste am Tag der Tage unter einen Hut zu kriegen.
Dabei vergisst man schon mal sich selbst…

“Du Schatz, darf ich dich mal was fragen?”
“Ja sicher Süße, nur raus damit.”

“Was kriege ich überhaupt für ein Geburtstagsgeschenk von dir?”
“Pff! Das sage ich dir doch nicht!”

“Aber ich kriege eins?”
“Natürlich!”

“Was denn?”
“Das sage ich dir nicht.”

“Warum nicht?”
“Weil es doch sonst gar keine Überraschung mehr ist!”

“Ist es groß?”
“Vielleicht.”

“Ist es klein?”
“Etwas größer als klein.”

“Also so mittel?”
“Schatz! Jetzt frag mich nicht und lass dich überraschen!”

“Hast du denn überhaupt schon eins?”
“Wieso? Möchtest du noch einen Wunsch äußern?”

“Hm… Also hast du noch gar nichts für mich!”
“Doch, aber…”

“Du hast gesagt, ich könnte mir noch was wünschen!”
“Ja, das sagte ich, aber…”

“Das würdest du ja nicht sagen, wenn du schon was hättest!”
“Aber ich habe doch schon was gekauft!”

“Was denn?”
“SCHATZ!”

“Dann brauche ich mir doch aber nichts mehr zu wünschen.”
“Im Grunde nicht, aber vielleicht schenke ich dir noch was anderes?”

“Was denn?”
“Hör auf jetzt!”

“Ich will aber nicht, dass du so viele Geschenke kaufst.”
“Das überlass doch einfach mir, ja?”

“Nee, weil du das immer übertreibst mit den Geschenken.”
“Bislang hast du dich aber noch nie beschwert!”

“Ich bin auch mit Kleinigkeiten zufrieden.”
“Du bekommt ja auch nur eine Kleinigkeit.”

“Was denn?”
“HIMMEL! DAS SAGE ICH DIR NICHT!”

“Also es ist eine Kleinigkeit. Mehr nicht?”
“Ich dachte, du wolltest nur eine…”

“Ich meinte, es müssen nicht gleich zwanzig Geschenke sein.”
“Es sind auch keine zwanzig, Schatz.”

“Wie viele denn?”
“Das sage ich dir auch nicht.”

“Ich will aber nicht, dass du da so einen Aufwand machst.”
“Ich schenke dir Geschenke so, wie es mir passt!”

“Aber sie sind doch für mich, warum…”
“Natürlich für dich, aber ob nun zwei oder vier…”

“Du hast vier Geschenke für mich?”
“Ja, ähm, nein! Verdammt!”

“Also vier?”
“Ja, bist du jetzt zufrieden?”

“Zwei hätten auch gereicht.”
“Aber du weißt doch noch gar nicht, was es ist!”

“Nein, du sagst es mir ja auch nicht! Gib mal einen Tipp!”
“Tue ich nicht, da musst du schon noch warten.”

“Einen Anfangsbuchstaben, ja?”
“Na schön, es beginnt mit einem A.”

“Hm… A… Ein Armreif?”
“Nein.”

“Ein… Ein Aquarium?”
“Pff, nein.”

“Ein D-A-lmatiner?”
“Nein! Dalmatiner…”

“Was denn?”
“Boah, du nervst! Das sage ich dir NICHT!”

“Kann ich das gut gebrauchen?”
“Schatz, gib es auf, ich sage es dir sowieso nicht.”

“Ich weiß nie, was ich dir schenken soll.”
“So?”

“Ja, weil du ja schon alles hast.”
“Habe ich nicht!”

“Und was hast du noch nicht?”
“Was ist denn das für eine Frage!?”

“Woher weißt du immer, was du mir schenken kannst?”
“Weil ich dir zuhöre. Deswegen. Und dann merke ich mir das.”

“Was habe ich denn gesagt?”
“Zum Beispiel, dass deine Visitenkarten immer durcheinander fliegen.”

“Du schenkst mir ein Visitenkartenbuch??”
“Nein!”

