4.000 Tage Pech

Meine Liebste kommt aufgeregt zu mir in die Küche gerannt und tippt mir auf die Schulter, während ich gerade dabei bin, noch schnell ein wenig Rührei fürs Abendbrot zu braten.
Übrigens: Ich hasse auf die Schulter tippen!
Naja, mal sehen, was die Liebste auf dem Herzen hat, muss ja dringend sein…

„Schatz? Du musst gleich deine Emails abrufen!“
„Süße, darf ich denn vorher noch eben unser Rührei fertig machen?“

„Ja, aber dann musst du gleich deine Emails lesen.“
„Wieso? Was ist denn??“

„Und du musst auch sofort antworten!“
„Woher weißt du denn, was ich für Emails kriege??“

„Weil ich dir eben gerade eine geschickt habe.“
„Ähm… Du hast MIR eine Email geschrieben?“

„Ja.“
„Während wir hier zu Hause sind?“

„Ja.“
„Ach und es mir einfach sagen ging nicht, oder was??“

„Nein, es handelt sich ja sonst um 4.000 Tage Pech.“
„Was??“

„Wenn du meine Mail ignorierst, hast du 4.000 Tage Pech!“
„Die habe ich schon hinter mir, daher…“

„Nein, jetzt mal ehrlich, machst du das?“
„Ich verstehe immer noch nicht, was ich überhaupt machen soll!“

„Ich habe dir eine Umarmung per Mail geschickt.“
„Ähm…“

„Und du musst die jetzt an alle deine Freunde weiterleiten.“
„Und wenn nicht??“

„Das sagte ich doch, dann hast du 4.000 Tage Pech!“
„Ach, jetzt verstehe ich: du hast einen Kettenbrief gekriegt!“

„Nein, das ist ein Umarmungszertifikat. Von Simone.“
„Liebste, diese Dinger sind doch alle Schwachsinn.“

„Ich habe das an alle weitergeschickt, die ich kenne!“
„Schatz, das ist doch jetzt nicht dein Ernst!?“

„Doch, aber das ist noch nicht alles.“
„Was denn noch??“

„Ich warte jetzt auf Antworten.“
„Antworten muss man da auch noch??“

„Ich brauche 5 Antworten, dann wachen die Engel über mich!“
„Aha… Die Alternative sind übrigens 5 Ramazotti.“

„Was? Wieso?“
„Dann hörst du die Englein singen! Haha!!“

„Du bist so doof!“
„Und du fällst auf jeden Blödsinn rein! Da mache ich nicht mit!“

„Ich finde das aber toll, Umarmungen zu verschicken!“
„Per Mail??“

„Na, ich kann ja nicht mal eben zu allen hingehen?“
„Aber mich könntest du doch jetzt auch so umarmen??“

„Darum geht es doch gar nicht!“
„Nicht?? Aber du hast doch eben gesagt, dass…“

„Ich will 5 Antworten kriegen!“
„Jaja, ist ja gut, ich antworte dir ja gleich…“

„Gut.“
„Bist du dann jetzt endlich zufrieden, ja?“

„Ich schon, aber du wirst dich ärgern.“
„Mir ist das nicht so wichtig, dass die Engel über mich wachen.“

„Ich meine, deine 4.000 Tage Pech haben schon angefangen.“
„Wieso??“

„Weil du das ganze Rührei verbrannt hast!“
„Was?? Oh nein, so ein Mist!!“

„Siehste! Aber du hörst ja auch nie auf mich!“

Kopfschüttel…

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Die schaffe ich nicht

Meine Liebste und ich sind heute schon früh aufgestanden, da wir für einen geschäftlichen Termin bereits um 9.30 Uhr in Hamburg sein müssen; und die A1 von Bremen nach Hamburg ist morgens wahrlich kein Zuckerschlecken…
Schnell noch ein kleines Frühstück genießen und dann müssen wir auch schon los, um nicht zu spät zu kommen.

