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Ein Suchbild

13. September 2011, aus der Schublade Familie und Feste

Heute kam Post – ich fand das Bild darin weniger aufregend, aber meine Liebste war hin und weg. OK, vielleicht sollte ich es mir mal in Ruhe anschauen, aber dass man wegen sowas so aufgeregt sein kann:

„Guck mal, Post von meiner Schwester!“
„Was ist denn das?“

„Na ein Ultraschallbild von meiner Nichte!“
„Hä? Ich erkenn da nur so Grau…“

„Quatsch. Schau doch mal richtig hin, dann siehst du Kopf, Körper, Arme und Beine. Also das ist doch deutlich zu erkennen…“
„Vielleicht wenn ich’s drehe… Hier das Dicke, was ist das?“

„Das ist der Kopf. Sag mal, brauchst du eine Brille?“
„Nein, ich frag ja nur. Die Haare kann man aber nicht erkennen, oder?“

„Ach, Männer. Ich glaube, sie lächelt sogar!“
„Aha. Wo denn?“

„Na da! Ist sie nicht süß?“
„Ja, wenn man das alles erkennt… Woher weißt du eigentlich, dass es eine Nichte wird? Steht dazu was im Brief?“

„Nein, das sieht man doch auch hier. Guck mal zwischen den Beinen…“
„Die liegen aber komisch.“

„Wieso? Ganz normal, zwei Stück nebeneinander. Wahrscheinlich bist du bei einem Arm gelandet, gib mal her…“
„Hier. Was ist das, wo mein Finger hinzeigt?“

„Na ein Arm natürlich. Mann, du bist ein hoffnungsloser Fall. Guck, hier sind die Beine, und was ist dazwischen?“
„Da ist natürlich nichts zu erkennen. Kein Wunder bei der Farbgebung. Kann man so ein Foto nicht besser machen? So, dass man auch was erkennt?“

„Das ist superscharf! Besser geht nicht! Und es ist deutlich zu sehen, dass es ein Mädchen wird!“
„Ist ja auch egal.“

„Bitte? Es ist doch nicht egal ob Junge oder Mädchen!“
„Na ja, Hauptsache gesund.“

„Natürlich Hauptsache gesund, aber der Rest ist doch nicht egal?“
„Wieso? Ich denke, man nimmt, was man kriegt, oder?“

„Ja, aber man muss sich doch mental vorbereiten…“
„Ach, die Diskussionen über Schminken, abends ausgehen und Alkohol trinken stehen ja nicht gleich im Kreißsaal an. Angenommen, es wird ein Mädchen, was dann?“

„Na dann freue ich mich wie verrückt!“
„Aha. Und wenn’s ein Junge wird?“

„Wieso? Es wird ein Mädchen, da siehst du’s doch.“
„Ich meine ja nur, wenn…“

„Wieso soll ich jetzt so einen theoretischen Fall durchspielen?“
„Du würdest dich also nicht freuen?“

„Doch, natürlich.“
„Aber eher so aus Pflichtgefühl heraus, oder?“

„Quatsch! Man kann sich doch nicht aus Pflichtgefühl heraus freuen! Ich würde mich dann auch freuen. Halt nicht so arg wie bei einem Mädchen.“
„Also weniger. Ihr Frauen habt doch was von den Amazonen an euch…“

„Das ist gemein! Über was würdest du dich mehr freuen? Junge oder Mädchen?“
„Ähh…“

„Nicht überlegen! Gleich sagen!“
„Jun… also eigentlich wär mir das egal…“

„Du wolltest ‚Junge‘ sagen!“
„Das ist mir nur so rausgerutscht…“

„Du denkst, Mädchen interessieren sich nicht für Fußball und Autos, machen keine Männerwitze und keine Übernachtungen im Zelt mit ihrem Vater, oder?“
„Also…“

„Wußte ich’s doch!“
„Und selbst? Was würdest du mit deinem Neffen unternehmen, wenn er groß genug ist? Würdest du mit ihm auch mal zum Fußballspiel gehen, weil das echte Kerle halt interessiert? Oder doch lieber zum Eiskunstlauf?“

„Nein, wenn’s ein Junge wird, gehe ich mit ihm auch mal zum Fußball. Zum Frauenfußball natürlich!“

Kopfschüttel…

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Nomen est omen

31. Mai 2011, aus der Schublade Familie und Feste

Seit meine Liebste weiß, dass sie Tante wird, ist sie völlig im Babyfieber. Neulich las sie mir die Namen der neugeborenen Babys aus der Zeitung vor:

„Oh, hör mal, hier ist ein Liam geboren. Das klingt doch schön!“
„Na ja, in Vietnam ist das bestimmt ein super Name…“

„Wieso? Gefällt er dir nicht?“
„Also Schatz, da weiß man ja nicht mal genau ob Junge oder Mädchen.“

„Dann vielleicht der hier: Hannah Arwen.“
„Hannah geht so, aber was soll Arwen? Wurde das Kind bei ‚Herr der Ringe‘ gezeugt?“

„Also, dann den hier: Leon.“
„Im Seat gezeugt.“

„Jesper?“
„Ikea?“

„Hier, da kannst du nicht mäkeln: Johannes.“
„Da fällt mir nur ein – ach, ich sag‘s lieber nicht.“

„Shirley Joli gibt’s hier noch, oder Laurin Elias.“
„Wenn das Kind gern seinen Namen lebenslänglich buchstabieren will…“

„Was gefallen dir denn für Namen?“
„Na ja, auf jeden Fall muss man sie auf Anhieb schreiben und sprechen können. Es wäre auch schön, wenn man am Namen erkennt, ob Junge oder Mädchen, und allzu lang dürfen sie auch nicht sein.“

„Meine Kollegin erzählte neulich von ihrem Neffen, der heißt Tim. Das wäre doch ein schöner Name: Kurz, männlich, keine Schreibfehler.“
„Genau. Und den Bruder nennen sie dann Struppi.“

„Aber hier, hier ist doch tatsächlich ein normaler Name: Udo.“
„Das ist jetzt wieder ein bisschen kurz. Da könnte man denken, bei den Eltern hat’s nicht zu mehr gereicht.“

„Und der hier? Lukas?“
„Das klingt mir zu religiös.“

„Madonna hat ihre Tochter auch Lourdes Maria genannt, das ist zwar sehr religiös, aber schön.“
„Na ja, wenn man selbst schon ‚Madonna‘ heißt…“

„Oder hier: Mohammed.“
„Da sind die Eltern vermutlich Muslime. Sag mal, Schatz, willst Du das alles Susi vorschlagen?“

„Ich kann ihr doch beratend zur Seite stehen, oder nicht?“
„Also ich weiß ja nicht… es ist doch noch Zeit. Und das Geschlecht steht immer noch nicht fest.“

„Kein Problem. Ich geb ihr schonmal eine Liste mit Namen für Jungs und Mädels.“
„Vielleicht will sie das selbst in die Hand nehmen?“

„Das kann sie ja trotzdem machen. Eine große Auswahl hat da noch nie geschadet.“
„Weißt Du, was am besten wäre? Wenn das Kind seinen Namen erst bekäme, wenn es schon einen eigenen Charakter hat. Wie bei den Indianern.“

„Wie bitte? Und dann heißt es ‚Schnuckeliger Fratz, der hin und wieder bockt‘?“
„Quatsch, da müßte man dann mal sehen. Aber das wäre doch viel besser als diese sinnlose Namenssuche.“

„Wieso sinnlos? Selbst wenn man es so machen würde, bräuchte man immer noch einen Namen für die Zeit zwischen Geburt und Indianername. Ich such also weiter!“

Kopfschüttel…

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Schock nach Feierabend

18. Mai 2011, aus der Schublade Familie und Feste

Nach einem langen Arbeitstag auf dem Heimweg hatte ich noch schnell was eingekauft und bekam an der Kasse des Supermarkts noch live ein Erziehungsdrama vorgeführt. Ein niedlicher kleiner Blondschopf wollte unbedingt Süßigkeiten, seine Mutter allerdings nicht. Die Brüll- und Tobvorführung des Jungen war filmreif und ich war froh, dass ich nicht erziehen musste und freute mich schon auf einen ruhigen, entspannten Abend daheim. Zuhause war die Liebste allerdings völlig aus dem Häuschen. Sie hatte gerade erfahren, dass sie Tante wird.

„Schatz, stell dir vor: Ich werde Tante! Susi ist schwanger! Oh, ich freu mich so!“
„Prima, wann ist es denn soweit?“

„Irgendwann zum Jahresende. Ach, stell dir vor, es wird vielleicht ein Weihnachtskind!“
„Das ist für das Kind doch total doof, an Weihnachten Geburtstag zu haben. Na ja, immerhin sparen wir dann jedes Jahr ein Geschenk.“

„Quatsch, da geht’s doch gar nicht drum. Naja, vielleicht kommt es ja auch erst nach Weihnachten. Ach, stell dir mal vor, so ein klitzekleines Baby, wie niedlich.“
„Naja, natürlich ist es erst einmal ein kleines Baby, wie jedes Baby. Dann wird es größer und dann tobt es an der Supermarktkasse und will alles haben und hört nicht und schmeißt sich auf den Boden und brüllt laut ‘Blöde Mama’ durch den ganzen Supermarkt, sehr niedlich…“

„Ach was, alles Erziehungssache. Und Babies riechen immer so gut.“
„Wenn sie die Windel vollhaben wohl eher nicht.“

„Das macht doch bei einem Baby nichts. Oh, jetzt müssen sie bestimmt in eine größere Wohnung umziehen, damit der Wickeltisch und alles auch Platz hat.“
„Ach was, soviel Platz braucht doch so ein kleines Kind noch gar nicht.“

„Naja, es braucht ein Bettchen, einen Schrank, einen Wickeltisch, einen Stubenwagen und einen schönen Platz für die Babydecke und später für den Laufstall… „
„Klar, und in den Sportwagen passt bestimmt kein Kindersitz, daher gleich noch ein neues Auto dazu…“

„Quatsch, jetzt nimmst du mich nicht ernst. Bestimmt fragen sie uns bald, ob wir beim Umzug helfen können, Susi kann ja auch nicht mehr schwer heben.“
„Wenn sie fragen, helfen wir natürlich, aber ich glaub nicht, dass sie jetzt umziehen wollen, die Wohnung ist doch mindestens so groß wie unsere.“

„Ja, wir haben schon viel Platz. Da würde alles reinpassen für ein Baby.“
„Was willst du denn damit sagen?“

„Wie was sagen?“
„Doch nicht was mit schwanger?“

„Ja, da rede ich doch die ganze Zeit von.“
„Oh. Ich muss mich erstmal setzen…“

„Was ist denn, du bist so blass geworden!“
„Naja, man erfährt ja nicht alle Tage, dass man Vater wird. So plötzlich.“

„Wieso wirst du Vater?“
„Hast du nicht grade gesagt, dass du schwanger bist?“

„Nein, hörst du mir eigentlich nie zu? Susi ist schwanger! Du kannst deinen Puls wieder auf normal stellen…“

Kopfschüttel…

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Spaziergang mit Hindernissen

2. Mai 2011, aus der Schublade Familie und Feste

Bei Festen in meiner Verwandschaft wird oft nach dem Mittagessen zu einem Spaziergang aufgebrochen. So auch bei Tante Annes 60. Geburtstag. Was ein schöner Gang durch die Lüneburger Heide werden sollte, wurde für meine Liebste zunehmend zu einer Art Survivaltraining. Wir blieben daher etwas zurück, und sie fluchte:

„Dieser dämliche Spaziergang hätte nicht gleich rund um die Heide gehen können? Ich hab mir an jedem Fuß eine Blase gelaufen!“
„Aber wir sind doch noch keine zwei Kilometer gelaufen!“

„Ja und? Ich hab trotzdem Blasen!“
„Vielleicht passen Deine Schuhe nicht?

