Gute Plätze?

26. Mai 2008, aus der Schublade Familie und Feste

Gute Plätze? (photocase.de © cydonna)Meine Liebste und ich sind zu Gast auf einer Hochzeit, die große Feier wird gleich losgehen.
Als wir den Festsaal betreten, bestaunen wir die wunderschön gedeckten und hochzeitlich verzierten Tische.
Es sollte noch erwähnt werden, dass wir – bis auf das Brautpaar - kaum jemanden der anderen Gäste kennen… Naja, wird schon!

“Das sieht aber gut aus, was?”
“Ja, Süße. Das ist toll, das stimmt.”

“Da sind aber Platzkarten.”
“Was ist da?”

“Platzkarten, mit Namen drauf, siehste?”
“Ach so, stimmt!”

“Wo sitzen wir denn??”
“Keine Ahnung, also hier am Eingang schon mal nicht.”

“Meinst du, die haben uns gute Plätze gegeben?”
“Was sind denn jetzt gute Plätze, bitte??”

“Naja, mit netten Leuten und gutem Ausblick und so.”
“Mit einem guten Ausblick?? Was möchtest du denn sehen??”

“Die Braut natürlich!”
“Schatz, die Braut sitzt da vorne, die kann man von überall sehen.”

“Ich will sehen, was das Hochzeitspaar so macht.”
“Wie bitte?? Was die so machen?? Was sollen sie schon machen!”

“Wie oft die sich küssen und ob die sich verliebt angucken und…”
“Schatz, die haben geheiratet, was sollen sie denn sonst machen??”

“Hoffentlich sind die nicht doof…”
“Das Brautpaar??”

“Nein, ich meine unsere Tischnachbarn.”
“Haben wir nicht gerade über das Brautpaar gesprochen?”

“Na und? Ich kann doch mal das Thema wechseln?”
“Schon, aber das war es jetzt also schon zu dem guten Ausblick??”

“Ja, wieso?”
“Ach nichts, warum frage ich eigentlich…”

“Oh schau, wir sitzen da hinten!”
“Wo?”

“Da, neben der Terrassentür!”
“Prima. Also ich glaube, mir gefällts da.”

“Abwarten!”

[Meine Liebste und ich schlendern zu unseren vorgesehenen Plätzen und schauen uns die liebevoll gemachten Tischkärtchen mit den Namen drauf an. Um uns herum sind einige weitere Gäste geplant, die wir allerdings nicht kennen und von denen wohl auch noch keiner da ist...]

“Carsten, Jan, Pierre… Hm… Ich sitze neben einem Carsten.”
“Gut.”

“Nicht gut.”
“Was? Wieso ist das nicht gut? Er ist doch noch gar nicht da?”

“Ich säße aber viel lieber neben Pierre.”
“Wieso das denn jetzt??”

“Pierre hört sich sehr gut aussehend an.”
“Wie bitte?? Und Carsten nicht oder was??”

“Ich weiß nicht, aber Carsten ist so, naja so…”
“Ja? Was??”

“Carsten hieß mein Exfreund.”
“Ach so, klar! Dann ist er natürlich gleich unten durch!”

“Wieso?? Carsten war immer sehr nett zu mir! Netter, als du!”
“Sicher! Sicher! Das wollte ich jetzt hören, danke Schatz!”

“Pierre hört sich hübsch an. Wer Pierre heißt, sieht auch gut aus.”
“Aha. Natürlich.”

“Das ist nun mal so.”
“Na schön, dann will ich zwischen Christina und Stefanie sitzen.”

“Wieso! Hast du die schon gesehen??”
“Nein. Aber Christina und Stefanie, also das kann ja nur…”

“Das vergiss mal schön!”
“Ach! Und wieso?? Du kriegst Pierre und was kriege ich??”

“Du kriegst Jan und Carsten, fertig!”
“Na toll! Und was soll ich dann mit denen machen??”

“Ihr könnt dann gemeinsam Pierre beneiden.”
“Beneiden? Um was denn bitte??” 

“Um seine drei Frauen!”

Kopfschüttel…

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Mal so richtig daneben benehmen

30. April 2008, aus der Schublade Familie und Feste

Mal so richtig daneben benehmen (photocase.de © diesas)Meine Liebste und ich wollen heute Abend in den Mai tanzen, und zu diesem Zweck haben wir Eintrittskarten für einen Ball gekauft.
Es verspricht eine unterhaltsame und abwechslungsreiche Veranstaltung zu werden.

“Du Schatz?”
“Ja Süße?”

“Willst du heute Abend fahren oder soll ich?”
“Zu dem Ball? Wegen Alkohol und so?”

“Ja, genau.”
“Ich fahre, kein Problem.”

“So? Ich kann aber auch fahren?”
“Brauchst du nicht.”

“Wenn ich fahre, dann kannst du was trinken.”
“Schon klar, aber ich will gar nichts trinken.”

“Wir gehen auf einen Ball und du willst nichts trinken??”
“Doch, aber Bitter Lemon reicht mir völlig.”

“Bitter Lemon! Du immer mit deinem Bitter Lemon!”
“Wenn ich das doch nun mal gerne trinke?”

“Ich fahre, dann kannst du was Ordentliches trinken.”
“Nein, ich fahre.”

“Wieso denn??”
“Weil ich fahren will, deswegen.”

“Immer fährst du!”
“Blödsinn, außerdem trinkst du ja immer Caipirinhas.”

“Ich muss ja auch nie fahren.”
“Dann ist ja alles in Ordnung, oder?”

“Ich fahre dich aber gerne zurück, wenn du betrunken bist?”
“Schatz! Ich werde nicht betrunken sein!”

“Und warum nicht?”
“Was ist denn das für eine Frage!”

“Das würde dich mal ein bisschen lockerer machen…”
“Lockerer?? Wofür denn bitte??”

“Für mich.”
“Ach so! Ich bin dir also nicht locker genug, oder was??”

“Wir könnten uns doch beide da heute mal so richtig daneben benehmen, oder?”
“Ach nee! Ich dachte, du wolltest fahren??”

“Na und?”
“Was denn na und! Du kannst ja wohl kaum fahren, wenn du auch…”

“Ach jetzt verstehe ich, was du meinst.”
“Davon bin ich jetzt aber mal richtig begeistert!”

“Das hast du bloß falsch verstanden.”
“Was! Dass du Alkohol trinken UND nach Hause fahren willst??”

“Nee!”
“Sondern??”

“ICH kann mich auch ohne Alkohol daneben benehmen!”

Kopfschüttel…

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Von Tulpen und Gerberas

3. März 2008, aus der Schublade Familie und Feste

Von Tulpen und Gerberas (photocase.de © Miss Jones)Meine Liebste und ich sind von den Eltern der Liebsten zu einem Wochenendausflug eingeladen worden.
Tolle Sache! Da bringt man natürlich auch Blumen mit; das macht nicht nur Freude, sondern gehört sich auch so!
Wir stehen im Blumenladen um die Ecke.

“Was nehmen wir denn jetzt für einen Strauß?”
“Der hier, Süße, den finde ich richtig gut.”

“Welchen? Den mit den roten Dingens da?”
“Ja… Den mit den roten Dingens…”

“Er muss aber gelb sein. Meine Ma mag gelb.”
“Gelb? Na schön, dann den hier.”

“Der ist zu klein.”
“Das soll doch nur ein Mitbringsel sein, oder??”

“Trotzdem ist der zu klein.”
“Na schön, dann nehmen wir den da mit den Rosen.”

“Wieso willst du meiner Ma Rosen schenken??”
“Warum nicht?”

“Wie sieht denn das aus!”
“Aber… Also gut, keine Rosen. Da gibt´s auch noch Gerberas.”

“Woher weißt du denn, dass das Gerberas sind??”
“Na entschuldige, ich kaufe schließlich öfter mal Blumen!”

“Für wen!”
“Für dich!”

“Ach so…”
“Also manchmal, da könnte ich dich…”

“Gerberas sind gut, aber nicht der Strauß da.”
“Was stimmt denn nun mit dem nicht??”

“Der ist so… Orange.”
“Das sind nun mal die Frühlingsfarben, das mag jetzt jeder.”

“Ich will aber nicht irgendetwas von der Stange!”
“Die Sträuße sind doch alle klasse, jetzt hör auf!”

“Und der da? Der ist auch toll!”
“Das sind Tulpen.”

“Das weiß ich auch, dass das Tulpen sind!”
“Also Tulpen? Weiß und Gelb, genau das, was wir suchen.”

“Meine Ma mag aber keine Tulpen.”
“WARUM schlägst du denn dann Tulpen vor??”

“Ich wollte ja nur sagen, dass mir der gefällt.”
“Du kriegst aber heute keine Blumen!”

“Nicht?”
“Nein!”

“Warum eigentlich nicht?”
“WEIL HEUTE DEINE MA DRAN IST!”

“Aber ich…”
“Sei still, wir nehmen jetzt die Gerberas. Schluss.”

“Aber der kostet ja 15 Euro??”
“Na und?”

“Für so viel Geld können wir ja auch einen Strauß binden lassen!”
“Erstens: 15 Euro sind nicht viel Geld für Blumen und zweitens…”

“Wieso sind 15 Euro nicht viel Geld??”
“Schatz, wann hast du das letzte Mal Blumen gekauft!”

“Ähm…”
“Eben! Das war wahrscheinlich, als im Kino noch Stummfilme liefen.”

“Das stimmt gar nicht! Ich kann auch Blumen kaufen!”
“Richtig. Diesen Strauß Gerberas zum Beispiel. Den kaufst du jetzt.”

