Hier bin ich!

30. November 2009, aus der Schublade Familie und Feste

Meine Liebste und ich stehen im Lebensmittelladen unseres Vertrauens und kaufen ein.
Dieses Mal ist es allerdings etwas Besonderes:
die Liebste schaufelt den Einkaufswagen voll mit vorweihnachtlichen Dingen: Deko, Getränke, Süßigkeiten, Backzutaten, usw.

“So, ich glaube, jetzt haben wir´s.”
“Süße, mehr passt in den Wagen auch nicht mehr rein…”

“Das brauchen wir aber alles!”
“Nein! DU brauchst das alles!!”

“Jetzt lass mich doch, dir kommt das ja auch zugute!”
“Jaja… Alles klar. Können wir jetzt zur Kasse gehen, ja?”

“Ja.”
“Auch nichts vergessen?”

“Hm…”
“OK, komm, lass uns abhauen jetzt.”

[Während die Liebste an den Weihnachtssternen und den Säcken voller Nüsse vorbeistreift, wende ich meine letzten Kräfte auf, um den Einkaufswagen in Richtung Kasse zu schleppen.
Ich weiß nicht, ob es für Einkaufswagen ein zulässiges Gesamtgewicht gibt; aber wenn, dann wäre dieser Wagen sicherlich weit drüber....]

“Gehst du schon vor? Ich komme gleich zur Kasse.”
“Darum möchte ich aber auch bitten, weil…”

“…jajaja, ich bezahle das, ich bin ja gleich da.”
“Na schön…”

[Einen Augenblick später stehe ich mit dem Einkaufswagen an Kasse 12 und schaufele den Inhalt auf das Kassenband.
Während die Verkäuferin vorne bereits die ersten Artikel einscannt, lade ich hinten immer noch auf... Liebste ist natürlich weit und breit nicht zu sehen.
Nicht, dass ich ein Geizkragen wäre... Aber dieses Mal habe ich mich geweigert, den Einkauf zu bezahlen, weil dreiviertel der Sachen a) überflüssig und b) wahrscheinlich eh nur von und für Frauen gekauft werden.
Wehe, wenn ich das gleich doch bezahlen muss!]

“Schatz, Schatz, hier bin ich!”
“Höchste Eisenbahn, Liebste.”

“Nun mach dir mal nicht ins Hemd. Nur, weil ich bezahlen soll.”
“Musst.”

“Musst?”
“Weil du bezahlen MUSST!”

“Jaja, ist ja gut. So, geh mal durch, ich mach den Rest hier.”

[Ich laufe an dem Kassenband vorbei zum Ende, wo sich bereits Berge von Zeug auftürmen.
Normalerweise packe ich ja alles immer sofort in Tüten; angesichts der Menge ziehe ich es aber doch vor, die ganzen Sachen erst mal wieder zurück in den ächzenden Einkaufswagen zu packen.
Während ich gerade Schokostreusel, Vanillezucker, 24 Duftkerzen und ein Windlicht in Weihnachtsmützenform in der Hand habe, höre ich die Kassiererin den Preis sagen: 101,63 EUR! Es mag sich gemein anhören, aber irgendwie freue ich mich schelmisch, dass ich das jetzt nicht bezahlen muss...]

“Schatz?”
“Ja, Süße?”

“Sag mal, hast du 13 Cent klein?”
“13 Cent??”

“Ja, weil sonst müsste ich meinen 50-er Schein anbrechen und…”
“Kann sein, hier, schau mal nach…”

[Damit ich weiter einpacken kann, gebe ich der Liebsten mein Portmonee rüber.
Schon komisch... Normalerweise hat die Liebste ihr Portmonee voll mit Kleingeld, während ich das hasse und mich immer bemühe, die ganz kleinen Münzen sofort wieder los zu werden.]

“OK, alles klar.”
“Ähm, Schatz… Was machst du denn da??”

“Ich habe der Dame deine EC-Karte gegeben, wieso?”
“Was soll das denn jetzt!?”

“Wieso??”
“Ich dachte, du wolltest 13 Cent??”

“Ja, aber du hattest keine 13 Cent!”
“Ach, und da gibst du ihr gleich meine…”

“Reg dich ab, das verrechnen wir doch alles gleich!”
“Jaja, das kenne ich!”

“Los, unterschreib jetzt hier mal eben.”
“Liebste, gib mir sofort deine 101,50 Euro, die du bar hast!”

“Später.”
“Warum später??”

“Ich muss mir erst noch was einfallen lassen.”
“Einfallen?? Was muss dir denn einfallen, bitte??”

“…womit ich das verrechnen kann, sagte ich doch!”

Kopfschüttel…

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Nur eben ganz kurz…

26. November 2009, aus der Schublade Familie und Feste

Mein Handy klingelt, während ich gerade im Büro mit einem Kollegen spreche. Ein Blick auf das Display verrät: es ist die Liebste!
Nach kurzem Nachdenken entscheide ich mich, das Telefonat anzunehmen; denn wenn es was Wichtiges ist, sollte ich das besser nicht verschieben…

“Schatz?? Hallo??”
“Ja, ich bin´s, Süße.”

“Störe ich dich gerade?”
“Ja.”

“Ach so. Naja. Du, ich wollte dich was fragen!”
“Ist was passiert?”

“Nee, wieso?”
“Du, ich bin hier gerade mitten im Gespräch und…”

“Wenn es wichtig wäre, wärst du ja nicht ran gegangen, oder??”
“Ich dachte, wenn, also dass du vielleicht etwas…”

“Also pass auf, geht auch ganz schnell.”
“Na schön, warte mal eben…”

[Ich drehe mich - leicht peinlich berührt - zu meinem Kollegen um und bitte ihn, mir eine Minute zu geben.
Er nickt und fragt leise: "Ist es die Liebste??"
Ich nicke; daraufhin winkt er ab und sagt, er käme dann in einer Stunde nochmal wieder...]

“Schaaatz? Bist du noch da??”
“Jaa doch, jetzt hab ich dann also doch Zeit…”

“Schön, ich aber nicht.”
“Wie bitte??”

“Ich wollte ja auch nur ganz kurz was!”
“Was denn…”

“Was wünschst du dir zu Weihnachten?”
“Was??”

“Ja. Was.”
“Nein, ich meine, DAFÜR rufst du mich jetzt hier an??”

“Ich muss das eben JETZT wissen!”
“Warum denn unbedingt jetzt??”

“Weil ich hier jetzt hier bin, also zufällig hier.”
“Was? Wo bist du??”

“Hier eben. Kann ich dir nicht sagen, wo.”
“Das verstehe ich jetzt nicht, was meinst du denn??”

“Ich bin eben hier und könnte dir ein Geschenk mitnehmen.”
“WO könntest du ein Geschenk mitnehmen??”

“Wenn ich dir das sage, dann weißt du ja, was es hier gibt!”
“Aber ich dachte, du willst von mir wissen, was ich mir wünsche??”

“Will ich ja auch! Also was denn jetzt!?”
“Und alles, was ich mir wünschen könnte, das gibt es da??”

“Nicht alles. Es gibt ja gar keinen Laden, der ALLES hat.”
“Aha, und wenn ich mir jetzt was wünsche, was es da NICHT gibt??”

“…müsste ich woanders hin. Sag mal, was ist denn los mit dir??”
“Mit mir?? Wieso??”

“Du bist doch sonst nicht so begriffsstutzig!”
“Moment, also nur damit ich das richtig verstehe:”

“Ja?”
“Wenn ich mir zufällig wünsche, was es da bei dir gibt, dann…”

“…dann kann ich das hier auch gleich mitnehmen, richtig.”
“Und wenn ich mir was anderes wünsche, dann…”

“…dann kann ich eben hier nichts mitnehmen. Verstanden??”
“Ja, ähm…”

“Also: was wünschst du dir??”
“Weiß nicht, tja, was wünsche ich mir denn…”

“Och Schatz!”
“Was denn??”

“Das ist doch nun wirklich eine ganz einfache Frage!”
“Jaja, aber mir fällt jetzt nichts ein, also…”

“Na schön, macht nichts.”
“Ähm… Macht nichts??”

“Nee.”
“OK, gut? Damit hatte ich jetzt gar nicht gerechnet…”

“Ich nehme das Geschenk jetzt hier mit.”
“Aber ich habe mir doch noch gar nichts gewünscht??”

“Richtig. Ich nehme es aber trotzdem mit, habe ich mir überlegt.”
“Aha, und warum jetzt plötzlich??”

“Weil du dir das sowieso gewünscht hättest.”
“Aha… Und wenn ich jetzt tatsächlich genau das gesagt hätte??”

“Dann hätte ich es vielleicht doch nicht mitgenommen…”
“Ähm, aber…”

“…weil du ja sonst schon gewusst hättest, was du kriegst!”
“Aber…”

“Gut, dass ich dich immer erreichen kann! Bussi!”

Kopfschüttel…

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Du warst doch einverstanden?

10. September 2009, aus der Schublade Familie und Feste

Meine Liebste und ich sitzen in unserem Wohnzimmer am Tisch und packen Geschenke für einen Doppelgeburtstag ein, zu dem wir in Kürze eingeladen sind.
Während ich mich dem Zuschneiden und Verkleben des Papiers widmen muss, beschäftigt sich meine Liebste mit den filigranen Details des Verschönerns mit Schleifen, Aufklebern und Glitterkrams.

“Schatz, machst du das da auch ordentlich?”
“Natürlich, Süße.”

“Das sieht mir aber nicht so aus!”
“Wieso??”

“Schau mal da, da guckt ja noch was raus!”
“Wo??”

“Na da!”
“Oh…”

“Mann, dann kann ich es ja gleich selber machen!”
“Hör auf zu meckern, das ist gar nicht so leicht hier!”

“Dass Männer nicht mal ein Geschenk schön einpacken können!”
“Kann ich ja, aber dieses hier hat so eine blöde Form!”

“Das hat gar keine blöde Form, das ist sehr schön ist das!”
“Wer verschenkt schon einen Postkartenständer…”

“Der ist super und du weißt genau, dass das zusammen gehört!”
“Ja doch…”

“…weil da die Bilder drauf kommen, die wir gemacht haben.”
“Ja, ja…”

“Da warst du doch mit einverstanden, oder nicht??”
“Doch…”

“Und zusammen mit den zwei Gläsern und dem Sekt und alles…”
“Sehr schön, ja.”