„Meine Schuhe passen immer. Ich probier sie ja beim Kauf extra an! Mist, blöder!“
„Hmm… Du hast aber auch nur so eine dünne Strumpfhose an. Da ist es ja kein Wunder, dass du dir eine Blase läufst!“

„Ja soll ich vielleicht in Kniesocken daherkommen? Und noch einen Filzhut mit Gamsbart dazu?“
„Na ich mein ja nur, die sind halt sehr dünn und deswegen…“

„Ach, es ist einfach eine blöde Idee, so einen Spaziergang zu machen. Man kann sich doch auch nett unterhalten, ohne dass man dabei laufen muss!“
„Aber wenn man sich richtig anzieht – also ich hab ja keine Probleme…“

„DU bist ja auch ein Mann. Männer haben bei sowas NIE Probleme. Ihr kauft eure Schuhe, und Zack! passen sie wie angegossen.“
„Nein, ich hab halt normale Socken an. Du könntest ja genausogut barfuß in den Schuhen stecken.“

„Und was machen wir jetzt? Das tut verflucht weh!“
„Du kannst die Stellen im Schuh ja mit einem Papiertaschentuch polstern, das sollte als Notlösung helfen. Oder du läufst barfuß.“

„Bitte? Weißt du, was das für Hornhaut an den Fußsohlen gibt? Ich seh ja aus wie ein Elefant!“
„Ich kann dich ja schlecht huckepack herumtragen…“

„Nein, aber ein paar sinnvollere Vorschläge wären mir sehr willkommen!“
„Dann mach das mit der Polsterung halt mal. Und beim nächsten Schuhkauf gibst Du besser acht.“

„Ich hab dir doch schon gesagt, dass ich die Schuhe immer kurz anprobiere!“
„Ja, aber du musst damit auch mal rumlaufen!“

„Wieso denn das? Wenn ich sie anprobiere und sie passen, dann passen sie. Egal, ob ich sitze oder laufe. Mein Fuß wächst ja nicht, nur weil ich grade laufe.“
„Aber neue Schuhe probiert man natürlich aus! Ziehst du sie im Schuhgeschäft einfach an und packst sie dann ein, ohne damit nur einen Schritt gelaufen zu sein?“

„Aber ja doch. Und die passen immer!“
„Seh ich ja grade…“

„Ich kann doch nicht im Schuhgeschäft hin- und her laufen, ohne Ziel und ohne Sinn!“
„Aber das hat ja einen Sinn – Du sollst merken, ob die Schuhe passen!“

„Also das wäre mir zu blöd. Und heute ist vielleicht auch ein schlechter Tag oder was weiß ich. Heute morgen, als wir losgefahren sind, haben sie auf jeden Fall noch gepasst.“
„Tja, und was machen wir jetzt? Der Rest der Truppe ist schon weit voraus. Mit deinen Folterschuhen werden wir sie nicht mehr einholen.“

„Könntest du nochmal zurück ins Ort gehen?“
„Äh… und was soll ich da? Einen Schuhmacher suchen?“

„Du könntest mit zwei Leihrädern zurückkommen, dann ging’s wieder…“

Kopfschüttel…

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Hochzeitssprüche

21. Februar 2011, aus der Schublade Familie und Feste

Neulich war endlich mal wieder nette Post im Briefkasten – eine Einladung zur Hochzeit eines Freundes. Eigentlich hatte ich damit gerechnet, dass so etwas bei meiner Liebsten sogleich eine hektische Suche nach der passenden Garderobe auslöst (bei welcher sie – Frau bleibt Frau – natürlich NICHTS, ÜBERHAUPT NICHTS finden würde…). Aber die passende Kleidung war gar nicht ihr Problem, zumindest anfangs nicht, als sie mir mit einem langgezogenen Grinsen sagt:

„Duhuuuu, schau mal! Post von Uli und Anke – sie heiraten!“
„Oh, ein Fest! Was sollen wir ihnen denn schenken?“

„Hmm… Ich weiß nicht. In der Karte haben sie keine Wünsche angegeben. Einen Hochzeitstisch haben sie auch nirgendwo bestellt, wo man mal schauen könnte. Ach schön, eine Hochzeit!“
„Na ja, dann verpacken wir ein paar Scheinchen kunstvoll…“

„Ein Geldgeschenk? Das ist immer so eine Notlösung.“
„Gutscheine sind eine Notlösung, Liebste. Wir basteln aus Scheinen und Münzen einen Kinderwagen.“

„Na das wäre natürlich pfiffig! Und wir stellen ihn auf die Glückwunschkarte drauf und verpacken das Ganze schön.“
„So schnell ist das mit dem Geschenk geklärt.“

„Und was schreiben wir in die Karte?“
„Na sowas wie ‚Alles Gute zur Hochzeit wünschen…‘“

„Ach nee. Das ist poplig. Es sollte schon was Romantisches sein.“
„Ein Ring, sie alle zu knechten, ins Dunkel zu treiben…“

„Blödsinn. Vielleicht sowas: ‚Ein liebendes Herz, ein trautes Heim, sollen stets Euch gegeben sein.‘ Das ist doch schön, oder?“
„Also da würd ich nicht unterschreiben. Das ist ja total kitschig. Die denken ja, uns sind die Sicherungen durchgeknallt.“

„Ach? Und hast du was besseres?“
„Heiraten heißt: Seine Rechte zu halbieren und seine Pflichten zu verdoppeln.“

„Das ist typisch Mann. Und außerdem total unromantisch.“
„Wart mal, Schatz… ich hab da neulich was gelesen, da war ein Spruch drin… Ich such’s schnell!“

„Hebst du neuerdings Artikel zum Thema Hochzeit auf? Ich staune!“
„Nein, irgendwo darin ist erwähnt, wie eine Heirat die Lebenserwartung verlängert… oder verkürzt… Da isses! ‚Die Ehe ist eine wunderbare Erfindung, aber das ist ein Fahrradflickzeugkasten auch.‘ Cool, oder? Ist von einem gewissen Billy Connolly.“

„Quatsch, jetzt überleg doch mal ernsthaft, was man da schreiben könnte.“
„Ich mein das ernst! Uli würde sich schlapplachen, wenn er das liest!“

„Ihr Männer seid doch alle gleich! Man kann doch in einer Hochzeitskarte nicht von einem Fahrradflickzeugkasten schreiben!“
„Wieso nicht? Wenn’s doch gut passt.“

„Es passt aber nicht. Was würde denn Anke sagen, wenn sie das liest?“
„Keine Ahnung. Bestimmt würde sie lachen.“

„Ich denke, sie würde uns von der Bekanntenliste streichen.“
„Och, das ist aber auch schwierig mit euch Frauen. Dann schreib du halt was, ich unterschreib’s dann.“

„Mir fällt grade aber auch nix ein!“
„Gibt’s denn niemand, den man wegen Hochzeitssprüche mal fragen könnte?“

„Wie? Du willst dir zum Schreiben einer Hochzeitskarte professionelle Hilfe holen?“
„Warum nicht? Man holt ja auch einen Fachmann, wenn man ein verstopftes Klo hat.“

„Du kannst doch nicht eine Hochzeitskarte mit einem verstopften Klo vergleichen!“
„Na ja, ist halt beides Sch…!“

„So kommen wir zu keinem Ergebnis. Weißt du was? Wir lassen die Karte noch ein bißchen liegen, vielleicht fällt uns ja später was Schönes ein. Hat ja noch Zeit.“
„Wann ist die Hochzeit eigentlich?“

„Ende August…“
„Vielleicht überlegen sie sich’s bis dahin nochmal?“

„Das wäre ja blöd! Dann müssen wir gleich zusagen!“
„Wieso denn? Ist doch noch Zeit.“

„Ja, aber vorhin auf dem Nachhauseweg hab ich so ein schönes Abendkleid gesehen…“

Kopfschüttel…

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Wollten wir ja auch nicht!?

20. Dezember 2010, aus der Schublade Familie und Feste

Meine Liebste kommt am letzten Adventssamstag vor Weihnachten von ihrer – wie sie sagt – letzten  Shoppingtour zurück.
Obwohl sie eigentlich nur noch ein paar Kleinigkeiten benötigt hat, sind die Tüten, die sie mitschleppt, alle voll…

“Hallo Schatz, da bin ich wieder!”
“Sehe ich, Süße, das sehe ich.”

“Hilf mir doch mal mit den Tüten hier!”
“Klar, gerne, und…”

“Ich muss nämlich ganz dringend auf Klo!”
“Gut, ähm…”

“…stell einfach irgendwo hin, ich komme gleich!”
“Jawohl…”

[Während ich mit den großen Tüten Richtung Küche schlappe, höre ich, wie der Mantel der Liebsten durch die Wohnung fliegt, Türen knallen und ein Klodeckel "schwungvoll" geöffnet wird. Ich meine, man(n) gewöhnt sich ja mit den Jahren dran, dass Frauen eigentlich immer auf Klo müssen, wenn sie nach Hause kommen; und daran, dass Frauen immer DRINGEND aufs Klo müssen, wenn sie vom Einkaufen wieder da sind... Und auch daran, dass man(n) dabei eigentlich immer nur im Weg steht, egal, wo man sich gerade aufhält...
Ein paar Minuten später kommt die Liebste dann - sichtlich entspannt - auch in die Küche, wo ich auf sie warte.]

“Boah, das war knapp…”
“Ja, ähm… Naja, schön.”

“Du, Schatz?”
“Ja, Süße?”