“Was denn?”
“Schatz! Noch einmal diese Frage und ich schenke dir gar nichts!”

“Man wird doch wohl mal fragen dürfen?”
“Schon, aber nicht so!”

“Wie denn sonst?”
“Wünsch dir doch einfach was, das reicht völlig.”

“Und dann kriege ich das?”
“Vielleicht.”

“Dann wünsche ich mir… Einen Hund.”
“Oh nein, nicht schon wieder! Du kriegst keinen Hund!”

“Du hast aber gesagt, ich soll mir was wünschen!”
“Aber doch keinen Hund!!”

“Wieso nicht?”
“Ein Hund ist doch keine Kleinigkeit!”

“Aber ein Hundchen hätte ich gern.”
“Wünsch dir was anderes!”

“Was denn??”

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Mit nur einem gezielten SchwingerMeine Liebste und ich tanzen in den Mai! Gemeinsam mit guten Freunden stehen wir zwischendurch zum Luft schnappen vor der Tür des Tanzsaales in geselliger Runde mit zahlreichen anderen Gästen.
Und: meine Liebste sieht so gut aus!

“Du Schatz?”
“Ja Süße?”

“Du hast aber einen ganz schönen Bauch bekommen!”
“Ähm…”

[Es ist einer dieser Momente, in denen man selbst bei klirrender Kälte keine Heizdecke benötigt. War die Umgebung noch vor einer Sekunde mit Gemurmel und Gelächter erfüllt, herrscht nun plötzlich eine Art Todesstille und ich spüre, wie sich geschätzte 42 Augen auf meine Körpermitte ausrichten.
Meine gefühlte Körpergröße beträgt schlagartig nur noch ca. 40cm und alle Gäste schauen entsetzt auf mich herab.]

“Also…”

[Ally McBeal müsste man jetzt sein. Dann könnte man einen drei Meter großen Hammer wie aus dem Nichts aus der Tasche ziehen und die Liebste mit nur einem gezielten Schwinger platt machen.
Nun bin ich dummerweise nicht Ally McBeal.
Deswegen werde ich sie wohl mit meinen bloßen Händen erwürgen müssen. Bestimmt bekomme ich mildernde Umstände und wenn ich einen verständnisvollen (männlichen) Richter finde, könnte ich in ein paar Jahren wieder draußen sein.]

“Ach nee, ist ja nur die Beule in deinem Hemd! Haha!”

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Vom Guten nur das Allerbeste!

23. Dezember 2006, aus der Schublade Familie und Feste

Vom Guten nur das Allerbeste!Meine Liebste und ich feiern jetzt Weihnachten. So mit allem Drum und Dran. Die aufwendige Planung der nun kommenden Tage ist abgeschlossen, alle Familienbesuche minutiös geplant und wir überlegen noch, ob wir auch nichts vergessen haben.

“Du, sollen wir im Blog nicht auch was schreiben?”
“Zu was denn Süße?”

“So mit Fröhliche Weihnachten an alle Leser und so.”
“Klar! Das finde ich gut! Hast du schon eine Idee?”

“Fröhliche Weihnachten an alle!”
“Ähm… Geht´s nicht vielleicht etwas origineller??”

“Nun leuchten wieder die Weihnachtskerzen und zaubern Freude in all eure Herzen.”
“Also, ich…”

“Wir wollen euch wünschen zum heiligen Feste: Vom Schönsten das Allerschönste, vom Guten nur das Allerbeste!”
“Naja das klingt toll, tja, also ich weiß ja nicht…”

“Was passt dir denn daran nun wieder nicht??”
“Ist das nicht wieder viel zu schnulzig? Typisch Frauen…”

“Jetzt komm mir nicht wieder auf die Tour!”
“Welche Tour denn? Stimmt doch wohl!”

“Weißt du, was der Unterschied zwischen dir und einem dummen Esel ist?”
“Ähm… Nein?”

“Der Esel würde es wissen!”