“Wieso ich??”
“Wieso nicht??”

“Ich kann doch meiner Mutter keine Blumen schenken!”
“Schatz! WARUM sind wir hier!?”

“Um Blumen zu kaufen.”
“Und für wen?”

“Für meine Ma.”
“Für deine Ma. So, und jetzt nimm diese Blumen und geh zur Kasse!”

“Aber das ist doch dein Job, meiner Ma die Blumen zu schenken.”
“Wie bitte?? Mein Job ist es, DICH mit Blumen zu überhäufen!”

“Aber ich kriege ja keine!”
“Heute nicht, das ist richtig.”

“Ich finde die Tulpen da schön.”
“Danke Schatz, ich habe es erneut zur Kenntnis genommen.”

“Ob du wohl eine Rabatt kriegst, wenn du zwei Sträuße kaufst?”
“Schatz! Es geht um deine Ma, sie bekommt heute Blumen, du nicht!”

“Wieso ist sie nur meine Ma??”
“Ja meine vielleicht oder was??”

“Nee.”
“Was soll denn dann diese Frage??”

“Ich meine ja nur, also vielleicht.”
“Vielleicht was!? Verstehe ich jetzt nicht?”

“Vielleicht ist sie ja auch bald mal deine Ma? Schatz? Schatz??”

Kopfschüttel…

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Zwei Minuten

25. Februar 2008, aus der Schublade Familie und Feste

(photocase.de © Shuwal)Meine Liebste und ich gehen heute Abend auf einen großen Galaball in Bremen-Vegesack.
Es verspricht, eine unterhaltsame Veranstaltung zu werden und es ist wichtig, dass wir pünktlich zur Eröffnung um 20.00 Uhr da sind.
Aber: wir sind noch gar nicht unterwegs!

“Schatz, könntest du bitte woanders hingehen?”
“Wieso woanders hin, Liebste?”

“Warum stehst du denn da so blöd an der Tür!?”
“Weil ich sie eigentlich jeden Moment öffnen möchte??”

“Das macht mich ganz nervös!”
“Ich warte schon ewig auf dich! Mach jetzt!”

“Nimm die Hand von der Klinke, da werde ich echt wahnsinnig!”
“Wir müssen los, warum bist du denn noch nicht fertig??”

“Ich bin ja gleich fertig.”
“Und wie lange dauert das jetzt noch?”

“Zwei Minuten.”
“Du sagst immer zwei Minuten und dann dauert es Zwanzig!”

“Wenn du mich nicht hetzen würdest, wäre ich längst fertig.”
“Ich?? Ich hetze dich doch nicht!”

“Und warum stehst du dann da in Jacke?”
“Wie bitte?? Wir müssen los, schon vergessen??”

“Wie spät ist es denn?”
“Wir wollten vor zehn Minuten losfahren.”

“Dann kommen wir eben zehn Minuten später, na und?”
“Schatz! Wir sind da mit unseren Tischnachbarn verabredet!”

“Petra ist doch auch nie pünktlich…”
“Ich aber!”

“Heute nicht, Schatz.”
“Ja! Wegen dir! Was machst du denn jetzt da noch??”

“Mein Mantel ist weg.”
“Welcher Mantel??”

“Der lange mit den großen Knöpfen, ich weiß nicht, wo der ist…”
“Du hast doch noch fünf andere Mäntel, wo ist das Problem??”

“Ich wollte aber genau den anziehen.”
“Der eine hat große Knöpfe, der andere kleine, der nächste eckige…”

“Vielleicht hängt der bei dir im Schrank?”
“Bei mir? Wohl kaum!”

“Da habe ich noch gar nicht nachgesehen.”
“Das kannst du dir auch sparen, warum sollte DEIN Mantel in meinem…”

“Ich schaue mal gerade…”
“Untersteh dich! Mein Schrank ist tabu für dich!”

“Sowieso eine blöde Regel, dass ich nicht an deinen…”
“Du weißt genau, dass das einen guten Grund hatte!”

“Einmal habe ich den ganz kurz benutzt…”
“Du hast deine Blusen reingehängt und meine Hemden auf den Balkon!”

“Das war doch aber nur kurz…”
“Schatz!! Es hat in Strömen geregnet!”

“Naja…”
“Nix naja! Wo ist jetzt dein Mantel!”

“Ach da ist er ja, hinter dem anderen Mantel!”
“Ruhig atmen, ganz ruhig atmen… Können wir jetzt? LIEBSTE!”

“Nee, ich brauche noch Taschentücher.”
“Wofür! Bist du krank?”

“Was hat denn das damit zu tun??”
“Also ich brauche nur Taschentücher, wenn ich einen Schnupfen habe.”

“Taschentücher braucht man immer.”
“Schatz! Hol dir einfach Taschentücher und dann los!”

[Meine Liebste rennt los in Richtung Küche, wo sich in der Rumpelkammer unser Taschentuchvorrat befindet, der quantitativ einen Kindergarten zur Grippezeit locker einige Wochen versorgen könnte. Das gilt übrigens auch für unsere Vorräte an Toilettenpapier, Wattepads, Ohrenstäbchen, Duschgel, Cremeseife, Nagellackentferner, Einkaufstüten...]

“Wir haben keine mehr!”
“Das ist völlig unmöglich, Schatz.”

“Aber wenn wir doch keine mehr haben??”
“Ich brech zusammen… OB WIR HEUTE WOHL NOCH LOSKOMMEN??”

“Was mache ich denn jetzt!”
“Dann gehen wir eben OHNE Taschentücher.”

“Unmöglich! Hast du nicht noch irgendwo welche?”
“Nein.”

“In deiner Arbeitstasche vielleicht?”
“Woher weißt du denn, dass…”

“Ich schaue mal nach…”
“Lass die Finger von meiner Tasche! Ich darf ja auch nicht an deine!”

“Na schön, aber ohne Taschentücher fahre ich nicht los!”
“Diese Frau treibt mich noch in den Wahnsinn…”

“Was hast du gesagt?”
“Ach, nichts…”

[Ich gehe genervt ins Arbeitszimmer und schaue in meine Arbeitstasche. Und tatsächlich finde ich da - begraben unter diversen Schreib- und Büroutensilien - eine uralte Packung Taschentücher, schon leicht angegraut... Egal, das muss jetzt reichen!]

“Hast du welche?”
“Ja, hier. Gehen die?”

“Hm… Wieso sind die denn so schlampig?”
“Weil sie da schon zehn Jahre drin liegen, na und?”

“Die kann man ja gar nicht benutzen.”
“Wieso! Ist das Haltbarkeitsdatum abgelaufen, oder was??”

“Aber die sind doch dreckig!”
“Entschuldige, das sind die letzten, die wir jetzt haben!”

“Dass du sowas überhaupt mit dir rumschleppst…”
“Immerhin habe ich welche!”

“Männer…”
“Willst du sie nun, oder nicht!?”

“Das eine hier, das ist noch OK.”
“Na Gott sei Dank…”

“Aber wo stecke ich das jetzt hin?”
“In deine Tasche vielleicht??”

“Da ist kein Platz mehr drin.”
“In deiner Tasche ist kein Platz mehr für EIN Taschentuch??”

“Nee.”
“Das gibt´s doch gar nicht!”

“Ich wollte doch die kleine hier mitnehmen…”
“Und warum nun unbedingt die kleinste Tasche, die du hast??”

“Weil die so gut zu meinem Kleid passt, schau, hier…”
“Ja, super. Ich stecke das Taschentuch ein, können wir dann jetzt?”

“Gleich.”
“Was denn noch!!”

“Die Kamera, wo ist die Kamera!”
“Welche Kamera?”

“Ich wollte doch Fotos machen von Christine Deck!”
“Wer ist Christine Deck??”

“Die Tänzerin aus Let´s Dance, die ist heute Abend auch da!”
“So?? Die tanzt dann was vor mit ihrem Tanzpartner, oder was?”

“Ja, das gehört zum Programm, hat Petra mir erzählt!”
“War die nicht auch im Playboy?? Ist das die??”

“Ja.”
“KÖNNEN WIR DANN JETZT BITTE ENDLICH LOS??”

“Und wo ist die Kamera?”
“Ach so, muss ich holen, warte…”

“Das ist ja wieder typisch!”
“Typisch? Was!”

“Ich bin fertig und muss wieder auf dich warten!”

Kopfschüttel…

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Darf ich so mit?

30. Januar 2008, aus der Schublade Familie und Feste

Darf ich so mit? (photocase.de © tora)Meine Liebste und ich sind Ende Februar zu einem abendlichen Galaball eingeladen. So richtig mit schicker seriöser Abendgarderobe, Tanz auf dem Parkett und Gesprächen in gepflegter Atmosphäre.
Naja, sind ja noch 4 Wochen…

“Schatz? Ich muss zwei Sachen mit dir besprechen.”
“So? Was denn, Süße?”

“Also einmal geht es um den Ball und zweitens…”
“Lass mich raten: du weißt nicht, was du anziehen sollst.”

“Woher weißt du, dass es darum geht??”
“Tja… Stand in meinem Horoskop heute morgen…”

“Aber das ist nicht ganz richtig.”
“Aha, und was ist richtig?”