“Hast du in die Tüten reingeguckt??”
“Nein, wieso?”

“Wirklich nicht??”
“Nein, sollte ich denn??”

“Auf keinen Fall sollst du da reingucken!”
“Wieso??”

“Weil da was drin ist, was nicht für deine Augen bestimmt ist.”
“Ähm… Ein Geschenk?”

“Ja, richtig. Habe ich besorgt.”
“Für mich??”

“Ja, für dich.”

“Aber, ähm…”

“Was ist??”
“Liebste, wir wollten uns doch zu Weihnachten nichts schenken??”

“Richtig. Stimmt. Wollten wir nicht.”
“Ja, ähm… Schön, dass wir uns da einig sind…”

“Ich schenke dir ja auch nichts.”
“Nicht?”

“Nein.”
“Aber hast du nicht eben gesagt, du hättest ein Geschenk??”

“Ja, das habe ich gesagt und stimmt ja auch.”
“Ähm… Und das ist für mich, ja?”

“Richtig, wie oft soll ich das denn noch sagen??”

“Ähm… Liebste, ich verstehe mal wieder kein Wort, und…”

“Was und?”
“…und ich habe aufmerksam gefragt, geantwortet UND zugehört!”

“Was ist denn schon wieder, was willst du denn jetzt??”
“Liebste, hast du ein Geschenk für mich gekauft!?”

“Ja!”
“Aber wir wollten uns doch nichts zu Weihnachten schenken!?”

“Wie oft wollen wir das jetzt noch wiederholen??”

“Also schön… WARUM hast du mir ein Geschenk gekauft??”

“Mir war eben danach.”
“Und du wirst es mir schenken??”

“Ja, natürlich! Warum sonst sollte ich dir ein Geschenk kaufen??”
“Oh Gott, ich glaube, ich unterzuckere gerade wieder…”

“Ein bisschen blass bist du schon, ist alles in Ordnung??”
“Nichts ist in Ordnung! Sag mal, findest du das wirklich normal??”

“Was jetzt??”

“Dass du mir ein Geschenk kaufst, obwohl wir doch beide…”

“Wo ist denn jetzt eigentlich genau dein Problem, Schatz??”
“Ich habe zwei, wenn du es genau wissen willst!”

“Und die wären?”
“Erstens: wieso kriege ich ein Weihnachtsgeschenk trotz Abmachung!”

“OK, und zweitens?”
“Zweitens: ich habe jetzt KEIN Weihnachtsgeschenk für dich!”

“Ich glaube, du verstehst da etwas völlig falsch, Schatz.”
“Dann kläre mich doch bitte mal auf, mit EINFACHEN Worten, bitte!”

“Du kriegst kein Weihnachtsgeschenk. Ist das jetzt klar, ja?”
“Ähm… Ja. OK.”

“Und du brauchst daher für mich auch keins, verstanden?”
“Ja, ähm… Verstanden, aber…”

“Kein Aber!”
“Darf ich dann – bevor ich zusammenbreche – noch was fragen?”

“Was denn nun noch!”
“Das Geschenk, das du für mich gekauft hast, ähm, das…”

“Was ist damit?”
“…das kriege ich dann… Zu Ostern oder so?”

“Nein, doch nicht zu Ostern, pff!”
“Dann, ähm… Zu meinem nächsten Geburtstag?”

“Nein, nein, das ist ja noch viel zu lange hin.”

“Und… Wann kriege ich es dann??”

“Am 24.12.”
“Oh Gott, kann ich jetzt nicht endlich aufwachen, bitte!?”

“Aufwachen??”
“Ich habe schon wieder einen dieser nicht endenden Alpträume…”

“Spiele ich da auch mit??”
“LIEBSTE!!!! DU! DU SPIELST DIE HAUPTROLLE UNTER DEN ZOMBIES!!”

“Ich?? Wieso? Ich habe dir doch gerade ein Geschenk gekauft!”
“Jaaaa!!!!!”

“Weil ich dich so lieb habe!”
“Du bringst mich langsam, aber sicher um, so einfach ist das!!”

“Wieso??”
“Weil du mir am 24.12. was schenkst!”

“Darf ich das denn nicht??”

“Nein! Wir wollten uns zu Weihnachten nichts schenken!”

“Das ist ja auch gar kein Weihnachtsgeschenk!”
“Und was dann??”

“Einfach nur so! Ein ganz normales Geschenk eben!”
“Einfach nur so?? Einfach nur so?? Und zufällig am 24.12.??”

“Ganz zufällig, ja!”

“Ich breche zusammen, ruf bitte noch den Notarzt…”

“Ich erwarte übrigens von dir nicht, dass du mir was schenkst.”
“Du meinst, am 24.12.??”

“Ja, wir wollen uns ja zu Weihnachten nichts schenken.”
“Aha…”

“Aber über ein zufälliges Geschenk würde ich mich natürlich schon sehr freuen!”

Kopfschüttel…

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Jeder, wie er will

15. November 2010, aus der Schublade Familie und Feste

Meine Liebste und ich machen gemeinsam einen kleinen Spaziergang ums Eck; wir haben da so eine  allgemeine Strecke, die wir öfters mal laufen.
Dabei unterhalten wir uns über alles Mögliche und schauen auch, was es gegebenenfalls bei den Nachbarn so Neues gibt.

“Schatz? Hast du das gesehen??”
“Was denn, Süße?”

“Da hinten, schau!”
“Was? Wo?”

“Da hängt ein leuchtender Adventsstern im Fenster!”

“Ach da… Ja, vielleicht ein bisschen verfrüht…”

“Wieso verfrüht?”
“Ähm… Naja, ich meine, der erste Advent ist ja erst in, in…”

“…in ziemlich genau zwei Wochen.”
“Genau, so um den Dreh.”

“Nicht um den Dreh! In zwei Wochen ist erster Advent!”
“Na gut, dann eben in zwei Wochen.”

“Wieso zweifelst du denn bitte an dem, was ich dir sage??”
“Ich zweifele ja gar nicht daran.”

“Ach nein?? Ich sage, genau zwei Wochen, und du…”
“…ich hätte eben nicht gedacht, dass du das so genau weißt.”

“Ich weiß es aber!”
“Ok, schön, gut.”

“Du tust ja förmlich so, als sei das eine Ausnahme!?”

“Was, dass du mal was sicher weißt?”

“Siehste, jetzt sagst du es ja sogar selber!”
“Aber das wollte ich doch damit gar nicht sagen!”

“Hast du aber!”

“Moment mal, ich sagte…”

“…ich weiß, was du gesagt hast, ich bin ja nicht doof!”
“Nein, bist du nicht.”

“Bin ich auch nicht! Auch, wenn du das immer glaubst!”

“Glaube ich doch gar nicht!?”

“Ach nein?? Immerhin weiß ICH genau, wann erster Advent ist!”

“Ja, und desw…”

“…DU hingegen wusstest es nur so ungefähr lirum larum!”

“Das, ähm, ja das stimmt, aber…”

“So, also WER ist hier dann bitte der Dumme??”
“Lass mich raten… Ich?”

“Richtiiiiig!”
“Ja… Mein Ratetalent ist weltweit bekannt und…”

“Machst du dich schon wieder lustig?? Schon wieder!?”
“Nein, in keinster Weise, Liebste.”

“Das rate ich dir auch.”
“So, können wir jetzt einfach in Ruhe weiter gehen, ja?”

“Was ist denn nun mit dem Adventsstern?”
“Wieso? Hatten wir das nicht schon geklärt?”

“Was denn geklärt??”
“Da hängt einer und wir waren uns einig, dass das verfrüht ist.”

“Einig?? Wo waren wir uns denn da einig??”
“Weil doch die Adventszeit erst in zwei Wochen anfängt??”

“…was ohne mich ja gar nicht klar gewesen wäre…”
“Richtig, danke nochmals. Und da waren wir uns doch einig, oder?”

“Du hast mich mal wieder überhaupt gar nicht verstanden!”

“Was?? Was habe ich nicht verstanden!?”

“Das mit dem Adventsstern!”

“Aber du hast dich doch sofort darüber aufgeregt!?”

“Ich?? Quatsch!”
“Ähm… Also sind zwei Wochen vorher für dich nicht zu früh?”

“Für einen Adventsstern? Natürlich ist das viel zu früh!”

“Ähm… Aber hast du ihn mir nicht genau deswegen gezeigt??”

“Nein. Das kann ja wohl jeder so machen, wie er will.”
“Aha, und warum dann??”

“Weil ich auch so einen für unser Küchenfenster haben will!”

Kopfschüttel…

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Eine Stunde vor Partybeginn

8. November 2010, aus der Schublade Familie und Feste

Meine Liebste ist am Wochenende auf eine Party eingeladen; ich nicht, aber das macht auch nichts: ich kenne da eh niemanden und es ist mir auch ganz recht, wenn der Samstag mal ein bisschen ruhiger verläuft.
Die Liebste hingegen hat zugesagt.

“Du, Schatz?”
“Ja, Süße?”

“Ich müsste mich ja mal langsam mal fertig machen…”
“So? Wann willst du denn los?”

“Bald…”
“Aha. Bald?”

“Naja, gleich. Ich muss aber noch Haare machen und alles…”
“Das hört sich ja sehr motiviert an.”

“Hm… Irgendwie habe ich auch gar keine Lust.”
“Dann bleib doch hier?”

“Nee, ich habe ja zugesagt.”
“Dann sag eben wieder ab?”

“Nein. Das kann ich nicht machen.”
“So? Warum denn nicht??”

“Weil ich das auch immer doof finde, wenn andere absagen!”
“Es kann doch aber mal was dazwischen kommen??”

“Ja, aber nicht eine Stunde vor Partybeginn.”
“Aha.”

“Das sind doch immer bloß blöde Ausreden!”
“Dann sag doch dem Gastgeber die Wahrheit??”

“Wie bitte?? Was soll ich ihm denn sagen??”
“Sag: das wird Scheiße, ich weiß es, deshalb komme ich nicht.”

“Ja klar, das soll ich sagen?? Bist du verrückt??”
“Warum nicht?”

“Dann werde ich ja niemals wieder da eingeladen!”
“…was ein weiterer vorteilhafter Nebeneffekt wäre.”

“Ich will aber doch wieder eingeladen werden!”
“Und jedes Mal jammerst du aufs Neue wieder rum!”

“Wer jammert denn hier?? Ich doch wohl nicht!”
“Wer denn dann, bitte?? Mir ist das doch egal!”

“Ich sage doch nur, dass ich jetzt keine Lust habe!”
“Eben!”

“Aber wenn ich erst mal da bin, dann kriege ich schon Lust!”
“Ach so. Der Appetit kommt beim Essen, oder was!?”