“Bei dir hört sich das an, als wäre das total doof!”
“Nein, also, ähm…”

“Ich erinnere noch einmal an deinen Vorschlag!”
“Brauchst du nicht, danke.”

“Einen großen Sack Möhren, weil das gesund sei. Pff!”
“Das war doch nur ein Witz!?”

“Bei dir weiß man das nie so genau.”
“Ich habe nur gesagt, dass das Ding hier schwer einzupacken ist!”

“Aber nur, weil du dir überhaupt gar keine Mühe gibst!”
“Das knittert überall und reißt ein und…”

“Du musst das da oben umklappen und dann einmal rum!”
“Wo?”

“Himmel! Dann kann ich es ja doch besser selber machen!”
“Dann mach doch!”

“Und was machst du dann?”
“Wie, was soll das heißen, was mache ich dann!?”

“Wir wollten das doch zusammen machen!”
“Aber ich mache es ja wieder mal nicht gut genug für Madame!”

“Es geht nicht um mich, sondern um Bea und Jörg!”
“Jörg wird da nichts auszusetzen haben…”

“Bea aber schon!”
“Gut, dann packe ich Jörgs Geschenk ein und du das für Bea.”

“Das geht ja gar nicht.”
“Wieso nicht??”

“Weil das doch ein Pärchengeschenk für zwei wird!”
“Ich glaube nicht, dass Jörg das überhaupt bemerken wird…”

“Wird er wohl!”
“Wird er nicht.”

“Doch!”
“Nein!”

“Das ist doch offensichtlich, also Bea wird das sofort sehen!”
“Nur, weil du ihr seit Tagen was von Pärchengeschenken erzählst.”

“Ich wollte doch nur die Vorfreude steigern, und die Spannung??”
“Ich glaube, dass du bloß wieder deine Klappe nicht halten konntest.”

“Ich rede nun mal gerne mit meinen Freundinnen!”
“Ich weiß, ja… Arcor freut sich jeden Monat darüber…”

“Fang nicht wieder mit dieser lächerlichen Telefonrechnung an!”
“Ist doch wahr, wieso rufst du ständig auf Handys an??”

“Aber die rufen mich doch auch immer auf meinem Handy an??”
“Ach! Und deswegen musst du das auch machen, oder was??”

“Lass mich doch!”
“Ich lasse dich ja auch, ich sage es ja nur!”

“Am besten wäre es, du sagst einfach mal gar nichts!”
“Gut, sage ich eben nichts mehr!”

“-”
“-”

“Ein Pärchengeschenk ist schön.”
“Schön.”

“Und Bea und Jörg werden sich sehr darüber freuen. So!”
“Freuen.”

“Trotzdem würden die UNS nie ein Pärchengeschenk schenken.”
“Aha? Und warum das??”

“Weil die das wissen.”
“Was wissen die denn??”

“Dass du das gar nicht bemerken würdest!”

Kopfschüttel…

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Keine Sorge!

30. März 2009, aus der Schublade Familie und Feste

Meine Liebste und ich sitzen im Auto und sind auf dem Weg zu einem Kaffeklatsch bei Freunden.
Es sind eine ganze Menge Leute eingeladen, und so sind wir schon sehr gespannt, was uns am heutigen Nachmittag so alles erwartet.
Aber noch sind wir nicht da…

“Schatz, wie viele Leute kommen denn da insgesamt?”
“Das weiß ich nicht, Liebste. 20 vielleicht?”

“So viele??”
“Ich sagte ja, ich weiß es nicht genau.”

“So viele Sitzplätze haben Anja und Jens doch gar nicht…”
“Die werden sich da schon was überlegt haben.”

“Ich will aber nicht die ganze Zeit rumstehen!”
“Musst du ja nicht, du hast es da ja sowieso ganz leicht.”

“Wieso??”
“Du kannst dich ja einfach bei jemandem auf den Schoß setzen.”

“Bei jemandem, den ich gar nicht kenne??”
“Zum Beispiel. Da würde wohl kein Kerl was dagegen haben.”

“Ach und du hättest da auch nichts dagegen??”
“Also ich hätte da natürlich etwas, also ich meine…”

“Ich soll mich einfach bei einem anderen Mann auf den…”
“…das war doch bloß ein Witz!”

“Du hast aber gesagt, ich soll mich…”
“…ich habe nicht gesagt, du sollst, sondern…”

“…auf den Schoß, hast du gesagt, und…”
“…ich meinte das doch aber mehr als Kompl…”

“…dass gerade du das sagst, wo du doch…”
“…jetzt hör auf, ich wollte doch nur…”

“Lass mich doch mal ausreden!”
“Lasse ich dich doch!”

“Lässt du mich nicht!”
“Ich lasse dich ausreden, wenn du keinen Blödsinn mehr erzählst.”

“ICH erzähle Blödsinn??”
“Zumindest wolltest du.”

“Halt sofort an!”
“Wie bitte??”

“Ich war ja noch gar nicht fertig mit erzählen!”
“Na und??”

“Du konntest ja gar nicht wissen, ob ich Blödsinn erzähle!”
“Pff! Ich kenne dich doch!”

“Als wenn ich nur Blödsinn reden würde!”
“Naja, also…”

“Das ist ja wohl total unverschämt, du Blödmann!”
“Jetzt reg dich doch nicht gleich so auf.”

“Halt SOFORT an!”
“Warum??”

“Dann kann ich aussteigen!”
“Und dann?? Willst du dann zu Fuß gehen, oder was??”

“Das kann dir doch egal sein!”
“Jetzt reg dich mal wieder ab.”

“Dann musst du dir meinen Blödsinn auch nicht weiter anhören!”
“Ich halte jetzt nicht an.”

“Und warum nicht??”
“Weil wir mitten auf der Autobahn sind!”

“Umso besser!”
“Ach! Willst du dich hier an den Seitenstreifen stellen, oder was??”

“Mich nimmt schon einer mit, mach dir mal keine Sorgen!”
“Ja, aber der bringt dich ganz schnell wieder zurück!”

“Das glaube ich kaum!”
“Wieso? Willst du etwa stumm auf dem Beifahrersitz sitzen?”

“Nein.”
“Sondern?”

“Ich setze mich einfach auf seinen Schoß, das wird dann schon!”

Kopfschüttel…

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Dass Männer immer knallen müssen…

29. Dezember 2008, aus der Schublade Familie und Feste

Meine Liebste und ich sind bei Freunden zu einer Silvesterparty eingeladen.
Immerhin werden zirka 30 Gäste erwartet und daher wollen die Gastgeber verständlicherweise nicht alles alleine organisieren. Deshalb gab es vor kurzem per Mail eine Liste mit möglichen Dingen, die mitgebracht werden könnten.
Und diese Liste hat die Liebste jetzt in ihren Fingern…

“Du Schatz, was wollen wir denn mitbringen?”
“Was steht denn da alles drauf, Süße?”

“Kartoffelsalat, Salzstangen, Ramazotti, Frikadellen, Tiramisu…”
“Aha. Also alles. Toll.”

“Naja, wir sollen ja nur eine Sache mitbringen, nicht alle.”
“Und woher wissen wir, was die anderen schon mitbringen??”

“Das steht hier nicht.”
“Also haben wir dann hinterher fünfmal Tiramisu, oder was??”

“Ich soll Birgit anrufen, wenn wir was ausgesucht haben.”
“Ruf sie doch einfach an und frag, was noch offen ist?”

“Habe ich ja schon.”
“Und??”

“Die anderen haben auch nur gefragt, was noch offen ist…”
“Das ist ja wieder eine SUPER Organisation, ehrlich!”

“Da kann ich doch nichts dafür!”
“Dann machen wir eben was, was nicht auf der Liste steht.”

“Wieso das denn??”
“Weil das dann ja niemand anderes mitbringt.”

“Hm… Aber Birgit hat sich doch extra Gedanken gemacht und…”
“Salzstangen und Kartoffelsalat, das ist ja wirklich sehr originell!”

“Na und? Solche Sachen dürfen doch aber auch nicht fehlen!”
“Gib mir bitte mal die Liste, ich will selber mal gucken.”

“Hier, bitte.”
“Danke. – Da steht ja auch Feuerwerk drauf!”

“Ja, voll blöd, ich verstehe gar nicht, was…”
“Das nehmen wir, wir bringen Feuerwerk mit, wollte ich sowieso.”

“Nee! Das machen wir nicht!”
“Und warum nicht??”

“Weil das bestimmt alle machen und dann klappt ja nichts.”
“Was klappt denn da nicht??”

“Dann haben wir hinterher nur Knaller, aber nichts zu essen!”
“Pff! Oder wir haben nur Tiramisu, aber keine Knaller!”

“Die ganzen Kerle bringen bestimmt alle Feuerwerk mit.”
“Aha! Und nur ich darf nicht, oder was??”

“Wir könnten ja gefüllte Blätterteigtaschen machen…”
“Stehen die auf der Liste?”

“Nein.”
“Dann machen wir das auch nicht.”

“Teigtaschen kommen immer gut an, besonders bei Männern!”
“Leuchtraketen und frivoles Tischfeuerwerk auch.”

“Dass ihr Männer immer knallen müsst, das kostet nur Geld!”
“Während wir knallen, könnt ihr Frauen ja euer Tiramisu aufessen!”

“Wir bringen Blätterteigtaschen mit und fertig!”
“Also erstens steht das nicht auf Birgits aufwendiger Spezialliste…”

“Na und? Sie hat aber bestimmt nichts dagegen!”
“Und zweitens gehen wir da ja zum Feiern hin und nicht zum Futtern.”

“Jetzt weiß ich´s! Wir teilen uns das, damit jeder zufrieden ist.”
“Du meinst, du machst Teigtaschen und ich hole China-Böller?”

“Quatsch! So meine ich das doch nicht!”
“Nicht?? Sondern?”

“Ich mache Blätterteigtaschen mit Chili-Füllung für die Männer.”
“Für die Männer?? Und was mache ich??”

“Du machst das Tiramisu für uns Frauen!”