“Ich weiß genau, was ich anziehen werde.”
“Was?? Ich habe mich verhört, glaube ich, sagtest du…”

“…ich weiß GENAU, was ich anziehen werde. Gut, was?”
“Dann habe ich mich wohl doch nicht verhört, aber…”

“Ein schönes schwarzes Kleid bis zu den Knien.”
“Aber normalerweise…”

“…und meine Perlenohrringe.”
“Ähm… Warte, ich muss schnell meinen Kalender holen…”

“…und die kleine Tasche, die rechteckige.”
“Hier stimmt doch was nicht! Kein Rumgejammer? Kein Genöle??”

“…und die schwarzen Schuhe mit vorne offen.”
“Du hast sogar schon die Schuhe ausgesucht??”

“…und vielleicht die Brosche oder die kleine Kette.”
“Schatz! Das hat es ja noch NIE gegeben! Was ist los!!”

“Nichts ist los, was soll denn sein??”
“Normalerweise löcherst du mich doch immer stundenlang!”

“Dieses Mal habe ich alles mit meinen Kolleginnen besprochen.”
“Mit deinen Kolleginnen??”

“Ja, wir haben das alles geplant und jetzt weiß ich schon alles.”
“Das gibt´s doch gar nicht… Ich muss gleich heulen!”

“Und? Gefällt dir die Zusammenstellung? Darf ich so mit?”
“Also, ich kann es noch gar nicht glauben…”

“Jetzt hör doch mal auf und sag mir, ob dir das gefällt!”
“Ja, gefällt mir… Hört sich gut an, aber sag mal…”

“Danke Schatz! Ich freue mich auch schon!”
“Ja, aber sag mal… Du hast doch gar kein halblanges Kleid??”

“Nee, habe ich nicht. Dass du das weißt, überrascht mich!”
“Und, ähm… Woher kriegst du das?”

“Das war die zweite Sache, die ich mit dir besprechen wollte…”

Kopfschüttel…

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Silvester-Checkliste

30. Dezember 2007, aus der Schublade Familie und Feste

Silvester-Checkliste (photocase.de © rockabella)Meine Liebste und ich veranstalten dieses Jahr eine kleine Silvester-Party für unsere Freunde. Es wird ein Klassiker, also mit Raclette, Prosecco, Dinner for One, und so weiter.
OK, es ist nicht die Oscar-Verleihung; aber dafür wird ganz bestimmt viel mehr gelacht!

“Du Schatz? Hast du mal eine Minute für mich?”
“Leg los, Süße.”

“Also, ich habe hier meine Silvester-Checkliste und…”
“Oh nein, du immer mit deinen Zetteln und Listen!”

“Lass mich doch, sonst vergesse ich noch die Hälfte!”
“Also schön. Was ist nun mit deiner Liste…”

“Ich lese vor und du sagst, ob wir alles haben, ja?”
“Na gut, aber…”

“Der Raclette-Grill ist in Ordnung?”
“Ähm, ja.”

“Haben wir auch Wunderkerzen gekauft?”
“Ja.”

“Haben wir genug Becks?”
“Ja.”

“Genug Stühle?”
“Ja.”

“Reichen sechs Flaschen Prosecco?”
“Ja.”

“Baguettes holst du am Montag?”
“Ja.”

.
.
.
[...gefühlte zwei Stunden vergehen...]
.
.
.

“Hast du auch an die Berliner gedacht?”
“Jaa.”

“Tischfeuerwerk bringt Andreas mit?”
“Jaaa.”

“Hast du für uns die Knaller schon geholt?”
“Jaaaa.”

“Hast du nachgeschaut, wann Dinner for One läuft?”
“Jaaaaa.”

“Oh, haben wir eigentlich genug Sektgläser??”
“Jaaaaaa.”

“Schenkst du mir das Perlenarmband von Thomas Sabo?”
“Jaaaaaaa… Äh, was??”

“Danke mein Schatz, das neue Jahr fängt ja super an!”

Kopfschüttel…

Guten Rutsch! (photocase.de © onesecondupndown)Ganz in diesem Sinne wünschen wir allen Leserinnen und Lesern einen guten Start in das Neue Jahr 2008!

Und so geht es dann nächstes Jahr an dieser Stelle munter weiter mit neuen Geschichten von der Liebsten und ihrem Kopfschüttler.

Guten Rutsch!

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Ne blöde Weihnachtskarte

23. Dezember 2007, aus der Schublade Familie und Feste

Ne blöde Weihnachtskarte (photocase.de © Janine Wittig)Meine Liebste und ich haben zusammen die letzten Geschenke eingepackt und noch ein paar Weihnachtskarten und Geschenkanhänger geschrieben. So, jetzt haben wir endlich alles! Weihnachten kann kommen und wir fühlen uns gut vorbereitet.
An was man da immer alles denken muss…

“Schatz? Für wen ist denn die Karte da?”
“Die ist übrig geblieben, Süße.”

“Und für wen war die mal gedacht? Die ist ganz schön!”
“Die war für dich gedacht.”

“Für mich??”
“Ja, für dich.”

“Und wieso ist die dann jetzt übrig??”
“Wir schenken uns doch nichts, oder?”

“Nein, aber das gilt doch nicht für Glückwunschkarten!”
“Also ich dachte, wenn…”

“Du willst mir nicht mal eine blöde Karte schreiben??”
“Also Schatz, das…”

“Hättest ja ein schönes Gedicht schreiben können oder so!”
“Ja schon, aber…”

“Oder mal wieder eine Liebeserklärung!”
“So?”

“Oder wenigstens ein Dankeschön.”
“Dankeschön?? Wofür das denn??”

“Dafür, dass ich immer für dich da bin.”
“Danke!”

“Das hättest du in die Karte schreiben sollen!”
“Ach und jetzt zählt das nicht?”

“Nein! Ich hätte so gerne eine Karte gehabt.”
“Schatz, ich…”

“Früher hast du mir Romane geschrieben, und Gedichte, und…”
“Schatz!”

“Ja was! Stimmt doch! Und jetzt kriege ich nicht mal ne Karte!”
“Hör doch mal auf jetzt!”

“Du kannst einem aber auch die ganze Vorfreude versauen!”
“Liebste, jetzt hör doch mal, ich…”

“Sogar deinem Arbeitskollegen hast du eine geschrieben!”
“Aber nur eine ganz kleine…”

“Na toll! Du bist echt doof, weißt du das!?”
“Kannst du jetzt endlich mal still sein, damit ich auch was sagen kann??”

“Na schön! Was willst du denn sagen!”
“Du bekommst auch eine Karte, aber eine andere, eine größere.”

“Oh…”
“Ja. “

“Aber du hast doch gesagt, die Karte da…”
“Die ist übrig, ja. Ich hatte zwei für dich gekauft.”

“Oh…”
“Ja.”

“Ähm… Und ich dache, also wir hatten doch…”
“Ja bitte? Was?”

“Wärst du böse, wenn du von mir keine, also ich meine…”
“Soll das heißen, ich kriege nicht einmal ne blöde Karte von dir??”

“Ähm…”
“Aber mich dafür anmaulen!”

“Du Schatz… Ich habe da eine Idee…”
“So? Was!”

“Kann ich die übrig gebliebene Karte da haben, ich bräuchte die…”

Kopfschüttel…

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Die richtige Weihnachtsstimmung

17. Dezember 2007, aus der Schublade Familie und Feste

Die richtige Weihnachtsstimmung (photocase.de © Lulc)Meine Liebste und ich sind auf dem Weg nach Bremerhaven zu einem Adventsbrunch, zu dem wir eingeladen worden sind. Ist ungefähr eine Dreiviertelstunde gemütliche Autofahrt und ich schaue seit einiger Zeit verträumt aus dem Fenster.

“Du Schatz, mir ist da was aufgefallen.”
“So? Dir ist was aufgefallen, Süße?”

“Ja.”
“Das ist schön.”

“Willst du gar nicht wissen, was?”
“Habe ich denn eine Wahl?”

“Nein.”
“Dachte ich mir… Also was. Was ist dir aufgefallen?”

“Ich bin irgendwie noch gar nicht in Weihnachtsstimmung.”
“OK, und weiter?”

“Ja nichts weiter.”
“Ähm… Das war es schon??”

“Reicht das denn noch nicht?”
“Und was willst du damit sagen?”

“Na, dass ich eben noch nicht in Weihnachtsstimmung bin.”
“Ja, das habe ich verstanden, und das bedeutet?”

“Ich sagte, dass ich noch nicht…”
“Jaaa doch, ich weiß, Weihnachtsstimmung. Und jetzt?”

“Wie kommt man denn da rein?”
“Ähm…”

“Was ist denn mit dir?”
“Ich freue mich auf Weihnachten.”

“Und bist du denn schon in der richtigen Weihnachtsstimmung?”
“Schatz! Was ist denn überhaupt eine richtige Weihnachtsstimmung??”

“Hm, vielleicht so mit Lust auf Plätzchen und Glühwein und…”
“Hatten wir doch aber alles schon!”

“Aber nicht selber gemacht.”
“Na und? Muss man das denn unbedingt selber machen??”

“Wenn man Weihnachtsstimmung hat, macht man das gerne.”
“Also schön, wollen wir noch Plätzchen backen diese Woche?”

“Dazu bin ich nicht in der richtigen Stimmung.”
“Aber vielleicht kommst du dann rein?”

“Und Plätzchen machen dick.”
“Aber…”

“Und Zeit haben wir beide nächste Woche ja auch nicht.”
“Aber abends können wir doch wohl mal einen Glühwein kochen?”

“Einfach so? So ohne alles?”
“Wie meinst du das, ohne alles??”

“Dann hätte ich gerne Poffertjes zu meinem Glühwein.”
“Poffertjes?? Diese holländischen kleinen Teigdinger??”