“Genau!”
“Von mir aus; ist mir echt egal.”

“Und warum musst du mir das jetzt hier so madig machen??”
“Wer! Ich?? Ich dir??”

“Ja! Du!”
“Aber ich habe doch gar nicht…”

“… das wird Scheiße, hast du gesagt!”
“Nein, ich meinte, dass du das zu…”

“…hast du eben Scheiße gesagt oder nicht!?”
“Habe ich, aber…”

“Eben! Dabei bist du ja gar nicht eingeladen!”
“Ähm…”

“Und das wird schon seinen guten Grund haben!”
“Was! Dass ich nicht eingeladen bin??”

“Genau!”
“Aber die kennen mich doch persönlich noch gar nicht!?”

“Eben, und deswegen bist du eifersüchtig!”
“Pff! Das ist mir doch total schnurzpiepegal, ist mir das!”

“Möchtest du auch mitkommen?”
“Nein!”

“Ich könnte nachfragen, ob du mit darfst?”
“Ob ich mit darf?? Nein, danke!”

“Ich rufe mal an, OK?”
“NEIN! Ich will ja gar nicht mit!”

“Hoffentlich erreiche ich da jetzt jemanden…”
“Liebste, lass den Quatsch! Ich komme nicht mit!”

“Ich habe jetzt plötzlich voll Lust auf die Party!”
“Dann wünsche ich dir viel Spaß, aber ohne mich!”

“OK, also du willst wirklich nicht mit?”
“Nein.”

“Gut, und was machst du dann stattdessen hier alleine?”
“Ich werde hier sitzen, fernsehen und es mir gemütlich machen.”

“Das klingt aber irgendwie auch ziemlich gut…”
“Eben.”

“Ich müsste mich jetzt wirklich mal langsam fertig machen…”
“Dann mach.”

“Hm… Irgendwie habe ich doch nicht richtig Lust…”
“Also bleibst du doch hier??”

“Nee, ich habe ja da zugesagt, da kann ich ja nicht…”

Kopfschüttel…

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Grillparty Teil 2

12. August 2010, aus der Schublade Familie und Feste

Nachdem meine Liebste und ich unsere Grillparty am Wochenende gut über die Bühne gekriegt haben und alle Gäste zufrieden nach Hause gegangen sind, stehen wir vor dem großen Berg Aufräumarbeiten.
Immerhin: Alle sind satt geworden, und wer nicht, der war selber schuld. ;-)

“So Schatz, und? War doch super unsere Party, oder?”
“Ja, Süße. Hat wirklich Spaß gemacht.”

“Naja, ich hatte aber auch alles sehr gut vorbereitet.”

“Du meinst: wir.”

“Was wir?”
“WIR haben alles sehr gut vorbereitet.”

“Ja, schon. Aber ein bisschen mehr ich.”
“Hallo?? Wer musste denn den ganzen Kram einkaufen??”

“Und wer musste alles planen und bestellen??”
“Pff! Das waren ein paar Telefonate und Zettel, während ich…”

“Na schön, na schön! Ist ja gut! Wir.”
“Ja, wir! Sagst du das jetzt nur so oder meinst du das auch!?”

“Nein, nein, ich meine auch WIR.”
“Dann ist ja alles gut.”

“Also überwiegend wir.”
“Was??”

“Naja, so 80 Prozent wir.”
“80 Prozent?? Und was war dann der Rest??”

“5 Prozent du, 15 Prozent ich.”
“Wie bitte??”

“Naja, die Planung ist ja wohl wichtiger, als Tüten schleppen.”

“Es reicht aber nicht, nur zu planen! Einer muss auch schleppen!”

“Natürlich, das bezweifelt ja auch niemand!?”

“Und wieso ist das jetzt weniger wichtig, bitte??”

“Weil das ja wohl jeder kann, ein paar Sachen schleppen.”
“Ach so! So wie jeder Packesel, oder was??”

“So würde ich das jetzt auch nicht sagen, aber…”
“Deine superwichtige 15-Prozent-Planung lag ja wohl total daneben!”

“Was?? MEINE Planung??”
“Guck dir mal an, was allein an Salat übrig geblieben ist!”

“Was ist denn damit??”
“Oder das Fleisch, was sollen wir denn jetzt damit machen??”

“Das bisschen da??”
“Das bisschen?? Manche Ranch in Texas hat nicht so viel Rindfleisch!”

“Da kann ich doch nichts dafür!?”
“Ich dachte, du hättest alles so supertoll geplant??”

“Kann ich wissen, dass deine Kumpels so wenig essen??”

“Ja, klar! Und was war mit deinem komischen Frauenclub da??”

“Wieso, was war denn??”

“Die eine da, die Dings… Die die Salzstangen wollte??”

“Du meinst Christine?”
“Ja, Christine!”

“Was war denn?? Ich habe ihr doch Salzstangen hingestellt??”
“Ja, und dann hat sie EINE gegessen! EINE!”

“Schön, und was hat das jetzt mit meiner Planung zu tun??”

“Ähm, das hat, ähm… Mist, was wollte ich denn damit sagen!?”

“Keine Ahnung, wovon du da redest.”
“Also ganz allgemein wollte ich sagen, dass wir…”

“…und außerdem hatte ich keine 15-Prozent-Planung.”
“Nicht?? Hast du nicht eben selber gesagt, dass…”

“Nein, ich sagte, dass ich 55 Prozent Vorbereitung hatte.”

“…und wenn du 120 Prozent gehabt hättest, dann wäre trotzdem…”

“Das ist ja jetzt Blödsinn, 120 Prozent geht ja gar nicht!”
“Na schön, dann eben 100 Prozent oder was weiß ich, ist doch egal!”

“Das ist eben NICHT egal!”
“Es geht darum, dass du viel zu viel Essen geplant hast!”

“Lieber zu viel, als zu wenig!”
“ETWAS zu viel ist ja in Ordnung, aber wir haben VIEL zu viel!”

“Wieso, das bisschen da??”
“Ich brech zusammen…”

“Du brichst zusammen?? Wovon denn jetzt?”
“Von der schweren Last, dir mir der Herr aufgeladen hat…”

“Aha, OK, jetzt verstehe ich das erst richtig.”

“Was verstehst du jetzt??”

“Was du mit dem Packesel gemeint hast! IIIAAAHHH!!”

Kopfschüttel…

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Grillparty Teil 1

9. August 2010, aus der Schublade Familie und Feste

Meine Liebste und ich haben am heutigen Samstag ein paar Freunde zu einer Gartenparty eingeladen.
Das Wetter meint es gut mit uns und eigentlich ist alles schon seit Tagen perfekt vorbereitet.
Nur eine Kleinigkeit gilt es noch zu erledigen…

“Schatz?”
“Ja, Süße?”

“Fährst du jetzt los?”
“Wohin??”

“Na die Grillsachen vom Schlachter abholen??”
“Ach ja, das hätte ich jetzt fast vergessen…”

“SCHATZ!”
“war nur ein Witz, ich fahre gleich los.”

“Gut, dann pass aber auf, dass wir genug Fleisch haben.”

“Ähm… Ich dachte, du hättest alles vorbestellt??”

“Habe ich ja auch, aber ich bin mir nicht sicher.”

“Du bist dir nicht sicher??”

“Ich weiß nicht, ob ich wirklich genug bestellt habe…”
“Was hast du denn bestellt??”

“Das weiß ich jetzt aus dem Kopf nicht mehr.”
“Und wie soll ich dann prüfen, ob alles dabei ist??”

“Deswegen sage ich ja, dass du mehr mitbringen sollst!”
“Mehr als was??”

“Mehr eben, kann ja nicht schaden, oder??”
“Aber…”

“Bring einfach zur Sicherheit noch mehr Würstchen mit.”
“Na schön, wenn du meinst…”

“Und Bier.”
“Bier?? Aber wir haben doch gestern erst…”

“Ja, aber guck doch mal, wie warm das draußen ist!”
“Aber Bier kriege ich doch nicht beim Schlachter??”

“Natürlich nicht, du Blödmann! Du musst zum Getränkemarkt.”

“Och nee, muss das sein? Wir haben doch wirklich genug und…”

“Wir machen so selten eine Party, da will ich nicht, dass…”

“Schon gut, schon gut, ich hole noch ne Kiste Bier extra.”

“Also wenn du zum Getränkemarkt fährst, dann…”
“Dann??”

“…dann kannst du auch eben noch beim Bäcker halten.”
“Beim Bäcker??”

“Wir haben bestimmt nicht genug Weißbrot.”
“Liebste, das hast DU doch heute Morgen schon besorgt, oder??”

“Ja, aber ich fürchte, das reicht nicht…”
“Du meinst, der riesen Berg in der Küche reicht nicht??”

“Ich glaube nicht…”
“Süße, das Brot reicht locker für zwei Schützenfeste!”

“Kannst du nicht EINMAL machen, worum ich dich bitte!?”

“Darum geht es ja gar nicht, ich mach´s ja, aber…”

“Dann bring noch Zwiebelbrot mit oder Fladenbrot!”
“Ja, Schatz…”

“Mann, ist das anstrengend mit dir…”

“Ähm…”

“Haben wir jetzt alles?”

“Also da halte ich mich jetzt raus…”

“Wieso hältst du dich da raus??”
“Nach deiner Ansage hier eben? Nee.”

“Ist das vielleicht auch deine Party, oder was!?”
“Ja, schon, aber ICH hätte nicht mal die Hälfte eingekauft!”

“Und genau deswegen muss ich da ja auch drauf aufpassen!”
“Hier bei uns ist noch nie jemand verhungert!”

“…und genau DAS hast du MIR zu verdanken!”
“Jedes Mal bleiben Berge an Essen übrig!”

“Quatsch!”
“Und ob! Und dann müssen alle immer genervt was mitnehmen!”

“Genervt?? Das ist doch alles immer total lecker!”

“Ja, aber trotzdem nervt das!”

“Gar nicht!”

“Doch!”

“Aber gut, dass du das gesagt hast.”
“Was? Wieso? Wer??”

“Du denkst ja doch ab und zu mit, ich bin überrascht!”
“Wieso, was habe ich denn gesagt??”

“Das hätte ich fast vergessen.”
“Was hättest du fast vergessen??”

“Du musst nach dem Bäcker auch noch schnell am Rewe halten.”
“Und wieso das jetzt?? Was muss ich denn da noch holen??”

“Da holst du noch Alufolie und Frischhalteboxen.”
“Wie bitte??”

“Damit jeder was mitnehmen kann, falls was übrig bleibt.”
“Aber ich dachte, es bleibt nichts übrig??”

“Bleibt ja auch nicht!”