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Wir schenken uns ja nichts

15. Dezember 2006, aus der Schublade Familie und Feste

Wir schenken uns ja nichtsMeine Liebste und ich kehren von einem netten Abend mit Freunden zurück. Wir hatten mexikanisches Essen, prickelnde Cocktails und nette Gespräche. Natürlich auch die Planung der Feiertage sowie die jährliche Diskussion darüber, was man Sinnvolles verschenken könnte.

“Du, schenken wir den beiden denn was zu Weihnachten?”
“Ja Süße, natürlich.”

“Und was?”
“Ich habe schon was besorgt, lief mir so über den Weg.”

“Ah, gut! Was denn?”
“Das hier, schau.”

“Super Idee! Da freuen sie sich sicher drüber!”
“Bestimmt.”

“Wir schenken uns ja nichts.”
“Nein.”

“Oder doch?”
“Nein, wir wollten uns doch nichts schenken.”

“Aber wir wollten zusammen was unternehmen.”
“Ja, wir gehen ja auch in Dirty Dancing…”

[Ich muss "Dirty Dancing" wohl etwas überbetont haben...]

“Was denn?? Nicht gut?”
“Doch, klar, das ist gut. Ich freue mich schon.”

“Das hört sich aber nicht so an…”
“Doch, ich freue mich. Hamburg mag ich sowieso.”

“Aber das Musical nicht, oder was?”
“Doch! Das auch! Also hoffe ich…”

“Das war teuer, für ein bisschen Hoffnung etwas ZU TEUER!”
“Es ist doch nicht nur das Musical, auch unser Wochenende.”

“Ja, aber das Musical ist das Highlight.”
“Das Highlight bist stets du… Es wird schon schön werden.”

“Da bin ich mir sicher. Auch wenn das erst im März ist…”
“Es gab vorher keine vernünftigen Plätze mehr, weißt du doch.”

“Blöd bloß, dass dann ja so irgendwie gar nichts unterm Weihnachtsbaum…”
“Schatz, wir haben gar keinen Weihnachtsbaum.”

“So in übertragenem Sinne eben.”
“Ich kann ja eine schöne Tanne kaufen gehen.”

“Nein, lass mal, wir haben ja gar keinen Schmuck dafür.”
“Kaufe ich dann auch.”

“Nein, lass. Wo sollten wir den denn auch hinstellen.”
“Da, neben der Schiebetür im Wohnzimmer zum Beispiel?”

“Da steht doch die kleine Palme!”
“Na und? Die können wir auch ins Schlafzimmer stellen.”

“Was kostet so ein Baum eigentlich?”
“Hm, 15 bis 20 Euro vielleicht?”

“Das geht ja noch. Hätte ich mehr geschätzt.”
“Ich denke, der Schmuck wird teurer…”

“Und was kostet das dann?”
“Was weiß ich! Vielleicht 50 Euro?”

“So viel??”
“Wenn du ihn aussuchst ganz sicher noch mehr!”

“ICH?? Willst du damit sagen, ich sei teuer??”
“Nein, ich will sagen, dass du bei Deko nie ein Ende findest!”

“Das stimmt ja überhaupt nicht!”
“Und wohl stimmt das! Ich erinnere an unseren IKEA-Besuch…”

“Dafür würdest du aber den teuersten Weihnachtsbaum kaufen, wie ich dich kenne.”
“Und du den teuersten Schmuck dafür, sage ich doch.”

“Und wenn wir es anders herum machen?”
“Was?”

“Na ich kaufe den Baum, du den Schmuck.”
“Hm. Könnte klappen…”

“Du musst die Tanne dann nur aufstellen, ich schmücke.”
“Wer weiß, was du da für ein armseliges Gerippe kaufst…”

“Und wer weiß, was du für einen Kitsch mitbringst!”
“Na gut! Dann kauf den Weihnachtsschmuck doch selber!”

“Dann kaufst du aber auch die Tanne!”
“Womit wir wieder am Anfang wären…”

-

“Jetzt weiß ich, wie wir es machen!”
“Ach ja? Und?”

“Ich kaufe eine kleine Tanne UND ein Dekoset auf dem Weihnachtsmarkt.”
“Aha. Schön, und ich?”