“Ja, die mag ich.”
“Aber wir können doch zu Hause keine Poffertjes…”

“Dann will ich auch keinen Glühwein.”
“Schatz! Warum bist du denn so zickig??”

“Weil ich noch nicht in Weihnachtsstimmung bin, sagte ich ja.”
“Dann wünsch dir doch ein paar Geschenke, wie wäre das?”

“Wir schenken uns ja nichts, was soll ich da denn wünschen?”
“Können wir ja ändern?”

“Nee! Wir wollten eine Städtereise buchen, haben wir gesagt.”
“Aber das war doch deine Idee??”

“Ja schon, aber so richtig weihnachtlich ist das auch nicht.”
“Schatz! Was ist denn für dich RICHTIG WEIHNACHTLICH??”

“Hm…”

[Man glaubt es kaum, aber genau in diesem Moment wechselt Hit Radio Antenne - der Lieblingssender der Liebsten - zum nächsten Lied und was wird gespielt? Genau...]

“Da! Hörst du?? Laaaast Christmaaas, I gave you my heart….”
“Oh nein…”

“…but the very next day you gave it away…”
“Mach das bloß nicht lauter…”

“Warte, ich mache lauter!”

[Das Radio bekommt nun richtig zu tun und George Michaels Last Christmas-Song erfüllt die Fahrerkabine im Nu mit einem Hauch von verschneiter Berghütte, leichtem Tannenbaumduft, romantischem Kaminfeuer, amüsanter Schneeballschlacht und überaus weihnachtlichen Augenblicken...]

“A face on a lover with a fire in his heart… Hmmmhmmmm…”
“Ich kann es nicht mehr hören…”

“I’ll give it to someone special… Hmmhhmhmhmhhmmm…”
“Jedes Jahr der gleiche Sch…”

“Ich liebe Weihnachten! Du nicht auch?”

Kopfschüttel…

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Das dachte ich mir

15. Oktober 2007, aus der Schublade Familie und Feste

Das dachte ich mir (photocase.de © careaux mit o.)Meine Liebste und ich erwarten Besuch; und zwar beehrt uns die Schwester der Liebsten am kommenden Wochenende.
Das freut mich übrigens sehr; denn dann können die beiden endlich mal in aller Ruhe shoppen gehen. Und zwar allein. In aller Ruhe…
Und ich habe frei!

“Schatz? Räumst du die Leiter bitte aus dem Gästezimmer?”
“Ach, steht die da noch? Klar, mache ich, Süße.”

“Dann kann ich nämlich schon alles fertig machen.”
“Fertig machen? Was fehlt denn noch?”

“Ich werde meiner Schwester noch ein Ferrero Rocher hinlegen.”
“So? Sind wir hier jetzt schon ein Hotel, oder was?”

“Warum denn nicht? Ist doch nett?”
“Gut, mach das. Dann freut sie sich.”

“Ich freue mich auch immer über solche Kleinigkeiten.”
“Wo sind die denn?”

“Wer?”
“Na die Ferrero Rocher? Habe ich gar nicht gesehen?”

“Ja, die… Also, die…”
“Könnte ich jetzt gut eins von vertragen.”

“Nunja, also, die…”
“Ja?”

“Die sind… Nicht da.”
“Nicht da?? Aber du wolltest doch…”

“Naja, sie sind schon da, aber eben auch nicht.”
“Schatz, du sprichst in Rätseln!”

“Also du willst eins?”
“Ja, bitte.”

“Das dachte ich mir.”
“Was?”

“Ich dachte mir, dass du die essen würdest.”
“Sind Süßigkeiten denn nicht zum essen da??”

“Schon, aber nicht diese.”
“Kriege ich jetzt ein Ferrero Rocher??”

“Wenn du eins findest…”
“Wie bitte??”

“Ich habe die versteckt.”
“Versteckt?? Vor mir etwa??”

“Ja, vor dir! Du hättest die einfach aufgegessen!”
“Ich möchte doch aber nur ein einziges!”

“Das geht nicht.”
“Wieso nicht?”

“Weil ich nicht genug habe.”
“Wie viele hast du denn gekauft?”

“Die langen so gerade…”
“Aber Schatz! Du brauchst doch nur eins, oder?”

“Ich habe drei Stück gekauft.”
“Aha. Für jeden von uns eins?”

“Ähm, nein. Nur für meine Schwester.”
“Drei Stück??”

“Nein, nur eins. Und eins als Reserve.”
“Reserve? Für was?”

“Falls du doch eins durch Zufall findest.”
“Schatz! Das darf doch wohl nicht…”

“Was denn! Ich kenne dich doch!”
“Sagtest du nicht, dass du drei Stück gekauft hast?”

“Ja.”
“Und was ist mit dem Dritten??”

“Das Dritte steht nicht zur Debatte.”
“Ich will jetzt dieses dritte Rocher haben!”

“Ja aber es geht doch nicht!”
“Und wieso nicht??”

“Ich finde es nicht wieder…”

Kopfschüttel…

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Wünsch dir was!

16. September 2007, aus der Schublade Familie und Feste

Wünsch dir was! (photocase.de © Jelka)Meine Liebste und ich genießen den wunderschönen Sonntag an der Bremer Schlachte. Wir sitzen am Bodega del Puerto auf der Terrasse und haben uns spanische Tapas bestellt. Kein günstiges Vergnügen, aber sehr lecker.
Dabei beobachten wir die vielen Leute, die an uns vorbeischlendern.

“Was hier so für Leute auf und ab wandern!”
“Ja Süße, da sind schon echte Originale bei…”

“Hast du schon die Datteln im Speckmantel probiert?”
“Nein, die kannst du alle wegfuttern.”

“Magst du die nicht?”
“Doch, aber lass mal, ich kann nicht mehr.”

“Ich kann übrigens auch nicht.”
“Was? Bist du etwa auch schon satt?”

“Nein, ich meine etwas anderes.”
“Und was kannst du nicht?”

“Ich kann dir nichts zum Geburtstag schenken.”
“Was?? Wie kommst du denn jetzt darauf?”

“Du hast doch bald, und ich kann dir nichts schenken.”
“Ähm… Und warum nicht?”

“Weil ich nicht weiß, was.”
“Und was hat das jetzt mit den Datteln zu tun?”

“Ja nichts! Stört dich das denn nicht?”
“Was jetzt genau?”

“Dass du nichts zum Geburtstag kriegst?”
“Ähm…”

“Dann wünsch dir jetzt was.”
“Och Schatz, bitte nicht schon wieder!”

“Doch! Ich habe schon dreimal gefragt und du sagst ja nie was!”
“Mir fällt aber doch auch nie was ein…”

“Das kann ja wohl nicht sein, ich weiß immer was für mich!”
“Hm… Ich weiß auch nicht, was könnte ich denn mal…”

“Jetzt wünsch dir was!”
“Jetzt sofort?”

“Jetzt sofort! Drei Sachen.”
“Auch noch drei??”

“Ja eine ist ja doof, dann ist es ja keine Überraschung mehr!”
“Aha…”

“Also was nun?”
“Einen neuen Rasierer vielleicht?”

“Du hast doch einen?”
“Stimmt, aber ist doch, naja… Hm… Ein Computerspiel?”

“Da kenne ich mich nicht mit aus, das ist nicht so eine gute Idee.”
“Aha, ja… Und einen Kinogutschein?”

“Das ist ja wohl total blöd!”
“Aber wir könnten mal wieder ins Kino gehen?”

“Ich schenke dir keine Gutscheine mehr, die verfallen ja immer!”
“Gar nicht wahr!”

“So? und was war mit Dinner im Dunkeln?”
“Da gehen wir doch bald hin?”

“Ja, aber ein Jahr später! Nee, jetzt wünsch dir was Richtiges.”
“Tja…”

“Das ist doch nicht so schwer! Pass auf: ich zum Beispiel, ich wünsche mir eine Louis Vuitton Tasche, so eine kleine, und dann wünsche ich mir Perlenohrringe, diese kleinen schlichten, und ich wünsche mir ein neues Kleid, wenn wir mal auf eine Party gehen, und dann wünsche ich mir…
.
.
[...]
.
.
…Theaterkarten für eine Komödie, dann bräuchte ich noch ein paar braune Schuhe mit Absatz, und ich könnte mal wieder zur Massage
gehen und dann…
.
.
[...]
.
.
… nach Wien und ich habe gar keine Bücher mehr und…”

“…DAS REICHT JETZT, SCHATZ! DANKE!”

“So, und jetzt du.”
“Also das mit der Komödie fand ich auch gut…”

“Aber das habe ich dir doch vorgesagt!”
“Trotzdem, das hätte ich auch gern.”

“Nee!”
“Warum denn nicht??”

“Weil du dir was eigenes ausdenken sollst!”
“Aber Schatz, ich weiß doch auch nicht, ich…”

“Wenn du nichts sagst, schenke ich dir eine Krawatte!”
“Das tust du nicht!”

“Und tue ich doch!”
“Nein!”

“Dann wünsch dir was anderes!”
“Was denn??”

“Was, worüber du dich freust!”
“Ein Rasierer!”

“Och Mann, wünsch dir doch mal was schönes!”
“Ich wünsche mir einen schönen Rasierer.”

“Schatz!”
“Dann einen Käsekuchen.”

“Gott sei Dank…”
“Gott sei Dank?”

“Gott sei Dank hast du nur einmal im Jahr Geburtstag!”

Kopfschüttel…

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Gute Plätze?