Kopfschüttel…

PS: Silvester-Tatsachen gibt´s hier.

Guten Rutsch! (photocase.de © onesecondupndown)Ganz in diesem Sinne wünschen wir allen Leserinnen und Lesern einen guten Start in das neue Jahr 2009!

Und so geht es dann nächstes Jahr an dieser Stelle munter weiter mit neuen Geschichten von der Liebsten und ihrem Kopfschüttler.

Guten Rutsch!

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Rate doch mal!

22. Dezember 2008, aus der Schublade Familie und Feste

Meine Liebste hält sich seit Stunden im Arbeitszimmer auf und kramt in dutzenden ihrer Schachteln herum; darüber hinaus darf ich diesen Raum zurzeit nicht betreten, und damit ist klar:
es muss sich um die alljährliche Einpackorgie der Weihnachtsgeschenke handeln! Währenddessen sitze ich nebenan im Wohnzimmer und schaue fern.

“Schatz? Schaaatz!”
“Was ist denn, Süße?”

“Haben wir noch Tesafilm?”
“Nur das, was im Schrank ist; oder besser: war…”

“Mehr nicht??”
“Nein.”

“Ich brauche nur noch ein klitzekleines Stück!”
“Dann bereite doch alles vor und morgen kaufen wir neues.”

“Hm… Ich wollte aber doch heute fertig werden…”
“Welches Geschenk fehlt denn jetzt noch?”

“Deins! Das habe ich bis zum Schluss aufgehoben.”
“Naja, das musst du doch nicht unbedingt zukleben…”

“Wieso nicht?? Du willst wohl vorher gucken, was!?”
“Nö, aber ich meine, wenn das nicht zu ist, also…”

“Das wird vernünftig zugeklebt und fertig!”
“Na gut, wenn du meinst. Aber wegen mir ist das nicht unbed…”

“Oder hast du etwa schon geguckt!?”
“Nein.”

“Doch, du hast bestimmt schon geguckt, oder!?”
“Nein.”

“Doch!”
“Nein!”

“Deshalb brauche ich es auch nicht mehr einpacken!”
“Ich meinte doch nur, dass…”

“Was ist es denn?? Sag doch!”
“Liebste, ich weiß nicht, was du mir schenken möchtest!”

“Ehrlich nicht?”
“Nein.”

“Wäre auch blöd, weil wir uns ja nur EIN Geschenk schenken.”
“Ja.”

“Dann wäre ja die ganze Überraschung dahin, verstehste?”
“Ja. Aber ich habe nicht geguckt. Ich weiß es nicht.”

“Du kannst ja mal raten…”
“Och Schatz, ich möchte nicht raten!”

“Nun rate doch mal!”
“Ich möchte mich lieber einfach überraschen lassen.”

“Du kommst sowieso nicht drauf, du kannst ruhig raten!”
“Na schön, hm… Eine Autorennbahn mit drei Loopings.”

“Pff! Falsch! Zwei Versuche hast du noch.”
“Dann vielleicht mein eigenes Billard-Zimmer.”

“Billard-Zimmer, du spinnst wohl! Ein Versuch noch…”
“Hm… Eine Visitenkarten-Schachtel für meine Arbeitstasche.”

“-”
“Was ist?”

“Du bist so gemein, weißt du das!?”
“Ich? Warum??”

“Du hast ja doch geguckt!”
“Wieso? Hast du wirklich eine Visitenkarten-Schachtel??”

“Natürlich, aber das weißt du ja schon, du Blödmann!”
“Ich wusste das nicht! Ich haben nur geraten!”

“Sowas kann man nicht raten, du hast im Schrank gewühlt!”
“Habe ich nicht!”

“Jetzt ist es keine Überraschung, die hast du mir verdorben!”
“Ich dir??”

“Weißt du, wie lange ich eine schöne Kartenbox gesucht habe??”
“Aber ich sollte doch raten, das wolltest du doch unbedingt!”

“Ja, aber du wusstest es ja sowieso schon!”
“Wusste ich nicht!”

“Dann musst du mir jetzt sagen, was ich kriege!”
“Wie bitte??”

“Das bist du mir ja jetzt wohl schuldig!”
“Ich bin dir was schuldig? Du spinnst ja wohl!”

“Du weißt, was du kriegst, dann will ich wissen, was ich kriege!”
“Na schön, dann sage ich es dir.”

“Und was?”
“Du kriegst Tesafilm, ganz toll verpackt und 1a zugeklebt.”

“Du bist sooo doof!”
“Aber du hast dir doch was gewünscht, was du gebrauchen kannst?”

“Du kannst dir deinen Tesafilm in die Haare schmieren!”
“Och, und ich dachte, du freust dich…”

“Morgen gehe ich los und kaufe dir ein anderes Geschenk…”
“Aber das brauchst du nicht, ich freue mich doch über eine…”

“Dann kann ich ja auch gleich noch Tesafilm kaufen.”
“Wieso das denn? Das kriegst du doch schon von mir! Haha!!”

“Sehr witzig, Schatz, wirklich SEHR witzig!”
“Du darfst es auch ausnahmsweise schon vorher aufmachen!”

“Ja, aber ich brauche so ungefähr… 20 Meter etwa.”
“Wie bitte? 20 Meter??”

“Ja!! Damit klebe ich DICH an eine Mondrakete und dann los!”

Kopfschüttel…

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Darum habe ich dich mitgenommen!

21. November 2008, aus der Schublade Familie und Feste

Meine Liebste und ich sind gemeinsam in die Bremer Innenstadt gefahren, um ein paar Einkäufe zu erledigen.
Nach diversen (unangekündigten) Touren durch Handtaschen- und Schuhgeschäfte zieht mich die Liebste schließlich in die Geschenkpapierabteilung bei Karstadt.
Naja, immerhin nicht die Abteilung für “hübsche” Schals und “flauschige” Handschuhe…
Schauen wir mal…

“Schatz, kannst du bitte mal grade meine Tasche halten, ja?”
“Ähm, ja Süße. Sag mal, was wollen wir denn hier?”

“Wir wollen Geschenkpapier kaufen, was denn sonst??”
“Geschenkpapier? Für was?”

“Ob wir vielleicht am Samstag bei meiner Schwester sind??”
“Ach ja… Geburtstag.”

“Richtig. Und dafür brauchen wir noch Geschenkpapier.”
“Schon gut, alles klar, hatte ich vergessen.”

“Also ich suche was Schönes in Rosa.”
“Da.”

“Was? Wo?”
“Da!”

“Das da?? Das nennst du Rosa??”
“Was denn sonst, also Grün sieht anders aus!”

“Das ist Hellrot, das sieht man doch!”
“Und Hellrot geht nicht, oder was?”

“Ginge vielleicht, aber dieses hier auf keinen Fall.”
“Aha…”

“Guck mal dieses, das durchsichtige Papier, das finde ich schön!”
“Ja aber, wenn es durchsichtig ist, dann, ich meine…”

“Da macht man dann noch ein anderes drunter, Schatz.”
“Ach so…”

“Du bist mir wirklich eine große Hilfe, wirklich!”
“Ähm, sollte ich dir helfen??”

“Darum habe ich dich doch mitgenommen!”
“Ich will aber nicht rosa Geschenkpapier aussuchen müssen!”

“Gut, in Ordnung.”
“Ach ja?”

“Ja, du kannst schon mal das Schleifenband aussuchen.”
“Oh bitte nicht, das ist ja noch schlimmer!”

“Wieso denn??”
“Was weiß ich, was du haben willst!”

“Na was Schönes, was denn sonst??”
“Gut, dann nehmen wir, ähm… Dieses hier.”

“Schatz!”
“Was denn?? Mir gefällt das.”

“Im Dunkeln gefällt mir das auch!”
“Na toll, dann eben nicht! Ich wusste es!”

“Du gibst dir ja auch gar keine Mühe!”
“Weil es ja auch eh keinen Sinn hat.”

“Wollen wir meiner Schwester ein schönes Geschenk schenken?!”
“Ja, natürlich. Und ich bin mir sicher, du machst das schon…”

“Also wir nehmen dieses Papier, und das da, und diese Schleife.”
“Gott sei Dank; das ging ja jetzt doch schneller, als ich dachte…”

“Ich habe ja auch ein Händchen für sowas.”
“Schön. Können wir dann jetzt endlich wieder nach Hause fahren?”

“Nee.”
“Und wieso nicht?”

“Ich bin mir noch nicht sicher, ob das Papier auch ausreicht.”
“Was? Wieso bist du dir da nicht sicher??”

“Vielleicht brauche ich ja doch noch mehr…”
“Wie groß ist das Geschenk denn??”

“Das weiß ich nicht…”
“Nicht?? Was schenken wir ihr denn??”

“Ähm, das wäre jetzt auch meine nächste Frage gewesen!”

Kopfschüttel…

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Doch nicht auf einer Party!

25. August 2008, aus der Schublade Familie und Feste

Meine Liebste und ich sind am Wochenende auf einer Geburtstagsparty. Zu später Stunde sitzen wir beide im Wohnzimmer der Gastgeber und beobachten das verrückte Treiben der anderen Gäste, denen die Cocktails bereits merklich ins Gemüt gestiegen sind.

“Schatz?”
“Ja, Süße?”

“Sag mal, habe ich das eben richtig verstanden?”
“Verstanden? Was denn?”

“Hast du dich mit Yvonne wirklich über Klopapier unterhalten??”
“Ähm… Ja?”

“Das sollst du doch nicht!”
“Wie bitte?? Warum denn nicht??”

“Du kannst doch auf einer Party nicht über Klopapier reden!”
“Und wieso nicht?”

“Das tut man nicht! Vor allem, wenn man sich kaum kennt!”
“Eigentlich haben wir dabei über dich gesprochen.”

“Über mich??”
“Vielmehr über deinen Klopapier-Verbrauch.”

“Was?? Sag mal, spinnst du??”
“Es stellte sich allerdings heraus, dass Yvonne das ganz normal findet.”

“Was findet Yvonne normal!?”
“Dass du pro Woche eine Tonne Klopapier verbrauchst.”

“Über so etwas sprichst du mit Yvonne, die du kaum kennst??”
“Naja, ich wollte halt mal fragen, na und??”