“Na das, was du am besten kannst.”
“Und das wäre bitte sehr??”

“Du kaufst die Geschenke zum drunter legen!”

Kopfschüttel…

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Teufelchen

25. November 2006, aus der Schublade Familie und Feste

TeufelchenMeine Liebste und ich sind zum Geburtstag einer Freundin eingeladen. Es sind ausdrücklich keine Geschenke erwünscht; aber eine nette Geburtstagskarte wird ja wohl erlaubt sein.
Also stehen wir bei Karstadt vor dem riesigen Regal mit Millionen an Glückwunschkarten und für alles und jedes müsste etwas dabei sein.

“Was nehmen wir denn jetzt?”
“Hm. Also ich denke, irgendetwas zum Lachen.”

“Warum?”
“Warum?? Na weil es ein Geburtstag ist und keine Beerdigung.”

“Schau mal, es gibt  doch so schöne Karten.”
“Ja sicher, aber ich würde zum Beispiel diese hier nehmen…”

“Schatz! Sie wird 29, nicht 12!”
“Ja, aber schau doch mal, den Hund kann man rausklappen!”

“Du kannst die ja für dich selber kaufen.”
“Das ist ja langweilig. Na gut, dann nicht.”

“Du hast immer so einen komischen Geschmack…”
“Bitte? Nur weil ich was Lustiges schenken würde?”

“Nein, ich meine, ganz anders, als meiner.”
“Na und? Ist das schlecht?”

“Du kannst ja deinen eigenen Geschmack haben, aber…”
“Aber?”

“Aber es wäre auch schön, wenn wir den gleichen hätten.”
“Schatz, wir sind uns doch in 99% aller Fragen einig.”

“Ja, bei den Kleinigkeiten vielleicht.”
“Und bei den großen Dingen nicht? Zum Beispiel?”

“Ich erinnere nur an die Urlaubsplanung.”
“Was war denn da??”

“Ich wollte ins Warme und du ins Billige.”
“Das ist ja jetzt wohl ein starkes Stück!”

“Ja war es denn nicht so??”
“Erstens wollte ich nicht billig, sondern günstig.”

“Pff, wo ist da schon der Unterschied…”
“Und zweitens wollte ich auch ins Warme, aber eben günstig.”

“Du hast immer eine Ausrede!”
“Nee, aber du drehst immer alles so, wie es dir passt.”

“Und bei den Urlaubspostkarten konntest du dich auch nicht entscheiden.”
“Haben wir welche verschickt?”

“Ja.”
“Also. Eben. Und jetzt finden wir auch eine Geburtstagskarte.”

[Bei Karstadt in Bremen gibt es 5 lange Regale und etliche Ständer, die beidseitig mit Karten bepflastert sind. Natürlich in Kategorien sortiert, wie man das ja gewohnt ist. Nur was nutzt es einem, wenn allein zwei der riesigen Regale voll mit Geburtstagskarten sind. Warum gibt es hier keine Unterteilungen? Runder Geburtstag, lustiger Geburtstag, spannender Geburtstag, Pflichtgeburtstag, verpasster Geburtstag, Schwiegermuttergeburtstag, usw. Also schlappen wir von links nach rechts und um die Ecke und wieder von vorn und noch einmal das Ganze. Gefühlte drei Tage lang...]

“Ich glaube, ich habe was gefunden!”
“So, zeig mal.”

“Ist die nicht schön?”
“Ähm…”

“Was denn? Nicht?”
“Doch, aber so ein Gedicht vorne drauf, ich weiß ja nicht…”

“Ich finde das schön, lies doch mal.”
“So mit Engelchen und so, das passt ja gar nicht.”

“Ja sorry, ist halt kein Hund zum Aufklappen!”
“Grr, ich meine, ein Engel ist das Geburtstagskind ja nicht gerade.”

“So? Was ist sie denn deiner Meinung nach?”
“Eher ein… Ein Teufelchen.”