26. Mai 2008, aus der Schublade Familie und Feste

Gute Plätze? (photocase.de © cydonna)Meine Liebste und ich sind zu Gast auf einer Hochzeit, die große Feier wird gleich losgehen.
Als wir den Festsaal betreten, bestaunen wir die wunderschön gedeckten und hochzeitlich verzierten Tische.
Es sollte noch erwähnt werden, dass wir – bis auf das Brautpaar - kaum jemanden der anderen Gäste kennen… Naja, wird schon!

“Das sieht aber gut aus, was?”
“Ja, Süße. Das ist toll, das stimmt.”

“Da sind aber Platzkarten.”
“Was ist da?”

“Platzkarten, mit Namen drauf, siehste?”
“Ach so, stimmt!”

“Wo sitzen wir denn??”
“Keine Ahnung, also hier am Eingang schon mal nicht.”

“Meinst du, die haben uns gute Plätze gegeben?”
“Was sind denn jetzt gute Plätze, bitte??”

“Naja, mit netten Leuten und gutem Ausblick und so.”
“Mit einem guten Ausblick?? Was möchtest du denn sehen??”

“Die Braut natürlich!”
“Schatz, die Braut sitzt da vorne, die kann man von überall sehen.”

“Ich will sehen, was das Hochzeitspaar so macht.”
“Wie bitte?? Was die so machen?? Was sollen sie schon machen!”

“Wie oft die sich küssen und ob die sich verliebt angucken und…”
“Schatz, die haben geheiratet, was sollen sie denn sonst machen??”

“Hoffentlich sind die nicht doof…”
“Das Brautpaar??”

“Nein, ich meine unsere Tischnachbarn.”
“Haben wir nicht gerade über das Brautpaar gesprochen?”

“Na und? Ich kann doch mal das Thema wechseln?”
“Schon, aber das war es jetzt also schon zu dem guten Ausblick??”

“Ja, wieso?”
“Ach nichts, warum frage ich eigentlich…”

“Oh schau, wir sitzen da hinten!”
“Wo?”

“Da, neben der Terrassentür!”
“Prima. Also ich glaube, mir gefällts da.”

“Abwarten!”

[Meine Liebste und ich schlendern zu unseren vorgesehenen Plätzen und schauen uns die liebevoll gemachten Tischkärtchen mit den Namen drauf an. Um uns herum sind einige weitere Gäste geplant, die wir allerdings nicht kennen und von denen wohl auch noch keiner da ist...]

“Carsten, Jan, Pierre… Hm… Ich sitze neben einem Carsten.”
“Gut.”

“Nicht gut.”
“Was? Wieso ist das nicht gut? Er ist doch noch gar nicht da?”

“Ich säße aber viel lieber neben Pierre.”
“Wieso das denn jetzt??”

“Pierre hört sich sehr gut aussehend an.”
“Wie bitte?? Und Carsten nicht oder was??”

“Ich weiß nicht, aber Carsten ist so, naja so…”
“Ja? Was??”

“Carsten hieß mein Exfreund.”
“Ach so, klar! Dann ist er natürlich gleich unten durch!”

“Wieso?? Carsten war immer sehr nett zu mir! Netter, als du!”
“Sicher! Sicher! Das wollte ich jetzt hören, danke Schatz!”

“Pierre hört sich hübsch an. Wer Pierre heißt, sieht auch gut aus.”
“Aha. Natürlich.”

“Das ist nun mal so.”
“Na schön, dann will ich zwischen Christina und Stefanie sitzen.”

“Wieso! Hast du die schon gesehen??”
“Nein. Aber Christina und Stefanie, also das kann ja nur…”

“Das vergiss mal schön!”
“Ach! Und wieso?? Du kriegst Pierre und was kriege ich??”

“Du kriegst Jan und Carsten, fertig!”
“Na toll! Und was soll ich dann mit denen machen??”

“Ihr könnt dann gemeinsam Pierre beneiden.”
“Beneiden? Um was denn bitte??” 

“Um seine drei Frauen!”

Kopfschüttel…

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Mal so richtig daneben benehmen

30. April 2008, aus der Schublade Familie und Feste

Mal so richtig daneben benehmen (photocase.de © diesas)Meine Liebste und ich wollen heute Abend in den Mai tanzen, und zu diesem Zweck haben wir Eintrittskarten für einen Ball gekauft.
Es verspricht eine unterhaltsame und abwechslungsreiche Veranstaltung zu werden.

“Du Schatz?”
“Ja Süße?”

“Willst du heute Abend fahren oder soll ich?”
“Zu dem Ball? Wegen Alkohol und so?”

“Ja, genau.”
“Ich fahre, kein Problem.”

“So? Ich kann aber auch fahren?”
“Brauchst du nicht.”

“Wenn ich fahre, dann kannst du was trinken.”
“Schon klar, aber ich will gar nichts trinken.”

“Wir gehen auf einen Ball und du willst nichts trinken??”
“Doch, aber Bitter Lemon reicht mir völlig.”

“Bitter Lemon! Du immer mit deinem Bitter Lemon!”
“Wenn ich das doch nun mal gerne trinke?”

“Ich fahre, dann kannst du was Ordentliches trinken.”
“Nein, ich fahre.”

“Wieso denn??”
“Weil ich fahren will, deswegen.”

“Immer fährst du!”
“Blödsinn, außerdem trinkst du ja immer Caipirinhas.”

“Ich muss ja auch nie fahren.”
“Dann ist ja alles in Ordnung, oder?”

“Ich fahre dich aber gerne zurück, wenn du betrunken bist?”
“Schatz! Ich werde nicht betrunken sein!”

“Und warum nicht?”
“Was ist denn das für eine Frage!”

“Das würde dich mal ein bisschen lockerer machen…”
“Lockerer?? Wofür denn bitte??”

“Für mich.”
“Ach so! Ich bin dir also nicht locker genug, oder was??”

“Wir könnten uns doch beide da heute mal so richtig daneben benehmen, oder?”
“Ach nee! Ich dachte, du wolltest fahren??”

“Na und?”
“Was denn na und! Du kannst ja wohl kaum fahren, wenn du auch…”

“Ach jetzt verstehe ich, was du meinst.”
“Davon bin ich jetzt aber mal richtig begeistert!”

“Das hast du bloß falsch verstanden.”
“Was! Dass du Alkohol trinken UND nach Hause fahren willst??”

“Nee!”
“Sondern??”

“ICH kann mich auch ohne Alkohol daneben benehmen!”

Kopfschüttel…

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Von Tulpen und Gerberas

3. März 2008, aus der Schublade Familie und Feste

Von Tulpen und Gerberas (photocase.de © Miss Jones)Meine Liebste und ich sind von den Eltern der Liebsten zu einem Wochenendausflug eingeladen worden.
Tolle Sache! Da bringt man natürlich auch Blumen mit; das macht nicht nur Freude, sondern gehört sich auch so!
Wir stehen im Blumenladen um die Ecke.

“Was nehmen wir denn jetzt für einen Strauß?”
“Der hier, Süße, den finde ich richtig gut.”

“Welchen? Den mit den roten Dingens da?”
“Ja… Den mit den roten Dingens…”

“Er muss aber gelb sein. Meine Ma mag gelb.”
“Gelb? Na schön, dann den hier.”

“Der ist zu klein.”
“Das soll doch nur ein Mitbringsel sein, oder??”

“Trotzdem ist der zu klein.”
“Na schön, dann nehmen wir den da mit den Rosen.”

“Wieso willst du meiner Ma Rosen schenken??”
“Warum nicht?”

“Wie sieht denn das aus!”
“Aber… Also gut, keine Rosen. Da gibt´s auch noch Gerberas.”

“Woher weißt du denn, dass das Gerberas sind??”
“Na entschuldige, ich kaufe schließlich öfter mal Blumen!”

“Für wen!”
“Für dich!”

“Ach so…”
“Also manchmal, da könnte ich dich…”

“Gerberas sind gut, aber nicht der Strauß da.”
“Was stimmt denn nun mit dem nicht??”

“Der ist so… Orange.”
“Das sind nun mal die Frühlingsfarben, das mag jetzt jeder.”

“Ich will aber nicht irgendetwas von der Stange!”
“Die Sträuße sind doch alle klasse, jetzt hör auf!”

“Und der da? Der ist auch toll!”
“Das sind Tulpen.”

“Das weiß ich auch, dass das Tulpen sind!”
“Also Tulpen? Weiß und Gelb, genau das, was wir suchen.”

“Meine Ma mag aber keine Tulpen.”
“WARUM schlägst du denn dann Tulpen vor??”

“Ich wollte ja nur sagen, dass mir der gefällt.”
“Du kriegst aber heute keine Blumen!”

“Nicht?”
“Nein!”

“Warum eigentlich nicht?”
“WEIL HEUTE DEINE MA DRAN IST!”

“Aber ich…”
“Sei still, wir nehmen jetzt die Gerberas. Schluss.”

“Aber der kostet ja 15 Euro??”
“Na und?”

“Für so viel Geld können wir ja auch einen Strauß binden lassen!”
“Erstens: 15 Euro sind nicht viel Geld für Blumen und zweitens…”

“Wieso sind 15 Euro nicht viel Geld??”
“Schatz, wann hast du das letzte Mal Blumen gekauft!”

“Ähm…”
“Eben! Das war wahrscheinlich, als im Kino noch Stummfilme liefen.”

“Das stimmt gar nicht! Ich kann auch Blumen kaufen!”
“Richtig. Diesen Strauß Gerberas zum Beispiel. Den kaufst du jetzt.”