“Und was hat sie jetzt genau gesagt??”
“Liebste, wir haben uns nur über Klopapier unterhalten, sonst nichts.”

“SCHATZ! Du erzählst mir jetzt sofort ALLES GANZ GENAU!!”
“Aber da gibt´s nicht viel zu erzählen!”

“Jedes Wort! Haarklein! Wer weiß, was die über mich gesagt hat!”
“Gar nichts, sie hat gar nichts über dich gesagt!”

“Sondern??”
“Na wie Frauen eben so sind, die üblichen Verrücktheiten.”

“Das hat sie über mich gesagt??”
“Nein, das habe ich über sie gesagt!”

“Das hast du gesagt?”
“Ja, ich.”

“Und was hat sie gesagt??”
“Sie bedauerte, dass es kein 8-lagiges Klopapier gibt…”

“Ach so, ja. Da hat sie natürlich recht.”

Kopfschüttel…

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Oh, oh, oh!!

18. August 2008, aus der Schublade Familie und Feste

Meine Liebste und ich haben am Wochenende Besuch; gemeinsam mit guten Freunden sitzen wir in unserem Wohnzimmer, trinken Wein und futtern Snacks.
Alles in allem: es ist Schwung in der Bude!

“Schatz, wieso trinkst du eigentlich nur Weißwein?”
“Tja, ich weiß auch nicht… Heute mag ich den lieber, Süße.”

“Möchtest du meinen Rotwein hier mal probieren?”
“Nein, lass mal, danke.”

“Na schön, dann lass uns anstoßen!”
“So? Auf was denn??”

“Hm… Darauf, dass Nina und Jörg da sind!”
“Salute! Auf Nina und Jörg!”

[Wir alle erheben unsere Gläser über die Mitte des Tisches und stoßen gemeinsam an; das allerdings so heftig, dass der Liebsten ihr Glas etwas verrutscht und sich ein ordentlicher Teil des guten italienischen Rotweins wenig später auf ihrer weißen (!) Hose wiederfindet!]

“Oh nein, oh nein!! Schatz!”
“Das ist jetzt Pech, würde ich sagen…”

“Meine Hose!! Was mache ich denn jetzt?!”
“Ähm… Soll da nicht Weißwein helfen?”

“Genau! Weißwein auf Rotwein! Genau! Gib dein Glas!”
“Wie bitte?? Mein Glas?”

“Gib her!”

[Noch bevor ich Herr der Lage werden kann, reißt mir die Liebste mein Weißwein-Glas aus der Hand, das noch gut zur Hälfte gefüllt ist, und gießt es sich mit einem einzigen Schwung über ihre Hose!
Nina und Jörg sitzen wie angewurzelt und mit offenem Mund auf dem Sofa und vergessen darüber offensichtlich auch, ihre Gläser wieder zu senken. Ich meine, ich bin ja schon so Einiges gewöhnt, aber jetzt weiß ich auch nicht so richtig, was ich nun sagen soll...]

“Und jetzt??”
“Ähm, Schatz, sag mal…”

“Das hilft nicht!”
“Du hast dir jetzt nicht gerade ein Glas Weißwein über…”

“Aber das ist doch das Geheimrezept, oder nicht??”
“Schon, aber…”

“Der Rotwein-Fleck ist aber noch da! Hier!”
“Das ist er, ja…”

“Und jetzt?? Weißwein hilft ja gar nicht!”
“Aber Schatz, man benutzt den Weißwein doch nur, um…”

“Du hast gesagt, ich soll Weißwein nehmen!”
“Aber doch nicht so!”

“Wie sehe ich denn jetzt aus, guck dir das mal an!”
“Stimmt, bleib so, ich hole nur schnell meine Kamera!”

“Quatsch! Gib mir bitte mal die Serviette.”
“Welche Serviette??”

“Na die da!”
“Schatz! Da liegen doch die ganzen Süßigkeiten drauf!”

“Zieh einfach schnell weg, dann bleibt alles auf dem Teller!”
“Was?? Sind wir hier bei David Copperfield, oder was??”

“Alles muss man selber machen!”

[Meine Liebste greift das Ende der Serviette, die auf dem Süßigkeitenteller liegt und mit M&Ms, Keksen und Lakritze beladen ist. Mit einem raschen Schwung reißt die Liebste die Serviette vom Teller! Erstaunlich! Weniger erstaunlich ist allerdings das sicher jedermann bekannte Geräusch von M&Ms, die über den Parkettboden hüpfen und allesamt - zusammen mit der Lakritze und den Keksen - im Wohnzimmer weit verstreut zum Liegen kommen.
Immerhin haben Nina und Jörg schon mal ihre Gläser wieder leicht gesenkt; zu Wortäußerungen sind sie aber noch nicht wieder fähig...]

“Mist, im Fernsehen klappt das doch immer!”
“Sag mal, was machst du denn da, spinnst du jetzt völlig??”

“Ich wollte die Serviette!”
“Die hast du ja jetzt!”

“Aber die ist ja voller Zucker!”
“Ach tatsächlich?? Komisch!”

“Oh, oh, oh, oh!!!”
“Was ist denn jetzt schon wieder!”

“Mir läuft der Wein in den Schuh!”
“WAS??”

“Am Bein runter, am Bein runter!”
“Ich breche zusammen…”

[Meine Liebste zieht ihren rechten Schuh aus und hüpft nun auf einem Bein im Wohnzimmer herum... Leicht überfordert mit den aktuellen Ereignissen geht mir dieser alte Werbespot für eine Haftpflicht-Versicherung durch den Kopf, wo im Kaufhaus ein Fußball die Rolltreppe herunter springt und durch die Verkettung unglücklicher Zufälle das halbe Einkaufszentrum in Schutt und Asche legt... Währenddessen neigt sich Jörg bereits hilfsbereit in Richtung Boden, um ein paar M&Ms aufzusammeln, allerdings ohne die Liebste dabei auch nur einen Moment lang aus den Augen zu lassen.]

“Mann, ist das ein Mist! Schadet Wein meinem Nagellack??”
“Schatz, wie wäre es, wenn du dich einfach mal kurz hinsetzt…”

“Ich habe aber auch ein Pech!”
“Und wir erst…”

“Was soll das heißen!”
“Och…”

“Ich ziehe mich jetzt erst mal aus!”
“Wie bitte??”

“Na die Hose!”

[Während die Liebste bereits ihren Hosenknopf geöffnet hat, richtet sich Jörg wieder auf und vergisst angesichts der Entwicklung wohl die M&Ms; was ich ihm nicht wirklich übel nehmen kann. Nina scheint gerade etwas sagen zu wollen, kommt aber nicht weit...]

“Die Hose kommt sofort in die Waschmaschine.”
“Lass die Hose an!!”

“Wieso? Ich habe mich ganz nass gemacht!”
“Geh vielleicht erst einmal ins Schlafzimmer, oder??”

“Ach so, ja…”
“Himmel…!”

[Meine Liebste macht den Knopf ihrer Hose wieder zu und hüpft auf einem Bein durch die Wohnzimmertür in den Flur. Ein paar M&Ms, die sich auf den Weg der Liebsten verirrt hatten, lassen dabei leider zerplatzend ihr Leben. Aus der Ferne hört man die Liebste noch...]

“Schatz?”
“Ähm… Ja?”

“Frag mal Nina und Jörg, ob sie noch was trinken wollen!”
“Mache ich, Liebste, mache ich…”

“Mann, habe ich ein Glück gehabt!
“Ähm… Wieso jetzt Glück??”

“Na stell dir vor, ich hätte mir meine Bluse bekleckert!”

Kopfschüttel…

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Ein paar mehr Sätze

21. Juli 2008, aus der Schublade Familie und Feste

Meine Liebste und ich haben am Wochenende Besuch, meine Schwester stellt uns endlich mal ihren neuen Freund vor.
Das wurde auch mal langsam Zeit, denn schließlich will man ja wissen, mit wem sich die Familie so rumtreibt!

“Schatz?”
“Ja, Süße?”

“Und?”
“Was denn und??”

“Und was meinst du?”
“Zu was jetzt??”

“Na zu Jörg!”
“Ach so! Ja.”

“Und weiter?”
“Was denn weiter??”

“Du wirst ja wohl mehr als nur ein Wort für ihn übrig haben!”
“Was soll ich denn da noch sagen, JA ist doch eindeutig, oder nicht??”

“Naja, findest du, dass die beiden zusammen passen?”
“Ja.”

“Mann!”
“Was denn??”

“Ich wüsste es gerne ETWAS genauer!”
“Und was jetzt genau??”

“Ob du denkst, dass das mit denen was werden kann, meine ich!”
“Ja.”

“SCHATZ!”
“Wenn ich was anderes denken würde, hätte ich es schon gesagt.”

“Mit dir kann man sich nie mal sachlich unterhalten!”
“Bitte?? Ich habe doch wohl eine eindeutig sachliche Antwort gegeben!”

“Ich will aber mit dir darüber reden!”
“Wir reden doch drüber!”

“Aber nicht richtig.”
“Und was wäre richtig??”

“Wenn du ein paar mehr Sätze machen würdest zum Beispiel!”
“Na schön, also gut… Annes neuer Freund ist genehmigt.”

“Als wenn du das für Anne entscheiden könntest! Pff!”
“Na und?? Ich kann es aber ja wohl für mich selbst entscheiden.”

“Toll! Applaus!”
“Wolltest du mit mir drüber reden, oder nicht?!”

“Schon, aber doch nicht so einen Quatsch!”
“Bitte sehr, bitte sehr! Also: was denkst DU denn von Jörg?”

“Der ist ganz OK!”
“Ganz OK?? Ganz OK ist ja wohl der kleine Bruder von Scheiße!”

“Na gut, dann ist er eben nicht ganz OK, sondern sehr OK.”
“Aha, und das ist jetzt also das Niveau, auf das du dieses Gespräch bringen wolltest, ja??”

“Ich hatte nur einen schlechten Start!”
“Ach so, ja klar!”

“Ich kann das Niveau auch deutlich heben, wenn ich will!”
“Na gut, bitte, dann hebe! Also: wie findest du Jörg?”

“Der ist wirklich sehr nett! Also für einen Mann, meine ich.”

Kopfschüttel…

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Hier bin ich!