„Irgendwie muss ich noch was essen, glaube ich…“
„OK, was möchtest du denn haben, Süße?“

„Hm…“
„Ich schmiere dir schnell noch ein Brot, ja?“

„Nee.“
„Dann vielleicht einen Apfel?“

„Nee.“
„Einen Joghurt? Wir haben noch Blaubeere.“

„Nee.“
„Och Schatz! Dann weiß ich auch nicht!“

„Irgendwas, nur eine Kleinigkeit…“
„Wir haben noch Milchschnitte, fällt mir gerade ein!“

„Oh ja, Milchschnitte ist gut!“
„Also schön. Warte…“

„Ich nehme eine halbe Milchschnitte.“
„Wie bitte??“

„Eine halbe.“
„Ich soll dir die Milchschnitte noch teilen??“

„Du kannst die andere Hälfte haben.“
„Ich hasse Milchschnitte!“

„Ich will aber doch nicht so viel jetzt!?“
„Schatz! EINE Milchschnitte, das sind zwei Bissen!“

„Die schaffe ich nicht.“
„Du wirst ja wohl lächerliche 30 Gramm Milchschnitte schaffen!“

„Sind das nur 30 Gramm??“
„28 Gramm, um genau zu sein…“

„Dass 14 Gramm so satt machen können, erstaunlich!“
„Eine halbe Milchschnitte bleibt ja alleine schon im Hals kleben!“

„Bleibt sie nicht!“
„Natürlich! Da kommt im Magen gar nix von an!“

„Dann trinke ich eben noch was. Zum Runterspülen.“
„Auf so eine Idee kann auch wirklich nur eine Frau kommen!“

„Kannst du mir noch den Multivitaminsaft geben, bitte?“
„Gerne! Und wie viel? Ein viertel Glas vielleicht??“

„Nee, ein halbes.“
„Schatz!“

„Warum regst du dich denn so auf, ich will doch nur frühstücken!“
„Aber das ist doch kein Frühstück! Eine HALBE Milchschnitte!“

„Gib mir jetzt die Milchschnitte und sei still, ja?“
„Gott, mein Blutdruck, und das am frühen Morgen schon…“

„Haben wir gleich noch 5 Minuten Zeit?“
„Nein.“

„Oder 3 Minuten?“
„Wofür denn… Willst du vielleicht noch deinen Mantel teilen?“

„Nein, das geht ja gar nicht!“
„Bei dir kann man nie wissen…“

„Ist doch alles in Ordnung, ich sage doch gar nichts!“
„Jaja… Also wofür brauchst du noch 3 Minuten…“

„Ich muss noch schnell zum Bäcker unten, was erledigen.“
„Zum Bäcker?? Was willst du da denn noch??“

„Mir ein Brötchen für die Fahrt kaufen natürlich!“

Kopfschüttel…

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Marktlücke

Meine Liebste und ich kommen gemeinsam am Abend im Anschluss an einen langen Arbeitstag nach Hause und werfen unsere Jacken in die Ecke. Jeder erledigt noch schnell seine zwei, drei Heimkehrrituale und dann setzen wir uns beide im Wohnzimmer erst einmal auf unser Sofa…

„Schatz?“
„Ja, Süße?“

„Was essen wir denn jetzt?“
„Keine Ahnung…“

„Ich habe aber Hunger.“
„Ich auch.“

„Und was essen wir dann jetzt?“
„Weiß nicht, was haben wir denn in der Küche noch?“

„Nichts.“
„Nichts??“

„Nichts.“
„Das ist nicht viel…“

„Hm…“
„Tja…“

„Und was essen wir jetzt?“
„Da werden wir wohl was bestellen müssen.“

„Wo denn?“
„Beim Italiener oder beim Chinesen?“

„Nee.“
„Ähm, tja, damit wären wir bereits am Ende unserer Möglichkeiten.“

„Wie bitte??“
„Wir haben nur Speisekarten von diesen beiden.“

„Aber ich will was anderes!“
„Und was?“

„Ich hätte jetzt Lust auf was richtig Schmieriges, Ungesundes!“
„Aha. Und?“

„Zum Beispiel eine schmierige Currywurst mit Pommes Majo!“
„Sowas liefert aber keiner.“