Kopfschüttel…

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Ein Suchbild

13. September 2011, aus der Schublade Familie und Feste

Heute kam Post – ich fand das Bild darin weniger aufregend, aber meine Liebste war hin und weg. OK, vielleicht sollte ich es mir mal in Ruhe anschauen, aber dass man wegen sowas so aufgeregt sein kann:

„Guck mal, Post von meiner Schwester!“
„Was ist denn das?“

„Na ein Ultraschallbild von meiner Nichte!“
„Hä? Ich erkenn da nur so Grau…“

„Quatsch. Schau doch mal richtig hin, dann siehst du Kopf, Körper, Arme und Beine. Also das ist doch deutlich zu erkennen…“
„Vielleicht wenn ich’s drehe… Hier das Dicke, was ist das?“

„Das ist der Kopf. Sag mal, brauchst du eine Brille?“
„Nein, ich frag ja nur. Die Haare kann man aber nicht erkennen, oder?“

„Ach, Männer. Ich glaube, sie lächelt sogar!“
„Aha. Wo denn?“

„Na da! Ist sie nicht süß?“
„Ja, wenn man das alles erkennt… Woher weißt du eigentlich, dass es eine Nichte wird? Steht dazu was im Brief?“

„Nein, das sieht man doch auch hier. Guck mal zwischen den Beinen…“
„Die liegen aber komisch.“

„Wieso? Ganz normal, zwei Stück nebeneinander. Wahrscheinlich bist du bei einem Arm gelandet, gib mal her…“
„Hier. Was ist das, wo mein Finger hinzeigt?“

„Na ein Arm natürlich. Mann, du bist ein hoffnungsloser Fall. Guck, hier sind die Beine, und was ist dazwischen?“
„Da ist natürlich nichts zu erkennen. Kein Wunder bei der Farbgebung. Kann man so ein Foto nicht besser machen? So, dass man auch was erkennt?“

„Das ist superscharf! Besser geht nicht! Und es ist deutlich zu sehen, dass es ein Mädchen wird!“
„Ist ja auch egal.“

„Bitte? Es ist doch nicht egal ob Junge oder Mädchen!“
„Na ja, Hauptsache gesund.“

„Natürlich Hauptsache gesund, aber der Rest ist doch nicht egal?“
„Wieso? Ich denke, man nimmt, was man kriegt, oder?“

„Ja, aber man muss sich doch mental vorbereiten…“
„Ach, die Diskussionen über Schminken, abends ausgehen und Alkohol trinken stehen ja nicht gleich im Kreißsaal an. Angenommen, es wird ein Mädchen, was dann?“

„Na dann freue ich mich wie verrückt!“
„Aha. Und wenn’s ein Junge wird?“

„Wieso? Es wird ein Mädchen, da siehst du’s doch.“
„Ich meine ja nur, wenn…“

„Wieso soll ich jetzt so einen theoretischen Fall durchspielen?“
„Du würdest dich also nicht freuen?“

„Doch, natürlich.“
„Aber eher so aus Pflichtgefühl heraus, oder?“

„Quatsch! Man kann sich doch nicht aus Pflichtgefühl heraus freuen! Ich würde mich dann auch freuen. Halt nicht so arg wie bei einem Mädchen.“
„Also weniger. Ihr Frauen habt doch was von den Amazonen an euch…“

„Das ist gemein! Über was würdest du dich mehr freuen? Junge oder Mädchen?“
„Ähh…“

„Nicht überlegen! Gleich sagen!“
„Jun… also eigentlich wär mir das egal…“

„Du wolltest ‚Junge‘ sagen!“
„Das ist mir nur so rausgerutscht…“

„Du denkst, Mädchen interessieren sich nicht für Fußball und Autos, machen keine Männerwitze und keine Übernachtungen im Zelt mit ihrem Vater, oder?“
„Also…“

„Wußte ich’s doch!“
„Und selbst? Was würdest du mit deinem Neffen unternehmen, wenn er groß genug ist? Würdest du mit ihm auch mal zum Fußballspiel gehen, weil das echte Kerle halt interessiert? Oder doch lieber zum Eiskunstlauf?“

„Nein, wenn’s ein Junge wird, gehe ich mit ihm auch mal zum Fußball. Zum Frauenfußball natürlich!“

Kopfschüttel…

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Nomen est omen

31. Mai 2011, aus der Schublade Familie und Feste

Seit meine Liebste weiß, dass sie Tante wird, ist sie völlig im Babyfieber. Neulich las sie mir die Namen der neugeborenen Babys aus der Zeitung vor:

„Oh, hör mal, hier ist ein Liam geboren. Das klingt doch schön!“
„Na ja, in Vietnam ist das bestimmt ein super Name…“

„Wieso? Gefällt er dir nicht?“
„Also Schatz, da weiß man ja nicht mal genau ob Junge oder Mädchen.“

„Dann vielleicht der hier: Hannah Arwen.“
„Hannah geht so, aber was soll Arwen? Wurde das Kind bei ‚Herr der Ringe‘ gezeugt?“

„Also, dann den hier: Leon.“
„Im Seat gezeugt.“

„Jesper?“
„Ikea?“

„Hier, da kannst du nicht mäkeln: Johannes.“
„Da fällt mir nur ein – ach, ich sag‘s lieber nicht.“

„Shirley Joli gibt’s hier noch, oder Laurin Elias.“
„Wenn das Kind gern seinen Namen lebenslänglich buchstabieren will…“

„Was gefallen dir denn für Namen?“
„Na ja, auf jeden Fall muss man sie auf Anhieb schreiben und sprechen können. Es wäre auch schön, wenn man am Namen erkennt, ob Junge oder Mädchen, und allzu lang dürfen sie auch nicht sein.“

„Meine Kollegin erzählte neulich von ihrem Neffen, der heißt Tim. Das wäre doch ein schöner Name: Kurz, männlich, keine Schreibfehler.“
„Genau. Und den Bruder nennen sie dann Struppi.“

„Aber hier, hier ist doch tatsächlich ein normaler Name: Udo.“
„Das ist jetzt wieder ein bisschen kurz. Da könnte man denken, bei den Eltern hat’s nicht zu mehr gereicht.“

„Und der hier? Lukas?“
„Das klingt mir zu religiös.“

„Madonna hat ihre Tochter auch Lourdes Maria genannt, das ist zwar sehr religiös, aber schön.“
„Na ja, wenn man selbst schon ‚Madonna‘ heißt…“

„Oder hier: Mohammed.“
„Da sind die Eltern vermutlich Muslime. Sag mal, Schatz, willst Du das alles Susi vorschlagen?“

„Ich kann ihr doch beratend zur Seite stehen, oder nicht?“
„Also ich weiß ja nicht… es ist doch noch Zeit. Und das Geschlecht steht immer noch nicht fest.“

„Kein Problem. Ich geb ihr schonmal eine Liste mit Namen für Jungs und Mädels.“
„Vielleicht will sie das selbst in die Hand nehmen?“

„Das kann sie ja trotzdem machen. Eine große Auswahl hat da noch nie geschadet.“
„Weißt Du, was am besten wäre? Wenn das Kind seinen Namen erst bekäme, wenn es schon einen eigenen Charakter hat. Wie bei den Indianern.“

„Wie bitte? Und dann heißt es ‚Schnuckeliger Fratz, der hin und wieder bockt‘?“
„Quatsch, da müßte man dann mal sehen. Aber das wäre doch viel besser als diese sinnlose Namenssuche.“

„Wieso sinnlos? Selbst wenn man es so machen würde, bräuchte man immer noch einen Namen für die Zeit zwischen Geburt und Indianername. Ich such also weiter!“

Kopfschüttel…

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Schock nach Feierabend

18. Mai 2011, aus der Schublade Familie und Feste

Nach einem langen Arbeitstag auf dem Heimweg hatte ich noch schnell was eingekauft und bekam an der Kasse des Supermarkts noch live ein Erziehungsdrama vorgeführt. Ein niedlicher kleiner Blondschopf wollte unbedingt Süßigkeiten, seine Mutter allerdings nicht. Die Brüll- und Tobvorführung des Jungen war filmreif und ich war froh, dass ich nicht erziehen musste und freute mich schon auf einen ruhigen, entspannten Abend daheim. Zuhause war die Liebste allerdings völlig aus dem Häuschen. Sie hatte gerade erfahren, dass sie Tante wird.

„Schatz, stell dir vor: Ich werde Tante! Susi ist schwanger! Oh, ich freu mich so!“
„Prima, wann ist es denn soweit?“

„Irgendwann zum Jahresende. Ach, stell dir vor, es wird vielleicht ein Weihnachtskind!“
„Das ist für das Kind doch total doof, an Weihnachten Geburtstag zu haben. Na ja, immerhin sparen wir dann jedes Jahr ein Geschenk.“

„Quatsch, da geht’s doch gar nicht drum. Naja, vielleicht kommt es ja auch erst nach Weihnachten. Ach, stell dir mal vor, so ein klitzekleines Baby, wie niedlich.“
„Naja, natürlich ist es erst einmal ein kleines Baby, wie jedes Baby. Dann wird es größer und dann tobt es an der Supermarktkasse und will alles haben und hört nicht und schmeißt sich auf den Boden und brüllt laut ‘Blöde Mama’ durch den ganzen Supermarkt, sehr niedlich…“

„Ach was, alles Erziehungssache. Und Babies riechen immer so gut.“
„Wenn sie die Windel vollhaben wohl eher nicht.“

„Das macht doch bei einem Baby nichts. Oh, jetzt müssen sie bestimmt in eine größere Wohnung umziehen, damit der Wickeltisch und alles auch Platz hat.“
„Ach was, soviel Platz braucht doch so ein kleines Kind noch gar nicht.“

„Naja, es braucht ein Bettchen, einen Schrank, einen Wickeltisch, einen Stubenwagen und einen schönen Platz für die Babydecke und später für den Laufstall… „
„Klar, und in den Sportwagen passt bestimmt kein Kindersitz, daher gleich noch ein neues Auto dazu…“

„Quatsch, jetzt nimmst du mich nicht ernst. Bestimmt fragen sie uns bald, ob wir beim Umzug helfen können, Susi kann ja auch nicht mehr schwer heben.“
„Wenn sie fragen, helfen wir natürlich, aber ich glaub nicht, dass sie jetzt umziehen wollen, die Wohnung ist doch mindestens so groß wie unsere.“

„Ja, wir haben schon viel Platz. Da würde alles reinpassen für ein Baby.“
„Was willst du denn damit sagen?“

„Wie was sagen?“
„Doch nicht was mit schwanger?“

„Ja, da rede ich doch die ganze Zeit von.“
„Oh. Ich muss mich erstmal setzen…“

„Was ist denn, du bist so blass geworden!“
„Naja, man erfährt ja nicht alle Tage, dass man Vater wird. So plötzlich.“

„Wieso wirst du Vater?“
„Hast du nicht grade gesagt, dass du schwanger bist?“

„Nein, hörst du mir eigentlich nie zu? Susi ist schwanger! Du kannst deinen Puls wieder auf normal stellen…“

Kopfschüttel…

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Spaziergang mit Hindernissen

2. Mai 2011, aus der Schublade Familie und Feste

Bei Festen in meiner Verwandschaft wird oft nach dem Mittagessen zu einem Spaziergang aufgebrochen. So auch bei Tante Annes 60. Geburtstag. Was ein schöner Gang durch die Lüneburger Heide werden sollte, wurde für meine Liebste zunehmend zu einer Art Survivaltraining. Wir blieben daher etwas zurück, und sie fluchte:

„Dieser dämliche Spaziergang hätte nicht gleich rund um die Heide gehen können? Ich hab mir an jedem Fuß eine Blase gelaufen!“
„Aber wir sind doch noch keine zwei Kilometer gelaufen!“

„Ja und? Ich hab trotzdem Blasen!“
„Vielleicht passen Deine Schuhe nicht?