30. November 2009, aus der Schublade Familie und Feste

Meine Liebste und ich stehen im Lebensmittelladen unseres Vertrauens und kaufen ein.
Dieses Mal ist es allerdings etwas Besonderes:
die Liebste schaufelt den Einkaufswagen voll mit vorweihnachtlichen Dingen: Deko, Getränke, Süßigkeiten, Backzutaten, usw.

“So, ich glaube, jetzt haben wir´s.”
“Süße, mehr passt in den Wagen auch nicht mehr rein…”

“Das brauchen wir aber alles!”
“Nein! DU brauchst das alles!!”

“Jetzt lass mich doch, dir kommt das ja auch zugute!”
“Jaja… Alles klar. Können wir jetzt zur Kasse gehen, ja?”

“Ja.”
“Auch nichts vergessen?”

“Hm…”
“OK, komm, lass uns abhauen jetzt.”

[Während die Liebste an den Weihnachtssternen und den Säcken voller Nüsse vorbeistreift, wende ich meine letzten Kräfte auf, um den Einkaufswagen in Richtung Kasse zu schleppen.
Ich weiß nicht, ob es für Einkaufswagen ein zulässiges Gesamtgewicht gibt; aber wenn, dann wäre dieser Wagen sicherlich weit drüber....]

“Gehst du schon vor? Ich komme gleich zur Kasse.”
“Darum möchte ich aber auch bitten, weil…”

“…jajaja, ich bezahle das, ich bin ja gleich da.”
“Na schön…”

[Einen Augenblick später stehe ich mit dem Einkaufswagen an Kasse 12 und schaufele den Inhalt auf das Kassenband.
Während die Verkäuferin vorne bereits die ersten Artikel einscannt, lade ich hinten immer noch auf... Liebste ist natürlich weit und breit nicht zu sehen.
Nicht, dass ich ein Geizkragen wäre... Aber dieses Mal habe ich mich geweigert, den Einkauf zu bezahlen, weil dreiviertel der Sachen a) überflüssig und b) wahrscheinlich eh nur von und für Frauen gekauft werden.
Wehe, wenn ich das gleich doch bezahlen muss!]

“Schatz, Schatz, hier bin ich!”
“Höchste Eisenbahn, Liebste.”

“Nun mach dir mal nicht ins Hemd. Nur, weil ich bezahlen soll.”
“Musst.”

“Musst?”
“Weil du bezahlen MUSST!”

“Jaja, ist ja gut. So, geh mal durch, ich mach den Rest hier.”

[Ich laufe an dem Kassenband vorbei zum Ende, wo sich bereits Berge von Zeug auftürmen.
Normalerweise packe ich ja alles immer sofort in Tüten; angesichts der Menge ziehe ich es aber doch vor, die ganzen Sachen erst mal wieder zurück in den ächzenden Einkaufswagen zu packen.
Während ich gerade Schokostreusel, Vanillezucker, 24 Duftkerzen und ein Windlicht in Weihnachtsmützenform in der Hand habe, höre ich die Kassiererin den Preis sagen: 101,63 EUR! Es mag sich gemein anhören, aber irgendwie freue ich mich schelmisch, dass ich das jetzt nicht bezahlen muss...]

“Schatz?”
“Ja, Süße?”

“Sag mal, hast du 13 Cent klein?”
“13 Cent??”

“Ja, weil sonst müsste ich meinen 50-er Schein anbrechen und…”
“Kann sein, hier, schau mal nach…”

[Damit ich weiter einpacken kann, gebe ich der Liebsten mein Portmonee rüber.
Schon komisch... Normalerweise hat die Liebste ihr Portmonee voll mit Kleingeld, während ich das hasse und mich immer bemühe, die ganz kleinen Münzen sofort wieder los zu werden.]

“OK, alles klar.”
“Ähm, Schatz… Was machst du denn da??”

“Ich habe der Dame deine EC-Karte gegeben, wieso?”
“Was soll das denn jetzt!?”

“Wieso??”
“Ich dachte, du wolltest 13 Cent??”

“Ja, aber du hattest keine 13 Cent!”
“Ach, und da gibst du ihr gleich meine…”

“Reg dich ab, das verrechnen wir doch alles gleich!”
“Jaja, das kenne ich!”

“Los, unterschreib jetzt hier mal eben.”
“Liebste, gib mir sofort deine 101,50 Euro, die du bar hast!”

“Später.”
“Warum später??”

“Ich muss mir erst noch was einfallen lassen.”
“Einfallen?? Was muss dir denn einfallen, bitte??”

“…womit ich das verrechnen kann, sagte ich doch!”

Kopfschüttel…

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Nur eben ganz kurz…

26. November 2009, aus der Schublade Familie und Feste

Mein Handy klingelt, während ich gerade im Büro mit einem Kollegen spreche. Ein Blick auf das Display verrät: es ist die Liebste!
Nach kurzem Nachdenken entscheide ich mich, das Telefonat anzunehmen; denn wenn es was Wichtiges ist, sollte ich das besser nicht verschieben…

“Schatz?? Hallo??”
“Ja, ich bin´s, Süße.”

“Störe ich dich gerade?”
“Ja.”

“Ach so. Naja. Du, ich wollte dich was fragen!”
“Ist was passiert?”

“Nee, wieso?”
“Du, ich bin hier gerade mitten im Gespräch und…”

“Wenn es wichtig wäre, wärst du ja nicht ran gegangen, oder??”
“Ich dachte, wenn, also dass du vielleicht etwas…”

“Also pass auf, geht auch ganz schnell.”
“Na schön, warte mal eben…”

[Ich drehe mich - leicht peinlich berührt - zu meinem Kollegen um und bitte ihn, mir eine Minute zu geben.
Er nickt und fragt leise: "Ist es die Liebste??"
Ich nicke; daraufhin winkt er ab und sagt, er käme dann in einer Stunde nochmal wieder...]

“Schaaatz? Bist du noch da??”
“Jaa doch, jetzt hab ich dann also doch Zeit…”

“Schön, ich aber nicht.”
“Wie bitte??”

“Ich wollte ja auch nur ganz kurz was!”
“Was denn…”

“Was wünschst du dir zu Weihnachten?”
“Was??”

“Ja. Was.”
“Nein, ich meine, DAFÜR rufst du mich jetzt hier an??”

“Ich muss das eben JETZT wissen!”
“Warum denn unbedingt jetzt??”

“Weil ich hier jetzt hier bin, also zufällig hier.”
“Was? Wo bist du??”

“Hier eben. Kann ich dir nicht sagen, wo.”
“Das verstehe ich jetzt nicht, was meinst du denn??”

“Ich bin eben hier und könnte dir ein Geschenk mitnehmen.”
“WO könntest du ein Geschenk mitnehmen??”

“Wenn ich dir das sage, dann weißt du ja, was es hier gibt!”
“Aber ich dachte, du willst von mir wissen, was ich mir wünsche??”

“Will ich ja auch! Also was denn jetzt!?”
“Und alles, was ich mir wünschen könnte, das gibt es da??”

“Nicht alles. Es gibt ja gar keinen Laden, der ALLES hat.”
“Aha, und wenn ich mir jetzt was wünsche, was es da NICHT gibt??”

“…müsste ich woanders hin. Sag mal, was ist denn los mit dir??”
“Mit mir?? Wieso??”

“Du bist doch sonst nicht so begriffsstutzig!”
“Moment, also nur damit ich das richtig verstehe:”

“Ja?”
“Wenn ich mir zufällig wünsche, was es da bei dir gibt, dann…”

“…dann kann ich das hier auch gleich mitnehmen, richtig.”
“Und wenn ich mir was anderes wünsche, dann…”

“…dann kann ich eben hier nichts mitnehmen. Verstanden??”
“Ja, ähm…”

“Also: was wünschst du dir??”
“Weiß nicht, tja, was wünsche ich mir denn…”

“Och Schatz!”
“Was denn??”

“Das ist doch nun wirklich eine ganz einfache Frage!”
“Jaja, aber mir fällt jetzt nichts ein, also…”

“Na schön, macht nichts.”
“Ähm… Macht nichts??”

“Nee.”
“OK, gut? Damit hatte ich jetzt gar nicht gerechnet…”

“Ich nehme das Geschenk jetzt hier mit.”
“Aber ich habe mir doch noch gar nichts gewünscht??”

“Richtig. Ich nehme es aber trotzdem mit, habe ich mir überlegt.”
“Aha, und warum jetzt plötzlich??”

“Weil du dir das sowieso gewünscht hättest.”
“Aha… Und wenn ich jetzt tatsächlich genau das gesagt hätte??”

“Dann hätte ich es vielleicht doch nicht mitgenommen…”
“Ähm, aber…”

“…weil du ja sonst schon gewusst hättest, was du kriegst!”
“Aber…”

“Gut, dass ich dich immer erreichen kann! Bussi!”

Kopfschüttel…

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Du warst doch einverstanden?

10. September 2009, aus der Schublade Familie und Feste

Meine Liebste und ich sitzen in unserem Wohnzimmer am Tisch und packen Geschenke für einen Doppelgeburtstag ein, zu dem wir in Kürze eingeladen sind.
Während ich mich dem Zuschneiden und Verkleben des Papiers widmen muss, beschäftigt sich meine Liebste mit den filigranen Details des Verschönerns mit Schleifen, Aufklebern und Glitterkrams.

“Schatz, machst du das da auch ordentlich?”
“Natürlich, Süße.”

“Das sieht mir aber nicht so aus!”
“Wieso??”

“Schau mal da, da guckt ja noch was raus!”
“Wo??”

“Na da!”
“Oh…”

“Mann, dann kann ich es ja gleich selber machen!”
“Hör auf zu meckern, das ist gar nicht so leicht hier!”

“Dass Männer nicht mal ein Geschenk schön einpacken können!”
“Kann ich ja, aber dieses hier hat so eine blöde Form!”

“Das hat gar keine blöde Form, das ist sehr schön ist das!”
“Wer verschenkt schon einen Postkartenständer…”

“Der ist super und du weißt genau, dass das zusammen gehört!”
“Ja doch…”

“…weil da die Bilder drauf kommen, die wir gemacht haben.”
“Ja, ja…”

“Da warst du doch mit einverstanden, oder nicht??”
“Doch…”

“Und zusammen mit den zwei Gläsern und dem Sekt und alles…”
“Sehr schön, ja.”