„Warum nicht?“
„Ähm…“

„Das ist eine Marktlücke, Schatz!“
„Schön, aber diese Marktlücke können wir jetzt nicht essen.“

„Hätte ich eine Pommesbude, dann….“
„Du und eine Pommesbude?? Haha!“

„Was ist daran so witzig??“
„Ich stelle mir gerade vor, wie du die Würstchen wendest…“

„Bei mir gäbe es holländische Pommes in Tüten, doppelt frittiert.“
„Klingt gut…“

„Und Bratwurst mit scharfer Soße, Curry und Peperonistückchen.“
„Hm… Hört sich sehr lecker an…“

„Und wer will, kriegt Zwiebeln und eingelegte Jalapenos dazu!“
„Also ich muss sagen, das ließe sich tatsächlich gut verkaufen…“

„Sag ich doch, dafür würden die Leute mir die Bude einrennen!“
„Hm…“

„Und das Gericht nenne ich dann Curry México con Patatas.“
„Gute Idee, aber… Das hört sich irgendwie so Spanisch an??“

„Na und? Merkt doch keiner…“
„Ähm…“

„Also du findest meine Idee gut, ja?“
„Ich bin erstaunt, absolut…“

„Und hättest du jetzt gerne einmal Curry México con Patatas?“
„Das wäre nicht schlecht, also…“

„Prima. Hier hast du 10 Euro.“
„10 Euro?? Und was soll ich damit jetzt??“

„Damit gehst du zum Grilleck und holst 2-mal die Bochumplatte.“
„Ähm, aber…“

„Und geh jetzt gleich, bevor die dicht machen, ja?“
„Aber…“

„Was ist denn??“
„…das ist doch dann gar nicht dieses leckere México Patatas Dingens??“

„Natürlich nicht, das gibt´s ja auch nur in meiner Pommesbude!“
„Ach so!? Und wo ist denn DEINE Pommesbude, bitteschön??“

„Das ist geheim. Wegen der Exklusivität, verstehste?“
„Eine geheime Pommesbude?? Das ist ja völliger Schwachsinn!“

„Das ist kein Schwachsinn! Ich will eben nur exklusive Gäste!“
„Ach so! Und was mache ich??“

„Du gehst jetzt zum Grilleck!“

Kopfschüttel…

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Sonst nichts?

Meine Liebste und ich sind auf dem Weg zum Auto der Liebsten, denn wir müssen heute noch unseren 2-wöchigen Großeinkauf erledigen. Da sie beim Schnick Schnack Schnuck gegen mich verloren hat, muss sie nun fahren und ich freue mich.

„Du Schatz, hast du einen Euro klein?“
„Habe ich, Süße.“

„Das ist gut, dann kannst du gleich den Einkaufswagen holen.“
„OK, ich hole ihn, aber du musst ihn natürlich schieben.“

„Ich?? Wieso ich?“
„Weil du verloren hast und heute fahren musst.“

„Aber doch nur das Auto, nicht den Einkaufswagen!“
„Der Einkaufswagen gehört natürlich auch dazu.“

„Wer sagt das!“
„Das versteht sich ja wohl von selbst!“

„Grr… Na gut.“
„Oh! Du stimmst heute mal ohne Riesenaufstand zu??“

„Ja. Ausnahmsweise.“
„Ich bin begeistert! Schatz, aus uns kann doch noch was werden!“

„Aber sonst muss ich nichts machen, oder?“
„Was denn sonst?“

„Naja, Getränkekisten schleppen, oder so?“
„Nein. Musst du nicht. Das mache ich.“

„Auch keine Tüten tragen?“
„Nein.“

„Prima!“
„Sollte es tatsächlich heute passieren, dass wir uns mal einig sind??“

„Ja. Ich fahre und ich schiebe auch brav den Einkaufswagen.“
„Dass ich das noch erleben darf…“

„Ich laufe einfach nur hinter dir her und mache sonst nichts.“
„Sehr gut, das ist mal Einkaufen nach meinem Geschmack!“

„Das freut mich und ich erinnere dich dann daran.“
„Mich erinnern? Wann?“

„Wenn wir an der Kasse stehen und du bezahlen musst!“

Kopfschüttel…

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