“Wieso ich??”
“Wieso nicht??”

“Ich kann doch meiner Mutter keine Blumen schenken!”
“Schatz! WARUM sind wir hier!?”

“Um Blumen zu kaufen.”
“Und für wen?”

“Für meine Ma.”
“Für deine Ma. So, und jetzt nimm diese Blumen und geh zur Kasse!”

“Aber das ist doch dein Job, meiner Ma die Blumen zu schenken.”
“Wie bitte?? Mein Job ist es, DICH mit Blumen zu überhäufen!”

“Aber ich kriege ja keine!”
“Heute nicht, das ist richtig.”

“Ich finde die Tulpen da schön.”
“Danke Schatz, ich habe es erneut zur Kenntnis genommen.”

“Ob du wohl eine Rabatt kriegst, wenn du zwei Sträuße kaufst?”
“Schatz! Es geht um deine Ma, sie bekommt heute Blumen, du nicht!”

“Wieso ist sie nur meine Ma??”
“Ja meine vielleicht oder was??”

“Nee.”
“Was soll denn dann diese Frage??”

“Ich meine ja nur, also vielleicht.”
“Vielleicht was!? Verstehe ich jetzt nicht?”

“Vielleicht ist sie ja auch bald mal deine Ma? Schatz? Schatz??”

Kopfschüttel…

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Zwei Minuten

25. Februar 2008, aus der Schublade Familie und Feste

(photocase.de © Shuwal)Meine Liebste und ich gehen heute Abend auf einen großen Galaball in Bremen-Vegesack.
Es verspricht, eine unterhaltsame Veranstaltung zu werden und es ist wichtig, dass wir pünktlich zur Eröffnung um 20.00 Uhr da sind.
Aber: wir sind noch gar nicht unterwegs!

“Schatz, könntest du bitte woanders hingehen?”
“Wieso woanders hin, Liebste?”

“Warum stehst du denn da so blöd an der Tür!?”
“Weil ich sie eigentlich jeden Moment öffnen möchte??”

“Das macht mich ganz nervös!”
“Ich warte schon ewig auf dich! Mach jetzt!”

“Nimm die Hand von der Klinke, da werde ich echt wahnsinnig!”
“Wir müssen los, warum bist du denn noch nicht fertig??”

“Ich bin ja gleich fertig.”
“Und wie lange dauert das jetzt noch?”

“Zwei Minuten.”
“Du sagst immer zwei Minuten und dann dauert es Zwanzig!”

“Wenn du mich nicht hetzen würdest, wäre ich längst fertig.”
“Ich?? Ich hetze dich doch nicht!”

“Und warum stehst du dann da in Jacke?”
“Wie bitte?? Wir müssen los, schon vergessen??”

“Wie spät ist es denn?”
“Wir wollten vor zehn Minuten losfahren.”

“Dann kommen wir eben zehn Minuten später, na und?”
“Schatz! Wir sind da mit unseren Tischnachbarn verabredet!”

“Petra ist doch auch nie pünktlich…”
“Ich aber!”

“Heute nicht, Schatz.”
“Ja! Wegen dir! Was machst du denn jetzt da noch??”

“Mein Mantel ist weg.”
“Welcher Mantel??”

“Der lange mit den großen Knöpfen, ich weiß nicht, wo der ist…”
“Du hast doch noch fünf andere Mäntel, wo ist das Problem??”

“Ich wollte aber genau den anziehen.”
“Der eine hat große Knöpfe, der andere kleine, der nächste eckige…”

“Vielleicht hängt der bei dir im Schrank?”
“Bei mir? Wohl kaum!”

“Da habe ich noch gar nicht nachgesehen.”
“Das kannst du dir auch sparen, warum sollte DEIN Mantel in meinem…”

“Ich schaue mal gerade…”
“Untersteh dich! Mein Schrank ist tabu für dich!”

“Sowieso eine blöde Regel, dass ich nicht an deinen…”
“Du weißt genau, dass das einen guten Grund hatte!”

“Einmal habe ich den ganz kurz benutzt…”
“Du hast deine Blusen reingehängt und meine Hemden auf den Balkon!”

“Das war doch aber nur kurz…”
“Schatz!! Es hat in Strömen geregnet!”

“Naja…”
“Nix naja! Wo ist jetzt dein Mantel!”

“Ach da ist er ja, hinter dem anderen Mantel!”
“Ruhig atmen, ganz ruhig atmen… Können wir jetzt? LIEBSTE!”

“Nee, ich brauche noch Taschentücher.”
“Wofür! Bist du krank?”

“Was hat denn das damit zu tun??”
“Also ich brauche nur Taschentücher, wenn ich einen Schnupfen habe.”

“Taschentücher braucht man immer.”
“Schatz! Hol dir einfach Taschentücher und dann los!”

[Meine Liebste rennt los in Richtung Küche, wo sich in der Rumpelkammer unser Taschentuchvorrat befindet, der quantitativ einen Kindergarten zur Grippezeit locker einige Wochen versorgen könnte. Das gilt übrigens auch für unsere Vorräte an Toilettenpapier, Wattepads, Ohrenstäbchen, Duschgel, Cremeseife, Nagellackentferner, Einkaufstüten...]

“Wir haben keine mehr!”
“Das ist völlig unmöglich, Schatz.”

“Aber wenn wir doch keine mehr haben??”
“Ich brech zusammen… OB WIR HEUTE WOHL NOCH LOSKOMMEN??”

“Was mache ich denn jetzt!”
“Dann gehen wir eben OHNE Taschentücher.”

“Unmöglich! Hast du nicht noch irgendwo welche?”
“Nein.”

“In deiner Arbeitstasche vielleicht?”
“Woher weißt du denn, dass…”

“Ich schaue mal nach…”
“Lass die Finger von meiner Tasche! Ich darf ja auch nicht an deine!”

“Na schön, aber ohne Taschentücher fahre ich nicht los!”
“Diese Frau treibt mich noch in den Wahnsinn…”

“Was hast du gesagt?”
“Ach, nichts…”

[Ich gehe genervt ins Arbeitszimmer und schaue in meine Arbeitstasche. Und tatsächlich finde ich da - begraben unter diversen Schreib- und Büroutensilien - eine uralte Packung Taschentücher, schon leicht angegraut... Egal, das muss jetzt reichen!]

“Hast du welche?”
“Ja, hier. Gehen die?”

“Hm… Wieso sind die denn so schlampig?”
“Weil sie da schon zehn Jahre drin liegen, na und?”

“Die kann man ja gar nicht benutzen.”
“Wieso! Ist das Haltbarkeitsdatum abgelaufen, oder was??”

“Aber die sind doch dreckig!”
“Entschuldige, das sind die letzten, die wir jetzt haben!”

“Dass du sowas überhaupt mit dir rumschleppst…”
“Immerhin habe ich welche!”

“Männer…”
“Willst du sie nun, oder nicht!?”

“Das eine hier, das ist noch OK.”
“Na Gott sei Dank…”

“Aber wo stecke ich das jetzt hin?”
“In deine Tasche vielleicht??”

“Da ist kein Platz mehr drin.”
“In deiner Tasche ist kein Platz mehr für EIN Taschentuch??”

“Nee.”
“Das gibt´s doch gar nicht!”

“Ich wollte doch die kleine hier mitnehmen…”
“Und warum nun unbedingt die kleinste Tasche, die du hast??”

“Weil die so gut zu meinem Kleid passt, schau, hier…”
“Ja, super. Ich stecke das Taschentuch ein, können wir dann jetzt?”

“Gleich.”
“Was denn noch!!”

“Die Kamera, wo ist die Kamera!”
“Welche Kamera?”

“Ich wollte doch Fotos machen von Christine Deck!”
“Wer ist Christine Deck??”

“Die Tänzerin aus Let´s Dance, die ist heute Abend auch da!”
“So?? Die tanzt dann was vor mit ihrem Tanzpartner, oder was?”

“Ja, das gehört zum Programm, hat Petra mir erzählt!”
“War die nicht auch im Playboy?? Ist das die??”

“Ja.”
“KÖNNEN WIR DANN JETZT BITTE ENDLICH LOS??”

“Und wo ist die Kamera?”
“Ach so, muss ich holen, warte…”

“Das ist ja wieder typisch!”
“Typisch? Was!”

“Ich bin fertig und muss wieder auf dich warten!”

Kopfschüttel…

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Darf ich so mit?

30. Januar 2008, aus der Schublade Familie und Feste

Darf ich so mit? (photocase.de © tora)Meine Liebste und ich sind Ende Februar zu einem abendlichen Galaball eingeladen. So richtig mit schicker seriöser Abendgarderobe, Tanz auf dem Parkett und Gesprächen in gepflegter Atmosphäre.
Naja, sind ja noch 4 Wochen…

“Schatz? Ich muss zwei Sachen mit dir besprechen.”
“So? Was denn, Süße?”

“Also einmal geht es um den Ball und zweitens…”
“Lass mich raten: du weißt nicht, was du anziehen sollst.”

“Woher weißt du, dass es darum geht??”
“Tja… Stand in meinem Horoskop heute morgen…”

“Aber das ist nicht ganz richtig.”
“Aha, und was ist richtig?”