“Bei dir hört sich das an, als wäre das total doof!”
“Nein, also, ähm…”

“Ich erinnere noch einmal an deinen Vorschlag!”
“Brauchst du nicht, danke.”

“Einen großen Sack Möhren, weil das gesund sei. Pff!”
“Das war doch nur ein Witz!?”

“Bei dir weiß man das nie so genau.”
“Ich habe nur gesagt, dass das Ding hier schwer einzupacken ist!”

“Aber nur, weil du dir überhaupt gar keine Mühe gibst!”
“Das knittert überall und reißt ein und…”

“Du musst das da oben umklappen und dann einmal rum!”
“Wo?”

“Himmel! Dann kann ich es ja doch besser selber machen!”
“Dann mach doch!”

“Und was machst du dann?”
“Wie, was soll das heißen, was mache ich dann!?”

“Wir wollten das doch zusammen machen!”
“Aber ich mache es ja wieder mal nicht gut genug für Madame!”

“Es geht nicht um mich, sondern um Bea und Jörg!”
“Jörg wird da nichts auszusetzen haben…”

“Bea aber schon!”
“Gut, dann packe ich Jörgs Geschenk ein und du das für Bea.”

“Das geht ja gar nicht.”
“Wieso nicht??”

“Weil das doch ein Pärchengeschenk für zwei wird!”
“Ich glaube nicht, dass Jörg das überhaupt bemerken wird…”

“Wird er wohl!”
“Wird er nicht.”

“Doch!”
“Nein!”

“Das ist doch offensichtlich, also Bea wird das sofort sehen!”
“Nur, weil du ihr seit Tagen was von Pärchengeschenken erzählst.”

“Ich wollte doch nur die Vorfreude steigern, und die Spannung??”
“Ich glaube, dass du bloß wieder deine Klappe nicht halten konntest.”

“Ich rede nun mal gerne mit meinen Freundinnen!”
“Ich weiß, ja… Arcor freut sich jeden Monat darüber…”

“Fang nicht wieder mit dieser lächerlichen Telefonrechnung an!”
“Ist doch wahr, wieso rufst du ständig auf Handys an??”

“Aber die rufen mich doch auch immer auf meinem Handy an??”
“Ach! Und deswegen musst du das auch machen, oder was??”

“Lass mich doch!”
“Ich lasse dich ja auch, ich sage es ja nur!”

“Am besten wäre es, du sagst einfach mal gar nichts!”
“Gut, sage ich eben nichts mehr!”

“-”
“-”

“Ein Pärchengeschenk ist schön.”
“Schön.”

“Und Bea und Jörg werden sich sehr darüber freuen. So!”
“Freuen.”

“Trotzdem würden die UNS nie ein Pärchengeschenk schenken.”
“Aha? Und warum das??”

“Weil die das wissen.”
“Was wissen die denn??”

“Dass du das gar nicht bemerken würdest!”

Kopfschüttel…

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Keine Sorge!

30. März 2009, aus der Schublade Familie und Feste

Meine Liebste und ich sitzen im Auto und sind auf dem Weg zu einem Kaffeklatsch bei Freunden.
Es sind eine ganze Menge Leute eingeladen, und so sind wir schon sehr gespannt, was uns am heutigen Nachmittag so alles erwartet.
Aber noch sind wir nicht da…

“Schatz, wie viele Leute kommen denn da insgesamt?”
“Das weiß ich nicht, Liebste. 20 vielleicht?”

“So viele??”
“Ich sagte ja, ich weiß es nicht genau.”

“So viele Sitzplätze haben Anja und Jens doch gar nicht…”
“Die werden sich da schon was überlegt haben.”

“Ich will aber nicht die ganze Zeit rumstehen!”
“Musst du ja nicht, du hast es da ja sowieso ganz leicht.”

“Wieso??”
“Du kannst dich ja einfach bei jemandem auf den Schoß setzen.”

“Bei jemandem, den ich gar nicht kenne??”
“Zum Beispiel. Da würde wohl kein Kerl was dagegen haben.”

“Ach und du hättest da auch nichts dagegen??”
“Also ich hätte da natürlich etwas, also ich meine…”

“Ich soll mich einfach bei einem anderen Mann auf den…”
“…das war doch bloß ein Witz!”

“Du hast aber gesagt, ich soll mich…”
“…ich habe nicht gesagt, du sollst, sondern…”

“…auf den Schoß, hast du gesagt, und…”
“…ich meinte das doch aber mehr als Kompl…”

“…dass gerade du das sagst, wo du doch…”
“…jetzt hör auf, ich wollte doch nur…”

“Lass mich doch mal ausreden!”
“Lasse ich dich doch!”

“Lässt du mich nicht!”
“Ich lasse dich ausreden, wenn du keinen Blödsinn mehr erzählst.”

“ICH erzähle Blödsinn??”
“Zumindest wolltest du.”

“Halt sofort an!”
“Wie bitte??”

“Ich war ja noch gar nicht fertig mit erzählen!”
“Na und??”

“Du konntest ja gar nicht wissen, ob ich Blödsinn erzähle!”
“Pff! Ich kenne dich doch!”

“Als wenn ich nur Blödsinn reden würde!”
“Naja, also…”

“Das ist ja wohl total unverschämt, du Blödmann!”
“Jetzt reg dich doch nicht gleich so auf.”

“Halt SOFORT an!”
“Warum??”

“Dann kann ich aussteigen!”
“Und dann?? Willst du dann zu Fuß gehen, oder was??”

“Das kann dir doch egal sein!”
“Jetzt reg dich mal wieder ab.”

“Dann musst du dir meinen Blödsinn auch nicht weiter anhören!”
“Ich halte jetzt nicht an.”

“Und warum nicht??”
“Weil wir mitten auf der Autobahn sind!”

“Umso besser!”
“Ach! Willst du dich hier an den Seitenstreifen stellen, oder was??”

“Mich nimmt schon einer mit, mach dir mal keine Sorgen!”
“Ja, aber der bringt dich ganz schnell wieder zurück!”

“Das glaube ich kaum!”
“Wieso? Willst du etwa stumm auf dem Beifahrersitz sitzen?”

“Nein.”
“Sondern?”

“Ich setze mich einfach auf seinen Schoß, das wird dann schon!”

Kopfschüttel…

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Dass Männer immer knallen müssen…

29. Dezember 2008, aus der Schublade Familie und Feste

Meine Liebste und ich sind bei Freunden zu einer Silvesterparty eingeladen.
Immerhin werden zirka 30 Gäste erwartet und daher wollen die Gastgeber verständlicherweise nicht alles alleine organisieren. Deshalb gab es vor kurzem per Mail eine Liste mit möglichen Dingen, die mitgebracht werden könnten.
Und diese Liste hat die Liebste jetzt in ihren Fingern…

“Du Schatz, was wollen wir denn mitbringen?”
“Was steht denn da alles drauf, Süße?”

“Kartoffelsalat, Salzstangen, Ramazotti, Frikadellen, Tiramisu…”
“Aha. Also alles. Toll.”

“Naja, wir sollen ja nur eine Sache mitbringen, nicht alle.”
“Und woher wissen wir, was die anderen schon mitbringen??”

“Das steht hier nicht.”
“Also haben wir dann hinterher fünfmal Tiramisu, oder was??”

“Ich soll Birgit anrufen, wenn wir was ausgesucht haben.”
“Ruf sie doch einfach an und frag, was noch offen ist?”

“Habe ich ja schon.”
“Und??”

“Die anderen haben auch nur gefragt, was noch offen ist…”
“Das ist ja wieder eine SUPER Organisation, ehrlich!”

“Da kann ich doch nichts dafür!”
“Dann machen wir eben was, was nicht auf der Liste steht.”

“Wieso das denn??”
“Weil das dann ja niemand anderes mitbringt.”

“Hm… Aber Birgit hat sich doch extra Gedanken gemacht und…”
“Salzstangen und Kartoffelsalat, das ist ja wirklich sehr originell!”

“Na und? Solche Sachen dürfen doch aber auch nicht fehlen!”
“Gib mir bitte mal die Liste, ich will selber mal gucken.”

“Hier, bitte.”
“Danke. – Da steht ja auch Feuerwerk drauf!”

“Ja, voll blöd, ich verstehe gar nicht, was…”
“Das nehmen wir, wir bringen Feuerwerk mit, wollte ich sowieso.”

“Nee! Das machen wir nicht!”
“Und warum nicht??”

“Weil das bestimmt alle machen und dann klappt ja nichts.”
“Was klappt denn da nicht??”

“Dann haben wir hinterher nur Knaller, aber nichts zu essen!”
“Pff! Oder wir haben nur Tiramisu, aber keine Knaller!”

“Die ganzen Kerle bringen bestimmt alle Feuerwerk mit.”
“Aha! Und nur ich darf nicht, oder was??”

“Wir könnten ja gefüllte Blätterteigtaschen machen…”
“Stehen die auf der Liste?”

“Nein.”
“Dann machen wir das auch nicht.”

“Teigtaschen kommen immer gut an, besonders bei Männern!”
“Leuchtraketen und frivoles Tischfeuerwerk auch.”

“Dass ihr Männer immer knallen müsst, das kostet nur Geld!”
“Während wir knallen, könnt ihr Frauen ja euer Tiramisu aufessen!”

“Wir bringen Blätterteigtaschen mit und fertig!”
“Also erstens steht das nicht auf Birgits aufwendiger Spezialliste…”

“Na und? Sie hat aber bestimmt nichts dagegen!”
“Und zweitens gehen wir da ja zum Feiern hin und nicht zum Futtern.”

“Jetzt weiß ich´s! Wir teilen uns das, damit jeder zufrieden ist.”
“Du meinst, du machst Teigtaschen und ich hole China-Böller?”

“Quatsch! So meine ich das doch nicht!”
“Nicht?? Sondern?”

“Ich mache Blätterteigtaschen mit Chili-Füllung für die Männer.”
“Für die Männer?? Und was mache ich??”

“Du machst das Tiramisu für uns Frauen!”