„Meine Schuhe passen immer. Ich probier sie ja beim Kauf extra an! Mist, blöder!“
„Hmm… Du hast aber auch nur so eine dünne Strumpfhose an. Da ist es ja kein Wunder, dass du dir eine Blase läufst!“

„Ja soll ich vielleicht in Kniesocken daherkommen? Und noch einen Filzhut mit Gamsbart dazu?“
„Na ich mein ja nur, die sind halt sehr dünn und deswegen…“

„Ach, es ist einfach eine blöde Idee, so einen Spaziergang zu machen. Man kann sich doch auch nett unterhalten, ohne dass man dabei laufen muss!“
„Aber wenn man sich richtig anzieht – also ich hab ja keine Probleme…“

„DU bist ja auch ein Mann. Männer haben bei sowas NIE Probleme. Ihr kauft eure Schuhe, und Zack! passen sie wie angegossen.“
„Nein, ich hab halt normale Socken an. Du könntest ja genausogut barfuß in den Schuhen stecken.“

„Und was machen wir jetzt? Das tut verflucht weh!“
„Du kannst die Stellen im Schuh ja mit einem Papiertaschentuch polstern, das sollte als Notlösung helfen. Oder du läufst barfuß.“

„Bitte? Weißt du, was das für Hornhaut an den Fußsohlen gibt? Ich seh ja aus wie ein Elefant!“
„Ich kann dich ja schlecht huckepack herumtragen…“

„Nein, aber ein paar sinnvollere Vorschläge wären mir sehr willkommen!“
„Dann mach das mit der Polsterung halt mal. Und beim nächsten Schuhkauf gibst Du besser acht.“

„Ich hab dir doch schon gesagt, dass ich die Schuhe immer kurz anprobiere!“
„Ja, aber du musst damit auch mal rumlaufen!“

„Wieso denn das? Wenn ich sie anprobiere und sie passen, dann passen sie. Egal, ob ich sitze oder laufe. Mein Fuß wächst ja nicht, nur weil ich grade laufe.“
„Aber neue Schuhe probiert man natürlich aus! Ziehst du sie im Schuhgeschäft einfach an und packst sie dann ein, ohne damit nur einen Schritt gelaufen zu sein?“

„Aber ja doch. Und die passen immer!“
„Seh ich ja grade…“

„Ich kann doch nicht im Schuhgeschäft hin- und her laufen, ohne Ziel und ohne Sinn!“
„Aber das hat ja einen Sinn – Du sollst merken, ob die Schuhe passen!“

„Also das wäre mir zu blöd. Und heute ist vielleicht auch ein schlechter Tag oder was weiß ich. Heute morgen, als wir losgefahren sind, haben sie auf jeden Fall noch gepasst.“
„Tja, und was machen wir jetzt? Der Rest der Truppe ist schon weit voraus. Mit deinen Folterschuhen werden wir sie nicht mehr einholen.“

„Könntest du nochmal zurück ins Ort gehen?“
„Äh… und was soll ich da? Einen Schuhmacher suchen?“

„Du könntest mit zwei Leihrädern zurückkommen, dann ging’s wieder…“

Kopfschüttel…

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Hochzeitssprüche

21. Februar 2011, aus der Schublade Familie und Feste

Neulich war endlich mal wieder nette Post im Briefkasten – eine Einladung zur Hochzeit eines Freundes. Eigentlich hatte ich damit gerechnet, dass so etwas bei meiner Liebsten sogleich eine hektische Suche nach der passenden Garderobe auslöst (bei welcher sie – Frau bleibt Frau – natürlich NICHTS, ÜBERHAUPT NICHTS finden würde…). Aber die passende Kleidung war gar nicht ihr Problem, zumindest anfangs nicht, als sie mir mit einem langgezogenen Grinsen sagt:

„Duhuuuu, schau mal! Post von Uli und Anke – sie heiraten!“
„Oh, ein Fest! Was sollen wir ihnen denn schenken?“

„Hmm… Ich weiß nicht. In der Karte haben sie keine Wünsche angegeben. Einen Hochzeitstisch haben sie auch nirgendwo bestellt, wo man mal schauen könnte. Ach schön, eine Hochzeit!“
„Na ja, dann verpacken wir ein paar Scheinchen kunstvoll…“

„Ein Geldgeschenk? Das ist immer so eine Notlösung.“
„Gutscheine sind eine Notlösung, Liebste. Wir basteln aus Scheinen und Münzen einen Kinderwagen.“

„Na das wäre natürlich pfiffig! Und wir stellen ihn auf die Glückwunschkarte drauf und verpacken das Ganze schön.“
„So schnell ist das mit dem Geschenk geklärt.“

„Und was schreiben wir in die Karte?“
„Na sowas wie ‚Alles Gute zur Hochzeit wünschen…‘“

„Ach nee. Das ist poplig. Es sollte schon was Romantisches sein.“
„Ein Ring, sie alle zu knechten, ins Dunkel zu treiben…“

„Blödsinn. Vielleicht sowas: ‚Ein liebendes Herz, ein trautes Heim, sollen stets Euch gegeben sein.‘ Das ist doch schön, oder?“
„Also da würd ich nicht unterschreiben. Das ist ja total kitschig. Die denken ja, uns sind die Sicherungen durchgeknallt.“

„Ach? Und hast du was besseres?“
„Heiraten heißt: Seine Rechte zu halbieren und seine Pflichten zu verdoppeln.“

„Das ist typisch Mann. Und außerdem total unromantisch.“
„Wart mal, Schatz… ich hab da neulich was gelesen, da war ein Spruch drin… Ich such’s schnell!“

„Hebst du neuerdings Artikel zum Thema Hochzeit auf? Ich staune!“
„Nein, irgendwo darin ist erwähnt, wie eine Heirat die Lebenserwartung verlängert… oder verkürzt… Da isses! ‚Die Ehe ist eine wunderbare Erfindung, aber das ist ein Fahrradflickzeugkasten auch.‘ Cool, oder? Ist von einem gewissen Billy Connolly.“

„Quatsch, jetzt überleg doch mal ernsthaft, was man da schreiben könnte.“
„Ich mein das ernst! Uli würde sich schlapplachen, wenn er das liest!“

„Ihr Männer seid doch alle gleich! Man kann doch in einer Hochzeitskarte nicht von einem Fahrradflickzeugkasten schreiben!“
„Wieso nicht? Wenn’s doch gut passt.“

„Es passt aber nicht. Was würde denn Anke sagen, wenn sie das liest?“
„Keine Ahnung. Bestimmt würde sie lachen.“

„Ich denke, sie würde uns von der Bekanntenliste streichen.“
„Och, das ist aber auch schwierig mit euch Frauen. Dann schreib du halt was, ich unterschreib’s dann.“

„Mir fällt grade aber auch nix ein!“
„Gibt’s denn niemand, den man wegen Hochzeitssprüche mal fragen könnte?“

„Wie? Du willst dir zum Schreiben einer Hochzeitskarte professionelle Hilfe holen?“
„Warum nicht? Man holt ja auch einen Fachmann, wenn man ein verstopftes Klo hat.“

„Du kannst doch nicht eine Hochzeitskarte mit einem verstopften Klo vergleichen!“
„Na ja, ist halt beides Sch…!“

„So kommen wir zu keinem Ergebnis. Weißt du was? Wir lassen die Karte noch ein bißchen liegen, vielleicht fällt uns ja später was Schönes ein. Hat ja noch Zeit.“
„Wann ist die Hochzeit eigentlich?“

„Ende August…“
„Vielleicht überlegen sie sich’s bis dahin nochmal?“

„Das wäre ja blöd! Dann müssen wir gleich zusagen!“
„Wieso denn? Ist doch noch Zeit.“

„Ja, aber vorhin auf dem Nachhauseweg hab ich so ein schönes Abendkleid gesehen…“

Kopfschüttel…

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Wollten wir ja auch nicht!?

20. Dezember 2010, aus der Schublade Familie und Feste

Meine Liebste kommt am letzten Adventssamstag vor Weihnachten von ihrer – wie sie sagt – letzten  Shoppingtour zurück.
Obwohl sie eigentlich nur noch ein paar Kleinigkeiten benötigt hat, sind die Tüten, die sie mitschleppt, alle voll…

“Hallo Schatz, da bin ich wieder!”
“Sehe ich, Süße, das sehe ich.”

“Hilf mir doch mal mit den Tüten hier!”
“Klar, gerne, und…”

“Ich muss nämlich ganz dringend auf Klo!”
“Gut, ähm…”

“…stell einfach irgendwo hin, ich komme gleich!”
“Jawohl…”

[Während ich mit den großen Tüten Richtung Küche schlappe, höre ich, wie der Mantel der Liebsten durch die Wohnung fliegt, Türen knallen und ein Klodeckel "schwungvoll" geöffnet wird. Ich meine, man(n) gewöhnt sich ja mit den Jahren dran, dass Frauen eigentlich immer auf Klo müssen, wenn sie nach Hause kommen; und daran, dass Frauen immer DRINGEND aufs Klo müssen, wenn sie vom Einkaufen wieder da sind... Und auch daran, dass man(n) dabei eigentlich immer nur im Weg steht, egal, wo man sich gerade aufhält...
Ein paar Minuten später kommt die Liebste dann - sichtlich entspannt - auch in die Küche, wo ich auf sie warte.]

“Boah, das war knapp…”
“Ja, ähm… Naja, schön.”

“Du, Schatz?”
“Ja, Süße?”