“Und was bin ich??”
“Oh nein, ich hätte es wissen müssen…”

“Wieso ist die ein Teufelchen?? Klingt, als gefiele dir das!”
“Du bist ein Engel, mein Schatz. Meine Liebste.”

“Ich wäre aber auch lieber ein Teufelchen!”
“Na gut, schön, dann bist du eben auch ein Teufelchen.”

“Nee, jetzt will ich kein Teufelchen mehr sein.”
“Was denn dann?”

“Ja das wüsste ich ja gerne von dir!”
“Dann bist du mein… Das Schnuffel.”

“DAS Schnuffel??”
“Mein Schnutz.”

“Was ist denn ein Schnutz?”
“Das ist die Mischung aus Schnuffel und Schatz. Schnutz.”

“Dann bist du mein Schnatz!”
“Schnatz??”

“Das ist die Mischung aus Schatz und…”
“Schatz und? Und was?”

“Schn… Schn… Schn…”
“Was?”

“Schnarchnase!”

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Planerische Antworten

17. November 2006, aus der Schublade Familie und Feste

Planerische AntwortenMeiner Liebsten und mir ist aufgefallen, dass die Weihnachtszeit vor der Tür steht.
Im Grunde kommt Weihnachten ja jedes Jahr nicht überraschend, aber trotzdem stets schneller, als erwartet.

“Du, bald ist schon wieder Weihnachten.”
“Ja, das stimmt, wo ist bloß die Zeit geblieben…”

“Schenkst du mir denn was?”
“Warst du denn brav in diesem Jahr?”

“Natürlich.”
“Pff, natürlich nicht!”

“Nicht? Wieso, was habe ich denn gemacht?”
“Du hast neulich meine Lieblingstasse zerschmettert.”

“Oh, ach ja, aber das tut mir auch sehr leid.”
“Und du hast mir vom Einkaufen keine Erdnüsse mitgebracht.”

“Naja das zählt ja wohl nicht!”
“Wieso denn nicht?”

“Du vergisst ja auch ständig was!”
“So? Na das wüsste ich aber!”

“Was war denn zum Beispiel gestern?”
“Gestern? Was war denn gestern?”

“Da solltest du meine Schwester anrufen.”
“Habe ich doch auch!”

“Hast du nicht, ich musste sogar für dich wählen!”
“Aber nur, weil du so ungeduldig warst! Ich hätte schon noch…”

“Hättest du nicht und dabei wolltest DU ja was von IHR.”
“Das stimmt, aber ich wollte gerade, als du…”

“Ist ja auch egal, also kriege ich jetzt was zu Weihnachten?”
“Doch Schatz. Ausnahmsweise, weil ich dich trotzdem lieb habe.”

“Was heißt denn trotzdem??”
“Trotzdem heißt, obwohl du dich nicht entscheiden kannst.”

“Entscheiden für was??”
“Wo wir Weihnachten feiern.”

“Du meinst, ob bei deinen oder meinen Eltern?”
“Ja, das meine ich. Meine Mutter verlangt planerische Antworten!”

“Ich könnte mich ja entscheiden.”
“Und warum tust du es dann nicht?”

“Weil du dich schon entschieden hast, ohne MEINE Antwort abzuwarten!”
“Bitte??”

“Wir fahren zu deinen Eltern am 24-sten, hast du gesagt.”
“Ja und? Du freust dich doch, oder nicht?”

“Doch, aber du hast mich nicht richtig gefragt!”
“Ich habe nur meinem Wunsch etwas Nachdruck verliehen.”

“Na das hört sich ja an! Wenn du mich lieb hättest, dann…”
“Nee, fang jetzt nicht auf die Tour an! Ich habe gefragt.”

“Aber es war von vornherein klar für dich.”
“Naja, sagen wir, ich habe damit gerechnet.”

“Und wenn ich jetzt aber lieber zu meinen Eltern will?”
“Willst du denn?”

“Vielleicht.”
“Wieso denn vielleicht? Das ist doch keine Antwort!”

“Wir könnten ja auch über Weihnachten in Urlaub fahren.”
“Schatz, wir haben noch den Sand vom letzten Urlaub zwischen den Zehen kleben!”