Kopfschüttel…

PS: Silvester-Tatsachen gibt´s hier.

Guten Rutsch! (photocase.de © onesecondupndown)Ganz in diesem Sinne wünschen wir allen Leserinnen und Lesern einen guten Start in das neue Jahr 2009!

Und so geht es dann nächstes Jahr an dieser Stelle munter weiter mit neuen Geschichten von der Liebsten und ihrem Kopfschüttler.

Guten Rutsch!

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Rate doch mal!

22. Dezember 2008, aus der Schublade Familie und Feste

Meine Liebste hält sich seit Stunden im Arbeitszimmer auf und kramt in dutzenden ihrer Schachteln herum; darüber hinaus darf ich diesen Raum zurzeit nicht betreten, und damit ist klar:
es muss sich um die alljährliche Einpackorgie der Weihnachtsgeschenke handeln! Währenddessen sitze ich nebenan im Wohnzimmer und schaue fern.

“Schatz? Schaaatz!”
“Was ist denn, Süße?”

“Haben wir noch Tesafilm?”
“Nur das, was im Schrank ist; oder besser: war…”

“Mehr nicht??”
“Nein.”

“Ich brauche nur noch ein klitzekleines Stück!”
“Dann bereite doch alles vor und morgen kaufen wir neues.”

“Hm… Ich wollte aber doch heute fertig werden…”
“Welches Geschenk fehlt denn jetzt noch?”

“Deins! Das habe ich bis zum Schluss aufgehoben.”
“Naja, das musst du doch nicht unbedingt zukleben…”

“Wieso nicht?? Du willst wohl vorher gucken, was!?”
“Nö, aber ich meine, wenn das nicht zu ist, also…”

“Das wird vernünftig zugeklebt und fertig!”
“Na gut, wenn du meinst. Aber wegen mir ist das nicht unbed…”

“Oder hast du etwa schon geguckt!?”
“Nein.”

“Doch, du hast bestimmt schon geguckt, oder!?”
“Nein.”

“Doch!”
“Nein!”

“Deshalb brauche ich es auch nicht mehr einpacken!”
“Ich meinte doch nur, dass…”

“Was ist es denn?? Sag doch!”
“Liebste, ich weiß nicht, was du mir schenken möchtest!”

“Ehrlich nicht?”
“Nein.”

“Wäre auch blöd, weil wir uns ja nur EIN Geschenk schenken.”
“Ja.”

“Dann wäre ja die ganze Überraschung dahin, verstehste?”
“Ja. Aber ich habe nicht geguckt. Ich weiß es nicht.”

“Du kannst ja mal raten…”
“Och Schatz, ich möchte nicht raten!”

“Nun rate doch mal!”
“Ich möchte mich lieber einfach überraschen lassen.”

“Du kommst sowieso nicht drauf, du kannst ruhig raten!”
“Na schön, hm… Eine Autorennbahn mit drei Loopings.”

“Pff! Falsch! Zwei Versuche hast du noch.”
“Dann vielleicht mein eigenes Billard-Zimmer.”

“Billard-Zimmer, du spinnst wohl! Ein Versuch noch…”
“Hm… Eine Visitenkarten-Schachtel für meine Arbeitstasche.”

“-”
“Was ist?”

“Du bist so gemein, weißt du das!?”
“Ich? Warum??”

“Du hast ja doch geguckt!”
“Wieso? Hast du wirklich eine Visitenkarten-Schachtel??”

“Natürlich, aber das weißt du ja schon, du Blödmann!”
“Ich wusste das nicht! Ich haben nur geraten!”

“Sowas kann man nicht raten, du hast im Schrank gewühlt!”
“Habe ich nicht!”

“Jetzt ist es keine Überraschung, die hast du mir verdorben!”
“Ich dir??”

“Weißt du, wie lange ich eine schöne Kartenbox gesucht habe??”
“Aber ich sollte doch raten, das wolltest du doch unbedingt!”

“Ja, aber du wusstest es ja sowieso schon!”
“Wusste ich nicht!”

“Dann musst du mir jetzt sagen, was ich kriege!”
“Wie bitte??”

“Das bist du mir ja jetzt wohl schuldig!”
“Ich bin dir was schuldig? Du spinnst ja wohl!”

“Du weißt, was du kriegst, dann will ich wissen, was ich kriege!”
“Na schön, dann sage ich es dir.”

“Und was?”
“Du kriegst Tesafilm, ganz toll verpackt und 1a zugeklebt.”

“Du bist sooo doof!”
“Aber du hast dir doch was gewünscht, was du gebrauchen kannst?”

“Du kannst dir deinen Tesafilm in die Haare schmieren!”
“Och, und ich dachte, du freust dich…”

“Morgen gehe ich los und kaufe dir ein anderes Geschenk…”
“Aber das brauchst du nicht, ich freue mich doch über eine…”

“Dann kann ich ja auch gleich noch Tesafilm kaufen.”
“Wieso das denn? Das kriegst du doch schon von mir! Haha!!”

“Sehr witzig, Schatz, wirklich SEHR witzig!”
“Du darfst es auch ausnahmsweise schon vorher aufmachen!”

“Ja, aber ich brauche so ungefähr… 20 Meter etwa.”
“Wie bitte? 20 Meter??”

“Ja!! Damit klebe ich DICH an eine Mondrakete und dann los!”

Kopfschüttel…

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Darum habe ich dich mitgenommen!

21. November 2008, aus der Schublade Familie und Feste

Meine Liebste und ich sind gemeinsam in die Bremer Innenstadt gefahren, um ein paar Einkäufe zu erledigen.
Nach diversen (unangekündigten) Touren durch Handtaschen- und Schuhgeschäfte zieht mich die Liebste schließlich in die Geschenkpapierabteilung bei Karstadt.
Naja, immerhin nicht die Abteilung für “hübsche” Schals und “flauschige” Handschuhe…
Schauen wir mal…

“Schatz, kannst du bitte mal grade meine Tasche halten, ja?”
“Ähm, ja Süße. Sag mal, was wollen wir denn hier?”

“Wir wollen Geschenkpapier kaufen, was denn sonst??”
“Geschenkpapier? Für was?”

“Ob wir vielleicht am Samstag bei meiner Schwester sind??”
“Ach ja… Geburtstag.”

“Richtig. Und dafür brauchen wir noch Geschenkpapier.”
“Schon gut, alles klar, hatte ich vergessen.”

“Also ich suche was Schönes in Rosa.”
“Da.”

“Was? Wo?”
“Da!”

“Das da?? Das nennst du Rosa??”
“Was denn sonst, also Grün sieht anders aus!”

“Das ist Hellrot, das sieht man doch!”
“Und Hellrot geht nicht, oder was?”

“Ginge vielleicht, aber dieses hier auf keinen Fall.”
“Aha…”

“Guck mal dieses, das durchsichtige Papier, das finde ich schön!”
“Ja aber, wenn es durchsichtig ist, dann, ich meine…”

“Da macht man dann noch ein anderes drunter, Schatz.”
“Ach so…”

“Du bist mir wirklich eine große Hilfe, wirklich!”
“Ähm, sollte ich dir helfen??”

“Darum habe ich dich doch mitgenommen!”
“Ich will aber nicht rosa Geschenkpapier aussuchen müssen!”

“Gut, in Ordnung.”
“Ach ja?”

“Ja, du kannst schon mal das Schleifenband aussuchen.”
“Oh bitte nicht, das ist ja noch schlimmer!”

“Wieso denn??”
“Was weiß ich, was du haben willst!”

“Na was Schönes, was denn sonst??”
“Gut, dann nehmen wir, ähm… Dieses hier.”

“Schatz!”
“Was denn?? Mir gefällt das.”

“Im Dunkeln gefällt mir das auch!”
“Na toll, dann eben nicht! Ich wusste es!”

“Du gibst dir ja auch gar keine Mühe!”
“Weil es ja auch eh keinen Sinn hat.”

“Wollen wir meiner Schwester ein schönes Geschenk schenken?!”
“Ja, natürlich. Und ich bin mir sicher, du machst das schon…”

“Also wir nehmen dieses Papier, und das da, und diese Schleife.”
“Gott sei Dank; das ging ja jetzt doch schneller, als ich dachte…”

“Ich habe ja auch ein Händchen für sowas.”
“Schön. Können wir dann jetzt endlich wieder nach Hause fahren?”

“Nee.”
“Und wieso nicht?”

“Ich bin mir noch nicht sicher, ob das Papier auch ausreicht.”
“Was? Wieso bist du dir da nicht sicher??”

“Vielleicht brauche ich ja doch noch mehr…”
“Wie groß ist das Geschenk denn??”

“Das weiß ich nicht…”
“Nicht?? Was schenken wir ihr denn??”

“Ähm, das wäre jetzt auch meine nächste Frage gewesen!”

Kopfschüttel…

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Doch nicht auf einer Party!

25. August 2008, aus der Schublade Familie und Feste

Meine Liebste und ich sind am Wochenende auf einer Geburtstagsparty. Zu später Stunde sitzen wir beide im Wohnzimmer der Gastgeber und beobachten das verrückte Treiben der anderen Gäste, denen die Cocktails bereits merklich ins Gemüt gestiegen sind.

“Schatz?”
“Ja, Süße?”

“Sag mal, habe ich das eben richtig verstanden?”
“Verstanden? Was denn?”

“Hast du dich mit Yvonne wirklich über Klopapier unterhalten??”
“Ähm… Ja?”

“Das sollst du doch nicht!”
“Wie bitte?? Warum denn nicht??”

“Du kannst doch auf einer Party nicht über Klopapier reden!”
“Und wieso nicht?”

“Das tut man nicht! Vor allem, wenn man sich kaum kennt!”
“Eigentlich haben wir dabei über dich gesprochen.”

“Über mich??”
“Vielmehr über deinen Klopapier-Verbrauch.”

“Was?? Sag mal, spinnst du??”
“Es stellte sich allerdings heraus, dass Yvonne das ganz normal findet.”

“Was findet Yvonne normal!?”
“Dass du pro Woche eine Tonne Klopapier verbrauchst.”

“Über so etwas sprichst du mit Yvonne, die du kaum kennst??”
“Naja, ich wollte halt mal fragen, na und??”