“Ich weiß genau, was ich anziehen werde.”
“Was?? Ich habe mich verhört, glaube ich, sagtest du…”

“…ich weiß GENAU, was ich anziehen werde. Gut, was?”
“Dann habe ich mich wohl doch nicht verhört, aber…”

“Ein schönes schwarzes Kleid bis zu den Knien.”
“Aber normalerweise…”

“…und meine Perlenohrringe.”
“Ähm… Warte, ich muss schnell meinen Kalender holen…”

“…und die kleine Tasche, die rechteckige.”
“Hier stimmt doch was nicht! Kein Rumgejammer? Kein Genöle??”

“…und die schwarzen Schuhe mit vorne offen.”
“Du hast sogar schon die Schuhe ausgesucht??”

“…und vielleicht die Brosche oder die kleine Kette.”
“Schatz! Das hat es ja noch NIE gegeben! Was ist los!!”

“Nichts ist los, was soll denn sein??”
“Normalerweise löcherst du mich doch immer stundenlang!”

“Dieses Mal habe ich alles mit meinen Kolleginnen besprochen.”
“Mit deinen Kolleginnen??”

“Ja, wir haben das alles geplant und jetzt weiß ich schon alles.”
“Das gibt´s doch gar nicht… Ich muss gleich heulen!”

“Und? Gefällt dir die Zusammenstellung? Darf ich so mit?”
“Also, ich kann es noch gar nicht glauben…”

“Jetzt hör doch mal auf und sag mir, ob dir das gefällt!”
“Ja, gefällt mir… Hört sich gut an, aber sag mal…”

“Danke Schatz! Ich freue mich auch schon!”
“Ja, aber sag mal… Du hast doch gar kein halblanges Kleid??”

“Nee, habe ich nicht. Dass du das weißt, überrascht mich!”
“Und, ähm… Woher kriegst du das?”

“Das war die zweite Sache, die ich mit dir besprechen wollte…”

Kopfschüttel…

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Silvester-Checkliste

30. Dezember 2007, aus der Schublade Familie und Feste

Silvester-Checkliste (photocase.de © rockabella)Meine Liebste und ich veranstalten dieses Jahr eine kleine Silvester-Party für unsere Freunde. Es wird ein Klassiker, also mit Raclette, Prosecco, Dinner for One, und so weiter.
OK, es ist nicht die Oscar-Verleihung; aber dafür wird ganz bestimmt viel mehr gelacht!

“Du Schatz? Hast du mal eine Minute für mich?”
“Leg los, Süße.”

“Also, ich habe hier meine Silvester-Checkliste und…”
“Oh nein, du immer mit deinen Zetteln und Listen!”

“Lass mich doch, sonst vergesse ich noch die Hälfte!”
“Also schön. Was ist nun mit deiner Liste…”

“Ich lese vor und du sagst, ob wir alles haben, ja?”
“Na gut, aber…”

“Der Raclette-Grill ist in Ordnung?”
“Ähm, ja.”

“Haben wir auch Wunderkerzen gekauft?”
“Ja.”

“Haben wir genug Becks?”
“Ja.”

“Genug Stühle?”
“Ja.”

“Reichen sechs Flaschen Prosecco?”
“Ja.”

“Baguettes holst du am Montag?”
“Ja.”

.
.
.
[...gefühlte zwei Stunden vergehen...]
.
.
.

“Hast du auch an die Berliner gedacht?”
“Jaa.”

“Tischfeuerwerk bringt Andreas mit?”
“Jaaa.”

“Hast du für uns die Knaller schon geholt?”
“Jaaaa.”

“Hast du nachgeschaut, wann Dinner for One läuft?”
“Jaaaaa.”

“Oh, haben wir eigentlich genug Sektgläser??”
“Jaaaaaa.”

“Schenkst du mir das Perlenarmband von Thomas Sabo?”
“Jaaaaaaa… Äh, was??”

“Danke mein Schatz, das neue Jahr fängt ja super an!”

Kopfschüttel…

Guten Rutsch! (photocase.de © onesecondupndown)Ganz in diesem Sinne wünschen wir allen Leserinnen und Lesern einen guten Start in das Neue Jahr 2008!

Und so geht es dann nächstes Jahr an dieser Stelle munter weiter mit neuen Geschichten von der Liebsten und ihrem Kopfschüttler.

Guten Rutsch!

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Ne blöde Weihnachtskarte

23. Dezember 2007, aus der Schublade Familie und Feste

Ne blöde Weihnachtskarte (photocase.de © Janine Wittig)Meine Liebste und ich haben zusammen die letzten Geschenke eingepackt und noch ein paar Weihnachtskarten und Geschenkanhänger geschrieben. So, jetzt haben wir endlich alles! Weihnachten kann kommen und wir fühlen uns gut vorbereitet.
An was man da immer alles denken muss…

“Schatz? Für wen ist denn die Karte da?”
“Die ist übrig geblieben, Süße.”

“Und für wen war die mal gedacht? Die ist ganz schön!”
“Die war für dich gedacht.”

“Für mich??”
“Ja, für dich.”

“Und wieso ist die dann jetzt übrig??”
“Wir schenken uns doch nichts, oder?”

“Nein, aber das gilt doch nicht für Glückwunschkarten!”
“Also ich dachte, wenn…”

“Du willst mir nicht mal eine blöde Karte schreiben??”
“Also Schatz, das…”

“Hättest ja ein schönes Gedicht schreiben können oder so!”
“Ja schon, aber…”

“Oder mal wieder eine Liebeserklärung!”
“So?”

“Oder wenigstens ein Dankeschön.”
“Dankeschön?? Wofür das denn??”

“Dafür, dass ich immer für dich da bin.”
“Danke!”

“Das hättest du in die Karte schreiben sollen!”
“Ach und jetzt zählt das nicht?”

“Nein! Ich hätte so gerne eine Karte gehabt.”
“Schatz, ich…”

“Früher hast du mir Romane geschrieben, und Gedichte, und…”
“Schatz!”

“Ja was! Stimmt doch! Und jetzt kriege ich nicht mal ne Karte!”
“Hör doch mal auf jetzt!”

“Du kannst einem aber auch die ganze Vorfreude versauen!”
“Liebste, jetzt hör doch mal, ich…”

“Sogar deinem Arbeitskollegen hast du eine geschrieben!”
“Aber nur eine ganz kleine…”

“Na toll! Du bist echt doof, weißt du das!?”
“Kannst du jetzt endlich mal still sein, damit ich auch was sagen kann??”

“Na schön! Was willst du denn sagen!”
“Du bekommst auch eine Karte, aber eine andere, eine größere.”

“Oh…”
“Ja. “

“Aber du hast doch gesagt, die Karte da…”
“Die ist übrig, ja. Ich hatte zwei für dich gekauft.”

“Oh…”
“Ja.”

“Ähm… Und ich dache, also wir hatten doch…”
“Ja bitte? Was?”

“Wärst du böse, wenn du von mir keine, also ich meine…”
“Soll das heißen, ich kriege nicht einmal ne blöde Karte von dir??”

“Ähm…”
“Aber mich dafür anmaulen!”

“Du Schatz… Ich habe da eine Idee…”
“So? Was!”

“Kann ich die übrig gebliebene Karte da haben, ich bräuchte die…”

Kopfschüttel…

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Die richtige Weihnachtsstimmung

17. Dezember 2007, aus der Schublade Familie und Feste

Die richtige Weihnachtsstimmung (photocase.de © Lulc)Meine Liebste und ich sind auf dem Weg nach Bremerhaven zu einem Adventsbrunch, zu dem wir eingeladen worden sind. Ist ungefähr eine Dreiviertelstunde gemütliche Autofahrt und ich schaue seit einiger Zeit verträumt aus dem Fenster.

“Du Schatz, mir ist da was aufgefallen.”
“So? Dir ist was aufgefallen, Süße?”

“Ja.”
“Das ist schön.”

“Willst du gar nicht wissen, was?”
“Habe ich denn eine Wahl?”

“Nein.”
“Dachte ich mir… Also was. Was ist dir aufgefallen?”

“Ich bin irgendwie noch gar nicht in Weihnachtsstimmung.”
“OK, und weiter?”

“Ja nichts weiter.”
“Ähm… Das war es schon??”

“Reicht das denn noch nicht?”
“Und was willst du damit sagen?”

“Na, dass ich eben noch nicht in Weihnachtsstimmung bin.”
“Ja, das habe ich verstanden, und das bedeutet?”

“Ich sagte, dass ich noch nicht…”
“Jaaa doch, ich weiß, Weihnachtsstimmung. Und jetzt?”

“Wie kommt man denn da rein?”
“Ähm…”

“Was ist denn mit dir?”
“Ich freue mich auf Weihnachten.”

“Und bist du denn schon in der richtigen Weihnachtsstimmung?”
“Schatz! Was ist denn überhaupt eine richtige Weihnachtsstimmung??”

“Hm, vielleicht so mit Lust auf Plätzchen und Glühwein und…”
“Hatten wir doch aber alles schon!”

“Aber nicht selber gemacht.”
“Na und? Muss man das denn unbedingt selber machen??”

“Wenn man Weihnachtsstimmung hat, macht man das gerne.”
“Also schön, wollen wir noch Plätzchen backen diese Woche?”

“Dazu bin ich nicht in der richtigen Stimmung.”
“Aber vielleicht kommst du dann rein?”

“Und Plätzchen machen dick.”
“Aber…”

“Und Zeit haben wir beide nächste Woche ja auch nicht.”
“Aber abends können wir doch wohl mal einen Glühwein kochen?”

“Einfach so? So ohne alles?”
“Wie meinst du das, ohne alles??”

“Dann hätte ich gerne Poffertjes zu meinem Glühwein.”
“Poffertjes?? Diese holländischen kleinen Teigdinger??”