“Ich meine ja auch nur, dass es mehrere Möglichkeiten gibt.”
“Gut, und welche der Möglichkeiten möchtest du jetzt?”

“Hm, ich denke… Wir fahren zu deinen Eltern.”
“Himmel…!”

“Aber wieso willst du denn nicht zu meinen?”
“Will ich doch, können wir ja nächstes Jahr machen.”

“Ja, das sagst du jetzt! Und dann?”
“Was und dann??”

“Dann entscheidest du dich wieder anders!”
“Das ist doch… Wenigstens entscheide ich mich!”

“Aber ohne mich zu fragen!”
“Nur, wenn DU dich NICHT entscheiden kannst!”

“Dann kriegst du eben auch nichts zu Weihnachten!”

Kopfschüttel…

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Wilde Maus

6. Oktober 2006, aus der Schublade Familie und Feste

Wilde MausMeine Liebste und ich sind heute besonders unternehmenslustig. In Oldenburg ist derzeit Kramermarkt, ein Volks- und Kirmesspektakel mit recht ordentlichen Ausmaßen. Es ist nicht das Oktoberfest, aber durchaus sehenswert. Da dürfen wir natürlich nicht fehlen!

“Du, der Parkplatz ist aber schon ganz schön voll!”
“Ja Süße. Wo parke ich denn jetzt mal…”

“Nicht so weit weg, hinterher regnet das und…”
“Jaja, ich finde schon was in der Nähe.”

“HALT!” [Ich trete erschrocken auf die Bremse...]
“Was denn??”

“Na da, da kannst du parken, hier!”
“Schatz, das sind die Behindertenparkplätze!”

“Ach so, blöd, ja… Brauchen die denn SO VIELE Parkplätze?”
“SCHATZ!”

“Na gut, laufen wir halt ein wenig!”
“So und jetzt sei still, damit ich heute noch einen Parkplatz finde.”

“Gut! Sage ich halt nichts! Du hörst mich gar nicht! Lala la…”
“Dann muss das wohl ein verspätetes Echo sein…”

[Der Wagen ist geparkt, Wertsachen verstaut, Handtasche dreimal gesichert. Jetzt geht's endlich los!]

“Na, freust du dich, dass wir auf dem Rummel sind?”
“Ja, und wir gehen auch zum Riesenrad, ja?”

“Gut, aber erst muss ich mal auf Klo.”
“Jetzt? Warst du denn nicht gerade eben noch??”

“Schon, aber ich will nicht im Riesenrad ganz oben sitzen und dann mal müssen!”
“Verstehe ich nicht, zuhause musst du doch auch nicht so oft!”

“Ja, aber jetzt muss ich halt mal, ist das ein Problem?”
“Nein, aber es wundert mich eben.”

“Im Kino muss ich auch immer!”
“Ja… Und im Theater und auf der Schiffsrundfahrt und…”

“Das ist sehr merkwürdig, oder?”
“Ja Schatz, du bist, ähm… Das ist sehr merkwürdig, ja.”

“Hast du mal 50 Cent?”
“Auch das noch, kannst du denn dein Klo nicht selber bezahlen?”

“Doch, aber ich habe nichts klein gerade.”
“Schatz, das kostet aber nur 30 Cent, das steht da…”

“Ja, aber ich gebe immer etwas mehr, dann freuen die sich!”
“Schön. Und ich??”"

“Wieso? Musst du auch?”

[Während meine Liebste in der nicht enden wollenden Schlange vor dem weißen Klowagen steht, gehe ich schon einmal ein paar Schritte weiter und bleibe am "Tornado" stehen. Das ist eines von diesen Fahrgeschäften, das Personen über 30 Jahren aus Imagegründen nur in Begleitung von 14-jährigen benutzen sollten. Drei volle Runden schaue ich mir an...]

“Huhu! Schatzi!”
“Ah, da bist du ja wieder. Können wir denn jetzt?”

“Ja, jetzt ist alles gut! Wo lang denn?”
“Hier? Einfach geradeaus? Da ist auch das Riesenrad.”