“Und was hat sie jetzt genau gesagt??”
“Liebste, wir haben uns nur über Klopapier unterhalten, sonst nichts.”

“SCHATZ! Du erzählst mir jetzt sofort ALLES GANZ GENAU!!”
“Aber da gibt´s nicht viel zu erzählen!”

“Jedes Wort! Haarklein! Wer weiß, was die über mich gesagt hat!”
“Gar nichts, sie hat gar nichts über dich gesagt!”

“Sondern??”
“Na wie Frauen eben so sind, die üblichen Verrücktheiten.”

“Das hat sie über mich gesagt??”
“Nein, das habe ich über sie gesagt!”

“Das hast du gesagt?”
“Ja, ich.”

“Und was hat sie gesagt??”
“Sie bedauerte, dass es kein 8-lagiges Klopapier gibt…”

“Ach so, ja. Da hat sie natürlich recht.”

Kopfschüttel…

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Oh, oh, oh!!

18. August 2008, aus der Schublade Familie und Feste

Meine Liebste und ich haben am Wochenende Besuch; gemeinsam mit guten Freunden sitzen wir in unserem Wohnzimmer, trinken Wein und futtern Snacks.
Alles in allem: es ist Schwung in der Bude!

“Schatz, wieso trinkst du eigentlich nur Weißwein?”
“Tja, ich weiß auch nicht… Heute mag ich den lieber, Süße.”

“Möchtest du meinen Rotwein hier mal probieren?”
“Nein, lass mal, danke.”

“Na schön, dann lass uns anstoßen!”
“So? Auf was denn??”

“Hm… Darauf, dass Nina und Jörg da sind!”
“Salute! Auf Nina und Jörg!”

[Wir alle erheben unsere Gläser über die Mitte des Tisches und stoßen gemeinsam an; das allerdings so heftig, dass der Liebsten ihr Glas etwas verrutscht und sich ein ordentlicher Teil des guten italienischen Rotweins wenig später auf ihrer weißen (!) Hose wiederfindet!]

“Oh nein, oh nein!! Schatz!”
“Das ist jetzt Pech, würde ich sagen…”

“Meine Hose!! Was mache ich denn jetzt?!”
“Ähm… Soll da nicht Weißwein helfen?”

“Genau! Weißwein auf Rotwein! Genau! Gib dein Glas!”
“Wie bitte?? Mein Glas?”

“Gib her!”

[Noch bevor ich Herr der Lage werden kann, reißt mir die Liebste mein Weißwein-Glas aus der Hand, das noch gut zur Hälfte gefüllt ist, und gießt es sich mit einem einzigen Schwung über ihre Hose!
Nina und Jörg sitzen wie angewurzelt und mit offenem Mund auf dem Sofa und vergessen darüber offensichtlich auch, ihre Gläser wieder zu senken. Ich meine, ich bin ja schon so Einiges gewöhnt, aber jetzt weiß ich auch nicht so richtig, was ich nun sagen soll...]

“Und jetzt??”
“Ähm, Schatz, sag mal…”

“Das hilft nicht!”
“Du hast dir jetzt nicht gerade ein Glas Weißwein über…”

“Aber das ist doch das Geheimrezept, oder nicht??”
“Schon, aber…”

“Der Rotwein-Fleck ist aber noch da! Hier!”
“Das ist er, ja…”

“Und jetzt?? Weißwein hilft ja gar nicht!”
“Aber Schatz, man benutzt den Weißwein doch nur, um…”

“Du hast gesagt, ich soll Weißwein nehmen!”
“Aber doch nicht so!”

“Wie sehe ich denn jetzt aus, guck dir das mal an!”
“Stimmt, bleib so, ich hole nur schnell meine Kamera!”

“Quatsch! Gib mir bitte mal die Serviette.”
“Welche Serviette??”

“Na die da!”
“Schatz! Da liegen doch die ganzen Süßigkeiten drauf!”

“Zieh einfach schnell weg, dann bleibt alles auf dem Teller!”
“Was?? Sind wir hier bei David Copperfield, oder was??”

“Alles muss man selber machen!”

[Meine Liebste greift das Ende der Serviette, die auf dem Süßigkeitenteller liegt und mit M&Ms, Keksen und Lakritze beladen ist. Mit einem raschen Schwung reißt die Liebste die Serviette vom Teller! Erstaunlich! Weniger erstaunlich ist allerdings das sicher jedermann bekannte Geräusch von M&Ms, die über den Parkettboden hüpfen und allesamt - zusammen mit der Lakritze und den Keksen - im Wohnzimmer weit verstreut zum Liegen kommen.
Immerhin haben Nina und Jörg schon mal ihre Gläser wieder leicht gesenkt; zu Wortäußerungen sind sie aber noch nicht wieder fähig...]

“Mist, im Fernsehen klappt das doch immer!”
“Sag mal, was machst du denn da, spinnst du jetzt völlig??”

“Ich wollte die Serviette!”
“Die hast du ja jetzt!”

“Aber die ist ja voller Zucker!”
“Ach tatsächlich?? Komisch!”

“Oh, oh, oh, oh!!!”
“Was ist denn jetzt schon wieder!”

“Mir läuft der Wein in den Schuh!”
“WAS??”

“Am Bein runter, am Bein runter!”
“Ich breche zusammen…”

[Meine Liebste zieht ihren rechten Schuh aus und hüpft nun auf einem Bein im Wohnzimmer herum... Leicht überfordert mit den aktuellen Ereignissen geht mir dieser alte Werbespot für eine Haftpflicht-Versicherung durch den Kopf, wo im Kaufhaus ein Fußball die Rolltreppe herunter springt und durch die Verkettung unglücklicher Zufälle das halbe Einkaufszentrum in Schutt und Asche legt... Währenddessen neigt sich Jörg bereits hilfsbereit in Richtung Boden, um ein paar M&Ms aufzusammeln, allerdings ohne die Liebste dabei auch nur einen Moment lang aus den Augen zu lassen.]

“Mann, ist das ein Mist! Schadet Wein meinem Nagellack??”
“Schatz, wie wäre es, wenn du dich einfach mal kurz hinsetzt…”

“Ich habe aber auch ein Pech!”
“Und wir erst…”

“Was soll das heißen!”
“Och…”

“Ich ziehe mich jetzt erst mal aus!”
“Wie bitte??”

“Na die Hose!”

[Während die Liebste bereits ihren Hosenknopf geöffnet hat, richtet sich Jörg wieder auf und vergisst angesichts der Entwicklung wohl die M&Ms; was ich ihm nicht wirklich übel nehmen kann. Nina scheint gerade etwas sagen zu wollen, kommt aber nicht weit...]

“Die Hose kommt sofort in die Waschmaschine.”
“Lass die Hose an!!”

“Wieso? Ich habe mich ganz nass gemacht!”
“Geh vielleicht erst einmal ins Schlafzimmer, oder??”

“Ach so, ja…”
“Himmel…!”

[Meine Liebste macht den Knopf ihrer Hose wieder zu und hüpft auf einem Bein durch die Wohnzimmertür in den Flur. Ein paar M&Ms, die sich auf den Weg der Liebsten verirrt hatten, lassen dabei leider zerplatzend ihr Leben. Aus der Ferne hört man die Liebste noch...]

“Schatz?”
“Ähm… Ja?”

“Frag mal Nina und Jörg, ob sie noch was trinken wollen!”
“Mache ich, Liebste, mache ich…”

“Mann, habe ich ein Glück gehabt!
“Ähm… Wieso jetzt Glück??”

“Na stell dir vor, ich hätte mir meine Bluse bekleckert!”

Kopfschüttel…

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Ein paar mehr Sätze

21. Juli 2008, aus der Schublade Familie und Feste

Meine Liebste und ich haben am Wochenende Besuch, meine Schwester stellt uns endlich mal ihren neuen Freund vor.
Das wurde auch mal langsam Zeit, denn schließlich will man ja wissen, mit wem sich die Familie so rumtreibt!

“Schatz?”
“Ja, Süße?”

“Und?”
“Was denn und??”

“Und was meinst du?”
“Zu was jetzt??”

“Na zu Jörg!”
“Ach so! Ja.”

“Und weiter?”
“Was denn weiter??”

“Du wirst ja wohl mehr als nur ein Wort für ihn übrig haben!”
“Was soll ich denn da noch sagen, JA ist doch eindeutig, oder nicht??”

“Naja, findest du, dass die beiden zusammen passen?”
“Ja.”

“Mann!”
“Was denn??”

“Ich wüsste es gerne ETWAS genauer!”
“Und was jetzt genau??”

“Ob du denkst, dass das mit denen was werden kann, meine ich!”
“Ja.”

“SCHATZ!”
“Wenn ich was anderes denken würde, hätte ich es schon gesagt.”

“Mit dir kann man sich nie mal sachlich unterhalten!”
“Bitte?? Ich habe doch wohl eine eindeutig sachliche Antwort gegeben!”

“Ich will aber mit dir darüber reden!”
“Wir reden doch drüber!”

“Aber nicht richtig.”
“Und was wäre richtig??”

“Wenn du ein paar mehr Sätze machen würdest zum Beispiel!”
“Na schön, also gut… Annes neuer Freund ist genehmigt.”

“Als wenn du das für Anne entscheiden könntest! Pff!”
“Na und?? Ich kann es aber ja wohl für mich selbst entscheiden.”

“Toll! Applaus!”
“Wolltest du mit mir drüber reden, oder nicht?!”

“Schon, aber doch nicht so einen Quatsch!”
“Bitte sehr, bitte sehr! Also: was denkst DU denn von Jörg?”

“Der ist ganz OK!”
“Ganz OK?? Ganz OK ist ja wohl der kleine Bruder von Scheiße!”

“Na gut, dann ist er eben nicht ganz OK, sondern sehr OK.”
“Aha, und das ist jetzt also das Niveau, auf das du dieses Gespräch bringen wolltest, ja??”

“Ich hatte nur einen schlechten Start!”
“Ach so, ja klar!”

“Ich kann das Niveau auch deutlich heben, wenn ich will!”
“Na gut, bitte, dann hebe! Also: wie findest du Jörg?”

“Der ist wirklich sehr nett! Also für einen Mann, meine ich.”

Kopfschüttel…

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