“Ja, die mag ich.”
“Aber wir können doch zu Hause keine Poffertjes…”

“Dann will ich auch keinen Glühwein.”
“Schatz! Warum bist du denn so zickig??”

“Weil ich noch nicht in Weihnachtsstimmung bin, sagte ich ja.”
“Dann wünsch dir doch ein paar Geschenke, wie wäre das?”

“Wir schenken uns ja nichts, was soll ich da denn wünschen?”
“Können wir ja ändern?”

“Nee! Wir wollten eine Städtereise buchen, haben wir gesagt.”
“Aber das war doch deine Idee??”

“Ja schon, aber so richtig weihnachtlich ist das auch nicht.”
“Schatz! Was ist denn für dich RICHTIG WEIHNACHTLICH??”

“Hm…”

[Man glaubt es kaum, aber genau in diesem Moment wechselt Hit Radio Antenne - der Lieblingssender der Liebsten - zum nächsten Lied und was wird gespielt? Genau...]

“Da! Hörst du?? Laaaast Christmaaas, I gave you my heart….”
“Oh nein…”

“…but the very next day you gave it away…”
“Mach das bloß nicht lauter…”

“Warte, ich mache lauter!”

[Das Radio bekommt nun richtig zu tun und George Michaels Last Christmas-Song erfüllt die Fahrerkabine im Nu mit einem Hauch von verschneiter Berghütte, leichtem Tannenbaumduft, romantischem Kaminfeuer, amüsanter Schneeballschlacht und überaus weihnachtlichen Augenblicken...]

“A face on a lover with a fire in his heart… Hmmmhmmmm…”
“Ich kann es nicht mehr hören…”

“I’ll give it to someone special… Hmmhhmhmhmhhmmm…”
“Jedes Jahr der gleiche Sch…”

“Ich liebe Weihnachten! Du nicht auch?”

Kopfschüttel…

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Das dachte ich mir

15. Oktober 2007, aus der Schublade Familie und Feste

Das dachte ich mir (photocase.de © careaux mit o.)Meine Liebste und ich erwarten Besuch; und zwar beehrt uns die Schwester der Liebsten am kommenden Wochenende.
Das freut mich übrigens sehr; denn dann können die beiden endlich mal in aller Ruhe shoppen gehen. Und zwar allein. In aller Ruhe…
Und ich habe frei!

“Schatz? Räumst du die Leiter bitte aus dem Gästezimmer?”
“Ach, steht die da noch? Klar, mache ich, Süße.”

“Dann kann ich nämlich schon alles fertig machen.”
“Fertig machen? Was fehlt denn noch?”

“Ich werde meiner Schwester noch ein Ferrero Rocher hinlegen.”
“So? Sind wir hier jetzt schon ein Hotel, oder was?”

“Warum denn nicht? Ist doch nett?”
“Gut, mach das. Dann freut sie sich.”

“Ich freue mich auch immer über solche Kleinigkeiten.”
“Wo sind die denn?”

“Wer?”
“Na die Ferrero Rocher? Habe ich gar nicht gesehen?”

“Ja, die… Also, die…”
“Könnte ich jetzt gut eins von vertragen.”

“Nunja, also, die…”
“Ja?”

“Die sind… Nicht da.”
“Nicht da?? Aber du wolltest doch…”

“Naja, sie sind schon da, aber eben auch nicht.”
“Schatz, du sprichst in Rätseln!”

“Also du willst eins?”
“Ja, bitte.”

“Das dachte ich mir.”
“Was?”

“Ich dachte mir, dass du die essen würdest.”
“Sind Süßigkeiten denn nicht zum essen da??”

“Schon, aber nicht diese.”
“Kriege ich jetzt ein Ferrero Rocher??”

“Wenn du eins findest…”
“Wie bitte??”

“Ich habe die versteckt.”
“Versteckt?? Vor mir etwa??”

“Ja, vor dir! Du hättest die einfach aufgegessen!”
“Ich möchte doch aber nur ein einziges!”

“Das geht nicht.”
“Wieso nicht?”

“Weil ich nicht genug habe.”
“Wie viele hast du denn gekauft?”

“Die langen so gerade…”
“Aber Schatz! Du brauchst doch nur eins, oder?”

“Ich habe drei Stück gekauft.”
“Aha. Für jeden von uns eins?”

“Ähm, nein. Nur für meine Schwester.”
“Drei Stück??”

“Nein, nur eins. Und eins als Reserve.”
“Reserve? Für was?”

“Falls du doch eins durch Zufall findest.”
“Schatz! Das darf doch wohl nicht…”

“Was denn! Ich kenne dich doch!”
“Sagtest du nicht, dass du drei Stück gekauft hast?”

“Ja.”
“Und was ist mit dem Dritten??”

“Das Dritte steht nicht zur Debatte.”
“Ich will jetzt dieses dritte Rocher haben!”

“Ja aber es geht doch nicht!”
“Und wieso nicht??”

“Ich finde es nicht wieder…”

Kopfschüttel…

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Wünsch dir was!

16. September 2007, aus der Schublade Familie und Feste

Wünsch dir was! (photocase.de © Jelka)Meine Liebste und ich genießen den wunderschönen Sonntag an der Bremer Schlachte. Wir sitzen am Bodega del Puerto auf der Terrasse und haben uns spanische Tapas bestellt. Kein günstiges Vergnügen, aber sehr lecker.
Dabei beobachten wir die vielen Leute, die an uns vorbeischlendern.

“Was hier so für Leute auf und ab wandern!”
“Ja Süße, da sind schon echte Originale bei…”

“Hast du schon die Datteln im Speckmantel probiert?”
“Nein, die kannst du alle wegfuttern.”

“Magst du die nicht?”
“Doch, aber lass mal, ich kann nicht mehr.”

“Ich kann übrigens auch nicht.”
“Was? Bist du etwa auch schon satt?”

“Nein, ich meine etwas anderes.”
“Und was kannst du nicht?”

“Ich kann dir nichts zum Geburtstag schenken.”
“Was?? Wie kommst du denn jetzt darauf?”

“Du hast doch bald, und ich kann dir nichts schenken.”
“Ähm… Und warum nicht?”

“Weil ich nicht weiß, was.”
“Und was hat das jetzt mit den Datteln zu tun?”

“Ja nichts! Stört dich das denn nicht?”
“Was jetzt genau?”

“Dass du nichts zum Geburtstag kriegst?”
“Ähm…”

“Dann wünsch dir jetzt was.”
“Och Schatz, bitte nicht schon wieder!”

“Doch! Ich habe schon dreimal gefragt und du sagst ja nie was!”
“Mir fällt aber doch auch nie was ein…”

“Das kann ja wohl nicht sein, ich weiß immer was für mich!”
“Hm… Ich weiß auch nicht, was könnte ich denn mal…”

“Jetzt wünsch dir was!”
“Jetzt sofort?”

“Jetzt sofort! Drei Sachen.”
“Auch noch drei??”

“Ja eine ist ja doof, dann ist es ja keine Überraschung mehr!”
“Aha…”

“Also was nun?”
“Einen neuen Rasierer vielleicht?”

“Du hast doch einen?”
“Stimmt, aber ist doch, naja… Hm… Ein Computerspiel?”

“Da kenne ich mich nicht mit aus, das ist nicht so eine gute Idee.”
“Aha, ja… Und einen Kinogutschein?”

“Das ist ja wohl total blöd!”
“Aber wir könnten mal wieder ins Kino gehen?”

“Ich schenke dir keine Gutscheine mehr, die verfallen ja immer!”
“Gar nicht wahr!”

“So? und was war mit Dinner im Dunkeln?”
“Da gehen wir doch bald hin?”

“Ja, aber ein Jahr später! Nee, jetzt wünsch dir was Richtiges.”
“Tja…”

“Das ist doch nicht so schwer! Pass auf: ich zum Beispiel, ich wünsche mir eine Louis Vuitton Tasche, so eine kleine, und dann wünsche ich mir Perlenohrringe, diese kleinen schlichten, und ich wünsche mir ein neues Kleid, wenn wir mal auf eine Party gehen, und dann wünsche ich mir…
.
.
[...]
.
.
…Theaterkarten für eine Komödie, dann bräuchte ich noch ein paar braune Schuhe mit Absatz, und ich könnte mal wieder zur Massage
gehen und dann…
.
.
[...]
.
.
… nach Wien und ich habe gar keine Bücher mehr und…”

“…DAS REICHT JETZT, SCHATZ! DANKE!”

“So, und jetzt du.”
“Also das mit der Komödie fand ich auch gut…”

“Aber das habe ich dir doch vorgesagt!”
“Trotzdem, das hätte ich auch gern.”

“Nee!”
“Warum denn nicht??”

“Weil du dir was eigenes ausdenken sollst!”
“Aber Schatz, ich weiß doch auch nicht, ich…”

“Wenn du nichts sagst, schenke ich dir eine Krawatte!”
“Das tust du nicht!”

“Und tue ich doch!”
“Nein!”

“Dann wünsch dir was anderes!”
“Was denn??”

“Was, worüber du dich freust!”
“Ein Rasierer!”

“Och Mann, wünsch dir doch mal was schönes!”
“Ich wünsche mir einen schönen Rasierer.”

“Schatz!”
“Dann einen Käsekuchen.”

“Gott sei Dank…”
“Gott sei Dank?”

“Gott sei Dank hast du nur einmal im Jahr Geburtstag!”

Kopfschüttel…

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