“Wo?”
“Schatz! Schau mal nach oben…”

“Ach da, haha!”
“Oh Mann…”

“Warum heißt das eigentlich Riesenrad fahren?”
“Ähm…”

“Es müsste doch eigentlich Riesenrad rollen heißen oder so.”
“Also ich, ja das… Ach Schatz! Ist das nicht völlig egal??”

“Das sagst du jetzt nur, weil du die Antwort nicht weißt!”
“Soll ich jetzt zwei Karten kaufen? Schatz? Bitte?”

“Ich möchte Plätze ganz oben! Haha!”
“Mal sehen, ob oben noch frei ist…”

[Ich kaufe zwei Chips und wir fahren / rollen / drehen / schaukeln / kreiseln Riesenrad. Mit Küssen und alles. Anschließend schlendern wir weiter...]

“Ich war früher richtig gut im Rosen-Schießen.”
“So? Willst du mal?”

“Nein.”
“Gut…”

“Am Autoscooter habe ich früher auch immer rumgehangen.”
“Dachte ich mir. Willst du mal?”

“Och nö.”
“Gut…”

“Softeis habe ich immer sehr gerne auf der Kirmes gegessen.”
“Ich auch. Willst du mal?”

“Nee.”
“Gut…”

“Als Kind durfte ich auch immer auf den Ponys reiten.”
“Tatsächlich? Willst du mal?”

“Bin zu groß jetzt.”
“Gut…”

“Oh schau, da ist ja der Liebesexpress!”
“Den kenne ich auch. Willst du mal?”

“Nein.”
“Gut…”

“Geisterbahn fand ich früher schon immer blöd.”
“Eine Geisterbahn! Super! Da will ich aber rein!”

“In die Geisterbahn?? Na da gehörst du auch hin!”
“Sehr witzig, los, komm.”

[Die Geisterbahnfahrt macht großen Spaß; vor allem, da meine Liebste nicht damit gerechnet hat, dass echte Schauspieler als gruselige Gespenster die Fahrgäste durch das Dunkel begleiten...]

“Der hat mich voll erschreckt und dann ist der auch noch hinter mir hergelaufen!”
“Vielleicht ein Seelenverwandter von dir, Schatz…”

“Ich habe es ja gesagt, Geisterbahn ist echt doof!”
“Du hast es überlebt, los, wir gehen was futtern.”

“Gute Idee, was wollen wir uns denn gönnen?”
“Hm. Wie wäre es mit Backfisch?”

“Nein.”
“Gut… Und eine leckere Krakauer im Brötchen?”

“Nee.”
“Gut… Und was meinst du zu einem Stück Pizza?”

“Nö.”
“Gut… Vielleicht ein Hotdog mit viel Zwiebeln?”

“Bäh!”
“Gut… Schmalzkuchen, Poffertjes oder ein Crepe?”

“Hm. Nein.”
“SCHATZ!”

“Was denn?”
“Was willst du denn nun??”

“Wolltest du nicht noch Wilde Maus fahren?”
“Ja. Und? Was hat das jetzt damit zu tun??”

“Wenn ich jetzt was esse, dann wird mir gleich in der Wilden Maus schlecht!”
“Na gut, dann fahren wir eben JETZT Wilde Maus!”

“Das geht auch nicht.”
“WARUM DENN NICHT??”

“Die Wilde Maus ist am anderen Ende und bis wir da angekommen sind, muss ich wieder auf Klo.”

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Auf jedenfall woanders

1. September 2006, aus der Schublade Familie und Feste

Auf jedenfall woandersMeine Liebste und ich überlegen, was es bedeutet, alt zu werden. Alt werden könnte den Vorteil der zunehmenden Weisheit haben. Der Besinnlichkeit. Der Erfahrung dessen, was im Leben wichtig ist oder nicht und so weiter.

“Ich bin übrigens nächstes Jahr nicht da.”
“Hä? Wie jetzt?”

“Ich bin nächstes Jahr weg! Futsch! Nicht hier!”
“Ach und deine Betthälfte vermiete ich solange, oder was?”