“Hast du in die Tüten reingeguckt??”
“Nein, wieso?”

“Wirklich nicht??”
“Nein, sollte ich denn??”

“Auf keinen Fall sollst du da reingucken!”
“Wieso??”

“Weil da was drin ist, was nicht für deine Augen bestimmt ist.”
“Ähm… Ein Geschenk?”

“Ja, richtig. Habe ich besorgt.”
“Für mich??”

“Ja, für dich.”

“Aber, ähm…”

“Was ist??”
“Liebste, wir wollten uns doch zu Weihnachten nichts schenken??”

“Richtig. Stimmt. Wollten wir nicht.”
“Ja, ähm… Schön, dass wir uns da einig sind…”

“Ich schenke dir ja auch nichts.”
“Nicht?”

“Nein.”
“Aber hast du nicht eben gesagt, du hättest ein Geschenk??”

“Ja, das habe ich gesagt und stimmt ja auch.”
“Ähm… Und das ist für mich, ja?”

“Richtig, wie oft soll ich das denn noch sagen??”

“Ähm… Liebste, ich verstehe mal wieder kein Wort, und…”

“Was und?”
“…und ich habe aufmerksam gefragt, geantwortet UND zugehört!”

“Was ist denn schon wieder, was willst du denn jetzt??”
“Liebste, hast du ein Geschenk für mich gekauft!?”

“Ja!”
“Aber wir wollten uns doch nichts zu Weihnachten schenken!?”

“Wie oft wollen wir das jetzt noch wiederholen??”

“Also schön… WARUM hast du mir ein Geschenk gekauft??”

“Mir war eben danach.”
“Und du wirst es mir schenken??”

“Ja, natürlich! Warum sonst sollte ich dir ein Geschenk kaufen??”
“Oh Gott, ich glaube, ich unterzuckere gerade wieder…”

“Ein bisschen blass bist du schon, ist alles in Ordnung??”
“Nichts ist in Ordnung! Sag mal, findest du das wirklich normal??”

“Was jetzt??”

“Dass du mir ein Geschenk kaufst, obwohl wir doch beide…”

“Wo ist denn jetzt eigentlich genau dein Problem, Schatz??”
“Ich habe zwei, wenn du es genau wissen willst!”

“Und die wären?”
“Erstens: wieso kriege ich ein Weihnachtsgeschenk trotz Abmachung!”

“OK, und zweitens?”
“Zweitens: ich habe jetzt KEIN Weihnachtsgeschenk für dich!”

“Ich glaube, du verstehst da etwas völlig falsch, Schatz.”
“Dann kläre mich doch bitte mal auf, mit EINFACHEN Worten, bitte!”

“Du kriegst kein Weihnachtsgeschenk. Ist das jetzt klar, ja?”
“Ähm… Ja. OK.”

“Und du brauchst daher für mich auch keins, verstanden?”
“Ja, ähm… Verstanden, aber…”

“Kein Aber!”
“Darf ich dann – bevor ich zusammenbreche – noch was fragen?”

“Was denn nun noch!”
“Das Geschenk, das du für mich gekauft hast, ähm, das…”

“Was ist damit?”
“…das kriege ich dann… Zu Ostern oder so?”

“Nein, doch nicht zu Ostern, pff!”
“Dann, ähm… Zu meinem nächsten Geburtstag?”

“Nein, nein, das ist ja noch viel zu lange hin.”

“Und… Wann kriege ich es dann??”

“Am 24.12.”
“Oh Gott, kann ich jetzt nicht endlich aufwachen, bitte!?”

“Aufwachen??”
“Ich habe schon wieder einen dieser nicht endenden Alpträume…”

“Spiele ich da auch mit??”
“LIEBSTE!!!! DU! DU SPIELST DIE HAUPTROLLE UNTER DEN ZOMBIES!!”

“Ich?? Wieso? Ich habe dir doch gerade ein Geschenk gekauft!”
“Jaaaa!!!!!”

“Weil ich dich so lieb habe!”
“Du bringst mich langsam, aber sicher um, so einfach ist das!!”

“Wieso??”
“Weil du mir am 24.12. was schenkst!”

“Darf ich das denn nicht??”

“Nein! Wir wollten uns zu Weihnachten nichts schenken!”

“Das ist ja auch gar kein Weihnachtsgeschenk!”
“Und was dann??”

“Einfach nur so! Ein ganz normales Geschenk eben!”
“Einfach nur so?? Einfach nur so?? Und zufällig am 24.12.??”

“Ganz zufällig, ja!”

“Ich breche zusammen, ruf bitte noch den Notarzt…”

“Ich erwarte übrigens von dir nicht, dass du mir was schenkst.”
“Du meinst, am 24.12.??”

“Ja, wir wollen uns ja zu Weihnachten nichts schenken.”
“Aha…”

“Aber über ein zufälliges Geschenk würde ich mich natürlich schon sehr freuen!”

Kopfschüttel…

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Jeder, wie er will

15. November 2010, aus der Schublade Familie und Feste

Meine Liebste und ich machen gemeinsam einen kleinen Spaziergang ums Eck; wir haben da so eine  allgemeine Strecke, die wir öfters mal laufen.
Dabei unterhalten wir uns über alles Mögliche und schauen auch, was es gegebenenfalls bei den Nachbarn so Neues gibt.

“Schatz? Hast du das gesehen??”
“Was denn, Süße?”

“Da hinten, schau!”
“Was? Wo?”

“Da hängt ein leuchtender Adventsstern im Fenster!”

“Ach da… Ja, vielleicht ein bisschen verfrüht…”

“Wieso verfrüht?”
“Ähm… Naja, ich meine, der erste Advent ist ja erst in, in…”

“…in ziemlich genau zwei Wochen.”
“Genau, so um den Dreh.”

“Nicht um den Dreh! In zwei Wochen ist erster Advent!”
“Na gut, dann eben in zwei Wochen.”

“Wieso zweifelst du denn bitte an dem, was ich dir sage??”
“Ich zweifele ja gar nicht daran.”

“Ach nein?? Ich sage, genau zwei Wochen, und du…”
“…ich hätte eben nicht gedacht, dass du das so genau weißt.”

“Ich weiß es aber!”
“Ok, schön, gut.”

“Du tust ja förmlich so, als sei das eine Ausnahme!?”

“Was, dass du mal was sicher weißt?”

“Siehste, jetzt sagst du es ja sogar selber!”
“Aber das wollte ich doch damit gar nicht sagen!”

“Hast du aber!”

“Moment mal, ich sagte…”

“…ich weiß, was du gesagt hast, ich bin ja nicht doof!”
“Nein, bist du nicht.”

“Bin ich auch nicht! Auch, wenn du das immer glaubst!”

“Glaube ich doch gar nicht!?”

“Ach nein?? Immerhin weiß ICH genau, wann erster Advent ist!”

“Ja, und desw…”

“…DU hingegen wusstest es nur so ungefähr lirum larum!”

“Das, ähm, ja das stimmt, aber…”

“So, also WER ist hier dann bitte der Dumme??”
“Lass mich raten… Ich?”

“Richtiiiiig!”
“Ja… Mein Ratetalent ist weltweit bekannt und…”

“Machst du dich schon wieder lustig?? Schon wieder!?”
“Nein, in keinster Weise, Liebste.”

“Das rate ich dir auch.”
“So, können wir jetzt einfach in Ruhe weiter gehen, ja?”

“Was ist denn nun mit dem Adventsstern?”
“Wieso? Hatten wir das nicht schon geklärt?”

“Was denn geklärt??”
“Da hängt einer und wir waren uns einig, dass das verfrüht ist.”

“Einig?? Wo waren wir uns denn da einig??”
“Weil doch die Adventszeit erst in zwei Wochen anfängt??”

“…was ohne mich ja gar nicht klar gewesen wäre…”
“Richtig, danke nochmals. Und da waren wir uns doch einig, oder?”

“Du hast mich mal wieder überhaupt gar nicht verstanden!”

“Was?? Was habe ich nicht verstanden!?”

“Das mit dem Adventsstern!”

“Aber du hast dich doch sofort darüber aufgeregt!?”

“Ich?? Quatsch!”
“Ähm… Also sind zwei Wochen vorher für dich nicht zu früh?”

“Für einen Adventsstern? Natürlich ist das viel zu früh!”

“Ähm… Aber hast du ihn mir nicht genau deswegen gezeigt??”

“Nein. Das kann ja wohl jeder so machen, wie er will.”
“Aha, und warum dann??”

“Weil ich auch so einen für unser Küchenfenster haben will!”

Kopfschüttel…

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Eine Stunde vor Partybeginn

8. November 2010, aus der Schublade Familie und Feste

Meine Liebste ist am Wochenende auf eine Party eingeladen; ich nicht, aber das macht auch nichts: ich kenne da eh niemanden und es ist mir auch ganz recht, wenn der Samstag mal ein bisschen ruhiger verläuft.
Die Liebste hingegen hat zugesagt.

“Du, Schatz?”
“Ja, Süße?”

“Ich müsste mich ja mal langsam mal fertig machen…”
“So? Wann willst du denn los?”

“Bald…”
“Aha. Bald?”

“Naja, gleich. Ich muss aber noch Haare machen und alles…”
“Das hört sich ja sehr motiviert an.”

“Hm… Irgendwie habe ich auch gar keine Lust.”
“Dann bleib doch hier?”

“Nee, ich habe ja zugesagt.”
“Dann sag eben wieder ab?”

“Nein. Das kann ich nicht machen.”
“So? Warum denn nicht??”

“Weil ich das auch immer doof finde, wenn andere absagen!”
“Es kann doch aber mal was dazwischen kommen??”

“Ja, aber nicht eine Stunde vor Partybeginn.”
“Aha.”

“Das sind doch immer bloß blöde Ausreden!”
“Dann sag doch dem Gastgeber die Wahrheit??”

“Wie bitte?? Was soll ich ihm denn sagen??”
“Sag: das wird Scheiße, ich weiß es, deshalb komme ich nicht.”

“Ja klar, das soll ich sagen?? Bist du verrückt??”
“Warum nicht?”

“Dann werde ich ja niemals wieder da eingeladen!”
“…was ein weiterer vorteilhafter Nebeneffekt wäre.”

“Ich will aber doch wieder eingeladen werden!”
“Und jedes Mal jammerst du aufs Neue wieder rum!”

“Wer jammert denn hier?? Ich doch wohl nicht!”
“Wer denn dann, bitte?? Mir ist das doch egal!”

“Ich sage doch nur, dass ich jetzt keine Lust habe!”
“Eben!”

“Aber wenn ich erst mal da bin, dann kriege ich schon Lust!”
“Ach so. Der Appetit kommt beim Essen, oder was!?”

“Genau!”
“Von mir aus; ist mir echt egal.”

“Und warum musst du mir das jetzt hier so madig machen??”
“Wer! Ich?? Ich dir??”

“Ja! Du!”
“Aber ich habe doch gar nicht…”

“… das wird Scheiße, hast du gesagt!”
“Nein, ich meinte, dass du das zu…”

“…hast du eben Scheiße gesagt oder nicht!?”
“Habe ich, aber…”

“Eben! Dabei bist du ja gar nicht eingeladen!”
“Ähm…”

“Und das wird schon seinen guten Grund haben!”
“Was! Dass ich nicht eingeladen bin??”

“Genau!”
“Aber die kennen mich doch persönlich noch gar nicht!?”

“Eben, und deswegen bist du eifersüchtig!”
“Pff! Das ist mir doch total schnurzpiepegal, ist mir das!”

“Möchtest du auch mitkommen?”
“Nein!”

“Ich könnte nachfragen, ob du mit darfst?”
“Ob ich mit darf?? Nein, danke!”

“Ich rufe mal an, OK?”
“NEIN! Ich will ja gar nicht mit!”

“Hoffentlich erreiche ich da jetzt jemanden…”
“Liebste, lass den Quatsch! Ich komme nicht mit!”

“Ich habe jetzt plötzlich voll Lust auf die Party!”
“Dann wünsche ich dir viel Spaß, aber ohne mich!”

“OK, also du willst wirklich nicht mit?”
“Nein.”

“Gut, und was machst du dann stattdessen hier alleine?”
“Ich werde hier sitzen, fernsehen und es mir gemütlich machen.”

“Das klingt aber irgendwie auch ziemlich gut…”
“Eben.”

“Ich müsste mich jetzt wirklich mal langsam fertig machen…”
“Dann mach.”

“Hm… Irgendwie habe ich doch nicht richtig Lust…”
“Also bleibst du doch hier??”

“Nee, ich habe ja da zugesagt, da kann ich ja nicht…”

Kopfschüttel…

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Grillparty Teil 2

12. August 2010, aus der Schublade Familie und Feste

Nachdem meine Liebste und ich unsere Grillparty am Wochenende gut über die Bühne gekriegt haben und alle Gäste zufrieden nach Hause gegangen sind, stehen wir vor dem großen Berg Aufräumarbeiten.
Immerhin: Alle sind satt geworden, und wer nicht, der war selber schuld. ;-)

“So Schatz, und? War doch super unsere Party, oder?”
“Ja, Süße. Hat wirklich Spaß gemacht.”

“Naja, ich hatte aber auch alles sehr gut vorbereitet.”

“Du meinst: wir.”

“Was wir?”
“WIR haben alles sehr gut vorbereitet.”

“Ja, schon. Aber ein bisschen mehr ich.”
“Hallo?? Wer musste denn den ganzen Kram einkaufen??”

“Und wer musste alles planen und bestellen??”
“Pff! Das waren ein paar Telefonate und Zettel, während ich…”

“Na schön, na schön! Ist ja gut! Wir.”
“Ja, wir! Sagst du das jetzt nur so oder meinst du das auch!?”

“Nein, nein, ich meine auch WIR.”
“Dann ist ja alles gut.”

“Also überwiegend wir.”
“Was??”

“Naja, so 80 Prozent wir.”
“80 Prozent?? Und was war dann der Rest??”

“5 Prozent du, 15 Prozent ich.”
“Wie bitte??”

“Naja, die Planung ist ja wohl wichtiger, als Tüten schleppen.”

“Es reicht aber nicht, nur zu planen! Einer muss auch schleppen!”

“Natürlich, das bezweifelt ja auch niemand!?”

“Und wieso ist das jetzt weniger wichtig, bitte??”

“Weil das ja wohl jeder kann, ein paar Sachen schleppen.”
“Ach so! So wie jeder Packesel, oder was??”

“So würde ich das jetzt auch nicht sagen, aber…”
“Deine superwichtige 15-Prozent-Planung lag ja wohl total daneben!”

“Was?? MEINE Planung??”
“Guck dir mal an, was allein an Salat übrig geblieben ist!”

“Was ist denn damit??”
“Oder das Fleisch, was sollen wir denn jetzt damit machen??”

“Das bisschen da??”
“Das bisschen?? Manche Ranch in Texas hat nicht so viel Rindfleisch!”

“Da kann ich doch nichts dafür!?”
“Ich dachte, du hättest alles so supertoll geplant??”

“Kann ich wissen, dass deine Kumpels so wenig essen??”

“Ja, klar! Und was war mit deinem komischen Frauenclub da??”

“Wieso, was war denn??”

“Die eine da, die Dings… Die die Salzstangen wollte??”

“Du meinst Christine?”
“Ja, Christine!”

“Was war denn?? Ich habe ihr doch Salzstangen hingestellt??”
“Ja, und dann hat sie EINE gegessen! EINE!”

“Schön, und was hat das jetzt mit meiner Planung zu tun??”

“Ähm, das hat, ähm… Mist, was wollte ich denn damit sagen!?”

“Keine Ahnung, wovon du da redest.”
“Also ganz allgemein wollte ich sagen, dass wir…”

“…und außerdem hatte ich keine 15-Prozent-Planung.”
“Nicht?? Hast du nicht eben selber gesagt, dass…”

“Nein, ich sagte, dass ich 55 Prozent Vorbereitung hatte.”

“…und wenn du 120 Prozent gehabt hättest, dann wäre trotzdem…”

“Das ist ja jetzt Blödsinn, 120 Prozent geht ja gar nicht!”
“Na schön, dann eben 100 Prozent oder was weiß ich, ist doch egal!”

“Das ist eben NICHT egal!”
“Es geht darum, dass du viel zu viel Essen geplant hast!”

“Lieber zu viel, als zu wenig!”
“ETWAS zu viel ist ja in Ordnung, aber wir haben VIEL zu viel!”

“Wieso, das bisschen da??”
“Ich brech zusammen…”

“Du brichst zusammen?? Wovon denn jetzt?”
“Von der schweren Last, dir mir der Herr aufgeladen hat…”

“Aha, OK, jetzt verstehe ich das erst richtig.”

“Was verstehst du jetzt??”

“Was du mit dem Packesel gemeint hast! IIIAAAHHH!!”

Kopfschüttel…

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Grillparty Teil 1

9. August 2010, aus der Schublade Familie und Feste

Meine Liebste und ich haben am heutigen Samstag ein paar Freunde zu einer Gartenparty eingeladen.
Das Wetter meint es gut mit uns und eigentlich ist alles schon seit Tagen perfekt vorbereitet.
Nur eine Kleinigkeit gilt es noch zu erledigen…

“Schatz?”
“Ja, Süße?”

“Fährst du jetzt los?”
“Wohin??”

“Na die Grillsachen vom Schlachter abholen??”
“Ach ja, das hätte ich jetzt fast vergessen…”

“SCHATZ!”
“war nur ein Witz, ich fahre gleich los.”

“Gut, dann pass aber auf, dass wir genug Fleisch haben.”

“Ähm… Ich dachte, du hättest alles vorbestellt??”

“Habe ich ja auch, aber ich bin mir nicht sicher.”

“Du bist dir nicht sicher??”

“Ich weiß nicht, ob ich wirklich genug bestellt habe…”
“Was hast du denn bestellt??”

“Das weiß ich jetzt aus dem Kopf nicht mehr.”
“Und wie soll ich dann prüfen, ob alles dabei ist??”

“Deswegen sage ich ja, dass du mehr mitbringen sollst!”
“Mehr als was??”

“Mehr eben, kann ja nicht schaden, oder??”
“Aber…”

“Bring einfach zur Sicherheit noch mehr Würstchen mit.”
“Na schön, wenn du meinst…”

“Und Bier.”
“Bier?? Aber wir haben doch gestern erst…”

“Ja, aber guck doch mal, wie warm das draußen ist!”
“Aber Bier kriege ich doch nicht beim Schlachter??”

“Natürlich nicht, du Blödmann! Du musst zum Getränkemarkt.”

“Och nee, muss das sein? Wir haben doch wirklich genug und…”

“Wir machen so selten eine Party, da will ich nicht, dass…”

“Schon gut, schon gut, ich hole noch ne Kiste Bier extra.”

“Also wenn du zum Getränkemarkt fährst, dann…”
“Dann??”

“…dann kannst du auch eben noch beim Bäcker halten.”
“Beim Bäcker??”

“Wir haben bestimmt nicht genug Weißbrot.”
“Liebste, das hast DU doch heute Morgen schon besorgt, oder??”

“Ja, aber ich fürchte, das reicht nicht…”
“Du meinst, der riesen Berg in der Küche reicht nicht??”

“Ich glaube nicht…”
“Süße, das Brot reicht locker für zwei Schützenfeste!”

“Kannst du nicht EINMAL machen, worum ich dich bitte!?”

“Darum geht es ja gar nicht, ich mach´s ja, aber…”

“Dann bring noch Zwiebelbrot mit oder Fladenbrot!”
“Ja, Schatz…”

“Mann, ist das anstrengend mit dir…”

“Ähm…”

“Haben wir jetzt alles?”

“Also da halte ich mich jetzt raus…”

“Wieso hältst du dich da raus??”
“Nach deiner Ansage hier eben? Nee.”

“Ist das vielleicht auch deine Party, oder was!?”
“Ja, schon, aber ICH hätte nicht mal die Hälfte eingekauft!”

“Und genau deswegen muss ich da ja auch drauf aufpassen!”
“Hier bei uns ist noch nie jemand verhungert!”

“…und genau DAS hast du MIR zu verdanken!”
“Jedes Mal bleiben Berge an Essen übrig!”

“Quatsch!”
“Und ob! Und dann müssen alle immer genervt was mitnehmen!”

“Genervt?? Das ist doch alles immer total lecker!”

“Ja, aber trotzdem nervt das!”

“Gar nicht!”

“Doch!”

“Aber gut, dass du das gesagt hast.”
“Was? Wieso? Wer??”

“Du denkst ja doch ab und zu mit, ich bin überrascht!”
“Wieso, was habe ich denn gesagt??”

“Das hätte ich fast vergessen.”
“Was hättest du fast vergessen??”

“Du musst nach dem Bäcker auch noch schnell am Rewe halten.”
“Und wieso das jetzt?? Was muss ich denn da noch holen??”

“Da holst du noch Alufolie und Frischhalteboxen.”
“Wie bitte??”

“Damit jeder was mitnehmen kann, falls was übrig bleibt.”
“Aber ich dachte, es bleibt nichts übrig??”

“Bleibt ja auch nicht!”

Kopfschüttel…

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