“Mir egal. Auf jedenfall bin ich woanders.”
“Und wo bitte schön? Und vor allem: WARUM?”

“Ich werde nicht die Klinken der Rathaustüren putzen!”
“Aaahh, jetzt verstehe ich. Dein 30ster Geburtstag.”

“Das ist eh total doof, dass Ledige mit 30 putzen müssen!”
“Du WIRST die Klinken putzen. Schatz.”

“Werde ich nicht! Und du lässt da deine Finger von!”
“Du wirst auch in der Zeitung stehen. Mit Foto.”

“Zeitung? NEIN! Untersteh dich!”
“Du brauchst dich da um nichts kümmern, Schatz.”

“Blödmann! Ich nehme dir alle Fotos von mir weg!”
“Das würde mich hart treffen, aber zur Not hat deine Schwester noch welche…”

“Dann nehme ich ihr auch alles weg!”
“Ich dachte, du bist sowieso nicht da nächstes Jahr??”

“Ach ja. Stimmt…”
“Also, wir können auch ohne dich an deinem Geburtstag Spaß haben.”

“Nee, nee. Ich habe mir das gerade anders überlegt.”
“Du bist jetzt doch nächstes Jahr hier?”

“Nö. Aber du auch nicht.”
“ICH AUCH NICHT? Wo bin ich denn??”

“Dich nehme ich mit. Dann kannst du wenigstens keinen Schaden anrichten.”
“Soweit ich weiß, gibt es in jeder Stadt auf der Welt ein Rathaus oder ähnliches, das eine Tür mit Klinken hat…”

“Alte Rathäuser finde ich sehr romantisch.”
“Huch! Woher der plötzliche Sinneswandel??”

“Aber ich werde dort nicht die Klinken putzen.”
“SONDERN??”

“Du hast noch 11 Monate.”
“Worauf willst du denn hinaus? Nein! Du meinst doch wohl nicht…”

“Doch! Und vergiss die Ringe nicht! Klinken putzen… pfff!”

Kopfschüttel…

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Geburtstagsüberraschung

8. Juli 2006, aus der Schublade Familie und Feste

GeburtstagsüberraschungHeute hat meine Liebste Geburtstag. Sie hat sich ein abwechslungsreiches Wochenende gewünscht, bei dem sie sich um nichts kümmern muss. Eines der Geschenke ist also ein 2-Tagesplan, der minutiös vollgepackt ist mit tollen Sachen und Veranstaltungen. Bescherung nachts um 0.00 Uhr.

“Was ist denn in dem großen Umschlag hier?”
“Eine Überraschung. Mach ihn doch mal auf.”

“Wow, das alles haben wir vor am Wochenende?”
“Ist alles geplant und organisiert. So, wie du es magst.”

“Danke Schatz! Ein tolles Geschenk! Da ist ja jede Minute verplant!”
“Natürlich. Du wolltest doch, dass nichts dem Zufall überlassen wird.”

“Und was bedeutet Kajenmarkt hier am Samstag um 11.30 Uhr?”
“Das ist ein Bummel über den Luxusflohmarkt an der Schlachte.”

“Flohmarkt? Na gut.”
“Naja es ist nicht richtig ein Flohmarkt, eher…”

“Und wo ist das Café Theatro?”
“Im Foyer des Goethetheaters, da werden wir…”

“Theater, ach so.”
“Nein, also wir gehen dahin, um…”

“Und dies hier? Rundfahrt auf der Lesum?”
“Das ist eine romantische und historische Schiffstour durch….”

“Da kommt meine Schwester aber auch mit, oder!?”
“Ja doch, sie kommt natürlich auch mit, und wir…”

“Du, der Plan geht aber so nicht.”
“Was? Wieso geht der nicht??”

“Da steht Samstag 10.30 Uhr Frühstück und 11.30 Uhr losschlendern. Da fehlt doch mein Duschen! Das wirft alles um und ich muss doch an meinem Geburtstag Duschen!”
“Entschuldige Schatz…”

Kopfschüttel…

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